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freifes vorliegt, wird die Gewerkschaft eine Brecher­anlage errichten und nUt der Ausbeutung beginnen. rUach fachmännischem Urteil, gestützt auf wieder- holte sorgfältige Schürfoerfuche, soll die Enchlicßung ires neuen Bruches als ein lukratives Unternehmen c!?zusprechen sein. Da der neue Bruch an den in der Schönberger (Benjartunfl bereits betriebenen Bruch i.'.grenzt, da die Gewerkschaft außerdem ein in der labe gelegenes Bosaltloger oon-der Gemeinde Neu- höchstem erworben hat, wird sich das Unternehmen im Laufe der Zeit voraussichtlich zu einem g r o - fjen Betriebe auswachlen, wodurch den Bewoh­nern der Umgegend mancherlei Derdienftmoglich- ketten sich bieten werden.

Kreis Limburg.

WSN. Diez, 16. Oft. In Eisenbach erlitt ein elfjähriger Knabe einen tragischen Tob. AU btt Junge nach mehrmaligem Rufen feiner Mutter nicht erschien, wurde nach ihm ge­sucht. Rach längerer Zeit fand ihn die Mutter in der Scheune unter einem Kartofselsack. Offenbar ist der Zunge beim Spielen von dem um« stürzenden Kartoffelsack derart getroffen worden, daß der Tod auf der Stelle eintrat.

Amtsgericht Gießen.

' (Sieben 13. Ott. Am 11. März stieb auf dem LudwigLvl'ay längs der Geleise der Elektri­schen das Auto eines Frankfurter Krafttvagen- sührers mit einem hiesigen, auf seinem Fahrrad sitzenden Kaufmann zusammen. Der Letztere w irde verletzt und war vier Wochen arbcttsun- slihia. Der wegen fahrlässiger Körperverletzung Angeklagte Kraftwagenführer bestritt ,ede Schuld. Der Radfahrer gibt zu. zunächst auf der linken Straßenseite gefahren und vor dem Auto nach rechts abgrbogen zu sein. Das Auto ser ledvch nach links auf ihn zugefahren. Durch unbeteiligte Zeugen wurde nachgewiesen, daß das vluto auf her richtigen Straßenseite gefahren und nicht nach links ausgebvgen ist, daß es Signale gegeben imb M) seine Geschwindigkeit ang enteil en war. Der Kraftwagenführer wurde freige- * ^3^ Den Waldungen zwischen Allen-Duseck und Daubringen ist im Frühjahr d. 3. häufig gewildert worden. Forstbeamte und andere Per­sonen hörten gelegentlich Schüsse im Wald und fanden verludertes Rehwild. Am Öfter]amdtag Hgten sich der Sohn eines 3agdpächters, ein ..orster und der 3agdaufseher des Pächters auf hie Lauer. Bald beobachteten sie den Schlosser K. G. auS L., der quer durch den Wald daher- [am uni) unter seiner Kleidung etwas verborgen hatte. Auf Anruf de« 3agdaufsehers lief er weg. Als er sich in Deckung begeben wollte imd bet 3agdausi.'her mit einem Gegenangriif rechnen wußte, schoß der Aufseher mit Schrot auf G. Dieser wurde feftgenonrmen. Er trug ein Fl »bett in zwei Teile zerlegt unter dem Rock. Die Schrot - t'erletzungen wurden in der Klinik ausgeheilt. Eme Anklage wegen gewerbsmäßigen Widerns folgte. 3n der Hauptverhandlung konnte kein Zusammenhang des Angeklagten mit den seit- herigen Wildereien festgestellt werden. Der An­geklagte gab an, er habe auf Raben, Eich­hörnchen und dgl. nicht jagbares Wild schießen 1 'ollen, sei sich aber bewußt gewesen, daß er mit her Waffe nicht im Wald habe herumgehen dürfen. Deshalb habe er die Waffe verbärgen und deshalb fei er weggelaufen. Rehwild und anderes jagbares Wild zu schießen habe ihm

UnfffCe sind Me Folge Auch tn diesem Falle überrannte der Angelegte ein junges Mädchen, das auf seinem Rad von der Reuen Baue nach der Gartenstrahe fuhr: es wurde unmittelbar vor dem Bürgerin ei jtereigebäude vom Rad ge­rissen und erlitt einen Knöchelbruch. Der An­geklagte gab zu. vorschriftswidrig gefahren zu sein, er hab: dies absichtlich getan, um ein größeres ilr.glücf zu verhüten. Sein Versuch, Die Schuld dem verletzten Mädchen zuzuschieben, mißglückte. Rach eingehender Beweisaufnahme und Vernehmung zweier Sachverständiger wurde festgestellt, daß das Hnglüd unter allen 11m- ständen vermieden worden wäre, wenn der An- gesagte in dem Augenblick, wo seiner Angabe nach die Situation für ihn unklar wurde und er nicht wußte, wohin das Mädchen daS nach den übereinstimmenden Angaben aller unparteii­schen Zeugen durchaus richtig geradeaus fuhr sich wenden würde, pflichtgemäß den Wagen ab- gesteppt hätte statt vorschriftswidrig in die enge Kurve zu gehen. Die Berufung wurde zurückgewiesen.

Vermischtes.

Die fjauptgeroinne der klasscnlol'.erie.

Berlin. 14. Oft. 3n der Ziehung der ersten Klasse der Preußisch-Süddeutschen Klassen­lotterie, die heute morgen begann, kamen d i e beiden Ha uptgewinne bereits heraus. Die Prämie von 100 000 Mk. entfiel auf die Losnummer 36 900 nach Berlin, die Prämie von 50 000 Mk. auf die Losnummer 83 762 nach Herford. Die glücklichen Gewinner in Berlin, meist kleinere Leute, spielten je ein AchtelloS.

Ecneuernngvarbeilcn am Bonner Münster.

Am Bonner Münster, dessen Turmspitze im vorigen 3ahre ganz neu gedeckt wurde und dessen Langschiff zur Zeit einer völli- gen Reiwvterung unterzogen wird, haben sich noch weitere 3nstcndsetzungsarbeiten als not­wendig erwiesen. Man hat im vorigen 3ahr- hundert Luftschächte neben den Grundmauern angelegt, die die Kirche trocfenlcg n sollten. Das Gegenteil ist aber eingetrttcn. Das Wasser ist in diese Schächte eingeörungen und ist an dem Mauerwerk in die Höhe gestiegen, wodurch grö­ßere Beschädigungen entstanden. Die Schächte sind jetzt aufgedeckt worden und sollen ganz be­seitigt werden.

Lin neuer Planer.

Die Astronomen in K a p st a d t sollen nach einer dortigen Meldung einen neuen Planeten entdeckt haben, der nunmehr der achte Planet sein wird. Wie wir auf Anfrage bei der Treptower Stern­warte erfahren, nmnutet die Wissenschaft schon seit 10 Jahren diesen bisher unbekannten Planeten. Da er jedoch so weit südlich, und so weit von der Erde entfernt ist, hat er bisher von den mitteleuropäi­schen Sternwarten aus noch nicht beobachtet werden können. Der Planet soll sich so weil am südlichen Sternhimmel verborgen halten, daß er nur d o m südlich sten Amerika und Afrika aus gesehen werden kann.

liebet 600 000 Franken unterschlagen.

Bei der Kreisspackasfe Saarlouis wurden Unterschlagungen aufgedeckt, deren Betrag sich bis jetzt auf rund 610 000 Franken beläuft. Die amtliche Revision kann noch einige Tage in An­spruch nehmen, so daß daS endgülttge Ergebnis eventuell noch eine höhere Summe fest stellt.

Line Frau erlegt einen Sechtehnendet.

Auf der 3agb in SttttShanfen (Hunsrück) erlegte Frau Hagen aus Köln, die dort zum 3agbaufentfall weilt, einen kapitalen Sechsen» ender-Hitsch.

Uebersahrcn und abermals überfahren.

3n Der 2lähe von Weihwasser (Lausitz) sanden Pasfamen einen von einem Motvrrad- tahrct überfahrenen Schwerverletzten hilf­los auf Der Straße Grau steinSpremberg auf. Während sie um den Verunglückten bemüht waren, kam ein Auto heran. Dem mit einer Fahr­radlaterne ein Signal gegeben wurde. DaS Auto verlangsamte auch Die Fahrt, fuhr dann aber mit abgeblenDeten L t chter n wei­ter. wobei sich Die Helfer des Verunglückten nur durch raschcS Beifeitespringen retten konnten. Der auf Der Straße liegende Schwerverletzte aber wurde nochmals überfahren und getötet. Er ist ein 42 3ahre alter Strecken­arbeiter namenS Domula. Der Autoführer stellte sich am anderen Tage der Polizei xmD erklärte, daß er daS Laternenzeichen nicht als Halte­signal angesehen und den am Boden Lie­genden überhaupt nicht wahrgenommen, hab:.

Reue Erdbeben in Oesterreich.

In Schwadorf wurden abermals zwei Erdbeben verspürt. Das erste um 18,15 Uhr war etwa» schwä­cher, das zweite um 20,15 Uhr war stärker als alle bisherigen Nachbeben. Die Bewohner orttjehen Die Häuser. Bau schaden sind bisher nicht zu verzeichnen. Pioniere haben Zeile und Baracken errichtet, so daß zahlreiche Bewohner untergebracht werden fonnten. Auch in Mostar, Der Hauptstadt der Herzego. wina wurde ein drei Sekunden langes, wellenförmi- ges Erdbeben verspürt. In einem nahegelegenen Dorf wurde eine ganac Familie, bestehend aus fünf Personen, unter den Trümmern eines zusammenge- stürzten Hauses begraben. Bier Personen sind dabei ums Leben gekommen, während die fünfte schwer verwundet wurde. Erdbeben werden fer­ner aus Persien und Südafrika gemeldet. Ein außer- ordentlich heftiger Erdswß von 8 Sekunden Dauer wurde in C h o n s a r und Umgebung verspürt. Drei Personen wurden getötet und eine große Anzahl verletzt. Schweren Unwettern in Südafrika folgte am Mittwoch eine starke, 20 Sekunden an­dauernde Erderschütterung. Der Schaden be­schränkt sich jedoch nur auf .zerbrochene Fensterschei- ben und Einrichtungsgegenftändc. Transvaal wurde von schweren Gewittern heimgesucht,

Kir chliche Nachrichten.

Israelitische Religionsgesellschaft. Dienstag, den 18. Oktober, und Mitwoch, den 19. Oktober 1927: Hüttenfestcnde und Gcsetzesfreude. 1. Tag. Vorabend 5.15; vormittags 8. nachmittags 4. 2. Tag. Vor­abend 6.15 Iugcndfeier; vormittags 8, nachmittags 4, Festesausaang 6.10.

israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Dienstag, den 18., und Mittwoch, den 19. Oktober. Laubhüttenfestende. Dienstag: Vorabend 5.45 Uhr: Iugcndgotlcsdienst mit Predigt: morgens 8.30 Uhr. Mittwoch: Vor­abend 5.30 Uhr: morgens 8.30 Uhr, abends 5 40 und 6.10 Uhr.

Chinosol

verhütet Katarrhe und Entzündungen.

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Der Uneinbringlichkeit

verbotenen Waffentra, 75 Mark, im Aal

SU wegen Strafe:

Wild abgefeben. war somit widerlegen. Deshalb wurde er

suchung nur kleinere Munition vor gefunden wor­den, die nach Angabe emeS Sachverständigen nicht geeignet ist, Rehwild und größeres jag­bares Wild zu erlegen. Die B.'hauptung des Angeklagten, er habe es nicht auf jagbares

Kleine Strafkammer Gießen.

Gießen, 14. Oft. Ein Lastkrastwagen- fühver verfolgte Berufung gegen ein Urteil deö Amtsgerichts Gießen, durch das er wegen fahr­lässiger Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 50 Mark verurteilt worden war. Mit feinem 7 Meter langen, schweren Last­wagen war er abends um 6 Llhr, zu einer Zeit lebhaften Verkehrs, von der Gartenstraße hx die ©üDanlage gefahren und hatte an der Ecke Defl Bürgermeisterei den Bogen nach links, der Der- kehrsvorschrift zuwider, tn enger, anstatt in mög­lichst weiter Kurve genommen. Gegen diese äußerst wichttge Vorschrift wird von Wagen- sührern und Radfahrern immer wieder aus Leicht­sinn unb Bequemlichkeit verstoßen, und zahlreiche

25 Tage Haft.

Gießen, 14. Oft. Ein wegen Unter­schlagung und Untreue angeklagter Kaufmann auA G. wurde freigesprochen. Er war 3n- fassovertreter einer Frankfurter Firma. D.e ge­schäftlichen Beziehungen waren derart unüber- jichtsich, daß eine Feststellung zuungunsten deS Angeklagten nicht möglich war.

Hinter verschlossenen Türen wurde gegen den Heizer W. B. auS G. wegen Beleidigung Der- handelt. AuS der HrteildbegrünDung nach Wiederherstellung Der Oeffenttichkett war zu entnehmen, daß Der Angeklagte einem 15jährigen Mädchen auf Der Straße eine Schrift mit einer Zeichnung gemeinster Art in die Hand gedrückt hatte. 3n einem Schreiben war das Mädchen an einen bestimmten Ort bestellt worden. Das Mädchen ging nicht hin, gab den Zettel seinen Eltern, die ihn Der Polizei ablieserte. Rach eini­ger Zett erkannte das Mädchen den Angeklagten auf Der Straße. Seine Personalien tourten fest- gestellt. Der Angeklagte behauptete eine Ver­wechslung. Er bestritt, daS Schriftstück geschrieben zu haben. Auch sei er zur fraglichen Zeit in Butzbach bei Meguin gewesen. Eine Schriftprobe, die von dem Angeklagten genommen wordeix war, ergab eine auch für den Laien frappierende Aehn- lichkeit mtt dem Original. 3n Butzbach war fest- gestellt daß der in Gießen wohnende Angeklagte bei Meguin erst zu einer viel späteren Stunde eingetroffen war. Die Zeugin machte einen glaub­würdigen Eindruck Da Der Angeklagte schon wegen Sittlichkeitsdelikten urx) sehr häusig wegen Diä>stahls vorbestraft ist und Da Die 3ugenD gegen Derartige Menschen geschützt werden muß, lautete die Strafe auf zwei Q^ixatc Ge­fängnis. Sie war höher als die des Strafbe­fehls gegen den der Angeklagte Erixfpruch ein­gelegt hatte.

Ein Althändler der von 3ugendlichen Alt­metall angekauft yatte, wurde auf Grund des bestehenden ReichsgeseheS mit 30 Mark be­straft. Hehlerei, worauf Die Aicklage lautete, war ihm nicht nachzuweifen.

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