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Nr. 242 Mnster Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Dberheffen)

Samstag, 15. (Pttobtr (927

Südslawische Reise.

Don Dr Werner Wi^ th «

Zwischen 6ubot:ca und Belgrad sich fruchtbar die uttendlich schcinerrde Ebene der' Wojwodina. Mai«. Hans. Weizen und Wein wächst in dreiein tru4>:barftcn Teile Europas. Dor zweihundert Jahren noch war es Wüste und Lumpt Da tarnen, von den Hab» bürgern gerufen, den 1 sche Dauern au« Gllaß und Lothringen, von Rhein und Mosel und rodeten den Grund. Danze Familien sielen Dem Lieber uim Opfer Aber deurscher Fle-.h und Tüchigkeit siegten über 21 atur und Wildnis. We heule durch die großen, viel« tausend Seelen umfasfen- den schwäbischen Dörser der D a t s ch t a und des Dana»« fährt, spürt die aaoaltige Leistung, hit da« Deutschtum zwischen Theist. Save und Donau vollbracht. Tradition und Sitte sind die gleichen geblieben- schars Heden sich lerbilche. ungarische und deutsche Siedlung gegenseitig ab. auch wo sie in einer Dorsgeincinschaft un­mittelbar aneinander grenzen. Dies« hochgewach­senen blonden .Schwaben", Männer. Frauen und Kinder verkörpern ein ursprüngliche« Deutschtum, wie es in der alten $eimat nur mehr selten zu finden ist.

Diese Dauern haben da« Reich nie gesehen, aber wenn sie vom Mutterland« sprechen, aus dem vor rund zwei Jahrhunderten die Dätcr auswanderten, hebt in diesen nüchternen, harten Dauernschädeln die Romantik zu weben an. Der Glaub« an da S Reich ist ja die Quelle, au« der sie die Straft ihrer Selbstbehauptung in der Fremde schöpften, den Willen. Art und Gehaben der Dorsahren zu bewahren. Ansicht« diese« Glauben« mag sich der Reich-deutsche verlegen Rechenschaft darüber geben, wie weit da« Re ich« deutsch! um bi«her überhaupt diesen Glauben her Au«Isüddeutschen gewertet und be­achtet bat. Tritt man hinein In einen dieser be- HLblgen. von Reinlichkeit strahlettt-en Höfe, h> vergibt man der Fremde ringsum und ist wahr­haft In Deutschland. Wie gesund s,nd diese DauernI Hier findet man noch unter einem Dach zuweilen vier Geschlechter lebendig zusammen: die 92jährige Urahne und den 20jährigen Gnkcl. der, bereit- txrrbeiratet, den Rachkommen er­wartet Die jähe A b t re nnung vonHngarn hat schwere wirtschaftliche Schwierigkeiten gebracht, wenn sie auch nicht so grost sind, wie drüben in Rumänien, wo eine völlig korrupte StaatS- maschlne die Art an die »riftcnvirunhLage eine« einst blühenden deutschen Bauerntum« gelegt hat. Dcch auch hier war und ist wirtschaftliche und kulturelle Zusammenarbeit de« gc- samten Deutschtums, die unter tatkräftiger Füh­rung schon erfreuliche Selbsthilfe gezeitigt hat, weiter notwendig, um den wirtschaftlichen Fort­schritt der Deutschen gegenüber dem serbischen und ungarischen Rachbar, zu erhalten.

In der Deutschen Partei fin* tue tx>r- h an denen Kräfte zusammengefaßt TM Wechsel de« Staate« hat da« südslawische Deutschtum, ähnlich wie bafl in Rumänien, zum Gr- wachen gebracht und damit einer Entwicklung Einhalt getan, in welcher dasselbe, in der Haupt­sache freilich die Intelligenz, der Magyartsie- runfl und im beschränkteren Maste der Kroa- tisiecung au-geftyt war. Roch ist der fremde Firnis nicht überall völlig zerbrochen, doch die Hauptarbeit ist getan, die Bewegung in Fluh gebracht. Gerade auch der ungarische Staat tollt« daraus für seine Minderheitenbehandlung lernen, zumal Südslawien, wenn nicht alle An­zeichen trügen, ein gewisse- Bestreben zeigt, di« bitbvrige Brutalisierung der kulturellen Fr«- beit In den neuen Gebieten aufzuheben. Rrch freilich ist die kulturelle Rot der Deutsche, insbesondere auf dein Gebiete d-r Schule, gres, Roch sind die Forderungen drr Deutschen -Partei in Belgrad nicht erfüllt und mit der Ausschreibung der Gemeindewahlen für die Wojwodina höchsten« ein Schritt getan, schwere« Unre4>t zu mildern.

Die südslawischen Parlament-Wahlen wurden von eilen Parteien gegen die Korruption in der Verwaltung geführt. Aber zwilchen Parter- versprechungen und ihrer Derwirklichung liegt ein weiter Weg. zumal auf dem Balkan. Ins» besondere die neuen Gebiete leiden unter einer Hebenobi unqualifizierterBeam er, wllche nach dem Zusammenbruch au« Alt-Serbien herüber- strömten und den Eroberer mit eigener Faust und - Tasche spielten. Die Agrarreform zerschlug ben zumeist ungarischen Grostgrand- besid. aber sie traf auch die deutschen Bauern ichwer. welche systematisch von der Landver.eilung auSgelchtolsen wurden. Doch zeigte sich auch hier, wie überall, wo Agrarreform einseitig zugunsten de« Staatsvolles und seiner ehemaligen Sol­daten diirchqefübrt tourheri. dast die an t V v.cn Kräfte, irvy aller behördlichen Unter ayung. meist n-.cht in der Lage sind, sich aus der Scholie zu halten. _ , ..

Wahlen in Belgrad Aus dast sich Die Ausübung demokratischen Rechte- in Ordnung vollziehe, erliest die Regierung Dukitlchew.t'ch das Alkoholverbot. Doch schon am Rachmittage de« Wahltages der (ander- al« amto lo. Da der Pollzeiminister Mar.mow t'ch. al« d.e re<btc Hand De» damals noch lebenden Pasillch. Die Wahlen im Interes e der Radikalen .leitete ) in Fried.m und Freiheit verlies, fröhlich

ingende Gestalten, dast auch d.e Aermsteu k.r Armen, entgegen tocifer burtukrat,scher Beru- gung. de« sonst üblichen ®lüde» teilhafüg wurden. Auch in den grosten Hotels können ir.undliche Kellner nicht schnell genug .Tee" und . 3311(9 in umfangreichen Kannen ihren durstigen Gasten zur Verfügung stellen

Wie schön bietet sich die .Feste Belgrad dem Dar. Der sie von öcmlin oder von der Save- brüde au« betrachtet. Hm so zwiespältiger i t Der zweite Eindruck: Diele sonderbare Mischung non Hauptstadt und Dorf, von ge- schük.iger Bautätigkeit und ech: balkanischer 3er- wahrlösung. Die Stadt wächst, an allen ©den und Enden entstehen statlliche Hochbauten- aber >wischen ihnen überall armlel.ge. w.ndlch.cse

Hütten. Europa und Asten gehen unmittelbar ineinander über Don da» tntenMtu>nale Hotel, hier «in Hause verlu:npt.r Bettler, die gewöhn: sind, out der Strafe zu sch., en Alle« aber spricht deutsch Der König hat sich in­mitten seine« Botte« tetn Hau« gebaut Der Fremde sucht unwillkürlich <uerft Di« S ät!« auf. wo seinerzeit «in König und Irin« Geliebte unter Den Dolchen meuternder C tz.rre starben Kein düsterer 5chnak ist mehr vorhanden, an dem neuen, au« drei getrennten Teilen bestehenden, ein wenig kitschigen Schloß flutet da» Leben der einzigen Hauptstraße freundlich vorüber. Wahrzeichen die'er Stad: am A.nde Europa« aber fcheint da« grobe neue Skuvschtina-Gebäude. da« nicht fertig werden kann, obwohl schon viele Leute daran reich geworden sein sollen 1SW4 wurde rt begonnen, noch immer steht es. in­

mitten e-.ne» wüsten Baupla e«, fensterlos da und heute weih man mcht mehr, wo» man damit befliß en soll, da Der S 'ung-saal für Dte Abgeordneten de» vcrgrr e.ien Südlla- vien». de» stolzen .Königreich« der Serben. Kroaten und S-sowenen" nicht mehr au«reich'. Ganz eurvpä gib- sich Belgrad nur dort, wo andere die Kosten tragen müssen. 5X1« auffällig gute E senbahnmaterial. de modernen Fern'prechapparate find deutsche Repara- tiooslieferung ebenso wie die stolzen Brücken, welche zwischen Reufan und Peter» Wardein unh bei Pa l'chowa über die Donau geschlagen werden.

Hnweil Belgrad, mit Der elektrischen Dahn zu erreichen, erhebt sich auf einem Hügel oberhalb Der Save, von dem der Blick weit hinübertchwetten

Buntes Allerlei.

Tlopoleon im Berliner Flughafen.

Auf dem Berliner Flughafen rüsten sich Öraphen. Kurbelleute und Inlervievxr zur t; um 14.15 Hhr wird flugplanmähig Da« Pariser Flugzeug In Tempelhof eintreff en. An Bcrd befinden sich so hört man: Abel Gance und Alben Dicudonn6. Regisseur und Haupt­darsteller te« groben Rapoleonsilm«. der in den nächsten Tagen seine deutsche Uraufführung er­lebt; Grund genua, um zahlreiche Filnnnteressen- ten nach Dem Flughasen zu locken Motvren- gebrumm unD Sirenengeheul Der grobe Bogel lanDet sicher und elegant, feinem Leibe ent­steigen acht Passagiere, unter ihnen einer im Sck:lapphut mit Kunstlerprvfil: da« muh Ra- poleon sein Trommelleuer der Phrtographen- unD Filmkameras, grüßende Hände. Bl unten* sträube und alle» wird Dankbar unD würdevoll ii'tflegengenomincn mit der Physiognomie De« Sieger« von Austerlitz. Aber ganz zum Schlust. al» Die Wogen Der Begeisterung schon ab.bben, eine kleine Frage De» Ankömmling», toa« Da« alle« zu bedeuten habe.... und es stellt sich heraus. Dast man einen ganz harmlosen Palla­gier für Den groben Rapoleon hielt und Dah her richtige erst morgen kommen wird. HnD man sieht böse Kameraleute. Die Zeit und Geld ver­loren haben, aber alle anderen freuen sich über den »falschen Rapoleon'.

Die Frau vor dem Spiegel

Ein schwedischer Statistiker hat sich Der Mühe unterzogen, auszurechnen, welche. Zeit Durchschnitt­lich die Frau vor dem Spiegel verbringt. Der Gelehrte hat zu Diesem Zweck einige Damen seiner näheren Umgebung, ohne Dah Diese Davon wußten, genau beobachtet. Cs ergab sich, hab durchschnittlich ein junge« Mädchen 15 Minuten am Tage vor dem Spiegel verbringt, während die Domen zwischen 20 und 70 Jahren eine gute halbe Stunde Darauf verwenden. Damit wurde sich Die Rechnung ergeben, dost eine Frau von 70 Jahren im Laufe ihre« Leben« insgesamt 600 000 Stunden vor dem Spiegel verbracht hat. Da« sind 250 Tag«.

Wo man Schifft über Berge rodt

Ostpreußen, da« Land so mancher Ratur­wunder und einzigartiger Sehenswürdigkeiten, besitzt auch ein an der ganzen Welt einzig da­stehendes technische« Meisterwerk, da« System der Rcllbergc" beim Oberländischen Kanal, der die r e und Hafenstadt Elbing über ein enge« Seen gebiet hinweg mit dem ost preußischen »Ober- Ie:uV verbindet. Diese neue BerkehrSei nricht ung stlildert Wclfgang Greger in her Frankfurter Wockmschrist »Die Umschau". Die Seen des Oberlandes liegen durch ch.tittllch etwa 403 Meter über dem nahe bei GIbing befindlichen Draufen- see. Zur wirtschaftlichen Erschließung de« Ober- lande», diese« weiten, welligen Hochland s. war die Derbindung der Seen mit Dem sich in Das Frische Hass erfliefienhen Elbingllub von jeher c ne Rotwendigleit, Der aber zunächst unübertoirD- lich« Schwierig le ton entg g.nstanden. Man hat schcm früher die Wasserspiegel her Oberlandseen einander angeglichen, indem man den Wals erstand her beiden höchstg legen en S en. des Pt mau- und de« Samrodtsee«. um je 5 Meter ablieh. Die Seen tourten fortlaufend durch Kanäle verbunden, so Dost auf diese Weise eine gute Wasserstraße entstand. Aber Haff und Ostsee. Die durch Glbing- fluh unD Drausensee erreicht wer Den konnten. Hieben an D e'em Verkehrswege unbeteiligt, bi« jetzt Baurat Stce.tle das System Des amer.ka- nischen MorrtskanalS in eigenartiger Weise auf das Cb.rlanh-S.engeb.ct Übertrags hat C-S wurden 5 .Rollberge" auf einem Gelände von '.30 Meter G.sälie vorn Pinnau- bis zum Drausen- ec angelegt ?'tan t* zur Heberwindung der Höhenunterschiede her »Geneigten Eben n ' eigent­lich 32 Schleusen nötig gehabt, aber diese Schwie­rigkeit wurde nunehr vereinfacht. Don Waller au Waller führen an den einzelnen Rollbergen je zwei Paar starke stählerne Schienenstränge in ti? Soll n des Kanals. Aut Den Schienen rollen, einander begegnend, jeweils zw.i niedrige, seit­lich offene E. enbahnwagen. auf denen die Schiffe aus dem Kanal über der Rollberg gehoben werden. Die Wagen werden von Drahtseilen ohne S-.de gezogen, hie um gewaltige Eisen - trommeln gctou ' en sind, und zwar werden durch Me Vorrichtung tänhig zwei Schisse zu gleicher -iell übet Den Berg gerollt. Heb: sich der eine Wagen au» dem Hnterwaller des Kanals empor und wird im Eisenbahnwagen nach oben gezogen, dann gleitet der andere aus Dem Oberwaller über Den Scheitel Der Ebene nach unten. Dabei e'ert das Gewicht des herabrollerrden Wagen» die Kraft für Den auf .e genhen. Die Haupt kraft zur Bewegung Der Fahrzeuge wird von dem Wasser de» Kanals geliefert. Da Die Schiffe mit einer Tragfähigkeit bis 60 Tonnen gegenwärtig nur einen Teil dieser Wasserkraft ausnuyen. so will man hie Tragkra t der Schisse auf 233 Tonnen erhöhen und den Kanal bis nach Süd­ost preusten h.n ausbauen. Die Beförderung eines

Schisse» über einen der Rollberge Dauert etwa 10 bi» 15Minuten.

Balzac» CinfkbeleL

Balzac hat sich fdbft gern mit einen Mönch verglichen, und er trug bei der Arbe : eine Mönchskutte. Die Austenwelt muhte voll­kommen abgeblendet werden, wenn er schuf, und selbst bei Tage schlost er jede« Licht von außen ab mb arbe :. Reer von

Freilich hatte hic'e« S nieDlerleben, dem sich der grobe Dichter hingab. auch ncch andere nüchtcnn.ere Gründe. Er wurde stet« von Gläu­bigem verfolgt, und um sich vor diesen zu schützen, vergrub er sich in der Abgeschiedenheit Alcran- der Keller, der Den Wohnungen Balzac« eine Abhandlung in Der .Liberty" wihmct. erzählt uns von Dieser SinfieDelei de« Dichter« in Patzy, in Der sich jetzt Na« Balzac-Mufcum befindet. »Berfolgt von feinen Gläubigern, müDe der gef ell- schaftlichen Verpflichtungen und angecMt von Dem Lärm De» Boulevard«." schreibt er. .wurde Bal­zac der Einsiedler von Pass» und hat dort heben seiner fruchtbarsten Schaffensjahre von 1840 bi« 1847 verbracht. Die sorgfältigsten Vorkehrungen waren getroffen, um jeden unerwünschten Be­sucher von diesem Afyl semzuhalten. Riemals wurde eine Abgeschlossenheit besser bewacht al» die seine. Die intimen Freunde muhten, bevor sie bi« zu ihm vor drangen, romantische Prü­fungen überwinden. Jeder Besucher wurde so eine Art Verschwörer. Er sah sich zunächst einem überau« mihtrauischen Türhüter gegenüber; Dann wurde er von Der Haushälterin unD Dann von Deren Tochter in Empfang genommen. Allen Dreien muhte er Die .Parole" geben, h. h. ein paar geheimnisvolle Worte murmeln, die nur Den Vertrautesten bekannt waren. Erst Dann sah er sich Der Wirtschafterin Balzac» gegenüber, Frau von Breugnol. einer majestätischen Vier­zigerin, Die eine unnahbar« Würde zur Schau trug. Öie unterwarf erst Den Eindringling einem strengen S?amen. bevor sie ihm Die Tür zu dem Allerheiligsten öffnete, in Dem Der Meister schuf. Balzac lebte übrigen« hier in Passy unter Dem Hamen feiner Wirtschafterin."

16 000 Urten, fein Geld ja verdienen.

Wir kennen zwar au« dem täglichen Leben viele Wege, mit Denen man Geld verdienen Bann, aber es gibt noch unendlich m:el mehr Arten, al« man sich gemeinhin vvrstellt. 3m englischen Arbeit«ministeriwn ist jetzt in fünf­jähriger Arbeit ein Lexikon der verschiedenen Berufe vollerrdet worden. Die in EnglanD au«- geübt werden. Die Aufzählung würde, wenn sie veröffentlicht würde, einen dicken Bund von über SCO Seiten umfassen, denn es sind h er gegen 16 000 Arten der Beschäftigung ange­geben. Dabei hat man natürlich eine große Anzahl von 'Berufen an« Licht gezogen, von Denen Die Mehrzahl Der Menschen niemals ettoafl geahnt hat. Da wird z.B eine Beschäftigung für Frauen unter Der Bezeichnung .Schieberin" auf geführt. Wenn man aber Dabei eine besonder- gewinnbringende B.t lt gung erwartet, so täuscht man sich, denn so werden Mädchen genannt. Die eine Sch ebemaschine in einer Iutefabrik be­dienen. Der Beruf eine» .Augenh ier»" hört sich höchst grufelig an, und man Denkt an irgend­welche grausamen Maßnahmen; e« handelt sich dabei aber nur um Leute. Die ihr täglich Brot durch Da« Feilen von .Augen" in Radeln ver­dienen. E.n besonderer Zwe g Der kaufmännischen Tätigkeit wird in Dem Lerilon mit .Feilscher" be­zeichnet. So nennt man herumziehende Hausierer, die nicht ihre eigenen Waren vertreiben, sondern Sachen in Kommission haben, bei Deren Verkauf sie Prot sion erhalten. DiS .Schiiuitzbvotmänner" sind Arbeiter, d.e Die Boote bedienen. Die die Abfälle von größeren Schilfen an Land bringen.

Andere sonderbare Berufe, die verzeichnet sind, erscheinen unter her Bezeichnung .7; derkielschnei- der". .Ötublnägel-Berfert ger", .TeeBuchen-Ber- läufcr", .Manschettenknopf-Dreher" ufw.

Gefährliche Dillenfchafl.

Prosellor Asley. em hervorragender atneri- lanischrr Archäologe, hätte, w.e Der Rew Bort Herald erzählt, bei einer wagemutigen Grfun- dungsfahrt beinahe fein Leben eingebüßt. Der Gelehrte hatte sich entschlossen, h c bei Chat- tanoga im Staate Tene'fce gelcf;e.icn antrrirdi- schen Grotten von Shcllmound zu besuchen, die roch unerforscht sind, in der Heberzeugung, er werde dort Spuren der alten Kultur der Lhe- ro!te-3nbianer entdecken. Gan; allein, nur mit einer Hacke, einigen Rahrung-mitteln und einer Laterne ausgerüstet drang er in Die unbdann-e unterirdische Welt ein. Rachdem er dicses Gebiet nach allen Richtungen hin durchstreift hatte, gc- 'chah eS plötzlich, -daß e.n gewaltiger Umbruch von Geröllmallen den Eingang verfchüttete Der Gelehrte begann mit ferner Hacke hie mühevolle Arbeit, sich durch diese« Gestein zum Tageslicht durchzulämpfen. Gr brauchte dazu nicht we­niger als fünf Tage und war von Hun^.r und Anstrengungen ganz auf gerieben, al» er endlich ans Sonnenlicht kam und auf seine Freunde stieß.

kann, südwärts auf altserbische Berge, nordwärts aut Ne 3: ene her Wotwodiita der deutsche Heldenfriedhof. Hm »tret große marmorne wnhnok ruhen Tteihe an Reihe retchsdoutsche Soldat,ni. tnc tm großen Kriege beim H«bcrgung über die Save « '.r.\ Scltfan g.mug Hingen tu dieser fremden 2Mt diese braven d.-utscheu Ramen. welche auf schlichten Grabsteinen ver- zeichnet fmh Krümmel. Warnecke. Hofmann. Richter. Treptow und v.ele andere. Bon manch einem aber, her hier liegt, verwehte der Barne, blieb nur da» sch ncrzliche Dor: ein unbekannter deutscher.Krieger

Zwischen den Deutschen ruhen, mit gleicher Pietät bestattet, ferdi'che Kanrpfer. Tie Serlvm. hie Tapferkeit wohl zu achten willen, herben diesen Friedhof nicht angetahet So zeugt er. weit, weit von der Heimat, von deutschcm Willen zum Siege.

Kirche und Schule.

Dchanatstag in Schollen.

* Schotten, 14. Ott 3m B. 'rtn des Superintendenten her Provinz Oberbelfen. Cbei- kirchenrat» Wagner. Giesten Ian3 gier unter her Leitung von Dekan Volp Laubach. >nn Mittwoch der Dekanatstag De» Evan­gelischen Dekana t» Schotten statt Rach alter Sitte tourDe die Tagung eröflnet durch einen Gottesdienst in her altehrwürdigen Stadt- kirche. der durch Die PreDigt von Pfarrer P p r n- scheuer Schotten, eine l e'on «rc We e t bie'J. Zu Den VerhanDlungen begab man sich hierauf in Den Rathau»faal Rach den eröffnen Den Wor-

ftelloertreler Hosprediger Widmann. Gedern, den Bericht de« Dckanat«au»fchuffe« für Die Jahre 1925 und 1928. Au« Der Jahre»- geschichte finD u. a zu erwähnen Der Tod von Pfarrer i.R. Römer, Schotten, die Ruhestanh»- versetzungen Der Pfarrer Schmidt, Wingershau­sen, und Rebel, Laubach, hie Reubcsetzungen her Vsarrstellen Herchenhain Wingershausen, Bnrk- an Den Kirchen zu Hlrichstein. Busenborn. Eichel- «ach'en und Gedern an D. n * 'kv Burkhard» Schotten I und Hlrichstein. sowie am Konlirmandensaal zu Bobenhoulcn II hie Be­schaffung von Ersatzglocken zu Hlrichstein und Schotten. Die Vornahme von Orgeireparatur.it hausen. Die Einrichtung einer elektrischen Orgel- qebläleanlage zu Gedern, die Einrichtung elek­trischer Kirchenbeleuchtung zu Wichelbach und Betzenrod, einer elektrischen Heizungsanlage zu Rainrod. außerdem die Herstellung einer neuen Kirchenuhr zu Burkhards und die Einweihui.g eine» neuen Friedhöfe« zu Kaulsto». Rach her Personalstatistik wohnen im Dekanat in Den 19 Pfarreien (37 Gemeinden) 19 335 Evangelische; 69 Personen (eben von her Lande-Nrche getrennt; Austritt« aus und Hebertritle zur Evangelischen Landeskirche kamen nicht vor. Die Desamisumme her Gaben für Die evangelisch-christliche L ebes- tätigkeit betrug in 1925 - 22 666 Wk in 1926 21 393 Wk Der Bericht betlagte vor allem Die erschreckenDe Zunahme Der Festseuch« und die Damit verbundenen Folgen für Die Sonn­tag-Heiligung. konnte aber als erfreuliche« Merk­mal Da- rege kirchliche Verein-leben erwähnen. Rach verschieDenen Rcchnung-prüfungen und der Genehmigung de» Voranschlag» Der Dekanat»- kasse für 1927 28 hielt Hosprediger WiDmann, Gedern, einen Vortrag überD i e k i r ch l l <t> e Vereinsarbeit in unseren Dekanats- g em« in de n. hem sich da» Korreferat von Pfarrer I). Fritsch Rupperl-durg. anschloß. An her Aussprache beteiligte sich eine große > ahl her AbgeorDneten. Erwähnt sei noch, haß ftch Der Dckanat-tag mit Der Frage Der Ein­führung einer belonDeren Feier he» 31.01 tob er befaßte, wobei hie Minui-en stark geteilt waren Die Tagung bat in jeder Weis« einen befriedigenden Verlauf genommen

Rundfunst-Programm

de» ^ravksurter Lenders.

(Aus der .RoDto-Hmsckx«'.-

Sonnlag, 16. Oktober.

8.30 bi« 9 30 Hhr Morgenfeier. 9.30 61« 10 Hhr »Werkstoff und Werkstoffkunde", Dortrog von Prof. Dr. Walter Fraenkel. 10 Hhr: Heber­tragung aus her Darmstädter Festhalle: Achter Bezirk-liedertag de« Deut'chen Arbeiter-Sänger­bünde». 15 bi- 15.30 Hhr Die Elternstunde. 15.30 bis 16.33 Hhr Die Stunde der Jugend. 16 30 bi« 18 Hhr: Konzert De« HauSorchlller«. 18 bi« 19 Hhr: StunDe De« Rhein-Mainischon Verbandes für Dolksbildung: .Kleist-Feier", ver­anstaltet von Hniverfitätslektor 2^>edemcyer. 19 bi» 20 Hhr: Albert Ehrenstcin. Vorlesung au« eigenen Werken. .20 33 Hhr. Hebertragun i von Der Berliner Funk stunde Konzert der Wiener ©ängetlnaben. Anschließend: Kammermusik-Kon­zert. Anschließend bis 0.30 Hhr: Konzert der Rundfunk-Jazzband.

Montag, 17. Oktober.

15 30 bis IC Hhr: Die Stunde der Iugertd. 16.30 bi« 17.45 Hhr Konzert De« Hau-orch^ster»: Die Oper der Woche. 17.45 bi« 13.05 Hhr: Die LesestunDe. 18 30 bi» 19 Hhr. Hebertragung au» Mannheim: .Kommende Daulunst", eine Aus- cinandcrsehung. Vortrag von 6taDtbauhireftt r G. A Platz. 19 bi» 19 30 Hhr .Arnold Vöcklin". Vortrag zu seinem 100. Gebunsiaae v n Pros. Dr. Wichert. 19.30 bis 19.45 Hhr: 0-a'llche Literaturprvben. vorgetragen von Oberiu i n- rat Paul Olbrich 19.45 bi» 20 15 Hhr: Englischer Sprachunterricht, erteilt von Oberftufcicnrat Paul Olbrich 20.15 Hhr Zur Jtier seine« 150. Ge­burtstage» Robert Guiskard. Lin Dramenl-a;- ment von Heinrich von Kleist. Anlchlie^end: Hebert ragunfl au» Kassel: Kleist-Gedächtni«- stunde zum 150. Geburtstag des Dichter«.

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