Einzelbild herunterladen

Mittwoch. 15. Juni 192?

Gietzener Anzeiger (Senerai-Anzeiger für Gderhrßen)

M. 15 7 Drittes Blatt

Aus der Wett des Films.

Filmtheater.

Von Frai^ 31 eL

fcufct aUm*. schlecht« 9fat das Urtal taftrt fkb hn- unb heickchwankenb weiter durch bi« jHafle bd ecbc**r,L Der gaix» Ungeduldige hält sich 'M Augen «u -nb t*ntunbri .Der säm it überhaupt fern« Äunlf uns aber w fügen 'chuldtg. was er beim unser Äunft frcr- ftünbr Uad bequem: er sich |u Iowas, v« einer Definition, so tft sie heran, das» nicht nur btt «uns» und der ÄUm. sondern alles tonst noch Derfbatt darin Platz fat. allo nicht» de. fnrictt höchstens eine perfönlich« Vorliebe für irgendwas auf der OMt

Heber den tft b Aber nur ein ehuiai« QSaJ etwas ®id«, Richtiges, ja Bedeutendes gesagt worden: von Böla TUlc^l In seiner Schnst .Der sichtbare Mensch". Für die meisten Leute vom fitlm vergeblich getagt. Wer «S wird ja wohl eine Zeel foair.wn. in der das Filmtheater befreit ist von der Horde der Rlchss-aks-Vertne- Her. feien das nun Unternehmer. Direktoren. 'XcgUfturt. Verfasser. Star« usw. usw. Und wo die UMrtftfrrft nicht auf Vergeudung von Gelb, sondern auf richtige Verwendung gestellt sein wird. Gs liegt ja nicht am Film daß dieses Unternehmen rote ein Öammclbeden alles auf* nimmt, was schon ein Dutzend Mal hnaiuidlrn. moralischen und geistigen Bankerott gemacht bat. Die Ausnahmen von dieser Hegel werden für diese Säuberung zu sorgen babai. wenn sie selber nicht an der Regel der Mchuxrtlchast zu- grunbe gehen wollen, die hier im Geiste. im »dN und der Moral berrsche.ch ist.

Die Sinstellung eine- FUrnwerkes. dah t* den Beifall der grösttmüglichen Masse er- ringen müsse ein purer Derdienststandpuntt. »in^rlich aus den durch Verschwendung zumeist bcr^rqcrufcnen Herstellungskosten deS Silm- wcrkes dies« Oinhdlung auf die Malle führt zu den Xrwiahtäten. mit denen der Mim

a(6 irgciiNiiie Kunst q^egnet ist. D.e Stu nwff Innigkeit einer Zabel wird da nur tuxg von her des verbindenix-n Le,»es unterbrochen. Das fuhrt zu ganz entleerten Zcnn<ln des Den­kens lowohlroie des Fühlens. Es ist interessant. Wis das Streben xur übermäßigen Deutlichkeit fast zu reinen Vlbftrch tonen bringt, zu einem Schema von äußerst trivialer, aber doch philo­sophisch einfacher Art. Dadurch steht daS Film- werk in her Hegel, was feinen geistigen Inhalt ar.lnngt. tief unter der dümmsten Literatur der Zeit. Das nidii tn seiner grauenvollen Haiti bt.it menen zu lasten, ist die Anstrengung des Re- gisseurs und des Kurbiers. Um zu Devbeden, dah. was geschieht, ein Dlödsnm ist. macht bk Ge­sellschaft mit der Kamera eine Reise durch Indien, stellt den Blödsinn in einen feffelnsoüenden «,o- lilchen Rahmen. Ober reift in die Zeit nach hinten und vome. um ganze <3labte zu bauen. liebet» schweimnwtgen, Schlachten und was weist ich noch alles, um es zu rechtfertigen, dich der Star Mizzi Pizzi am Schlüsse doch bat Verbrecher Horv Vvrv, der gar keiner ist. ehelicht. Für ein <kbntd des bannt t>ergeubcten Geldes hätte ein Heilender wie Sollin Rost die herrlichsten Aus- nochmen in diesen fernen Ländern gemacht, unbe- fledt von HlUv Pizzis und Horv DoroS. Alle diel« guten Reisefilme spielten wochenlang vor autnerfäuftrn Käufern. Aber es müssen wohl noch für eine Reihe von Jahren die Geldgeber des Filmes ihr Geld an so reiselustige Regisseure, an so europomüde Stardamen loswerden, um rüfonuabd zu werden. Dann wird in daS Wilde Filmgeschäst Ordnung kommen.

Sch will keine Vorschläge für gute Filme machen. 3d) will daraus aufmerksam machen, dast sich die Filmproduktion ganz deutlich zu diffe­renzieren beginnt, und das sollten bte Film­theater berücksiäit igen. Zur Zeit wird zum Bei­spiel in den vielen Berliner Lichtspieltheatern, den grvsten und Den kleinen, alles durch­einander gebracht. Keines der Theater hat ein Programm. Darum spezial ist eren sich bk Käufer nicht, toi« es die anderen Theater auch tun?

<36 gibt deutlich Da Hungen der Rcisefilm. Der Geselllchastssilm. Die Groteske. Der Aben-

Lichtspielhaus Giehen.

Foc May: Tagfin.

3m vichtfpklhaus Bahnhosstrnstc läuft zur Zeit ein nicht uninteressanter 5<lm; Dagfin (her Xitel ist der Rame eines der Hauptroklentrager. des Sstsuhrers Dagfin Arlberg). Der Silm zeig' romantischen, genauer asiatisch-romantischen Cha» roher. Man wird sich des Gefühls nicht erwehren, dast es doch nicht gelingen will, asiatisches Wesen, das dem normalen Mitteleuropäer stets fttnih fein wird, zu ncrlebenbigen und glaubhaft in Erschcinuna zu sehen. Aeiitzere Beberrfchlheii die sich zum Anschein des Unergründlichen fkigert. Hinterlist. Grausamkeil, zielbewubies durch Ruck- sichten der Ritterlichkeit kaum gehemmtes zu Werkegeben. das sind die Srscheinungsfonnen der nftlidKn Seele, die die Regie für wesentlich hält und auf deren Hervorkehrung in Handlung und Spiel fie Gewicht legt. Der Guropaer hat dem Offenheit, Vornehmheit und Opfermut «nt- gegei'zusetzen. Selbstverständlich kann hier nicht darüber gestritten werden, ob mit solchen Typi­sierungen der Kontrast asiatischen imb euro­päischen Wesens zutreffend ersaht ist. Unmöglich ist es aber, wenn schließlich der eine Teil den anderen zu feiner Weltanschauung im Hand­umdrehen hernberzieht. wie Lydia mit schön geschminkten Lippen den türkischen General. An- oererseits fällt die Handlung ins Aeuhcrliche. trenn der Oxnbrud des Mystischen gesteigert wer­den soll durch tadellos su.^tionierenoes Be­dient en material, stmstvvlle Mechanik. Reichtum und Macht.

Letzten Sndes ist der ganze Film zugcschnittcn auf den Hauptdarsteller Paul Wegener, dessen Vorliebe für mystifche und asiatische Rollan wir von früher her kennen (Golem, lebende Bud­dhas). Wenn her Wim dem Publikum emp­fohlen werden darf, so ist es in erster Ltnie um des Spiels dieses eines unserer aüsgezeichnetsten und charaktervollsten Schauspieler toülen. Paul OSJegcner weist feinen Sabi-Bey wirklich zu einer eigentümlichen, überlebensgroß geheimnisvollen und etndructsstarken PeNonllchkeit zu gestalten

tcuerfUm. Der Är.rdcbeutf.lm. D 7 histvi-ckche Film. Das aemütvell-komische deuttche Lustfpkl, Der fTultuHüm. Das find acht verlchiedene Gruppen. Die acht großen Berliner film* :Heater townci übev .. dah jebes d.eler Thea­ter nur Ftlmstücke einer Gruppe Por*--trt. P-.e fleiren Ktntsppe mögen immer bei dem Salat bleiben, den sie jetzt bieten. Aber bi« gr.'i'xn Tbeiitc« sollten sich eine bestimmte Pyy'.og- ntwnir geben, wie andere Bühnen auch

Sin zweiter Vorschlag, man laste bk Star­damen bei". Film nichtalt werden. Wen.g- stens richt tn dem Fach mit dem Re ihre Karriere angdangen bete Die jahrzehnte­lange Beliebtheit beim Publikum i't bis auf den einen seltenen Fall der Asta Aklfen eine Täu­schung Roch unangenehmer als dein-. Theater wirkt beim RU* alles was Roul . ne ist. Rur der Xegtffeur. der es sich bequem machen will, wird kne seit Dezennien eingeübten Herr­schaften beschäftigen, die alles, nur keine Grost- ausnahmk r ertragen. Und ein Film ohne Groß- ausnahmc ist eine Spatzenschlacht auf der Gass«, vom vierten Stock aus geieben Weiter die Komik eines Komiker» liegt ja meist nur bei Vauch und kurzen Beinen Das fei zugegeben. Zmmcrhin sollte man es nicht zum Gesetz des KomiIchen machen Ferner' einem in sein« Fache ausgezeichneten Schauspieler ein Filmstück

Vierfüßige

D.c große Wirkung von Tieren und .VnDern aus das Pubi.lum ist vom Silin früh ertannt und ausgenutzt worben üud) dir Fiunästhetiker ha­ben sich bereits o.el nut der Frage beschäftigt, warum fl.'rabc das Tier auf der belichteten Leinwand einen fo packenden Gindruck Hervor­ruf t. und criannt. dah nicht geschickte Dressur, sondern naiürliche Bewcaungssrc.heit für den Xierfilm notwendig ist. Die eigentlichen S'.ars der Tierwelt sind daher auch keine besonders . au»gebdöckn" Schauspieler, die etwa aus c nein Zirkus ober einem Zoologischen Garten stammen uni) im langen Verkehr mit Menschen zahm ge­worden sind, sondern e» find Geschöpfe, die nieg- lichst viel von ihrer Ursprünglichkeit bewahr­ten. deren Gen e durch einen Zufall entdeckt wurde. Beim vierfüßigen Filmstar spielt De- fiabung und ..Zilmgeficht' mindestens eine eben- o große Qi olle wie aeim \toeibcimaen Der berühmteste F.imhund der Deutsche Swaiechund Rin-Tin^Tin. .st m feiner Art ein Gerne uni) hat seinem ttigentünur. dem Leutnant Duncan, der den Hund in frühester Jugend aus einem deutschen Schützengraben rettete, wo er verschüt­tet war. grobe Reichtümer gebracht. Bei feiner Klugheit und Folgsamkeit ist «s möglich, ihm die erstaunlichsten Dinge beizul'ringen. Für jeden neuen Film, in dem er erscheint, wird wenig­stens ein neuer Trick ausgedacht, in dem er meisterhaft seine Rolle spielt, und so wirkt et nie langweilig, ör kann Freude und Leid, Zorn, Schmerz und viel« andere Gmpfindungen ausdrucken, und er hat es sogar scrtiagebracht, au bellen, ohne Geräusch zu machen. Sein sehr kräftiges Gebell störte nämlich die Schauspieler bei den Aufnahmen, und so öffnet jetzt Rin-Tin- Xin, wenn- »losgeht'. und er bellen soll, in der naturgetreuesten Weise die Schnauz«, ohne datz das geringste zu Horen ist.

Selbstverständlich werden alle Filmstars mit der grohten Freundlichkeit behandelt. Haben sich doch sogar di« Xierbtdleurc zu der lleberzeu- gung durchgerungen, dast man wirklich hervor­ragende Leistungen nur durch Güte einem Tier abringen kann: wieviel mehr must das kost­bare und selnbesaitete Filmtier mit Verständnis und Hingebung behandelt werden. Die innigste Freundschaft verbindet den großen Sowboy-Dar- fleller Tom Miß mit feinem Pferd Tony- Pferde eignen sich überhaupt von allen Tieren am bdten für di« Filmkunst, und Tony ist schlechthin em Meister: sein Herr rühmt von ihm. dah er ..alles kann, außer sprechen". Gin jedem Film- treunbe bekanntes Paar find der Hund Rei und daS Pferd Raven: -hre Zusammenarbeit ist er­st aunlich und nur erklärlich aus der innigen

und geht doch sehr zum Unterschied gegen frühe« Rollen über das zu Schau tragen einer groß­artigen ViaSkc hinaus zum seelisch bewegten Spiel. Besonders erwähnenswert ist bk Gift trnnfhene.

Reben der Leistung Wegeners tritt die der anderen Darsteller zurück, immerhin sind mit Auszeichnung hervor zu hebens Paul Richter (her bekannte Siegsrieddarsteller aus denNibe­lungen). Marzella Albani als LvdmBohlen. Rien-Sön-Ling als Garron Die Bilder sind klar und schön. Gewisse kleine i.^eschmack- tofiffteiten hatte man sich scheicken tonnen, toü die gewohnt? Veralberung des Amtsvorstehers und dk dhmbnlilu ning des Todes von 6abl- Bet) durch die Sntwurzefung eines Baumes.

ng-

Berliner Filmpremieren.

Denn es schon fraglich «.rfcheint. ob ein Bedürsnis besteht, die Ueberfülle der Filme, kne sich die Umwelt der VaneteS zum Rahmen gefetzt haben, noch zu vermehren, so ist es sicher­lich nicht sraglich. dast auf diesem Gebiet nur ,i»ch eine besonder« Stiftung Gmdruck und An­erkennung erwarten darf. Was aber 6er_ un Berliner Gmelka-Palast uraufgefühne l,ve-F»lm ./Die Königin des Var,«tös" bietet, ist ein Mißbrauch der Berechtigung zum Kitfch. h,e man dem Kino zuaestehcn must und ist in jeder Beziehung zu tadeln GS liegt vielleicht am Stoff, es liegt aber auch an dtr Regie, mit ber D r. Zohannts Guter sein sonst so an- sehnliche» Konto belastet, und es liegt auch am Spiel. Man hat den Ginbruck. dah Die Träger der Hauptrollen. Glien Kürty. Helene Haitier und Harry Halm, sich unabhängig fühlen, und nur Julius von Szoereghi mach: aus bet Roll« eines gerissenen Agenten. waS sie hergibt.

DerBa lencia" - Film der Gmtlla nach Motiven eines Schlagers . wie es so schön im Untertitel heißt, hätte nur wirklich bas Tempo und den RhnihinuS dieses, ach nur al-Ai be­kannten Schlagers, haben sollen unv eine

zu schreiben, heißt noch nicht, baß man ein >i! ntzück ot'chrieben hat. Der Film ist nächt da.''.! da einen bekannten vortreU:.chen Schau­spieler als Schaulp.tter. nur ohne Wort zu zeigen Das g bt r.ne Serk oen photr?rivhi- ' chen Ausnahmen, aber kein Film stück. Hab u- letzt man schicke bret Flltnstare m t > .uveht^r nicht in ferne Lönbtr. um da einen M t zu drehen, bet nicht einmal da« heimatliche Licht erträgt viel wenig« die 5zo.xnfDmw. äo kommt nicht» habe, heraus als die Pleite. .Da-> Filmstück ist schlecht, weil e« hertz'.:'teU«n zu billig ist." kelcr in Fi mkrecken viel gehörte Latz »st wirtschaltl'ch und künstlerisch ein >Infinit. 'M« der Rarität de» Geldes ist «r feUeitet gv worden, üb sie viel oder wenig kosten, das entscheidet sicher nicht einmal über bk Qualität von ein Paar Stieseln.

Die bebcutenden Leistungen der deutschen Filmkunst verpslichten. sie kritisch ernst zu nehmen, tfir.e depressiv« xkit des Zuwanens und k<r Unsicherheit scheint vorbei zu km. die Arbeit wieder zu beginnen. Am amerikanischen 3m» port war nicht immer, aber oft etwa» zu lernen. Lehr viel an den Arbeiten von Lubitsch \u>ei Lustspiele von ihm waren vorzug'ich. Sie bintcrHcften ferne Spuren Der W'lthistork au lolacn. ist leichter Wallenste.n p.ir exempfe. Rühmlicher wär« die Richtung Gabgari.

Filmstars.

Freundschaft, die aus ihnen zwei Unzertrenn­liche gemacht Hal Rer und Raven find so auf­einandereingefpklt". wie kein menfchlicheS Schaufpielerpaar und daher imstande. Szenen, für deren Gelingen menfchliche Stars viele Pro­ben nötig hätten, sofort mit de« größten (Sjalt- heit auSzuführen Der alte Hund ..Tige". der immer in den Lustspielen von Bufter Broten erscheint, hat schon beim Auftreten durch fein ebenso kmnischco wie würdiges Aussehen ge- wvnnenes Spiel. Wie nur irgendein großer Komiker entfessett er einen Lachsturm, wenn er hereinwackelt. Andere berühmte Filmstars der Tierwelt sind nach einer Zusammenstellung in einem amerikanischen Fachblatt der schöne Araber­hengst ..Silberkönig", da» Pferd S.out. da- zu- fanunen mit dem Hund austritt, und einige an­dere Pferde, deren ®igentumer durch sie Ver­mögen verdienen. Außerdem hat man m Holly­wood stets geschickte Allen. Glefanten. Seeldtecn. ja sogar Spänen und die verschiedenartigsten Vögel zur Verfügung. f. b.

Das solide Hollywood.

.Früh ins Bett und früh aus dem Bett," fo lautet der Wahlspeuch, ber über den zahlreichen Und gntbefuchtcn Vergnügungsstätten der Film­stadt Hollywood ungeschrieben steh:. Denn tok sehr sich auch daS munle« Völkchen der Filmleut« in den SasuS. Theatern und Tanzlokalen drängt, nie wird bei ihnen, sobald der Abend weiter foTtfcbrdtct. die Frage laut: .Wohin können wir jetzt noch gefreitT* Für sie alle heiht es nach Haus« gehen, denn um acht ittr oder halb neun des MoraenS steht man die Filmstars beiderlei Geschlechtes schon gerüstet und gespornt aus den Straßen der Stadt. Sie wissen alle sehr wohl, daß nichts dem guten Aussehen mehr schadet, als daS lange Ausbleiben. Sic olle müssen ihren .Schönfreitsschlas" halten. Aber zu allen Tagesstunden herrscht frohes Leben in den Der- giiügimg-stätten. Da ist zunächst das Mont- inartTc-6afö. Hier kann man die hervorragend­sten Filmsterne sich jeden Mittwoch und Samstag zum Liinch -usammenfinden sehen. sröhlichem Plaudern wird bei den Klängen einer Mullk- kapelle das Mahl eingenommen, und ihm folgt ein Tanz auf der Diele. Auch in den frühen Abendstunden bietet Montmartre ein anmutiges Bild. Lqinpions hängen von den Decken herab, buntes Licht leuchtet, und ein heiteres Karneval­treiben entwickelt sich Chi der Toilettenfrage herrscht die gröfjt« Freiheit Während die meisten Gaste in eleganter Abendtoilette erscheinen, nimmt

andere Trägerin der Titelrolle dann wäre cs gut gewesen. Statt dessen ... Temvo haben nur einige Szenen, her Eticrlampf und Die letzten Meter, bk den Schlager aus seinem Weltervde- rungszug charakterisieren. Das ist flott und knapp gemacht, un Ausschnitt und in der Uebertin» anbcrfompolitiDn tanzender Beine aller Welt­teile. Da steckt der Rhythmus, den man bis­lang vermißte. Die Handlung geht wenigstens über den unerträglich banalen Xcjt von den ..Augen, die da saugen ulte " hinaus Sie sviclt natürlich in Spanien, ift nicht gerade originell und die Regie Jaap SpeverS fühlte sich auch nicht bemüßigt ste ottgineUcr zu gestalten Durch schnitt-ardeit. von wenigen gut gelungenen Sze­nen abgesehen. Und die Darsteller? D'e vielgepriesene Schönheit ber Hauptdarstellerin Maria Dalbaicin. die m etlichen Groß­aufnahmen präsentiert wurde, schien für unseren Geschmack toemg anziehend Außerdem wirkte sie darstellerisch auch nur als Duvchschnittsschau> spielenn. Weit übertroffen wurde fie von D o - rothea Wieck, die zart und verinnerlicht spielte und ausschaute. Sehr sympathisch wurde Oskar Marion «mpfunden. während 3 o banne« Riemann sich mit einer Rolle ad- mühen mußte, btt ihm nicht faa. Gut« Photo- graphi«. für die Franz Koch verantwortlich zeichnete stimmt« dem Ganzen gegenüber etwa« verwhnlicher.

.DaS Heldenmädchen von Tren­to n". echt amerikanisch aufgezogen, mit Helden­mut gespickt, sonst aber rührend und harmlos, hatte den Vorzug Marion Davies in der Titelrolle zu zeigen und Georg Siegmann wieder einmal Gelegenheit zu geben, eint pracht­volle Type zu ver'.orpcni. Mason Hoppers Regt« schuf fpannende und eindrucksvoll« Sze­nen. und so wird dieser Stirn, trotz der Verbie­gung historischer Tatsachen au» den amerikani­schen Unabhängigkeitskriegen, sicher Srfvlg haben.

Für tn« Wohlfahrts kaffen ber Bühntn- gtnollenfchafl veranstaltet« kürzlich bas Deutsch« Lichlfpiel-Shndikat «ne Rachtvorstal- lung im Sapitol, bei bet Helnik- Film »Die Weber" zur Vorführ»g gelangte. Kamrner-

nieeanb daran Anstoß, wenn I ch ein 'IVior Im Tennlslostüm unter b:e Taiueitbcn nnfchi

C.n anderer beliebter Treffpunkt für bte Kinoleute ist das Stadien van HoUuwood. wo an kbrm Srvitog erstllaf ie Bo i.unpse ausge ock>- ten werden denen das Publikum mit höchstem 3niet.Ile leigt Viel Liebhal^ r finden auch Die Straiidtlubs. bi« lang« der Küste b<# Meeres fast das ga 4« 3o r idre Tore o eil

ballen; denn hier herrscht Iah immer öennen« schein, und selbst wenn« Illeer au kalt ist. so werden di« Schwunuibafsin«. die fut» au1 eine angenehme Temperatur ^»rach; öerbru können, betto eifriger defuchb Ginige d.eser StrandkUibs. vi« z. V das neue Gasa del Mar od.c D.au- nillc gleichen großen LurusfrotckS. Sie haben Hundert« von Schlaszimmcm. mit Au»llcht auf Mc Set Spvcketerrallen, auf denen sia> kleine Tlstbe unter farbenfreiibig^ n Schinnen b.ungeti. Lp cl nimer. gewalnge Speisesale und natürlich auch die um.tvehrliche Tanzdiele. 3n ^asa hei Mar kann men fast an leben Samstag vend über txV1 Perfonen unter die *i4) die berühmtesten Filmstars milchen, vereint haben Dem dbarkfton und dem <3c itrott wird eisng gehuldigt. Auch für den Pserdefaort baden tu« Bewohner von Hollv- ti oob ein lebhafte« 3ntere|ie. wie auch bi« a enm«- pläne mit ihren schmucken Klubhäusern und der Gc'.fplati stet« zahlreiche Besucher sindeti

11 in anderer Sanin elpunkt ber Filmstars ist ganz einzigartig: es ist dies der FrudstUcks- Klub. An jedem Donnerstag versammeln sich hier seine Mitglieder im Freien, nahe dem Grifllth-Park um ' ,8 Uhr am Morgen Da fahren die cleaanteften Autos vor. ander Film­star» kommen hoch zu Roß. De-r Gesckngschor des Klubs begrüß! alle Ankommenden, bie sich da« meist >.u» Schinkeneier bestebeude Mahl vorzüg­lich schmecken lassen. 3st der Hunger gestillt, dann folgen tue Vorträge der Gyrengäftc. 3ebe B - rubmtbcii. die Hollywood besucht, wird im Frich- ftüdellub eingclaben und mit Gesang und Masik begrüßt. Qlbcr schon um ' ,9 ist ber ganze xlaubi r vorüber «in jeder eilt in die Stadt. In bie Ateliers, und bie Arbeit beginnt. C. K.

Haben Sie ein Filmgesicht?

Die Film-Kamera hat ihr« merkwürdigen Bannen und Ueberrgschunaen. wenn fic «in Gesicht aus Der Leinwand wiedergibt. sie verleiht Gesichtern Schon- heil, die in W'r'lichfeit leine besitzen, weil gewiße Vogen und Flächen dies«« Gesichts sich besonder« gut zum Pbotoarapyiercn eignen sie löscht an Derer- sc iss all« Schönyeit au«, wo sie wirklich vorhanden ist, vergröbert manche Züge und verkleinert den Reiz an Derer. So mancher Filmstar, der auf bet Leinwand Gntzücken und Bewunderung hervorruft, enttäuscht bei persönlich« Begegnung, denn da« .idcalschöne" Gesicht erscheint plötzlich häßlich. So manche berühmte Heldin des Kinos Ist im alltäg­lichen Leben durchaus nicht hübsch, aber he bat etwas, was für den Film mehr ist als all« Schön­heit: das Zilmgesicht. Bei der Auswahl der Sterne am Klnvhimmel ist die erste Frage, ob das Gesicht Jamera-mf ist- Bei gar vielen bekannten 311 m- größen ist diese .Kamera-Relfe" beschränk; sie können nur unter einem bestimmten Winkel und von einer Seite ausgenommen werden. .DaS 3ilmpublltum wurde überrascht sein, schreibt Die Schauspielerin Constanze lalmaDqc, Die In einem amerikanischen Fachblatt allerlei über das Film- gesicht verrät, .wenn «s wüßte, wie viele Stars nur ihr rechtes oder linkes Profil der Kamera zeigen, wie viele von oben oder von unten photographiert werden, weil sie sonst schlecht aussehen. Die Technik der Ausnahme hat große Fortschritte gemacht und ist heute imstande, die Schwierigkeiten, die blaue oder braune Augen Irüber aufgaben, zu beseitigen. Aber gewiße Grundformen des Gesichte« laßen sich nicht verändern und müßen den ktnematograpdilchen Ansprüchen entsprechen."

Constanze Talmadge erläutert bann deS näfreun. wie man da« Filmgestcht erkennt, und zwar spricht sie zunächst von den Anforderungen, die an den jugenolichcn Liebhaber und die Liebhaberin gestellt werden. .Man nehme ein dunkelblaue« Glas, da« alle Farben auSfcheidel; man Halle e« zwischen sich und einen Spiegel, und man wird fein Gesicht sehen.

längerin Gmrny Q e i « n c r, Pros. 3 os« f Wolfsthai. Cornelis Bronsgeest und Dr Feliff Günther hatten sich für das künstlerische Vorprogramm in liebenswürdiger Weise zur Verfügung gestellt.

Robert Lands neuer Film ,Pri - manerliebe" im Boba-Pakaft.Atrium erwies sich als eine unerwartete Lebervaschung Richt ber Autor Alfred Schirvkauer. ,anbein einzig unb allein her Regisseur hat hier ein Fsimwcrk ausgebaut, das in feiner kiinst'.enschen Geschlofsenh it unb Ginprägsamkeii hervorragenb ist. Plvchologifch« 3«bl<T des Manuskript«» Ver­zeichnungen her ttfro rattere, bu* man bei ein« gehender Ueh'dcgung entdeckte, wurden durch bt« Regie unh bie Leistungen auserlesenster Dar­steller um gebogen. Man hanb von Ansang an im Bann dieser sich abrollenden Geschehnisse, htc hon ber 3imenh erster Rot im Alter der Pubertät Zeugnis ablegen Mit senfidler Hand unh mit einem wundervollen Feingefühl ist hier gearbeitet worden, daß ein Film mit soviel Kenschh'vt. 3frea- lität unb mit einem Reichtum an Stimmungs- gehalt. ber gefangen nimmt, entst hen konnte. Grete THo vsheim unb Wolfgang Zil- A«r haben Rollen, in denen sie ihr bestes Kbnnsli au zeigen vermochten. Fritz Kortner unb 3 a r o Fürth hatten die schwi«ige Aufgabe, weniger sympathische Charaktere glaubhaft zu machen. Wie sic das verstanden haben, mutz man sellm erleben, tteberhaupt war eS erstaunlich, mit welcher Sicherheit der Regisseur für bie einzelnen Rollen die geeignetsten Darsteller gesucht unb ge­sunden hatte. Selbst die fkinfte Rolle war au6«- orbcntli 9) gut besetzt worden, unb Io sah man noch Agnes Straub. Paul O 11 o. 3akob Tiedke. Hans Ham ea u. Adolph« Gngers. Hans Albers u. a, die sich t>et- einl halten, den Srfvlg d«s GanAen sicherzustellen. Der Erfolg wurde bann auch bei der Premiere schon während des Ablaufs der Szenen errungen. Gm lang anhaltender unb herzlicher Beifall des Publikums ertönte, wie er wohl selten gehört wurde. Ellern unb Srziefrsr, sollten sich diesen Fibn anfefrett E. A.