Einzelbild herunterladen

Nr. 38 Drittes Blatt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderheffen)Dienstag, 15. Zedruar 1927

Turnen, Sport und Spiel.

Um die süddeutsche Fußball-Meisterschaft.

3n der Runde der Meister stehl nun Dürnberg und Fürth mit je zwei gewönne,ren Spielen an der Spitze. Der Fußballsportverein Frankfurt konnte seine katastrophale Diederlage am Dorsonntag durch einen knappen, aber glück­lichen 4:3-6ieg gegen den D. f. D. Stuttgart wieder wettmachen und steht mit 2 Punkten an dritter Stell«. Doch keine Spiele gewonnen haben Mainz und der D. s. D. Stuttgart, di« damit sehr in Rückstand kommen.

Die Spiele in der Runde der Zweiten brachten den erwarteten Sieg von 1860 München über Eintracht-Frankfurt, der mit 4:2 durch­aus verdient war und dem Wertverhältnis der beiden Mannschaften entspricht. Erstaunlich ist eS, daß sich die Mannheimer auf dem gesähr- lichen Saarbrücker Boden einen glatten Sieg holen konnten und nun mit 1860 München und dem Karlsruher Fußballverein ein Spiel ge­wonnen haben, während die Eintracht und der F. D. Saarbrücken immer twch am Schwänze steht.

Der westdeutsche Fußball brachte am Sonntag bereits mehrere Spiele um die Dezirksmeisterschasten. Rheinbezirke meister ist 6. f. R. Köln durch den 4: l-6ieg über Odenkirchen geworden. Um die Bergisch-Märkische Bezirks- Meisterschaft endete daS erste Spiel mit einem 1:0-Siege der Fortuna über Turu «Düsseldorf). DaS zweite Entscheidungsspiel um die Bezirks- rneisterfchaft von Hessen-Hannover endete diesmal mit einem 2: 1-Siege deS 6p. D. Kassel über K u r h e s s e n (Kassel). Dunmehr stehen beide Verein« gleich.

D. s. B.

D.s.B. Liga D s. R. Offenbach 2:3. D. f. D. Llaaref. Dillenburg Ligares. 2:1. V f. B. Dritte 1900 Lehnnannsch. 1:2. V f B. Vierte 1900 Vierte 2:0. V. s. B. 1. 3gd-Wannsch.

Dauheim 1. 3gd. 8:1.

Hebet dem Ligaspiel lagerte eine ge­wisse Fastnachtsstimmung, die bei beiden Mann­schaften keine besonderen Leistungen aufkommen lieh. Wenn auch der Verlaus im allgemeinen nicht zur Begeisterung hinrih, so gab eS doch einige, wenn auch nur wenige recht spannende Kampf­momente. Versöhnend wirkt« vor allem noch bi« Ruhe und sportliche Anständigkeit, deren man sich beiderseits sehr befleißigte. Zum Spielver­lauf sei kurz folgendes berichtet: Dach etwa 20 Minuten verteilten FeldspielS erzielte Offen­bach daS Führungstor. Die D.f. B-Elf ging mehr auS sich heraus und wurde leicht felDübet- legen, waS In 3 bis 4 Ecken zum Ausdruck kam. Henrich I. schob plaziert zum Ausgleich «in. Pltfch ging von der Mittellinie aus allein durch und um­spielte Läufer und Verteidiger, der scharf ge­tretene Ball wurde jedoch von Offenbachs Tor­hüter gehalten. Die Gäste waren mit ihren Ak­tionen etwas glücklicher und übernahmen vor der Pause wieder die Führung. Dach dem Wechsel war Offenbach mit Ausnahme einer kurzen Zeit dauernd leicht überlegen und konnte auch daS Resultat aus 3:1 stellen. AIS auS einem Ge­dränge heraus für D. f. D. daS zweite Tor fiel, versuchte die Platzmannschaft aufzuholen. TS gelang ihr jedoch nicht, an dem 2:3 etwas zu ändern. Schiedsrichter 6peckhardt leitete sehr gut; beide Parteien machten ihm fein Amt sehr leicht.

Die Ligareserve hat sich durch ihren knappen, aber verdienten 2: 1-Sieg über Dillen­burg auf dessen gefürchteten Platz wieder die Tabcllenfpihe gesichert und steuert wieder der Meisterschaft Der A-Älafk zu.

Während die Dritte Im Vorspiel gegen Die Lehrmannschaft 1900 noch mit 1:7 verlor, trotzte sie ihr diesmal, nur mit 10, teilweise sogar nur mit 9 Mann spielend, ein ehrenvolles 1:2 ab, nachdem sie sogar lange Zeit geführt hatte.

Der Vierten gelang über die gleiche der Spielvereinigung ein glatter 2:0-Sicg, Der dem Spielverlauf entspricht.

Die 1. 3g d. -Mannschaft zeigte sich der 1. 3gb. vom Sportverein Bad-Dauheim stark über­legen und gewann mit 5:1.

Spielvereinigung 1900 Gießen.

ö. Auch im Spiel gegen den Tabellenletzten, den S. E. Diedergirmes, konnte am Sonn­tag die einheimische Mannschaft nicht besonders überzeugen. Obwohl jederzeit technisch und tak­tisch überlegen (EckenVerhältnis 10:1 für 1900), konnten die Gießener nicht die gewünschte Tor­zahl erreichen, da erstens das Gästetor von einem vorzüglichen Tormann gehütet und bann die Überreichliche Kombination der Platzmannschaft im Strafraum Der Gäste versandete. Auch manch« kuriose Entscheidung des Schiedsrichters trug da­zu bei, baß in der Lust liegende Erfolge der Blauweißen zunichte wurden. Schon in der ersten Minute verschoß 1900 einen Elfmeter (in dieser Saison schon der 7.). Ein erzieltes regelrechtes Tor gab der Unparteiische nicht. Der Platzverein nahm den Gegner nicht ernft und spielte auch zeitweise lustlos.

Die Ligareserve mußte ihre zweit« Die­derlage einstecken, diesmal vom B. C. W « tz 1 ar. Don den vier Treffern der Gäste waren zwei Eigentore des sogen. TormanneS. Der dritte Treffer mußte gehalten werden. Die Meister- fchastsaussichten schwinden bei solchen Leistungen von Spiel zu Spiel.

Die 3a -Mannschaft konnte die Mann­schaft des Oolalrioalcn D. f. B. G ie ße n mit 2:1 schlagen. Die Lehrmannschaft 1900'8 führt« beson­ders in Der zweiten Spielhälfte «in famoses Spiel vor. (Srne überaus zahlreich« Verteidi­gung beim Gegner ließ jedoch weitere ver­diente Erfolge nicht reifen. Mit diesem Sieg Dürfte die Entscheidung um die Gruppenmeister­schaft der ©auflaffe II, Gruppe 2 zugunsten der jungen talentierten 1900er entschieden worden sein.

3hr Punktvorsprung ist so groß und reicht auch auS. daß sie trotz einiger ausstehender Spiele als erste daS Ziel erreichen werden.

Die 1. Jugend holte sich in Butzbach einen 3:0 Sieg. Obwohl nicht kompleU, zeigte die Wannschast em schöneS Spiel. Di« 3. 3 u - genb unterlag dem Heuling Leihgestern 7:3. Allerdings gegen Leih gelt erner 1. 3ugend und war der Alters- und Kräfteunterschied hier zu groß. Die jüngsten Fußballer der Veremi- gung, die 1. 6 chülerelf, fertigte Die Schü­ler vom B. E. Wetzlar 5:1 ab und bewies da­mit aufs Reue, daß Talente in ihren Reihen stecken, di« «ine große Zukunft verbürgen.

Heuchelheim.

Heuchelheim I.Burgsolms 1:3.

Mit gcmildj.en Gefühlen fuhren Die Heuchel­heimer Fußballer am Sonntag nach BurgfolmS »um DerbandSspiel. mußten sie doch mit Ersatz für drei ihrer Besten antreten. Mit obigem Resultat mußten sie Sieg und Punkte in DurgsolrnS lassen.

Wetzlarer Fußball.

3. C. 05Gladenbach 4:3.

tz Das Spiel wurde mit einer erheblich größeren ileberlegenßeit durchgeführt, als es daS Resultat erkennen läßt. Trotzdem lassen sich erhebliche Schwächen in der Wetzlarer Mann­schaft. die allerdings mit drei Mann Ersatz spielte, nicht ableugnen, sonst hätte di« Tor­differenz größer sein müssen. DaS planlose Spiel der Gäste wirkt« ansteckend, außerdem waren sie etwas zu hart int Angehen, teilweise unfair. Der gute Schiedsrichter Heining, 1900, ließ sich daS Spiel jedoch nicht auS der Hand nehmen. Zwei Elfmeter auf beiden Seiten wurden ver­wandelt. Bei Halbzeit führt« F. E. bereits 3:1.

Jranfenberg gegen V. C.

kam nicht zum Austrag, da Frankenberg eigen­tümlicherweise als Platzverein abtelegraphierte. D. E. gewinnt damit kampflos.

DillenburgHerborn 3:3.

Dor zahlreichen Zuschauern verteiltes Spiel, das durch das Ergebnis gerecht entschieden wurde. Für die beiden dicht zusammenliegenden Städte ist das Spiel Sinern Lokalkampf gleichzuachten.

Freie Turnerschaft Heuchelheim

Heuchelheim 1. Gießen I. 1:3 ((Elfen 3:5).

£ Zum ersten Male feit langet Zeit standen sich obige Mannschaften wieder gegenüber. Dies­mal unter Voraussetzungen, die stärkstes 3ntereffe beanspruchten, das sich denn auch in einem äußerst starken Besuch auswirkte. Beide Mannschaften sind in Zukunft die Vertreter des oberhesfischen 3. Bezirks in der neugeschaffenen KreiSklasse. DaS gestrige Spiel darf aL8 Auftakt zu den demnächst beginnenden Derbandsfpielen angesehen werden. Daß es auch von den Spielern so angeleßen wurde, bewies der ganze Verlauf deS Spiels. Dank deS vorzüglich amtierenden Schiedsrichters (Keller- Raunheim) formten di« wenigen drohenden Sturmzeichen schnell wieder geglättet werden. Diejenigen, die (in Erinnerung Der von Gießen zuletzt gezeigten KceiSmersterscAftsspiele) mit einem möglichen Sieg der Heuchelheimer rechneten, mußten sich mit ihrer Meinung bald umstellen, denn Gießen, daS in neuer Aufstellung erschien, zeigte ein geradezu glänzendes Spiel, wie eS nur wenige bis jetzt gespielt hat. Alle Mann- schaftSteile zeigten eine glückliche Umformung, von der besonder- der Sturm stark gewonnen hat, auf dessen Konto auch die Höhe des errungenen Sie­ges geht. Anders die Gegenseite. Hier zeigte der Sturm eine auffällige Unsicherheit und Un- genauigfeit im Zuspiel und außerdem noch eine verhängnisvolle Unentschlossenheit vor dem Tor. Trotzdem wurde aber l1/» Stunde lang offen gespielt, Gießen konnte nur eine bessere Technik und die in den Kreisspielen gesammelten Er­fahrungen in die Wagschale werfen. Als Ganzes betrachtet hielt daS Spiel, waS man sich ver­sprach, es war ein sportliches Ereignis, zu dem auch der Unterlegene fein Teil bei trug. Den Spielverlauf nur kurz: Mit äußerst schnellem Tempo setzte daS Spiel sofort ein. Beide Mann­schaften gaben sich die erdenklichste Mühe, die Führung an sich zu reißen. DieS gelang Gießen nach 10 Minuten Spielzeit. Trotz stärkster An­strengungen, das 1:0-Resultat au ändern, gelang dies bis Halbzeit nicht. Dach Dem Seitenwechsel WaS es der junge Gießener Rechtsaußen, der in der 8. Minute durch einen Prachtschuß das Resultat auf 2:0 stellte. Heuchelheim Drängte auf kurze Zeit Gießen etwa- zurück, konnte Dies aber nicht in Erfolgen auSwerten. Eine weitere Ecke für Gießen blieb ebenfalls ergebnislos. BalD Darauf schoß Heuchelheim einen Eckball, her mit viel Glück für Gießen nicht den Weg ins Tor fanD. Die Gießener Mannschaft wurde zusehends besser, Heuchelheim verdoppelte seine Anstren­gungen und mußte Doch zu sehen, wie GießenS Halbrechter DaS Resultat auf 3:0 erhöhte. So­fort nach Dem Anstoß lag Heuchelheim im An­griff und hatte Diesmal Glück. Ein hoher Ball aus Dem Hintergclände fanD Den Weg über Den Gießener Tormann, der den Ball infolge der blendenden Sonne über dem Tor wähnte, inS Retz. Heuchelheim wurde nun zuversichtlicher, aber die oben erwähnten Mängel im 6türm machten alle Anstrengungen Der anderen Mannschaftsteile zunichte. Gießen erzielte noch feine 5. Ecke, die nächste und letzte Minute sah man wieder das Gießener Tor in Gefahr, aber auch die kurz hintereinander erzielten zwei Ecken foHten für Heuchelheim erfolglos bleiben.

Heuchelheim Jugend Gießen Jugend 2:3.

Der vorausgefagte Sieg der Gießener fiel nicht besonders eindrucksvoll aus. Was Gießen an körperlichem lieber gewicht besaß, glichen die Heinen Heuchelheimer, die zudem nur mit zehn Mann spielten, durch eine ganz famose Technik

und großen Eifer auS. Bei Halbzeit führte Gießen 2:1. 3n der zweiten Spielhälfte erzielte Heuchelheim den Ausgleich, und erst unmittcl- txir vor Schuß konnte Gießen den Siegestreffer anbringen. Da- Resultat dürfte sich dem Spiel­verlauf anpassen, ist aber auch Der Au-Druck Der körperlichen UntcrfdjieDe beider Mannschaften.

Freier Turn- und Sportverein Wieseck.

Butzbach I wieseck I 2:2.

£ Am Sonntag weilte Die 1. Mannschaft Wieseck- im benachbarten 6. Bezirk, um gegen Butzbach I Das längst fällige Spiel au-zutragen. Das Spiel bot gleich von Anfang an ein lebhaftes BilD. AbwechselnD wurden Angriffe beider Par­teien unternommen, bis endlich Butzbach einen scharfen Schuß aus kürzester Entfernung an­brachte. der Ball traf Den Torpfosten und prallte ins Tor. Die Führung Butzbachs Dauerte nicht lange, zwei Minuten später konnte Der Rechts­außen Wiesecks bereits den Ausgleich Herstellen. DaS l:l-Resultat hielt sich bis zur Pause. Dach Dem Wechsel nahm Die Ueberlegenßeit Wiesecks immer mehr zu. Butzbach beschränkte sich auf Durchbrüche, Die sämtlich von Der Verteidigung Wiesecks erledigt wurden. Den gegebenen Elf­meter für eine angebliche Hand verwandelte Butz­bach abermals zum Führungstor. Bis zum Schluß hatte Wieseck trotzdem mehr vom Spiel, mehrere sichere Torchancen wurden von Butzbach rocht unsanft unterbunben, Den Ausgleichstreffer konn­ten sie Den Wieseckern aber nicht streitig machen, er fiel 5 Minuten vor Schluß. Der Schiedsrichter war in seinen Entscheidungen ungenau.

Butzbach Jugend wieseck Jugend 1:2.

Dor dem Spiel der ersten Mannschaften trafen sich die 3ug«ndmannschaften. Dach völlig offenen und lebhaftem Spiel, das beide Tore oft in Gefahr brachte, nahm Wiefeck die Führuna an sich Unermüdlich arbeitete Butzbach nach Denf Ausgleich, Der bis zur Pause auch hergestellt wurde. Das gleichwertige Spiel zeigte sich auch nach Dem Seitenwechsel. Gegen Schluß kam Wieseck etwas stärker auf, der Mittelläufer konnte in dieser Zeit das Siegestor schießen.

Freie Turnerschaft Gießen

£ 3m einzigen Spiel auf eigenem Platz stan­den sich am Sonntag Gießen II und Rod - heim I gegenüber. Beide Mannschaften liefer­ten sich ein gleichwertiges Spiel, das auch im Torverhältnis feinen Ausdruck fanD. Bn Halbzeit stank» Die Partie 1:1. Bis zum Schlußpfiff kam jeD« Partei abermals zu einem Treffer, so Daß daS Spiel mit einem 2:2-Resultat feinen Ab­schluß fand.

Zwischenrunde umdenHanddallpokalderD.S.B.

Die Zwischenrunde um den Handball-Pokal der D. S. B., Die am Sonntag In Halle bzw. in Darmstabt auSaespielt wurde, brachte knappe Er­gebnisse. Die Berliner StädternaTmschast mußte in Darmstadt überraschenderweise pon Den Süd- Deutschen eine 7:8 lHalbzeit 5:4)-Di«Derlag« ein­stecken. lieber 3000 Zuschauer waren Zeuge deS spannenden Spiels.

3n Halle a. S. standen sich Die Mannschaften von Dord- unD Mitteldeutschland gegenüber. Hier wohnten 8000 Personen dem Spiel bei, das von Mitteldeutschland mit 5:4 (3:2) gewonnen wurde.

Westdeutsche Handdallmeisterschast.

3n der westdeutschen Handballmeisterfchaft schlug der Polizei-Sportverein Remscheid den Polizei-Sportverein Köln 4:3.

(Bau Lahn-Dünsberg (A. D. T.) Handball.

TurndereinGut Heil" Allendors a. b. öba TurnvereinGut Heil" Gr.-Duseck.

T.D. Allendors I T. D. Gr^Buseck I 0:2.

T.D. AllendorsllT.D. GrVTuseckll 2:3.

Bei günstigem Wetter trafen sich obige Mannschaften am Sonntag zu einem Freund­schaftsspiel aus dem provisorischen Sportplatz zu Gr.-Buseck. Beide erste Mannschaften spielten in flottem Tempo. Bei Den Gästen gefiel besonders Die Hintermannschaft, während es der Sturm an gut placierten Torschüssen fehlen ließ. Der Sturm der Platzmannschaft zeigte ofseneS Spiel und ließ Die scharfen, ausschlaggebenden Schüsse nicht vermissen. 5>ie Hintermannschaft zeigte gutes Können und bediente den Sturm mit guten Vor­lagen. Die zweiten Mannschaften lieferten ein noch wenig durchgebildetes Spiel. Sie verfügten über einige gute Kräfte, die nach gutem Trai­ning zu schönen Hoffnungen berechtigen. Die Schiedsrichter leiteten zufriedenstellend.

Gauvorturnerfkunde.

Am Sonntag fand unter Leitung bei ®autum- mattes Schmidt (Launsbach) Die erste diesjährige OauDorturnerftunbe in Lollar statt, an Der 66 Vorturner Des Gaues teUnahmen. Als Uebungs- stoff murDe behanDelt Die allgemeinen Freiübungen für Das am 25. unD 26. Juni ftattfinDenDe Gau- turnfefL Dann rourDen verschiedene Schulübungen an Den Geräten geturnt, worauf als Abschluß Der Turnstunde ein kurzes Kürturnen folgte. Hierbei konnte man sehr schöne Hebungen sehen. Die Zeugnis ablegten von geleisteter Arbeit während Der Win- termonate. Das Diesjährige (Bautumfeft roirD Die Turner im Biebertale zusammenführen. Da Die Turn- unD SportgemeinDe RoDheim a. D. B. Die Abhaltung Dieser Veranstaltung übernommen hat.

wirtschaft.

Die Besserung auf dem industriellen Arbeitsmarkt

Entgegen der vielfach verbreiteten Ansicht von einer seit önbe 1926 «ingetretenen weitgehenden Verschlechterung aus dem ArbeitSmarkt läßt sich auf Grund der letzten amtlichen Angaben von Wirtschaft und Ötatlßir feststellen, baß. im großen Durchschnitt gesehen, der ArbeitSmarkt namentlich Der industrielle eine gar nicht unerhebliche Widerstandskraft aufzuweisen hat. Zwar ist an sich die Zahl Der Hauptunter-» stützungSempsänger in der letzten Zeit gefliegen. Diese Tatsache beruht aber fast ausschließlich aus Der in jedem Winter wiederkehrenden Verschlech­terung Der Beschäftigung in Der LanDwirtschaft unD im Baugewerbe. Beide Gewerbczwcige zu­sammen hatten End« Oktober erst 114 474 Ar­beitsuchend« aufzuwci'en. Ende Dezember jedoch schon 285 454; Damit stieg in diesen Gewerben Die Zahl Der Arbeitsuchenden auf zirka 250 Pzt., während in derselben Zeit die Gesamtzahl der Arbeitsuchenden aller sonstigen Gewerbe sich nur um rund 16,6 Pzt. erhöht hat. Weiter läßt sich feststellen, Daß Die Zunahme der Erwerbs­losigkeit hauptsächlich auf die sogenannten agra­rischen Provinzen entfällt. Während sich in der Zeit vom 1. Dovember 1926 biS 1. 3anuar 1927 Die Erwerbslosenzisser in Den Agrargebieten von 7,2 auf 19 je 1000 Der Wohnbevölkerung er­höht hat (also um mehr als DaS 2.5sach«), stieg sie gleichzeitig im ReichSDurchschnitt nur von 21 auf 28 (also um ein Drittel). Schließlich sinD auch noch sehr interessante Ziffern auS der Statistik Der Fachverbänd« anzuführen. Dach ihr hat sich zwar Die Zahl Der vollarbeitslosen Ge­werkschaftsmitglieder von 14.2 Pzt. Ende Okto­ber auf 16,7 Pzt. End« Dezember erhöht. Diese Erhöhung ist aber fast ausschließlich auf Dafl Baugewerbe zurückzuführen, bei dem sich Di« Zahl Der Vollarbeitslosen mit einer Steigerung von 17,3 Pzt. auf 38.2 Pzt. mehr als verdoppelt hat; ähnlich ist bei Den logen. BauhilfSgewerben Die Zahl Der Arbeitslosen gestiegen (z. B. bei Den Dachdeckern von 24,1 Pzt. auf 41,9 Pzt., bei Den Walern von 23 Pzt. auf 33,6 Pzt., bei den Zimmerern von 21,7 Pzt. auf 28.9 Pzt. usw.). 3m Gegensatz zu diesen Ziffern läßt sich für den eigentlich industriellen Arbeitsmarkt ein« au­ßerordentliche WiderstanDssäl,ig eit feststellen. Be­zeichnend ist z.B., Daß bei Den Gewerkschaften Der Anteil Der Vollbeschäftigten mit Ausschluß des Baugewerbes gestiegen ist von 83.3 Pzt. der Mitglieder Ende Oktober auf 84,7 Pzt. End« Dezember; die MetallinDustri« weist sogar eine Steigerung auf von 78 Pzt. auf 82 Pzt., die Textilindustrie von 84 Pzt. auf 88 Pzt. usw. Die Zahl Der Kurzarbeiter hat erheblich abgenom­men; sie fiel nämlich im Durchschnitt aller Ge­werbe von 102 Pzt. auf 7,3 Pzt.; in derMetall- inDustrie sogar von 18,9 Pzt. aus 11 Pzt. und in der Textilindustrie von 21,7 Pzt. auf 12,3 Prozent.

Diese Ziffern geigen, daß Di« Fortschritt« Der Rationalisierung auf Dem instustnellen Ar- beitSmarlt sich bereits erheblich bemerkbar mach­ten. Sehr interessant ist auch, daß auS Der Ar- beitSmarktbewegung auf ein« steigen De Kaufkraft Der Bevölkerung geschloffen werden farm; denn am wenigsten Arbeitslos« aufzuweisen haben Die Verbände Der Arbeiter, Die auf Den Bedarf Der breiten Masse angewiesen sind. z. B. Sie Fri- seuraehllsen mit einer Arbeitslosigkeit von nut 4,9 Pzt., Die LebenSmittel- und Getränkearbei­ter mit 6,5 Pzt., die Buchdrucker mit 4,4 Pzt. usw. Alle diese Angaben gewinnen noch an Wert, wenn man sich vergegenwärtigt, Daß Der deutsche ArbeitSmarkt jetzt ganz anders belastet ist als in Der Vorkriegszeit. Allein durch den Fortfall Der Wehrpflicht ist Der ArbeitSmarkt mit ungefähr 800 000 Menschen belastet; außer* Dem sinD In Den 3ahren 1919 bifl 192 t jähr­lich runD 150 000 Menschen mehr in DaS er­werbsfähige Alter eingetreten als In Der Vor­kriegszeit usw. Angesicht- Dieser Sachlage ist Die Verfassung wenigstens Des tnDuftriellcn ArbeitS- markteS als nicht schlecht zu bezeichnen. Für Das Frühjahr witD eine starke weitere Besse­rung erhofft,

Hilfsmaßnahmen für die deutsche Filmindustrie? Zu Gerüchten über Maß- nahmen Der öffentlichen Hand zugunsten Der Ufa hört DieTagt. Rundschau", Daß es sich Dabei nicht um Die Ufa allein hanDelt, fonDem Daß eine Aktion Der Spitzenorganisation Der Deutschen Film-3n- Duftrie oorllegt. Es schweben Verhandlungen Dar­über, Daß Erleichterungen Der Lustbarkeitssteuer er­folgen unb außerdem Exportkredite ermöglicht wer­ben sollen.

Sprechstunden der iHcbafltott.

12 bis 1 Uhr mittags, 5 bl» 7 Uhr nachmittags. Samstag nachmittag geschloffen.

Jür unverlangt elngefanbte Manuskripte ohne bei gefügtes Rückporto wird keine Gewähr übernommen.

Anzeigenaufträge find lediglich an Die Geschäfts ft eile zu richten.

Chinosol

Sicherster Schutz gegen Grippe:

Dreimal täeüch mit Chlnosollöstmg gurgeln und Nasenspülungen. Chinosol ist in allen Apotheken und Drogerien vorrltij. Versuchspackung nur 60 Pf., große Packung (vorteilhafter) 2. RM.

Gebrauchsanweisung liegt bei.

Alle Packungen sind bestimmt vorrätig bei Haus Hindenburg, MedL-Drogerie H ELGES, Selters weg 68a: Kaiser- Drogerie ERNST NOLL. Llndenplatzü; Drog CARL SEIBEL, Frankt Str. 39.

L

8

7AHNCDEME MQUSOM DWsrMMtz« Lums

... ininiHiiHnniii'iiiiiim» nrrniniriim» CltßlTl