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nr. 12 Erstes Blatt

177. Jahrgang

Samstag, 14. IHaf (927

Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Dr. Ineör TDi.V L'engr. H»rcmt»<nh* lu VoUi h Dr. 3e. wilh. Car^r. ttr fosilrto» Df tzldyrol; tür Hri fcbriye Ini tfrt fl Slee^ci*. ffcr He Sn« j»»g«ntri Aut« AtEmere, sümtsich ie S>«-

jüiaugcieij..

Iw lirgrbntllf b<r Unterhaltung von IHolly no­rm ter bas deutsch« Volt rine rtnjigr -rotz« Eni- lAuktauog. 3um guten I«U liegt dos boron. Hotz der Deutsch« '«<:» baju neigte, bir tobenden Echntfe der deutschen Lutzenfoiii,t. bi« eine Sdrriung au» den testetn de» verlaiUrr veriro-es zum 3i<ir hoben, mit übertriebenen Hoffnungen zu begleiten Vi» zu rinein geaHflen (Brade «ft auch der Leiter dreier Hu« ItMOlttif lelth nichi , Huld«- an d«e»em Cp« tUDltmui dem dann noch jfet» etn icharter ctim- «n-sHucklchlop gefelgt «ft. Streletnonn Hot tm Verein mit Luther und Star? fein« Politik einer fferfiAnbigung mit Frankreich begonnen und durch '*a>«rriQ,!fi Ltoppen-eianbe zäh und lot-enchtig durch-eiudrt argen den Widerstand einer starten Op­position die lange (leit sooar innerhalb der eigenen Partei nicht wenige flnbänger hatte Au» dieser chwwnken «nnerpolilischen cleliung wird e» per- fiandiich datz mährenb dieser Jahre de» verhandeln» Deutschland» Lage au «leiten rosig gemalt würbe, in denen man au» der «ilheimftraße eher Mollton« hotte «rauften bürten Der Außenminister hatte zudem belonbrren (Brunft in der Beurteilung seiner außen- politischen (f rfolge. die al» Ganze» genommen gar- nichi zu bestreiten sind. oorsichtifl zu sein, weil gerade Die Press«. die tm fluelonbe den stärksten sie:» dazu flennet hat ent­weder au» innerpolitischen Gründen ober au» einer nbülpen Verkennung der Lage ba» deutsche Volk rode zu in einen verständiflu ng»rausch zu versetzen, vo» Erwachen war bann einige Monate später um so schmerzlicher

Bei der Besprechung von Ibotrt) zeigte e» sich sehr bald dotz die Zeit nicht für un» war. Frankreich stand damal» unter dem Druck einer trofbr. d,e sich taefi t

Äabtneit nach dem andern hatte versucht, dem drankens«urz Einhalt zu gebieten. E» rvor mitzlun- qen. weil fern ssinanzminister, auch Cail!Quj[ nicht. r»on der Kammer die Vollmachten zu den rigorosen «otznoh men erhalten konnte, deren Durchführung . einer ®abrunfls(iabililenm<i <i n urutzte 3m verganaenen eonuner wurdr die Lage bann so prekär, daß Poincarsal» Vetter in der '.Rot wieder auf ber politischen Buhn, erscheinen konnte Gewiß lehr gegen seinen Einch mutzte er je* doch th sein Kabinett eine -leihe Leute der Linken mit hineinnedniin um für seine Finanzpolitik sich die Mehrbei« der Kammer zu sichern. Die» Kabinett Poinror« Briand war von vornherein eine Regie­rung de» inneren Kampier. Poincarz und Lnond waren drponenten einer btometral entgegengesetzten Außenpolitik ML der Lime ber Verständigung und de» Auegie ch». die seit dem Kabinett Herri ot und den Londoner Vereinbarungen Frankreich» Außen- .1. konnte nur so Ian«

werden al» Poincars mit der Ordnung der Finanzen voll In Anspruch genommen war und seinem timt»- follrc.en Vnand die Fuges der Außenpolitik, wenn auch getrih sehr widerwilla und mit stetem Miß­trauen. überlaBen mußte Iboirn dosierte aus dem Gedanken, zur Heilung der französischen Währung die deutsche Obligattonsschuld oa» dem Dawe»-8d kommen aus den Markt zu werfen AI» in Berlin und Pari» die Dirif chastssachverständlflcn daran ginaen au» der Unterredung der Autzenminiiter die praktischen fof^erungen zu ziehen, batte voincort inzwischen in seinem Kamps gegen den Frankenstur, feinen ersten Sieg errunaen Die Kammer hatte fei­nen Flnonzgeseften zugestimmt, und e» gelang, den Franc aus ferner derzeitigen f?rbe zu halten. 3m "irunde genommen war damals schon über den (Fr« ♦eia der Thoiry-Voiitik entschieden 6ie war z u pai gekommen, die wähn ngepolitischen Gretgni<le in Frankreich hotten sie überholt. Poincars hatte die deutsch« iStlle für bk Stabilisierung de» Franken nicht mehr nötig. Frankreich hatte ou» eioener Krall den Frankensturz abgebremil Da» bedeutete Inner- politisch für bie Stellung Poincars» eine so außer- arbentlldk FeftiMmg. daß er nun auch daran gehen konnte Herrn Brianb kräftig in» Handwerk zu pfuschen

Ziemlich gleichzeitig mu dreier innerpoTtfl» chen Danbiuna in Frankreich änderte Ach auch bt« außenpolitische Kon*!«Natron Die Lon­doner Vereinbarungen und die Politik von carno waren ertohrf unter ernrrn arten Drucke Englands das IwtrcU eine Bereinigung ber XbrrlanNrag« brauchte trcl «S für feine über- 'eeilche Politik etn bei riebet es Europa im 3tüden »u haben wünschte Als jedoch dann nach Vv- camo e<jie deutsch«fron,-tjlche Qlnnäbmir.g nicht nur politisch den Engländer-! allzu herzliche for­men anzunehmen schien, sondern sich auch wirt- in dem De'treden nach einem Zusammen- 'chlutz der beiderseitigen OnbuHnen auo zuwrrken begann, wurde man in London hellhörig Strrfe- nonn sand bei seinen Versuchen. Nm (tz«danken pon O? - . - vorwärts »h treiben in

der SoWntra«S:rvf! bald genug ßatt der erwar­teten Untcrftänung eilige ^rüchhaliung D.« RoN« des cbrlichen Dakiers bei der beutfeb- 'ranzössschen Annäherung rr.cht« England llnbe- Sagen und Corgc Englands snlcndid isobtion -'urde mi: der Jett auf allen Scha-^pläpen k ner Äutzenpo'.itik ul* Schwäche empfunden. Musso­lini Halle man die Ausgabe zugedachl. mit feinen Ansprüchen auf den französischen Äolo- ntfllbeltn foankre^ch KLndig zu beur.ruh.gen. Als jedoch die Aeidereien an der Alpengrenze und die Earibaldi-Askäre b - srun«5s:'ch-ital enifch« dpannung ins ^Inerträgl che folgerten, und nur die auherprdentllche ^trü^Haltung t-i P-«is den Ausbruch eines bewaffneten Konflikts vermied, rerfnehte Lhamberloin die Begehrfichkeit des ita­lienischen Bundesgenossen auf den Balkan abzu­lenken. Doch auch hier ging TluKolini bald bc: übet das hinaus, was ihm in London zugedacht wat und nun dedarsl« die engl Unierftünung Frankreichs um einen .Krieg zwischen Italien und Jugoslawien zu verhindern.

Die Haussuchungen bei den Sowjets.

Lngliche Staatsdokumente werden in den Safes der russischen Handels« delegotion gesucht.

London. 13 2Ha -2bBj D « Polizei hält auch weiterhin die Dureauräum« der Arcos besetzt, weil die Aussen sich tre ten, dieSch 1 üs - lei au zwei Gelbschränken auszu.ie'em. Di« Arcos hat Mitteilen lassen, daß mfo'.gc der polizeilichen Desitzung ihrer Aäume ihr >^er- lonal genötigt sei. bis zum Abzug der Polizei die Arbeit einsuftettten De Polizei hat drei weitere Panzer!chränke üi den Dändeii entbedt, öit durch Tapetentüren maskiert waren Die ausgelu:,denen Dolumen.« werden durch Sachverständige dechi siiert werben Eine grobe Anzahl von Dokumenten sind schon unter- lucht worden, darunter der gesamte 3nbalt von drei Safes Aiesig« Akienkünbei f.nb zusammen­gepackt und warten auf Abbeförderung.

..Evening Aews Ichr.il t zur Durchsuchung be* Arcosgedäude» Ss hat das gut« frucht­bare Beispiel Pekings etlorberl, um die Mandarine von Dhit« Hall zu dieser ver­späteten. aber heilsamen Aktion zu bewegen. Das Blatt fordert die Regierung auf, ein für alle Mal mit allen Moskaudiploma- len Schluß z u mache n -Star" erklärt dagegen: Aüchterne L.u:e kesonders bie an der Zukunft des Handels mit Auh 1 anb in- terelliertm. Werten dir Aehlferti,.ung ter Polizei für ihre Durch,uchung des Arcos-Gel^udeS mit großer Betorgnis erwarten Ausiland fvt «cen erft nach Genf gegangen. Arißlaad und die Be­ziehungen des üongen Dclles der Dell zu Auß- lanb le en wichtige Faktoren für die Zu­kunft des Völkerbundes, für di« Aussichten auf Bermii-derung ber Aüstungen Das Blatt fot- beet, datz bas Land sobald als möglich die vollen Tatsachen er'ah re

Gewaltsame Oeffnung der Safes

Coabon. 13. IflaL (Reuter. Aunksvruch.) Da die Beamten der Arco» nach wie vor öle Verausgabe der Schlüssel zu den Sale» verweigern, hat die po- Uzei einen für dl« Zerstörung der armierten Schränke geeigneten Apparat sowie eia 6naUaa»gebla|e, t)«deslang« n unö Spitzhacken herbei schassen lassen, um die fünf Safe» gewaltsam zu öffnen. Jlad) der « Dail- New»' sind bistier drei Safe» geosf- n 11 worden, zu denen die Polizei jetzt Zugang hat. Dl« darin oorgefnnbenea D o t u m en I e wurden ber Spezialabteilung von Scotland Yard (dem Londoner Polizeipräsidium) jur Prüfung übergeben. -Dalli) Telegraph", meidet. In dem einen Safe hätten sich Tische und Stühle befunden, woraus geschloffen wurde, daß er al» Versammlung»- raum benutzt wurde. Der diplomatische Korre­spondent de» -Daily Telegraph" schreibt, einige der Fingerzeige, dir die gegenwärtige Aktion ber Dolije* veranlaßt hätten, seien möglicherweise die von der varIser Dolltei bei der Durchsuchung be» Dor­tigen kommunistischen Hauptquartier» gemachten Jonbe.

Das vcrmihle Slaaisbotument.

Tir rechtliche Unterlage für die -aus- suchungeu

London. 14. Mai. (ID. T. B. Junflprudi.) -Dailtz IRail* versichert, gestern abenb folgende» er l«.hren zu habenm Dokument wurde am Mittwoch vormittag in einem britischen Ä eg ler u n g »b e pa r t r m e n t vermißt. Di« Nachricht von seinem Verschwinden wurde sofort bem Büriffnin be» Innern befanntgegeben und hn Laufe de» Tage» ertonotc bie Doiizei eine 3ofor- mation. die sie davon übcrjengie. daß da» Doku­ment inzwischen In Öen Besitz einer der Sowjet-Körperschaften in Loudon ge­

langt war. Die Arlaubnl» zu der Durchsuchung der Büro» der Arco» wurde vom volizeirlchter auf Grund de» Abschnitte» 9 der Akte von 1911 über Amt»gehelmnlsse erteilt Dieser Abschnitt er- klärt e» für rin vergehen, wenn ein Beamter den Inhalt ibm auvertrauler Dokumente einer unberechtigten Person bekannt gibt Die Akte gibt der Polizei in .sollen, wo auch nur der Verdacht besteht daß rin« Person u n b e rechtlgterwelse Slaal»bofumenle be- sitzt, weitgehend« Befugnisse. Bei jeder derartigen Aktion muß die Initiativ« vom Jorelgn Office, dem R r I « g a m t ober ber Admiralität er griffen werden, bk beim Ministerium be» Innern vorstellig werben wüsten

Der prolest der Zowjeiregierung

ß o n b o n, 13. Mal. (MTB.) Der Sowjet- aefchüftsträger sprach h<u!e vormittag tm fordgn Office vor unb unterhielt sich ca. 30 Mi­nuten lang mit Ehamberlaln Gr hinterlietz einen förmlichen Protest im Aamen ber Sowjet regl erung gegen bi« ck^au-luchung 3n ber Protestnote wird darauf hingetoielcn. dost der rusiifche HanbelSverrreter in ßonbon gemäß den Bestimmungen des enalisch-rustifchen Handels- Übereinkommens bie btplomatisch« n Dor- recht« eines Bert ret «rs fremder Mächte genieht unb daß bie'e Bestimmung des Vertrages durch bie Hautfuchung verletzt wor­ben fet Die Bote Ichliestt mit ber Aeftstellung. batz der Sowjetvert vrier noch nähereInstruk- t tonen von feiner Hegicrung erwarte, daß er aber bereits jetzt nachdrücklichst gegen die fla­grant« Derleyung des engilfch-ru'flfchcn lleber- einkvmmens Protest «tnfegen müsse

Ein englisch-russischer Kreditplan gefährdet.

London. 14. Mal. (MTB Funstpruchi .Daily Espreh" erklärt, gestern abenb ossiziell

mtonnien worben zu fein, daß ein «dliplan von 10 MlUionen Pfund Oieding tvr

M.bdtrion-Bank und der Sowzet-Han <is". «- gation vorige Doch« unterzeichnet wurde Durch den Kredit sollten rustllche BelUtiuncen bet britischen Fabrikanten erteichten werd.- O r Allan Smith, der bie Verba.»Ölungen gduuri daNe, erklärt in einem Jntcro.ctr der Plan M VON größtem Wert für d.'n brtt!fch7n Handel, chs sei ganz besonders bedauerNch. daß u r 4> den Schritt der britischen V 0111 l Schwierigkeiten enlRanbenei n d. .n ohne bie Aazzta auf das Ark?s-Gebäude wür­den di« ersten Schritt« zur Placierung einer An­zahl wichtiger Bestellungen bereits erfolgt fein.

Der Eindruck in Genf.

Dens. 13. Mai (Schweizerische Depeschen- agentur.) Die Aachricht von den Ljausluchunaen in b«r Londoner russischen Hanlelsdelegatic'n l at in den Kreisen brr Wirtlchaftskonser«nz sta Lu

Delegierten betont, baß der Mißbrauch der Daftsreundschaft durch bie Aussen zeige, daß cs ntdtü möglich sei, wirklich mit Ihnen Handelsbeziehungen zu unterhalten, und ba* 's« unter dem Deckmantel der Handels­beziehungen die Umtriebe ber Moskaueo Internationale fördern und unterstützen

Aus Ärcifen ber

au ben Vorgängen erklärt, batz sie ein eng­lisches Manöver feien, um die Senser Besprechungen zwilchen den den anderen Delegierten, vornehmlich amertka- ni'chcn. in emplmdltcher Weife au stören da c8 der rufslfchen Delegation durch ihre mafi> Ile Haltung gelungen sei. Vertrauen zu erwerben und eine Annäherung zu vollziehen. Ofsin'kl sagte, bie Hausfuchurg.n stünden bn Zusammen­hang mit den in Peking gefundenen Doku­menten.

PreutzensKonflikt mit demNeich

Eigener Drahtbericht de»Qiefeencc Anzeiger»^.

Berlin. 11 2HaL D e scharfen Ausführun­gen des preutzifchen Ministervräf.o.-nten Braun tm Landtage gegen das Aeich haben auch :n drn Äreifen der Äoalifionöixiricirn rm Reich größtes Auflehen erregt. 3m Aeichstage ging heute sogar das Gerücht, daß bas A e i ch » ka b i n e 11 zu dem Vorstoß Brauns Stellung nehmen werd«, zumal tatsächlich dl« Absicht bestanden hat. den Wünschen Preußens in der foage drs .rinanzc-as?lcichs in jeder nur irgenbe?.c mög- l.chen Weise entgegenzukommen. Wenn also auf feiten des Aciches der gut« W ll: zu einer Verständigung mit Preußen vorhanden ist so Wäre auch von Preußen eine ähnliche Haltung »u erwarten, bannt der leidig« Äonfltft in einer ruhigen unb sachlichen Au-fprach« beseitigt Wer­den kann.

Vorläufig scheint allerdings aus feiten Preußens Wenig jlrigung zur Tachgieblgke.t zu bestehen. Wie von prcußt'cher Srile erflän wird, kann ein geringes Entgegenkommen n cht al» bc- triebigenb angesehen Werden. Dl« schweren Schä- bigungen der Ostmark erfordern etn? radlkafe Hilfe. Aber nicht nur in der Oftmartcnfrage. sondern auch in ber Frage der 2 « Ichung eines BerWaltuugsratspoften» der Aeichsbahn durch Preußen ist anscheinend Preußcn nicht geneigt, von feiner Avrderung abzugeh-n. Bon der preußischen Ve»,ireuig wirb dem Spruch des Staatsgmch.t o'es. ber tie

preußische Forderung als zu Aecht befubmb anerkennt, rückwirkende Jtraft Mgelcgl. und die preußi'ch« 2cü erung dürft« das Aus­scheiden Dr Luthers aus bem Verwal­tungsrat verlangen, um den Posten mit einem Vertreter Pieuß. ns zu besetz en. Wenn Pi /. n von feiner unrnichglebigen Haltung. Wie s « b<u;e noch von preußischen Stellen betont fcirb. n _;t abgeht, so Ist die Weiter« Entwicklung des Kon­flikts gar nicht zu überblicken.

Preuhens Stellung zur Beamten, folbungsreform.

Berlin, 13 Mal. (DBZ > 3m Landtag umlaufenbe Derüchte. die bereits in 3ettu;igcn Wiebergtgeben Werben, wollen Willen, daß zwi­schen dem preutzischen Finanzm.nistrr unb d.-m Arichsiinanammister infosern Mrinuna-lver'chik- denhriten übet den Zeitpunkt ber Onargr ss- nahm« ber Beamten des oldungsres onn beft^rum. als ber preußisch« Finanzen nistet Dr ^öpker- Aschvss beim Aeichssinanzministet beantragt habe, diele Aeform erst tm Jahre 1926 vorzu­nehmen. während der Arichs'inanzm.n'ste" sie unbedingt noch In diesem Iahre erle>^m welle. Diel« Gerüche« sind, wie amtlich erfidrt Wird, unzutreffend Der preußi ch? 3 mav mtnifter Dr Höpket-Aschoff und mit in das preußische Kabinett sind der Ansicht daß die

'T*rtxorm unbedingt noch ie dlefem 3ahr« erledigt Werben muß

Alcht minder geschickt wat Bnands Pol : k d«s Zuwanens in Lhtna 3m Kampf um di« Konzeffionen hatte England ctwartci. hinter sich eine Sinhcitsfront bet europäischen Mächte Ame- rckas und Japans zu haben. Es war eine herbe Entiäufchuna für bt« Scharfmacher im englsichen Kabinett, als eigcntlub nur 3 t a I i e a sich vorbe­haltlos an die Seit« des Briten stellte Japan, das ja als al tätlich« Macht in Ehina «ine gewil'e Sonderstellung etr.nimmt. zctgt« den Wunsch nach r.ncr Politik größter Bor -.cht unb Zurückhaltung. Amerika. bellen Berhälrnts za England durch ben gereizten Briefwechsel m der Schuldenfrage ohned.n in letzter 3ril nicht das beste war. erflärte in »chrvf'ster Form, daß es noe eigene Lhina- polittk zu machen beabsichtige. Unb Frank­reich Ichwenkte trotz oller circnentlänge eben­falls nicht in bie Etnbeitsfrvnt ein. obwohl c ne A«rh« ententelveundlicher Boulevardblär er durch cnLprecheab gefärbte Berichte aus China den Quai bOtfab zu der angeblich .europäischen Mission" an bie Seit« C .Alands zw.ngen wollte. Die französische Hilfe in uhina blieb auch wexter ein« bet stärksten Lnarnpfe m Brionds Hand.

Brianb ging sogar noch Weiter, um England die Wiederannäherung an Frankreich schmackhaft au machen. Mit dem Degenpol brr engli'chen vvlitik in der ganzen Welt, mit Moskau, wür­ben di« schon cf: unterbrochenen Verhan?lungra über btt Schuldenregelung gerade in dem Augen­blick wieder ausgenommen, als der russisch« Bol­schewismus in Lhina offen als schärfster Segn«

der britischen Politik auftrat Daß es ben fran­zösischen Staatsmänner bei biefer Annäherung an Außland selbst nicht ganz tvvh! war. zeigte bie QUyia. bie gleichzeitig gecen die fran,bsi'ch«n Kommunisten in Lzerv gesetzt wurde unb die be­sondere Betonung, die r an in zahlrrtchen Mini­sterreden auf ben Kampf gegen den Kommunis­mus in der. französischen Kolonien legte Aber immerhin. b:e Bolschewisten verhandelten in Paris und das genügte, um Lortdon nervös zu machen. Die Titbirb» in Baldwins Kabinett <ürd)inm rau ernstlich« Rückwirkung auf di« franko-britischr Entente, und bie Kreise der 6ttt) witterten Qfe- fchäfte in Außland. auf bie sie ungern vrnzichtet hätten. Fast gleichartig wiederholte sich Unortf« Spiel bei derBebanbumg der Abrüstung»- frag e. die durch bie Botschaft des Präsidenten ttoolibg« und durch tie vorbereitende Abrüstungs­konferenz in ®en wieder einmal cf'ueü geworben war. Frankreich oeriegte sich bem von Cnglanb energisch unterstützten Wunsch Anninkas einer neuen AbrüstuagSlouventon der Seemächte unb trat in ®enf ber. englischen Borichlögen in fast allen Punkten mit Entschiedenhrit er.:pegm.

Aun geh: Frankreich baren, bie Früchte ferner Politik «.nAubrnlen. Anfang ber nächsten Wech« wirb ber Präsident der französischen Aepublik Herr Daston Doumergue den seit rr.em 3agr geplanten, aber immer wieder aufgdStö­beren offtAkllen Besuch bei der brinlchen Maje­stät ausfuhrer Wie es Brauch ist. a?irb d-as Staatsoberhaupt bobet von dem Auhenmuüster

begleitet Werben Herr 'Brianb wirb siche: sich ta,en Empfang. Festbankett ur.b Para'.-n immer noch Dklegcnhett finden mit leine n Ä'l- KEhamberlaln die IntemalUmale Lag« eia- zu erötlcm. Aus dem oben Gefegten er» für Genüge in welch günftige Stellung Br-ands vLrsichng« und writvvrauslch^ «n^< Politik Fr^rkreich England gegenüber gebracht baL LS sind richt nur die alten Frankcphilcn u>ie Lord Derby, die in Festreden und Getenkariikcln der stark obgekühlten Entente corbiale rach- trouern. lonbcm auch bie gemäßigt« Aich.ung im Tory-Aabinett. Leut« wie Balbwin unb Ö^am- beriotn fühlen das Bedürfnis rach einer stär­keren Anlehnung o n Frankreich .',u* mal "'n diesem Augenblick, Wo die fenlaüonellen Vorgänge in London, die Haussuchungen in Ge­bäude der russischen Han^clsdclegarton. den offe­nen Bruch mit Moskeu Wahrscheinlich mc6cn.

Sn biefer für Teusschfenb denkbar ung. ':.;m Situation erfolgte b« beutsche Demarche :n Taris mit dem Fiel, bie immer wieder hinaus« ßrfd?o*>ene Fra^? ber L e s a tz u n g s m i n b «r u r g t m Rheinland erneut au'zurallen. Dc:, Aus- wortioe Amt bestreifet -war mit Gnisch-.edenheit. baß biebrei B.-ferrrirjngen, bie votichaitsra: Dr. 51 i e t in Vertretung des erkrankten deutschen Bosichastcrs om Quai d'Orfay mit Herrn »runl c.chabt hat. eine offi^rlle Demarche der Keichsreg-.er^na bedeute. Das mog auch an unb für sich richtig 'ein. HL rr bann mar tzewß bw Preßekampagne, d.c ßch um bie Pariser Brfprechunges entspann, von ber Dtcheirnstratze za-