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WrtL

Donnerstag, 14. April 1927

llr 83 viertes Blatt

Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheflen)

Korsett Dame in Form eines nstäbchen dem an und verleiht r die w* inke Linie, e! Uebeneugen Sie finden (i-Büstenhilter 1 allen Größen.

Schulstr.

Wandern und Reifen Bäder und Sommerfrischen

Frühling .m Rheingau

Cbtributf

Bad vruckenau,

®r-

biaem Ge» , bu(oh|d)C

Hivk't). mit

blaue- Streu.)

3n dem weiten Sattel -wifchyt den Oft- hängen der Wasserluppe und dem Schwaben»

da- Rote Moor, öin Hochmoor,

ruht

Mittelpunkt des

Mielewerke A.G., Gütersloh/Westfalen

Zu haben in den Fahrradhandlungen

sandten der Desahr war-

etwa viereinhalb Stunden. 2tfbba In den Oberwalb

en alsdann den ul diesem Dege.

brauchen wir Don

6w hat nick: clLyi niete iZreunde die hohe Schön, die rauhe Rhön. Die weichere Landschaft den waldigen epeflan» im cubaxficn. der woben, Ihurirger Laib mit seinen vielen Burgen und Rumen im Rorbosten lenken den siauptfrem-

ihm hielten die Wachtposten und fmotgcn Sdersburg bei drohender nende Feuerzeichen

Tie Waffcrluppc,

der höchste Berg der Rhön (950

in

um die Burg Erschlagenen aus der nahe gelegenen Heide umgeben, und sie wollen

Rarnpsiärm und da- Lchwcrtgrklirr gehört und

jofir iMitt MH« (nie fl

Breungeshain und

Hoherod-kopf hinaus besonder- auf der Trist an der Rreisst raste. nehme

alten Buchen beständen eingesaumt. liegt und idyllische

togar den in Fulda Hingerichteten H.rmann von Ebersburg an letnem rot um den Hals leuchtenden Ding erkannt haben. Der Wachtkuppel. der .Lausbub". Man muh ihn lieben, w e er spih und frech, wie in froher Laune Je ne gewaltigen Dasaltblöcke zum schlanken Regel türmt. Aus

Didda ist einer der wichtigsten Ernaangs- punkte in den Vogelsberg. Die Lokalmarkierung führt un- von der Aordfeite M

Bilder aus der Rhön

von Dr Erd. Eger

Himmel . düster und geheimnisvoll. Weit, weit breitet

Adolf» f'.egrerche Scharen errchteten. um ihre in gesegneten Frankens and gelegenen Quart ece gegen Lederraschungen von 'Dior en her zu sichere Trotz g ragen -.m Westen die runden halbver­fallenen Türme der Ruine

<tbcr*burg

auf kieserbewaideter Ruppe Sin sehdelust.ge» Defchlccht hauste dort und macht« den Herrn

herrlicher Fernsicht ins Hessische und Thüringer Land, ist ein mächtiger Gebirgsstock kaum be­waldet. Ausgedehnte sumpsige Wiesen, durch­zogen von blauschwarzen Adern mühsam von den Dbönbauem zusammengetragencr Dafalt- stücke. bedecken die Hange. Vulkanische Eruptionen schufen an den Rändern feltsame Gebilde, wie den scharfen Grat des .Pferd-kopfes" oder den steil tn- Tal von Rbt-roda abfallenden Regel. Unweit der höchsten Ruppe schuf die Ratur selbst den gewaltigen Dasaltsockel für da- nach dem Weltkrieg entstandene sinnreiche Flieger- denkmal: ein mächtiger eherner 281er mit an­gelegten Schwingen rastet nach Heistern Ramps.

Bussard und die schnittige Gabelweihe ziehen ihre Streife hoch in den Lüsten. Und wenn kräf­tige Winde d'.e Ruppe umstreichen, dann holen die Flieger chre leichten Segelflugzeuge au» dem Schuppen, dann erobert sich der Mensch mit überlegenem Deist ein Debiet, da- ihm die Ratur versagen wollte.

Da» Roke Moor.

S cj<L btt Siitfi£bub<.;r. bi ei er ttcce:: yam ertlichen 8-'gb-u^ am c.t.^L <«itnp, unb über t-c etnjocie eichtiing brr .Srtnun ftanll j~m 3c..b*

Städtchens durch den schönsten Laubwald zur Markierung rvteS Streu», die uns weiter zur Haubenmühle und »ur 2111 m b u t g bei Ulfa über das ReippertS nach Scholten führt Eine sehr schöne Tour, mit rotem Striche bezeich­net. suhrl direkt zum Bilstein und HoherohSkopf. Vie beansprucht gegen 5 Stunden. Wir nehmen (nordöstlich) zuerst die Vtrahe nach Michelnau und weiter »um Breitenstein (340 Meter). Bon hier wenden wir uns weiter nordöstlich gegen die Ziegelei, wo wir die Straste Eichel- fachsenDlaohutten kreuzen und in gleicher Rich­tung gegen Hofgut Zwiefalten weitergeben. Bei nasser Witterung können wir diese Route etwas kürzen. Wir nehmen die Rebenbahn Ridda - Schotten bis Station Eichelsborf. Bon hier gehen wir da- schöne Tal des sog. .Eichel­baches' (früher Ritigisi aufwärt- nach Eichel- sachfen leine Stunde). Wir kommen hierbei an dem malerisch gelegenen Eichclsdorser Rrrch- lein vorbei. Man erkennt noch die Uebcrreft t der alten RapeUe Bon Sichelsachsen, tot seit

von Fulda schwer zu schaffen die Ritter voo rriburg Roch heute erzählen alte Leute, da st der Adveniszcit de Deister der tm Ramps die Burg Erschlagenen auf der nahe geleg,--

de umgehen, und sie wollen manchmal

benftrom auf sich ab. Und doch Hot auch btt beschei­dene Rhön ihre Reize: nicht prunkvoll in die klugen Ipnnoenbt. sondern langlam »um Herren sprechende. c:e hat groste und ichone. wenn auch etwas Herde Linien, mannigfaltig sind die Landjchastndilder. ohne unruhig zu sein: bewegt, und doch nicht verwirrend. Ihre südlichen Husläufer tragen noch den Eharokter de» Spcsort» weiche, mit prächtigen Buchen be­waldete Aupven. ruhige, von Tiaren Bächen durch­zogene blumige Wiesentaler. 3m Sinn-Tal einge­bettet. von einem Strang mastig hoher Berge mit - ' da» ruhige

jede» neuen Gaste». Unvermerkt gleiten bk ge­pflegten Parkwege der Ruranlagen. wo am Sonnen Damm, an den geschönten Rtoieraplapchen de» Bowling green die proste Seit promeniert, in» un­bekümmerte Sprossen und Blühen fonnenossener Wiesentäler durch lichte Laubhaine, zu blanken Tei­chen, in denen da» Licht fUirern spielt, vornehme Villenstrasten au beiden Seiten sind hinter breit schattenden Ulken verborgen. Au» waldigem Ge- Hügel strömt würzige Lust in diese nulde. bukolische Landschaft- Eingesponnen in Sonnen- und Blüten- zauder wandert man auf diesen sonsten Segen, die immerhin erst ein Ansang sind für die Fülle de» Schönen, da» hier aus hundert anderen Segen

man sich vor den Sumpfplähen in acht.

Don Büdingen

über die Ronneburg nach Gelnhausen.

3n südwestlicher Richtung vom Wühltor aus wandern wir über Corbet» (rvt-weistas Band) in einer Stunde nach dem Herrenhag 3n Herrenbag wurde un Zahre 1264 von Ludwig von 3sei'bürg Rönnen de« E. ft erc lenser-Ordens die Rrche .berauben. Sie bauten ein R lost er. zogen aber schon 1287 ab und bauten Marien­born. Erwähnenswert ist die Besiedlung des Herrerchag durch e;ne Rolon c der Herrenhuker unter dem Grafen Z.nsenbors ira 3ahre 1737. Dom Htrrenhag wandern w.r über D i e sbach unli 2 l t w . e m u s »ur Ronneburg Be­reits in Der HZittc de- 13 Iahrhunderts war die Burg n ihren Anfängen vorhanden. 1313 wurde das ..Castrum Ronneburg" an Ma:nz verkauft. 1725 kam d c Burg an die Linie Ifenburg- Wächtcrsbach. d^e fie heute noch besitzt Graf Zmfendon nahm hier nach feiner Vertreibung ou4 Herrrnhut fernen Wohnsitz Von der Ronne­burg gelang er w r in entt guten halben Stunde nach ©tat en Mttelgründau Wer etwas werter gehen will, dem enwfehlen wir über die romantisch gelegene B e r g k t r ch e und nach Cta- non LiebloS tl Stunde) zu wandern (Rach Roesch en .Führer durch den Vogelsberg")

Formen, lonbern in sreundlichem Dillenstil gehalten. §n glücklicher De.binbung gruppieren sich Mauer­werk. öftu und siangeweiden. Nach Norden steigen die blumengeschmuckicn Terrasien de» langgeftnrf- len. niedrigen Schlostholel» an. an da» sich da» frühere Landhaus Ronig Ludwig» I. anschUestt. Cha gutes, wenn auch etwas schwach besetzte» Rur­orchester sorgt für Zerstreuung der Erholungssuchen den. Stnapp eine Stunde Sinn auswärts breitet sich in einem Sessel Stabt Brückenau, ein echte» Fran- kenstädtchen mit schönen FachwerkHäusern, umsäumt von sanften, mit bunten Selbem bedeckten Hügeln.

Ter Heilige «rcuzberg.

Massig, aber doch in weichen, ruhigen Linien erhebt er sich über feine Umgebung. Sin dichter Buchenwaldmantel legt sich um feine unteren Hänge, dann folgt ein Rranz dichten Gestrüpp-, au» dem überall rote H mbeeren und schwarz- gläruenbe Brombeeren hervvrleuchten. Frei hegt nun Die .Ruppe mit ihren frischen grünen Wiesen, die übersät sind mit den blahlila Reichen der Herbstzertlose. die in ihrer Zartheit nicht passen wollen zum farbenfrohen Herbst, die eher als verspätete Rinder der Ratur von lichtem Früh- linfl künden wollen. Roch einmal streben mäch­tige krönen von Linden und Buchen zur Höhe und bergen in ihrem Schalten die ausgedehnten Gebäude des Klosters.

Zahlreich sind die Besucher, die zum St (oft er Streu»berg kommen, die sich in den anheimelnden Gewölben der Wirtschaftssäle oder im Schatten der L.nden an dem köstlichen bayerischen Stloftet- bier laben, das freundliche Mönche mit braunen Stuften in steinernen Rrügen kredenzen. Schlecht paPcn zu diesen Grühner-Zdyllen die von Autos (hauptsächlich au» Bad Rifsingen) her angeführten Bubllöpfe, Tutanchamon-Pullowers. Knicker Böcker» und Jimmy-Schuhe.

Fromme, weltentrückte Geistliche und Pilger beten tn der reichauszestatteten Sdiosterkirche und an den vielen zum Gipfel führenden Stationen. Rauh und kahl ist der Gipfel. Basaltblöcke. die in fernen Zetten die Eruption aus Dem Erd- Innern geschleudert hat. Legen verstreut: sturm- zerfetzte niedere Wcttcrfichten rauschen im Winde: kümmerliche», sonnverbranntes Steppengras be­deckt den Boden. 2m höchsten Punkt mahnt ein hohes Hokz kreuz an die Leiden des Erlösers. We.l und hoch spannt sich der Himmel, weit reicht der Blick hinüber zum fast gleichhohen Dammersseld. zur Wafferkuppe und hinunter ins freundliche Tal mit dem alten Franken- städtchen Bischofsheim.

sttcroseld,

eingebettet in das Tal der rauschenden Fulda, ist der Mittelpunkt der Rhön. Sin idvlltfche» Städtchen mit sauberen, in freundlichen Farben gehaltenen Häuschen. Raum ein Fenster, an Dem nicht die Geranien blühen ober die Glocken Der Fuchsien läuten oder die großen weihen, roten und gelben fett en der Pegon.en l euch­ren. Alles hat enl in Gersfeld der Marktplatz, die Rirche. umfäumt von prächtigen Landen und umschmeichelt von dem Murmeln der eilenden Fulda, das Alte und das Reue Schiost mit seinem vornehmen schweigenden Park. S'.e haben noch Freude am Leben, die Gersfelder, immer ist etwa» LoS. kaum ein Sonntag, an dem nicht Die Millik mit behäbigen Alten Herrn-Wellen zu einem Tänzchen auH Dielt 8in Rranz von bergen fchüht das Städtchen vor den rauher. Winden der rauben Rhön. Als höchste Erhebung baut sich im Süden da» Dämmerst »Id auf. mit seinen nx'.ten Dergw.e'en. um deren Besitz einst im rauflustigen Wittelalter (1242) die be­waffnete Wacht zweier geistlicher Herren, der Bifchöfe von Würzburg und Fulda, ein blutiges Treffen I e'erten. Der Sierhauck. der Reh­berg fchl.ehen fich nach Osten an Dort lind rjxfc die Spuren der Schwedenschanze und des Schwedenwalles deutlich zu leben D'.e Gustav

sich rotblühendes Heidekraut, durchzogen von blaugrünen Sträuchern der Moosbeere und der Sumpfheidelbeere. Vereinzelt matt grüne niedrige Riefern und zierliche nmhftämmtgc Birken Un­heimlich. braun und blaufchwarz blinken die Walser. Qin Ort des Rampses und des Mordes. Schicht aus Schicht der Pslanzenwell erstickt und ihre Leichen bieten 2lahrung neuem Leben Hier vernichtet die Pslanze auch tierrfches Leben: Per unscheinbare Sonnentau lockt mit seinen läng­lichen und runden Blättchen kleine Insekten, hält sie fest und verzehrt fie. Der Rote Dock gedeiht prächtig im Dickicht. Und wenn im Hoch­sommer die Heide blüht und die Sonne vom Himmel flicht, bann erwacht in dem edlen Tier mit Per Liebe auch Sisersucht und Rampseslust und der Schmuck seines Haupte», Perlen und weihgesegte Enden werden zur furchtbaren Waffe. Bis zur beiderseitigen Vermchtung geht rnanch- ma. der Ramps um die Ricke. Und im Frühjahr, wenn in der Ratur das erste Leben fich regt, bann pludett beim Erwachen des Morgen» der Birkhahn das blaugrün schillernde Gefieder, er fächert die Sicheln tarnt und springt, balzt und schleift lockend um die Gunst der Geliebten Und wenn ein kühner Rebenbuhler mit Liebesliedern antwortet, bann sträuben sich die Federn zornig schwellen die roten Rosen und mit scharlcm Schnabel entbrennt der hei sie Ramps, biS roter Schwerst auf Reif und Frühtau fällt

Wenn die Rächt fich auf die Heide fenft und Rebel über den Wassern sich ballt, bann sputen (ich Schäfer und Bauer und trachten nach dem heimlichen Herb: sie wissen wie bas heim­tückische Moor schon Mensch unb Vieh und Wagen gurgelnd verschlang, wenn rabenschwarze Finsternis auf schwankenden Weg sich legte

Tie Milseburg.

die .Perle der Rhön". Alle Reize der Rhön sind hier vereinigt An den Hängen wechseln stattliche Fichten-, Riefern- unb Buchenwälder mit stimmungsvollen Bildern einer prächtig blühen- Pen Heide, belebt von Wacholder unb Dirken. In den'chen des Traubenholunder» und von den zierlich gefächerten Ebereschen leuchten die roten Trauben. Darüber türmen sich riesige Phonolilblöck: zu gewaltiger Ruppe. Stein Wu" der. wenn «ich um den hart unb grotesk ge­formten Berg die Sage wob: Sinern Riefen namens Mil» hat auf dem Gipfel der Fürst Per Hölle aus schwarzem Stein ein gewaltiges Schloh erbaut_bamit der Heide das vordrinaendc iShristentum «kämpfen solle. Aber bas Rreuz hegte über Heidentum unb über die schwarze licht des Satans, und als der Tliefe zuletzt erschöpft vor den Mauern feiner Burg tot zu- fammenbrach da zerschmetterte der Satan aus Wut das Schloh und bedeckte den Leichnam seines Diener» irrt den Trümmern und gab dem Felsengrab die Form eines Sarge«

Ende de» 17. Jahrhunderts der Verwaltung»- " Forst- und Jagdgebietes im süd­lichen Teil des Oberfurstentums war. gelangen wir zuerst auf der Rrcisstraste. dann auf dem Futz- pfade rechts emfciegenb. zu dem (376 m hohen) Hofgut Zwiefalten Vom Hosgut Zwiefalten gehen wir dem roten Strich weiter nach durch herrliche Waldungen in wesentlich nördlicher Rich­tung oiS zum Bi Ist ei n. indem wir das von Gedern über Durkhards durch die Hillersbach führende grüne Streu» schneiden Hier finden wir einzig schöne Wald- und 5 eil entart len, die zu mancherlei Wanderungen einladen unb sich viel­artig gestalten lassen. Vom Dilftein au» betreten wir bas aus der Oftfeüe liegende Fichtenwäld­chen. an dessen Rand wir weitergehen. Wir überschreiten die Rreisstrahe Sichenhausen

Wer sich im ^eiligen Frühling uom rauheren Nord- oder Ostdeutschland her den rheinischen Gauen nähen, deren sonnige Üdenen der deutsche

Strom durchflutet, der empsindn e» immer wieder beglückt und bootbor. hast auch da» deutsche Land un» warm«re Gegend besitzt, in der müder« Lüft» und ein gütigere» Sonnenlicht den ffiinirrmuben mit einer Welle bo Behagen» schmeichelnd empfan­gen. Schon in Wiesbaden, dieser einzigartigen lau- nu»ftabt, zeigt der Himmel seine heiterften ßarbrn. trenn anderswo nochsonnt mit Gewöllen kämpsf. Zum kostbaren Schatze seiner heitzen Sun- berqueUen gesellt sich diele klimatische Gunst al» ein zweite» Geschenk der Gotter. S)ier hat man e* zuwege gebracht, den snschgrunen Iaunu»waü» unb bit Blüten,reubr rheinischer Täler bi» in» Her, der Erofetrn deutschen Baberftabt zu locken, ffin Gang urch die Äuranlagen wird zum ersten Entzücken

schlost Blatt», wo die Weg» sich verzweigen uAb durch Sero- und tambachtal b#i Wirodaden munden.

blüht.

Ser die Ursprünglichkeit brr Natur liebt, bej fährt in wenigen Minuten mit der Trambahn nach Biebrich, zum uralten Schiostpark. Die Bäume die­se» weiten Parke» haben, zum Dienst der Frühling»- goltheit. ihre lausend blühenden Nastanienkerzen ent­zündet. Trümmer einer mächtigen Naiserpsalz birgt der Boden. Hahrhundettserne Erinnerung hütet die Moo»burg. tief im Dämmerlicht der uralten Bäume. Wenige Schritte weiter, augenblenbender Gegensa^;: vor uns flutet der Rhein, grüngoldener Sttam, ein funkelnde» Lichtdanb von User zu Ufer, trägt Luft­schiffe. luftige Zollen buntbeoölferte Damtier. Nheinaus heben sich Türme, fhippeln unb Brucken von Mainz, und den Osten begrenzt, langgedehnt, die bläuliche stette de» Taunuifanurw». Bon die­sem Punkt geht eine Nundwanberung au», die zu den wechseloollsten unb interessantesten de» Rhein- Kue» zahlt, über Eltville unb Schlangenbad nach iHboben jurutf. Beouem finben sich allerlei Kür­zungen zu Schiss unb Bahn: der Sanders rohe wird den 'Fußweg tnäblen, scheu bethalb, weil do» Spa­ziergebiet der meisten In enberee Richtung liegt.

Schon Goethe durchstreifte vor mehr al» hun­dert Jahren die malerischen Siruer- und Fischer- nestchen und genost den Zauber dieser Landschaft. Richard Sagner bewohnte hier lange Zeit ein Land- bau» um In Ruhe am Nibelungenring arbeiten zu können. Eine halbe Stunbe nur braucht man bi» zu den pappelreichen f)afenbäminen be» stattlichen Schisferdorse» Schierstein, wo den kundigen San- beremann bereit* die erste, allerding» sehr materiell« Segfreube erwartet: ein echte c Rheinsrühstück, Schierst einer Fische unb ein Schoppen Rauentaler, beibc? bobenftdnbiflc Berühmtheiten! Doch ist brin­gend zu raten, e» zunächst bei diesem einen --Hop­pen bewenden zu lassen, denn auch in Nieder- Walluf. Per nächsten Station, hängt eine Terrasse linbengrün überm Rhein, unb was im <4lase gol­den funkelt, ist durchau» von gleicher fflute wie der Schiersteiner Tropfen Nieder-Wallus. d,e» treu- herÜG verwinkelte, buckelige Gassenaus- und ab. öffnet da» Tor in» Rebenreich, unb die Userschlen- berei an sprossendem Rebenhang. Obftbaumbluft und Gortenbuntheit hin. bringt schnell, fast zu schnell, dem f)auptort im oberen Rheingau. Eltville, nahe. Äu» noch immer mittelalterlichen Augen blickt diese beut weltberühmteGelhnclropole- tn» Land. Unzählige graste und kleine epikuräische Landheime sind im Umkreis her allen Stadt angefkbclt. war sie nicht immer eine etwa» ,d)lemmerhaftr ctätte. die ehwnaltge Sommerresidenz der Mainzer lkrz- bsfchöfe? Di» uraltenAbel-Höfe* zwischen den vielen hohen ffliebelbaulrn. di« wappengezierten Patrizierbauser verraten nichts. Trotzig steht da» Et Rheintor. ragen noch heut Pala». Turm und igermauer der wuchtigen Wafser'este über dem mlouf. Huf den weiten Rheinterrasten aber pul-t rheinisch frohe» Leben, und wer zur Mittag-rasl nach Eltville kommt, must schon mit erheblicher Verspätung in seinem Sanberprogramm rechnen. Hl» Huegleut) befördert bann em fünfer Hutobus den Eisigen nach Schlangenbad hinaus, seitdem d.e altersschwache Äkinbabn ihr afthmatiiche» Dasein friedlich beendet bot. Wer es aber nicht so eilig bat unb Ratuttiebende sollten ee niemals jilig haben der verträumt zunächst die beisten Son- nenftunben irgendwo in Echottenkuhle und klettert bann im Golbglonz des sinkenden Taaes aus krum- men Sinjerfteigen mitten in die Rebenfreude des Rauentaler Berge» hinauf. Dort oben nnnft. al» «vschluh de» Rauentaler Hähenzuges. die Buben- Häuser Hohe mit ihrer wundersamen Husschou wen in den Rheingau. über da» gesegnete Rebenland zu unfern Füsten. die silbernen etrombreiten. etabte. Dörfer unb fernes Bergland. Zur Zeit der Reden- blüte steigt ein Duftschwall hier empor und zieht m,t un» in» nahe Winzerdors Rauenthal. eine der alte ften Siedlungen am Rhein. Roch eine knappe Stunde am waldigen Bergbang hin. unb do» rei­zende Bäderidyll Schlangenbad tauchl au» dem ^chost der Taunu-walder, ein Au»ruhenest voll so träumerischer Schönheit, dost man hier schon die Nacht über bleiben sollte, um am beiten in Morgen­frühe die Wald Wanderung nach Wiesbaden anju- treten. Sie führt durch das Bergreoier der «oben

im Osten überragt von der rnächtiaen Ruppe be» Dreistilz. Rein Welt- ober Luxu»bad. Nicht für Menschen, die nur da» Vergnügen unb grobe (He- sellschait suchen ober Toiletten zeigen oder schauen wollen. Heilkräftige Brunnen, die Wernarzer Quelle gegen Störungen be? Liof'wichjel» und die Stahl- quelle gegen Blutarmut. Um die Kurpromenade, die überschattet ist von allen Kugelplatanen, gruppieren sich ba» Lite unb da» in gefälligem Barock gehaltene Neue Äurhau», die geräumige Lesehalle, dieBrun- nen-Paoillon» und die neue moderne, aber dem Landschafischarakter angepastte Sandelhalle. Huch die r.euerbaute Rirche ist nicht streng in den üblichen

'IBanoertabrtcn.

Rieder ir.imaeRunder Baum Dommühle JRerburg

h it hr.n malet» e-e nug larte Äartuia nach Nieder-Weimar, durchschreiten den Dn unb folgen I b^nn Ichwarzen Bier.ck^ die i.n» über einen Aobenrutf.n mit prächtigen Fernblicken fuhren, mir '«den ron dem Ramm u a. zrrauend»rp D >n»v»r^ "rbenloim» b«e Gladenbacher und rmierlänber Berge lornie den Sogrl»berg. Da» ch^egezeichen fuhrt un» zu einem hübschen Ruheplatz Runder Baum', von r.'O un» zunächst gelbe Punkt», später rote Striche übet Me Reu Hofe nach der lieblich im Tal gelegenen Dammudle bringen. Nach genuaenber Rast, bei guter Ikrpfiegung. folgen wir setzt blauen Yreuzen. die un» trieber über eine ouesichtereich» siche, vorüber an dem oenrauml liegenden Dörf­chen Srbrbaufen auf die Landstraste fuhren. Dieser folgen wir edt bi» zum Salbranb nach link», von ha cb nach recht» um über da» reizend gelegene Marbach r.-rti Aarburg zu gelangen. Die ganz» genustreiche Wanderung dürfte etwa Stunden be­anspruchen

Löhnberg-^MerenbergTvelkdnrg

W.r benutzen den Zrübzuo nach Löhnberg. Sonntagskarte We.lourg' geben an tkr auf gewaltigen Felsen liegenden Schlostrulne vor­über durch das Städtchen, um hierauf, hinter der VühnLcrgcr te rechts abbiegcnb, einig« sehr hübsch gelegene Dörfchen Dillhaufen. Prop- pach unb Seldenhoulen-Barig durchu ändernd, nach Merenlerg zu gelangen. Lnterwegs die.en sich uns prächtige Ausblicke in die fchön« Um- gegend ^Rafsauifche Schweiz" genannt In der Wirtschaft am Fust der von Waldreben um­rankten Duraruine machen wir Rast, wo wir auch den Schlüffel zu dem vor mehreren Jahren vom Taunusklub hergenchteten Turm erhalten. Der Ausblick vom Turm aus den Hohen Wester­wald. die Lohnberge foirie die nähere Um­gebung ist überraschend schön. Auf guter aus­sichtsreicher Landftrase. die von alten Bäu­men bestanden ist. geht es nunmehr zur Perl« de- Lahntal-, Weilburg. Zu der Wanderung, d.e jedoch, da fie wenig Schatten bietet, nur für Frühjahr und Hervst zu empfehlen ist.

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