Nr. 110 Erster Blaff
177. Jahrgang
Donnerstag, 12. Mai (927
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51, M eeb 112.
In^rtft ftr fhabtuo*- leidgcv •lr|ce.
Dotf<*lo«t* jielften au Bete HW.
Gietzener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
ünd nb Dtrlef: Vrühl'sch« Uet»ertl4ts*Bi*- und Steinäraderti R. fange le Aiefcei. S^riftleiting uh) Gefchafrrjiele: $d?ufftra|e L
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Dr ~i nrt 7 -.Til!) Ver.j*. Dcranitrouti* fÜrTcltiM Dr. Fr 1Mb Canee; ftr 3<ei3<lo« Di H 4 br • et; ftr ben ibrt;rn 1«1 tr’ll ffir Ire 9n« |ti3f*tnl flurt tzivmann, ftutTl* ie dlrpeiL
Hessens Finanzlage.
^twee)»ii*tNrr He«eich im Landtag.
8m unterer Darmstädter Redaktion.
D a «nst a d1. 11. Mat. Beäfttem 8 bei ung • rbffnet bi* Sttung um 10JO Uhr
Die deneealtwb-ne über den ö taat »voran schlag Wird fongrsry!
Finanzmintster Henrich
erklärt tn Unger« Rede, dost er au den btreilfraaen nicht Stellung nehmen wolle und auch zum felf»- entscheid nur die erfreuliche latsache teftiufteden stabe, datz da» hessische Volk für radikale lieber- trelbungen und amentonlsche 8>..hlm<tbotnn wenig empssngllch sei. Öur Laae der Finanzen sei man- cheo nachzutrogen, do sich seit der «ustteUung bet 8ubgete allerlei gednbert tobe, do war gelungen, den fluonobebeborl zu senken. Tk dadurch freite- Dutbene Betrag sollte zur Senkung brr Son- b e rf< e u e r verwendet werden und et verblieb Vinn noch ein durch Steuern nicht gedeckter Jehl, betrag von 7J Millionen, also et wat weniger ait Im vorsastre. Die Regierung glaubt aber hier, ron 7 Millionen aut anderen Guellm decken zu tonnen, so dost eine holde Million ungedeckt »leb. 8n den Einnahmen «geben sich nachträglich folgende Henberunaen: die Holzgeldeinnah- men können um 660001 Mk. höher etngeftellt wer. den. der neue Finanzausgleich bringt ein Mehr von '<0 000 Mk. die knie Mieterhöhung führt zu einer Erhöhung der eonbcrpfbäubdhufr um 4 000 000 Mk. ergibt zusammen eine Mehre,nnadmr von ' > sichen an Mehrausgaben
gegen, der 5*00 0« Mk. tlutgaben und Lasten, die sich out der erhöhten conbrrgebaube,teuer ergeben iinb weitere 740 000 Mk. Aehrdewilliaungen bet Finanzaueschusie». intgesamt 6 540 «0 917. Mehr- ausgaben Da» bedeutet im oanten eine Verdesierung bet vbschlusie» um tftofKx) Mk, also die Sen» fünf be» ungedeckten Fehlbetragt auf 260 000 Mk Redner rechnet ober mit em« Herab- Xna der Mehrbcwilligunaen bet 8n»schusie» um
FW Hf bo bleie fachlich unb finanzpolitisch nicht zu rechtfertigen seien
Zur Frage der R e I ch t h 11 s e stellt Redner fest, dost die Anerkennung der hessischen Forderung oil» (Urmeine Fortschritte gemach! habe (Rrunbldfolid) |d sie auch von der Reicheregierung anerkannt. Zu klären bleibt die Feststellung der Ursache der hes- lisch.
1rt und l 2a* solle durch die seh!
begonnene Prüfung iestgestelli werden, die ein- noi die Tatsache der Finanznot unb ihre Ursache von Budget
(Seoenflanb bat und bann aus bie Butgabeseite über- greift, um fesizustellen, ob bat Land sparsam t» I r 11 d) a f I e t. Daß bei dieser Prüfung nai.ient- i,ch In letzter Richlliua Burbe unb Ansehen bet L'anbet unangetastet bleiben, versteht sich non selbst. Die einzelnen PrÜsungtrwrgünge erfolgen immer «st noch Zustimmung und eventuell unter Mitwir« :,g. alt
■teuung bet dnbergebnilict bat die Regierung nöl- ‘ etl der .
'ung nach der Mutgabrleile hin wir notwendig geworben. weil aut dem L'anbe selbst die Behauptung hinoutgetrogen wurde die Regierung spare nicht. Unb nun soll bat eine unabhängig. Stelle seit- stellen. Menn ber Reich»kornmissat bei biekr Pru- •tina ddabrungen zu Iommein sucht über bie <tze- JWttemriefitungen und Möglichkeiten von Srspa- ungen in ben einzelnen Ländern, dann ist ba- em >ur4>aut zu begrüßender Redeiiessekt. wie auch rung und Berbilligung bet eigenen Apparat« gerne .-nlgegengenommen werden
Der neueste (ptoo'.lorildw) Finanzausgleich ist auch für Hessen von Bedeutung, Zisiernmäßig xmge er ab« nur knapp eine M lllon mehr gegen- aber dem Boranschl.betrag Die Dnkmgcn der erhöhten Garantie werden vielfach überschätzt. eo- west sich die (Baranne aus die Cinro.-iur.enfteuer bezieht. kann sie praktisch alt gegenstandtto, bezeichnet werden, nachdem die Reiche regitnma selbst zugegeben hat. buh d>e Summe tn Dirklichkeit e.narben werde. Die wirkliche SRebdriftung des Reichet er gebt sich out b«n 11 -st' baß 450 Millionen nach km Umsatzsteuerschluf'd rerteil werde 1 «ollen. Dat Reich beregnet seine Mehrleistungen b erout auf y Millnmen. Hieran haben ab« noch unserem inneren Finanzausgleich b»t Gemeinden mehr Vorteil alt bat Land. Schon bei d:e'er Sachlage >äht sich oennuhrn. daß der ursprüngliche (Reinhold. che) GorontieooranMXag für Cie he si'che claatt* 'jpe günstiger war oU die neue Regelung, ganz ab- Teiehen davon, dost setzt noch 200 T>-.li;?ner vir Senkung der Steuern vernv >! werden ollen. Ot diese Steuersenkung durchführbar und in •ehern Falle richtig i^t. bat ist eine andere Frage. 3ebenfaa* fann sie nicht erzwungen werden Tro?- )em Hot bie Regierung dieser vodchdsi rcer c < ‘ soweit Rechnung getragen, alt sie bn der vor- 'Ufisten Scubergebaudesieuer H Millionen gesenkt nd eine
Mt Den endgültigen Finan^utgle-ch mit b Rech: >et Zuschlag» jur Einkommensteuer erwartet auch )ie Remer^ng Der sich aber cts Vertreter der Land- -emeinden fühlt, der nnrd b.erbe, eine '±^ere Eni- äuschung erleben bcrni d,e e G. mein den erhalten >eute ihren Einkomm?nste'..eranteil p ei.-Km -x .rt ichen Teile aus der allgemeinen Roste. Rn: sie Ipä r luf ihr eigenes Aui'ommen angewiesen, dann wird *a, für viele dieser Gew inden fatoftroob?! werden.
91 ist felbfioedtdribäc- den t^titgcbenCft« 3bar Tarn feil geübt werden m u-d ?a# ul die Ttegbrrung nach Ärüf;<r E4 ist ober n.cht lleichgüsiig. wo unb wie w rd 3crr
Dr. Leuch:genS kulturelle und foz-.ale Crrura.—.*
Die Verlängerung öes Gesetzes zum Schutze der Repubiif.
Kompromihverhandlungen der Regierungsparteien.
Eigener Drahchericht bet _Gtetzener Snjeiger»'
Berlin 12. HUI Durch die Beoäffent- iichung eines einfhrnmigen Beschlusses der Zen» truwsfraktion aus Teilürgcrung des Qte- publ,klchuh^e>etzes tn fein« gegerroürhgtn Form sit diele bisher latente Frage in den Mittelpunkt ber tnnerpolitischen örr.gruffe gerückt worden und wird zu einem Prüfstein für die Tragfähigkeit der bewbenben 5r 1 . rungskoalitivn. Cie wird, wenn nicht alles trugt, auch b.r<e Belastungsprobe «tragen, trotzdem es keine lei*« ist. Denn einig find sich b»e Parteien nur darüber. daß eint Reihe Bestimmunzen zum Schutze der Bepublik und ihr« Organe erhalten werden müssen: das «kennen oach die Deutsch- nattonalen an. deren Mlnikh« schlietzllch genau so den Berunglimpfungen und eoentuellen tütlichen Angriffen Radikaler von d« üustersten (Rechten und Linken ausge'etzt stnd. Wie die Rabinettsmit7
Sieht man sich das Gesetz selbst an, so Wird man Ai geben müssen, dah es in seinen wesentlichsten Teilen nach wie vor unentbehrlich ist. Js l bis 11 enthalten mchts Weiter als strofv«- chärsende Bestin-mungen h'*r ein politisches Verbrechertum das In unruhigen Zeilen nur allzu leicht mit d« Gloriole des Märtnrers ein« bestimmten Oeftnuung uoifleibel Wird und von solgeTischweren Taten durch tnc nrrmalcu ölraf- ünbrohunnrn des Strafgesetzbuches für solche Taten nicht abgefuiredt würde. 2»nderungsbedürft ja sind hi« sidtglich die neben Todesstrafe.
und C
Mark aus der 3nfletipn b»-rrftbr: und beute durch etwas Wenig« pbantasilsche Zahlen er<e<it tiKibcn mühte Zn tz 12 und 13 wird die Ctnlegung des Stoalsgerichlshofes zum Schutze der A e p u b l i k, feine Rom»e«mzen unb sein Derfahren festgestellt — Beftimnnrn.zen. wogegen sich Sluwendungen «heben lasten durften limfbnttcn sind auch vielleicht die 14 biS 19. die i*on verbotenen Bereinigungen handeln, 'ich aber so bewährt haben, bah man auch dafür wohl unschtv« d Zustimmung all« flaai#ec6at- Ienden Parteien bekommt. DaS Reiche gill von Den sitz 20 bis 22. betr. Bel«Äagnahme unb Verbot von Druckschriften, bie sich an daS Pressegesetz vom 7. Mai iV74 an lernen.
3ln ernstlicher Ätmflüt kann indessen nur wegen des § 23, des fvg Fürftenpara- araphen entstehen, der t>.r Aeichsr»gr«ung die Tefugni# verleiht. Mitgliedern ehemasiger regierender Zamilien. die lin LuSlande wostnen, das Betreten des Aeichsg^diai» au unt«’agcn oder ihnen Aufenthaltsbeschränkungen nn Aeichsgebzet aufzucrkegen. falls die Besorgnis gerechtsertiat -st. dasi andernfalls das Wohl d« Aep-adlik gefährd« wird". Zwar ist es auch bx« wohl den Veutfchnattonalen mehr um Ronzesiionen zu tun die sie ihoon Wählern als einen Ersolz präfemievin sännen, denn um materielle Befestigung deS Paragraphen. Und auf der anderen Seite wird das Zentrum aus dem ID oct laut der Bestimnmna keinen exsus belli machen Ad« schon mit Aückstcht auf die notwendige Zweidrittelmehrheit kne nur mit Hilfe der SPD zu erratdjxn ist nuh die Rdalition eine auch der Linken genehm* T- ni- gungsforrncl finden, foll daS ganze d*efcb nicht in die Brüche gehen und em ernst« nner- politifcher Konflikt ausbrochen.
3m Reichstag ist bei dieser Laar bas Thema be» Tage» natürlich auch da» RlepubNkschutzgesctz. Beinahe möchte man annfbmen. bah 10 etwa» wie Spannung im parlamenmrischen Lager vorherrscht.
stark besetzt. Man steht Retch«kan.;ler Marx iml dem Vizekanzler ikxz. Dr. Hergt. den 3-men- Minister v. A t u b e 11, ben Reich«rnnsck»asi«mkusler durliu», die Paneisuhver Graf Destarp. § ch 0 l z. Leicht unb 0. Gurrarb unb zudem driht e». ba<- b« Sei<b»curcr.mmifler Dr c t r e f e- mann euch noch an brr. Beratungen teilnefcmen werbe Air glauben auch zu wisien. dah bereit» eine
Reichsouhenmmrstee unb dem 8üf?an«:er itettee- funben Hal. in deren Mittelpunkt die Möalichkeilen eine» Su»-leich» ständen. Senn auch alle diese Be-
forechungen für vertraulich er klon werden sind, so ist doch über ben verlaus ber Verhandlungen soviel burchaestckert. bah man von ein« Hosmung auf Sintguna In ber heth umfinttrnrn tirage ror- läufig wenigsten , innerhalb ber '.1 e g I « - rungtfoalillon sprechen bad 3m Vordergrund der Crörlerungen stand die v< ■ e ber 8 d - fchasfung be» Staat»gertcht»hose» zum Schuxe ber .Hept.blil. Hier wurden die Deutsch- nationalen bei ihrer Qorberung auf Beseitigung be» bo'r 1
stützt, unb zwar mit ber Begründung, bah e» sich um ein yuenoUmegrridit banbde. de en Kundinnen sich ebensogut von einem Senat b e » Reich»gertcht» versehen lasten können Dem Zentruni. dem bie 8 ufrecht erholt mg ber anderen Bestimmungen be» Republtkschutzgefetze». besonder»
bie Serknf.erung be» fi 23 sehr am Herzen liegt wirb wahrschemlutz in brr ßrogr be» 61oottfieii.tt>« Hofe» nachgetzen, um von den Deuttchnatio- nalen Konzessionen in ber Rraae be» statserpara- grepbrn erwanen AU können. Om berortigr» Som- pronufj würbe auch am ehesten bie Unterstütz!,na h bie Deuischnauonalen eine eintgung an den Bestimmungen über ben 8u|entbaJl de» llaiser» in Deutschlanb scheitern lasten werben, kann au» einer Bemerkuntz ber Deutschen Tage-iettung odddoHen werben, bie erflärl: Schon setzt kenn rubig gelugt werben, bah weder die stillen, nodi die tauten /iofs- n.ungen ber Linken. b.t» Repudiilschui-gesetz werde sich ot» eine <8esahr für bie lebige Koalition au»- wirken, u n e r f ü III bleiben werben
Der 5chuh der Jugend bei Lustbarkeiten.
(Eigener Drahtbericht be» Gießen« Anzeiger»-.
Berlin, 12 Mai. Ob man der Aufaabe des Schutzes der Jugend in fruchlbarcr Meise auf gesetzgebe rischem Wege gerecht zu werden vwnaa, ist eine Ansicht, bie in ebenso großer Anzahl Anhänger wie Degner auszu- tiKifen hak Dies bewies di« gestern Im Aeichs- tag begon: cne zweit« Skfung deS Gesetzes A u n Schutz der Jugend bei LUst darre i 1 e n. Beide Parteien tr*rb«n sicherlich tn ihrer Ansicht recht haben, unb beide Parteien sind in derselben Weise aufrichtig bemüht, für die sittliche Snttv.cklm'g der deutschen Jugend nach besten Ärüften eingutreten und ber B«- wahrlsfuna wie sie sich leider nach bem Ärleae vielrach gebenb machte. entge,?en-urreten. Zu biefem (Zwecke wurde ’< ner^.- t daS Icyma-intc Schmutz-undSchundacletz gekcha^rn, da». nes auf da- heftigste angegriffen würd'*, tc weder fruch'bace noch unfruchtbare Auswirkungen gc,<itigt hat. Gewiß ll gt dies einmal daran, dasi die Ausführung, d 'iiminun-
E>aup^ursa<pe heat aber in der Aichtung, daß die G«fetz«b« selbst sick noch nicht über die einzelnen Auswirkungen bie'es 'beleieS llar sind und ou& nicht llar sein ffnnen, deim all die jetzt in bie Wea< gcleitelen Mahnahi.i.ii stillen doch nur T-erfuwe bar, unter Berückf.chtigunz ber
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gen und Derber^mis zu bewah cn Taft man hierbei verschiedener Lusiasiung fein wird, liegt in de-, Wesen bet amizcn 'Xngc’eaenfceit begrün- bet. die doch in ihr« letzten Ron'eqitenz c.ne Ausgabe darstellt, die eng mit der Leben-- onfchauung bei einA ln.n p«wurzelt ist. be aber wohl kaum auf einen allgemeinen Vcnn, r gebracht werben farm
Die Aegierungsvorlage btuke neuen Schutzgeletzes hat im Derlauf der AusschuAbnaiungen manche Verschärfung erfahren. So ist nach ber Auslchusifasiung b« Besuch oder die Be- fchüsttgilng von Minderjährigen um« Jofrcn für bestimmte bllentlfche vd« nichtöffentliche Lust- barHeitcn zu rurbtern. wenn e.nc fit:: He. geistige ober gefundheilliche Schädigung z bef..rchten ist. Die -Xcattrung#V(MLa1|e Iah hi« nur eine Äan.i- vorschrift vor. Die Anordmmg lar.n beschränkt werden auf Minderjährige, die das ®ntv des fchulpfl.chtiaen Allert nicht üb«;chr.rtcn haben. Sbenio ist Me Betchäftigung von Minb«jLbrigen uni« 18 Jahren bei Lichdpielaufnahmen zu verbieten. DaS Jugendamt foll vor Sdafo der betreffenden Anordnung gehsn werden. Der AuS- fchusi hat hintzugefügt. daß ein B«.rrt« der »ustandigen Deybtbe und des Jugendamts zu den DeraMftalMngen und L l-^ielaufnahinen fneien Eintritt au gen! eh en hat Für die Uebcttretung d« Vonchrllten biefk- Gelches fleht be To.- läge Geldstrafen bi- zu 150 THarf ob« Haft vor.
Bereits vor einig« Zeit sind von »rdO/.e- benen Seiten (kugaben gLrnachl worden, die darauf hinausgrhen. eirx Annahme dieses Gel re,es au verhindern. Daoei bezieht man ft4> r_.e fe.tzerzei: beim Schinuch- und Schuntge-etz aus die Gewerbeordnung und bte Strafgesetze, die doch einen ausreichenden Schu:, btt Jugend ga
rantierten. Soweit tue Proteste von feilen der Künstlerschaft ausgeben, muh ihnen insofern recht- gegeben werden, als dieses Gesetz immerhin die Gefahr ein« 6in|<bränfung de r (ü n ft! e • rischen Freiheit zu bringen scheint. Oem ,U allerdings . ntaegenzuhalt^n. dasi btt Zweck dieses Gesetzes lediglich in btt Richtung liegt, die verderbenbringenden und flllenlolen Auswüchse der Zeit auszumer.zen .Freilich laßt sich nicht v«h^hlen. dasi tabei eine 3rt Vorzensur h«auskvinmt Diese Be- fürJ)tunü«n zu entfrüftm. musi deshalb Ausgabe bet Behörden lein. 1-etzteN Onbw» ab« tottb ti auch diesem Gesetz so gehen wie all den sogenannten XuhurgeUT.cn. bie Zeit selbst ttHrb ihnen die nvtWcndige Form eücksichtsta« zu geben wissen.
Sitzungsbericht.
‘Berlin, 11. Mai. Der Reichstag begann bie zweite Beratung de» GesetzeMwurse» über den erijub der Jugend bei Lustbarkeiten Rach ber Regie- rur.QjDortagf kann für bestimmte öffentliche odrr nicht,,'feiMiche Lustbarkeiten. Sd)oufWUunom unb und Durstellunaen oller 8rt durch besondere 8n- ordnung der Besuch ober bie Belchosttgung von TWnbfrjäbdgen unter 18 Jahren verboten ober efn- geid)ränh werden, wenn eine -chadiguna ihrer sittlichen, geistigen ober gesundheitlichen örnmndl.mg zu befürchten Ist. Die .Inorbnung tarn, beschrankt werben aus Minder,ahrige, bie do» Ende bt» schul- pflichtigen Alter» nicht üoerfchritten haben 3n gleicher Weise kann die Belchäfttgung von MinbeZäh- rtgen unter 18 3ohren bei l!iJ>Hpiflaufn<ibmen verboten UM r\n 2<r bie-Rkgieruiigsvorloge dadurch i»erfchär't. dnh er die stannbsstmnmmg tn eine Maßbestimmung umgewantzolt hat,
Aba 6 e 6 b e w 1 6 (Soz.) bekämpst bie Vorlage. Unter dem Deckmantel t«s Sugendschutzes werbe hier die Vorzensur über die Theater unb alle öffentlichen unb nichtbffentllchen Veranstaltungen geplant Das widedpreche rrin» bestens bem Gki’t bes Artikels 118 der Aeia.s- verfassung, b« bie Zensur ausschsiestt Aach bem Wortlaut ber Vorlage könnte sogar b.e Bc ciligung von Jugenblichen an Hochze'ten u.ib Oeburt lla gif eiern verboten Werben. Gegen bie!e angeblich bem Schich btt 3ugcnb btemnt* Vorlage tat sich auch Der AeiLsausschust ter teul- schei Zugeubverkände einsiylleßlich ber et-ange» l chen Iugenbverrl.c gewandt unb verlang:, tasi künstlerische unb wissenschastltche Veranstaltungen nicht unter bas G-setz sollen. Das würde zu allen möglichen politischen Schikanen au-genutzt Werten f»n- rr^ Defes kulturfeindlich« Gestttz verd^e: e bie IchÜrfste Zurückweisung
215g. Frau Wurm lSvz / beantragt mit Bück icht auf bie schwache Besetzung des H a u > c s nochmals Absetzung ter Vortage von dec Tagesordnung. Geg n b:e Stimme., ter wenigen anwesenden Mitglied« ? e t A egierungsparteien Wirb nunmehr ter Ad c,ungsantrag unter groß« Heiterlei, angenommen.
schäften für entbehrlich« häll als die SeLstän- bigkil des Landes, dann wird er dafür bet der Mehrheit des Volles kein« Zust -mung finden. Das Boll gibt Out und B.u: für das Reich Aber es verlangt, haß es nicht hin:« den kulturellen und 'ozialen Stand d.r Rachbargebiet« zurückgei:ängt wirb. Würde biekr Fall ein- treten dann entgeht von selbst die Frage d« politischen Neuordnung. In feinem Land wirb 7 ehr über Sparen geredet und ge- tchriebeTi als in Hefen, uni* fc-.n 9cnb hat einen H> teeitgeterben unb wirte holie- Tc-mierM55ae
hc'cn, im Gegniteil manche ter DorjÄbrl^v 23e- schlüfk können nicht aufrechte:'Liren werden
Die wirksamste Sparmaßnahme ist bk Vermeidung neuer Ausgaben.
H eran hat es ter Fin«.. au-lchrch diesmal schien la'en Mit ter L -!ung testete 'er Aus^aren ist die Regierung bis zur ^Inerträglichseii vor- gesengen M.: SchloTvötttrn wie .Wa'kr« köpf ter Ministerien" c-der .Zurück zum Jahre
1913“ ist praktilch nichts anzu'angen. Das jetzt noch bleibt, daS ist bie Frage ter Ausgaben« rtitdlung unb bie Organisation ber 13 A e i t e n.
3um Schluß fonun: ber Minister nochmals auf die Finanzlage tes Landes zurück, wie sie sich etwa für die Zukunsi gestalte* Oie Dif'«r.-H zwischen den laufenden Einnahmen und Au-^aben stell' sich ;«8t innerhalb eines Ja;.es :l| sechs biS sieten ?K.llionen Mark, eine 2rhöhuna ter Sätze für die inneren Steu«n ist cud->e'chto' eru Sh« ist ihre Herabsetzung owustrcte- c ic Mchrr-elastun z ter (Scmeinten 'uzwnsten tes Staates ist unn ögbch. die Bsvan'chl^Z^ ter S r-c: ten weifen 'rlbst nsge'amt bfräg Höhe von mehr als 10 Million« auf. 2u< d.r OmBohmeeite ist ter Ausgleich nur durch Hebung bet Wirtschaft unb bamit ter Skuerfrc’: zu erwarten, eine Hoffnung, die r cht unter echt igt ist 6t large Hellen durch die Besetzung hierbei betonter» bedrängt ist. must und wird das Reich den Ausgleich bieten. Bei nor
maler Gntttidlung kann hiernach in absehbarer Zeit rrti einem Ausgleich tes Budgets ge- rechnet werden, unb das um so ta'ch«. wenn auch die Au-gobe'cite gebührend beachtet wird. Diese
' g mr *e Au-fta
'Leitern en ter Tatfache, daß noch im laufenden ->ahre mit ein« BesolbunaSteform zu r-<* "en ist. bei d.r de- Land Heften unmö^I'ch alle n beileÜr stchen bleiben kann, bk aber geeignet fein wirb, den heutigen Fehliciraa zu
‘: rrrln. Ob all die^e Frazen. auch die Reu- prd ung tc? S'euetwefens, noch t«n lautenden La tag teichäsligen werben, ist sehr zweifelhaft. Tris't das nicht yu. dann «Worten ten neiren Landtag *5>-ttt Aufgaben, die durch die politischen Mehrten ter letzten Jahre nicht grföfl unb dadurch nicht leichter gemacht tjxrten wenn die Parteien ihre Kräfte darauf einhell«. sich ge* aenfeitig ein Bein zu stellen. Gelöst muffen triefe Aufgaben ater werten. Dielen Au-bllck wollte Rrdn« dem Landtag für ten bevorstehenden Wahlkampf unb für die nach ter Wahlschlacht


