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Siebener rinzeiger (Seneral-Anzeiger für Gberheffen)

Nr. |09 Sroeites Blatt

Mittwoch, |L Mai 1927

Die Mailänder Fahnen.

Ion unterem rbmildbrn E-Äorvr'ponDenlrn.

Mailand. Utii IW7.

Der Innen la» Un Ctö-i^hwrf Der 3b- Duftne txtbnnaf. den verlangt H gelegentlich no4) Dem grrutarnen, dem M l los armen <p> nirnAl nn. wer tn Rom lebt, den zieht es b<att oder morgen. einmal Im Jahre aber wenig Ire: 5 aus der allzutoeuen Larnpagna der aas nc4# dem lrtchot.er pullierer.Dcn Dorde lebt tovhl. hr Marren JUbeUxtlmrn. leid mir gegrüht ihr Rauchfahne» der Lombardei

In Rom ehret die Geschichte. Mailand aber 1 k die Tat. Richt von ungefähr Dröhnen Mc Stahlplatlen um Genua, tie fen In Turin die Autvmru 1# cuf der Dachbahn der Sabrtt aus deren Schob he IlünM 4> mit erup'.i er Gewalt ge«chteuden tixtben nichi vor, ungefähr enihanb die reue Hahne doch als der Ausdruck

der Seit eriche.- lümit derselbe IHann aus den Loantt den Popvlo d Italia. als euw neue Zeit die ollen Forme» sprengte. In Rom tr-äre fre Umbildung In schnurgeraden, von llebrrltrieruna und Bureoukraiie gezogenen Kanälen verlaufen. Mailand aber konnte nicht ©arten, fli gab mit lerer unbefjnmen Gewalt, die die ^51 ter vor- ©5ns ftif» die im fleflfbe:*n Augenblick in­stinktiv In die Speichen gorth. ohne dem Verstand auch nur Zett zu lallen. da5 Katheder zu be­steigen. das 6<reiwnlignaL Mailand fegte sich in Marsch. um Rom ku erobern.

Hful1ol.ni tat daher gut daran, die In Rom anfälligen erneuertnriei des Äuslands einmal tu d<e«en Brandherd der von ibm gemachten <?< ichichie zu schicken. In das winzige. Ikeinolie im­mer. ti*o Irin pbdnrrnenaler iouenaliftikchrr Auf- stlcg Inaann aus fr# Tlallflnber Muster- melle. tt*o einem das moderne Italien eine Dilitkarte in die $anb drückt, die man zwilchen den Fingern fpOrl ©e ein noch ma|chii»n©armes Zahnrad, aus die Rutoftraste. d,e bei Dolta in $on* endet Ss waren Festtage das. unter den singende-' Hoch'pannu'üsdrüdten. an den don­nernden Rotat Ions Maschinen, bet den zielbewustten Rauchs ahn en

Die Musterrnel'e ist über ihren Flamen schon ©eeder hinaus^ oach'en. Zu einer kleinen. Muster- aülngen etadt für sich bAorvyivilt. einer Rus- ftellungsstadt. Hier tritt man sich nicht die Lohlen sur;b auf dem berüchtigten Äusste'.lungsdaes. hier ärgert man sich nicht über die bunten Schablonen des bäumeisternden 0* jrtenfünltlert. der Füll- hdrner und Sterne wie ein Zuckerbäcker an die unvaNenden Stellen hindrückt, tret must man lich licht, um zehn Minuten verschnaufen zu Bnren. n ein vor Fräcken und Menukarten wimmeln­des vornehme» atablilfernen! begeben Man geht ©ie zu iuc straste-n und Gehsteige?,, fault feine Zeitung und irinft feinen Glpoelso im Stehen, betrachtet 'ich in Muste die Geschälte und a^angt mit dem Autobus binnen wenigen Minuten von Moskau di» in die Schweiz. Iede eucrväi'che Ration hat sich idr Haus gebaut nach ihrem Ge- 'ckMnack. jede Ital.enische Provinz. Rur da und dort vereinigt der Tempel der Internationalen Doliheit alles, wa« den gemeinsamen Herzschlag de« Fortlchriit« spurt, wie zum Hell blei der ge- ©alliae Rundbau der Automobile.

Die vowletrepudliken überraschen mit einem arosten roten ?^cksteingebäude. die Schweiz hat sich daneben mit einem allerilebsten Häuschen zu bescheiden gewust:, dem na:, schon von roeitem den gepliegien QualltätsrnhaN an'-^ht. die Tschechenowakri will natürlich ewas 25eianderes 'ein. auch Polen gibt viel aus Repräsentation und Deutschland mustte natürlich seine Dohn« «ensation. die eigenartige Fensteriluchi und die gen. Mritau» de meisten Länder, da» 11:ut man dann beim 2. Ureten. möchten e« ml! den S,e- denmeilenstteleln halten, die keinen Schritt ver­lieren. den tee Grostei, machen alle an dem fie­bernden Rhpthrnu« M Maschi^entums teilneh- .nen Diele Landstriche der Ri>-minenhalbinlri dagegen beltnhcn lich noch im Zustande de» Er­wachen». eine» ftaunr.iben Aulhorchen», einer be­greiflichen Zurückhaltung Sie haben gerade erst ihre Mm- und Hau»'-du'trie. nein. Ibr Hand­werk entdeckt, ihre natürliche Kunstfertigkeit in

derBearbeitung von Ieder und gebrannt«» Ton. ihre ÄeraT.-f und ihm Liebe *um schönen Glas. Sardinien., die -Harten, dtr Adruztzen. Ap^ien und Lalabr en fe-w den Hämmerrau'ch der Poebeme roch nicht -- haben doch manch. One erst jetzt laufendes Maller bekommen und an vielen anderen must mm es noch sla'chenrre'c kauten w-.e den Dein! Man bearr.lt daher, wenn der Rordtta! mer oft aal den.Vm herab- lieht, es .st aber auch unverken dar wie er sich bemüht Innen pen der Ratur nur Icheinbar l*egünstigten Landesdrüdern bv Tore au'zurun. Gan., Italien oenranbeit sich sa )ept tn eine Ar- deitsstät!7 n der das do'.er f»r mente keinen Platz mr t bat. Der staatspvlttische Dualismus zwilchen .Ra.land und Rom ist verichrvunden. Ile strenge Zentralgewalt duldet keine Auhensrit«. keinen Gtn-elgänger. keinen Leerlauf mehr.

Der Kronprinz war tn Mailand. Dir sahen ihn bet der Aul Iahet zum Palais vor dem Dom. bei den P'

Scala Die guten Leute waren au her Rand unb Band, sie hülsen ihn am liebsten erdrückt. Und sicher, man muh »hm aut Irin, denn er hat. auher seiner hohen, schlanken Gestalt, ein un-

richtsPcle ha't «. v r a! em nicht» gemacht Demv-

-

lang Gine der seltenen Gelegenheiten, wo lich die ganze vornehme Gefell schall zulamm-TTiindri. um sich von der Frauenblüte überstrahlen zu las'en. Rier Ränge voll Schultern- und Iuwelen- pracht um einen blühenden Runds«. Aul der Suche nach rassigen Kopien aber merkte man nur zu bald den zerstörenden Ginbruch der inter­nationalisierenden. schab Ionisierenden und schema­tisierenden Mode in Iw ilalieniiche Sigenart. Kann man sich eine Iphigenie mit Dubikops vvr- stellenk lind doch trug ihn jebe. die einem Feuer­bach geieilen Hütte Die jungen Damen leben tarnt und sonder» aus wie aus deriellvn Schach'el genommen, erst die Frau gewinnt mit der Rrile.

mg unb der Mo ­

dem verlorenen Gharakter zurück

I o c a n l n i führte den Stab. Stimme. Or­chester und Raum klangen in ein» zusammen. Aber diele unmögliche Oper' O» ist feine Kleinig­keit. den Gmst zu behalten, wenn die bölen Verschworenen, in ihren Radmänteln. »u mitter­nächtiger Stunde, um sich ja nicht durco rin Ge» rüu'ch zu verraten, tm ttoor anheben. Rur stille, nur stille, gebt keinen Laut, gebt keinen Laut. V ! lortf1 fr: nen Lau!" Cb r zwcI

hen. die feine Ahnung davon haben, bah he nebeneinander stehen, ein tabefio» klappendes

- eine Galavorstellung be­hebt deshalb aus Pausen, in Denen man etwas Heb* und Mulikrinlagei die der Vorbereitung

' ' dienen 11 nb gleich in her

ersten erldxen Der künftige König Ita­lien» Das Hau» erhob sich unter Den Klängen der Marcia Reale n>e ei;-. Mrnn. tote ein mit Tausenden von Feldstechern ausgerüsteter Mann. Die Frauen vergasten über Der Schönheit De» Prinzen. Da» Ist wohl Der Gipfel. Ihre eigene Und er ehrte das Alter, blieb bi» zum Schlüsse

Den andern Abend gab e» uns zu Öhren im Tknnt eine Iran^olRevue I lühen VrinchnC noch im toirbelnben Kops, in den Autobus. Bald wird die Autostraste mit ihrer Ginlassung. ihren Unterführungen und Tun- ne ls Io lelostverstündlich kln wie d e lien- bahnstroste CI ne halbe Stunde und aus der Tief­ebene tauchen al»ri plövlich rin Vorhang weg- gezogen worden, die Der^ auf. Der Sc? lugt Da. 5er weihe Dampfer gl.i et schwanhall heran.

Da» mir mit am besten in Como gefiel, da» waren die Augen des Podest^. Sie gehen mädchenhaft auf übet einer KnegSwunde. Und nur der rechre Arm des Grafen kann über Die fnabenrnne ©time streichen. Denn Den linken haben ihm Die Volschewdten zerschlagen Da» ist mullolinilch er setzt die Leute nach Verdienst und Talent aus die höchsten Polten, feien sie noch so

icht er­

sitzen. Auch der Podest» von Mailand, ker uns als erster begrüstte. ist flink unb unermüdlich. Dir

r i ibn an d. r Sc.te deS

dast das Vankett. das er uns gegeben, zu Cnbe war. und in seiner Begrüßungsrede hatte nicht» von älngeduld gelegen.

HeidcfrühUng.

Von Mathilde RelnharDt. Hameln

Den Frühling bin ich nachge'.aufen bis m Die weite grüne Heike Dort hat er sich s in den lallen tn einem weltverloreren Dörsk^ n üs liegt sernad Der grasten H erst raste unb versinkt un ersten Lichlgrun ura t r C 4*?n. O n starlc», karge» Do k wohnt in feinem Freden. Drang unb Unf.c .üm der bewegten Z .! sind ihm Irtmb. C.n Vo.k der Arbeit pnb Der Pllich« von allersher

Den Früd'ing sand ich im Heidedorf. Sc in 5-ül.ern hing in Hauer Last, lein Leb Im plät- schemken Vach. In iau|enb Me'.obicn lang e» Der Dinh, der Die Gichen lie koste unb die bc- moei'.en Gie.e'. brauknb um'pra g Or jauchzte im Lch'ag De» üiermu i en Z len unb bebte im Schlunzen Der morgentrühen Drossel wonnevoll unb lütz

Frühling! sang bie Delt. Frühling' Jubel­ten Sonne unb Licht. V üte unb Dult unb bie stillen treiben Vol'.mondnächte. Die Dem Tage folg en. heimlicher Du-.-.der.

Donne'am üstt lich» wandern im Leuchten der jungen Morg. n'o ine Sonntagslo w i en schläft noch tm Dorf Au» bi .en Heckcn Duftet Der Delstdom unb nach Honig d.r blaut Flieder Heber Dem V ütcnm er le: Ob'tbäu. e liegt De» Tage» fe igster Cd,immer weist unb ro*enrot. Le 'e fpie.t der Dinb mit Den garten Vlättern de» statt ichen Mai.aumcS. Den bie Vuri en De» Dorfe» ihren Iu.: .ädcken vor Tag.n hicr auf den Kirchpiatz pslaizien r.ack, guten alten Brauch Roch schwe it Der Sait verlangend in feinem mal.Uen Grün.

Sin Iuries Da: bom gilt es durch auS^efah- tenctrahen. ro ü.er cn grmü:.-. ei Vorgarten, an B ü c wänden von G?»dr.g n. Rotdorn und SLneccaZ entlang iu.m Dorf bina rs. zum frch- licken Birkenw.g Gs aut nicht» Schrncr.-» cl» einen Birltnweg im Z u ng Iadel unb Jauch­zen »inert Im fckwankcn Geäst, lichtglä^z^nde Festfa-leier, unendlich zart, flattern im le'.ch.en Hauch

Grgrünende Heide schmiegt sich bescheiden an Den dürftigen Deg. unb wogende Kornfelder.

mit sprie'.erden Buchwrizenbre en abweck feind, begleiten t;n weithin 11 er n-ir singt ter Baurn- pe. er sein herz e,uüde DeS L e> Mac 'c i'ileit liejt in den schwellenden Sch u tonen C e k.ingt im Sckme tem Der Heide erchen, d e aus tie'em Hirnme.sblau Mrcb'aumeln in den tauigen Grund.

Dänner au1 den Dea scheint die Sonne Am Gra.e :a,b enra en verstvh en die er e iBlüm- c n dir.e blastblaue D ockenblum? läu e: Sehn- 'ucht im D, b 3*re g t er leuck rird . ld. um­schlingt t ri.-en Fust urb üppige Horste De» eitler, blühe-den Qu en le » 3nmj". e Dörfchen be 1 en zurück, barau» Der ßonn a^morgen au» te 'en Schci en lach nb l-e7vorick.au:. D.r'er in ,ze üagsrube unb frohem Ganz^ Tun fit Stroh- / er. versunken im Frü^grün unb den B üten des Lenze»

Ter.oren klappert eine Muhle im einsamen Gru: d D e ein Märchenschlvst t äumt sie cm sti lei Deiher, Dari <r Sumpshadaenlust eiren tounDerlei en Tepri>o brci e: auS M llionen tre/ er B ütensteme Gleichförmig b.eht sich das a ters'chwarze. flechteniärnae Rad. vom plät- Ickemden Rau'cheia-h müfam Q'trieben. Cm FarDe: 'ptel liegt ül*er Der grü-en Zr5dl chke.t, e n^ir >chö:. De ste Margurr. e , euch:en aus ihr hervor De» Vergib« i nichts V'.cuauge unb Da» *at;c Ge b des f« -^n'u^ej; da u Da? Ma t- rot. von Lichtne?en unb Hirichzun^.n d e Färb- ftimmurge von Orchideen, Ha.tchtckk auf und Amp'er Gin Du derweria-b in b een Zu- lom.TC k 2 gen höchste Voll - Dung.

Zinste e Föhrenwä der bktberi hinter mir. Kräftige Iungtannen fchliehen sich an ihren Ranb unb wer'en einen frohen Ton in 'bren ':eten Cmst OBdte H ilestrecken folgen. Dör­fer im blumige.-. Diefengrunb. schmale. Him- :. errbe Dcae unb statt iche H--e'.. e ck rmt von zerzausten Baumriesen u.-b wu.der lick en Da- ux> tciQchaV.cn. Am Ginstirhü-el ist de D< t n Gold ge:aurt. in Gold unb Glut unb leuchtende Sonne i'ier ist bei Früh ingt unb aller 'einer Herrlichkci en heimlichstes PoraDies. Vrn feiner Donne überflutet, finke ich tief hinein in Dielen leigen Glanz

Ich üierichaue bas Land bis an den bau- welligen Horizont. Denige Monate noch, unb er wird flammen rosenrot. Die eie Heer zarter

Auch AreaBo Mussolini. Der B uder des Shire, war zugegen gewrien Gr sieht dem arosten IRanne 3t i rr.» sehr ahnNch. unb ee »er - m und *n zu be»b- echten alt er -n» -eine stsl!e-ae- >urch d t Hr» bf'.ttftiltr Der bett er IRwfoimi l^hne. wc> et genau le nach Druckerfchwärze Lep.er jnD Unrast riecht, tote in allen Zeit-.gsho km iet Sri! aber poli­tisch so eigenen ; geon it mirt. dost et scho« belfer Irin wirr Darüber briorOert zu erzählen

Das Hochwasser am Mississippi.

Von unserem H. H. -Berichterstatter

2 euhork. Ansang Mai.

Inselge mvnatelanger unb ungeir-ähnlich star-

unb feiner großen Rehenslü'le lühr: Der S.rvm seit Wochen Hoch.

korbe überstieg unb sich zu einer nationalen Kata­strophe auswuchs

Der Ädernder breite Strom wälzt in der Sekunde zwei Millionen Kubikfust Walser zu Tal, unb liegt noch dazu vier, sechs unb sieben Meter höher als Da» Tiefland von dem er nur durch einen Grdwall getrennt ist. Diele Dämme ziehen sich vreiE hundert Meilen weit an Den Ufern des Mississippi hin. bi» h nunter an den Golf von TiertL. unb bilden e.ne» der grostten staatlichen Unternehn en in Amerika An Tau­senden von Stellen sind Männer und Burichen.

uen unb K d.-r une 4)'ig. um Die Dämme zu verstärken. Mo nur ein wenig Masser durchsickeN. must Da» Leck gestopft wer­den. denn Die Räume bestehen au» seiner an- geschwemmter Grde unb 5ltc»lanb. unb Die kleinste Oessnung wird von dem rinnenden Maller schnell erweitert. Gin unbeachtliches Rattenloch in einem Damm kann einer ganzen Gegend vrr- hängn>»voll werden Bewaffnete Mäch'er ziehen aus Posten. Sie haben Da» Recht, jeden verdäch­tigen sofort niederzulchie'^n. Sin Dammbruch ver­mindert nämlich bie Gefahr auf Der anDem Seite, unb so soll es früher vorgef-mmen sein, dast gewislenlose Anwohner Leute aus Die andere Seite des Stromes schickten, um Dort Den Damm mit Dynamit zu sprengen.

Flutzeiten sind für bie Bewohner De» Millll- sippi-Lales Zeiten der Aufregung Berichte von anderen Stellen werden mit Ungeduld erwartet. Aengstlich suchen taufend Blicke den Himmel ab nach Regenzeichen, unb eine schwarze Molke be­trübt ein ganzes Land. Denn rin Steigen der Flut um zwei Fingerbreit mag zwischen Sieg oder Aiederlage im Kampfe gegen den St ran, ent­scheiden. Unb wa» die Flut anrichtel. wenn sie den Damm Durchbricht. Daran denken d e An­wohner nur mit Graulen. Sie mag sruchtoares Land meilerurcu bedecken ufib in e.nen Dee ver­wandeln. Zuweilen gar ändert der Strom feinen Lauf unb gräbt sich rin neues Belt. Meilen von Dem alten entfernt Allein das Land der Riede- runaen ist so fruchtbar, dast niemand Daran denkt, c» auf jugeben. Meisten» entstand der Boden eben durch folche Überschwemmungen.

Zu Taufenden strömen die Flüchtlinge in sicher gelegene Städte, wie Memphi». Tideburg. Bazoo unb Helena. Aus Den Landstrasten ziehen lange Reihe Weister unb schwarzer Farmer mit Familien und Haustieren dahin, alle beloben mit Hausrat. Tauleirde muhten a.i» gefährlicher Lage befreit werden. An vielen Stellen hatten sie lich auf Die Dämme ae'lüchtet. die die höchste Stelke ringsum bilden. Richts als Himmel unb Malier um sich. Den wilden Strom nur wenige Zentimeter unter ihren Fristen brausend, warte­ten sie angsterfüllt auf Hilfe. Die nur durch ein Schiff kommen konn c Biele flammerten lich tn Baumwiplrin an und muhten durch Boote ge» rette: werden. Bei vittle Rock wurde die Drücke Der Mtlfoun Paoific-Bahu über Den Arkanfa» von dem wilden Strom fartgeriflen. obwohl man ganze Züge mit Felsblöcken beloben darauf aus­gestellt hatte, um sie zu beschwer cm unb zu halten Flugzeuge suchen da» Ueber'chwemmungsgebiet ab. um Leute in Rot zu erspähen unb abge- Ichnittene Gruppen zu retten. ob?r sie befördern Lebersmittel unb OEeDifamente An manchen Stellen steht das Malier meterhoch über den Dächern Ganze Dörfer und Städte muhten ge­raum: unb bie Flüchtlinge in Lagern unter- gebrach! werden Kalte unb Regen oer^

ten die Leiden noch Rach:» arbeiten sich Dampfer mit Scheinwerfern durch Die eilt Trümmern be­deckte Flut unb suchen nach Flüchtlingen in Rot.

Die Bändigung des Mi s.s -pp .H noch immer rin ungelöste» ProKem D e Regierung rvende» au' die zwar in normalen vielten ihren Zweck erfüllen, bei ungewöhnlicher Hochflut sich ^edrch al» unzulänglich erwecken Der Strom en:wäNert ein ungeheures Gebiet So haben ungewöhnliche atmo p ärckche ober Mi terung»ie ingungen leicht eme Katastrophe tm Griolge Dazu kommt die Abholzung der 'Berge unb Aajel Früher besah der Strom grobe JbllubhcJr. in Gestalt von Sump'en. in die sich die Hochlluten rrgvllen. um Strom aus beiden Seiten e,n«dämmt und Die Sümpse wurden enttvälleri. So ist dann das Strombett einfach zu Nein, um bie gewaltigen Mattermallen oufzunehmen. die in ter ganten Dell nicht ihresgleichen haben mit 2lu»nahme des Amazonenllrvrnes und der Riesenslülle in

Die Neichswshniingrzähluna.

Mm 1A. 5Rai hnbrt im Deutschen Reich (ohne caargebiet) eine umfaffenbe ttohnunp pb« lang fielt, bie ;weile ihrer Mrt. Die Srpedn'|e der elften Reich»wahnung?zahiung ovm Ma, 19IÄ können sur die Neuregriuna der Wohnung-Wirtschaft und lur Die HuMietlur.g einte Daupropram ne nicht mehl zugrunde gelegt werden. Da erst die Folgezeit die starken Ißeranberangen aus Dem Gebiete bee Wobnungewefen» gebracht hat. die heute so drin­gend nach Adhiise oeriangen. Mu» kutfem Grande hatte anlahlich der Mnsang 1915 erfolgten Beratung de, Gesetze, über bie Volk»-. Beeuso- unb Betrieb,- Zahlung 192.'» der Reich»iag den Wunjch outgrfpro- eben, auch eint Reich,ioohnung»zähs >ng oorzuneh- men. um für die MuffUUung eine, Wvhnungobau. mogramm, zuoerlüfsige Unterlagen zu grmmnen. Mit Rücklicht aus bie grobe Betastung der BeooHe- rang und der |ta!cku|chen Behörden durch die um- fangreiche Doik,-. Berufe- u. Betr>ed,zahiung 1925 nahm ledoch die Reichsregierung bamol, im Ütn- verncb nen mit dem Reiche tag von der gleichzeiiiarn Durchsuhruno rtner Reichswohnuno»Adlung Md- stnnd. L*<tnfilLl) in einer Anzahl von M ' 11 e I - u n d Grohftädlen wurde in Brrbinduna mit den in gröberen Stadien erforderlichen Borerhebungrn iür die Bolko- Berufe- unb Beiried,zähiung 1925 auch eine Wohnungszählung durchgefuhrt Die Reich» wohnang-zuhlung dagegen wurde bi» zum Frühsahr 1927 verfchoben unb ist nunmehr durch da, ..Gesetz über bie Reichawohnungszähluna i.n Jahre 1927 und die Feststellung der ,-^ahi der Woh- nangsuchenden" oom 2 März 1927 an geordnet worden.

Die Zshlung erstreck, sich grundsätzlich zedach unter Zulassung von Mu »not? men auf die Ge­meinden m,t mehr aie 2000 Umwohnern: bie gleich- teitige Festsiellung der Wohnungsuchenden findet in I ä mII i 4en Geenemden ftatt. Die unmittelkire Ausführung der Zählung erfolgt burd) die Ge- membebebL'rbffi Da de« |inb ihnen etwa <00 000 bi, 300 000 3abler behilflich, twe ihre Psticht ehren- amtlich erfüllen. (E, darf daher erwartet werden, bah Ihnen ihr oerantroortungeoolk, Amt durch Bil­lige Au,kimft»erleiiung feiten, der Bevölkerung er- leichter, wird Nach Beendigung der stotiflifchen Aufnahmen durch die Zahler und die (Brmeinbrbe- Horden erfolg« die weitere Bearbeitung de, Zahl- material, bei den zuständigen statlftischen Behörden.

Die zur Verwendung gelangenben d^hlpapitre bestehen au, einer Grundftuckriiste und einer Woh- !.ung»karte Die Grund |tuck»Ii st e ist von den Grundftuckseigenrümern auszufüllen, die barm Die Zahl der auf einem Grundstück befindlichen Gebäude und der klbftänDlgen Wohnungen in den Gebäuden any.igeben haben Bcfonber, zu beachten ist dabei, bah untervermietete Wohnungrieile oder Raume nicht al, lelbftäntüpe Wohnungen gelten, fandern mir sa'che Wohnraume. für bie em |elb|tanbiger Mietvertrag mit dem Hauseigentümer brfteh!.

rimrntfpretbmb ist die Wohnunaskarte nur von den HauptinHabern einer leloftanbipen Wohnung, also von versonen. die die Miete unmit­telbar an den 5)au»wirt absühren. auszufüllen. Un­termieter. d h. Berfonen oder Bfr|t>nengrupp<n die ihren Mietvertrag nicht mit dem Hauseigentü ner Ioniern mit dem Haupttnieier abge|chio|len haben, erhalten keine Dohnungskarie. ö, darf ai|o für jede

Schmetterlinge trngaufh mich Des Ginsters ' e

tote ein einz grs hungit'?» Flammenmeer

Lust ur.D be äu enD ist Der Dust. Der ihm entsteigt Bienen Ichtoirren hin unD her. dm Ton 'uu't 1 . e ' ' cnde Klang c -er

m.ttternächtir-en D ocke öine Lchirmkic'er brei et chre Zweige über mich. Strah.enkerze.i hat sie ausge'teckt Iür Liebe unD Lenz

Bor mir zu Fähen dr;nt sich Die He'be. Ihr erstes FreuDenk.cth legte fie an nach Des Minters harter Ginlamkeit Mc ein weicher olive grünet Teppich beeilet sie ich weithin aus älr^äb.i-e Ma^oiDer gel en le w e e ne Herd« junger Lämmrr Q nfte Hüt r ' ätz n r.e, Päch­ter v.e er Iahrhu Dcrt«, die an i ,r voririe.zo^en im e.r t :en Mea.fi I von Frühling und Herb', Brvrn.ccre und G.ihdlatt legen um manchen ur/.er ihnen und fein bleiche» Murzeltverk e.n lc'tes Gerank.

Im t.e en HriDgrund träum: ein blanker See Cm fchneew t'^c Meg läu t ihm entgegen. Me.hrinD ge Sank irfrn. von der Grwa.t te» MinteS eicht nach SüDost hinü.<rgebeugt unD mit 5.atz: en wie mit '.äater.Den 5rül;f,l:dm ü.«r- atn. schauen <vr Lot > im fchw ig nben Grün) L2 W2 zgrüne Mrorli scrn. Dicht ö:;: ' rauä- gru;te.n stehen ihm zur Sri:« unD ö.e e chen - oeroutett unD mvo»be-achfe» in du'tenDer 21ü:en üU«. Cuh ichwargr ManD ! ch'.icfit den Lee ab wie ein ura t vergess» eS KinDermärchen, He m.ich spielt Die Sonne mit Den schlanken K e'cr-stämmen. bah sie arrs'.euchter, in kup'er- rv er G ut

B ü e Meitenröschen teilt i die Seicken de» Sand..ügels nru co en rotem Hauch und w< ih- sterntge ungetdlümchen schmirL-en sich te'che den. an den türtign Boden. Bcrlorrnon ce en Die eriien Gri.len ihr &:r-merru,D 2ur:e KI er lau- r. auf und ab an de» Ginstet» sprödem ®:ä*i S.n sütz'ehn iches Berla-gm schläft ringsum tn allen Dingen. Vekweh-er Glrckerck tfrg kommt von irce-bDcter durch Dm Da D und mit ihm Des Sv D e^enkfoLets wehtteu.i.« M« e An Mn- ietiett erinnert sie, an Herzens: e e öin'arnlriL

Da c.er 'etzt eax Lerch« ein mit atemw'em Cctnlier. und hekier als zuvor lach: totrDtr der Tag. Le-.chte MoUgras^Vckchen treibt Der MinD

herüber von Dort, too Die Heide Dem Moore lich nähert herüber in mein goldenes Sommerreich tote lUberne Gedanken im t'.chtfrvden Venz

UnD to.e die Gedanken. Io trand'nn ü er mit Die Mo fen durch die ruhige Himrn l».läue. Auf ihren F üge'n tragen fie mein Herz Das Dem Fiühling nach! tf unD ihn hielt in Winkeln unD Weiten Der stillen Heimat^« k«.

Hessisches Landeslhealer.

Den gegenwärtigen Aufführungen de, Landen ibttiter, kommt eine befonbere Bedeutung zu. well fie zumeifl Gafilpiele auf Anstellung bringen. sie be- lummen formt den llharokter vieler Vorstellungen, benn e, handelt sich durchweg um bie Besitzung ber fxiupckäcker. Dieser Tape wurde Wagner, ,.1 r ist a n und 21 olde" gegeben, und zwar mit nicht nemper al, mer Galten, den Leiter der vper, Gene- rjlrrjfilbirefior vr Bohrn mit eingerechnet, brr batnil zum ersten Male vor da, Darmstadter Ba* i-lilum trat Die Leistungen de, neuen Orchri'er- >tter» heb<r erkennen dost er eme Persönlichkeit ist. rie br- L-unDfitbrater viel za geben verspricht Unter *-en Gasten Han' an eriier stelle Rosa Merker -u» W en al, Jsoid, ihre Anstellung wäre für die Janäertiubne unzweifelha'i em (Äewenn. Die Kunst- erin oertunbr. mit einer stattlichen Bühnenerfchri- -img wohlgefchi (te unb klangvolle ethmnttleL Der Inf ton ><» G'lte» Rudols Balve au, Veipitg rrtDif, sich ebtr.io'J» al, Dk Leistung ernte Künstler» o- y mg eboch z< gt jein Organ weniger einen deibnchen :!» einen lyrckchen Lhorakter: ol, Erfaß für Gotchr'.f Pistor wird er Darum vielleicht nicht m Frage kommen. £L B e r o t au, Nürnberg (- rig Marke) machte feinen unsympochijchen CEinörurf: mbe en Iaht die Rolle kein ftd^ere, Urteil über den Urr-cnp d'7 Stimme und die An der Darstell.mz zu. Trc? schoren Wetter, i-xtr bie Boritellung fehr

büfum ouherordenUich gefeiert. LI» letzte Reuheit brodrte bc, Echaufpiri Molnar»Spiel m S d>o 6* brrau». da, sich al» ein cheatenvirttame» und or.^inelle» Luftspiel ermie». Leider verfcklepve» emioe längere Dialoge bie Handfimg. Die Darstel­lung war au^eznchwri und die Lusnohme beim Du* blrfum sehr günstig. E- B.