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Nr 289 Zünfte; Blatt

Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesien)

Samstag, 10. Vezemder 1927

Abi üfiunq und Sicherheit

Äwitcnpoliiif*c Umschau

Boa Pro! Dr Otte $oee 1*. TL b 3

Janen 8>ir zimäch» «er bte edle »yäl'tc der Dezember, et*-Ile im 2)b!Urbun> tn* 2age v!b- rüftung uni Z Jtertc.t Io t» um drs vrrwcgzu- nebm«. t-i» Sr t n « tem beutfdben Stand- punti aus nicht QdnWifl und bcfr*.ebig:nb Die Bb'lcht. aul dir lagt- rbnung b e'er oorbeteiten- ben 3brüWuna*tr' ' r nz be »tre te ßelung jrttrt unvol'kon." er en Äon» rrrnZen.tourte« au Irr en, mibfllüdte Ser Mreffenbe Antrag b.** »ta- len Bern »ter" war nicht durchzu etzen unk» muhte mit einer diplomati chen dr!l irung beif.'ite ge» schoben werden bie ben beutlchen Tüdiug kaum oerbüHen konnte ?Itatertdl IW in ®m jetzt von der Loche nur insoweit bie Bede gewesen als bie Bussen bie Abrüstung erörtert haben

Noch we'entlicher ifl der Ausgang bet Ter- mlnlalenber nach dem das Llchrrdeits- kvm'iee am 2? J-bruor und b c TbrüHungefom- mils'on am 15 M r> zulamme tret n M en Dos t<t oh e Ztres I ein sronzösIfcher rsolgl Denn es wird mit der Slcherheitser- örierung begannen. gegen bie deutsche Xbele. das, zuerst die Abrüstung erörtert werden mii'se au< i?runbage brr g*g*nto.ntvicn Sicherst t? e Inis'e Der deut che D.rtreter fiat dem schliesillch »ugeftimmt, nachdem er vorher AÄderipruch erhoben h.itte. da ihm bie Ur'I run- gen der anderen garantiert bitten, bah bie groste Tbrüfiungilonteren» noch 1.23 einberufen werden könne Was da# bedeutet, dafür 'st der einfachste Beweis, dast die Bet ammlung bicfc deut'che (Irfläruna mit allge^e ner Heiterkeit quittierte Denn jedermann Weist, dast bet vieler Anordnung die grobe Abrüstung-Ion erenz ganz bestimmt nicht 1928 ftattfinben w rd. Das ergibt an sich schon eine Ueberlegung. bie Graf Bem- stortf so selbst in Dens vertreten hat. und dazu kommt noch, dast ein grober Teil des Jahres von der Wahlsiewegung in einer Beihe von Ändern in Anspruch g*nommcn ist

Frankreich hat m tstine nen TV Ilen kurchge- fetzt dast erst über d e S chrhets rage g fpto- chen wird 'um Präsident.n de» Sicherheits- komitces wurde Benesch wählt, b*r fo zu einer anderen Tür wieder Tn den Völkerbund beremfomml. nachdem er auf der einen Veite, nach Tb!cu des Mandates der T'che-oflow'.kei tm Bat. verschwunden war DaS 3ufmmen p el der drei Doncour. Bene ch und Pol tis wurde in der gemeinsamen Front gegen die Bussen noch deutlicher und macht den ganzen Ausgang

- ' cii.T. n bmer st n sch hat einen Arbeitsplan für das Sicherstei s om t e t

Schiedegerichtsvertrüge prüfen und verg'e.chen. daraus eine Art Mufterfchema für einen al 1 gerne:ren Sch cd-vertrag aulsteüen und die vorhandenen Sicherhe tSpakte und Begio- nalbündnisfe m ihr n Bez chungei zu den be­treffenden Artikeln des Völkrrbund-po'te- unter­suchen will Selbst Bnnrour hat dagegen einge­wendet. dast man We Sicherheit nicht erhöhen könnte, indem m n Do u nen e studiere 3n jedem Falle ist diele Arle i so angelegt, dast sie schwer­lich zwilchen hem 2) Februar und dem 15 Mörz 1928 zu einem Ziele kommen kann.

Auf d.e'e Tv.ise wird eben erreicht, wo­gegen Teut «tlanb >m Sept m' er an'ämrftc, dast die . t> h n a u t gezerrt wird,

daraus baben die B-> len jetzt mit Becht hinge- wielen. Oder die'e (lu'ammen egung. dieses Trio, das ganz os.-nbor da- Äomitee birig.eren will, lenkt dann d e Arbeit eben wieder hin aus jenes Denier ProtokolL Alan kann von fern aus tchwr überschen, ob eine andere Haltung tn Genf möglich wäre Aber das ist nicht zu be­streiten. dast dia deut che Linie jetzt im Dezember verlassen wurde, und dast das G'fomter^cb- nie für Deut'chland unerfreulich ist Es wird in jeder Deziehun i einer ganz besonderen. lehr sorgfült ge" Torbcrc tung bedlirsen. damit Deutschland nicht au' diesem g alten Boden, auf den es jetzt getreten ist ober den es hat betret m müssen, in austerordcnt ich schwierige Lagen kommt und vor überaus pe nliche dnt cheidungen

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B» I»Are die Sache un ©inne der Draht e er ber onberen che t. noch g'atter a-- gangei trenn Bustland r cht habe gewesen wäre. E» fiel m i ber I t in* Hau* indem es einen r ad lolm Abrüstungsvorlchlag mit vielen Punkte unterere t te u ».r den man wmkchst : . . » ehr von oben

herab u-jrb; st'itwinow voa Boacour. Benetch

DU hi ü-' aber b:n radikalen PaAif smus be­reits hinter sich hab- und dast man mit derartige 31 ulicnen nicht kommen solle TD r glauben, dast bie Herren dabei Me '.8ulen für dummer unt weltfremder nahm er. als sie tatsäch­lich find 0* ist kbr einfach dcc i ibttak n Vor- ichläge als kindlich und als Humbug beiseite zu 'chieben. aber nie man > kann bestreiten dast tn Litwinow* Änt k an der 2 rüftung.bewegung und an den milttäri'chen Bültungen der S eger in sehr vielen Punkten unbedingt richtig war Sodann hat jenes Trio w rklich das Recht, zu derartigen Brlehrungen. da noch keiner von ihnen auf irgendeinen realen 3rio*g auf ein relanaca Ab­rüstungserörterung hinwei en kennte? Biel ein­drucksvoller wäre gcwe'en. wenn Paul Boncour dem Hülfen auf be* cn Vortchl'ge hätte entg g.n- setzen können, was Frankreich t.i bet Abrüstung tatsächlich bereits getan hat 2'er der ganze jämmerliche Dang der AorültungS rage seit Dezember 1924. an den Litwinow erinnerte, gab ber Kritik der Bullen Berechtigung und da­mit auch ihre Wirkung

Dast sie ihre Vorschläge in propagan­distischer Ab*icht machen, weih jedermann. Ab.-r diese «läufig Formel paht nun auch nicht mehr vollständig für die jetzige Lage Bustland will an her Abrüstung-- und Sicherheitserörte- rung teilnebmen. Auch hat Litwinow ja davon gesprochen,, dast 2ufil mb auch mit einer aJ l mählichen Durchführung de- Abrüst ungs- pkans in Terminen, de die Äonfer.m* festzulegen habe einverstanden sei. dast Bustland vor allem aber die Botwetidiakeilen der Schisfung wahr­haft fester und wirksamer Friedensgaran­tien betone. Bustland HL freilich dafür zunächst nur feine 3bee der Sicherst it-pakte vorzuschla- gen. die Tschitscherin leit ?Honaten z.rtb- wustt verfolgt Aber am Sonst des russischen Willens. mi'.zuarbci:en, ist nicht zu zweiscln. Warum? Weil da« Interesse Bustland« diese Haltung zwingend gebiete. well Bustland eine Friedens­politik treiben must.

Alö E,pvnent Stalin«, der gleichzeitig im Äremi die Oppofit on n.ederkämpsen will, trat Litwinow in Dens auf. sowohl in d esei Erörle- rung' i wie in leinen Fühlungnahmen mit Brian d unb <:hamberl,in und mit der Einwirkung auf Litauen zur Befestigung des litauisch-poln.schon Konfliktes XIn» scheint, statt der hochmütigen Belehrungen, die die Saboteure der Abrüstungs­bewegung den Bussen erteilten, wäre es auch für den Völkerbund zweckdienlicher gewesen, sich auf diese besondere Sage Bustland« und feiner Delegation einzustellen.

3e mm: Bustland ist bei dieser Arbeit da­bei. im Sicherhe.tSkomitee vorläuf.g als Beob­achter. Aber je mehr sich zu Hau« die Bichtung Stalin« durchsetzt, um so entschiedener wird die Mitarbeit Buhlmids am Völkerbund nun neben dem Dölkerstund in dieser Hinsicht werben. Dabei wird nun auch Bustland sich über die drei Kar­pin a l pu n k t e immer klarer werben und sich darin zu eindeutigen Formulierungen verstehen sen

Trennung der russischen Staat«pvlitik und der dritten Internationale.

Ccllung zum europäischen Schiedsgerichts- gedunken. auf den Deutschland und England in der Sicherheitsdislulfion da« entfche.d.mde ®e- wicht legen.

A> Pallung der un. . e-r rn't.-n Bicht- angriifspaktidee an die europäische Jbc-e. für o e die Belkerbundsfayungen nun einmal da find, um die aber nun weiter im Sich erste. tSkomitse mit grosttcr Zähigkeit und Scharfe gerungen werden wird

England blieb im Hintergrund, beschränkte sich auf Besation unb Ablehnung des .Pro- it>. Her iahe«". Ss Wird fchwenich diesen S and- pun.'t durchhalten können. Denn es ist nun ein­mal Tatlache, hast die Forderung n»4) Sicherheit

umert<::' der Al»rüstungsdeweauna oon rieten ötoaien au gelte..! wirb unb datz . iifrn3 das ausnur t und führ D rza wird man nicht nur mit reiner Tkegation auf Ne Dauer S ellung ntbm n können Sagte doch auch mit Becht ein so ein­sichtiger engü'chee 3oumalt« we D 2 rvir. in .O'.-' ivcr' d 'st ? t Fned n uch wenn beule Ne ganze früsterr Ont nie abrüste, nicht sich rtü fei als bisher weil Ne Rngen der durch brr verschiedenen Fr eben* vm rag misthandel- len Staaten Nadurch .n Dl beseitigt werd.m würden

Das Ergebnis für i»en DsUerbu.,0 telb'i ist jetzt zunächst, dast ein ge ch lag en es bJlbiö 3abr nutzlos verstreich« 3m Sep ember gab man mit jener allgemeinen Resolution den neuen An­trieb jetzt w,rb es Frühjahr. Februar oder Märi ehe Ne ersten Schritte matrridler Be­ratung getan werden Bann man wirklich die Dtr.ge Io langsam geben lallen, txxibrcnb dis alten Bündntfte unb die alte Oinkreisungspolilll unb Büstungspolilik Weitergesten unb for.wäh- renb den eurvpäilchen Fr.eben beuaruhig.m? Zu­nächst ist der D l'erdund in b c?er Frage r*: llig in der Hand Frankreichs unb feiner Tra­banten Derrn Ziel ist mit einem Wor. de Konstellation van 1919 auf unabsehbare Zeil aufrechtzuerhallen und mit allen Ga­rantien zu umg den. N* au 5g für lt werden können, und sie mti der 2iitor;iät des Völker­bünde-?. der freiwilliaen Zustimmung der Völker- bundsgenollen. zu stützen Das kann auf bie Dauer für den Volkerbunb geradezu r inSt wer­den Aber uns ist wesenllich'r die deutsche Sorge. Die Sorge, dah bie im September tn Dens etngdcifclc Or6rt rung Deutschland nicht über den xopf wachse. Deutschland überraschender, als seine Führung denkt, vor sehr unangenehme Sntscheidüngen stellen kann. Deshalb be Oien wir Io nachdrücklich, dast gleich dieser erste Anlaul. der ertte praktische Anlauf auf ®runb ber Genfer Befo'.ution des September- für.Deutschland un­befriedigend unb ungünstig ablchloh!

Bücheriisch.

Aus dem (Siebener XI niverfi- tätsgoltesbienst. Bier Predigten von l). Han» Schmidt. D. Georg Bertram. D. Heinrich Frick, D. Leopold (X o r b I e r. 59 Seiten 8'. Verlag von 211 reb Töpelmann. Sieben 1927. Die Veröffentlichung bi~x Predigten bedeutet uns ein Geich nk. das r dankbar begruben. Ss wird uns ja oft fchwe.. einzusehen. wie wissenschaftliche Arbeit an der Bibel unb an ber Lehre des Christentums mit der praktischen Predigt und Do toerfünbigung zulammengehen können. Fallen Theorie unb Praris hier nicht auseinander? Die h er vor­liegende PredigtIammlung zeigt, dast da« Gegen­teil ber Fall ist. Wa« da gepredigt wird al« uns jetzt unb hier angehende Botschaft, hätte fo nicht verkündigt werden farmen, ohne hingebende theo­logische Arbeit an Schrift unb Lehre Aus .Theologie- wirb .Predigt-. Davon zeugt dies Büchlein. Bon diesen Ueberkgungcn aus wird es auch verständlich, dah diese Preblaten, von denen jede in ihrer An etwas Eigentüm­liches ist, zusammen in einen Band verein gt werben konnten. Durch alle Mannigfalligleit hindurch zieht sich nämlich eine merkwürd.ge Einheit. Ss ist bie Einheit einer bestimmten inneren Haltung: die Beugung vor der Dahr- heit. ber Mille, nicht von sich zu reden, sondern von der Sache selbst Don da aus empfindet man es durchaus nicht als störend ober aK verwirrend, dah diese eine Sache, tn em cm Falle logar ein unb berfetbe Test in einer Vkanni<Tfaltigkeit von Stimmen zu uns spricket: vielmehr ahnen wir gerade ha.in etwas von dem umfassenden Beichtum der Botschaft, die wir vernehmen follen. Bes.mders zu beg üben ist, dah jeder Predigt bie -ugehör.g m Stücke der Liturgie beigegeben sind. Dadurch wird zweierlei er­reich«. Zunächst kann jetzt jede Predigt im Böh­men des ganzen Gottesdienstes gesehen werden unb wird dadurch erst ganz plastisch Dann aber kann durch die bei gefügten Lesungen. Ge­bete und Lieder diese PreNgtsamw.lung dem 2c'er zu einem wirklichen An7«chtSbuche werden. Bickst nur die Freunde des Giestener Xlnioerfi* tätsgottesdienstes werden gerne zu diesem Büch­

lein grerter am da« Geb- rtr noch einmal über* benfru ,u konaen. vielmehr ;<bnn au'Nchtig Sr-ige-Ccr. vermögen dirtc Predigten etwas zu 'a^ren. Der Beinenrag der Schrill loll N-r Be­schaffung einer neuen Altar- un** antelbefiel» bung: den G rstener Xlnivertitätsgvtlksd n^ zugute kommen

Zm Dczember-H I: bet .Europai» ' chen bespräche- Verlag Dr Dallher .Xeihlchllb. Berlrn-Grunewalb w-td das intet» f'lame Ergebnis einer Umfrage an uve hundert Pcrtonlichieiten der deut '-en 0efemlichke l vor­gelegt. um aufiuhellen wobra die Bewegung der 21u. .ur.gen über bte Ba: amkeil un'» übet bte jr.g einer So«

lonralpolitik aeftt w -ch<n den weni­gen St.n-nen tnes absoluten .Huide weg von ; er. Kolon'.en uiu be ..n eines utbeitrren Io» lo-ralen Dlach.strebe ns zeichnet sich in der über» »iegenben Unheil der 2cu'>erungen eine min­iere Linie ab. die. ohne sonder.che Degeistetung für bie heutige Manl-atspratis an den well- roliiilchen Gegebenheitrn der Jetztzeit orientiert ih unb in der Entwicklung der Aotoniallänber. be onber» der afräkanifchen. unb In der Hebung ber Eingeborenen Aufgaben von großem ma» icciel e 2l >tzen und e ninent erzieherifchrr Be- bc.juni für die Kvlonifatv en treiU Wenn das Ergebni» der Bnnd'tage Mel opnmistrsch' 3> ter» pretanon geftatitl. Io zeigt sie doch auch deut- lich einen erlchreckend unfertigen Zustand der M en lichen Meinung D nl chlands In Metern Punkte, die in weiteret DiskuUivn zu Hären die vorliegenden Aeusterungen Hof entlich An­last geben werden

Die Ä r I e g « I <b u l b f r a g e. Ber­liner Monatshefte für tnfernaiionale Aufklä­rung Herausgegeben von der ..Zentralstelle für Erforschung der Briegsurfachen . Berlin N\X' 6. Heft 12 Einzelpreis 1 Mk Aus dem viel­seitigen Inhalt des Deze nberheftes Ist an er er Stelle eine Arbeit des bsterrcichtlchen General- major a D Bitter von S.einitz übet d e Be­sprechungen bed ei emaligen österreichischen 2i s>en- nünifter« Aehrenthal mit Iswolski in Buchlau unb die Vorgeschichte ter Annerionskrisis herv r- zuheben Paul Herre nimmt zvei in der .Bevue iei beuf Montes' unb ter2uot>a Antologla- crfch'c ent Aussätze, bie wahrscheinlich Tiit ni unb Salandra zum De.sal er haben, unter bie 2upe unb kommt zu dein für bie be ben italieni­schen Politcker we ig schineiche hasten Orgebn s. bast ihre Darstel ungen zur Ät egslchuldlrn e einer sachlichen historischen Prüfung nicht Stand ta.ten.

Kirchlitöe Tlothricfifeii.

Evangelische Gemeinden.

Sonntag, ben 11 Dezember 3. Äboent

StabltirdK>30 Uhr. Psarrasststenl Hertel: 11: stinberkirche für bie Matt hau »gerne, nbe, Vlarrolfl- flent Hertel 5: Pfarrer vecker. Deichte unb hl. Äbenbmahl für bie Markuegemeinbe äohanaeo- klrche. *> 30: Pfarrer Wambaub. 11: Kinderkirche für bie Üufaegemelnbe, Pfarrer Bechkolsheimer. V Pfarrer »uefefb; Deichte unb hl Abendmahl für bie Johannen,emrtnbe: 8 Dlbelbefvrechuna im Johan- nessaol, Pfarrer Lenz. ftapelle be» allen Itieb- boft 9.30. Pfarrer Lenz: 11 stlnberklrche, Pfarrer llen, Neue Hula. llnioeisttäls Gotteeblenst 1130; Predigt. Prof Dr Frick. stlrchbetg 10; 1 80 Col­lar Wieleck 9 45, 11: stinderklrch, Hausen- Garbenleich 10: 'lufen; 1 Garbenteich tlch stollekte für die Heibenmlsston; 10: Misstonat Schlaudraff. 12 45: flinbergotteeblenft; 2: Stift»- pfarrer Schorlemmer. 3.30 hl Dbendmahl für Elite (Spital) Watzenborn Steinberg. 10: Predigt; 11: Rinbertirdje. Alten vnfeck. 10; 1

stakholische Gemeinben.

Giesten Samttag, 10. Dezember. 4 30 un^ 7 Uhr: Beichte. Sonntag, fi Dezember. 3. Dboent mag. 6 30: Beichte. 7: Meise; Kommunion ber Jünglinge unb be» Gelellenoerein»; 8: Äommunion. 9: Hoch­amt mit Predigt; 11 Messe mit Predigt; 5 30: Thristenlehre unb Lnbacht Grünberg. 9 30 Messe mit Predigt Hangen: '> 30 Hochamt mit Predigt. Lich. 730 Messe mit Predigt___________________

Po -nia3#B r || . erneu,»tbefe t > 11 12/7. S -N l»r. Schlievbake I r Schäffer HHstzaooitieke. iabu'irzt: I»r. <-onier.

Kameraden.

Roman von FeltL D o e I ch I, n.

Q>P) nght by ttari Dancker. Berlin 62.

32. Fortiegung Nachdruck verboten.

..Wenn beute eine Erfindung gemacht wirk um den Stickstoff auf bie allereinfachste Weise herzustcllen unb damit auch bie Produktion ju ver­doppeln oder zu .»erdrermachen, so wird da» bie Folge baben. dast beule abend leben ber Boden doppel: oX: dreimal jo viel wen i|L Und Jwnn nützt eigentlich bie Erfindung nicht viel, benn war ich an X: reb.it hon gewinne, ba» bezahle ich mit oer- mehnsn Bodenzielen. Wir müßen aho einen ande­ren 21kg iuchcn ü* gibt nömlub einen solchen Weg. Die Siegterung lasse ich oorlauha au» bem Spiel. Dir müfkn alle» durch eine grostr («eWlJ'dMft auf« kaufen lasten. Diese Ge^llichast nennen wirBoden- kultur-riknen Ge'elllchasf oder ..Deutsche Zukunft. «ksten-Gelellfcha |-, oder ..Deutsche «oben-flhien- «nellichiü- ober ähnlich. Um bie Besitzer geneigt zu madyen. tbrvn Boden ju verkaufen, müsten wir sie ängstigen. Und nun gibt e» M glücklicherweise ge- wisse f-ereinigungen. bie ba» Ziel haben, bem deut­schen Volk seinen Boden zurück zue rädern, ober wie man ba» nennen will. E» gibt oben re* armer unb Siedlung»genostenscha'ten. Man erweckt also ben An- schein, al» ob diese Bereinigungen mehr Mack» be- tasten, al» sie in DirNichkeit besitzen, unb al» ob eine (Erpropnahon be» Boden» durch ben Staat drohe Man löst! roomoatid) entsprechende Gesetze»- Vorlagen einbnngen. Und wir kaufen unter b r ykmb. The Leute werben lieber billig verkaufen, al» zu noch schlechteren Bedingungen expropriiert wer­den. 3n einigen Jahren heinen nwr. nfprtt.o bie .Deutsche Boden-Attien-Tesellichalt* ben Boden"

.Das ist ungeheuer.* rief Georg.Unb wenn wir den Boden haben, bann ... Er erlebte bte l'Hion be» zum Ganen geworbenen Deavchfand.

..Dann verkaufen wir ihn wieder unb zwar mit einem tüchtigen Gewinn.* fuhr Goldmann ruhig fort 31.

Georg starrte ihn iastungslo» aiu habe dir ja gesagt das ist ein ganz gerissener flerl*. lachte Hermann.

.Da; ist eine Schurke re: * schrie Georg.

91 em. da; ist ein Grtchöstl*

" murmelte Georg. Er spürte wie­der eine Schwache wie aus ber Strohe, al» er ben Schlag von hinten erhalten batte. ..Alles ist bei Euch ein Ge-chö-t. Die L'itbc ist ein Geschäft unb der Boden ist ein Geschäft.* (Fr schwankte. Hermann mach:e einen Schritt auf ihn zu.Nein, ich falle nicht. Rühr mich nicht an'* (Fr merkte, dast er ba» Papier immer roch in ben Hönben hielt, jene» (Belob- ni», da» he nut ihrem eigenen Blute unterschrieben batten. ..vielleicht Ist bas ba blost ein Zettel, viel- leicht. Hermann, hab ick, ba» da mit bem Papier nur geträumt, nicht wahr? Man kann doch etwas so träumen, dast man ment, es jei wirklich ge­rne! en. nicht wahr? vielleicht ist ba» alle» blost eine fixe Obre, ich komme ja aus dem Irrenhause. (F» wäre n.cht merkwürdig, wenn ich an einer fixen Cbee Ihre. Ich habe das vielleicht einmal selber ge­schrieben unb mir bann eingeredet, ihr alle honet e» geschrieben, vielleicht wollte ich mir blost irgenb eine Mach', verschaffen über euch Ober glaubst du. dreier -chützenaraben sei wirklich einmal 'o ge- me*cr? Du weitzk war ich meine. Sagten wir wirk­lich. dast wir nicht des Geldes wegen auf ber Seit feien, iandern, dost wir do feien, um unsere Arbeit ju tun? Jeder die »eine, eine aroste ober eine kleine, unb bah wir auch im Frieden fo tapfer sein wollten wie im 8ncg? Haden wir so miteinander geiprodxn, ober habe ich blost geträurm. weil ,ch gern getzibt bitte, dah es damals so gernei<n wäre' Wan be­hauptet ja, dah man das träume, was man sich wünsche *

JDht dem Papier hat es seine Richdgkett.* sagte Acrmcnr.

Sber wenn es mit dem Papievreme Bichtig- feiJ bat bann bat es auch mit bemer Unterfdjnft feine Nichtigkeit und auch rät bte«er Tinte, nut der ik grebneben ist. mit deinem Bllu. Unb dieses c.rcke Btut must doch immer in dir sein. Unb darum kann-: bu heute eigentlich doch kein anderer fein.* Hermann w^stte feine Antwort.

(Fs ist wohl >0.* gab mm Georg selber langsam bie antwort. .Aast do- eint in dir -st unb das andere ajd). Unb das eine ist ganz Nein geworden und dos andere oonz groß Man kann zwei Dinge im Herzen hader $Xd) begrr.re bas. es ist mir auch so gegen- gen/ Man-mne dacktt er. Hilde, dachte er. Es Seb! einem ja mit vielen £i"*gen fo. Ich hob das cm gern, und ich hob die Maichine gern. Und ich hab es pent, aus dem Boden zu liegen, rm (Bros,

so recht mitten brüt, unb mich ganz dicht an ben Loden anziZschmiegen. dah man meint man spüre bas Herz der Erde, wenn es schon nur ber eigene Herzschlag ist, den man spürt.

Aber einmal bm icham Meer gestanden, oben an ber Nordsee, unb bas Doster ist auf mich zugeralischt über den flachen Strand mit Dellen unb Schaum, und bie Lust ist mir gegen die Brust geströmt, eine milde Luft, und sie hot nicht auf gehört gegen meine Brust zu drücken, dah ich mich anstemmen muhte. Und es war em suhes GiHühl m diesem Mnfturm unb in diesem Nauseben, das me auchörle. Der Negenpseiser tzat geschrien: fMmbirribirri, und braufjen ist ein Segelschiff oortteigrabren. und ich Hobe ba» Meer geliebt unb bm bogrticnben unb hab gemeint ich werde me mehr songehen. 3a, Io hat men bte UnenblicMelt in ber Brust unb bas andere, und man kann München gern hoben, weil es ganz im Londe bnn ist unb nach Land riecht unb ganz sott ist vor lauter Land, und man hat Homburg gern, weil sich dort Deutlchiond in die Delt hinaus oimet. mit einem starken hmreistenden ßuftpfl wahrhastig. So stechen wir Deutsche rmt einem Fuh in München unb mit dem andern in Homburg unb müsten iechen. wie wir mit uns selber fertig werben. Und jo ist dos eine und dos andere in mir, unb so ist es in dir. unb darum muh man Geduld haben " Er bang das Papier tm Beutel auf lernet Brust. . Unb herum bar ich nicht schwach werben.* Er streckte sich unb reichte Hermann die Hand

..Wohin willst du''* fragte der und spürte Lust, pi fogen Geh nicht! doch tagte er es nicht.

(Fs gib: noch einen Menichen in Deutschland, den ich .chen muh. Über ich komme wieder. Her- monr. id> laste dich rucht, und den anderen laste ich auch nicht Denn ich glaube immer noch an ba» Papier * Jetzt lächelte er.

In Hermann» Gesicht war etwas verlegenes unb Aindliches. Er sah aus wie een Bursche, der sich ichömt. wert er etwas G:'tes tun w-.U (Fr do chic: Ieg: '2g ich es doch Geh nick-' Ich soye es be- fnmmL Nur noch einen 3jgenbütf unb ich werbe es sogen ...

Da klapste es an ber Iure. Hermann Dehn wurde berausgerufen. Es verging ger<nune3eit

Dollen Bie nicht Platz nehmen. Herr Lutz?* iogte ®oflmcrm unb rückte ihm einen Stuhl hin. Georg östnese ben Ttc-nb w einem schroten Nein, als ihm einfid, dah chn dieser Marrn, jo, dieser gleiche

Monn, auf der Strohe ausgelesen hatte, ohne chn zu kennen. Cr banke und sitzir sich.

Hermann Drhn kam al» ein harter unb schrosser Mann wirber herein (fr musterte Georg mit einem scharfen Blick.Vorläufig form ich dich nicht gehen lasten, stennst bu Peter Grundt?*

,^a,' sagte Lutz langsam. ..und du kennst ihn auch.. (Fr ift mit uns im Schützengraben gewesen."

..Natürlich! Darum kam mir ber Name so be­kannt vor Do» erflärt auch deinen Besuch bei ihm " Er setzte hd> Georg gegenüber unb berichtete, dah man auf ihrer Seite schon längst von einem Hand­streich munkele, der auf der anderen Seite vorberei­tet werde, um die Diktatur auspirichten. Man habe die» unb jene» gewusst, doch sei man me ganz Im klaren gewesen, wer ber leitende Monn lei. vor drei logen lei es endlich gelungen, do» Zentrum ausfin­dig zu machen, wie man glaubt, unb seither beob­achte man Tag unb Nacht ba» Hau» Peter Grundt». benn um ihn handle es sich lelHamerweife. Man kontrolliere die Besuche, unb so habe man heute auch ihn entdeckt. Später lei e» aufgefallen, bah Georg von seinem Auto weggeführt worden fei, unb eben jetzt sei er daraus aufmerksam gemacht worden, bah er em Mitglied der Gegenpartei in der Stube Hobe. (Fr Hobe natürlich bestritten, doh die» der Fall sein könne, sie seien alte Kameraden unb irgend ein Ser-

Diese -

nügt, die Sache sei m Ordnung, unb nun begreife er auch, worum Georg diesen verdächtigen Munn oirsoeiucht Hobe. ..Die mors denn mit der Äame^ob- schE'

.Jteine Aarnevabschast.* sagte Georg

.JSd> kann es nur denken. Dir glauben, die Ab­sichten Grundib zu kennen. Host da etwas verdäch­tiges bemerkt'*

®*org schwieg

.Du ichweigst. das sagt <chon etliches. Ich Hobe allen Grund on»utiehmer. dah unfere Insormatio- nen zuoerläksig lind.* Er stand aus.Goldmann. nne mär«, wenn wir in die Höhle des Löwen gingen? Nun Habeti wir einen hübschen Hnfcfc. Site Schützen­it vabenireandicho st fiähn uns hin. Dir melden uns gant unschuldig, aber bewaffnet Du kommst auch -u! Georg. Dann wirb er uns um fo eh-er einlosten, mb werm wir einmal 6rinnen sind, werben wir bte 21uper austun. Dir gfouben rm Besitz seines Planes zu fein. Dollen sehen, ob es stimmt*

(Fortsetzung folgt)