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Montag, 10. Zanuar 1927

öiißsnjr Anzelzrr (Grneral-Anzeiger für Mtthr^sn)

Itr. 7 Zweites Vlatt

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Tierchen, das ihm soviel gewonnen hat. Kein lautes Geschrei, nur dumpfes Gemurmel, in dem sich die Erregung der Mengen zu lösen sucht. Schon erscheinen zwei neue. Das Spiel hebt wieder an. Allmählich werden die 'Heroen zer­mürbt, in jenen Zustand erhöhter Reagenz ver­seht, der jede Vernunft ausschaltet, der an Wahn­witz grenzt und der alles erklärt, daß einer in der Rächt, wenn all sein Geld verspielt ist, fein Vieh seht, sein Haus, seine Frauen, vielleicht auch in letzter Verzweiflung seine rechte Hand, die ihm dann abgehackt wird.

Fackeln werden entzündet bei sinkender Rächt.

Ich kann dem nicht lange zusehen. Von Grauen erschöpft, gehe ich langsam den Pfad zurück, die Straße bergab, dem Passagrahan zu, wie im Traum, während in der Ferne wie ein Hauch das Meer sich verdunkelt.

) Der folgende Abschnitt aus dem Reise- dgebuch des Verfassers dürfte besonderes In- tnelse beanspruchen: Dr. gramer wird in der Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde über die wärchenmfel Vali sprechen.

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(Heidungsrecht sollte moralischer sein. Man sollte die Heiligkeit der Ehe dadurch wahren, tat ihre Lösung nur dann stattfinden kann, wenn du Teil durch sein Verhalten schuldhafterweise anderen Teile einen im Gesetz aus - rücklich bezeichneten Grund zur Schei-

Oberhessen.

Landkreis Gießen.

gd Droßen-Buseck, 8. Ian. Die hie­sige Spar - und Leihkasse (Genossenschaft) hat sich in anerkennenswerter Weise freiwillig

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; entschlossen. Infolge gün- erungen ist sie in der Lage,

wurden die Hähne einander ansichtig, da flat­terten sie, noch gefangen im Käfig, wie wütend gegeneinander, kreischend. Rur mit Muhe konnten sie herausgenommen werden. Die Desitzer be­ruhigten sie, indem sie sie streichelten, wie man einen kostbaren Gegenstand streichelt. An ihren Sporen wurden hell glitzernde, scharfe Dolche befestigt. Der weihe Hahn schien geschwollen vor Zorn und Wut auf seinen Gegner, einen bunten, der seinen Hah zu bändigen schien in ge­sammelter Kraft. Von allen Seiten flogen Reichs- taler aus den Kampfplatz. Sie setzten auf der. Bunten, dessen Ruhe etwas Imponierendes hatte. Endlich der Augenblick. Die Hähne mustern sich eine Sekunde lang.

Auf den Zuschauern liegt der Rausch höchste.

sieghaft. Alle haben den Einsatz verloren.

liegt auf ihren Gesichtern, Zorn, Leidenschaft Der Besitzer des toeißen Hahnes streichelt seiü

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jiliriiiefflilii! Donnerstag, den 8',3-k"@4 Boller, Sabnbolltr. TageSordnE- t -fabresberichl m

der AnSMlst'., 9 A-itnim iSbentt

und Bericht der Revisoren.

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schwingenden Schaukelstuhl. die Augen halb ge­schlossen, schläfrig, dämmernd in der Mattigkeit der Stunde. Da kniet der Diener neben mir nieder. Er spricht leise. Ich höre ihn nur wie eine Stimme aus der Ferne.

Herr," spricht er. .meine Brüder nrachen Hahnengefechte. Soll ich dich hinführen?" ,Zch bin müde. Wie lange spielen fie?"

Ich war so träge von der Wärme, dah ich kaum die Lippen bewegte.

Es wird die ganze Rächt durch dauern. Du bist müde. Warte, bis du gegessen hast, schlafe dann und erquicke dich durch ein Bad. das dir bereitet ist."

So ist es recht." . , .

Ich war so müde, dah ich emschllef unö erst wieder erwachte, als der Gong mit dumpfen Schlägen zur Tafel rief, und ein Chinese mit den Holzsandalen an mir vorbei tippelte, um zu Tisch zu gehen. Am Rachmtttag badete ich, trank Tee und erwartete den Wagen, der mich nach Tahrr nach dem Spielplatz bringen sollte. Das Wägel­chen knirschte über Den Kies, die Hufe des Zwerg- vferdes erklangen zierlich. Wir fuhren durch Singaradja, an den vielen schönen Brunnen vor­bei, bergan. Wo das Dorf enDigte,_ hielt das Gefährt. Tahir muhte wieder zurück.Gehe hier Den Pfad entlang, sagte er,du wirst gleich da fein. Wögest du viel Unterhaltung und Freude haben." Er verbeugte sich, nahm wieder im Wägelchen Platz und fuhr davon.

Das Pfädchen war belebt mit Fußgängern. Einer hinter dem anderen gingen fie, ohne zu sprechen. Sie wichen scheu vor mir zur Sette.

Wie anders waren diese Menschen hier als in Iava. Gab es hier denn nur Männer? Wo waren die Frauen und Mädchen? Groh waren sie, brauner als die Iavanen. geschmeidig, seh­nig, bäurisch. Alle diese Männer. Jünglinge und Knaben waren von größerer Schönheit als die Iavanen. Sie hatten schönere Sarongs um

Gericht anruft, um das kaum noch zu ertragende Band zu lösen, dann ist nur in den allersel­tensten Fällen eine Versöhnung der Ehegatten möglich, selbst wenn die Ehe nicht geschieden würde. Da erinnert man sich plötzlich wieder an alle die kleinen Zwischenfälle, die ja in fast jeder Ehe vorkommen und die eigentlich schon längst vergessen sind. Hm nur voneinander loszukommen, werden erdichtete oder eingebildete Vorfälle behauptet, die dann kaum dazu bei­tragen. eine Aussöhnung auch nur zu vursuchen. Die Art und Weise, wie sich die Parteien int Eheprozeh gegenüb erstehen, die Tatsache, dah fie sich meist innerlich doch genau kennen und dah eins dem anderen nichts vormachen kann, lassen eS bei dem heutigen Ehescheidungsrecht nur in den seltensten Fällen wieder zu einer wirk­lich harmonischen Ehe kommen. Auch das ist eine Folge der mißverstandenen Moral, die eine Schei­dung nur bei Verschulden eines Teiles zuläßt.

Zur Zeil liegt dem Reichstag ein Antrag auf Aende rung des Ehrscheidungsrechts vor. Es wäre zu wünschen, dah unsere Reichsboten eine Zeitlang Ehescheidungsrichter wären. Denn nur in diesem Falle könnten sie richtig beurteilen, welches Elend das Verschuldungsprinzip an- gestiftet hat und täglich neu anstiftet. Die Rechts­anwälte und die Laien kennen die Ehetragödien immer mir von einer Seite her. und der Richter hört objektiv beide Teile: nur er er­kennt die vielen Lügen, die gerade im Che- scheidungsprozeh aus dem angeblich so morali­schen Derschuldungsprinzip geboren werden. Richt ob man die Ehescheidung zulassen will, steht zur Frage, sondern ob man Die an sich mögliche Ehescheidung moralischer gestalten will, oder sie zu einem Geldgeschäft herabwürdigt, was sie heute in so vielen Fällen ist.

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zur Aufwertung ftiger Hypothekenford«

12,5 Prozent zu gewähren, wie die Bezirksspar­kasse auch. Es ist dies gewih ein Zeichen von dem guten Stande der Vermögensverhältnisse der hiesigen Kasse. An über 65 Jahre alte Sparer und an Bedürftige sollen als­bald Teilzahlungen geleistet werden. End-

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Rom, Anfang Januar.

Man kann. Die Gefahr, in Hnruhen hin­eingezogen zu werden und eine Station zu weit zu fahren, bis in jenes Land, aus dem es keine Rückkehr gibt, ist beschworen. Wenigstens so lange, als kein neues Attentat dir Apenninhalb- insel erschüttert. Auch verringerten sich die Mög­lichketten, in unangenehmer Weife an Schwarz- Hemden zu streifen, seit Mussolini als Innen­minister selber die Verantwortung für seine Gio- vinezza übernahm und die wilden Füllen scharf an die Kandare nahm. Iedeiifalls ist der deutsche Reisende wett sicherer vor Anrempelungen und Belästigungen als in gewissen kommunistischen Gauen der Heimat. Heverall wird er auf eine politische Ruhe ohnegleichen stohrn, denn sogar in der Presse ist ja längst, mangels verschiedener Auffassungen. jeder Kampflärm verstummt. Alle Beamten sind Faszisten, alle Straßenbahnführer. Schutzleute, Lehrer und Schüler, sogar die meisten Arbeiter und das Hotelpersonal. Wie soll es es da zu Streit kommen? Zwischen Eisenbahn und Fahrplan herrscht geradezu geometrische Kon­gruenz, die Sonne benimmt sich nach Bädeker- vorschrift, aller Augen harren des Fremden fragt sich nur, ob man auch wieder darf?

Man darf. Mit gutem Gewissen. In Süd­tirol weht bessere Luft. Sogar deutsche Zeitungen dürfen in der neugeschaffenen Provinz Bozen wieder erscheinen, was gar nicht so selbstverständ­lich ist, denn sämtliche Oppositionsblätter sind verboten, und die Südtiroler wurden eben zur Opposition gerechnet. Aber nun hat der starke Mann in Rom das Steuer dem Trienliner Deut­schenhaß entwunden und herumgeworfen. _ Ein Schiedsvertrag verbindet uns mit dem Süden, der Tod der Entente ist da. Instinktiv meiden die Franzosen den Feind von morgen, der Deutsche hat es nicht mehr nötig. Er wird kein Wort der Unfreundlichkeit mehr in der italie­nischen Presse lesen, wohl aber manches ent­gegenkommende. Das Wetter kann ja natürlich wieder einmal umschlagen, aber allem Anschein nach steht das Barometer noch lange Zeit auf Schön.

Man darf, man kann soferne man für eine Italienfahrt hat. was man auch zum Kriegführen braucht. Dreierlei: Geld. Geld und noch einmal Geld. Ach. die Zeiten des billigen Ita­liens sind dahin! Der Sieg in der Lira- schlacht wächst sich immer mehr zu einer kata-

nmungen.

Unser heutiges Ehcscheidungsrecht beruht im wesentlichen auf dem Derschuldungsprin- i c>. Eine Ehe kann von schwerer Geistes- 7amtbeit abgesehen nach dem Buchstaben des i rgerlichen Gesetzbuches nur dann geschieden ter öen, wenn dem ein?n Ehegatten ein schweres ' ^schulden zur Last fällt. Das war nicht immer . In Preußen konnte z. B. bis zum Jahre 1900 ,imr Ehe auch bei beiderseitigem Einverständnis ml ohne weiteres geschieden werden. Das jetzige (Heidungsrecht sollte moralischer sein. Man

strophalen Riederlage aus. Wenn der schwarze Feldherr auf den Seufzern seiner Untertanen schlafen mühte, statt auf den Lorbeeren seiner Höflinge, er hätte keine ruhige Rächt mehr. Doch den flüchtigen Reisenden stört das Stöhnen weniger, denn die Hotels sind teer, die Facchini leiden an Bicepsschwund. die Darkenführer schauen sehnsüchtig wie Iphigenie nach dem Um­schwung aus. 2km schlimmsten sind natürlich solche Leute daran, die sich in Italien rnederlassen wollen, wenn sie der Hafer sticht, gar in Rom. Hier wandeln f ie dann nicht unter Palmen, son­dern so ziemlich auf dem teuersten Pfla ter dieser Erde. Rur in Moskau soll es noch ähnlich sein, was vielleicht mit ähnlichen politischen Witte­rungseinflüssen zusammenhängt. Kaum ben Fuß auf den Bahnsteig gesetzt, wird der Deutsche wieder vom längstvergessenen Inflationskoller be­fallen, der Umrechnungswut, der Mulliplizier- unb Dividiersucht: je nachdem, ob er aus Berlin oder Wien kommt, teilt er den Lirepreis einfach durch 5 oder 3, statt, wie noch im Herbst, durch 1 oder 4 oder noch höhere Ziffern, die bann so wenig Mark und Schillinge ergaben. Und staunt. Und rechnet. Und spürt das dringliche Verlangen, erstens kein Mitbring sich aufzuhalsen, zweitens bescheiden zu leben, drittens die Reise abzukür^en oder ein Zimmer zweiter Güte zu nehmen ober ben schönen Siedlungsplan fahren zu lassen.

Ein paar Zahlen zur Einführung. Eine be­scheidene, nicht zentral gelegene Dierzimmerwoh- nung ist nicht unter 1400 Lire monatlich zu haben. Zimnier, mit dem Allernotwendigsten möbliert, ohne Heizung, ohne Frühstück, von 300 Lire an. Bei Mietskontrakten spielt noch immer das zins­los hinzugebendeDepositum" ober die buonu- scita, die Abstandssumme, eine Hauptrolle. Sünd­haft teuer die Heizstoffe. Ein Petroleumöfchen verschlingt täglich mindestens 15 Lire, ein elek­trisches. das aber nur von der Wade abwärts wärmt, eine Lira oder zwei die Stunde, ein Kohlenofen (sofern der glückliche Besitzer dazu einen Kamin auftreibt) vierhunbert Lire im Monat.

Einen haltbaren Anzug baut dir dein Schnei­der schon für 800 bis 1000 Lire. Herren geben für Halbschuhe durchschnittlich 100 Lire aus, Damen für das halbe Quantum Leder schlechterer Qualität 150 Lire. Für ungefähr das gleiche Geld ist aber auch ein Seidenhemd zu haben ober ein für Entfettungskuren vorzüglich geeignetes

hahnenstämpfe auf Dali.

Don Dr. PH. Krämer- Darmstadt*).

Ist heute festlicher Tag? Die Straße nach CtrgaraDja ist geschmückt * 1 t hohen Bambus- fi.-r.gen, an denen Palmzw^gc und Opfergaben i_<r ben Weg hängen. An den Hauseingängen Iten kleine Tabernakels mit Blumen, Früchten 3 Opfergaben. Tote Hähne sind an die Haus- ren geklebt. Ist heute festlicher Tag?

Rein. Der Tag heute ist wie der gestern L eheaestem und wie der morgen und über­argen sein wird.

Die ganze Insel ist wie geschmückt zu einem rfte. Eschatologische Stimmung liegt über Ball, t Stimmung der zehn Jungfrauen, die auf den räutigam harren.

Die Strohdächer lugen gelb über die Hof- tiauern. Das Haus ist in der Hauptsache Mauer sic den Beschau.c. llcberall fallen diese weiß «tünchten Lehmmauern mit dem schwarzen Strich vis Java kennt nur Zäune. Balis Mauern lau- fat unablässig neben dem eilenden Wagen mit. Die häßlichen, ausgehungerten Hunde Haffen cm- tert dem eilenden Wagen nach. Langsam neigt tie Straße an. Schnell sind wir im Passangrahan h Singaradja Das Hotelchen ist sauber. Die Stiener huschen kaum hörbar über Die kühlen SteinfHefen. Alles ist gedämpft. Hur die Hunoe teilen in der Ferne. Selbst die Sonne scheint jici gedämpft. Sie flimmert zwischen den ^ama- tnben und Palmen. Das nahe Meer laichtet crüiL Und br. Grase brennen Tulpen. Es ist tie Stille des Mittags. Ich liege trage im leise

Silvesterdiner oder ein Jagdhund (auch als Rassenalbum verwendbar) oder ein Strafmandat wegen Hebert retenS ortspolizeilicher Vorschriften. Da sind wir auch schon beim Benzin: 3 Lire.

Schlimm ist'« für die Hausfrauen, wenn fie einkaufen gehen müssen. Das Hubn. dessen DorkriegSgroßmulter eineinhalb ßive (Fremden- Preis) kostete, läßt sich jetzt mit 20 Lire bezahlen, ihr kurz vorher noch gelegtes Ei mit einer Lira. Rindfleisch 18 Lire das Kilo. Kalbfleisch 30 Lire. Dreißig, bitte. Fische kommen gleich nach dem Kaviar. 35 der Hecht, 23 der Aal. Dafür ißt man gleich die zentimeterlange Brut, die Krebse lebendig, von den Seeigeln die ,Seele". Blumenkohl, einst die billigste Rationalspeise neben den Makkaroni, sechs, acht Lire daS Köpf­chen. An Brot gibt es nur noch das zu einem Fünftel gestreckte Einheitsbrvl für 3 Lire das Kilo. Kartoffeln 1 Lira das Kilo, Aepfel 4 bis 5 Lire. Hüffe 12 Lire. Orangen von 2 Lire ab. Dabei darf man aber nicht an deutsches Quält- tätsobst denken. Der Italiener pflückt alles halb­reif ab und läßt es im Keller zum haut goüt heranfaulen. Oel 12 Lire, Tafelbutter 30. Salz 5. Milch 2 Lire der Liter.

Eine Zigarre gefällig? Ecco: 80 Centesimi. Eine gute Zigarre, also eine ausländische von 2 Lire an. Zigaretten aus echtem Tabak von 20 Centisimi an. rauchbare 25. ausländische die billigste 35.

Wildromantische Gelegenheiten zu PreiS- sprüngen bieten die Theater: zehn bis drei­hundert Lire. Billig verhältnismäßig s.nd die Bücher, billiger die Kinos, am billigsten, aber lei­der im Aussterben begriffen, die köstlich lang­samen Pferdedroschken. Daß er mit den Steuern über den Zehnten hinausging, kann man Musso­lini nicht zum Vorwurf machen, das hat er ge­legentlich einer Deutschlandfahrt dort dem Fi­nanzminister abgegudt.

Der landschaftlichen Reize sind somit mehr als der Reize, sie dauernd zu genießen. Geld ausgeben, sagt sich daher der Reisende, kann ich auch anderSwo, hier bin ich mal so wie so. Hnd §eht lieber ins Hotel. Dort besucht ihn kein teuerbeamter, dort wird er verhätschelt, denn, per bacco, so viel Platz hat es noch nie in Ita­lien gegeben! Wo sich früher der Einheimische durch Coolherden den Weg bahnen mußte, wartet er jetzt aus die guten. lieben, fremden Schwalben, die seinen Sommer machen sollen. Hnd die Wirte setzen so niedrige Preise an, daß sie sich bücken müssen, wenn sie das Geld in Cmpsaim nehmen. In manchem Hotel wird man natürlich geneppt wie überall, in vielen aber auch l?bt man billiger als zu Hause. Wie die Desitzer auf ihre Kosten tommen, das ist ihr Geheimnis, Tatsache aber, daß Hotels ersten Ranges die volle Pension schon für 50 Lire geben.

Italienfahrer gibt es. die weder Museen, noch feuerspeiende Berge, noch Pinien oder Dik­tatoren sehen wollen. Denen das Licht des Sü­dens erstrahlt im nie ausgesungenen Goll) des Frascati, im köstlichen Rubin des Chiantt. Ihnen zum Trost: der Ziasco vom Besten, zwei Liter, tostet immer noch sieben, acht Lire, undein Gtto Bismarck" ist auch wieder dazu zu haben ...

gültige Beschlüsse werden in einer demnächst stattftndendcn Vorstands- und Aufsichtsratsfitzung gefaßt. Es wäre zu begrüßen, wenn andere Genossenschaftskassen diesem Beispiel folgten.

f Treis a. d. Lda., 8. Ion. Nach den am Neu­jahrstage in der Kirche verlesenen statistischen kirchlichen Mitteilungen besuchten in unserer 1133 Evangelische zählenden Gemeinde im Durchschnitt an einem Sonntag 221 Erwachsene und 88 Kinder die Kirche. Zum heiligen Abendmahl gingen 1133 Personen: getauft wurden 21, konfir­miert 20 Kinder: Trauungen sanden 6, Beerdigun­gen 13 statt. An Gaben für Werke christlicher Lie­bestätigkeit gingen bei dem Pfarramt einschließlich der Kirchenkollekten 1288 Reichsmark ein.

der Zerrüttung der Ehe anzugeben. So begünstigt in Wahrheit das so gepriesene Derschuldungsprin- zip den äußeren Schein. Moral ist das nicht.

Moralisch ist es aber auch nicht, zwei Men­schen, die voneinander innerlich geschie­den sind, äußerlich aneinander zu ketten. Gutes kommt dabei nie heraus. Wer den Haß kennen gelernt hat, mit dem sich Ehe­gatten verfolgen, die nicht geschieden werden können, well der zur Scheidungsllage berech­tigte Ehegatte sich nicht scheiden lassen wlll. oder der andere Teil ihm nicht genug zahlt, der muß die Möglichkeit schaffen helfen, um innerlich Zerstörtes auch äußerlich zu trennen. Mir sind Fälle bekannt, in denen lahrzehntelang her eine Ehegatte dem anderen das Leben zur Hölle machte, nur well der andere nicht getrennt fein wlll oder besser gesagt, seinem Ehegatten eine neue Ehe nicht gönnt Man hört so oft. daß bei Vorhandensein von Kindern ein AuS- einandergehen der Ehegatten sehr erschwert wer­den solle. Heberlegt man sich dabei aber nicht, welchen Einfluß" das Zusammenbleiben der Eltern, von denen der eine Teil es nicht wlll. auf die gesamte Entwicklung der Kinder in den meisten Fällen hat? Ist es für das Kind richtig, tag­täglich die Streitigketten, ja die Schlägereien der Ehegatten mit anzuhören und anzusehen? Ist es für daS Kind richtig, von Jugend an sich Daran zu gewöhnen, daß seine Eltern oder wenig­stens ein Teil seinen eigenen Weg geht und seine Befriedigung bei anderen Frauen ozw. Männern sucht? Cs verlohnte sich festzustellen. wieviel Kinderseelen dadurch verdorben sind. Wer es wirklich ehrlich mit der Erziehung und Ertüch­tigung unserer Jugend meint, der erspare ihr die Einblicke in die Vorgänge einer zerrütteten Ehe. Ist die Entfremdung zwischen den Ehegatten einmal so weit gediehen, daß ein Teil das

img gibt.

Die gewollte Moral ist aber im Geben zur Unmoral geworden. Da Ehebruch unbedingter iHeidungsgrund ist. str wird vielfach heute die öHeidung zu einem reinen Geldgeschäft zwischen kn bisherigen Ehegatten. Sehr oft spielen sich l:gar vor den Schranken des Gerichts die Strei- t gleiten zwischen den Eheleuten über den zu z:nährenden Unterhalt ab. Hnd wenn der Ehe- jatte, der geschieden sein will, genug bietet, so L in auch heute ohne daß innerlich einer der Cbcgatlen die Schuld an der Scheidung trägt, tue t) rein äußerliche Hebemaßme der k.huld die Trennung erfolgen. Die Sanktiv- t trung der Lüge, das ist das Resuttat iscres angeblich so moralischen Ehescheidungs-

Ein Ehegatte braucht nur äußerlich dem l ridjt gegenüber einen behaupteten Ehebruch u zugeben. die Ehebruchszeugin verweigert, wozu V berechtigt ist, ihre Aussage und die Ehe wird «rs «hieben. wenn die Parteien nicht zu plump km Gericht ins Gesicht lügen.

Das Gericht hat allerdings auch m dem be­triebenem Falle, der sich tatsächlich so und so oft H pielt. die Möglichkeit, die Ehe nicht zu treu- ntm well es den Ehebruch oder das Vorspic- G-ln des Ehebruchs als verabredet ansieht. Aber bedeutet nur, daß dann in der Berufungsin- itm) eine ganze Anzahl solcher, oft sogar bezahlter kbebruchszeugen auftreten und die Parteien fdi, noch Beratung mit ihrem Rechtsanwalt, ge (d)idter anstellen. Ja nicht einmal Ehebruch braucht t ljouptct zu werden, es genüaen schon ehewidrige Schiebungen zum anderen Geschlecht. Das hat den Vorteil, daß bann der für schuldig erklärte Teil tc Zeugin ohne besondere Formalitäten heiraten faitTi. Und diese falscl-e Moral muß von den Ge- rd)Jen unterstützt werden, well oft genug Das ©e= rc.)t gar nicht in der Lage ist, den eigentlichen kiund'der Trennung der Ehegatten zu ermüteln.

2os Derschuldunasprinzip hat aber noch eine tic[ schwierigere Seite. Das Gesetz knüpft die Sdjulb des einen Teils fast ausschließlich an entere Tatbestände. Ob also vielleicht der andere Seil in nerlich viel rne h r Schuld an der Zerrüttung der Ehe trägt, ja ob er vielleicht der »innige schuldige Teil ist, wenn er auch äußerlich jd) korrekt benommen hat, das kommt kaum in ^tracht, ja läßt sich vielfach für Außenstehende gar meßt feststellen. Das Gericht wird zwar gerade in kkeicheidungsprvzessen mit ben intimsten Dorgän- cci des Ehelebens behelligt, bie, weil jebes Be- Dilles entbehrenb, vom Gericht roeber geroürbigt rod) zur Grunblage ber Entscheidung gemacht wer hu können, aber gerade ber anständige und ehr- lc>c Teil ber Ehegatten scheut sich doch sehr oft nc aller Oesfentlichkeit, bie eigentlichen Grunde

Erfahrungen eines Ehescheidungsrichters.

Don

InibgertchtSdirettor Dr. O. Loening, Berlin.

SS ist eines her traurigsten Tätigkeiten des StthterS. das Band, das mit großen Hoffnungen Aschen zwei Menschen geknüpft wurde, wieder zu iftn. Welche Leiden, welche Grausamkeiten, oft b<r auch welche Schmutzereien haben sich in ielen Fällen abgespielt, ehe der Entschluß der Icennung auf einer ober beiden Seiten gefaßt ;itb! Wenige Wochen alS Ehescheidungsrichter -rügen, um die Tragödie Weib und Mann in ,ccn tief ft en Tiefen zu erkennen. Von Welt- renbßeit kann da keine Rede sein, wenn dem dichter tagtäglich die geheimsten Ehegeschichten sfenbart werden. In den Eheschridungsprozessen nit sich aber auch oft genug die Größe und uch die Gemeinheit des menschlichen Hasses, ri Verachtung und Heuchelei. Das liegt zum !eil in der menschlichen Hatur begründet, zum uten Teil aher auch an verfehlten Gesehesbe-

die Hüsten geschlungen, heiterer, heller leuch­teten die Farben wie zu einem Fest: grün, rot, purpurn. Ihr Gang war elastischer, beschwingter. Sie hielten sich stolzer, und ihre Arme bewegten sich anmutig. Die Strenge und Feierlichkeit des Hrwalds sptelte in den Linien ihrev Leiber.

Wir gingen zwischen Pisangstauden. Plötzlich stand ich vor dem Kampfplatz. Ich toar er­schrocken und überrumpelt von dem Anblick. Hier waren 300 Männer und Jünglinge versammelt und ich hatte, 20 Meter von ihnen entfernt, noch keinen Laut vernommen. Welche Dämpfung lag über dieser Versammlung. Hier sah ich auch Frauen. Sie faßen im Hintergrund neben ihren Körben, in Denen fie Früchte. Reis und Fleisch zum Verkauf fell hielten. Es waren nur wenige.

Hnter einem gewaltigen, ballengestützten Schilf­strohdach waren die Männer und Jünglinge ver­sammelt. Sie faßen, in Rechen geordnet, amphi- theatralisch am Boden. Die vorderen hockten ganz dicht an dem quadratischen Kampfplatz, dann tarnen Rechen, die knieten, die größten Männer standen hinten. Wer hatte diese Masse geordnet? Es war niemand zu sehen, der Aufsicht führte. Wer leitete das Spiel? Es war niemand zu sehen. Alles vollzog sich wie von selber. Kaum daß einmal Stimmen ertönten. Ein malerisches Bild. 2llle die braunen, nackten Oberkörper. Die Hellen Farben der Sarongs. Das gedämpfte Licht Der Sonne, und Die schier unheimliche Ruhe und Stille. Ich wurde als Eindringling gar nicht beachtet. Aber in Den Augen funkelte eine Dämonische Leidenschaft, Die durch Die äußere Stille nur noch unheimlicher wirkte.

Es mußte, als ich herzutrat, gerade ein Spiel zu Ende gegangen sein. Der Kampfplatz in Der Witte war leer. Jetzt begann ein neues Spiel.

Von entgegengesetzten Seiten betraten zwei Männer Den Kampfplatz in Der Diagonale. Jeder trug den korbähnlichen Dastkäfig. aus dessen Git­ter der Hahn mit dem Schnabel herausstach. Kaum

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Vereine

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Erregung. Die Tiere springen aufeinander. Ver­fehlen sich. Von neuem. Ein Stich. Der bunte ist getroffen. Blut spritzt. Er fällt und die Beine im Starrkrampf. Der weiße

n Submission btr hch, sgesellschasi am 24. Ja- ittags 10 Uhr, im holel- enburg zu ©ießen gr hhölzern auch i-Brennholzscheiter, Brennholzknüppel und Reiserknüppel

; 283D fe und allgemeine mdet gegen Einsendung rt Freiherrlich Riedesel- , Forstabteilung, Lauter- ibnGonLgesellschost.____

WWMg. aldungen der Gmeinde ommt Mittwoch, den \1. ], den 13. Januar 1927, )(3 zur Versteigerung: ifynfäeiifjo!}, tyntnüpptl, nbutyntnüppcl. -enlnüppel, chrnstock, chemM, inbuchenrchg. chennchg, iejemreisitz. iid)lenreifig.

lit vormittags 9 Uhr u M Station Mer-Mn- luten erreichbar. 284U n, den 10. J-mar 1927, wneislerei Wngshausen.

Loper., ----..

Kann man wieder nach Italien?

Von unserem römischen ^-Korrespondenten.