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rung. Da seine Familie glaubt, dah er einem Justizirrtum zum Opfer gefallen sei. fordert sie seine Rückkehr nach Frankreich, damit das Verfahren wieder ausgenommen werde.
lich mitteilen.
v Bei der Arbeit verunglückt ist gestern nachmittag gegen 5 Uhr der Arbeiter Otto Klaum aus Grohen-Linden im Betriebe der Gailschen Tonwerke. Ein mit Ton beladener Kippwagen stürzte um mfi) auf den Mann, der hierdurch Quetschungen am ganzen Körper und einen Bruch des rechten Oberschenkels davontrug. Die alsbald herbeigerufene Freiwillige Sanitätskolonne vom Boten Kreuz leistete die erste Hilfe und verbrachte barm den Verunglückten mit ihrem Auto in die chirurgische Klinik.
*♦ Einen verspäteten Maikäfer» besuch auf der Mutter Erde berichtete uns gestern die kleine Waldtraut Lauschet, am Marktplatz wohnhaft. Der Maikäfer wurde im Nizza gefangen. Wir nehmen hiermit von dem Ereignis gebührend Notiz.
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Stadtpost. Bvm Postamt wird uns geschrieben: Um die Schliehfachabholung zu fördern, beabsichtigt die Reichspost, künftig Schließfach-' abholungen auch bei Postanstalten ohne Zustell- und Ausgabedienst einzurichten, sofern bei fl< nügender Beteiligung die Wirtschaftlichkeit d< Einrichtung gesichert erscheint. Für Gießen kommt das Postamt 2 (Schul st raße) in Betracht, bei dem für diesen Zweck jedoch bauliche Aende- rungen vorgenommen werden müssen. Bon der Geschäftswelt der Innenstadt wird diese Absicht der Post begrüßt werden, fällt doch das oft lästige Warten auf den Briefträger weg und bietet sich Gelegenheit, die Briefschaften bri der inmitten der Stadt gelegenen Stadtpvst abzuholen, zumal die Schließfachanlage so angelegt werden soll, dah sie für die Abholer, wie beim Postamt 1, von 7 bis 21 Uhr zugänglich ist, auch wenn die Stadtpost geschlossen ist. Die vierteljährliche Gebühr von 2 Alk. 25 Pf. für ein kleines und 3 Mk. für ein großes Schließfach dürfte im Hinblick auf die gebotenen Vorteile kaum ins Gewicht fallen. Selbstverständlich wird die beim Postamt 1 befindliche Schliehfachanlage für diejenigen Abholer bestehen bleiben, die vpr- ziehen, ihre Postsachen nach wie vor beim Postamt 1 zu empfangen. Um die voraussichtliche Zahl der Teilnehmer festzustellen, veranstaltet die Post zur Zeit bei der Geschästswelt eine schriftliche Umfrage. Interessenten, denen bis zum 11. Juli keine Anfrage zugegangen ist, wollen ihre Anmeldung dem Postamt 1 baldigst schrift-
lak Kameradschaft nach der Dpttaüon des $dn- igirviund geglaubt, bunt igang das Leben des Prim Zv einer solchen Auttronk- einer Mimg der 2.8.8- hte beulten Kamt- ;SÄ* mwW. W<W “
ab für den Waaen- und Automobllverfehr gesperrt. Umleitung erfolgt über Heuchelheim—Kinzenbach— Rodheim.
WSA. Schwindel mit der „Hind en- burgspende". Kaum ist der Aufruf zur Hnv denburgspende anläßlich des bevorstehenden 80. Geburtstages des Reichspräsidenten ergangen, so sind auch schon die Schwindler am Werk. Stra- ;en- und Haussammlungen, darauf sei immer wieder aufmerksam gemacht, kommen für die Hindenburgspende gar nicht in Betracht. „Sammlern", die in den Häusern und auf den Straßen arbeiten und sich auf die Hindenburgspende berufen, sind also unbedingt Schwindler. Da die Spende gemeinsam mit dem Verlag für Politik! und Wirtschaft auch die Herausgabe eines Ge- derckbuches plant, werden auch schon Bücher im Aamen der Hindenburgspende vertrieben. — Also Vorsicht!
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ausschließlich über den noch guten Zu st and der Straße. Auf der Strecke von Krofdorf bis zur Grenze der Kreise Wetzlar und Biedenkopf ist kaum eine Abnutzung durch die nun fast 1* Jahre nach Fellingshausen verkehrenden Postautos festzustellen. Nach der Erklärung des Vertreters der Postver- waltuna haben sich somit auch hier die auf wissenschaftlicher Grundlage gemachten Erfahrungen, daß die von der Reichspost verwendeten Riesenlustreifen gegenüber anderen Bereifungen die geringsten Beschädigungen verursachen, durch die Praxis bestätigt. Die in geringem Umfange vorhandenen Löcher der
den Antrag des Unternehmers _______f auf Genehmigung zum Betrieb einer Kraftwagenlinie Frankenbach— Rodheim — Gießen (Bergwerk) hat die Reichspost Einspruch nicht erhoben unter der Bedingung, daß mit Rücksicht auf die: bestehende Kraftpostlinie die Mitnahme von anderen Personen zwischen Gießen und Fellingshausen als nur Arbeitern des Braunsteinbergwerks untersagt ist. Rach längeren Verhandlungen wurde auch mit dem Vertreter der Allg. Deutschen Eisenbahn-Gesellschaft (Biebertalbahn) eine Einigung erzielt, nachdem der älnterneh- mer Walldorf die Verpflichtung übernommen hatte, daß in Rodheim in der Richtung nach und von Gießen keine anderen Personen als die Arbeiter des Draun-
VieSperrungder Straße Krofdorf— Fellingshausen glaubte der Landeshaupt- ncitn damit begründen au können, dah die Straße Degen zu dünner Steinschicht durch den Postauto-
Straßendecke haben, wie festgestellt wurde, bereits vor der Eröffnung der Postautolinie bestanden. Diese Straßenschäden hätten nach den sachkundigen Mitteilungen des Vertreters der Stadt Gießen spätestens vor Eintritt des Frostes im letzten Winter beseitigt werden müssen, um zu verhindern, daß das in den Löchern ansammelnde Regenwasser Eis bildet, da Nässe und darauffolgender Frost an der Straßendecke verheerende Wirkung verursacht. Im übrigen war man der Ansicht, daß die Mehrzahl aller Land- straßen den Anforderungen des Personen- und Lastkraftwagenverkehrs auf die Dauer nicht mehr genügt und z. Z. kein Grund besteht, die Straße nach Fellingshausen für den Kraftwagenverkehr zu sperren, da in anderen Gegenden bei viel schlechteren Straßen jeglicher Verkehr gestattet ist. Der Vertreter des Regierungspräsidenten hat daher zugesagt, dahin wirken zu wollen, daß die beabsichtigte Sperrung nicht durchgeführt wird.
schon buvch diese Besetzung eine Sonderstellung in der Literatur ein. Aus den Werken Händels (1685—1759), des als Oratorien- und Opernkomponisten gleich bedeutenden fruchtbaren Meisters, kommt durch Herrn Erich Meyer je eine Arie aus der Oper „Atalanta" und aus dem „Dettinger Te Deum" zum Vortrag. Ca- risfimi, von dem Herr Meyer die Arie „Viktoria" singen wird, lebte von 1605—1674 und war einer der besten Lehrer und Theoretiker seiner Zeit. Rächst Luigi Rossi hat gerade ihm der Ora- torienstil wesentliche Bereicherungen zu danken. Frau Irmgard Heermann singt drei Arien, und zwar von Domenico Scarlatti (1685—1757), dessen Bedeutung in erster Linie auf dem Gebiet der Klaviermusik liegt, Ricola Piccinni (1728—1800), der lange in Paris lebte und mit Gluck, dem Begründer des Deutschen Opernstils, um die Krone des Opernkomponisten kämpfte, und von B. Pergolese (1710—1736), dessen „Ser- Da Padrona" das Vorbild der komischen Oper bildet und selbst heutigen Tages noch bühnenwirksam ist. Der zweite Teil des Konzertes ist ausschließlich A. W. Mozart (1756—1791) gewidmet. Frau Paula Hegner, eine Pianistin, von hervorragendem Ruf, spielt die A-Dur- Sonate, deren Anfangsthema weiteren Kreisen als Chor mit dem (viel später unterlegten) Te?t „Lieder gib mir, süße Lieder" bekannt geworden ist. Herr L a u n singt italienisch die Arie „Bande der Freundschaft" des Octavio aus „Don Juan" und die ausgedehnte Arie „per pietä non ricer- cate“, die Mozart als Einlage in eine Oper von Anfossi für einen hervorragenden Tenoristen schrieb und die außer einem guten Organ auch hervorragende Schulung verlangt. Der Chor bringt das „Ave verum corpus“, das zu den tiefsten und innerlichsten Kompositionen der musikalischen Weltliteratur zählt (Mozart komponierte es wenige Monate vor seinem Tode) und daS Offertorium (Werk 72) zu Ehren Johannis des Täufers zum Vortrag. Beide Chöre werden vom Akademischen Streichorchester begleitet. Das Offertorium schrieb Mozart im Alter von 15 (nach anderer lieber- lieferung sogar 12) Jahren zum Ramenstag eines Paters im Kloster Seeon am Chiemsee. Durch das ganze Werk, das in seiner kunstvollen Einfachheit eine wahrhaft göttliche Heiterkeit atmet, zieht sich eine auf die Worte „Joanne, Joanne Baptista" immer wiederkehrende absteigende Folge von Sextakkorden. Eine nicht ganz unwahrscheinliche Anekdote erzählt, Mozart habe als Kind den Pater Johannes sehr lieb gehabt und sei gewohnt gewesen, ihn mit den auf dieselbe Melodie gelungenen Worten „Mein Hanserl, lieb's Hanserl, lieb's Hanserl!" zu begrüßen. Einen Teil der Klavierbegleitungen hat Herr Ernst Wolff aus Frankfurt übernommen. Herrn Weher imb Frau Heermann wird der Leiter des Konzertes, Herr Universitäts-Musikdirektor Dr. Temesvary, begleiten. Da fast nur Werke kommen, kann ein Besuch des Konzertes nur geboten werden, die sehr selten zur Aufführung empfohlen werden.
** Ferien des Kreisau sfchuffee. Der Kreisausschuß des Kreises Gießen hält während der Zeit vom 15. Juli bis 15. September Ferien. In dieser Zeit können nur besonders schleunige Sachen zur Verhandlung kommen. Auf den Lauf der gesetzlichen Fristen sind die Ferien ohne Einfluß.
** Praktische Verkehrsw erbung hat der Verkehrsbund Oberhessen mit seiner vor einigen Wochen veranstalteten Presserundfahrlt durch die Provinz Oberhessen entfaltet. Die Berichte der Pressevertreter über ihre Erlebnisse« und Eindrücke bei dieser Fahrt durch den Vogelsberg und die Wetterau sind in einer großen Reihe der bedeutendsten deutschen Zeitungen abgedruckt worden. Sämtliche Fahrtschilderungen waren voll des Lobes über die geschauten landschaftlichen Reize und die städtebaulichen Schönheiten der besuchten Orte, ferner über die Vorzüge der besichtigten Bäder, sowie über die außerordentlich gastliche Aufnahme, die den Besuchern in allen Städten zuteil wurde. Veranlaßt durch diese Reiseschilderung gehen nun schon seit einer Reihe von Tagen bei dem Verkehrsbund Ober Hessen zahlreiche Anfragen aus Städten in allen Gegenden Deutschlands ein, in denen sich Reiselustige nach unseren vberhessischen Sommerfrischen, Badeorten usw. erkundigen, um hiev ihren Ferienaufenthalt zu nehmen. Durch deft Verkehrsbund sind den Anftagenden alle erbetenen Aufschlüsse erteilt worden, so daß zu hoffen ist, daß unserer Provinz ein regerer Sommergästebesuch als früher zugeführt wird.
** Straßensperre. Wegen Vornahme von Kleinvflasterarbeiten wird die Provinzialstraße Gießen —Rodhei in (zunächst zwischen Abzweig Heuchelheim und Landesgrenze) vom 11. Juli
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uw bet tasttumuStv- Dor einigen Tagen fand in Fellings-
17 Tagen über emr hausen eine Besprechung der Vertreter ver-
her ebener Behörden statt, um erstens zu dem
antrage des Landeshauptmanns in Wiesbaden auf Sperrung der Strecke Krofdorf — j e l l i n g s h a u s e n für desn Postautoverkehr und zweitens zu dem Anträge des in Gießen Lohnhaften Unternehmers Ernst Walldorf auf Genehmigung zum Betriebe einer Ärafttoagentinie Frankenbach—Crumbach -Fellingshausen—Rvdheim (Bieber) — Gießen kladt—Gießen Draunsteinbergwerk Stellung zu
nehmen. Anwesend bzw. vertreten waren u. a. 6er Regierungspräsident in Wiesbaden, die Land- rite in Wetzlar und Biedenkopf, der Kreis, die Ctabt und das Postamt in Gießen, die Reichsbahndirektion, die Allg. Deutsche Eisenbahngesell- shaft, die Bürgermeister von Krofdorf, Fellingshausen, Crumbach und Frankenbach, Pfarrer aus Crumbach und der Unternehmer
steinbergwerks ein- und aussteigen dürfen. Zur Erlangung eines uneingeschränkten Personenverkehrs auf der neuen Linie zwischen Gießen und den Orten Crumbach und Frankenbach setzte sich Pfarrer Schulz aus Crumbach mit warmen Worten im Interesse feiner Gemeinden ein. Es steht zu erwarten, daß die Genehmigung zu der neuen Kraftwagenverbindung, die Öen Bewohnern der Orte Frankenbach und Crumbach sowohl, als auch den Bergwerksarbeitern der übrigen Orte nur zu gönnen ist, bald erteilt wird.
Bornotizen.
— Tageskalender für Samstag. Berliner Erk-Jugendchor: 8.15 Uhr, Neue Aula, Ge- sangskonzert. — D.H.V.: 8.30 Uhr, Kaufmännisches Vereinshaus, Mitgliederversammlung. — Ma- rineoerein: Bootshaus, Zusammenkunft. — Sängerkranz: 8.30 Uhr, Liedigshöhe, Sommerfest. — Palast-Lichtspiele: „Carmen". — Aftoria-Lichtspiele: „Der Einbruch im Grand-Hotel".
— Tageskalender für Sonntag. Alice-Frauenverein vom Roten Kreuz: 3 Uhr, Volkshalle, Kinderfest. — Kaufmännischer Verein: 4 Uhr, Vereinshaus, Feier des 30jährigen Bestehens. — Lichtspieltheater: wie Samstag.
— Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: In der Erstaufführung der Komödie „Der Garten Eden" am Dienstag, 12. Juli, sind in Hauptrollen beschäftigt die Damen Kräh wer, Jüngling und M a r ck s, sowie die Herren Tanner t, Geffers, Volck, Goll, Teleky, Schubert; außerdem ist so ziemlich das ganze Personal in kleineren, aber nicht unwichtigen Aufgaben beschäftigt. Die Spielleitung führt Herr T a n n e r t.
— Konzert zum Besten der Gießener Studentenhilfe. Man schreibt uns: Das am Dienstag, 12. Juli, pünktlich um 8 Ahr abends in der Reuen Aula stattfindende Konzert ist einem lleberblid über die weltliche und geistliche Musik des 17. und 18. Jahrhunderts gewidmet. Zur Einleitung dient der erste Satz des dritten brandenburgischen Konzerts, das I. S. Bach (1685—1750) um 1720 für den Markgrafen Christian Ludwig von Brandenburg komponiert hat. Das Werk ist für neunstimmrges Streichorchester und Cembalo geschrieben und nimmt
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Die Flucht von der Teufelsinfel.
Rach Paris kommt die Kunde, bah in Brasilien Robert Dieudonne, einer der Autobanditen, die zu der berüchtigten Donnot-Dande gehörten, verhaftet worden ist. Obgleich bereits 14 Jahre verflossen sind, sind doch noch die Untaten dieser Verbrecherschar in frischem Gedächtnis, deren verbarrikadiertes Haus nach einer regelrechten Schlacht von der Polizei gestürmt wurde. Bonnot, der Führer und zwei Hauptschuldige wurden zum Tode verurteilt. Dieudonne wurde zur Deportierung auf Lebenszeit verurteilt. Er kam nach der Teufelsinsel, der franz. Strafkolonie in Französisch-Guiana. Am 6. Dez. v. I. gelang es dem Gefangenen, der sich sehr gut geführt hatte, und als Krankenwärter verwendet wurde, zu entfliehen. 'Bewaffnete Trupps suchten ihn in den Llrwaldern. sanden aber keine Spur von ihm, und so nahm man an, er sei durch Krankheit ober Hunger zugrunde gegangen. Jetzt ist er nach einer abenteuerlichen Wanderung von der brasilianischen Polizei in der 2lähe einer Siedlung am Ama-- zonenstrom gefangengenommen worden, und die französische Regierung verlangt seine Ausliefe-
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Von D. Sä11ler.
Er hat mir viel Freude bereitet. Aber jetzt liegt r draußen im Wald, unter Moos gebettet, bei >nem Saum, der ein nur mir verständliches Zeichen jagt. Und dieses Zeichen sagt: Hier ruht, was mst freubiges Leben war und bildet ein Glied in y.x ewigen Kette des Werdens und Vergehens.
Ich weiß noch wie heute, als der kleine gelbe ogel mit dem zierlichen Häubchen bei mir einzog. in trüber Herbsttag war's, aber durch ihn war es btzlich, als fei ein flinker Sonnenstrahl ins Zirner geschlüpft. Zaghaft, schüchtern tat er seine ■jttn Versuche, sich in der neuen Häuslichkeit zu- chtzufinden. Aber bald saß er auf der obersten lange und fang sein Lied. Er schmetterte es nicht (raus, nein, ganz sanft und zart klang es. Und ,,in begann er wieder ein anderes. Nicht eines mer Liedlein glich dem andern. Er sang nicht, xi man ihm gelehrt hatte, sondern er entwickelte Ibst die Melodie, wie ein rechter Künstler, der auch Icht nach Regeln fragt, und doch das Richtige trifft. • 1-3 er erkrankt war und Monate hindurch geschwie- pu hat, das kleine bubbernbe Herzchen ihn bann )er wieder drängte zu Liedern der Sehnsucht, iiihte er erst wieder üben. Ganz still saß er, oijperte leise, versuchte einen Ton, bann einen ciitjem, und bald hatte er sein Lied roiebergefunben. fein anderer konnte es singen.
^tzewiß war es kein guter Sänger im üblichen rinne des guten Sängers. Aber was tat das? Auf Lu Wohllaut kommt es doch an. Und den besaß er ri» kaum ein anderer.
Und neckisch und eigensinnig war er. Das schöne So behaus verschmähte er; aber kaum war ein Schötchen mit Wasser in seinen Bauer gestellt, so plusterte er auch schon darin herum. Kam man an leinen Bauer heran, io sah er einen von der Seite an: „Was willst bu?;' Unb steckte man ben Finger durch die Stäbe, so pickte er xomig darauf los: „Das P mein Haus, das geht dich nichts an."
Kaum, daß sich früh die Sonne erhoben hatte, rief er schon und sang. Und wenn die Amsel ihr Lied in den verklingenden Abend schmetterte, wisperte er leise und verlangte nach Ruhe.
Zwei Tage, bevor ich ihn hinaus in den Wald trogen mußte, saß ich bis spät nach Mitternacht bei btr Arbeit. Ganz still war es im Zimmer. Durch bas offene Fenster drang bann unb wann ber ver- ülngenbe Tritt eines späten Wanderers. Die Uhr litfie monoton. Eine Fliege summte um die glühende Birne. Da fang er im Schlaf sein Lieblein, ganz ganz leite wispernd, nur wie ein Hauch. Und bod) war es sein Lied. Es war sein letztes.
Und NUN ruht er draußen, und über ihm rausten die alten Bäume und singen andre Vögel ihre Llcbeslieder. Raben ziehen krächzend über den 'lüpfein hin, Käfer klettern über seinen Hügel unb Folter schweben von Halm zu Halm.
Immer bas alte Lied vom Kommen und Gehen, ton Freude und Leid, vom Werden und Wandel, heute ein jubelndes Liebeslied und morgen schon rin Trauergesang.
Unb bock ein Unterschied. Nur zur Freude, niemals zu Leide war Hansel mir, immer zur Freude. Bern wir bas doch von allem sagen könnten!
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