Nr. 131 Zweite; Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderheffen)
Mittwoch, 8. Juni 1927
Heimatbewegung und Polizeispitzel.
Xa^brud. auch eit Cud'.rnanflab« txtbottn* Bon tarieren: — 15er.d)irr(Mita
Ltratzburg. 3unt 1-77
04 ar'L'eht nicht erit kii heute datz d e • rana6!ifd>* Polin«*« Polizei »rt- Ich«»egen und unerbuzliD rinn, jtampf Mts gegen b 1« elf «6 • lorhrtnglfche He »- matbewegung TU^bn- lau» b.c*< 'Sntx- Snfl in brr .3 *- f u n l r rtn Organ unb eine ittelpunlt erhallen hatte, ge' t-ab brr erbe frtof zu dem sich die tm Solde der Ae
8irrung Nebenher, tta.nzc' 'chen 3euur.yn ftnot- utfl» unb deck ubr jen El'ast betetnptllig g« brauchen lieben Biel L*i'rt>eeren hat bi« X« gierung in bieten Äimpten nie geerntet rech net man eg zu'am: « Io hat sie »ehr befowmrn als Ile austrttt« unb nichts hat »et: Aur Mlnberung des franzöttfchrn 2£nt<bm» In Ot- saA-Lo«hring,u beigeiragen als bie*< Schnüffel- Politik bet pvltti chrn Polizei.
Sun aber schien ihr tatsächlich einmal rtn Stretch gelungen Seit 3I*naten schon hörte man «atmen von einem Brief« be» >x<T.uibunb'-breti und früheren Landtag»prälidenten Dr Xidlir in de» dir Forderung der .1 e l 0 n o n i < tm X ä b m < n $ t a n I r < t als bloste taktische Drdungstorrnel bezeichn«! unb tveitetg« hrnd« 3»«le «tngetzanden feien. Dieter Brief sollte sich in den Händen Potncarcs befinden. Tab t?«n;4>i enme» sich nun als richtig Wan erinnert sich noch tote vor kurzem das Par.tet .JonrnaP als «ine Art Nachklang tun Kolmarer Pctzrtz diesen Brief, der sich in den Akten Poincorss befand, im Fak^iimle veröllenl- lichen konnte Dr. Xi dl In batte in bet Tot den Ausdrud vom .Rahmen Frankreichs «tn- mal als eine fioHab« bezeichnet. die bald abae- offen werden müffe Unb das .Journal'* glaubte schon erklären zu können, dafi nun bet Wann erledigt unb gerichtet fei. bet anrtnational en Haltung überführt
So schneit ging es aber doch nicht unb die Sach« hatte auch noch rin« andere Sette bi« j« länger desto mehr in den Vordergrund trat Der Bries Xldltngs war verhängntsvoll und eine Unbesonnenheit, die einem al en Polttike der zwei Parlamenten angehört hat, nicht pc »cen durfte Aber er war nur rin ©tüd aus einer langen Korrespondenz, di« bet Heimatbundsührer mit einem jungen Wanne geführt hatte bei sich ihm als eifriger Mitarbeiter an der Hrimatbewegung gab. der aber nun als Verräter oder gar als von vornherein im ©olbe her Polizei ft ehender ©pihel erwiesen war. Von dtr'.m Wanne lagen auch Vries« vor. Briefe von einem geradezu blutrünstigen Stan- »ofenbufi. Biles« voll Schmähungen gegen alles, was über die Vogelen gekommen und alles, was im Olfah felbll mit den .Franzosen gemeinsame Sache gemadi! oder mindestens paktiert hatte. Durch die Verdis en tlichuna dieser Vodfhibclbtide in der autonomiftischen Press« rtb XidUn der Polizei die Waske ab. Und da» wichtigst« an der Sache war nun nicht mehr, hast er sich hatte übertölpeln lassen von einem Menschen, der ge- wisseiilos Del «rauen täuschte, sondern daß die französische Polizei solch« Menschen los- liefi auf Politiker. bie eine ihr nicht genehme Xlchiung verfolgten
Der epiffri versuchte sich zu wehren und erflärte. ganz au» . igenem flntneb gebandelt zu haben, sribst- verständlich au» den bekannten nationalen Beweg- gründen, die In solchen Vogen immer al» Entschuldigung und Dedmontel herhatten müssen »der di« örflarung fdxiitrW an ihrer eigenen inneren Un- Möglichkeit und die gleichzeitig her Press« über- geben««, Brief« Kickling» im unverkürzten Wortlaut zeigten obendrein, wie phantastisch übertrieben bi« votstrUungen waren, bi« sich Polizri und «eaie- rung oom cheimaibunb ieinachi batten. Al» nun ober
aus btefe Seer her 91Mt br« «f vgri» tn »•< Df’rrra.iblei! gedrungen war. da fteU'.r bet .Von t b ot<* tn Malwed 0 vir bcH eenewe Vod piUri am biticlb« mit 6*»abbnekn :xr ,',roMk- reich stch -ach ie bei Äeoncura der nnm.:r>unb« besxegung <■ 6 epen-llo leebe emza chtetche» gesucht hatte allerden^» don ohne Ude*
dnb nun iH do, der Staada«. brr sich tn Elsatz und »er. boruber .--.«3-, »-««eben die •ra*-. rfndi Vo. zei arbe.iel mit Lack'pitzrin LM der Beedachi gung and Amputichng bet verschiedenen hr. :nc :he rar- gurften. b»e sich in dea oerichedeaen von Deutsch- UM abgrtrrtenen Aebirten : < - ch« cwnunr» and Öbcrahrt» zu» Schutz« be» angefldmmien SettMTum» gebtltrl haben b« ober nutzer bi rinn legien .-üei wshi Nicht» mitnnfljiber gemein unb outzer »2tar» lichen cqmpcrpirT. für die rdxd'j.t-; mo«Vn mvM iche.Nt.ch auch kaum eine iHhiuna iwlere naMer hoben. Die französische potin dx l ^i zr, geht, bm« e» in der he ergebener 'nr.z.', .N - Presle tm Lliast oft genu^ a-iprirrodbrn narbe, von der Annahme a^». Hatz ad« birk Bemogungen nicht an Oct und eieti« entstanden, onbem mr deutschem Seih« und von beat'dm Agitatoren künsttich berourg«rufen fmb zu bftn 3»rdf. die ahgeireienen CteCift# wieder zu kü-ui chiand z-rudza'udr«.--. F-ar diese Annahme mochte di« Pottzet B« weife hader,, unb weit st« sich mchl ei oft eilen, sucht sie ft« selbst durch ihren Vodspthel za prooo zieren. Wäre «» geiungen den betaciff nrten Au'ltand. von dem der Spitzri mehrfach an Äuflin schreib! auch nur vorzudereiren. dann war die Tohv bereu. eu|uyr«ifeti unb den Länder zu fassen, den fr« 1 f I b fi e r it Ion« ft r u 1 « r t Han«. Da» ist b«r Tolijenfanb.; brr hier an» Vicht gekommen ist und der die französische Polizei in der Rolle de» Imcotoiionoit:, wtbren fried» Zeigt, tn der eigentlich btt Hetmatbewegung etschemen sollte
FerieN'Sonderzüge 1927 verkehren m dem Dtrektionsbezirk 3 r a nf f u r t wie folgt.
Frankfurt - Basel— Konstanz a>n 2 3uh und 16. 3ull mit XüdsahrkaNen 3 RI nach Sreiburg. Donaueschingen. Reustodt iSchwarzw.i. Xihlee. Konstanz. Bafel 3n Frankfurt Ablahn 8 33 Uhr Basel an 14.14 Uhr
Ä a I f e I - Siesten Basel Aonftaru am 2 3 uli. StestiN ob 0 43 Uhr. Basel an 9.03 Uhr 3u diesem 3ug« werden nur in Giestem Äonen ausgegeben. unb zwar nach Donaueschingen oder TJlübihitm. Sreiburg oder Triberg (25.tx) Mk i oder Freudenftadt (23.20 Mk i. Xeu» habt tSchwarzw ) oder Jitilre <2’äN Mk . Äon- stanz (31.50 MI '. Basel (27 JO Mk t
Frankfurt Norddeich am 2. Juli. Diesten ab 22.05 Uhr. Xorddrich an 7,50 Uhr 3u diesem 3uge werden Äarien ausgcgrhcn in Frankfurt. (Neben 2Be»lor. DiNenburg Stegen nach Borkum <45,40 Mk •. Juist (42.'*? Mk I. Olorderncv (W>0 Mk I. Vangervg (44.10 Mk.I. Amben (29 60 Mk I Xorddeich <31Ä) Mk.s. Die beigelenm, Preise geilen ab Diesten. Schlust der schriftlichen Bestellung 11.3xmi. Schalterverkaus 24. dis 28. 3um
Bal el— Franks urt — Karlshagen -Stralsund am 2 3uli. Frankfun ab 18.40 Uhr Der 3ug sähri über -anau -Fulda—Bebra. Äanenausgabe in Frankfun, Offerchach. Hanau, Fulda und Bebru.
Frankfurt — München am 2 und 16 3uN (Abfahrt 8.41 Uhr> am 1. und 30 3uli (Absahn 19.58 Uhr). 3u diesen Zügen werden Äarien nur in Frankfurt. Offenbach und Hanau ausgegeben. Schlust der schriftlichen Bestellung 11 Juni zu den Zügen am 1. unb 2. Juli, 25. Juni zu dem Zuge am 16.3uH, 13. 3uTl zu dem Zuge am 30. 3uh.
Frankfurt (Wiesbaden!—M ünchen am 9. 3ult unb 13. August .Frankfuri Ads .8.41 Uhr. München Ankunft 17 Uhr Zu dielen Zügen wer- den nur Äarien in Frankfurt. Ottenbach. Hanau. Wiesbaden. Mainz und Darmstadt ausgegeben Schlust der schriftlichen Bestellung 18. 3unl und
23 3eli Preis Frankfurt München uM lurwf 27J0 Mark Äarien find ab Srarriun erhol.sich outzer noch " ichen nach Augsvurg. Berchtes- gab« C* :r ich-v Murna». Oberlauf er. -
chen am 1 Juli Äa«ri ab 19 30 Ube. Bebra ab 22 U Uh- Hersield ab 2037 Uhr wlhu ab 21 47 Uhr München an S 16 Uhr 3® bie4«* ouge werden Karren tn Fulda unb Her»leib aus- oeg« ven Schluß der 'christl Beheilung 11 3un. Schaiterveri rul 22 bt» 25 3un
am 2 3ult Franklurr B>ie»badens • Beritn über Fr.!da er- :<■ Jul Bafel Berlin über ?*ulba am 1 August > am 2. 3nli
tanfhirt ab 20 03 Uhr Berlin an 6.06 Uhr
Aahtchlan am 16 3uh und am 1 August Frank- luil et« 19 45 Uhr. Beritm on 6 06 Uhr. Preis lyr XüJ'chrijnr ab .Su..'- 2<JO Ma-k Schiu'» der schn't.ichen Bestehung für 2 3uli am 10 3uni für 16 3ul: am 25.3uni. 'ar 1 August am 9. 3uli
Frankfurt — Beuthen (O.-Schl.f am 6.3uli Caarbrüden — SrauPurt - Bcuihen am 2 August Xbfabrt tn Frantturt je 2350 Ubr Beuthen an 2024 Uhr Beide Züge fahren über Fulda Äartenartsgabe in Frankfurt Offenbach Aancu Fulda und Bedra Schlust bet schriftlichen Bestellung 15 3uni unb 12.3uli
Frankfurt — Hamburg (Bremen j am l. und 16. 3u!L
Bafri Frankfurt - Hamburg < Bremen > am 3 3ur unb 2 August Am 1 unb ie. 3uTi Ftanksurt ab 18 53 Uhr Bremen an 4 40 Uhr- am 3. 3uli unb 2. August Frankfurt ab 1835 Uhr Bremen an 4.40 Uhr Be.de Züge sahren über .valba Bebra. Äarienausgabe FranttuN. Offenbach Hanau. Fulda unb Bedra. Schlust bet schriftlichen Bestellung 10. 3uni. 25. 3uni unb 12 3uIl
A! ünchen — Bebra — Hamburg am 15.3uli. München Bedra - Bremen am 18 3uh. Fulda Abfahrt 20 39 Uhr Bremen an 4 40 Uhr. Hamburg an 4.50 Uhr Äartenausgabe Fulda und Bebra. Schlust der schriftlichen Bestellung 25. 3uni
Uetzer di« Ausgabe von 2n<chlust-Sonderrüd- fahrkarten zu ermähMien Preisen nach den Seebädern erteilen bu Fahrkartenausgaben näher« Auskunft Die Seltungsdauer der Sonberzug- unb Anfchlustkarien beträgt zwei Monate. Die Xüdfabrt kann in allen zulchtagfreien Zügen erfolgen. B«' Benuhung von Schn.ll.zügin ist der Tarifzufchlag zu zahlen. Auf der Xüdsahrt ist dreimalige Fahrtunterbrechung zugelatten
Kreistag des^reises Lauterbach.
b Lauterbach. 7. 3uni. Unter dem Dorfitz des ÄrcUbireftotf Dr Michel trat der .Kreistag des Är elfes Lauterbach am Freitag zu seiner diesjährigen ordentlichen Sitzung zusammen.
Di« von zwei Mitgliedern vorgeprüfte Äreiskafferechnung für 1 925 kam zur Dorlage und wurde, ebenso toie bet Rechenschaftsbericht des ÄreisausfchusseS, genehmigt. Die Rechnung schl.estt ab mit einem Barvorrat von 1 03 3 7 0.4 4 Mk 3n bi «fern Betrag sind enthalten: ein Darlehen an die Dezirkvfparka"en des Äreises zur Förderung der Dautättgkeit (30 00) Mk.) und eine Kapitalanlage für Autosahrten des Äreisamts- perfonals von 10 500 Mk lieber diese Summen ist bereit» verfügt, sie kommen für den neuen Doranfchlag nicht mehr in Deträcht Rach dem Sriäuterungsbericht hat fich die Derivalning der Ärei»angelegenheilcn im allgemeinen im Rahmen de» Doranfchlags al'gc<rne!t. die Ärebit- überfchreitungen konnten au» Betriebsmitteln ge- bedt werden und gaben zu besonderen Bemerkungen keine Deranlafsung. für austerordentliche Herstellungen an den Äretsstrasten (Malzarbeiten) waren von der Provinz aus der Ärastsabrzeug- steuer besonder« Mittel zu Dertzügung gestellt
»mN d,e mit r.r.rr e^ : brechendem Auslage aue der Ärn»!.-."e für birien . »wd :n der Rechnung escheinen Die R?'i<n Nr drdauung einer Ärn» tt. ‘ r r-on P'orN nach Schl.» die in bem Boror f_r 1*2* : . rgriech waren, sind ie der ve»r!.egendem Xecheiung m.t 38 410 Mark adgerechnet unb auf bie tzef ragspttichttQsm 3nt«rcflr-Jen verteilt Ivt 21ru<ü he# Äreifes betrögt 5445 Mk Aue dem Xechen'La'tstzenchk ist »xiter zu e«mehvien drst der Kreis schuldenfrei ist urch hast er 4 9 000 Htt nögen
W 6 de tm Anichlagrwen von 30 000 Xt tzriitzl 3n der !»-5<r' i de» Änrisauslchustes
wird mttgete.lt, hust in 1826 in zetzn ff«t ung«w ührc 143 Gegenständ« ohne münh ches Ber» fahren verhandelt worden ist. ösfent'.iche Sktzum» gen landen mcht statt
Der nächste Punkt der Tagesordnung betraf den Äreiskaffeooranfchlag für 1 927. Der Dori'.»ende tritt« Hierzu mi»., d>st bet Bot- anfcht^g erstmalig unter Fvrtfall der Kosten für tue Unterhaltung und die Srdauung der Äre-.s- traft en die ach gefefttcher Dorichnft vorn 1. April 1427 ab auf die Provinz übergegangen lind oufgetektt worden ist unb bah d.e Beo- valtu-.g der dmnabmn unb Ausgaben des Bcinks'^riorgeverbandes fit die Zukunft di« wrientUchst.- Aufgabe der Äreisla'le bilden wurde Durch bie veränderten Bei- baltniffc lei dr» Umlagebedürfmls be» Äredr* um di« Hälft« des nendbrigen Betrags zurüdaegangen unb Ixtraar für den vorliegenden Doranfchlag noch 7 1 000 Mk Der Kreis- auslchust fchlagc bemgemäst die folgenden Aus- (chlag«ätze vor (die in Slammem be gefügten Zahlen neben die vor;ährig«n Sätze anl.
A. Allgemeine Grund- Debä ube- und Gewerbesteuer.
1. 3 n den Gemeinbegemarkungen ») GelxiuN- 2 <2 4) PI je 10? Mk. Sleu. rwert. h) land- und forstwirifchafllicher Grundbesitz 4 (6) Pf je 100 Mk etfuertperi; c) Gewerbe a) nach Nm flrtrag 5 (15) Pf pro 1 Mk dos Steuerfolls. ,'i nach dem Anlage- und Betriebskapital 7J < 10< Pf je 100 Mk. Steuerweri
2 Selbständige Gemarkungen ») Gebäude 15.75 (17.5) Pf. je 100 Mk Steuer- wert: b) Grunk-stüde 33.75 ( 37.53) P' je 10? Mk. Steuer-wert, c, Maid 3ZJ (41.67) Pf je 100 Mk. Steuerwert
B. Sondergebäudefteuer Diefe Steuer, die bei einem Satze von 12 Pf im vorigen Jahre einen Orirag von 44 420 Mk. liefert«, foli gänzlich in Fortfall kommen
Rach N-r Genehmigung der vor^efchlagenen Ausfchiagsfätze wurde aus der Mitte der Ber- fammlung der Antrag gestellt, auf eine weitere Aussprache W verzichten und den Boranichlag. in dem zur Fi-rderun-i des Wohnungsbaues weiter 35 000 Mk. vorgJehen find, nach dem OiU- wurs des Kreisaus'chu'fcs <n blue »u genehmigen. Der Kreistag de'äüosi demgemäst
The weiteren Punkte der Tagesordnung, die Wahl brr Mitglieder der Körkommtsston und der Srlast i>on Äreisfatzungen wurden nach den Anträgen des Kreisausfchuttes ohne Debatte et-
Hierauf kam rin kurz vor der Sitzung ein- gelaufener Antrag der Allgemeinen Orl4- Feanlenlaff« ’ur den Kreis Sauter« bad) auf Orbauung eines Kreiskrankenhauses zur Briprechung. Der Krrisaus>chufi wurde beauftragt, den Antrag zu prüfen unb in einer späteren Sitzung über tki» in Aussicht genommene Unternehmen Bericht zu erstatten.
Rach kaum halbstündiger Berhandlung»dauer konnte der Dorfitzende die Sitzung (chliesten 8r iprach dem Kreistag für die fachliche Behandlung der Kreisangelegenheiten Dank aus unb tripolttifche Gcgen'ätze in he Derhandlungen I hereingezogen worden waren.
Die freundliche Angst.
Bon voNgamg Götz.
ihn hinget ftreunb sand neulich eine Hundert- bcllamotr. Sie war fallet», wie sich später heraus- stellte. 3d) habe mich Irotzbem geärgert, benn sie hätte doch echt jem können, unb mit mätr mit solchem Fund ein fein gtvtzer i*eJalkn getan. Unser Bureau- bienet gebt bei Keigen» an bem Portal eines großen '•limlbcaleti vorbei: Tutzenbe von lHarffcbemen s, tb sein Frübstud. Kuck uh gebe dort ost vorbei, mit riebacht und langsam, kehre aud) wohl on 6tüdd>en idtebet um; icb scbe nubt» all Stummel von Nikotin- iMiIhgcn .Fabrikaten, ihn Freund von mit lauft für cm paar lütostben ein Buch, va» liegt bann/ inne rigenlnbibige — bishet unvetöffenlttchie — Wäschetechnung i-oeibes. Als (Mipkl eene ebenlc roah« loie univabridxiniu'he Vteschidtte ihn junget Berlin et Doktor tr«ft nach Sani; es war im Frieden unb so nimmt et den Umweg über «ündxn, einen Freund zu besuchen. Den bittet et um bie Adrette einet guten Pcntton in her französischen Hauptstadt. Za, sagt ber Freund, bnngenb zu empfehlen Mmc. X., tue N. Ter Dollor nimmt feinen Bäbeker. bie gepriesene Dame anzustreuhen, ndihfl, da steht ber Mmc. itr setzt ben Bleistift an — da schnitt be» Ateun- des lelephon. Ter Doktor, butch ben üblen Laut ciidjtedt, dlickt ärgerlich auf — unb streicht bann erst b«c Mmc. an. Rdbrt nach Vanl. begibt sich auf ben Innweis seines Bleist,ftstnches in bie Pension, stnbet oori eine |ungc VanMmAnnm, verhebt unb veriobt sich. Et teilt bi« Dattach« dem ISund-enet Freund mit. Der gratuliert setdstverstänhlich und fAreibt nebenbei: Du bist aber cm Io mischet Kett, fragst mich nach Pensronladtessen. ich nenne Dir treu und brav Mmc. X.. rue N., unb zetzt io ahnst Tu dc Mmc. 7.., tue P. Der Doktor holt verblüfft feinen Bädckcr, ficht nach — -al Zclephonaeningcl bat ibn die falsche Adrette anstrnchen lallen. Tal laufendste! einet Sekunde bat zwei Menschen glücklich gemacht. Drei Menschen, bet Dollor, bet Ateund unb bet .Icilnehmct* all unbekannte tsrötze. ein Delcp^vn, ein Bädckcr, ein Bleistift waten nötig, um dieses Tausendstel bet kleinsten Zeiteinheit fruchtbar zu machen. Unb was geödet dazu, man bedenke, einen Bleistift berzustellen. vorn Xeierb. .i unb ben übngen Äcquifitrn bedel Schicki al n.)tzcs ganz zu schweigen.
Zch bm von ’Xatut fo gtartrt, batz ,ch alles biciei für lustige «Analen etncl fthnbur.;#tei(bcn »opfes halten möchte, aber ba büit nichts: välchercchnung, Pkatklcheine unb Duaderidollatnote, papiftgerootbc- ne Märchen habe ,ch mit eigener. Äugen gefeben, unb bei Doktors längst ctptcbt« Sbc .st em tvefent- hdjer Wrunb für meinen uncridnitterhdxn Cph- mümu*.
Da ich nun dal Schicksal für gerecht halte, fo sage ich mit: auch dir ist durch bet OlStter Güte die rationierte Ämobl von (Mlütfif&llen zugedacht, nur imtst du wohl leibet, bevor bie Serie an dich kommt, verstorben sein. Dafür können ja die Götter nicht!, bal ,st bem eigene! Pech. Dai alles ist nun gar nicht schlimm, jebenfaN! habe ich mich mit viel Gluck in bie Nelle bmringripielt, als fände ich betotrige Anfälle recht jpatzbalt, aber im Grunde etwa! läppif*. Ehrlich gesprochen, diese feine PhUofovh,e ist leibet nicht echt, sondern Stukkatur, äufietlid, aufgepappi. Ich lebe in einer ewigen Angst. Ich spiele nick-t in der Vottcrie — es hat boch keinen Zweck —, aber mit ist roie dein Manne, dein rin Äolleheut die Lose 1V9995 dH LIOIKG bmbält. Jetzt mutz ich bitten, nett- und taumle» zu denken, vir smb im frucht- bringenden Moment bet Loswahl, sprechen aber von bem Gegenwärtigen als längst Vergangenem Ter Mann wählt 2inm<N. Da» orenc Los fällt aus TerMann hätte seine Hand blotz einen Zentimeterweiter nach hnl» zu schieben brauchen unb wäre aller Sorgen um bat Le,b für immer verlustig gegangen.
In bielcm Zustand bei ewig verpatzten großen Loofci lebe ich andauernd. Zum Beispiel, ich stelle mir vor, em vergrämtet, schon seht alter amen- lamfdtet Milliardär kommt nach Berlin unb will sich durchaus einen blondlockigen, blauäugigen Sohn dieses Bolles zum Erben erkiesen, obwohl er Inb- allodoldet ist. ' bet Himmel, alte Leute haben nun mal ihre Ldrru...n ^d) erkenne, batz ich für diesen Mann geradezu läderltch wie gefchafsen bm. Säbrrnb ich btrie übet au ♦ fröhliche Feststellung rrmdx, gehe ,ch, sagen wir, übet den Äönigirla». Und nun überfällt m,ch d>e freundliche Ängst, mem guter Alter möchte rullrtd’t aerobe tn bie Si-geiallce embiegen, um bi« bprtigrn tetanbbilba zu betrachten. Zch ober, Pechvogel wie immer, trabe der Molrledrüde zu. Vit find nur bunbert Meter auiemanba. Tet große Lottenelollctteur hält bie Los« mit vor bie Safe. Unbesonnene Lefet werden mich ermuntern, doch ,a ta'ch unyubtebcn unb nof bn 6iege4aT.ee zu laufen; bi« fünf Minuten würden fich wohl lohnen.
bet, eba! Uebedegen sie boch bitte mal: ich stelle mit doch bloß vor. glanbe, brele leb.glich, baß mein Erblasser in bi« Siegesallee emb,egen könnte. Ebenfogut kann er nnTjacntgegcnlommcn. geradewegs übet bie Meltlkbrücke, und ich würde allo, wenn Ihren übereilten Wal befolgte, »er meinem "lud batcnlaufcn. Sehen Sie, kenn ei ist nicht muu- nehmen, daß da IXiIbarbät binta nur Verlauf en wird, unb mir trotz iPergrArnum unb hohem Sita tmt häftiacm Scuttenchlaq fern: ,lul!o. old fdlowT ins Cbt brüllt.
3d) bm übnqeni sar nicht auf ben Milliatd« »et- •eflai: um icbc näd?8e Ede glaube ich das llmgenbe
Summen jener gläsernen Äugel zu vernehmen, auf der sfrau Fortuna durch die Veit rollt. Tas ist keineswegs eine Einbildung von mir, sondern eine Tatsache, benn wie oft sah ich gerabe nochcinenZwfel ihre! losen gdileierlemi, ba bm ich allemal sehr eilig gelausen, ober freilich zerschmolz da» (Hcfunirl meist Ijtnfrt bet Dürscheid« einer Sonbitorei (unb ich hatte zusälliq nicht das nötige Äleingclb zu det Tasse Schokolabe) ober einet Miedcrnicdcrlage (in ba idi al» Mannsbilb durchaus nichts zu suchen habe). Venn rott zu den Wurzeln ber entfeheibenben Tatsachen unsres Leben» zutückarahen würben, eoraui- gcfetzt, daß roh e# könnten, fo wird uns roohl immer cm äiifeerit putziges Alräunchen ongrinjen.
Den« eine iverte Leserschaft, baß ich mit zerfallenen Mienen unb Augenhöhlen, in denen das Grauen wohnt, bcrumroanle, ir>eil mir bet vagtämle unb schon sehr alte Milliardär feinen Schulterichlag oui- fübrt, weil fottwährend, wenn es fdton so weit !mnmt, Spiegelscheibentüren mrt patentiert fle- räufd'loi vor der Safe Auf di logen? Arisch! Auige- lacht? Bedenken Sie, wie voll mh bie Belt ist von (“lüden, Nlüdlem uno Glückelchen. Immer um bie allernächste Ecke sitzt e» unb lacht. Unb bas ist Höchst mctlirntbia unb lebt nachbenvich? Der Glanz bei Glückei ist so imabört unb leuchtet so blendend, baß : ei erst um die uhernaSste Ecke sitzt, unb man lein Lachen kaum noch hört.
Eröffnung der Darmstädter Kunstausstellung.
„Acuc Kunst vcrlin Darmstadt.München Darmstadt. 7. 3unt
Am Samstag ist auf der MatHrldenHöh« m Darmstadt :n Gegentr^rt eine» geladenen Publikums tue Ausstellung .Xcue Kunst Berlm-Darm- stadt-München 1927' eröffnet tDothrr.. amvriend warm u. c da S r a a t spr Lf i den t. cuk Aeche dc*-. V ar.hr agsabgeorvnettn. forme Beil rettr staatlicher und städt.'cha Xcmta und tut Kun stiert chatt Di« Aus stet lu na ist ein ilnta- nehmen der neuer. Ho".fche-n Lrtx-tsgomsn'ck^'t für bildende Kunst. Der Dvrt-.yende da Arbeirs- gemcinichatt und des Ausstrilurigsausichusscs CbcrTivervn&rct Emmerling starte meiner Ar/prache u. a. aas .Wieder «tronol stehen tvrr brüte au’ dem durch kne Kunst gewechten Boden da MatdildenhL h«. War es doch die Mathilderchohe. b< nrit ihrer grotzen Ausstellung 1901 aus da tue Samen Paa Behrens und
Olbrich hell hervorfeuchteten. Darmstadt
in tne Zahl da führenden deutschen KunffstLdt« einrüden lü-st. Sri« neulich bat dies ja wieder da Rrichskunsttvart hier bei uns bestätigt und dabei an die dann solgenden vorbttdlichi.i Ausstellungen der Darmstädia Künstlerkoloni« er- innai” Der Redner zählte die rinzeiiEn Ausstellungen auf und erklärt« weiter .Erst im lehton Sommer fanden fich hie tm hrififchrn Äünftla- fartell vereinigten Künstler und da Ständlae Rat in der Reuen Arbettsgemeinfchaft für bildende Kun st wieder zusammen, deren aste gröstrr« künstlerische Xat wir heute eröffnen wollen. 3ch darf wohl lagen, das) diese Lat geglückt tft was um fo erfreulicher ist. wri! es untere vornehmste Aufgabe ist. ernt uns auf bem Gebre i be» Aus stet lungswefcns überkommene hohe Tradition aufrecht au erhalten. Während die in biefen Lagen zu eröffnend« 2uSst<I!u,rg tm eanbeimufeum. bi« ganz Hervoaagcndes bringen w,rd. alte Kunst bedeutet wollen a>.r als mta- rifante Ergänzung neue Ku.st zeigen, toi« ja die MathiINnbc>!< von jehit da Sd>auplah unb das Symbol für die lebende Kunst da Gegenwart gcwcfe.t ist Ich bart tovhl dankbar anerkennen. bah uns auf d «fern unterem Wea« d^ beiden hebcutenb-fta Künstlergruppen tn Berlin unb Muiichci,. die aus den, Gebt«: ter fretai Kunst richtunagebend find, ihr« wertvolle äliita- ftür.unfl geliehen haben b.c Berliner S«- zef s ton und hie Münchener Reu« Ve- zeffivn. Und wenn fich di« hessifchr Äunfller- fchafr tmt ausgewädtten Werte» hinzugcsellt. fo ist damit Rord. Süd und Mitte deuttcher ®eaai- wartskunst in. toi# uns scheint glucklichrr Weife vereinigt Was wir bringen, ist rin# Ausles« da Erprobten, bi# sich t-< künstlerisch Rris« bereits erlLmpft haben, rrwdurch das Gesicht da Ausstellung <ebr cusgeglichen wird und in feiner Ge'amtwirtuT-.g grotz« Au-knuckskratt octoinnt**
Die Ausstrilunq füllt acht grohe LLle und einige kleinere Räume, in baten vorwiegend bu Graphik untergebrocht ist Der Katalog weist ninb 650 Rumman nach (GcmLlhe. Graphik und Plastck) und bi# rinzelnen Kun^tlergruppen (Berlin. Darmstadt Manchen, find etwa gleich stark Dottctei’ Unia da DarmstLbta Gruppe sind alle hefttschen Künstler zusannnengriaht; fie können durchaus neben ben Berlinern unb Münchner tn Ghren beheben. 3 m ganze» th bie Arw''.cllung von einem forrtchrittllchen Gast bdceli. es tefclen zwar Schöpfungen, bie man als zeithestrmmenb oder richturigaeL>«7ibcha:akr#ri# <;ercr. kann, aber es ist auch nicht» da. bas untet» bald ba Ganze einer guten Qualität liegt (öüw ausfübri ch# Besprechung wird noch folgen.)


