in en, fee
it ob. ttidli. «inb alfen. fr 10 einte Denn ü. u. Vlnj.
ote beu len.
iui- md> hre,
N »nmerab 8iur Siml «, ftotninat»>i«
Itt:
Ml iebii M- 01« -tto 'm • is.
Tonntan, 9. gu nöenbä 6'/, Uhr (r der Turnhalle ac Conjöl&SftMten WWW vetbunben mit SlWggW unö
Ehrung der Iubllare
Reichhaltige; Pt: grniiniL bnrunitt
Tbratcr
60er und tn, so- lenie, iVrnii Zetih- Uten. 181D Anz. 'S
>ahn- otoo ng! txtnii ’liifnt leker ober 1 KM bin. utkir Allen. rein ider- port eßen
-Ä &*
15. Somiat, &öä8j»Uh/i« ff' SWn±
m EiiiH Kntttch.
Mouiaa, ly. g6n K dL8',,G7 talomiiig
UPI rtmne. « V M "
Wntzßt
> S.V.
i Ortsgruppe ®lebi gnö MB Sonntag, k 9. {Januar, t>oi- mittag« gM.'k %»V
Lahretzchaupi- Versammlung, vollzähliges 6: scheinen Pstichi.
$et Pvrstanl Tilf
AWA
ZW _ ,4Ut>v.en.
™rrtiTTjTfc
3e.V.
cHefl
>65
jU P
für
linen»
ung San.. Soots-
gänge. nügen ies.
'Zeluck et. "'o ritand.
)F F
Sarde- t 23.
i.
'i, Hör’ iWM iflhoU* (iJifR<n' Lrs-Ä rltav^
8,Ä H?.Ai “°n< w BZZS
SS -HÄ •S|;ä SÄB SSÄ'!
Wei e. V.
Ortsgruppe Gie8^
Wir laden bi^rr untere M'Oedt LsZ siatinnbenbenD mow* öcrbun*lä WS«s>G [rtsfiffl! —övWC. fteirc.SW«®S »»ÄS «K”°Ä
i*Ä, Äli. SfK«®??8?Ä «’^sgü®
, 15. rf* °-sK'
Nr. 6 Sweites Blatt
Gießener Anzeiger tGeneral-Anzeiger für Gberhessen)
Samstag, 8. Januar 1927
nationale Kultur unö EDelttultur
Ton Geheimrat Dr. Walter Goetz, v. Professor der Geschichte an der Universität
Leipzig. M. d. A.
Der Gegensatz von nationaler Kultur und Weltkuitur ist unter den Einwirkungen deS Weltkrieges und zuvor schon durch die Ausgestaltung des nationalen Bewußtseins in allen Ländern von neuem zu einem Problem geworden. Gerade in Deutschland ist nach dem Weltkrieg, begreiflicherweise, die Frage vielsach erhoben worden, ob wir uns nicht aaiu auf die eigene Kultur stellen und auf die Welt verzichten sollten. Aber solchen Anschauungen liegt von Anfang an der Irrtum zugrunde, als ob sich nationale Kultur und Weltkuitur im Leben der modernen Völker trennen liehen. Die ge- fchichtllche Entwickelung hatte es seit Jahrhunderten mit sich gebracht, schon seit der Völker- wanderung. daß die abendländischen Nationen in einer großen Einheit ihres LebenS stehen, die durch vielfältige Kriege nicht zerstört werden konnten zusammengewungen in einen Kulturkreis. sind sie politisch, wirtschaftlich und geistig miteinander untrennbar verbunden. Wenn auch die frühmittelalterliche Weltkultur feit dem 13. Jahrhundert durch nationale Kulturen ab- gelöst worden ist. so ist doch über ihnen allen ein Gemeinsames geblieben, das sich immer und immer wieder verstärkt hat, und das durch die Derkehrsentwicllung des modernen LebenS völlig untrennbar geworden ist.
Man wird deshalb sreilich die Bedeutung der nationalen Kulturen noch nicht unterschätzen dürfen: sie sind der erste mögliche Ausdruck kulturellen Lebens überhaupt. Die nationale Sprache ist Grundlage jeder höheren Kulturäuherung. und nur sie gewährleistet die unmittelbare Wiedergabe alles Empfundenen, nur sie ist imstande, ein Volk in all seinen Tellen mit einer einheitlichen Kultur zu durchdringen. Selbst auf den Gebieten, wo internationaler Austausch uns als selbstverständlich gilt, aus den Gebieten der Künste, der Literatur, der Wissenschaft, ist doch immer das individuelle nationale Werk die Vorbedingung für internationalen Austausch, und der Reichtum oller Kultur beruht in der Vielseitigkeit, m der Spezialisierung, die nur die nationalen Kulturen hervorzubringen vermögen, schon weil sie aus verschiedenen Sphären heraus, je nach der Statur des nationalen Temperamentes, der witt- schastlichen und staatlichen Vorbedingungen, entstehen. Aber diese an sich unentbehrliche nationale Kultur erlebt freilich unaufhörlich, von den ersten Anfängen höherer Kultur an, Gegenwirkungen jeder Art. Der Austausch Der Völler aus wirtschaftlichem Gebiete, der Wissensdrang der einzelnen über die Grenzen ihres örtlichen Lebens hinaus, auch der Wunsch nach Erkenntnis deS Feindes jenseits der Grenzen führt zu einem Austausch auch auf kultü- rellem Gebiete. Dazu kommt das Sehnen der einzelnen in- Weite — sie wollen die Welt jenseits ihrer Larrdesgrenzen erforschen, sie wollen ein Vild der gesamten vorhandenen Well in sich aufnehmen, ein ewiger Drang ins Ueber- nationale hinaus wird gerade die stärksten Geister einer jeden Ration beseelen. Besonders Deutschland hat solche Geister immer von neuem besessen, und es ist dadurch unserem geistigen Leben zeitweise stärker der Zug des Kosmopolitischen als deS nationalen aufgedrängt worden.
Hier setzen die Vorwürfe ein; sie gelten nicht nur Der Gegenwart, sondern der gesamten deutschen Geschichte, alS ob sie immer und immer wieder vom Drang nach Fremdem besessen gewesen sei und die nationalen Werte vernachlässigt habe. Man betrachtet unter solchem Gesichtswinkel sehr oft die deutsche Kaiserpolitik des Millelalters als eine Vergeudung deutscher Kräfte, man betrachtet so den Humanismus des beginnenden 16. Jahrhunderts, als ob er sich Fremden zwecklos untergeordnet habe, man empfindet die Aufnahme der französischen Kultur im 17. und 18. Jahrhundert geradezu alS eine Knechtschaft gegenüber dem Ausland, man wirft den Klassikern vor, bah sie zu stark an die Menschheit und zu wenig an das eigene Volk gedacht hätten, und man sucht in der Gegenwart alle übernationalen Strömungen damit zu verdächtigen, daß sie Vernachlässigung, ja geradezu Schädigung des nationalen Lebens bedeuteten.
GS sei zuerst noch einmal festgestellt: die Grundlage aller heutigen Kultur ist Die Entwicklung nationaler Kulturen seit dem 13. Jahrhundert; Die Höhe unserer heutigen Kultur beruht auf dieser nationalen Entwicklung. Aber auch andere Tatsachen wollen in gleicher Weise berücksichtigt werden. Alle nationalen Kulturen des Abendlandes sind aus Der mittelalterlichen Weltkuitur hervorgewachsen und haben gewisse Erbteile Dieser Weltkultur niemals verloren unD niemals verlieren können. Zweitens ist auch währenD Der Entfaltung Der nationalen Kulturen Der Austausch zwischen Den einzelnen Völkern niemals zum StillstanD gekommen — jedes Voll des Abendlandes schuldet an irgendeiner Stelle und meist in immer neuen Fällen den anderen Dank für fruchtbar gewordene Einflüsse. Das sind geschichtliche Gegebenheiten, aus denen notwendigerweise die nationalen Kulturen ihr bestimmtes Gepräge bekommen haben: sie sind nämlich an keiner einzigen Stelle rein national, sondern immer zugleich auch international beeinflußt. Schon der gemeinsame Glaube, der den Völkern des Abendlandes eigen ist. dann Die gemeinsamen Anfänge in Wissenschaft und Kunst, gaben Diesen internationalen Charakter in alle rationale Kultur hineintragen.
Man wird kaum behaupten tonnen, daß Deutschland wesentlich stärker als äußere Stationen fremde Bestandteile in sich ausgenommen habe. Aber berücksichtigt man, daß Deutschland ohne das Aachwirken antiker H e b erlief er ung. sondern auf einer ganz primitiven Stufe in das abendländische Kulturleben ein» trat, so wird man sofort verstehen, daß Frankreich, das niemals Den Zusammenhang mit der antiken Kultur völlig verloren hatte, und ebenso Italien in chrer Kultur der deutschen voran sein mußten. In der Tat sind in Frankreich und Italien schon innerhalb des Mittelalters neue Bewegungen, die dann das ganze Abend- lanD durchdrangen, zuerst lebendig geworden. Und so hat Deutschland frühzeitig von Italien höhere Kulturelemente empfangen. Dann aber von Frankreich Die Kulturbewegung des Minnesangs und Der Gotik, später von Italien
den Humanismus und die künstlerische Renaissance, Dann im 17. und 18. Jahrhundert eine höherstehende literarische und gesellschaftlich« Kultur von Frankreich, im 18. Jahrhundert zudem die englifch-ftanzösische Aufklärung empfangen, und was daS 19. Jahrhundert in Deutschland alleS an fremden Einflüssen gebracht hat, zeigt vielleicht am stärksten unser künstlerisches Leben mll seinen vielfältigen Anleihen in Italien, Frankreich. England und Japan, und alles übrige Leben zeigt es ebenso. Aber man könnte, wie gesagt, das gleiche für alle andern europäischen Länder beweisen. Wir haben dem Ausland die Duchdruckerlunst, die Reformation. die Philosophie Kants, den Reuhumanismus unserer Klassiker, die wissenschaftlichen Methoden des 19. Jahrhunderts usw. usw. geschenkt und dadurch die Fremde auch uns gegenüber wiederum dienstbar gemacht. Es ergibt sich ein geschichtliches Gesetz aus allen diesen Tatsachen: die Völker des abendländischen KulturkreisvS sind in einer
in allen Stationen, der sich zum Skrtreter solcher Weltkuitur macht? In Wahrheit ist Weltkultur sowohl die Gesamtheit aller nationalen Kulturen als auch jene Auswahl von Kulturleistungen, die über alle nationalen Schranken hinweg sich allgemeine Geltung erzwingen. Man könnte sagen: Homer, Plato. Aristoteles, Sokrates. Sophokles, Phidias, Augustin, Dante. Leonardo, Michelangelo, Raffael, Dürer. Luther. Shakespeare. Sie toten, Kopernicus. Moliöre, Kant, Goethe usto. usto. — das ist Weltkuitur. Slber auch tiefer hinunter gibt es unzähliges Kleinere, was sich Weltgeltung errungen hat und zum Sk- siystand aller Stationen gehört. Vor allem aber ist es daS große Schöpferische, das stets über Die Station hinausstrebt — wie es Das allgemein Menschliche zu erfassen sucht, so muß es sich auch Die Menschheit als Publikum denken. Alle großen Religionen Der Welt. Das Christentum vor allem, ftnD Deshalb universal gerichtet und gerade dadurch erfolgreich und voll von
Adressbuch der Stadt und des Kreises Metzen 1927
Die Hauslisten werden wahrend der nächsten Zett bei den Hausbesitzern oder ihren Stellvertretern durch Polizeibearnte abgegeben. Jur Erlangung einer einwandfreien Einwohner- aufnahme ist es erforderlich, datz jeder selbständige Hausbewohner seinen Eintrag eigenhändig vornimmt, und zwar muh der Eintrag in der Reihenfolge der Stockwerke erfolgen. Nach einigen Tagen werden die Listen von der gleichen Stelle wieder eingefordert, bei der sie niedergelegt wurden. — Die Einwohnerschaft Giehens wird dringend darum gebeten, die Aufnahmearbeit durch sorgfältige Einträge und pünktliche Bereitstellung der Listen freundlichst zu unterstützen. Nur so kann die dem Vorteil der Allgemeinheit dienende Genauigkeit des wichtigen Nachschlagewerkes erzielt werden. Der Bezug des Adrehbuches . wird nur bei vorheriger Bestellung durch die Hausliste gesichert.
Der Geschäftswelt
zur Benachrichtigung, dah neben der Hausliste eine Firmrn*Lste abgegeben wird, die den geschäftlichen Notwendigkeiten für Die neue Adrehbuchausgabe eingehender Rechnung trägt als es früher der Fall war. Der eigene Vorteil aller Geschäftsleute ist es, dah sie diese Sonderliste sofort und vollständig ausfüllen; sie wird gleichfalls nach einigen Tagen wieder abgeholc werden. Wie in großstädtischen Adrehbüchern werden in der Folge Zusatz- und Fettdruckzeilen sowie Empfehlungskästchen im Einwohnerund im Gewerbeverzeichnls eingefügt werden. Darüber hinaus steht geschäftlichen Unternehmungen der Anzeigen-Anhang offen. Dertreterbesuch wolle man In der Firmenliste anfordern.
Die Vereins- und Kassen-Vorstände
sowie andere am Dereinswesen Beteiligte wahren die Belange ihrer Vereine durch entsprechende Einträge in die dafür vorgesehene Abteilung der Hausliste oder durch unmittelbare schriftliche Meldung beim Adrehbuchoerlag. Diese Meldungen muffen mindestens enthalten: 1. Name des Vereins oder der Kaste, 2. Namen des Vorsitzenden, Schriftführersund Kassiers, 3. Angaben über Zusammenkünfte, Uebungsstunden u. dgl. m. Bis zu 10 Zeilen sind kostenlos.
Brühl'fche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange Adreßbuchverlag Schulftraße 7
Fernsprecher 51
solchen Weise miteinander verbunden, daß jeder wichtige geistige, künstlerische, wirtschaftliche, politische Fortschritt -in kurzer Frist zu einem Gemeingut aller werden muh. Die Aufnahme fremden Kulturgutes, Die sogenannten R^ep- tionen, sind ein Lebenselement Des Kulturlebens überhaupt. UnD Daraus ergibt sich auch Der wettere Sah, Daß Dieser Austausch und Der Damit zusammenhängende Wechsel Der abendländischen Völker ein entscheidendes Element Der Kultur» fteigerung ist. In Diesem kulturellen Austausch ruht eine gewaltige fruchtbare Kraft, und wir haben infolgedessen nirgends mit isolierter nationaler Kultur zu rechnen, sondern überall mit Dem Austausch, in Den Diese nationalen Kulturen hineingezwungen sind. Die Isolierung einer nationalen Kultur, Die Pflege nur ihres Lebens ist genau so unmöglich wie ein isolierter nationaler Handelsstaat. Jeder Versuch. Derartiges herzustellen, ist sofort zum Schettem bestimmt.
Die Skrmehrung der Austauschmöglichkeiten in der modernen Zeit, die sesten Bindungen durch den modernen Skrkehr und durch die allgemeine Freizügigkeit haben die Bedeutung des geschichtlichen Gesetzes noch verrnehtt: blitzartig wandern alle neuen Entdeckungen durch die Welt. Der persönliche Skrkehr der Künstler, der Gelehrten, der Wirtschaftler beschleunigte Den Austausch, und im Zeitalter der Ausstellungen sucht eine jede Station Den anderen ihre Schätze zu zeigen. Damit auch Dadurch Der Austausch verrnehtt werde. Und so entsteht durch diesen vermehtten Slustausch ein internationales Gemeinschaftliches, das uns wiederum zurückzuführen scheint in die Zetten einer SB e L t f u 11 u r, einer Uebettoin» Dung also Der nationalen Kulturen.
Slber was ist Weltkultur? Das Wort erscheint uns wie selbstverständlich. Die Sache selber ist nicht leicht zu erfassen. Ist Weltkultur Die Addition Der vorhandenen Rat.onalkutturcn. oder ist sie ein Gebiet für sich? Wer ist ihr Träger, wenn die Stationen Träger ihrer eigenen Kulturen sind? Gibt es einen auserwählten Kreis
Werbekrast. Wo Das Menschliche und Göttliche in seiner Tiefe erfaßt wird, da fallen Die Schranken Der Stationen von selber, und es entsteht eine gemeinsame höhere Sphäre aller Stationen. Da eS zudem keiner Station infolge Der Begrenztheit ihres Lebens gegeben ist, alle Kulturtoerte hervorzubringen, so muh es irgendwie zu einer Vereinigung Der Besonderheiten in einer höheren Einheit, in übernationaler Sphäre kommen. Die SBeltfultur ist also eine Tatsache, genau so wie Die nationalen Kulturen.
Jede Station aber. Die an Den höchsten Werten Der Menschheit teil nehmen will, muß die Beziehung zu dieser Weltkultur suchen. SBie Die Weltkultur undenkbar ist ohne den Untergrund Der nationalen Kulturen, so sind diese hinwiederum unvollendet ohne das Hineinwachsen in die Sphäre der Wettkultur. Es handett sich also nicht um Gegensätze, sondern um notwendige Ergänzung. Um der nationalen Kultur willen die übernationale Kultur bekämpfen, ist eine völlige Verkennung unserer kulturellen Lage und der Grundlagen wetteren Slusstiegs. Die Rutsche Kultur ist durch Aufnahme fremden Gutes nicht wesentlich, höchstens vorübergehend geschädigt, im ganzen aber viel mehr gestärkt und erweitert worden. Deutschlands Universalismus ist geradezu zu einet Grundlage seines geistigen Reichtums geworden. Solange die gesunde Kraft eines Volkes das fremde Lehngut zu verarbeiten, ins eigene umzufvrmen vermag. sind Rezeptionen ungefährlicher, ganz abgesehen davon, daß lerne Macht der Erbe sie zu verhindern vermag. Im Wirtschaftlichen wie im Geistigen ist jeder Boykott vergeblich. Wer sich vor der Slufnahme fremden Kulturguts fürchtet, besitzt kein Skrkauen auf die eigne nationale Kraft. So möge man auch hier der Siottoenöig- feit unseres Daseins ruhig ins Auge blicken: von der nationalen Kultur strebe man furchtlos zur SBeltfultur 1
Außenpolitische Umschau.
Don Prosessvr Dr. Otto Hoetzsch. M. D. R.
Ein amerikanischer Journalist. Frank S. Simonds. der 'Deutschland 1926 bereifte, hat geäußert, daß das neue Deutschland der am vollkommensten stabilisierte Staat in Europa sei, Der Staat, Der am meisten Den Krieg UquiDiert, Da« erste Land, Das mit Den DemrralifierenDen Folgen des Krieges aufgeräumt habe. In dieser Beobachtung eines Deutschland nicht besonders freundlich gesinnten Journalisten kommt das Gefühl des Ausländers zum Ausdruck, daß sich in Deutschland eine bemerkenswerte wirtschaftliche und politische Konsolidierung vollzogen habe. Wir wissen, tote stark das übertrieben ist. oft auch tn erkennbarer Absicht übertrieben wird. Ganz falsch aber sind derartige Feststellungen nicht, wie ja so etwas niemals ganz falsch fein wird.
Auch der Deparationsagcnt stellt in seinem letzten Bericht vom 30. Slooember 1926 fest, daß Die Deutsche Wirtschaft im Zustand Des Wiederaufbaus fei und Die Vorteile Der Stabilisierung jetzt realisiere. Deshalb stellt er gleichfalls oefneDigt fest, daß Der Dawes-Plan funktioniert habe. Daß durch Den Transfer erhebliche Summen haben übertragen werden können und daß der Wendepunkt nicht nur für Deutschland, sondern auch in Dem weiteren Sinne Des Wiederaufbaues Europas. Den die Sachverständigen im Auge hatten, erreicht sei. Gr hält dabei an. Er Deutet nur sehr unbestimmt eine endgültige umfassende Verständigung über alle Probleme Der Reparation unD verwandten Fragen an. Slber „offenbar ist Die Zeit Dafür noch nicht gekommen. Die Erfahrung Dafür ist noch zu beschränkt und muß wachsen, unD reifen, bevor es möglich sein wirb, Die nottocnDigen Urteile über die zugrunde liegenden Fragen zu bilden." Es ist wohl auch nicht Ausgabe des Reparationsagenten, von sich aus den Gesichtspunkt deS endgültigen Abschlusses oder was dasselbe ist, Der Revision des Dawes-Planes in Den SkrDetgrunD zu rücken. Immerhin ist bemerkenswert, Daß er den Blick Doch zu Dem „weiteren unD umfassenderen Arrangement" schweifen läßt.
Es ist richtig, und zu Deutschlands Dotteil. wenn Der Blick auf Dieses ums assen De Schluh- arrangement, tote wir sagen, Die Gesamt-, Die EnDlösung gerichtet bleibt. Unter biejem Gesichtspunkt ist es kein Schaben, bah Die sog. ' Ibee von Thoiry nicht zu einem Ergebnis geführt hat. Wir wissen, baß Dafür auf Der an- beren Seite bie letzten Abschlüsse erst nottoenbig sind über die Schulben der europäischen Siegerstaaten an Rordamerika. Der letzte entscheibende Kamps barum wird bie Ratifikation des französisch-amerikanischen Abkommens sein. Wir glauben, daß diese schließ/ch verhältnismäßig schnell vor sich gehen wird. Poin- carS weih, dah sie nicht zu umgehen ist. Andererseits stellt Der Bericht für bie französische Kammer barüber fest, Dah Die Zahlungen aus bem Dawes-Plan an Frankreich in Den nächsten Jahren Die Verpflichtungen Frankreichs an Eng- lanD unD Amerika um 400 bis 500 Millionen Matt übersteigen werben. SW erleichtert voraussichtlich ben Abschluß, aurT>en bie Botschaft Coolibges schon hingewiesen hat.
Das wirb aber In unserem Sinne Die weitere Entwicklung nur erschweren, wenn di. amettkanische Behandlung Der ganzen Frage nicht weiterhin fest und sicher bleibt. Es fei Daran erinnert, mit welcher Konsequenz Rordamerika in diesen Schuldenabkommen Den Zusammenhang zwischen deutscher Reparationszahlung und Schul- denzahlung ausgeschlossen hat. Unerbittlich hat es auf Der Anerkennung der Schulden, unabhängig von ben Einnahmen aus Deutschland bestanden, während es. sobald es dieses Zugeständnis erhielt, in der Berechnung Der tatsächlichen Schulden außerordentlich liberal und entgegenkommend gewesen ist. So sehr in Rordamerika noch bie Forderung gang und gäbe ist. dah die alten Kriegsverbündeten alles bis auf den letzten Dollar und Cent bezahlen mühten — tatsächlich hat Rordamerika einen Schuldennachlah im größten Ausmaß schon gewährt.
Wie aber geht das weiter? In ganz absehbarer Zett wird feststehen, welche Gesamtsumme Rordamerika von ben europäischen Siegerstaaten geschulbet wirb. Dann wirb also bie Frage akut, tote hoch bie Gcsamt- unb Schlußsumme bet Deutschen Verpflichtungen. Die ja mit Absicht offengelasfen ist. anzusehen sei. Diese Erwägung unD Berechnung aber wirb weiter burch ein sehr interessantes neues Moment alterieri.
Wahrscheinlich sind bie Männer, bie biefen ganzen weltfinanziellen Zusammenhang in Reuyott beherrschen. nicht übermäßig glücklich über die Erklärung ber 40 Reuhorker Professoren vom 20. Dezember gewesen, bie eine Revision ber Schulbenregelung Im Sinne ber Annullierung ber Schulben verlangen unb mindestens dafür eine internationale Konferenz anreqen. Denn es wirb bamit ein Zusammenhang bloßgelegt. ber eine gewis e Schwäche Rorbamerikas enthüllt. Die theoretischen Gesichtspunkte bietet Reuhottet Staatswissensckafller sind richtig unb schön Diese Theorie soll im Dunbe mit Der Praris. bie mit ber Unterschrift ber amerikanischen Wittschaftsführer unter bas Wittschafts» manifest vom 20. Oktober zutage trat, einen Druck auf ben Präfibenten ausüben, bet aus bekannten innerpokttifchen Orünben in ber Europa- Politik kürzer unb kürzer tritt
Was aber bas Wesentliche, in unserem Sinne Günstige ist. ist. bah man allmählich tn Amerika zu begreifen beginnt, was es Erbeutet, bas G lä u- bigerlanb eigentlich für bie ganze Welt zu fein, mit bem .Schein bes Shhlock . wie die Pariser Presse geschrieben hat. unö was es zugleich bebeutet. neben biefen KriegSschulben Europas noch Anleihen in Europa plaziert zu staben unb weiterhin zu plazieren. Man weiß in ----ika tote b"; ö-'
to gung von ein m realen Zus immens chluß bet f'.n Europas noch ungeheuer wüt entfernt ist. Aber man beginnt zu fragen, ob bitte 480 Millionen Europäer auf bie Dauer bie Kabifa!» Herrschaft bet 117 Millionen Rorbamerikaner tragen werben und wollen. Unb man b'iinnt weiter einzusehen, bah zwischen ben unproduktiven Kriegslasten, bie auf Besiegten unö Siegern ruhen, unb ben probuktiven Anleih-n. die Storbamerita jetzt nach Europa auch nach Deutschland gegeben hat. ein außerorden'sicher Un'er» schied ist unb bah es keinen Sinn hat. Anltthen an bie Probuktion zu geben, wenn man zugleich


