zu
Sänber hallen -um heutigen Tage ihre Staats-, * nerischen
Ministerpräsidenten and Chef- ruich Berlin zur
übermitteln.
Weitere Gratulanten
sonstigen RegiermraS- Beglückwünschung de« erüfandt. So waren
Bach dem Empfang der Reichsregierung spra i daS Preußische StootSminlslc- r i u m unter Führung des Ministerpräsidenten
2raun dem Herrn Reich-Präsidenten die Glückwünsche ter Preußischen Regierung auS. Hieran schloß sich ter Empfang der Vertreter der deutschen Länder. Sämtliche deutschen
DaS Stadion hatte heute sei.»en größten und schönsten Tag. Großberliner Jugend. 4 0 0 0 0 Dchüler und Schülerinnen huldigten dem Reichs Präsiden en an seinem 80. G.-bur slag DaS Stadion war festlich auSgeschmückt nach den Entwürfen von Prof. Bruno Paul und Prof. Hihberger und zeigte tm Oval reichen gär:- ' > und Flag-zenschmuck. Auch die Ätnknr
Darauf empfing der Herr Reichspräsident den Dorftand deS Reichstages, den Präsidenten Lobe und den Vizepräsidenten R i e s - ser. Graes, Esser nebst den zwölf Schriftführern, die namens des Reichstages dem Herrn Reichspräsidenten Glückwünsche übermittelten. — Darauf erschien als Vertreter der Wehrmacht des Reichs der Reichswehrminister Dr. Gehler mit dem Chef der Heeresleitung, General der Infanterie Heye, und dem Ches der Marineleitung. Admiral Zenker, die dem Herrn Reichspräsidenten dir Wünsche der Wehmracht zum heutigen Tage aussprachen. Ihnen folgte das Präsidium des Preußischen Landtags. Präsident D a r t e l S, die Dizepräsiden- ten Dr. von KrieS, Dr. Porsch und Dr. Wiemer, und schließlich der Oberbürgermeister der Stadt Berlin, Dr. Böß, mit dem Stadtverordnetenvorsteher Haß, di« namens der Reichshauptstadt und ihrer Bürger dem Herrn Reichspräsidenten gratulierten.
Die lang« Reihe der Empfänge fand gegen V»2 älhr mittags ihren Abschluß in einem großen Empfang der alten Armee, als deren Vertreter erschienen waren: Generalfeldmarschall von Mackensen, die Generalobersten von Blessen. von Kluck, von Einem, von Linsrngen, Graf von Dothmer, von Schubert. Ferner hatten Abordnungen entsandt: Der Reichsbund ehemaliger Kadetten, der Verein ehemaliger Angehöriger des 3. Garde- Regiments zu Fuß, des Jns.-Regt. Rr. 58, des Jnf.-Regt. Rr. 91 und des Ins.-Regt. Rr. 147, der Verein der Angehörigen des ehemaligen Kriegsministeriums unter Führung des Generalleutnants Scheuch, der Verein „Graf Schlieffen" unter Führung des Generalleutnants von Cramon, der Deutsche Ofsiziersbund unter Führung des Generals der Infanterie von futter, der Rationalverband Deutscher Offiziere unter Führung deS Admirals v. S ch r o e - der, die Marineoffizier-Vereinigung und der Reichsoffizierbund. 3m Ramen aller sprach Gene- ralseldmarfchall von Mackensen dem Herrn Reichspräsidenten die Glückwünsche der ehemaligen Angehörigen der alten Armee auS. Der Herr Reichspräsident erwiderte mit Worten herzlichen Dankes und treukameradschaftlicher Gesinnung.
Die Hutdigung der deutschen Iug nd.
Der Reichspräsident im Ltadion
Dom stürmischen, nicht endenwollenden Jubel der nicht übersehbaren Menschenmenge, die bereits seit 2 Uhr in der Wilhelmstraße Aufstellung genommen hatte, begrüßt, begab sich der Reichspräsident um 1 $4 ülhr tm offenen Wagen in Begleitung von Reichskanzler Dr. Marx noch dem Stadion, um dort die Huldigung der Jugend vorzunehmen. Dem Wagen des Reichspräsidenten fuhr ein Wagen der Echuh- pvlizei mit Polizeipräsident Zörgiebel und Oberst Heymannsberg voran. 3m folgenden Wagen hatte der Adjutant des Reichspräsidenten, Major von Hindenburg, Platz genommen. Gegen ,/44 Llhr erreichte der Wagen des Reichspräsidenten auf dem Wege nach dem Stadion den Großen Stern im Tiergarten. Durch oie breiten Laubhallen der Charlottenburger Chaussee, aus denen Fahnen in den AeichSfarben heranhängen, dringt bei der Annäherung des Wagens vom Brandenburger Tor her brausend hecanschwellender Jubelruf, der sich die unabsehbaren Reihen der die Straße umsäumenden Menschenmassen entlang sortpflanzt. Der Reichspräsident, der gerode und aufrecht barhäuptig im Wagen sitzt, dankt herzlich nach ollen Seiten, ülnd der Wagen zieht weiter die Charlottenburger Chaussee hinunter, auS der immer neuer Jubel herüHerdringt. Mm 4.IC ilfcr trifft er im Stadion ein. Die Schulkinder, die den letzten Teil des Spaliers bildeten, jubelten dem Reichspräsidenten bereit- begeistert zu. als sein Wogen von fern sichtbar wurde.
Empfang teil.
Die Glückwünsche öes diplomatischen Korps.
Ter apostoliHe Nuntius beim Reichspräsidenten.
Dann fand der feierliche Empfang des Apostolischen Nuntius Erzbischof Pacelli, des Doyen des Diplomatischen Korps, statt. Nuntius Pacelli überreichte namens des Diplomatischen Korps dem Herrn Reichspräsidenten eine in künst- lerischer Ausführuna auf Pergament geschriebene Adresse, die auf dem Einband das Familienwappen derer von Beneckendorff und von Hinden- bürg trägt und mit den Unterschriften der Missionschefs des Diplomatischen Korps versehen ist. In ihr spricht das Diplomatische Korps dem vom Vertrauen des Volkes berufenen Führer der Nation seine Glückwünsche und seine Verehrung aus anläß- sich seines 80. Geburtstages, den er in so bewunderungswürdiger Rüstigkert und Frische beginge. „Umgeben von trautem Familienglück", fährt die Adresse fort, „von der Liebe und Anhänglichkeit des Volkes widmen Sie, Herr Reichspräsident, noch immer in selbstloser Pflichttreue und Vaterlandsliebe Ihre Weisheit und Ihre kostbare Erfahrung ganz dem Dienste des allgemeinen Wohles. Möge es dem allerhöchsten Lenker der Menschengeschicke gefallen, Sie mit Segnungen, mit Wohlergehen und Freude zu beglücken und Ihnen zu gewähren, noch lange an der Größe Deutschlands in friedlichem und dauerhaftem Einverständnis unter den Nationen zu wirken, so daß in Ihnen jene klassischen Worte ihre volle Erfüllung finden: „Ad extremam senec- tutem non minus dignitate quam gratia fortunaque crevit (Nepos, Atticus, 21)!“ Der Herr Reichspräsi- dent dankte dem Apostolischen Nuntius in herzlichen Worten für seine guten Wünsche und bat ihn, seinen Dank den übrigen Chefs des Diplomatischen Korps
Herrn Reichspräsidenten
Preußen durch Ministerpräsidenten Dr. Braun, Hessen durch Staatspräsident UI* rtch vertreten. Die Ländergesandten und De- volunächtiglen der Länder zum Reichsrat nahmen in Begleitung ihrer Regrerungschefs an dem
-nrrückseführt. Richt zuletzt durch diese Tat. welche Ihr unvergeßlicher Amtsvorgänger oriedrrch Ebert stets dankbar anerkennt hat, wurde dem deutschen Volke in einer der dunkelsten Stunden seiner Geschichte der einzig mögliche Weg zu einer helleren Zukunft gewiesen, der Weg der Selbstüberwindung und der Zurückstellung noch so leidenschaftlicher Gegensätze h.nter die große gemeinsame Aufgabe des Wieder- ^D^'heiße Wunsch, daß sich das deutsche Volk immer mehr auf diesem Wege z u s am * mens in den möge, hat Sie nach dem H-n- 'cheiden unseres ersten Reichspräsidenten zu dem ' Hweren Opfer bewogen, dem Rufe der Ration -u folgen und da- verantwortungsvolle Amt de« Reichspräsidenten zu übernehmen. D.e Grundsätze nach denen Sie Ihr Amt verwalten wollten 'haben Sie vom ersten Tage Ihrer Amtsführung an in einem, alle Deutschen ohne Unterschied gerecht umfassenden Gciste zur Anwendung ae&üupt. Und so erblickt jeder, der sich als Deutscher fühlt, heute in Ihnen, hochverehrter Herr Reichspräsident, die reinste Verkörperung und das leuchtende Vorbild der selbstlosen Hingabe an das Ganze, der unbedingten Treue zur übernommenen Pflicht und deS unerschütterlichen Glaubens an die Zukunft von Reich und Volk.
In einer fieberhaft bewegten Zeit zeigen Sie der Welt mit jener eindringlichen Sicherheit, die aus den Tiefen echt religiösen Empfindens entspringt, und mit jener bezwingenden Kraft, die schlichte Größe ausstrahlt, was in Wahrheit die höchste Würde der Einzelperson- lichkeit wie jeder Ration ausmacht.
Heute nimmt Deutschland — zwar leider noch entfernt von völliger Gleichberechtigung, aber doch in ganz anderem Maße als noch vor wenigen Jahren — geachtet und gefestigt seinen Platz unter den Völkern ein; die Erkenntnis von der Rotwendigkeit der Zusammenfassung aller Kräfte im Innern und der verantwortungsbewußten Mitarbeit an den großen Fragen internationalen Zusommeiilebeiis wird allmählich zum Geme-ngut des deutschen Volkes; Gesetzgebung und Verwaltung des Reiches können sich mehr und mehr statt notgeborener Improvisationen der plamnäßigeii Bearbeitung weitausf Hauender Aufgaben zuwenden. Wenn ich all dies in diesem unvergeßlichen Augenblick freudigen HerzenS fest- stellen kann, so weiß niemand besser als die Mitglieder des Reichslabinetts, die Ihr Wirken täglid) aus nächster Rähe beobachten dürfen, wie stark und richtunggebend Ihre Anteilnahme an unserer Arbeit ist.
Und deshalb glaube ich, in Ihrem eigensten Sinne zu sprechen, wenn wir die Fülle der guten Wünsche der Reia)sregierung zum heutigen Tage in dem einen Wunsch zusaimnensassen, daß es unserem Reichspräsidenten befchieden sein möge, in seinem hohen Amte das deutsche Volk mit Gotte« Hilfe weiterzuleiten in wachsender Einigkeit und friedlicher Wiedererstarkungl-
Der Reichspräsident
erwiderte hierauf mit folgenden Worten:
Haben Sie aufrichtigen Dank, Herr Reichskanzler, für die freundlichen Glückwünsche, die Sie mir soeben hier namens der ReichSvegierung ausgesprochen haben. Ich verbinde hiermit den Dank an das ganze Deutsche Volk, das meiner in so vielen Zuschriften und Zeichen freundlicher Gesinnung heute allenthalben gedacht hat. Mein besonder« Gedenken in dieser Stunde gilt unseren Volksgenossen in den besetzten rheinischen Gebieten, deren Befreiung von fremder Besatzung zu imferer tiefsten Enttäuschung noch nicht erreicht werden konnte; ich grüße sie bewegten Herzens mit dem Wunsche und her Hoffnung, daß dem Lande am Rhein bald die Freiheit beschieden sein möge. Dies zu erreichen, wird die txn> neh'nste Aufgabe der deutschen Politik sein.
Sie, Herr Reichskanzler, haben in freundlichen Worten über mein Verdienst hinaus meiner Arbeit in den langen Jahren deS Friedens und in bet schweren Zeit des Krieges gedacht. Ich h^be aber st et« nur meine Pflicht getan. Die Arbeit meine« ganzen Lebens hat immer dem Vaterlande gegolten, und ich werde auch die Spanne Zeit, die mir noch gegeben ist, diesem Dienst widmen, nicht um der Ehre oder persön- lichen Vorteil« willen, nicht, um eine Partei oder eine Gruppe zu fördern, sondern um dem ganzen Deutschland zu dienen und, so Gott will, zu nützen.
Mein höchster Wunsch an diesem Tage ist der, daß unserem Volke L i n i g k e i t beschert werde, lief sind Immer noch die Gegensätze zwischen den Anschauungen der einzelnen und den Interessen der fda'ien und verussslände. viele Deutsche vermögen die Verbindung zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft nicht zu finden und stehen verbittert und mißtrauend im Leben des Tages dem Nächsten gegenüber. 3d) meine, daß es trotz aller verschieden- Helten in unserem staatlichen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben doch nicht so scywer sein sollte, über da», was uns an Weltanschauung und jntcr- e'> n trennt, hinaus uns zusammenzufinden in dem Gedanken an das, was uns eint und uns gemeinsam ist: Da» Vaterland, da» Land, da» uns mit unserer Väter Erde in Stamme»- und Volksgemeinschaft verbindet, und da» gemeinsame Schicksal, da» uns alle im Glück und Unglück, zu Gedeih und Derbe rb, umfaßt. 3n dieser Gemeinschaft ist Raum aenug für friedlichen Austrag der Meinungen und für gerechten Ausgleich der 3nteresfen: in diesem Rahmen hat feder das Recht, aber auch die Pflicht zur Mitarbeit Im Staate: hier soll ev nur einen Streit geben, nämlich den Wettstreit, am besten dem Vaterlande zu dienen. Achtung vor der Meinung de» einzelnen, Achluna vor dem ehrlichen Suchen nach neuen wegen, Achtung aber auch vor der großen Vergangenheit und der reichen Tradition unsere« Volke» müssen die Grundaesehe sein, aus denen sich diese Einigkeit aufbaut. Daß dieser Geist der Zusammengehörigkeit wachsen und alle Deutschen beherrschen möge, daß Deutschland in brüderl cher Ge- schtoUenheit au» den Rlederungen der Gegenwart aussteige zu dem wea der Zukunst, zu einem starken, freien und einigen Deutschland, da» ist der kierzen»- munfch, mit dem ich an meinem heutigen achtzigsten Geburtslage das Druff die Volk In unbeirrbarem vertrauen und In alter Treue grüße."
selbst trugen wn der künstlerischen Ausschmückung bei durch Helle Gewandung, Blumensträuße und künstliche Kränze in den verschiedensten Farben. In der Milte der Arena war derGesangchor von 7000 Knaben und Mädchen auf geprellt. Als der Reichspräsident nahte, ertönten Fan- farenfignale. Hindenburg fuhr sofort, begleitet von ungeheurem Jubel der Kinder und der sonstigen Zuschauer, ringS um das Stadion herum. Rachdem er die Rundsahrt beendet hatte, wurde er vom preußischen Kultusminister Dr. Decker im Ramen der preußischen Schulverwaltung und vom Präsidenten Meier im Ramen der Provinz Brandenburg und der brandenburgische Schulen auf das wärmste begrüßt. Dann begab sich der Jubilar, umbraust von nicht enden» wollenden Hochrufen, in feine Loge, wo bereits zahlreiche Minister de« Reiches und Preußens, darunter auch der Minister de« Auswärtigen, Dr. Stresemann, und der preußische Minister des Innern, G r z e s i n s k i, ihn empfingen. Als dann vollständige Spille ein- getrelen war, fangen die Kinder mit ergreifender Wucht .Lobe den Herrn", .Ich bin ein deutsches Mädchen". .Hörst du das mächtige Klingen". .Wir möchten diese Lieder Weihan" und »Ich hab mich ergeben". Als das letzte Lied verklungen war, erhob sich
der Reichspräsident
und sprach tiefbewegt folgende Worte: .Habt vielen Dank, liebe Kinder, für die schönen Lieder, die ihr mir hier vorgesungen habt und die mich herzlich erfreuten. 3f>r habt gefangen von der Freude an der Heimat und der Diebe zum Vaterlande. Laßt diese Worte nicht nur auf euren Lippen fein, behaltet fic auch im Herzen. Haltet fest am Vaterlande und weiht ihm eure beste Kraft. Das wollen wir heute geloben, indem wir zusammen ausrufen .Deutschland unser geliebtes Vaterland Hurra, Hurra, Hurra!" Begeistert stimmten die Zehntaufende in den Ruf und fangen unter Begleitung der MusiLapelle die erste Strophe des Deutschlandliedes. Rach allen Seiten sich verneigend, verlieh daraus der Reichspräsident die Loge, umfuhr nochmals das riesige Rund des Stadions, immer wieder umtost von dem Jubel der gewaltigen Menschenmenge, um dann die Heimfahrt anzutreten. Den Abend verlebte der Reichspräsident im eng st en Familienkreis.
Ein Festbankett beim Reichskanzler.
Berlin, 2. Oft. (Tel.-Union.) AlS Ad- fchluh der offiziellen Feier de« S)ini>enburgge* burtstage« gab Reichskanzler Dr. Marr heute abend in der Reichs'anzlei ein F e st e s s e n . zu dem neben den in Berlin anwesenden Reichsministern, das preußische Staatsministerium, die Staatspräsidenten der Länder^ die Staatssekretäre des Reiche« und Preußens und andere mehr geladen waren. Der Reichspräsident selbst nahm an der Veranstaltuiw nicht teil, sondern verbrachte den Abend im Kreise seiner Familie.
Die Hindenburgamnestie.
Berlin, 1. Okt. (Wolff.) Aus Anlaß feines 80. Geburtstages hat der Reichspräsident auf Vorschlag des Reichsministers der Justiz in 75 Fällen Strafen, die von Gerichten des Reiches erkannt worden sind, im Gnadenweg« erlassen oder «mildert. Er bat sich ferner ent- schlossen, seine sämtlichen Strafanträge wegen De- letbigimg zurückzuziehen und bei den Länder regier ungen die Begnadigung :r wegen Beleidigung seiner Person bereits al,c,c stellten Personen in Anreaung zu bringest. Die Länderregierungen haben sich bereit erklärt, dieser Anregung zu entsprechen. Die Länder haben ihrerseits den 80. Geburtstag des Reichspräsidenten zum Anlaß genommen, in gleicher Weise für die Strafen, die von ihren Gerichten erkannt worden sind, Einzelgnadenerweise in größerer Anzahl zu bewilligen oder in Aussicht zu nehmen. Die Gna>denerweise sind vorzugsweise solchen Personen zuteil geworden, die aus polltischenBeweggründen gehandelt haben. Dabei ist auf die politische Einstellung der Verurteilten, soweit sie etwa in der Straftat zum Ausdruck kam. keine Rücksicht genommen worden. Berücksichtigt sind bei den Gnadenerweisen vor- zugsweise Straftaten, die zeitlich länger zurückliegen, insbesondere in die Jahre 1923 und 24 fallen.
Vie Glückwünsche der Parteien.
Berlin, l.Okt. ($H.) Die Reichstagsfraktion der DeutschenDolkspartei hat an den Reichspräsidenten folgende- Glückwunschtelegramm gerichtet: „In treuer Anhänglichkeit übermittelt die Fraktion der Deutschen Volkspartei im Reichstage ihre aufrichtigen, au« dankbarem Herzen kommenden Segenswünsche und verbindet damit die frohe Hoffnung, daß ein gütiges Geschick dem deutschen Volk feinen al« Mensch und Staatsdiener gleich vorbildlichen Reichspräsidenten noch eine Reihe von Jahren erhalten möge.
gez.:Dr. Scholz, Drüninghaus.
Das Glückwunschtelegramm de« demokratischen Parteivorstandes lautet: „Hochverehrter Herr Reichspräsident! Der Vorstand der Deutsch- Demokratischen Partei übermittelt Ihnen zu Ihrem 60. Geburtstag die herzlichsten Glück- und Segenswünsche der deutschen Demokraten. Die Wünsche gelten dem höchsten Repräsentanten des Deutschen Reiches, in dem sich uns Würde und Einheit der deutschen Republik verkörpern. Eie gelten aber auch dem großen Führer im Kriege und dem Mann, der 1919 treu ausharrend hals, daS Ehaos zu verhindern. So sind Sie allen ein Symbol der Pflichterfüllung, vielen ein Führer zur Staatsgesinnung geworden. Mögen Ihnen noch viele Jahre der Gesundheit und des Schal- fens beschieden fein.
gez.: Koch. Erkelenz. Fischer.
Die DeutschnationaleDvlkspartei hat an den Herrn Reich-Präsiden:en folgendes Glückwunschtelegramm gesandt:
.Hochverehrter Heer Reich-Präsiden ! In unwandelbarer Treue übermittelt Eurer Exzellenz die D. R.V.D. die innigf.en Glück- und Segenswünsche zu Ihrem 80. Geburtstage. Mö^e Gott der $yerr, der Ihren Lebensweg bisher so sichtbar beschirmt hat, auch in Zukunft mit Ihnen fein. Gott erhalte Sure Srzellenz dem drutlchrn Volke noch l nge Jahve -um Sezen unseres geliebten Vater ande«. gz Graf We'tarp."
Der Bundes Vorstand des Reichsbanner« lieh dem Herrn Reichspräsidenten au« Anlaß feine« 80. Geburtstage« eine künstlerilch auS
geführte Dlückwunschadresse überreichen, die folgenden Wortlaut hat: „An den Herrn Reichspräsidenten, Seine Sx-elleru Paul von Deneckendorf und Hindenburg, Berlin. Sehr geehrter Herr Reichspräsident! Zu Ihrem 80. Geburtstage entbietet Ihnen, dem Oberhaupt der Deutschen Republik, das Reichsbanner Schwarzrotgold, Bund der Republikanischen Kriegsteilnehmer, die herzlichen Glückwünsche. Der Bundesvorstand, im Auftrag: Hörsing. Höltermann, Dr. Bohner, Hahelrnann."
Hessens Glückwunsch.
Ein Telegramm deS LandiagSpräsidenten Adelung.
Darmstadt, 1. Oft (111.) Landlagrpräfident Adelung sandte folgende» Gtüdnmnschtelegramm an den Reichspräsidenten von Hindenburg:
Zum 80. Geburtslage entbiete Ich im Ramen de» sicssifchen Landtags Lw. Exzellenz die herzlichsten Glück- und Segenswünsche. Da» deutsche Volk hat am heutigen Tage Anlaß, mit großer Dank- b a r k e i t seine» Reichspräsidenten zu gedenken, was Sie in schwerster Zeil dem deutschen Volke waren, wird für Immer unvergessen bleiben. Möge ev Lw. Exzellenz vergönnt sein, noch recht viele 3ahre In gleicher ungc- schwächter Gesundheit und Kraft zu wirken. gez. Adclontz.
Das Geschenk der preußischen Staatsregierung
Berlin. 1. Oft. (WB.) Amtlich hat die preußische Staatsregierung auS Anlaß de« 80. Geburtstages de« Reichspräsidenten in der Staatlichen Porzellanmanufaktur Bersin ein Porzel- langemätbe au«führen lassen. Die Bilder zeigen in feinster Porzellanmalerei nach historischen Vorlagen gemalte Denkwürdigkeiten Alt-Be r li ns: Das Brandenburger Tor, die Alte Dache, da« Leipziger Tor und Schloß San«- fouci. Jedes der Kunstwerke tragt die Widmung der preußischen StaatSregierung.
Die Glückwünsche der österreichischen Negierung.
Wien, 2. Oft. (WB.) Bundeskanzler D r. S e i p el erschien heute vormittag in Begleitung de« Generalsekretär« für auswärtige Angelegenheiten Peter beim deutschen Gesandten Gräf Lerchenfeld, um ihm zu dem Festtage de« deutschen Volkes, den der 80. Geburtstag de« Reichspräsidenten von Hindenburg bedeutet, di- freundschaftlichen Wünsche der öster-reichischen Bundesregierung persönlich zum Ausdruck zu 6ringen.
Präsident Loolidge gratuliert.
Washington, 2. Oft. (TU.) Der Präsident der ^Bereinigten Staaten Calvin Coolidgc hat an den Reichspräsidenten folgende« Glückwunschtelegramm gesandt:
,3ch drücke Ihnen meine tiefgefühlten Glückwünsche aus Anlaß Ihre« Geburtstage« au«, der die Vollendung von 80 Jahren eine« starken und tatenvollen Leben« bedeutet. Ihnen ist e« gegeben, so dem Staatswesen zu Menen und ein hvched le« Beispiel yi aebr wie Sie es durch Ihre aufopfernde Aingaoe an die Verfassung getan haben. Mögen Jh^en nod> viele Jahre beschic c sein, getragen kie bisher von bet Zuneigung und Verehrung de« deutschem Volke«, dem das amerikanische Volk die Botschaft aufrichtiger Freundschaft sendet."
Tausende von Glückwunschtelegrammen.
Berlin, 2. Oft. (WB.) Beim Haupttele- araphcnamt Berlin sind zmn 80. Geburtstage des Reichspräsidenten bis 20 Uhr gegen 3500 telegraphische Glückwünsche ein gegangen. Der Telegramm^ustrom hält weiter an. Unter den telegraphischen Glückwünschen befinden sich solche von den Königen von Rorwegen, Schweden und Dänemark, vorn Papst, vom Präsidenten der Republik Liberia sowie von fast allen Staatsoberhäuptern der Länder.
Huldigungssahrt der deutschen Automobilisten.
Berlin, 2. Okt. lWTB.) Sine einzigartige Huldigung brachte am Sonntagvormittag der Allgemeine Deutsche Automobil-Klub dem Reich«- präsidenten dar. 2000 mit Blumen, Laub und Wimpeln geschmückte Kraftwagen und Motorräder aus allen Gauen de« Reiches, mit 8000 Personen besetzt, fuhren Korso. Die Fahrt ging von der Siegesallee durch da« Brandenburger Tor über die Straße Unter den Linden bis zum Alten Schloß und zurück zur SiegeSallee. Unter den Insassen der Fahrzeuge befanden sich auch Bergleute und Halloren in ihrer Tracht. Auch ein Postauto mit einer Kapelle, die Märsche und Lieder spielte, war im Zuge. SS ist Die« die größte Auffahrt von Kraftfahrzeugen, die bisher in Deutschland zu verzeichnen war.
Ein Glückwunschtelegramm des G. D. A.
Berlin, 2. Ott. (Wolff.) Der Gewerkschaftsbund der Angestellten hat folgende« Gluckwrmfchtelegramm an Den Reichspräsidenten gerichtet: .Dem Oberhaupte Der deutschen Republik senden wir herzliche Glückwünsche zmn 80. Geburtstag und ehrfurchtsvolle Grüße. Wir begrüßen eS besonder«, daß der Geburtstag de« Herrn Reichspräsidenten mit den sozialen Gedanken erwei- terterHilfefurdieKriegSbeschädig- ten und KriegShinterbltebenen verknüpft worden ift"
Baron Gevers f.
Bern, 2. Ott. (DB.) Der frühere niederlän- 'ijche Gesandte in Berlin, Baron Geoer», der leit feinem Rücktritte in Interlaken wohnte, ist am SamStag in Bern gestorben. Bar cm Gever« hat einen großen Teil feiner n
Deutschland verbracht, in Bonn wurde er erzogen. Wie fein Vater trat dann ouq er in „vn diplomatischen Dienst se.nes Lande- ein. wo er zu Anfang deS Jahrhunderts Ck anb:er in Rom war 3m 3ahre 1936 wur>e er in gleicher Eigenschaft nach Berlin versetzt, wo er seither ununterbrochen bi« zu seinem Rücktritt im Früh- fommer diese« Jahres aewirkt hat. 2ün 1. 3anuar 1926 feierte er unter besonderer Ehrung von frtten der Reichsregierung das Jubiläum feiner zwanzigjährigen Gesandten-Tätigkeit ht Berlin. G4


