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Samstag, 2. April 1927
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderheffen)
D. 78 viertes Blatt
Frühjahrskur für 3U2si 6 Nervenkranke u- Nervös-Erschöpfte. NpezlalkuraneiaH I Hof helm L Tanna« bei I rankfurt a M J
Prospekte durch
Dr. 91. Kchulee - Kahlej mm, Nervenarzt ■ mn——an— "i111 -j
wirtschaft.
Ernste Mahnworte eines Wirtschaftssührers. In bet Generalversammlung bet B«r- •telflten Stahlwerke A.-G Düsseldorf richtet« Generaldirektor Dr. Bögler im Anschluß an seine gestern schon berichteten Ausführungen noch bie nachstehenden e r n st e n Mahnwort« an bie OessentlichkeU
Ich möchte mit einigen ernsten Worten aus bi< Gefahr Hinweisen, die nicht nur uns. sondern dem gesamten deutschen Wirtschaftsleben und nicht zuletzt gerade der deutschen Arbeiterschaft aus einer Ueberspannung der Forderungen auf dem Gebiete der Löhne und der Sozialpolitik bedroht M ist ein Glück für bie deutsche Wirtschast gewesen, dast bte keutfche Industrie inmitten der wirtschaftlichen Aot der letzten Jahre den Mut gefunden hat. ihre Betriebe durch technische Vervollkommnung. durch kaufmännische und, wo es möglich war. auch durch technische Zusammenfassung umzugeftalten, unbeachtet der sachlichen und persönltchen Opfer, welche die Durchführung dieser sogenannten Ka- tionalisierung mit sich brachte. Koch sind wir mitten in diesem Prozeß, der nicht nur die Schwerindustrie umsaß!. sondern in der einen oder anderen Form auf den meisten Gebieten der deutschen Industrie zur Zeit in der Durchführung begriffen ist SS wäre ein Unglück für Deutschland, wollte man. noch ehe bie fruchte dieser Politik sich zugunsten der ganzen deutschen Wirtschaft in vollem Umfange zeigen, sie durch sozialpolitisch« «»perimente und durch eine untragbare Lohn- und A r - beltszeitpolitik gefährden SS wird zudem immer wieder vergessen, dast die Belastung ausdemDawesplanin ihrer ganzen Wucht sich erst im kommenden Jahre zeigen wird. Der- mehrte Soziallasten und steigende Löhne sind nur tragbar in Zeiten einer anhaltenden Inslation. Dies« Zeiten sind vorbei' an unS ist es. zu verhindern. dast sie jemals wieder kommen. In Zeiten einer selten Wahrung bedeutet ein künstlich über daS wirtschaftlich mögliche h nauS gelte ger- 1er Lohn Berminderung der Konkur enzsähigkeit, Derminderung der Wettbewerbsfähigkeit auf dem Auslandsmarkt Verminderung des Absatzes im Inlande. Verminderung der weiterverarbeitenden Industrie und damit letzten Ende- Vermehrung der Arbeitslosigkeit. So must ich den dringenden Appell an die Arbeiterschaft, an alle verantwortlichen Stellen, an die gesamte öffentliche Meinung richten, im Interesse deS wirtschaftlichen Wohlergehens deS deutschen Volke- und insbesondere gerade her deutschen Arbeiter- schalt alle sozialen und sozialpolitischen Forderungen zu unterlassen, deren Durchführung unS wieder aus den Stand zurückführen würde, auf dem die deutsch« Wirtschaft vor einigen Jahren stand. Dast der wirtschaftliche Ausstieg, den die deutsche Industrie in den letzten 12 Monaten genommen hat, gerade der Arbeiterschaft zugute gekommen ist, zeigen die Zahlen, bk wir in unserem Geschäftsbericht über die Entwicklung des auf den einzelnen Arbeiter unseres Betriebe- entfallenden Lohn gegeben haben. Dies« Gnt- wicklung hat feitbem weiterhin angehalten, so dast heute daS durchschnittliche Monatseinkommen unsere- Arbeiter- rund 22 Prozent mehr beträgt, als vor einem Jahre ungeachtet dessen, dast wir heute in unserem Betrieb 10 Prozent mehr Arbeiter al- vor einem Jahre beschäftigen. Di« beste Sozialpolitik in unserer Lage, ich möchte fast sagen die einzige Sozialpoli- 11 k, die für unS tatsächlich möglich ist. ist die. unsere gesamte Wirtschast so gesund und stark wie möglich zu machen. Eine gesunde, im In- und Auslande gesunde konkurrenzfähige Industrie wird auch da- A r - beit-losenproblem nach und nach lösen. Sozialpolitische Experimente verringern nicht die Arbeitslosigkeit, sondern sie vermehren sie. Wir können nur der Hoffnung Ausdruck geben, dast die Erkenntnis dieser Tatsache bald Allgemeingut wird.
Börse und Geldmarkt.
Mit Dangen ging die Börse in den Quartal - - U l t i m o hinein — sie hat ihn besser überwunden, al- allgemein erwartet worden ist. Allerdings war schon vorausAutehen, dast besondere Ueberraschungen eigentlich kaum noch eintreten konnten, nachdem die Effektenbörse Anfang März durch mehrfache heftige Kursschwankungen eine positionstechnische Bereinigung erfahren hatte und die Grostbanken schon frühzeitig Dordispositionen für bie Versorgung der Wirtschaft und der Dörse mit den nötigen Geldmitteln zum März-Ultimo getroffen hatten. Die Spekulation hat sich, schon vor dem Deginn der eigentlichen Ultimoliquidation. vorwiegend wieder ä la hausse umgestellt, wobei ihr die Provinz und vermutlich auch ein Teil deS Auslandes willige Gefolgschaft leisteten Dei einem Vergleich der Kursbewegungen in der letzten Woche wird man feststellen, dast namentlich am Montanaktienmarkt, in zweiter Linie m Slektrizitätswerten, kräftige Steigerungen zu verzeichnen lind. Diesen Märkten schließen sich noch eine Anzahl von Spezialpapieren an. deren zissernmä'.ige 3uf- wärtSbewegung zum Teil sogar noch stärker war. Die Ultimo-März-Liquidationskursc ergeben im Vergleich zum Medio eine Steig-*rung von 40 Proz. für Ostwerke-Aktien. 44 Proz für Schult- Heist-Aktien. 35 Pro-, für Vereinigte Glanzstoff- Fabriken. 33 Proz. für Ludwig Loewe. fast 20 Proz für Harpener-Aktien. 15 Proz^ für Hoesch-Aktien. 18 Proz. für Klöckner-Aktien. Gleichzeitig mit diesen Steigerungen erfuhr das Geschäft allgemein eine fühlbare Belebung Selbst biejenigen Papiere, denen geg nüber die Spekulation neuerdings ein auffälliges Desinteresse zeigte, beginnen langsam wieder beachtet zu werden. Wir rechnen hierzu vor allem Schiff- fahrt-aktien, die unter der enttäuschenden Gestaltung der Freigabefrage bedeutend zu leiden halten. Zu einem gewissen Teil mag dabei ebenso
wie in zahlreichen anderen Papieren daS Dor- \ liegen von Interessenkäufen mastgebend fein, denn es fällt auf. bah am Schiffahrtsaktienmarkt speziell in Hansa Dam ps und Hamburg- 6 ü b lebhaftes Geschäft ist. d. h. in den Aktien der beiden einzigen groben, noch unabhängigen Hebert et-Kt< beteten. Man mag sich erinnern, dast die Verschmelzung der Deutsch-Austral und der Kosmos-Linie sich auch so anbahnte, dast zunächst eine bestimmt« Gruppe sich di« Aktien- mehrhect durch sukzessive Aufläufe verschaffte, um dann mit einem mehr ober weniger starken Zwang ihre Projekt« durchzusetzen. Hapag- und Kordd- Llood-Aktien reichen an die Kurte bietet Keet>e- reien bei weitem nicht heran, obwohl ihr 6ub- stanzinhalt benen von Hanta und Hamburg-Süd zum mindesten nicht nachsteht. Don weiteren Spezialpapieren zeichneten sich in erster Lin e Stoll- berget Zink durch eine zeitweise stürmische Nachfrage aus. Schubert & Salzet. Feldmühle Papier Zement- und Tertikwerte lagen gleichfalls nicht ungünstig Beachtung verdient ferner die feste Grundtendenz am Einheitsmarkt, der ja hauptsächlich das Spielfeld eine- großen Teiles der PublikumS-Kleinspekulation ist. In leichterem Maste konnten Kolonialpapiere Aufmerksamkeit auf sich lenken, wozu die Erörterungen in der Entfchädigungsfrage beigetragen haben mögen. Unter den Einflüssen, die von außen her besonders für die Esseklentendenz in Frage kamen, ragten auch in den letzten Tagen die Bank- Bilanz-Verösfentlichungen und die jetzt beginnenden Großbank- und großen Industrie-Generalversammlungen hervor. Alle biete Einzelerscheinungen waren geeignet, der Börse eine Anregung zu geben.
Einen glatten Verlaus haben die Prämien- etklärungen genommen. Man dürfte nicht fehlgehen in der Annahme, dast die März-Prämien größtenteils abgefordert wurden. DaS Prämien- gefchäft ist jetzt überhaupt äußerst lebhaft im Gange. An sich bietet diese Art der Aktienspekulation den Vorteil, dast eventuelle Derlust- möglichkeiten von vornherein fest umgrenzt sind. Bei den verschiedeiitlichen starken Tendenz- Wechseln bet vergangenen Wochen ist eS kein Wunder, wenn sich die Spekulation intensiver aus diesen Zweig des Wertpapiergeschäftes verlegt.
• D i e aufgetoerteten Kenten- brief« der Preußischen Kentenbank. Seit einigen Tagen werden an der Verlier Börse die prcußilcßen Kentenbriefe nicht mehr amtlich notiert Die Ursache der Maßnahme ist, wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt. in Fälschungen deS AuSzabetermins einiger Kentenbriese zu suchen, die zu dem Zwecke vorgenommen worden sind, die nach bem 31. Dezember 1917 audgegebenen Stücke in börsengängige vollgoldweriige Stücke mit vor dem 1. Januar 1918 liegendem Ausgabedatum zu verwandeln. Die Kentenbanken sind in bet Lage, bie Kummern der bis zum 31. Dezember 1917 von ihnen au-gegebenen Kentenbriefe einwandfrei festzustellen. Die öffentliche Bekanntgabe dieser Kummern steht bevor. Weitere Beunruhigung de- Kentenbriefmarkte- ist bähet nicht zu befürchten.
Bergmann Elektrizitätswerke A. - G. Der Jahresabschluß weist einen Bruttogewinn von 7 477 145 Mk. und einen Keingewinn von 3 155 599 Mk. auf. ES werden 8 Prozent Dividende vorgeschlagen. 515 599 Mk. wurden auf neue Kechnung notgetragen. DaS Geschäft nahm einen erfreulichen Fortschritt. Es ist eine Kapitalerhöbung um 11 Millionen auf 44 Millionen Keichsmatk beabsichtigt. Die neuen Aktien sollen den Aktionären zu noch festzusetzenden Bedingungen angeboten werden.
Frank rter Börse.
Frankfurt a. M., 2. April. Tendenz: uneinheitlich, überwiegend abgeschwächt. — Zum Wochenschiust war vorbörslich die Haltung bei lebhaftem Geschäft noch sehr fest unter Führung von 3. G. Farben, für die die Bilanzsitzung des neuen Stickstosssyndikates anregte. Zum amtlichen Beginn traten zahlreiche Wochenschiust.Glattstellungen, na mentlich aus Publikumskrcisen hervor, denen sich die Spekulation teilweise anschlost, so daß überwiegend Kursabschwächungen eintraten. Fest lagen weiterhin fl a I i a M i e n in Erwartung günstiger Absatzziffern im April. Ferner wurden Schiff- ahrtsaktien für Hamburger Rechnung in großen Beträgen aus dem Markte genommen. Zell- toffaftien blieben weiterhin beachtet. Waldhof >lus 2L, Aschaffenbura plus 2 Proz. I. G. F a r • > e n setzten zur amtlichen Notiz mit 328 Proz. ein. Am Bankaktienmarkt zogen nur Dresdner um 0,5 Proz. an, während sich die übrigen Werte dieser Gruppe abschwächten. Commerz minus 3, Metallbank minus <».65. Darmstädter minus 0,5 Proz. Don Montanaktien verloren Mannesmann 1,5, Harpener 0L, die Rhein-Elbe-Gruppe 1 Prozent. Rheinische Braunkohlen zunächst minus 3,75 Prozent, im Verlaufe jedoch auf die bekannten Gerüchte über Beziehungen ztz I. G. Farben wieder voll erholt (flettroaftien brotfeilen überwiegend ab, besonders Siemens minus 4,5 Pro- tent, Schuckert minus 0,25 Proz., AEG. minus 0,75 Prozent. Autoaktien widerstandsfähig, dagegen Maschinen eher schwächer. Von Petroleumwerten verloren Deutsche Erdöl 1 Proz., dagegen Rütgers- werke auf neue Dioidendenoersionen von 7 Proz. um 1,75 Proz. gebessert. Bon Einzelwerten verloren Scheideanstalt 2,5 Proz., Metallgesellschast 2 Proz., Bingwerke 0,25 Proz., dagegen gewannen Goldschmidt 0,75 Proz. Der weitere Verlauf unterlag mehrfach Schwankungen bei allerdings fester Grund- ftimmung. I. G. Farben zogen auf 332 Prozent (plus 4 Proz.) an, Harpener auf 251 Proz. (plus 1,5 Proz.). Am Geldmarkt blieb Tagesgeld noch stark gesucht zu 7 Proz. Monatsgeld ö7,» bis 7,5 Prozent. Warenwechsel 47 • bis 5 Prozent. Privat- diskonten 44. bis 47/e Proz. Heimische A n - leihen etwas schwächer. Don fremden Ren- t e n waren Türken erholt. Im Deoisenoerkehr befestigte sich Mailand gegen London weiter auf 102,65. Paris gegen London 124,02, Madrid 27,04,
Börsenkurs«.
Zürich 25.2425. London gegen Kabel 4 8575. Die Reichs.! ark notierte gegen das Pfund 20,4850, gegen Sabel 4.2175.
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Berlin, 2. April. Am Wochenschlust setzt« die Börse zwar lebhaft, aber nicht so stürmisch wie am Vortage ein. Vereinzelt fanden Realisationen statt, wodurch u. a. Siemens um 5,75 Prozent gedrückt wurden. Die Grundtendenz war aber weiter f e ft. 9m Setlaufe tarn nach weiteren Gewinnsicheruno^ abgaben eine kräftige Abwärtsbewegung in Gang, in deren Mittelpunkt 3. G. Farben standen. Hier regten die Bemühungen um die Schaffung eines Welt-Stickftofftrustes an, wobei die 3. G. Farben eine maßgebende Rolle spielen. Das Papier setzte mit 330 Prozent ein und wurde bald noch höher genannt Außerdem verkehrten Montanwerte, vor allem Kohienattien, und eine Reihe weiterer Spezialwerte in fester Haltung. Am Geldmarkt hat sich die Situation nicht verändert. lagesgelb war mit 7 bis 8 Prozent noch angespannt, da der Differenzzahltag erst am Montag ist. Monatsgeld war zu gleichen Sätzen zu haben. Unter der Hand war auch wesenllich billiger anzukommen. 3m Deoisenoerkehr konnte sich Mailand gegen London weiter befestigen und zog auf 102,65 bis 102,75 an, schwächte sich allerdings gegen Mittag auf 102,70 bis 102,80 mäßig ab. London gegen Kabel 4V574. Die Reichsmark notierte gegen den Dollar 4,2173.
Berliner Produktenbörse.
Berlin, 1 April Im Gegensatz zum Früh- verkehr würbe der Weizen an tw Klittagtl'örtc im Preise etwas nach unten gesetzt. Hierfür scheint zunächst einmal das nahezu behauptete Liverpool ausschlaggebend zu sein, dann büri'.e aber auch da- äußerst günstige Wetter abschwä- chenden Einfluß aut üben Koggen wird von Pro- vinzmühlen iebhast gefragt und höher bezahlt Im Zeitgeschäft setzte schon gestern abend v.r- mebrte Aacdtrage für MaiUeserung ein. die heute selbst zu erhöhtem Kurse tplus 0.75 Mk s anhielt Auch spätere Sichten leicht befestigt. Gerste ruhiger. Für Hafer werden die erhöhten Fvrd.-- ruiigen vorn hiesigen Konsum glatt bewilligt. Die polnische Frage soll nachgelassen haben. Roggen- mehl behält Frage. Auch Weizenmehl mehr begehrt Es wurden notiert für 1003 Kilo Weizen, märk 267 biS 270. Koggen 253 diS 258. Sommergerste 214 bis 242, Wintergerste 192 bis 205. Hafer, märt. 206 bis 214. MaiS loko Berlin 177 bis 180. für 103 Milo Weizenmehl 34 75 bis 36 50. Koggenmehl 34.25 biS 36. Weizenkleie 14.75, KoggcnHcte 15, Viktoriaerbfen 42 biS 54. Nein« Lpeifeerbfen 30 biS 32. Futtererbten 22 bis 23. Peluschken 20 biS 22. Ackerbohnen 20 b,S 22. Wicken 22 biS 24 Lupinen, blau 14 b»S 14.75, Lupinen, gelb 16 biS 17. Serradelle neu 22.50 bis 25. KapSkuchen 14.50 bis 15,60. Leinkuchen 19.70 biS 20. Trockenschnitzel 12.10 bis 12.50. Sova-Schrot 19 bis 19.40. Kartoffelslocken 29.80 biS 30,10.
Büchertisch.
— Mein Osterbuch Geichichten. K*rie. Lieder. Keigen und Spiele für die Osterz it Gesammelt von Walter Elassen-Schwab. Mit vier farbigen Bildern von Tilde SlZgruber. Für 6 —12jäßrigc. In Halbleinwand geduiiden 2 Mk. lThienemannS illustrierte Zwei-Mark-Bücher.) K. ThienemannS Verlag, Stuttgart. — Kelcn einer Auswahl der besten Ostergedichte und -lieber — letztere mit Singweisen enthält daS Biich eine Anzahl von Oslergeschichten, Wech'el- aespräche und em Osterfest spiel. Kinder jeden Aller- werden an dem hübsch auSgestatteten Buche, insbesondere auch an den feinen, zarten Offsetbildern, ihre Helle Freude Haden. Sie sin- ben bann allerßanb zum Singen und Sagen für bie Festtage von Palmsonntag biS Pfingsten und bie Geschichten, Keinen und Spiele werb.n sie auch noch über die Osterzeit hinaus beschäftig n.
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— Arthur E1 oesser: Elisabeth Bergner. 90 Seiten 8° mit zahlreichen Photographien. 11. bis 10. Auslage. Williams & Eo. 'Lkrlag, Eharlattetiburg. — Man wird, durch Gv|al;rung belehrt, über bie .Kichtigkeit" bei Sc,i!lerichen Satzes vom Mimen, dem die Kach- welt keine Kränze flicht, füglich streiten bür,en; eS wäre reizvoll — ist aber hier nicht der Ort — bie berühmten Verse deS .Wallenstein"-Prologe- baraufbin zu Prüfen, ob sie heute noch die gleiche Berechtigung haben, wie bamalS. Aber bie Fragestellung klingt schon ein wenig lehrhaft; wir beschränken unS also und entnehmen bem Zitat nur die angedeutete Bestätigung zeitgenössischer Lorbeeren, Die bem Schauspieler, wosecn er diesen Kamen verdient, um so freigebiger gespendet zu werden pflegen. WaS heißt aber .Kränze", wa- finb Lorbeeren —? Die- Buch, von dem wir sprechen, Hal gar nichts von ,o steif und immer auch etwa- staubig raschelnden Attributen schnell verwelkten Kuhmes. DieS Buch ist vielmehr, mit deS Versa'sero eigenen Worten, eine Liebeserklärung; Huldigung eines gütigen, klugen und warmherzigen Kritikers, der übrigens lein stürmischer Jüngling mehr ist. an eine junge Schauspielerin; an bie Bergner. die, so ost man sie erlebte, bei all ihrer erstaunlichen Keife einen entzückenbet, Schimmer von Jugendlichkeit und Kindhastigleit mit auf die Bühne, mit in ihre Köllen hinein* brachte. Jetzt braucht wiederum keiner zu denken, eS handele sich hier um eine süßlich-sentimentale, autegrammtoütige und aldumver-begcisterte Backfisch-Schwärmerei. Cloesser hat bei gleichen tab- gesehen davon, daß er ein Mann ist) schon eine geraume Weile hinter sich. und. wir sagten eS schon, sein Buch ist so liebenswürdig, Io klug und diskret, so ernsthaft auch, leise ironisch und veiler Wissen um bas alte Mysterium deS Thca- fer- und l s Wa-kenspiel- -- baß man sich nur darüber freuen kann, wenn ein nicht mehr junget Mann, ein alter Theaterhase und erfahrener Kritiker, über bie Bergner keine trockene Monographie. sondern eine vom Herzen kommen e Huldigung geschrieben hat; eine Huldigung übrigen-. die sich im Ganzen als eine wohlol gewogene Mischung au- Biographie. Anekdote und Essai darstellt. Wer die Bergner nur ein nal gesehen und gehört' hat. von ihrer seltsatrcn. sehr vereinzelten Kunst bezaubert wurde und begriffen hat. baß diese- Geschöpf eine der wenigen großen Hoffnungen deutschen Schauspieleriach- Wuchses bedeutet, der wird da- Buch Sloesiors verstehen und dankbar begrüßen. 80
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