Kr. 205 Drittes Blatt
Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oderheffen)
Amerikas Stellung zur Abrüstung
Bon Hauptmann v. Tippelskirch.
Mit einer kurzen Unterbrechung im Juli tagt feit fast drei Monaten in Gens die von der vorbereitenden Abrüstungskonferenz eingesetzte Unterkommission A (zuständig für Heer, Flotte und Luststreitkräfte). Da in ihr die Beschlüsse mit -Stimmenmehrheit gefaßt werden, war es bisher für die von Frankreich maßgeblich beeinflußte, zahlenmäßig stärkere Interessengruppe ein leichtes, auf alle von der Kommission zu klärende Fragen eine den französischen Wünschen günstige Antwort durchzudrucken, während die Bedenken und Einsprüche Deutschlands, der angelsächsischen Machte und einiger anderer Staaten stets niedergestimmt wurden Ohne viel äußeres Aufsehen, aber mit um so größerer innerer Befriedigung, die nur ganz selten ÄusdruS in der Tagespresse fand, registrierte man in Frankreich den so erfreulichen Gang der Dinge, der Punkt für Punkt den Richtlinien entsprach, die man den französischen Vertretern mit auf den Weg nach Genf gegeben hatte. ,
Betrachtet man in diesem Zusammenhang die jüngst erfolgte Stellungnahme des amerikanischen Staatssekretärs Kellogg zur Abrüstungsfrage, so ist ihre Bedeutung ganz ossensichtlich. In der Form mehr ajs eine grundsätzliche Betrachtung über das Abrüstungsproblem gehalten, bedeuten die Ausführungen des Staatssekretärs nichts weniger als eine
glatte Ablehnung der meisten bisher in Genf gefaßten Beschlüsse und damit eine deutliche Absage an die Scheinabrüstung, wie sie in Genf auf Betreiben Frankreichs versucht wird.
Bereits in den fundamentalen Grundsätzen scheiden sich die Geister. Dem ewigen Geschrei nach Sicherheit als Vorbedingung für jeden Abrüstungsbeginn setzt der Amerikaner die Forderung entgegen, man solle nun endlich das immer noch beliebte Wettrüsten einftellen. Dieses sei die größte Gefahr für den Frieden, denn es erzeuge gegenseitiges Mißtrauen und Furcht voreinander. Eng verknüpft mit dem Schrei nach Sicherheit ist die französische Forderung, die Abrüstung für den gesamten Erdball gleichzeitig vorzunehmen. Im Gegensatz hierzu erscheint den Amerikanern der Abschluß regionaler Verträge auf gegenseitige Abrüstung als der einzige Weg, der zu praktischen Ergebnissen führen kann. Mit Recht wird ausgefuhrt, daß bei der politischen Lage in der Welt ein alle Staaten umfassender Abrüstungsplan ein unmögliches Unterfangen ist. Die Berhältnisse fin bin den einzelnen Ländern so grundverschieden, die kulturelle Entwicklung auf der Erde so unterschieden, daß allgemein gültige und annehmbare Grundsätze nicht aufzuftellen sind.
Richt geringer als in dielen mehr politischen Fragen ist der Gegensatz zwischen der amerikanischen Auffassung und den bisherigen Genfer Beschlüssen in der Festlegung dessen, was überhaupt in einer zukünftigen Abrüstungskonferenz behandelt werden soll. Hier wenden sich die Amerikaner besonders gegen das (von den Franzosen beliebte) Verjähren, den Fragenkomplex möglichst weit zu ziehen. Die Verkuppelung der See- mit der Landabrüstung wir erneut strikt abgelehnt. Die Regelung durch das Washingtoner Abkommen ist nach ameri- konischer — wie auch nach englischer — Ansicht bindend, eine Ausdehnung des Abkommens auf die bisher einer Beschränkung nicht unterworfenen Schiffstypen (kleine Kreuzer, Torpedo- und U- Boote) jederzeit willkommen. Das Streben der kleinen Seemächte, besonders Frankreichs, eine entsprechend stärkere Land- und Lustmacht gegenüber der angelsächsischen Ueberlegenheit zur See emzu- handeln, > hat daher ebensowenig Aussicht auf Verwirklichung, wie der Genfer Beschluß, als Maßstab für die Stärke der Kriegsflotten das Gesamttonnengehalt anzunehmen. Würde doch damit dem schrankenlosen Bau kleiner Kriegssahrzeuge, vor allem von U-Booten, durch die schwächeren Seeemächte, Tor und Tür geöffnet.
Wie bei der Flotte, sollen sich bei der Land- und Luftmacht die Besprechungen auf die sichtbaren und abwägbaren Friedensrüstungen beschränken und nicht tausend Dinge berücksichtigt werden, für die ein brauchbarer Maßstab schlechterdings nicht gesunden werden kann. Hiermit wird dem berüchtigten „potentiel de guerre“, dem Rüstungsfaktor, zu Leibe gegangen, mit dem Frankreich immer wieder seine militärische Vormachtstellung zu retten versucht. „Die Vereinigten Staaten besitzen so große natürliche Kraftquellen, daß ihnen jede Armee und Flotte genommen werden müßte, wenn derartige Theo- ren zur Anwendung kämen. Solche Diskussionen führen nur vom Ziel ab." Es ist besonders zu begrüßen, daß gegen diese Verfälschung der Abrüstungsfrage endlich einmal energisch Front gemacht wird. Entspricht die militärische Macht eines Staates nicht seiner politischen und wirtschaftlichen Bedeutung, so ist der wirtschaftlich Starke der Machtpolitik eines militärisch überlegenen Nachbarn hilflos ausgeliefert. Das hat die Geschichte der Nachkriegsjahre zur Genüge bewiesen.
Gänzlich abgelehnt wird von den Vereinigten Staaten jede internationale Kontrolle nach erfolgter Abrüstung. „Internationale Verträge müssen auf gegenseitigem Vertrauen und der Achtung gegebener Versprechen aufgebaut fein. Wir werden keine Ucberwachung durch fremde Organe dulden. Wenn andere Staaten anders denken, so mögen sie für sich solche Kontrollen einrichten." Diese Auffassung ist in mehr als einer Hinsicht beachtenswert. Daß auch andere Staaten gleicher Ansicht sind, ist sicher, Italien hat sich bereits in gleichem Sinne geäußert. Dann aber wird jede internationale Kontrolle aussichtslos, zu der sich nicht einzelne Staaten bequemen werden, wenn andere sie ablehnen. Diese nahezu zwangsläufige Entwicklung der Kontroll- jrage kann nicht ohne Rückwirkungen auf die Kontrolle der ehemaligen Zentralmächte durch den Völkerbund bleiben. Je weiter wir uns von den Pariser Friedensschlüssen entfernen, um so unmöglicher erweist sich der Zustand von zweierlei Recht im internationalen Verkehr, wie er durch diese Friedensschlüße geschajfen worden ist. Wenn alle anderen Staaten eine Kontrolle ihrer Rüstungen als unvereinbar mit ihrer nationalen Würde bezeichnen, so ist auch die Kontrolle durch den Völkerbund, die nach dem Versailler Vertrag nach Aufhören der Internationalen M-ilitärkontrollkommission einsetzen soll, unvereinbar mit der Würde des Deutschen Reiches. Das Verständnis hierfür muß und wird sich in der Welt durchsetzen, daran wird auch die von Frankreich immer wieder aufgewärmte Schuldlüge, mit der die entehrenden Bestimmungen des Versailler Vertrages stehen und fallen, nichts zu ändern vermögen.
Für den deutschen Standpunkt bleibt auch nach den Erklärungen des amerikanischen Staatssekretärs noch viel zu wünschen übrig. Selbst wenn
durch amerikanischen Druck den Genfer Beschlüßen so manck-er Giftzahn ausgebrochen wird, so ist noch nicht zu übersehen, wie es gegenüber dcr zwangsweisen, völligen deutschen Abrüstung durch die bescheidenen Rüstungsbeschränkungen, die allenfalls von den in Genf oder späterhin anderswo gesühr- ten Verhandlungen zu erwarten sind, zu dem militärischen Kräfteausgleich kommen soll, den Deutschland im Interesse seiner Sicherheit verlangen muß. Zu groß llaffk noch der Abgrund zwischen dem, was wir durchführen mußten, und dem, was die anderen bestenfalls wollen. Immerhin bedeuten die amerikanischen Auslassungen doch wieder einen Schritt vorwärts, indem sie den Schleier von der Genfer Komödie gerissen haben. Es ist nunmehr wenigstens klar, daß die Bereinigten Staaten ihren Namen nicht unter Mehrheitsbeschlüsse setzen werden, die nach außen den Schein einer Abrüstung erwecken sollen, tatsächlich aber den Freibries für die längst geplante oder schon in der Durchführung begriffene Umgestaltung ihrer Wehrmacht auf moderner Grundlage geben würden. „Abrüstungen", die wie die geplante französische Heeresreform einen jährlichen Mehraufwand von einer halben Milliarde Franken benötigen, sind trotz Herabsetzung der Dienstzeit, Verirngerung der Zahl der Divisionen und Anpassung an die eigens zu diesem Zweck geschaffenen Abrüstungssormen des Völkerbundes zu durchsichtig, als daß sie nicht von dem praktischen Sinn des Amerikaners durchschaut würden.
Wirtschaft.
Die Aussichten für den deutschen Kapitalmarkt.
Die letzthin an den deutschen Kapitalmarkt gestellten Anforderungen waren sowohl von der privaten Wirtschaft, als auch von der öffentlichen Hand sehr groß. 3m allgemeinen hat der Ka- pitalmarlt den Ansprüchen genügen können. Eine Enttäuschung haben nur die Schahanweisungen der Post bereitet, weil ihre Ausgabebedingungen sehr ungünstig waren. Demnächst stehen neue Beanspruchungen bevor, bei denen es sich um Beträge handelt, die in ihrer Gesamtheit wohl nicht weit hinter einer Milliarde zurückbleiben dürften. Ob diese Summen ohne Schwierigkeiten vom deutschen Kapitalmarkt ausgebracht werden können, ist nicht so ohne weiteres sicher, nachdem bereits seit Wochen so außerordentlich starke Ansprüche gestellt worden sind. Außerdem fallen die kommenden Emissionen in die Zeit der Ernte, die den Kapitalmarkt an sich schon sehr stark zu belasten pflegt. Unter diesen älrnstän- den ist das Auftreten einiger Schwierigkeiten nicht ausgeschlossen, zumal das Ausland in dem bisher üblichen Maße sich wohl nicht mehr am deutschen Kapitalmarkt beteiligen wird, da eine Betätigung in Deutschland infolge der Senkung des deutschen Zinsnivepus nicht mehr den früheren Anreiz bietet.
Eine wesentliche Rolle spielt bei allen diesen Dingen die Inanspruchnahme des Kapitalmarktes durch die öffentliche Hand. Borläufig wird vermutlich die Deckung der Ausgaben für das Arbeitsbeschaffungsprogramm noch aus laufenden Kassenbeständen des Reiches möglich sein, zumal die finanzielle Belastung aus der Erwerbslosen- sürsorge mit der Durchführung des Programms eine Berringerung erfahren wird. Eine andere Frage ist freilich, ob der Zufluß von Mitteln zu den Kassen des Reiches in dem Maße anhält, wie es vom Reichsfinanzministerium vermutet wird. Bekanntlich beurteilt der Reichsfinanzminister den Stand der Reichsfinanzen unter Hinweis auf den erhöhten Eingang an Lohnsteuern, Zolleinnahmen usw. sehr optimistisch. Was die Zölle angeht, so ist für den Monat Juli eine Zunahme zwar unverkennbar; man darf aber nicht vergessen, daß die am 1. August erfolgte Erhöhung des Einfuhrzolls für wichtige Agrarprodukte eine — vorübergehende — Vorver- sorgung mit Auslandsprodukten zur Folge gehabt hat, die in gesteigerten Zolleinnahmen zum Ausdruck gekommen ist. Auch die im Juli gegenüber dem Juni eingetretene Erhöhung der Er- lrägnisse aus der Lohnsteuer ist an sich unbestreitbar; sie erklärt sich aber zwanglos daraus, daß der Juli gegenüber dem Juni drei Arbeitstage mehr aufzuweisen hatte. Sehr bedenklich ist jedoch der Rückgang der Einnahmen aus so wichtigen Steuern, wie Bermögenssteuer, Erbschaftssteuer usw. Rach dem Ergebnis der letzten Monate kann man annehmen, daß die Vermögenssteuer höchstens zwei Drittel des veranschlagten Betrages einbringen wird, daß bei der Erbschaftssteuer höchstens mit einem Eingang von einem Drittel zu rechnen ist usw. Auch die infolge des englischen Streiks zu verzeichnenden erhöhten Einnahmen aus Umsatzsteuer, Verkehrssteuer usw. werden in Zukunft nicht mehr in dem bisherigen Maße eingehen. Insgesamt erscheint also der Stand der öffentlichen Finanzen nicht so optimistisch, wie er offiziell dargestellt wird. Es ist deshalb nicht ausgeschlossen, daß von dieser Seite her für den Kapitalmarkt Überraschungen entstehen.
Zum Schluß sei noch hingewiesen auf die zunehmende Inanspruchnahme des Kapitalmarktes für langfristige Kredite. Allein die Landwirtschaft hat für Hypothekarkredite in der ersten Hälfte dieses Jahres dem Kapitalmarkt einen Betrag von nicht weniger als 600 Millionen entzogen, ohne daß eine entsprechende Verminderung der kurzfristigen Perionalkredite einen Ausgleich geschaffen hätte. Es ist aus verschiedenen Gründen anzunehmen, daß bei der Landwirtschaft die Umwandlung kurzfristiger Verschuldung in langfristige Kredite ihren Fortgang nehmen wird und daß auch andere Gewerbe mehr und mehr zu einer langfristigen Konsolidierung ihrer Verpflichtungen übergehen werden. Daraus können natürlich Belastungen des Kapitalmarktes entstehen, die in chrem Umfang vorläufig noch nicht abzuschätzen sind.
Zusammengefaht läßt sich sagen, daß man die Aufnahmefähigkeit des deutschen Kapitalmarktes nicht überschätzen darf und daß unter Umständen ein Anziehen der Diskontsätze (zwar nicht des Reichsbankdiskontes, Wohl aber des offenen Marktes) nicht ausgeschlossen scheint.
* 3. G. Farbenindustrie—Riebed- Montan. Wie die „F. Z." aus Halle meldet, verlautet dort zu dem Plan einer Fusion zwischen der 3. G. Farbenindustrie und Riebeck-Monkan, daß ein 3nteressenvertrag beabsichtigt sei, wobei auch von einem Umtausch von 2 Riebeck--Aktien gegen eine Farbenaklie gesprochen wird. Angeb- sollen die Riebeckaklionäre noch darüber hinaus
eine kleine Vergünstigung erhalten. — Zum Ge- I winn von Anhydrit beabsichtigt die 3. G. Farben- Industrie' nach einer neueren Mitteilung nicht mehr die Pachtung eines Schachtes von den Hallcschen Kaliwerken. Vielmehr soll das benötigte Anhydrit aus eigenen Schachtanlagen in der Rähe des Leunawerkes oder im Geiseltal gefördert werden.
* Auslandanleihe des Siemens- Konzerns. Das an der Börse kursierende Gerücht, daß der Siemens-Konzern beabsichtige, eine Auslandanleihe aufzunehmen, trifft nach Informationen des DHD. zu. Es soll sich um eine Anleihe in der Höhe von 30 Millionen Dollar handeln, die mit dem Reuyorker Bankhaus Dillon Read & Co. zum Abschluß gelangen dürste. Die Einzelheiten der Anleihe liegen noch nicht fest, doch sollen die Bedingungen nach Lage der Dinge recht günstige sein. Bis zum endgültigen Abschluß dürften jedoch eine bis zwei Wochen vergehen.
'Russische Aufträge für die rheinisch-westfälische Industrie. Die Ulin- doga-Industrie, Ofen- und Gaserzeuger-Gesellschaft in. b. H. in Essen hat mit der Sowjetregierung einen Vertrag abgeschlossen, aus Grund dessen die Mindoga Apparate und andere konstruktive Teile liefert, die für den Wiederaufbau der Hochofen- und Stahlindustrie im Dongebiet bestimmt sind. Es ist beabsichtigt, von den seit Beginn des Krieges stilliegenden Werken des Donbezirkes nach und nach 35 Hochöfen wieder in Betrieb zu nehmen.
Börsenkurse
152*
166,5* 152* 140,5
154'
168.7* 155*
»Luxemburg.... irchener Bergwerke Harpencr Bergbau . . . . Kaliwerte Aschersleben. . Kaliwerk QBefttregeln. . . Laurahütte . » Oberbedarf ....... Phönir Bergbau . .. . .
152.7* 152.5'
166,2* 168'
152,7* 153,5'
139.75
Rrebeck Montau ..... TellnS Bergbau Vereinigte Stahlwerke A.-G- Hamburg-Amerika Pak«. . . Norddeutscher Llovd .... Theramische Werke HCbbt . . Zementwerk Heidelberg . . . vbtlipp Holjmanu......
Anglo-Cont.-Guano Chemische Mayer Alapin . . 5t G. Harbenindustrie, A.-G. Goldschmidt Holzverkohlung Rütgcrswerke Scheideanstalt Allg. ElektrtzitätL-Gesellschast Bergmann ..........
Mainkraftwerke ....... Schlickert............
Siemens & Halske .....
Adlerwerke Kleyer Daimler Motoren. ..... Heyligcnstaedt ......... Meauin......
Motorenwerke Mannheim
Frankfurter Armaturen . . Konservenfabrik Braun . . . Metallgesell'chaft Frankfu« . Pct. Union A.-G. . . . .
Schuhfabrik Her; Sichel......
Zellstoff Waldhof ...... Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . .
Frankfurt a.M.
Berlin
SchlUtj. 1 Kura
1-Uhk. Kur,
Schluß-lAnfang fiitro I ttur-i
Datum:
30.8. |
31-8.
30.8.
31. 8.
5% Deutsche Rcichsanlcibe •
0.475
0.4775
u,47
0,4725
4% Deutsche Reichsanleibe .
—
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6'/,°/« Deutsche Reichsanletbe
—
—
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0,49
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Deutsche Sparpräunenanleihe 4% Preußische Loniols • • .
0,43
_
0,27
0.435
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4% Hessen........
—
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0.425
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0,40
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3% Hessen...........
Deutsche Wertb. Dollor-Anl-
0,40
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95,75
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—
dto- Doll.-Schatz» Anweisug-*!
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4% Zolltürken.........
13.2
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13
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5% Gokdmerikaner • . . .
44.25
44,4
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Berliner Handelsgesellschaft. Kommerz- and Pnvat-Bank
137,5’
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137.75
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Tarmst und Nalionalbank .
208.5*
210*
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Deutsche Bank.........
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164,2*
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Deutsche BereinSbanl ....
96
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DiLconto Couanandit ....
160.2’
161*
160,2*
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Metallbank...........
133
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Mitteldeutsche Kreditbank. .
Oesterreichische Kreditanstalt.
140
140,5*
140.5
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8,9
9
8,95
9,05
Westbank ..........
—
—
—
—
Lochumer Gaß...... .
144,5*
146.7*
114,9*
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BuderuS ......«...
9.i
96
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Caro .......... .
82
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70.1
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119,5*
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119.4*
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287*
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287*
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84,5
85.75
85
84.62
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84.5
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83,5
30.5
-
—
—
48
-
48
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42
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18
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43
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143
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95
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53,9
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2.8
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3
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180,75
181.5
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78,5
79
77,5
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t9
—
89
-
Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M.
Telegraphis che Auszahlung.
Banknoten.
30 August.
31. August.
Amtliche Notierung
Amtliche Notierung
Geld
SBrtcr
Geld Brief
Amst-Rou
168.09
168.51
16834
168,46
Buen-Aires
1,691
1,695
1,693
1,697
Brss-Antw-
11,59
11,63
11,68
11,72
Christiania •
91,85
92,06
91,88
92,12
Kopenhagen
111,40
111,68
111,42
111,70
Stockholm .
112.16
112,44
112,16
112,44
HeliingforS.
10,546
10,586
10,546
10,586
Italien. .
13,64
13,68
13,64
13,6-6
London.
20,354
10,404
20,357
20,407
Neuvork . .
4,195
1,205
4,195
4,26.'.
Paris. .
12,09
12,13
12.27
12,31
Schweiz .
61,01
61,21
80,96
61.46
Spanien .
63.72
03,88
63,47
63,65
Japan . . .
2,009
2,013
2,013
2,017
mio de Ian
0.642
■ 644
0.642
0.644
Wien in D -
Lest, abgest
59,28
59,42
59,27
59,41
Prag ....
12,419
12,169
12,42
12,46
Belgrad . .
7.40
7,42
7.40
i ^2
Dudapest. .
5,872
5,892
5,873
5,893
Bulgarien
3,04
3,05
..035
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Lissabon
21.39a
21,445
21,39a
21,445
Danzig. . .
81,48
81,68
81,40
81,60
Konstantin.
2,24
2,25
2,245
2,255
Athen. .
4.74
4,76
4,74
4,76
Kanada. .
4.199
4,209
4,199
4,209
Uruguav . •
4.195
4,205
4.185
4,195
Berlin, 30. August
Geld
Briei
Amerikanische Noie» .....
4,176
4,196
Belgische Polen .......
11,52
11,58
Dänische Noten ........
111.12
111,68
Kngliicke Noten........
20,315
20,415
Französische Noteu.....
12,22
12,28
Holländische Noten......
167,63
168,47
Ololientschc Noten......
13,96
14,01
Norwegische Roten ......
91,57
92,03
Dcatsch'Ocstcrr, üioo Kronen
59,10
59.40
Rumänische Noten......
2.01
2,05
Schwedische Noten......
111.77
112,33
Schwerer Noten.......
80,72
81,12
Spanische Noren.......
63,34
63,66
Tschechoslowakische ginfrn . .
12.37
12,43
Nuaariichc Noten.....
5,825
5,865
frankfurter Börse.
Frankfurt a. M., 31. Aug. Tendenz: Fester. — Die Börse, die in den letzten Tagen infolge des Ultimos mit Geldsorgen belastet war, getoarm heute eine hoffnungsvollere
Dienstag, 5'. Uugust (926
Stimmung. Die Glattstellungen sind, nachdem das älltimogeschäft als erledigt betrachtet werden kann, zum Stillstand gekommen, und die Spekulation. die wieder Unternehmungslust zeigte, nahm Rückkäufe vor. wodurch die am Vorabend schon gebesserte Kurslage eine weitere Hebung um 2 bis 3 Prozent erfuhr. Der Tendenzumschwung vollzog sich in großer Ruhe, und auch im Verlaufe hielt sich die Amsahtätigkeit in bescheidenen Grenzen. 3m Vordergründe standen Clektroaktien. in denen sich die älm- sähe lebhafter abwickelten. AEG. plus 2 Proz., Schuckert plus 1.5 Prozent. Lahmeyer plus 1 Proz.. Siemens plus 3 Pro^. Der Montan markt war zunächst etwas gedrückt infolge des angeblichen älmstellungsverhältniftes für Rieveck-Montan, das mit 2 zu 1 gegen 3. G. Farbenaktien beabsichtigt fein soll. Riebcck eröffneten daraufhin 2 Prozent schwächer, konnten sich aber später auf Interventionen hin etwas erholen. Don den übrigen Montanwerten wurden höher: Bochumer plus 1,25 Prozent, Deutsch- Lux plus 2 Prozent, Gelsenkirchen plus 1.25 Prozent, Harpener plus 2 Prozent. 3lse-Berg plus 1,5 Prozent, Phönix plus 1,75 Prozent, Rheinische Braunkohlen plus 1.5 Prozent. Rfein- stahl und Buderus gaben leicht nach. I. G. F a r b e n a 11 i e n blieben bei lustlosem Geschäft unverändert. Bankaktien brodelten weiter ab; nur Darmstädter plus 1 Prozent. Schiffahrtsaktien lagen vernachlässigt und leicht abgeschwächt. An den Reben- Märkten war das Geschäft geringfügig, für einige Lokalwerte bestand etwas Interesse. Don Baust offaktien hatten Zement Heidelberg und Wayß & Freytag Besserungen aufzuweisen. Z e 11 st o f f a k t i e n befestigt. Auch Zuckeraktien strebten nach oben. Heimische Renten lagen ruhig. Ausländische Renten lustlos. Der Frei- verkehr war etwas lebhafter. Benz 82, Brown Boveri 121, Entreprise 7,5, Growag 61, Ufa 42,5, älfra 91,75 Prozent. Im Freiverkehr wurden die Aktien der Bereinigten Stahlwerke A. G. zum Kurse von 142,5 Prozent lebhaft umgeseht. Der weitere Verlauf brachte neue geringfügige Steigerungen, ohne daß jedoch dadurch das Geschäft günstig beeinflußt worden wäre. Am Geldmarkt ist Geld auf längere Frist weiter gesucht zu 5,5 bis 7,5 Prozent. Privatdiskonten 4,75 bis 4,87 Prozent, Industrieakzepte 5,5 Prozent. Im Devisenverkehr lag Paris ziemlich fest mit 168 gegen London. Brüssel war eher mäßig schwächer mit 176 gegen das Pfund, ebenso Mailand mit 150. London stellte sich gegen Kabel auf 4,85,75.
Berliner Börse.
Berlin, 31. Aug. Die Sorge der Börse um die weitere Entwickelung des Geld- Marktes hielt auch heute noch an, immerhin zeigte sich eine gewisse Beruhigung. Die vorliegenden günstigen Momente konnten sich eher durchsetzen. Es bewahrheitete sich, daß der Siemens-Konzern in Amerika eine Anleihe von 30 Millionen aufnehmen will. Die Stimmung war heute wesentlich freundlicher, das Geschäft blieb aber auf Spezialwerte beschränkt und war sonst still. Am Montanmarkt hatten Köln-Reuefsen und Rheinische Braunkohlen größere Kurssteigerungen aufzuweisen. Die Aktien der Vereinigten Stahlwerke zogen im Freiverkehr um 1,5 Proz. an. Kali-Aktien lagen dagegen allgemein schwächer. Bankaktien waren überwiegend gut befestigt. Schiffahrt- aftien wiesen leichte Erholungen auf. Am Geldmarkt hörte man für Tagesgeld einen Sah von 6 bis 7 Prvz. Im Devifenverkehr waren nennenswerte Veränderungen nicht zu verzeichnen.
Frankfurter Getreidebörse.
Frankfurt a. M., 31. Aug. Es wurden notiert: Weizen (Wetterauer, neuer Ernte) 28,25, Roggen (inländische-:, neuer Ernte) 21,50 bis 21,25, Sommergerste (für Brauzwecke) 23 bis 26, Hafer (inländischer) 19 bis 19,50, Mais (gelb) 18,50, Weizenmehl (inländisches, Spezial 0) 41,25 bis 41,75, Roggenmehl 31,25 bis 32,25, Weizenkleie 9, Roggenkleie 10,50. — Tendenz: Ruhig.
Berliner Produktenbörse.
Berlin, 30. Aug. Der schon in den letzten beiden Handelstagen sich zeigende Preisabschlag im Berliner Produttenverkehr setzte sich auch am heutigen Montag fort. Hauptsächlich trugen schwächere Auslandmeldungen und die anhaltend schöne Witterung dazu bei. Vom Inland kommt etwa^ mehr Material an den Maickt, allerdings nicht zu höheren Forderungen, die naturgemäß nicht bewilligt werden. Die Mühlen treten nur vereinzelt als Käufer auf. Auch im Zeithandel mußten sich die Kurse für Weizen wie auch für Roggen ermäßigen. So notierte Weizen per September-Lieferung minus 2 Mark, Oktober minus 2,50 Mark und Dezember minus 2 Mark. Roggen hatte besonders für Lieferung Oktober eine starke Abschwächung zu suchen und stellte sich hier der Kurs minus 3,50 Mark auf 219. In Gerste hat sich das Geschäft nur wenig gebessert. Rur feinste Sorten blieben gesucht. Hafer hat bei gesteigerten Offerten wenig Kauflust und stellte sich billiger. Im Mehlgeschäft ist die Tendenz als still anzw- sprechen. Es notierten per 1000 Kilo: Weizen, märt, 265 bis 270; Roggen, märt, 199 bis 205; Sommergerste 198 bis 242; Wintergerste 168 bis 174; Hafer, märt, 168 bis 180; Mais (loko Berlin) 178 bis 182; Raps 200; per 100 Kilo: Weizenmehl 38 bis 39,50; Roggenmehl 28,75 bis 30,75; Weizenlleie 10,25; Roggenkleie 11,10
Bücherlisch.
— Rudolf Engel-Hardt »Der Weg zum harmonischen Heim". Gebunden 1,60 Mt (Bios-Bücherei.) R. Voigllängers Verlag, Leipzig. Wer kennt nicht das altbekannte Wort - es geht nichts über ein behagliches Heim? Hat es unsere Zeit nicht doppelt nölig, sich wieder dieses Wortes zu entsinnen, da just der Begriff dafür schon fast verloren ging? In geistvoller Darstellung führt der Verfasser deshalb auf, worin jene Eigenschaften bestehen, die in sinnreicher Vereinigung zur harmonischen Einheit, zum wahrhaft „optimalen" Kunstwerk führen. Ein Weg zur Freude, zum Genuß am Kunstwerk, zur Liebe sonderlich am handgearbeiteten Stück wird beschritten. Die Aufgabe des Kunstgewerblers wird klar herausgestellt, die Wohnräume wirklich wohnlich zu gestalten, die Sih- und Ruhegelegenheiten, die Tische, Schränke und Truhen, die Vasen, Teppiche und Bücher nicht allein zweckentsprechend, sondern zugleich künstlerisch zu formen. 345


