Nr. 225 vierter Blatt
Tagung des hessischen Tierschutzvereins.
(Eigener Bericht des „Gieß. Anz.")
In Bingen fand dieser Tage die 45. o r - dentliche Hauptversammlung des Tierschutzvereins für Helsen unter dem Vorsitz von Obcrschulrat Jung (Darmstadt) statt, der die Tagung mit herzlicher Begrüßung der Teilnehmer eröffnete, die zahlreich aus allen Landes- teilen erschienen waren. Ein besonderer Willkomm galt dem Vertreter des Deutschen Tierschutzvereins, Geheimer Schulrat Prof. Dr. Volkmar (Büdingen), der durch seine Schriften als eine führende Persönlichkeit in der deutschen Tierschutzbewegung bekannt ist. Vorsitzender und Versammlung ge- dachten dann ehrend zweier verstorbener Schulmänner, des Rektors Storch (Butzbach) und des Schulrats Baudel (Bensheim), die im Ausschuß des hessischen Tierschutzvcreins eine besonders verdiente Tätigkeit entfaltet haben.
In längerer, gedankenreicher Rede verbreitete sich Schulrat Jung dann über die Ziele des Tierschutzvereins, der nun seit 54 Jahren m Hessen erfolgreich an der Arbeit ist und auch für die Zukunft noch genug zu tun hat, besonders in unserer Zeit, die allzu sehr auf den Rützlichkeits- standpunkt eingestellt sei. Raturbctrachtung nur unter dem Gesichtswinkel des Nutzens oder Schadens sei des Menschen nicht würdig, der tiefer in die Zusammenhänge schauen müsse „Heimat- schutz und Naturschu tz", das sei eine berechtigte Forderung unserer Tage? Daß auch in Hessen mit seiner hochstehenden Kultur der Tierschutzverein noch nötig sei, das zeige das Ratten- würgen, das der Hundezüchterverein Darmstadt veranstaltet habe, das deshalb verwerflich gewesen, weil es als öffentliche Schauveranstaltung auch von der Jugend besucht war und zu deren weiterer Ver- rohima mit beitragen konnte. Es gelte, die Jugend im positiven Sinne zu erziehen, sie empfänglich zu machen für die edlen Bestrebungen des Ticr- } Kreisschulrat Müller (Bingen) hieß namens des Kreisamtes Bingen willkommen, und Geh. Schulrat Prof. Dr. Volkmar sprach im Auftrage des Verbandes der Tierschutzvereine des Deutschen Reiches, dabei mit einer dieser Tage herausgekommenen Verfügung des Reichs- ministers des Innern bekannt machend, die die Einführung des Tierschutzes in allen Schulen anordne und als eine T a t zu begrüßen sei.
Mehr als , eine Mitteilung trockener Zahlen und Daten waren der Jahresbericht für 1925, den Prof. Völfina (Darmstadt), der Schriftleiter der Allgem. Tierschutz-Zeitschrift, erstattete, und die Rechnungsablage für 1925, die der Geschäftsführer, Oberrechnungsrat Kratz (Darmstadt), vortrug. Nachdem die Wunden, die Krieg und Inflationszeit der Tierschutzbewegung geschlagen, langsam wieder vernarbt sind, zeigte sich das Geschäftsjahr 1925 wieder im Zeichen des Aufstiegs. Der Landesverein zählt 6689 Mitglieder in allen Provinzen. Die Tierschutzzeitschrift wird in 10 000 Exemplaren verbreitet, auch außerhalb Hessens. Vom Deutschen Tierschutzkalender wurden 1 0 2 000 Stück an die hessische Schuljugend verteilt, außerdem gelangten in sechs Kreisen des Landes (in O b e r t) e f f e n in Lauterbach und Schotten) 1800 Tierschutz Küchlein durch die Kreisschulämter zur Ausgabe. In zahlreichen Eingaben an die Behörden konnte der Vorstand auf die Beseitigung von Mißständen hinwirken, zum größten Teil mit Erfolg. 30 Polizeiaufsichtsbeamte, die sich im Tierschutz besonders eifrig betätigten, sowie 51 weiteren Personen (darunter in größerer Anzahl auch Gießener und Oberhessische Tierfreunde), die sich als treue, liebevolle Tierpfleger feit Jahren bewährt, sollen durch Diplome und' eine Geldprämie die verdiente Anerkennung finden. Einstimmig wurden im weiteren Verlaufe der Tagung die Mittel für diesen Zweck bewilligt. Die Rechnung weist einen Ueberschuß von 1468 Mark auf, der Voranschlag für 1927 sieht 25 100 Mark in Einnahmen und Ausgaben vor. Ueberall im Reiche findet die vorzügliche Organisationsgrundlage, die in Hessen durch die uneigen- nützliche Mithilfe der gesamten Lehrerschaft in vor- bildlicher Weise gegeben ist, Anerkennung. Der gute Geschäftsstand des hessischen Vereins machte es auch möglich, daß die Hauptversammlung des Allgemeinen Deutschen Tierschutz v e r e i n s im nächsten Jahre in Darm- stadt stattfinden kann.
Einstimmige Annahme fanden dann die vom Ausschuß gestellten Anträge. Von den ausgeschie- denen oberbessischen Mitgliedern wurden Kreis- schulrat Fischer (Gießen) und Lehrer Fritzel (Gießen) wiedergewählt, für das verstorbene Mitglied Rektor Storch (Butzbach) tritt Prof. Dr. K r a e m c r (Gießen) in den Ausschuß ein. 600 Mk. wurden zur Anschaffung von Tierschutzschrif- ten bewilligt, die wieder in sechs Kreisen zur Verteilung kommen sollen: in Oberhessen kommen dieses Jahr Alsfeld und Büdingen an die Reihe. Auch von Einzelmitgliedern lagen zahlreiche A n - träge vor, die alle zeigen, wie rege das Interesse vielerorts an den Bestrebungen des Vereins ist. So wird u. a. gefordert: Anbringung von Schildern „Schont die Zugtiere!" an steil ansteigenden Straßen (in Darmstadt sind bereits 10 solcher Tafeln angebracht): Verteilung von geeigneten Flugschriften in den Schulen; Beschaffung von Plakattafeln zur Anbringung von Tierschutzschriften: Verbot des Anbindens von Hunden an Fahrrädern und Motorrädern; Errichtung eines Tierpflegehauses in Darmstadt. Soweit nicht schon im Sinne der Anträge vom Vorstand gehandelt worden ist, wurden Vorstand und Ausschuß einstimmig mit der weiteren Behandlung des in den Vorschlägen und Anregungen gebotenen Materials beauftragt.
Den Höhepunkt der Tagung bildete der inhaltreiche Vortrag von Schulrat Müller (Bingen) über „Tierschutz und Schule". Der erfahrene Schulmann und warmherzige Tierschützer war, wie kaum ein anderer, berufen, in packender Darstellung eine Fülle von Anregung zu bieten. Die
Samstag, 25. September 1926
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)
ethische Erziehung wird von ihm obenan gestellt; eine finnige, gemütvolle und ästhetische Naturbetrachtung besonders betont. Im Dienste des Tierschutzes können alle Unterrichtssächer stehen, vornehmlich aber Religion, Deutsch und Naturkunde, vorausgesetzt, daß die letztere nicht nach der alten „Kopf-Schwanz-Methode", sondern als Lehre vom Leben betrieben wird. Tierpflege ist in den Schulen einzuführen und der Werkunterricht in ihren Dienst zu stellen (Anfertigung von Vogelhäuschen, Sammeln von Futter für die Wintermonate usw.). Der Tierschutz könne Sache des ganzen Volkes nur dann werden, wenn Erziehung und Unterricht schon bei der Jugend einen tierfreundlichen Sinn zu wecken verstehen.
„Tierschutz und Jugend", das war eigentlich das Leitmotiv der ganzen, sehr anregend verlaufenen Tagung, die nicht besser eingestimmt werden konnte als durch die von Binger Schulkindern vorgetragenen tierfreundlichen Gedichte und fein zu Gehör gebrachten Chöre, und nicht besser ausklingen konnte, als mit der Vorführung des sehr überzeugenden Films „Schützet die Tiere!", der in erster Linie als Jugenfilm gedacht ist und nach und nach hoffentlich in allen Schulen Hessens gezeigt werden wird.
Wirtschaft.
Börse und Geldmarkt.
Der Ultimo, diesmal gleichzeitig Quartals- wechscl, rückt langsam heran und prägt dem Börsengeschäft seinen Stempel auf. Wenn auch nicht die Befürchtung besteht, daß mit Ueberraschungen bei der Prolongation zu rechnen ist, so wird doch angenommen, daß die Geldsätze an diesem Herbsttermin eine erhebliche Ver- steifung erfahren und die Beteiligung des Publikums am Geschäft vorübergehend im Zusammenhang mit der Abwicklung von Verpflichtungen aus anderen Geschäften geringer wird. Diese Erwägungen veranlaßten die Spekulation dazu, von neuen Engagements per Ultimo September abzusehen. Die Geschäftstätigkeit an der Berliner Börse wurde daher in den letzten Tagen immer ruhiger, und wird wohl auch in der kommenden Woche von der gleichen Lustlosigkeit beherrscht werden. Der kleine Geschäftsumsang — sogar führende Terminaktien können zum Teil nur auf Grund der Mindestumsähe von ca. 6000 Mk. nominell notiert werden — hat naturgemäß ein Abbröckeln der Kurse zur Folge, da schon unbedeutende Verkäufe auf die Tendenz drücken. Die während der letzten Tage an den Markt gekommenen Abgaben dürften, soweit sie aus Publikumskreisen stammen, zu Geldbeschaffungszwecken zum Ultimo getätigt worden sein, während andererseits für eine notleidend gewordene Bank- finna Glattstellungen stattfanden. Trotz der rückläufigen Tendenz kann daher, wie diese Motive zeigen, nicht von einem Stimmungsumschwung gesprochen werden. Sowohl die Spekulation als auch die auswärtigen Wertpapier- besiher halten in Erwartung günstigerer Dotierungen an ihrem Besitz fest. Die Ausführungen der Großbanken in ihren Wochen- und Monatsberichten erscheinen geeignet, diese Auffassung zu unterstützen. Die Deutsche Bank stellte kürzlich wieder fest, daß sich die freundlichere Perspektive der Wirtschaft nicht irgendwie getrübt hätte und der Stillstand der Aufwärtsbewegung als „Verdauungspause" aufzufassen sei. Die Discontogesellschaft äußerte sich nicht anders. Beide Institute machten im Gegenteil auf die Aussichten bestimmter Spezialwerte aufmerksam. Die Deutsche Bank ließ sich des näheren über den Markt der Auslandrenten aus, der iowischen unter Führung von rumänischen, türkischen, ungarischen, serbischen und bulgarischen Werten bei belebtem Verkehr namhafte Kurssteigerungen zu verzeichnen hatte. Die in unsere Berichtszeit fallende zeitweise, Aufwärtsbewegung der Bankaktien, die damit Höchstkurse erreichten, mag dem Charakter dieser Papiere als Rentenwerte zuzuschreiben fein, da die Aktionäre gerade von den Bankaktien eine gleichmäßige und gute, möglicherweise wohl auch steigende Verzinsung erwarten können. Diesen Charakter der Bankaktien hat die Discontogesellschaft nicht mit Unrecht hervorgehoben. Bei Beurteilung der Bankenhausse darf aber ferner nicht vergessen werden, daß gegenwärtig die Bezugsrechte auf die jungen Aktien der Dresdner Bank und der Discontogesellschaft notiert werden und die Banken ein Interesse daran haben, einer evtl. Verflauung entgegenzutreten. Was das neueste Ereignis des Börsenlebens, die Kriegsanleihe-Hausse betrifft, so sei darauf hingewiesen, daß dieses Papier auch schon früher ein beliebtes Spekulationsobjekt war, wenn am Markt der Dividendenwerte eine zeitweilige Flaute oder Geschästsstille eintrat. Diesmal verhält es sich kaum anders. Die Börse glaubte, mit ihrer Phantasie an den Stellen einsehen zu können, die auf eine irgendwie geartete Besserstellung der Kriegsanleiheneubesiher oder die Einräumung bestimmter Rechte bei der kommenden Reichsanleihe hindeuten. Positive Anhaltspunkte hierfür sind vorläufig nicht vorhanden. Es muß auch bezweifelt werden, daß an den Bestimmungen des Aufwertungsgesehes noch irgendetwas geändert wird, da sich die Wirtschaft nun auf dieses Gesetz eingestellt hat.
Am Geldmarkt herrscht zurzeit ein st a r° k e s Angebot an Tagesgeld, das im wesentlichen aus der umfassenden Vorbereitung für den Ultimo herrühren dürfte. Die großen, demnächst zur Auflegung gelangenden A n s - landanleihen werden dazu beitragen, diese Tendenz zu erhalten. Die Billigkeit der Geld- sähe wird aber in den nächsten Tagen eine Aenderung erfahren. Monatsgeld bleibt im Gegensatz zu dem kaum unterzubringenden Tages- gelb lebhafter gefragt. Der Sah von 5,75 bis 7 Prozent galt auch für erste Adressen. Soweit sich bisher ,übersehen läßt, wird die Effekten- prolongation wahrscheinlich in dem gleichen Umfang vorgenommen werden, wie dies am Mediotermin der Fall war. Der Zins zeigt gegenüber der letzten Liquidation jedoch eine Anspannung, auch gegenüber dem August-
ultimo. Prolongationsgeld stellt sich auf etwa | durchweg
waren
Saturn:
279,5-
i 198,7*
86
Berlin, 24 Scptbr.
124.5
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113.5
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Banknoten. (Ohne Gewähr.)
um 1 Prozent befestigen. Bevorzugt ektroaktien unter dem günstigen
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125,25 cs
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106.12
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verkehr blieb umscchlos. Becker Stahl 32, Drown Boveri 132, Entreprise 8,5, Frankfurter Handelsbank 85. Growag 60, Ufa 39 Proz. 3m späteren Verlauf nahm das Geschäft allgemein erheblich ab, die Stimmung blieb aber freundlich. Etwas Interesse erhielt sich für einige Spezialwerte, die um Bruchteile von Prozenten anzogen. Am Geldmarkt stellte sich Tagesgeld auf 4V2, Monatsgeld 5’/2 bis 7' Proz. je Adresse. Im Devisenverkehr lagen die Hauptvaluten ziemlich unverändert. Paris-London 174, Brüssel 181,25, Mailand 132, London-Kabel leicht abgeschwächt 4,8537.
66,5 I
128 I
124,9 |
85
81,9
7,5 Prozent, wozu aber noch einige Unkosten kommen. Am Wechselmarkt halten sich die Umsätze in engen Grenzen. Am Privatdiskontmarkt soll man in dieser Woche eine Ermäßigung der Rotiz für lange Sicht um 0,12 Prozent in Aussicht genommen, hiervon aber zunächst abgesehen haben.
Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M.
Telegraphische Auszahlung.
(Ohne Gewahr.)___________
heimischen Renten waren anfangs lebhaft gefragt und Schutzgebiet unceränöert. Am ausländischen Renten
17
148
95
56
2.8
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72,5
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* Drei- bis vierfache Ueberzeich- nung der Siemens-Anleihe in Neu- york. Die gestern in Neuyork aufgelegte Anleihe des Siemcnskonzerns wurde dreifach bis vierfach überzeichnet. Die Bücher wurden unmittelbar nach Eröffnung geschlossen. Zahlreiche Zeichnungsauf- träge aus allen Teilen der Vereinigten Staaten sowie aus Kanada und Europa lagen vor.
Börsenkurse.
______________(Ohne Gewähr.)
157.5*
155*
136,5*
198,1*
83,75
80,5
41,75
40
festigt. Von Kriegsanleihe leicht erhöht. Markt der nahm die
95,25
57,5
3.25
179,5
72
90.4
Geschäftstätigkeit wieder einen größeren Umfang an, doch konnten wesentliche Steigerungen nicht erreicht werben. Der Frei-
Eindruck des Erfolges der Siemens-Anleihe in Reuyork, Kohlenaktien wie Köln-Aeuessen, Harpener und Rheinische Braunkohlen infolge der immer weiteren Hinauszögerung der Verständigung im englischen Bergbau, sowie Bankaktien, von denen Darmstädter vorangingen und auf 228,25 Prozent anzogen. Daneben entwickelte sich lebhaftes Geschäft in einzelnen ausländischen Renten, so in Bosniern, Russen und Ungarischer Kronenrente, während Türken und Anatolier leicht zurückgingen. Von heimischen Renten gingen Kriegsanleihe mit 0,525 und Schutzgebiet mit 7,2 um. Das Publikum blieb dem Markt im wesentlichen fern, so daß auch die Kauflust der Spekulation späterhin nachließ. Lebhafte Beachtung fand die Lage am Geldmärkte, wo bisher noch keine Versteifung der Sähe eingetreten ist. Die Versorgung mit Tagesgeld blieb ungewöhnlich reichlich und der Sah mit 3 bis 5 Prozent unverändert. Monatsgeld 5,75 bis 7 Prozent. Im Devisenverlehr hatte Mailand anfangs eine starke Abschwächung bis auf 135 gegen London zu verzeichnen, späterhin erholte sich der Kurs auf 134. London ging gleichfalls zurück und verschlechterte sich gegen Kabel auf 4,8527. Die übrigen Valuten waren nicht wesentlich verändert.
frankfurter Börse.
(Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers"^
Frankfurt a. M., 25. Sept. Tendenz: Fest. Die Aussichten auf das Zustandekommen der internationalen Rohstahl-Vereinigung waren geeignet, die Zuvers i cht der Spekulation günstig zu beeinflußen. Im Hinblick daraus eröffneten die Aktienmärkte auf Deckungsläufe und einige Meinungskäufe in durchweg befestigter Stimmung. Im Vordergründe standen Montanwerke, von denen Harpener und Rheinstahl den Vorzug genossen. Harpener waren bis auf 166 Prozent gesteigert, Rheinstahl plus 1,5 Prozent, Rheinische Braunkohlen plus 1 Prozent. Kaliwerte erzielten ebenfalls gute Besserungen. Von Chemiewerten standen I. G. Farben in lebhafter Bewegung und konnten über 1 Prozent anziehen. Starke «Steigerungen wiesen die Werte des Metallbank- KonzernS auf. Scheideanstalt plus 2,5 Proz., Metallgesellschaft plus 2 Proz. Clektroaktien > gleichfalls befestigt. Schlickert plus 0,75 Prozent, Felten plus 1,75 Prozent, AEG. plus 0,5 Prozent; der Erfolg der Siemens-Anleihe in Amerika wirkte sich bei diesem Papier nicht kursmäßig aus. Gute Besserungen konnten Bankaktien verbuchen. Commerzbank plus 0,75 Prozent, Deutsche plus 1 Prozent Dresdner plus 0,5 Prozent, Darmstädter plus 0,12 Prozent. Schiffahrt saktien lagen fest, besonders 2lordlloyd plus 1,25 Prozent, Hapag plus 0,62 Prozent. Von Motorenwerten konnten Kleher weiter um 1 Prozent anziehen. Baust o f f a k t i e n gehalten. Holzmann plus 1,25 Prozent. O e I a f t i e n neigten eher zum Rachgeben. Von Zellstoffaktien zogen Wald- hof 1 Prozent an. Zuckeraktien leicht be*
Berliner Börse.
(Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".)
Berlin, 25. Sept. Die Samstagbörse eröffnete bei Wochenschluh auf Meinungskäufe in verschiedenen Spezialwerten an den Aktienmärkten verhältnismäßig lebhaft und in freundlicher Haltung. Die ersten Kurse konnten sich fast
5% Deutsche RcichSanlethe ■ 4% Deutsche Reichs anleihe .
3Vi% Deutsche ReichSanleih« 3% Deutsche Reichsanleibe • Deutsche Svarprämienanleih« 4% Preußische KonsolS • ■ . 4% Hessen 3W« Hessen 3% Heuen Deutsche 53ertb. Dollar-Anl. dto- Doll-Schatz-Anweilug.*!
4% Zolltürken
5% Toldmerikaner ... -
Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- and Pnvat-Bank Darmst- und Nationalbank . Deutsche Bank.........
Deutsche BcreinSbank .... Disconto Commandit .... Metallbank...........
Mitteldeutsche Tredttbank. - Oesterreichische Crcditanstalt. Weltbank
Bochumer 'Suß .......
Buderus Caro Deutsch-Luxemburg Gelsenkirchener Bergwerke. . Harpener Bergbau Kaliwerke Aschersleben.... Kaliwerk Westeregeln .... Laurahüttc Oberbcdarf . . • . Pbönir Bergbau . Rheinstahl Riebeck Montan Tellus Bergbau Bereinigte Stahlwerke A.-G Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llobd ... Theramische Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann .....
Anglo-Cont.-Guano . . . . Chemische Mayer Alapin . . I. G> ^arbenindustrie, A.-G. Goldschmidt..........
Holzverkohlung Riitgerswcrke Scheidcanstalt Allg. ElektrizttätS-Tesellschaft Bergmann ..........
Matnkraftwcrke ....... Schuckert . . ........ Siemens & Halske .....
Adlerwerke Kleyer ..... Daimler Motoren. ..... Heyligenstaedt......... Meguin.............
Motorenwerke Mannheim
Frankfurter Armaturen . . . Konservenfabrik Braun . . . Metallgeselychaft Frankfurt. Pet. Union A.-G. ...... Schuhfabrik Herz Sichel Zellstoff Waldhof Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerrabrik Waobäulel . . .
Amerikanische Note» . . ...
Belgische Noten .......
Dänische Noten ........ Cnglische Noten ....... Französische Noten Holländische Noten italienische Noten......
Norwegische Noten ..... Deutsch-Oesterr., äioo Kronen Rumänische Noten......
Schwedische Noten ..... Schwerer Noten ..... Spanische Noten ....... Tschechoslowakische Noten . .
Ungarische Nokeo
103.5 -
136.5 137.25
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95
278.5* 1UG.5
114,75
I 159'
156,1*
Büchertrsch.
— „Europäische Gespräch e". Hamburger Monatshefte für Auswärtige Politik, herausgegeben von Dr. A. Mendelssohn Bartholdy. «Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart- Berlin.) Das Augustheft der Zeitschrift beweist neuerdings ihr erfolgreiches Bestreben, zur deutschen Tribüne für die Diskutierung außenpolitischer Fragen zu werden. In einem Aussatz „Russische Rückversicherung" entwickelt derReichs- tagsabgevrdnete Professor B r e d t die Bedenken, die die deutschen Rechtsparteien seinerzeit gegen die Locarno-Politik und den damit verbundenen Eintritt in den Völkerbund empfunden haben, die sie aber nunmehr durch den Vertrag mit Rußland behoben sehen; der Rückschlag in Genf erscheint in diesem Zusammenhang geradezu als ein Glücksfall, insofern er uns den Abschluß des Russenvertrags erleichterte. Wichtig ist die Parallelisierung dieses Vertrages und des Bis- marckschen Rückversicherungsvertrages, mit dem Rachweis, daß der Russenvertrag mit den Bindungen des Völkerbundes ebenso vereinbar ist wie seinerzeit der Rückversicherungsvertrag mit dem deutsch-österreichischen Bündnis, so daß der Russenvertrag sich in glücklichster Weise in den Rahmen der heutigen europäischen Friedensgarantien einfügt. Der Aufsatz ist somit als Stellungnahme sehr einflußreicher deutscher Kreise von aktuellster Bedeutung für Genf, und er wird für die Bedeutung Rußlands sehr eindrucksvoll unterstützt durch den in demselben Heft als Dokument gebrachten Bericht von vier englischen Konservativen über Rußland, die ihre Regierung dringlich auf die Notwendigkeit eines Abschlusses mit Rußland Hinweisen. — Als Beitrag zu den ebenfalls höchst aktuellen Verhandlungen über Eupen-Malmedy ist der Aussatz eines Belgiers, Jules Lespes, sehr willkommen, der rüc^altlos die belgischen Gründe für eine Rückgabe entwickelt.
Frankfurt a.M.
Berlin
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24.9 s
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46.75
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—
218,6’
220'
14(1.2'
141.2*
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228*
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168,25
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164*
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8,8
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161,5*
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24 Scptbr.
25. Scptbr.
Amtliche Notierung
Amtliche Notierung
Geld
Brief
Geld
Brief
A inst.-Ron
168,03
168,45
168,01
168.43
Buen.-AircS
1,704
1,708
1,702
1,706
Brff'Antlv
11,20
11,24
11,21
11,25
Shristiania.
91,92
92,16
91,93
92,17
Kopenhagen
111,40
111,68
111,38
111,66 112,38
Stockholm .
112,10
112,38
112,10
Helsingfors
10,549
10,589
10,549
10,589
Italien. . .
15,30
15,43
15,46
15,51)
London. .
20,351
20,401
20,348
20,398
Neuyork .
4,193
4,203
4,193
4,203
Varis. . .
11,63
11,67
11,67
11,71
Schwei) . .
81,05
81,25
81,03
81,23
Spanien . .
63,72
63,88
63,80
63,96
Japan . . .
2,041
2,045
2,040
2,041
Rio de Jan.
0,633
0,635
0,631
0.633
Wien tnD-- Oest. abgest.
69,18
69,32
59,20
59,34
Prag ....
12,417
12,457
12,41
12,44
Belgrad . .
7,415
7,435
7,415
7,4:5
Budapest. .
5,872
5,892
5,867
5,887
Bulgarien .
3,045
3,055
.,043
3,053
Lissabon
3.475
11,525
21,475
21,525
Danzig. . . Konstantin.
-.1,36
81,56
81,36
81,66
'.193
2,203
2,193
2,203
Athen. . .
4.94
4,96
4,94
4,96
(Sanaba. .
4,193
4.203
4,193
4,203
Uruguay . .
4 205
4.215
4.205
4.215
Geld
Briet
4,178
4,198
11,17
11,23
111,14
111,70
20,325
20,425
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11,83
167,65
168,49
15,43
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92,23
59.05
59,35
2.15
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111.87
112,4)
80.90
81,30
63,64
63,96
12,385
12,44.
5.845
0.885
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1826


