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Nr. 225 vierter Blatt

Tagung des hessischen Tierschutzvereins.

(Eigener Bericht desGieß. Anz.")

In Bingen fand dieser Tage die 45. o r - dentliche Hauptversammlung des Tierschutzvereins für Helsen unter dem Vorsitz von Obcrschulrat Jung (Darmstadt) statt, der die Tagung mit herzlicher Begrüßung der Teil­nehmer eröffnete, die zahlreich aus allen Landes- teilen erschienen waren. Ein besonderer Willkomm galt dem Vertreter des Deutschen Tierschutzvereins, Geheimer Schulrat Prof. Dr. Volkmar (Bü­dingen), der durch seine Schriften als eine führende Persönlichkeit in der deutschen Tierschutzbewegung bekannt ist. Vorsitzender und Versammlung ge- dachten dann ehrend zweier verstorbener Schulmän­ner, des Rektors Storch (Butzbach) und des Schulrats Baudel (Bensheim), die im Aus­schuß des hessischen Tierschutzvcreins eine besonders verdiente Tätigkeit entfaltet haben.

In längerer, gedankenreicher Rede verbreitete sich Schulrat Jung dann über die Ziele des Tierschutzvereins, der nun seit 54 Jahren m Hessen erfolgreich an der Arbeit ist und auch für die Zukunft noch genug zu tun hat, besonders in unserer Zeit, die allzu sehr auf den Rützlichkeits- standpunkt eingestellt sei. Raturbctrachtung nur unter dem Gesichtswinkel des Nutzens oder Scha­dens sei des Menschen nicht würdig, der tiefer in die Zusammenhänge schauen müsseHeimat- schutz und Naturschu tz", das sei eine be­rechtigte Forderung unserer Tage? Daß auch in Hessen mit seiner hochstehenden Kultur der Tier­schutzverein noch nötig sei, das zeige das Ratten- würgen, das der Hundezüchterverein Darmstadt veranstaltet habe, das deshalb verwerflich gewesen, weil es als öffentliche Schauveranstaltung auch von der Jugend besucht war und zu deren weiterer Ver- rohima mit beitragen konnte. Es gelte, die Jugend im positiven Sinne zu erziehen, sie empfänglich zu machen für die edlen Bestrebungen des Ticr- } Kreisschulrat Müller (Bingen) hieß namens des Kreisamtes Bingen willkommen, und Geh. Schulrat Prof. Dr. Volkmar sprach im Auf­trage des Verbandes der Tierschutzvereine des Deut­schen Reiches, dabei mit einer dieser Tage heraus­gekommenen Verfügung des Reichs- ministers des Innern bekannt machend, die die Einführung des Tierschutzes in allen Schulen anordne und als eine T a t zu begrüßen sei.

Mehr als , eine Mitteilung trockener Zahlen und Daten waren der Jahresbericht für 1925, den Prof. Völfina (Darmstadt), der Schrift­leiter der Allgem. Tierschutz-Zeitschrift, erstattete, und die Rechnungsablage für 1925, die der Ge­schäftsführer, Oberrechnungsrat Kratz (Darm­stadt), vortrug. Nachdem die Wunden, die Krieg und Inflationszeit der Tierschutzbewegung geschlagen, langsam wieder vernarbt sind, zeigte sich das Ge­schäftsjahr 1925 wieder im Zeichen des Aufstiegs. Der Landesverein zählt 6689 Mitglieder in allen Provinzen. Die Tierschutzzeitschrift wird in 10 000 Exemplaren verbreitet, auch außerhalb Hessens. Vom Deutschen Tierschutzkalender wurden 1 0 2 000 Stück an die hessische Schuljugend verteilt, außerdem gelangten in sechs Kreisen des Landes (in O b e r t) e f f e n in Lauterbach und Schotten) 1800 Tierschutz Küchlein durch die Kreisschulämter zur Ausgabe. In zahlreichen Eingaben an die Behörden konnte der Vorstand auf die Beseitigung von Mißständen hinwirken, zum größten Teil mit Erfolg. 30 Polizeiaufsichtsbeamte, die sich im Tierschutz besonders eifrig betätigten, sowie 51 weiteren Personen (darunter in größerer Anzahl auch Gießener und Oberhessische Tierfreunde), die sich als treue, liebevolle Tier­pfleger feit Jahren bewährt, sollen durch Diplome und' eine Geldprämie die verdiente Anerkennung finden. Einstimmig wurden im weiteren Verlaufe der Tagung die Mittel für diesen Zweck bewil­ligt. Die Rechnung weist einen Ueberschuß von 1468 Mark auf, der Voranschlag für 1927 sieht 25 100 Mark in Einnahmen und Ausgaben vor. Ueberall im Reiche findet die vorzügliche Organi­sationsgrundlage, die in Hessen durch die uneigen- nützliche Mithilfe der gesamten Lehrerschaft in vor- bildlicher Weise gegeben ist, Anerkennung. Der gute Geschäftsstand des hessischen Vereins machte es auch möglich, daß die Hauptversamm­lung des Allgemeinen Deutschen Tier­schutz v e r e i n s im nächsten Jahre in Darm- stadt stattfinden kann.

Einstimmige Annahme fanden dann die vom Ausschuß gestellten Anträge. Von den ausgeschie- denen oberbessischen Mitgliedern wurden Kreis- schulrat Fischer (Gießen) und Lehrer Fritzel (Gießen) wiedergewählt, für das verstorbene Mit­glied Rektor Storch (Butzbach) tritt Prof. Dr. K r a e m c r (Gießen) in den Ausschuß ein. 600 Mk. wurden zur Anschaffung von Tierschutzschrif- ten bewilligt, die wieder in sechs Kreisen zur Ver­teilung kommen sollen: in Oberhessen kommen dieses Jahr Alsfeld und Büdingen an die Reihe. Auch von Einzelmitgliedern lagen zahlreiche A n - träge vor, die alle zeigen, wie rege das Inter­esse vielerorts an den Bestrebungen des Vereins ist. So wird u. a. gefordert: Anbringung von SchildernSchont die Zugtiere!" an steil ansteigenden Straßen (in Darmstadt sind bereits 10 solcher Tafeln angebracht): Verteilung von geeig­neten Flugschriften in den Schulen; Beschaffung von Plakattafeln zur Anbringung von Tierschutz­schriften: Verbot des Anbindens von Hunden an Fahrrädern und Motorrädern; Errichtung eines Tierpflegehauses in Darmstadt. Soweit nicht schon im Sinne der Anträge vom Vorstand gehandelt worden ist, wurden Vorstand und Ausschuß ein­stimmig mit der weiteren Behandlung des in den Vorschlägen und Anregungen gebotenen Materials beauftragt.

Den Höhepunkt der Tagung bildete der inhalt­reiche Vortrag von Schulrat Müller (Bingen) überTierschutz und Schule". Der erfahrene Schulmann und warmherzige Tierschützer war, wie kaum ein anderer, berufen, in packender Dar­stellung eine Fülle von Anregung zu bieten. Die

Samstag, 25. September 1926

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

ethische Erziehung wird von ihm obenan gestellt; eine finnige, gemütvolle und ästhetische Naturbetrachtung besonders betont. Im Dienste des Tierschutzes können alle Unterrichtssächer stehen, vornehmlich aber Religion, Deutsch und Naturkunde, vorausgesetzt, daß die letztere nicht nach der alten Kopf-Schwanz-Methode", sondern als Lehre vom Leben betrieben wird. Tierpflege ist in den Schulen einzuführen und der Werkunterricht in ihren Dienst zu stellen (Anfertigung von Vogelhäus­chen, Sammeln von Futter für die Wintermonate usw.). Der Tierschutz könne Sache des ganzen Volkes nur dann werden, wenn Erziehung und Unterricht schon bei der Jugend einen tierfreundlichen Sinn zu wecken verstehen.

Tierschutz und Jugend", das war eigentlich das Leitmotiv der ganzen, sehr anregend verlaufenen Tagung, die nicht besser eingestimmt werden konnte als durch die von Binger Schulkindern vorgetragenen tierfreundlichen Gedichte und fein zu Gehör gebrach­ten Chöre, und nicht besser ausklingen konnte, als mit der Vorführung des sehr überzeugenden Films Schützet die Tiere!", der in erster Linie als Jugenfilm gedacht ist und nach und nach hoffentlich in allen Schulen Hessens gezeigt werden wird.

Wirtschaft.

Börse und Geldmarkt.

Der Ultimo, diesmal gleichzeitig Quartals- wechscl, rückt langsam heran und prägt dem Börsengeschäft seinen Stempel auf. Wenn auch nicht die Befürchtung besteht, daß mit Ueberraschungen bei der Prolongation zu rechnen ist, so wird doch angenommen, daß die Geldsätze an diesem Herbsttermin eine erhebliche Ver- steifung erfahren und die Beteiligung des Publi­kums am Geschäft vorübergehend im Zusammen­hang mit der Abwicklung von Verpflichtungen aus anderen Geschäften geringer wird. Diese Erwägungen veranlaßten die Spekulation dazu, von neuen Engagements per Ultimo September abzusehen. Die Geschäftstätigkeit an der Berliner Börse wurde daher in den letzten Tagen immer ruhiger, und wird wohl auch in der kommenden Woche von der gleichen Lustlosigkeit beherrscht werden. Der kleine Geschäftsumsang sogar führende Terminaktien können zum Teil nur auf Grund der Mindestumsähe von ca. 6000 Mk. nominell notiert werden hat naturgemäß ein Abbröckeln der Kurse zur Folge, da schon unbedeutende Verkäufe auf die Tendenz drücken. Die während der letzten Tage an den Markt ge­kommenen Abgaben dürften, soweit sie aus Publi­kumskreisen stammen, zu Geldbeschaffungszwecken zum Ultimo getätigt worden sein, während an­dererseits für eine notleidend gewordene Bank- finna Glattstellungen stattfanden. Trotz der rück­läufigen Tendenz kann daher, wie diese Motive zeigen, nicht von einem Stimmungsum­schwung gesprochen werden. Sowohl die Speku­lation als auch die auswärtigen Wertpapier- besiher halten in Erwartung günstigerer Dotierungen an ihrem Besitz fest. Die Aus­führungen der Großbanken in ihren Wochen- und Monatsberichten erscheinen geeignet, diese Auffassung zu unterstützen. Die Deutsche Bank stellte kürzlich wieder fest, daß sich die freund­lichere Perspektive der Wirtschaft nicht irgendwie getrübt hätte und der Stillstand der Aufwärts­bewegung alsVerdauungspause" aufzufassen sei. Die Discontogesellschaft äußerte sich nicht anders. Beide Institute machten im Gegenteil auf die Aussichten bestimmter Spezialwerte aufmerksam. Die Deutsche Bank ließ sich des näheren über den Markt der Auslandrenten aus, der iowischen unter Führung von rumänischen, tür­kischen, ungarischen, serbischen und bulgarischen Werten bei belebtem Verkehr namhafte Kurssteigerungen zu verzeichnen hatte. Die in unsere Berichtszeit fallende zeitweise, Auf­wärtsbewegung der Bankaktien, die damit Höchstkurse erreichten, mag dem Charakter dieser Papiere als Rentenwerte zuzuschreiben fein, da die Aktionäre gerade von den Bankaktien eine gleichmäßige und gute, möglicherweise wohl auch steigende Verzinsung erwarten können. Diesen Charakter der Bankaktien hat die Discontogesell­schaft nicht mit Unrecht hervorgehoben. Bei Beurteilung der Bankenhausse darf aber ferner nicht vergessen werden, daß gegenwärtig die Bezugsrechte auf die jungen Aktien der Dresdner Bank und der Discontogesellschaft no­tiert werden und die Banken ein Interesse daran haben, einer evtl. Verflauung entgegenzutreten. Was das neueste Ereignis des Börsenlebens, die Kriegsanleihe-Hausse betrifft, so sei darauf hingewiesen, daß dieses Papier auch schon früher ein beliebtes Spekulationsobjekt war, wenn am Markt der Dividendenwerte eine zeitweilige Flaute oder Geschästsstille eintrat. Diesmal ver­hält es sich kaum anders. Die Börse glaubte, mit ihrer Phantasie an den Stellen einsehen zu können, die auf eine irgendwie geartete Besser­stellung der Kriegsanleiheneubesiher oder die Einräumung bestimmter Rechte bei der kommen­den Reichsanleihe hindeuten. Positive Anhalts­punkte hierfür sind vorläufig nicht vorhanden. Es muß auch bezweifelt werden, daß an den Bestimmungen des Aufwertungsgesehes noch ir­gendetwas geändert wird, da sich die Wirtschaft nun auf dieses Gesetz eingestellt hat.

Am Geldmarkt herrscht zurzeit ein st a r° k e s Angebot an Tagesgeld, das im wesentlichen aus der umfassenden Vorbereitung für den Ultimo herrühren dürfte. Die großen, demnächst zur Auflegung gelangenden A n s - landanleihen werden dazu beitragen, diese Tendenz zu erhalten. Die Billigkeit der Geld- sähe wird aber in den nächsten Tagen eine Aenderung erfahren. Monatsgeld bleibt im Gegensatz zu dem kaum unterzubringenden Tages- gelb lebhafter gefragt. Der Sah von 5,75 bis 7 Prozent galt auch für erste Adressen. Soweit sich bisher ,übersehen läßt, wird die Effekten- prolongation wahrscheinlich in dem gleichen Umfang vorgenommen werden, wie dies am Mediotermin der Fall war. Der Zins zeigt gegenüber der letzten Liquidation jedoch eine Anspannung, auch gegenüber dem August-

ultimo. Prolongationsgeld stellt sich auf etwa | durchweg

waren

Saturn:

279,5-

i 198,7*

86

Berlin, 24 Scptbr.

124.5

127

113.5

164,75

158,9*

Banknoten. (Ohne Gewähr.)

um 1 Prozent befestigen. Bevorzugt ektroaktien unter dem günstigen

84

9.75

28.5

41

181

91,5

278.5*

106

58

114

163

158.5*

155

125,25 cs

278*

106.12

114

verkehr blieb umscchlos. Becker Stahl 32, Drown Boveri 132, Entreprise 8,5, Frankfurter Handelsbank 85. Growag 60, Ufa 39 Proz. 3m späteren Verlauf nahm das Geschäft allgemein er­heblich ab, die Stimmung blieb aber freundlich. Etwas Interesse erhielt sich für einige Spezial­werte, die um Bruchteile von Prozenten anzogen. Am Geldmarkt stellte sich Tagesgeld auf 4V2, Monatsgeld 5/2 bis 7' Proz. je Adresse. Im Devisenverkehr lagen die Haupt­valuten ziemlich unverändert. Paris-London 174, Brüssel 181,25, Mailand 132, London-Kabel leicht abgeschwächt 4,8537.

66,5 I

128 I

124,9 |

85

81,9

7,5 Prozent, wozu aber noch einige Unkosten kommen. Am Wechselmarkt halten sich die Um­sätze in engen Grenzen. Am Privatdiskontmarkt soll man in dieser Woche eine Ermäßigung der Rotiz für lange Sicht um 0,12 Prozent in Aus­sicht genommen, hiervon aber zunächst abgesehen haben.

Devisenmarkt BerlinFrankfurt a. M.

Telegraphische Auszahlung.

(Ohne Gewahr.)___________

heimischen Renten waren anfangs lebhaft gefragt und Schutzgebiet unceränöert. Am ausländischen Renten

17

148

95

56

2.8

180

72,5

91,4

* Drei- bis vierfache Ueberzeich- nung der Siemens-Anleihe in Neu- york. Die gestern in Neuyork aufgelegte Anleihe des Siemcnskonzerns wurde dreifach bis vierfach überzeichnet. Die Bücher wurden unmittelbar nach Eröffnung geschlossen. Zahlreiche Zeichnungsauf- träge aus allen Teilen der Vereinigten Staaten sowie aus Kanada und Europa lagen vor.

Börsenkurse.

______________(Ohne Gewähr.)

157.5*

155*

136,5*

198,1*

83,75

80,5

41,75

40

festigt. Von Kriegsanleihe leicht erhöht. Markt der nahm die

95,25

57,5

3.25

179,5

72

90.4

Geschäftstätigkeit wieder einen größeren Umfang an, doch konnten wesentliche Steigerungen nicht erreicht werben. Der Frei-

Eindruck des Erfolges der Siemens-Anleihe in Reuyork, Kohlenaktien wie Köln-Aeuessen, Harpener und Rheinische Braunkohlen infolge der immer weiteren Hinauszögerung der Ver­ständigung im englischen Bergbau, sowie Bank­aktien, von denen Darmstädter vorangingen und auf 228,25 Prozent anzogen. Daneben ent­wickelte sich lebhaftes Geschäft in einzelnen aus­ländischen Renten, so in Bosniern, Russen und Ungarischer Kronenrente, während Türken und Anatolier leicht zurückgingen. Von heimi­schen Renten gingen Kriegsanleihe mit 0,525 und Schutzgebiet mit 7,2 um. Das Publikum blieb dem Markt im wesentlichen fern, so daß auch die Kauflust der Spekulation späterhin nachließ. Lebhafte Beachtung fand die Lage am Geld­märkte, wo bisher noch keine Versteifung der Sähe eingetreten ist. Die Versorgung mit Tages­geld blieb ungewöhnlich reichlich und der Sah mit 3 bis 5 Prozent unverändert. Monatsgeld 5,75 bis 7 Prozent. Im Devisenverlehr hatte Mailand anfangs eine starke Abschwächung bis auf 135 gegen London zu verzeichnen, später­hin erholte sich der Kurs auf 134. London ging gleichfalls zurück und verschlechterte sich gegen Kabel auf 4,8527. Die übrigen Valuten waren nicht wesentlich verändert.

frankfurter Börse.

(Eigener Drahtbericht desGießener Anzeigers"^

Frankfurt a. M., 25. Sept. Tendenz: Fest. Die Aussichten auf das Zustandekommen der internationalen Rohstahl-Ver­einigung waren geeignet, die Zuvers i cht der Spekulation günstig zu beeinflußen. Im Hinblick daraus eröffneten die Aktienmärkte auf Deckungsläufe und einige Meinungskäufe in durchweg befestigter Stimmung. Im Vorder­gründe standen Montanwerke, von denen Harpener und Rheinstahl den Vorzug genossen. Harpener waren bis auf 166 Prozent gesteigert, Rheinstahl plus 1,5 Prozent, Rheinische Braun­kohlen plus 1 Prozent. Kaliwerte erzielten eben­falls gute Besserungen. Von Chemiewerten stan­den I. G. Farben in lebhafter Bewegung und konnten über 1 Prozent anziehen. Starke «Steige­rungen wiesen die Werte des Metallbank- KonzernS auf. Scheideanstalt plus 2,5 Proz., Metallgesellschaft plus 2 Proz. Clektro­aktien > gleichfalls befestigt. Schlickert plus 0,75 Prozent, Felten plus 1,75 Prozent, AEG. plus 0,5 Prozent; der Erfolg der Siemens-An­leihe in Amerika wirkte sich bei diesem Papier nicht kursmäßig aus. Gute Besserungen konnten Bankaktien verbuchen. Commerzbank plus 0,75 Prozent, Deutsche plus 1 Prozent Dresdner plus 0,5 Prozent, Darmstädter plus 0,12 Prozent. Schiffahrt saktien lagen fest, besonders 2lordlloyd plus 1,25 Prozent, Hapag plus 0,62 Prozent. Von Motorenwerten konnten Kleher weiter um 1 Prozent anziehen. Bau­st o f f a k t i e n gehalten. Holzmann plus 1,25 Prozent. O e I a f t i e n neigten eher zum Rach­geben. Von Zellstoffaktien zogen Wald- hof 1 Prozent an. Zuckeraktien leicht be*

Berliner Börse.

(Eigener Drahtbericht desGießener Anzeigers".)

Berlin, 25. Sept. Die Samstagbörse er­öffnete bei Wochenschluh auf Meinungskäufe in verschiedenen Spezialwerten an den Aktienmärkten verhältnismäßig lebhaft und in freundlicher Haltung. Die ersten Kurse konnten sich fast

5% Deutsche RcichSanlethe 4% Deutsche Reichs anleihe .

3Vi% Deutsche ReichSanleih« 3% Deutsche Reichsanleibe Deutsche Svarprämienanleih« 4% Preußische KonsolS . 4% Hessen 3W« Hessen 3% Heuen Deutsche 53ertb. Dollar-Anl. dto- Doll-Schatz-Anweilug.*!

4% Zolltürken

5% Toldmerikaner ... -

Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- and Pnvat-Bank Darmst- und Nationalbank . Deutsche Bank.........

Deutsche BcreinSbank .... Disconto Commandit .... Metallbank...........

Mitteldeutsche Tredttbank. - Oesterreichische Crcditanstalt. Weltbank

Bochumer 'Suß .......

Buderus Caro Deutsch-Luxemburg Gelsenkirchener Bergwerke. . Harpener Bergbau Kaliwerke Aschersleben.... Kaliwerk Westeregeln .... Laurahüttc Oberbcdarf . . . Pbönir Bergbau . Rheinstahl Riebeck Montan Tellus Bergbau Bereinigte Stahlwerke A.-G Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llobd ... Theramische Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann .....

Anglo-Cont.-Guano . . . . Chemische Mayer Alapin . . I. G> ^arbenindustrie, A.-G. Goldschmidt..........

Holzverkohlung Riitgerswcrke Scheidcanstalt Allg. ElektrizttätS-Tesellschaft Bergmann ..........

Matnkraftwcrke ....... Schuckert . . ........ Siemens & Halske .....

Adlerwerke Kleyer ..... Daimler Motoren. ..... Heyligenstaedt......... Meguin.............

Motorenwerke Mannheim

Frankfurter Armaturen . . . Konservenfabrik Braun . . . Metallgeselychaft Frankfurt. Pet. Union A.-G. ...... Schuhfabrik Herz Sichel Zellstoff Waldhof Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerrabrik Waobäulel . . .

Amerikanische Note» . . ...

Belgische Noten .......

Dänische Noten ........ Cnglische Noten ....... Französische Noten Holländische Noten italienische Noten......

Norwegische Noten ..... Deutsch-Oesterr., äioo Kronen Rumänische Noten......

Schwedische Noten ..... Schwerer Noten ..... Spanische Noten ....... Tschechoslowakische Noten . .

Ungarische Nokeo

103.5 -

136.5 137.25

198,75 ! 198,75

95

278.5* 1UG.5

114,75

I 159'

156,1*

Büchertrsch.

Europäische Gespräch e". Ham­burger Monatshefte für Auswärtige Politik, herausgegeben von Dr. A. Mendelssohn Bar­tholdy. «Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart- Berlin.) Das Augustheft der Zeitschrift beweist neuerdings ihr erfolgreiches Bestreben, zur deut­schen Tribüne für die Diskutierung außenpoli­tischer Fragen zu werden. In einem Aussatz Russische Rückversicherung" entwickelt derReichs- tagsabgevrdnete Professor B r e d t die Bedenken, die die deutschen Rechtsparteien seinerzeit gegen die Locarno-Politik und den damit verbundenen Eintritt in den Völkerbund empfunden haben, die sie aber nunmehr durch den Vertrag mit Rußland behoben sehen; der Rückschlag in Genf erscheint in diesem Zusammenhang geradezu als ein Glücksfall, insofern er uns den Abschluß des Russenvertrags erleichterte. Wichtig ist die Parallelisierung dieses Vertrages und des Bis- marckschen Rückversicherungsvertrages, mit dem Rachweis, daß der Russenvertrag mit den Bin­dungen des Völkerbundes ebenso vereinbar ist wie seinerzeit der Rückversicherungsvertrag mit dem deutsch-österreichischen Bündnis, so daß der Russenvertrag sich in glücklichster Weise in den Rahmen der heutigen europäischen Friedens­garantien einfügt. Der Aufsatz ist somit als Stellungnahme sehr einflußreicher deutscher Kreise von aktuellster Bedeutung für Genf, und er wird für die Bedeutung Rußlands sehr ein­drucksvoll unterstützt durch den in demselben Heft als Dokument gebrachten Bericht von vier englischen Konservativen über Rußland, die ihre Regie­rung dringlich auf die Notwendigkeit eines Ab­schlusses mit Rußland Hinweisen. Als Beitrag zu den ebenfalls höchst aktuellen Verhandlungen über Eupen-Malmedy ist der Aussatz eines Belgiers, Jules Lespes, sehr willkommen, der rüc^altlos die belgischen Gründe für eine Rück­gabe entwickelt.

Frankfurt a.M.

Berlin

5<t)lug»|

1-Uhr-

s-dlutz. 1

Anfang

Kurs 1

Kur,

Kur»

Kurs

24.9.

25. 9.

24.9 s

25. 9.

0.525

0.5287

c.53

0.525

0.505

3,5075

0,49

3,5025

0.497

0.7

0.69

0.29

0,3

0,51

0,5

0,4975

0,485

95,25

100

16.7

16,3

16.7

46.75

-

46.25

218.5

218,6

220'

14(1.2'

141.2*

HO.2*

HO.5'

'27*

228*

227*

225.2*

168,25

169*

>67*

169

-

164*

160,7*

163,7*

161*

137

136

138*

139*

8,8

8,85

8,75

8,6

151*

149.6*

93,75

94,75

93.5

93.75'

85*

86.5

149

148,7*

149,7

163,2'

161

163*

163,2*

164,5*

162.5*

164.9

136

136*

-

142,5

143.5

143,5

144

52.5

53,4

53,25

70.25

72.5

73'

118*

118*

117*

118.1

152,5*

154*

151.7*

154

151,7*

152,5

150,5*

-

138.5

139

163,2*

164*

162.9*

1164,2*

161,5*

162'

161*

1162,5*

24 Scptbr.

25. Scptbr.

Amtliche Notierung

Amtliche Notierung

Geld

Brief

Geld

Brief

A inst.-Ron

168,03

168,45

168,01

168.43

Buen.-AircS

1,704

1,708

1,702

1,706

Brff'Antlv

11,20

11,24

11,21

11,25

Shristiania.

91,92

92,16

91,93

92,17

Kopenhagen

111,40

111,68

111,38

111,66 112,38

Stockholm .

112,10

112,38

112,10

Helsingfors

10,549

10,589

10,549

10,589

Italien. . .

15,30

15,43

15,46

15,51)

London. .

20,351

20,401

20,348

20,398

Neuyork .

4,193

4,203

4,193

4,203

Varis. . .

11,63

11,67

11,67

11,71

Schwei) . .

81,05

81,25

81,03

81,23

Spanien . .

63,72

63,88

63,80

63,96

Japan . . .

2,041

2,045

2,040

2,041

Rio de Jan.

0,633

0,635

0,631

0.633

Wien tnD-- Oest. abgest.

69,18

69,32

59,20

59,34

Prag ....

12,417

12,457

12,41

12,44

Belgrad . .

7,415

7,435

7,415

7,4:5

Budapest. .

5,872

5,892

5,867

5,887

Bulgarien .

3,045

3,055

.,043

3,053

Lissabon

3.475

11,525

21,475

21,525

Danzig. . . Konstantin.

-.1,36

81,56

81,36

81,66

'.193

2,203

2,193

2,203

Athen. . .

4.94

4,96

4,94

4,96

(Sanaba. .

4,193

4.203

4,193

4,203

Uruguay . .

4 205

4.215

4.205

4.215

Geld

Briet

4,178

4,198

11,17

11,23

111,14

111,70

20,325

20,425

11,77

11,83

167,65

168,49

15,43

15,51

91,77

92,23

59.05

59,35

2.15

2,19

111.87

112,4)

80.90

81,30

63,64

63,96

12,385

12,44.

5.845

0.885

2)üTSCHR

OieiNSRKND

1826