Damit war die Gründung des Bezirksverbandes Oberhessen der D. L. A. G. vollzogen.
3n der nun einsehenden Aussprache gab Herr Roth vielerlei Auskünfte und Anregungen und zeigte am Beispiel der ütaöt Darmstadt, welch ersprießliches Wirken bei planmäßiger Arbeit von der D. L. R. G. ausgehen kann.
Es wurde beschlossen, anfangs 1927 mit einer größeren Versammlung vor die Oeffentlichkeit zu treten, in welcher der Vorsitzende des Landesverbandes Hessen der D. L. R. G. sprechen wird. Hoffentlich findet der Gedanke der D. L. R. G. in Gießen sowie in der ganzen Provinz Oberhessen die nötige Beachtung, damit die großen Ziele, die nur im Interesse und im Dienste des Mitmenschen sich betätigen, auch bei uns ihrer Erfüllung nähergebracht werden.
Die landwirtschaftlichen Schulen in Hessen.
Die Zahl der Schüler in den hessischen landwirtschaftlichen Schulen im Winterhalbjahr 1926/27 beträgt, jeweils getrennt nach Uirterllaffe, Oberklasse und Gesamt^chl der Schüler, in Darmstadt 34, 32, 66; in Groß- Gerau 24, 34, 58; in Groß-Umstadt 25, 18, 43; rnHeppenheim 30, 22. 52; inMichel- stadt 24. 16, 40; in Reichelsheim r. O. 17. 15. 32; in Alsfeld 28. 26. 54; in Büdingen 22, 16. 38; in Butzbach 0, 23, 23 (nach einem Beschluß des ersten Ausschusses des Landtages wird der vorjährige Untcrfurfus an dieser Schule in diesem Winter als Oberkursus noch durchgeführt); in Grün berg 27, 27. 54; in Lauterbach 13, 19, 32; in Lich 21. 21, 42; in Ridda 27, 0, 27 (in diesem Jahre neu errichtet); in Alzey 48. 40, 88; in Gau-Algesheim 29, 22, 51; in Mainz 25, 22. 47; in Sprendlingen i. Rh. 18, 24, 42; in Worms 39. 39, 78; Lehranstalt für Obstbau und Landwirtschaft zu Friedberg 32, 31, 63; Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau (gemeinsame Klasse) 60. Die Gesamtzahl der Schüler beträgt 990. Auf eine Schule entfallen im Durchschnitt 50 Schüler.
In Ausführung eines Landtagsbeschlusses wurden die Landwirtschaftsämter und die damit verbundenen landwirtschaftlichen Schulen zu Butzbach und Offenbach mit Wirkung Dom 1. Oktober 1926 aufgehoben. Das Landwirtschaftsamt und Landw. Schule zu Schotten wurde am 1. Oktober 1926 nach Ridda verlegt. Am gleichen Tage wurden in Butzbach, Schotten und Offenbach Landwirtschaftsamts-Außenstellen errichtet.
Darmstadt baut eine Festhalle.
* Darmstad t, 23. Dez. (Eigener Drahtbericht.) Die Stadtverordnetenversammlung bewilligte gesterit den städtischen Beamten eine Winterbeihilfe. Sie beschloß, nicht der Landesregelung zu folgen, sondern übernahm die Reichssähe; es werden also auch die Gehaltsgruppen 7 bis 12 eine Beihilfe erhalten. Ferner genehmigte die Stadtverordnetenversammlung die Pläne für die Errichtung einer Fest Halle, und bewilligte hierfür einen Kredit von 300 000 Mk. Im kommenden Jahre finden hier eine große Ausstellung der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft und das Kreisturnfest des Mittelrheinkreises der Deutschen Turnerschaft statt; 1928 wird ein Musik- f e st und 1930 eine Gewerbeausstellung hier abgehalten. Da die Stadt keine geeignete Festhalle besitzt und der städtische Saalbau sich schon bei den üblichen Veranstaltungen als zu klein erweist, will man tue Fest Halle bauen. Die Halle soll auf dem Exerzierplatz in der Rahe des Hauptbahnhofes errichtet und vorwiegend in Cisenkonstruktion, aber auch unter Verwendung von Holz ausgeführt werden. Sie soll 100 Meter lang und 50 Meter breit werden.
Historischer Verein für Hessen.
* Darmstadt, 22. Dez. Dec Historische Verein für Hessen hielt in Darmstadt seine Hauptversammlung ab. Rach dem Jahresbericht, den Direktor Dr. Dietrich erstattete, nahm der Verein seit dem letzten Jahre an Mitgliedern zu. Der Verein hat mehrere wissenschaftliche Ausflüge unternommen, darunter einen zweitägigen nach Sprendlingen in Rheinhessen; in gleicher Weise soll jm nächsten Jahre Ingelheim besucht werden. Die Herausgabe mehrerer wissenschaftlicher Schriften wurde vom Historischen Verein unterstützt. Der zweite Vorsitzende, Archivrat Dr. H e r r m a n n, berichtete über die Abteilung für hessische Kirchengeschichte. Der achte Band der „Beiträge zur hessischen Kirchengeschichte" liegt jetzt vollendet vor. uni) das erste Heft des neuen Bandes erscheint demnächst. Die Vereingung für Hess. Kirchengeschichte feierte in diesem Jahre ihr 25jähriges Bestehen in Friedberg. Die Zeitschrift des Historischen Vereins „Volk und Scholle" hat jetzt über 300 Bezieher. Aus dem geschäftlichen Teil der Verhandlungen ist mitzuteilen, daß der Vorstand wiedergewählt wurde.
Schöffengericht Gießen.
* Gießen, 20. Dez. Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit wurde gegen einen bereits wegen Blutschande vorbestraften Maurer in Billertshausen wegen Sittlichkeitsverbrechens vorhan- delt. Er hatte sich wiederholt an einem dreijähriger: Enkelchen vergangen. Strafe; 1 Jahr 8 Monate Zuchthaus, 5 Jahre Ehrverlust.
Eine große Erpresseraffäre beschäftigte heute das Gericht. Einem Eisenbahner, der auf verborgenen und verbotenen Liebespfaden zu wandeln pflegte, wurden von einem hiesigen Händler unter allerlei Drohungen und Beeinflussungen nach und nach 2300Mk.abgenommen, die er sich bei verschiedenen Kreditinstituten unter erheblichen Schwierigkeiten borgen muhte. Als er fast am Ende seiner Rervenkraft und finanziellen Leistungsfähigkeit stand, vertraute er sich einem Vorgesetzten an, der Anzeige veranlaßte. Die zeitweise unter Ausschluß der Oeffentlichkeit stattfindende Verhandlung, in der gegen 30 Zeugen zu vernehmen waren, endete mit Verurteilung des Angeklagten zu 9 Monaten Gefä n g nis.
Wegen Einbruchsdiebstahls bzw. Hehlerei wurden schließlich noch zwei polnische Arbeiter zu 1 Jahr 3 Monaten bzw. 4 Monat en Gefängnis verurteilt.
Wirtschaft.
• Dörsenruhetage in Frankfurt am Main. Am Freitag, den 24. Dez., bleibt die Wertpapierbörse zu Frankfurt a.M. für jeden Verkehr geschlossen. Am Freitag. 31. Dez. 1926. findet die Wertpapierbörse von 11 bis 1 Uhr wie an den Sonnabenden statt. Die Abendbörse fällt an diesem Tage, wie gemeldet, aus.
• Erhöhung der Kalipreise. Der Reichskalirat beschloß in seiner gestrigen Sitzung u. a. unter Stimmenthaltung der Arbeitnehmer und Angestellten einstimmig die Erhöhung der Kalipreise im Durchschnitt um 9.5068 Prozent mit Wirkung vorn 23. Dez. 1926. Die Verteilung der Erhöhung erfolgt so, daß die Preise einzelner Salzsorten mit geringeren, andere mit höheren Zuschlägen festgesetzt sind.
* I.-G -F arbenindustrie AG , Frankfurt a.M. Wie wir hören, hat die I. G. Farbenindustrie AG. aus dem Besitze der AEG. die Grube „Auguste" bei Bitterfeld erworben, um den Kohlenabbau ihrer benachbarten Gruben schaftlicher zu gestalten.
Sötlenfurle.
Frankfurt a.M.
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U.75Ö 0 68
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—
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—
Berliner Handelsgesellschaft.
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Cammer;- und Privat-Bank.
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Tarmst. und Nationalbank .
261
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Deutsche Bank. .......
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Diskonto Commandit ....
176
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Dresdner Bank........
168 5
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175
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175
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1-1
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172
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—
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240
—
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194
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—
IW
181.25
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115,5
—
—
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—
148
146
147.4
Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Lloyd.....
160,5
165.5
161,5
162,5
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165,75
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Clietamische Werke Albin . .
—
—
—
—
Zementwerk Heidelberg . . .
131.7.5
—
—
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163
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—
—
105.5
Chemische Mayer Alabin. . .
—
—
—
Goldschmidt..........
143
—
140,25
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Holzverkohlung.........
G. Jarden-Jndnstrie. . . Rütgcrvwerke.........
72,25
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319,75
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—
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Scheideanstalt.........
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-
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158
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158
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152
—
151,5
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Licht und Kraft........
—
158.5
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120
—
—
Schuckert............
Siemens & Halske ......
158.5
162,5
159.9
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196,75
198.5
195
199.4
Adlcrwcrke Kleyer ......
110,75
111,5
109,62
HD
Daimler Motoren. ......
88
87
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.37,5
—
Meguin.............
51,5
—
52
Mannheimer Motoren ....
—
—
42
-
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16
•
—
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—
Metallgeselvchaft Frankfurt.
179,25
—
—
Pet. Union A.-G........
124
—
124.5
—
Schnwabrik Herz ......
6?
—
57.12
—
Sichel..............
—
—
4.5
—
Zellstoff Aschaffenburg....
Zellstoil Waldhof.......
150.5
233
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103
124,4
130
104
128,5
—
Devisenmarkt Berlin Telegraphische
—Frankfurt a. M. Auszahlung.
22. Dezbr.
23. Dezbr.
Ämtliche Geld
Noti.rmtg Briet
Amtliche Notierung
Gels i Brief
Amst-' Rott Bucn.-Aires Brff.-Antlv Christiania. Kopenhagen Stockholm . HelsingforS. Italien. . . London. . . Neuyork . . Paris. . .
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Japan . .- Wo 6e Jan Wien in D-- Ceft. abgcsi Prag . . . Belgrad .
Budapest. . Bulgarien Lissabon . Danzig. . . Konstantin. Athen. . .
Canada Uruguay. - Cairo . .
167,67 1,731
58,34
105,42
111,74
112,06
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1.1935
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Berlin. 22 Dezbr
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Frankfurtc
Frankfurt. 23. De An der letzten Börse vo die Sttmmung a 11 g e m Momente lagen nicht vor, latton noch Glattstellung stehender Baisse-Engagem die Aufwärtsbewegung ginn ter Börse standen tan afticn im Dordergr deutsche Credit, die 4,5 Pi Dank plus 3 Prozent, aktien konnten sich um
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- Fest. — riagen war Besondere die Speku- ngerem beim, dadurch Zu De- n d M 0 n - Hem Mittelen, Deutsche n Bank- Vrvzent bc-
festigen. Arn Montanmarkt war ein Umtausch von Ilse-Stammaktien gegen Ilse-Denuß- scheine zu beobachten, so daß Genüsse bis 7 Prozent gesteigert waren, während sich Stammaktien um ca. 2 Proz. abschwächten. Im übrigen gewannen Mannesmann 4.5, Harpener 2,25 Proz. die Werte der Rhein-Elbe-Union 2 Proz. Kaliaktien lagen uneinheitlich Westeregeln minus 2 Prozent, Aschersleben plus 1,75 Prozent. Don Schiffahrtsaktien waren Rordllohd und Hapag um je 2,5 Prozent befestigt, da die Freigabebill tem amerikanischen Senat nunmehr zugegangen ist. Petroleum-Aktien setzten ihre Aufwärtsbewegung fort. Rutgerswerle plus 1.75 Prozent. Am Chemiemarkt befestigten sich I. G. Farben um 2 Prozent. Elektrowerte durchweg lebhaft und höher. Schuckert plus 2,5 Prozent, Lahmeyer plus 2 Prozent. Am variablen Markt zogen M a s ch i n e n w e r t e auf die Preiserhöhung^der Eisengießereien an. Auto- Aktien nur mäßig erhöht. Infolge günstig er Konjunkturnachrichten lagen Bauaktien außerordentlich fest. Zement Heidelberg plus 4 Prsz., Holzmann plus 2Prcz., Dyckerhosf plus 2 Proz. Zellstofs-Attien imDeränberL Auf die Abschlußm.t- teilung lagen die Werte des Metallbanckonzerns fester. Metallgesellschaft plus 4 Proz., Metallbank plus 1 Prozent. Der heimische Anleihemarkt lag ruhig, aber behauptet. Im weiteren Verlaufe wurde das Geschäft und die Tendenz schwankend. Die favorisierten Werte gaben bis zu 2 Prozent nach. Am Geldmarkt hat sich infolge großer Industrie- und Kommunal- Anforderung die Lage versteift. Tagesgeld erforderte 6 Prozent, MonatSgeld 7 Prozent für erste Adressen, und 8 bis 8' Prozent für zweite Adressen. Im Devisenverkehr traten keine besonderen Veränderungen ein. London-Paris 122.—, Mailand gegen das Pfund 108.25. Die Reichsmark stellte sich auf 20,3625 gegen Londost und 4.1975 gegen Kabel guj befestigt.
Berliner Börse.
Berlin, 23. Dez. Die feste Stimmung der letzten Tage übertrug sich auch auf die heutige Börse, der jetzt eine dreitägige Unterbrechung, des Cffektenverkehrs folgt. Ein weiteres Entlastungsbedürfnis war nach der vorübergehenden Abgabeneigung zu Beginn dieser Woche nicht mehr vorhanden, dagegen eine wachsende Unternehmungslust der Spelulation in verschiedenen Spezialwerten festzustellen, die in fester Haltung eröffneten und damit der ®c- famt&örfc die Tendenz vorzeichneten. An der Spitze standen bei den Kurssteigerungen B a n k- a k ti e n, vor allem Bayerische Hypothekenbank (plus 6 Proz.) und Bayerische Vereinsbank. Die Berliner Bankaktien zogen um etwa 3 Proz. an, Mitteldeutsche Credit plus 4,5 Proz. Arn Montan m a r f t hatten Mannesmann reges Geschäft zu verzeichnen und konnten sich um 7 Proz. befestigen. I. G. - Farben wurden mit 319,5 Prozent gehandelt. Ba uaktien sehr fest. Elektroaltien unter Führung von AEG. und Siemens weiter befestigt. Die durchschnittlichen Kursgewinne betrugen 1,5 bis 2 Proz., vielfach auch 3 Proz. Der heimische Rentenmarkt war nur wenig verändert. Am Geldmarkt war Tagesgeld zu 4V2 Proz. gefragt, für Monatsgeld mußten 71/« bis 8V2 Proz. angelegt Werdern Im D ev isenverkehr lag der Dollar international schwächer. Das englische Pfund konnte sich gegen Kabel befestigen, ebenso die Reichsmark. Paris und Mailand holten die gestrige Abschwächung wieder ein.
Franksurtrr tz-etrcidcbö.se.
Frankfurt a. M., 23. Dez. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer. 29,25 bis 29,50; Roggen, inländ., 24,50; Sommergerste für Drau- zwecke 25 bis 26,50; Hafer, inländ.. 19 bis 19,50; Mais (gelb) 19,50; Weizenmehl, inländ., Spezial 0 41 bis 41,50, Roggenmehl 35 bis 36; Weizenkleie 11,50 bis 11,75; Roggenkleie 12. Tendenz: Fest.
Berliner Produktenbörse.
Berlin, 22. Dez. Die recht beträchtlich, gesteigerten nordamerikanischen Getreidepreise wirken sich im Berliner Produktenhandel naturgemäß in unnachgiebigen, zum. Teil sogar erhöhten Forderungen, und andererseits in kleinem Angebot aus. Die Aufnahmeneigung war aber zu erhöhten Kursen nicht allzu umfangreich. Die vorletzte Börse vor den Festtagen eröffnete im Terminhandel für Weizen 1,50 Mark, für Roggen 2 Mark fester, für die starke Aufwärtsbewegung des festeren war die anhaltende Deckungsfrage ausschlaggebend. Gerste behält für geringe Qualitäten ruhige Geschäftslage, während die knappen ersten Sorten gefragt bleiben. Aehnlich ist der Hafermarkt. Von Hilfsfutter- stoffen, Kleie und Kartoffelflocken behauptet, im übrigen still. 3m Mehlgeschäst zeigt sich, abgesehen von vereinzelten Umsätze:: in Roggenmehl, keine größere Belebung. Es tourten notiert für 1000 Kilo: Weizen, märt., 262 bis 267; Roggen 233 bis 238; Sommergerste 217 bis 245; Wintergerste 192 bis 205; Hafer, märt., 175 bis 185; Mais (loko Berlin) 194 bis 197; für 100 Kilo: Weizenmehl 34,75 bis 38; Roggen- mehl 32,75 bis 34,50; Weizenkleie 13; Roggen- fleie 11,80 bis 12; Viktoriaerbsen 51 bis 61; kleine Speiseerbsen 31 bis 33; Futtererbsen 21 bis 24 Peluschken 20 bis 22; Ackerbohnen 21 bis 22; Wicken 22 bis 24; Lupinen (blau) 13,50 bis 14,50; Lupinen (gelb) 14,50 bis 15; Serradelle (neu) 21 bis 23,50; Rapskuchen 16,40 bis 16,50; Leinkuchen 20,80 bis 21,20; Trockenschnitzel 9,60 bis 9,80; Soyaschrot 19,30 dis 19,90- Kartoffelflocken 26.80 bis 27,20 Mark.
Büchertisch.
— Noch gerade rechtzeitig zum Weihnachtvsest erschien bei N. G. Elwert in Marburg eine prächtige Veröffentlichung über die Stadt „Alsfeld" ddq Dr. ferner Meyer-Barkhausen. (Preis 4 Mk.) Der Verfasser hat es verstanden, .gerade die reizvollen und malerischen Gesamt- und Einzelblicke sowie bie reiche Plastik und Architektur der Stadt in ausgezeichneten Aufnahmen darzustellen. Das Heft enthält 91 Abbildungen, 7 Pläne und 56 S. Text. Ohne Zweifel wird gerade die.se Veröffentlichung, die das erste Heft der Serie „Alte Städte in Hessen" bildet, besonderem Interesse begegnen.
857
— Baron Hermelin: Dor Prinz auf Wiereland (Verlag Hugo Eteinih, Berlin W 35). Was hier an „Erlebtem" und ..Erlauschtem" zusammengetragen ist, ist ein Schlüsselroman um die Person des ehemaligen deutschen Kronprinzen, mit einem reichlichen Schuß Sentimentalität und einem Wirrwarr von Anekdotenhaftem und Historischem, aus dem sich beim besten Willen kein ernsthaftes Bild über die Persönlichkeit des Kronprinzen gewinnen läßt. 657
— Der Ehrenbürger. Roman von Heinz Welten. (Universitas Deutsche Verlags-A. G.. Berlin.) - Ein Buch, das der Verfasser als „Roman Dp:: Spitzbuben und anderen ehrlichen Menschen" bezeichnet. In der Handlung kommen die heutzutage vielfach kunterbunten Verhältnisse auf Grund feine: Beobachtungen scharf heraus. Das Milieu der Kleinstadt ist dabe. mit glücklichen Strichen gezeichnet. Die mit feinem Humor gewürzte Erzählung bietet eine amüsante Lektüre.
738
— Dr. E. A Schmid. Eine Lanze für Karl May. 2. Auflage. Karl-May-Verlag. Radebeul bei Dresden 1926. — Die erste Auflage erschien vor sieben Jahren zu einer Zeit, wo nach dem zutreffenden Wort des Verfassers Karl Mays Rame schutzlos jeder Verunglimpfung ausgesetzt war. Das hat sich inzwischen geändert, dank Ludwig Gurlitts Schrift: Gerechtigkeit für Karl May und mehr noch dank der tapferen und geschickten Tätigkeit des Verfassers ter „Lanz?". Diese selbst enthält freilich weniger eine Apologie Mays, den Hauptinhalt der Kampfschrift bildet die urkundlich belegte Darstellung des erfolgreichen Vorgehens des Verfassers gegen die (von Hintermännern veranlaßte) unerhört verunglimpfende 'Lebensbeschreibung Mays aus der Feder eines gewissen Kle'mberg im „Deutschen Rekrolog". Der sachlich scharf, persönlich in vornehmster Form geführte Kampf, der damit endete, daß der Verleger die Schmähschrift zurückzog, ist ein Musterstück deutscher Polemik und de Schrift darum in hohem Maß fesselnd auch für die, denen Karl May und das „May-Probl^w" gleich- gültig ist. E
— 100 Kreuzwort- und andere Rätsel. Verlag C. F. Pilger LCo., Berlin SW 48. Das Bändchen kommt mit seiner Sammlung neuer Rätsel, worunter jene vom Kreuzwort den breitesten Raum einnehmen, einem ausgesprochenen Bedürfnis unserer Zeit gefällig entgegen und darf als ein anregender Zeitver- fteiber gelten. Wer alles geraten hat, was einige Zeit in Anspruch nehmen dürfte, kann sich hernach zur Belohnung im Anhang vom Erfolg seiner Bemühungen und der Richtigkeit überzeugen. Aber es ist einige Vorsicht geboten, worauf ein launiges Vorwort den „lieben Löser" aufmerksam macht: Der Kanton in der Schweiz muß z. B. nicht immer „Uri“ fein, zum Glück gibt es auch noch andere. Ein Infekt ist nicht stets, wie du aus anderen Rätseln bestimmt schon weißt, die „Imme" und als Erfinder braucht „Edison" nicht unbedingt richtig zu fein. Also Vorsicht... 722
Den Freunden des Verlags F. A. Drockhaus (Sechste Folge 1926 27; Drockhaus, Leipzig) ist ein reichhaltig illustrierter Almanach gewidmet, der einen guten Ueber» blick über die vom Verlage im letzten Jahre geleistete Arbeit und die von ihm herausgebrach- ten Bücher — vorwiegend populär-wissenschaftlichen Inhalts — vermittelt; auf eine Reihe von ihnen, meist interessante Reisebeschreibungen, haben wir schon früher hingewiesen. 854
— Das Inselschifs. Eine Zeitschrift für die Freunde des Inselverlags. 8. Jahrgang Nr. 1. Weihnachten 1926. Insel-Verlag, Leipzig. — Dies ist eine Gabe für literarische Feinschmecker, ein recht weihnachtlicher Führer zum schönen und guten Buch; hier findet man ausgewählte Proben von dem, was der Verlag neuerlich publiziert hat; z. B. Szenen aus Max Mells feinem „Apoftelfpiel"; Uebertragun- gen Albrecht Schaeffers aus dem Chinesischen („Eisherz und Edeßaspis") und dem Spätlateinischen (Apulejus, „Goldener Esel"); Goethesche Aphorismen; einen Nachruf des Grafen Gobineau auf Stendhal; Erinnerungen Stefan Zweigs an gemeinsame Stunden mit Emile Verheeren und manches andere. Alles von Wert und Dauer, einiges auch mit guten Bildern geschmückt, das Ganze tadellos gedruckt, gediegen ausgestattet und dargeboten. Die Umschlagzeichnung stammt von Emil Preetorius.
-- „Europäische Gespräch e". Hamburger Monatshefte für Auswärtige Politik, herausgegeben von Professor Dr. A. Mendelssohn ausgegeben von Professor Dr. A. Mendelssohn- Bartholdy. (Stuttgart. Deutsche Verlags-Anstalt.) 4. Jahrgang. Doppelheft XI XII. Rovember Dezember 1926. — Die Europäischen Gespräche beschließen ihren vierten Jahrgang mit einem eindrucksvollen Doppelheft. Sir Frederick Whyte, ter als Präsident der indischen Gesetzgebenden Versammlung den Geist des Orients kennen gelernt hat, wendet sich in einem Aufsatz „Asien, und Europa im 20. Jahrhundert" gegen das Schreckgespenst einer drohenden asiatischen Gefahr und erhofft vielmehr einen Fortschritt der Welt davon, daß Asien seine ureigenen Kräfte wiedererweckt. Vom Standpunkt des Europa- Polittkers dagegen untersucht Franz Carl Enders, „was Europa im türkis-griechichschen Krieg an Asien verloren Ijai", und fordert, daß wir unS auf das gemein-europäische Interesse besinnen und jeden Verlust einer europäischen Macht in Asien als eigenen zu empfinden lernen. In ähnlich kontrastierender Weise ergänzen sich die beiden Auffähe „Deutschland und Polen" von tem ehemaligen polnischen Generalkonsul in Berlin Karol Rose, der für Polen die geringere Gefahr und größere Derständigungsmöglichkeit immerhin nach der deutsche:: statt nach der russischen Seite sieht, und von Marcus König, ter unter dem Titel „Polens äußere Politik und innere Einstelllmg" deutscherseits die Schwierig- Feiten der Verhandlung mit Polen darlegt.
Rundfunk-Programm
des frankfurter Senders.
(Aus der „Radio-Umschau".)
Freitag, 24. Dezember:
3 bis 3.30. Die Stunbe der Jugend. 3.30 bis 5: Konzert des Hausorchesters: Weihnachtskonzert. 5 bis 5.45: Übertragung des Geläutes ter Weihnachtsglocken, darunter der Carolusglocke, vorn Franffurter Dom. 5.45 bis 6.15: „Das Spielzeug unserer Kinder", ein kulturgeschichtlicher Streiszug von August Kruhm. 6.15 bis 7.15: »Heilige Rächt". (Sine Weihnachtslegente in oberbayerischer Mundart von Ludwig Thoma. 7.15 bis 9.15: Uebertragung von Kassel. „Wichtelweihnacht". Märchenspiel in drei Abteilungen von Heinrich Ruppel. 9.15 bis 9.45: „Weihnachtsgruß an die fernen Gräber". Vortrag von Franz Geis vom „Dolksbund deutscher Kriegsgräberfürsorge". 9.45: „Ein Winteridhll" von Karl Stieler.
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