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Damit war die Gründung des Bezirksverbandes Oberhessen der D. L. A. G. vollzogen.

3n der nun einsehenden Aussprache gab Herr Roth vielerlei Auskünfte und Anregun­gen und zeigte am Beispiel der ütaöt Darm­stadt, welch ersprießliches Wirken bei planmäßiger Arbeit von der D. L. R. G. ausgehen kann.

Es wurde beschlossen, anfangs 1927 mit einer größeren Versammlung vor die Oeffentlichkeit zu treten, in welcher der Vorsitzende des Landes­verbandes Hessen der D. L. R. G. sprechen wird. Hoffentlich findet der Gedanke der D. L. R. G. in Gießen sowie in der ganzen Provinz Ober­hessen die nötige Beachtung, damit die großen Ziele, die nur im Interesse und im Dienste des Mitmenschen sich betätigen, auch bei uns ihrer Erfüllung nähergebracht werden.

Die landwirtschaftlichen Schulen in Hessen.

Die Zahl der Schüler in den hessischen landwirtschaftlichen Schulen im Winterhalbjahr 1926/27 beträgt, jeweils getrennt nach Uirterllaffe, Oberklasse und Gesamt^chl der Schüler, in Darmstadt 34, 32, 66; in Groß- Gerau 24, 34, 58; in Groß-Umstadt 25, 18, 43; rnHeppenheim 30, 22. 52; inMichel- stadt 24. 16, 40; in Reichelsheim r. O. 17. 15. 32; in Alsfeld 28. 26. 54; in Büdin­gen 22, 16. 38; in Butzbach 0, 23, 23 (nach einem Beschluß des ersten Ausschusses des Land­tages wird der vorjährige Untcrfurfus an dieser Schule in diesem Winter als Oberkursus noch durchgeführt); in Grün berg 27, 27. 54; in Lauterbach 13, 19, 32; in Lich 21. 21, 42; in Ridda 27, 0, 27 (in diesem Jahre neu errichtet); in Alzey 48. 40, 88; in Gau-Algesheim 29, 22, 51; in Mainz 25, 22. 47; in Sprend­lingen i. Rh. 18, 24, 42; in Worms 39. 39, 78; Lehranstalt für Obstbau und Landwirtschaft zu Friedberg 32, 31, 63; Lehr- und Ver­suchsanstalt für Wein- und Obstbau (gemeinsame Klasse) 60. Die Gesamtzahl der Schüler beträgt 990. Auf eine Schule entfallen im Durchschnitt 50 Schüler.

In Ausführung eines Landtagsbeschlusses wurden die Landwirtschaftsämter und die damit verbundenen landwirtschaftlichen Schulen zu Butzbach und Offenbach mit Wirkung Dom 1. Oktober 1926 aufgehoben. Das Landwirtschafts­amt und Landw. Schule zu Schotten wurde am 1. Oktober 1926 nach Ridda verlegt. Am gleichen Tage wurden in Butzbach, Schotten und Offenbach Landwirtschaftsamts-Außenstellen errichtet.

Darmstadt baut eine Festhalle.

* Darmstad t, 23. Dez. (Eigener Draht­bericht.) Die Stadtverordnetenver­sammlung bewilligte gesterit den städti­schen Beamten eine Winterbeihilfe. Sie beschloß, nicht der Landesregelung zu folgen, sondern übernahm die Reichssähe; es werden also auch die Gehaltsgruppen 7 bis 12 eine Bei­hilfe erhalten. Ferner genehmigte die Stadt­verordnetenversammlung die Pläne für die Er­richtung einer Fest Halle, und bewilligte hierfür einen Kredit von 300 000 Mk. Im kommen­den Jahre finden hier eine große Ausstellung der Deutschen Landwirtschafts-Ge­sellschaft und das Kreisturnfest des Mittelrheinkreises der Deutschen Turnerschaft statt; 1928 wird ein Musik- f e st und 1930 eine Gewerbeausstellung hier abgehalten. Da die Stadt keine geeignete Festhalle besitzt und der städtische Saalbau sich schon bei den üblichen Veranstaltungen als zu klein erweist, will man tue Fest Halle bauen. Die Halle soll auf dem Exerzierplatz in der Rahe des Hauptbahnhofes errichtet und vor­wiegend in Cisenkonstruktion, aber auch unter Verwendung von Holz ausgeführt werden. Sie soll 100 Meter lang und 50 Meter breit werden.

Historischer Verein für Hessen.

* Darmstadt, 22. Dez. Dec Historische Verein für Hessen hielt in Darmstadt seine Hauptversammlung ab. Rach dem Jah­resbericht, den Direktor Dr. Dietrich erstattete, nahm der Verein seit dem letzten Jahre an Mit­gliedern zu. Der Verein hat mehrere wissen­schaftliche Ausflüge unternommen, darunter einen zweitägigen nach Sprendlingen in Rhein­hessen; in gleicher Weise soll jm nächsten Jahre Ingelheim besucht werden. Die Herausgabe mehrerer wissenschaftlicher Schriften wurde vom Historischen Verein unterstützt. Der zweite Vor­sitzende, Archivrat Dr. H e r r m a n n, berichtete über die Abteilung für hessische Kirchengeschichte. Der achte Band derBeiträge zur hessischen Kirchengeschichte" liegt jetzt vollendet vor. uni) das erste Heft des neuen Bandes erscheint demnächst. Die Vereingung für Hess. Kirchengeschichte feierte in diesem Jahre ihr 25jähriges Bestehen in Friedberg. Die Zeitschrift des Historischen Vereins Volk und Scholle" hat jetzt über 300 Bezieher. Aus dem geschäftlichen Teil der Verhandlungen ist mitzuteilen, daß der Vorstand wiedergewählt wurde.

Schöffengericht Gießen.

* Gießen, 20. Dez. Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit wurde gegen einen bereits wegen Blutschande vorbestraften Maurer in Billerts­hausen wegen Sittlichkeitsverbrechens vorhan- delt. Er hatte sich wiederholt an einem drei­jähriger: Enkelchen vergangen. Strafe; 1 Jahr 8 Monate Zuchthaus, 5 Jahre Ehrverlust.

Eine große Erpresseraffäre beschäf­tigte heute das Gericht. Einem Eisenbahner, der auf verborgenen und verbotenen Liebespfaden zu wandeln pflegte, wurden von einem hiesigen Händler unter allerlei Drohungen und Beein­flussungen nach und nach 2300Mk.abgenommen, die er sich bei verschiedenen Kreditinstituten unter er­heblichen Schwierigkeiten borgen muhte. Als er fast am Ende seiner Rervenkraft und finanziellen Leistungsfähigkeit stand, vertraute er sich einem Vorgesetzten an, der Anzeige veranlaßte. Die zeit­weise unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt­findende Verhandlung, in der gegen 30 Zeugen zu vernehmen waren, endete mit Verurteilung des Angeklagten zu 9 Monaten Gefä n g nis.

Wegen Einbruchsdiebstahls bzw. Hehlerei wurden schließlich noch zwei polnische Arbeiter zu 1 Jahr 3 Monaten bzw. 4 Monat en Ge­fängnis verurteilt.

Wirtschaft.

Dörsenruhetage in Frankfurt am Main. Am Freitag, den 24. Dez., bleibt die Wertpapierbörse zu Frankfurt a.M. für jeden Verkehr geschlossen. Am Freitag. 31. Dez. 1926. findet die Wertpapierbörse von 11 bis 1 Uhr wie an den Sonnabenden statt. Die Abendbörse fällt an diesem Tage, wie gemeldet, aus.

Erhöhung der Kalipreise. Der Reichskalirat beschloß in seiner gestrigen Sitzung u. a. unter Stimmenthaltung der Arbeitnehmer und Angestellten einstimmig die Erhöhung der Kalipreise im Durchschnitt um 9.5068 Prozent mit Wirkung vorn 23. Dez. 1926. Die Verteilung der Erhöhung erfolgt so, daß die Preise ein­zelner Salzsorten mit geringeren, andere mit hö­heren Zuschlägen festgesetzt sind.

* I.-G -F arbenindustrie AG , Frank­furt a.M. Wie wir hören, hat die I. G. Far­benindustrie AG. aus dem Besitze der AEG. die GrubeAuguste" bei Bitterfeld erworben, um den Kohlenabbau ihrer benachbarten Gruben schaftlicher zu gestalten.

Sötlenfurle.

Frankfurt a.M.

Erlitt

Scijiu:,.

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Sckluhp Anfang

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Kur,

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Datum:

22. 12.

21. 12.

22.12.

23. 12.

s°/0 Deutsche ReichSanleibe .

4% Deutsche RcichSanlcihe..

U.75Ö 0 68

0 7575

0.74

0,61

0,7575

0,7175

3Va% Deutsche Neichsanlcihc

0.69

0.73

3% Deutsche Rcichsanleibc . Deutsche Sparprämicnanleihe 4% Preußische Konsols . . .

0.79

0,137

0.795 0,425

0,7975

0.685

0.73

4% Hessen...........

0,68

O.7

% Hessen..........

0,665

S/o Hessen...........

_

Deutsche Wertb. Dollar Anl.

97

-

99.85

dto- Doll.-Schatz-Anweisng.

-

-

4°/o Zolltürken.........

16.2

1

15,7

5% Goldmettkaner......

43

1

43,25

Berliner Handelsgesellschaft.

272

270

273.5

Cammer;- und Privat-Bank.

220

225

221.25

221

Tarmst. und Nationalbank .

261

266.5

262

267

Deutsche Bank. .......

187.5

-

186.5

190.25

Diskonto Commandit ....

176

178,75

176.75

179

Dresdner Bank........

168 5

173.75

170

174.75

Mctallbank...........

175

179

175

176

Mitteldeutsche Kreditbank. .

166

176,5

165,75

174

Ocsterrcichischc Kreditanstalt.

Neichöbank...........

7,9

159,9

-

7.8

161

7,75 163,<5

Bochumer Guß ........

1-1

170 5

173

Buderus............

lll

-

HO

112,5

Caro .............

Deutsch-Luremburg......

0

172

171.4

173,4

Gelsenkirchener Bergwerke. .

171

172.75

174 75

Harpener Bergbau......

Kaliwerke Äschersleben....

190

163.25

163,75

190

163

192.25

16.3,5

Kaliwerk Westeregeln.....

172

169,25

172.25

168

Laurahütte...........

Mannesmann ........

76

74,5

78,5

193.5

194.5

2'3

Mansseldcr...........

132.75

133.5

135

Obcrbcdars...........

115

.19

117.25

121.75

Phcinir Bergbau.......

129

130,75

128

129,75

Nneinischc Braunkohlen . . .

240

219

244.25

Nheinstahl...........

Nie deck Montan........

194

197

194

197.5

105

IW

181.25

Tellus Bergbau........

115,5

Bereinigte Stahlwerke....

148

146

147.4

Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Lloyd.....

160,5

165.5

161,5

162,5

162,75

165,75

(62,9

162.5

Clietamische Werke Albin . .

Zementwerk Heidelberg . . .

131.7.5

Philipp Hol;mann......

163

166

164

165

Anglo Cont Guano.....

105.5

Chemische Mayer Alabin. . .

Goldschmidt..........

143

140,25

144

Holzverkohlung.........

G. Jarden-Jndnstrie. . . Rütgcrvwerke.........

72,25

315.25

319,75

314

319.5

130

131

133.5

Scheideanstalt.........

175

176,6

-

Allg. ClektrizitatS-Gesellschast

158

162.75

159,5

160

163

Bergmann...........

158

159

Elektr. Lieferungen......

152

151,5

155,5

Licht und Kraft........

158.5

Mainkrasiwerke .......

120

Schuckert............

Siemens & Halske ......

158.5

162,5

159.9

163.5

196,75

198.5

195

199.4

Adlcrwcrke Kleyer ......

110,75

111,5

109,62

HD

Daimler Motoren. ......

88

87

89

Heyligcnstacdt....... .

.37,5

Meguin.............

51,5

52

Mannheimer Motoren ....

42

-

frankfurter Armaturen . . .

16

lionservensabrik Braun . .

Metallgeselvchaft Frankfurt.

179,25

Pet. Union A.-G........

124

124.5

Schnwabrik Herz ......

6?

57.12

Sichel..............

4.5

Zellstoff Aschaffenburg....

Zellstoil Waldhof.......

150.5

233

235

150,25

231.5

234

Zuckerfabrik Frankenthal . . . Inckersabrik Waghäusel . . .

103

124,4

130

104

128,5

Devisenmarkt Berlin Telegraphische

Frankfurt a. M. Auszahlung.

22. Dezbr.

23. Dezbr.

Ämtliche Geld

Noti.rmtg Briet

Amtliche Notierung

Gels i Brief

Amst-' Rott Bucn.-Aires Brff.-Antlv Christiania. Kopenhagen Stockholm . HelsingforS. Italien. . . London. . . Neuyork . . Paris. . .

Schwei; . . Spanien.

Japan . .- Wo 6e Jan Wien in D-- Ceft. abgcsi Prag . . . Belgrad .

Budapest. . Bulgarien Lissabon . Danzig. . . Konstantin. Athen. . .

Canada Uruguay. - Cairo . .

167,67 1,731

58,34

105,42

111,74

112,06

10,55

18,67 0.347

1.1935

16,78

61,08

64,07 '.014

-.498

59.26

12,418

7.40 o,872 d,03

21.485

<1.4S

2, (195

5,29

1.19

265 .'0.879

2

168,09 1,735

58.48 105,68

112,02 112,34

10,59 18.71

-0,397 1.2035

16,81 M.28

64,23 2,048

') 500

59,40

12,458

7.42 5.892

-.04

-1.53a tl. 68

2,105

5,31 4.21

4.275 20.931

inknote

167.66 1,747 58,29

105,34 111,75 112,04

10,55 18,85

20,339 4.189 16,66

81,04 63,98

2,050 0.509

59,18 12,41

7.395 ».87

3,027 21,545

11.10 2.095

5.28

4.187 4,255

20,874

n.

168,08 1,741

58,4! 105,60 i 12,02

112,52

10,59 18.89

20.389 4.199 16,70 ol,24 64.14 2,054

1.502

59,32 12,45 7,415

3,89 3,037

2t,59j 61,61) 2,105

5.31 4.197 4,265

20.926

Berlin. 22 Dezbr

Geld

Briet

Slmcrikanilche Noten ..... Belgische Noten ........ Dänische Noten........

Englische Noten........

Frmtzoiische Noten......

öcmändischc Noten......

Italienische Noten......

Norwegische Noten ...... Deutsch ^csterr , ä 100 Kronen 9iumänische Noten......

Schwedische Noten......

Schwerer Noten.......

Spanische Noten.......

Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten !.....

Frankfurtc

Frankfurt. 23. De An der letzten Börse vo die Sttmmung a 11 g e m Momente lagen nicht vor, latton noch Glattstellung stehender Baisse-Engagem die Aufwärtsbewegung ginn ter Börse standen tan afticn im Dordergr deutsche Credit, die 4,5 Pi Dank plus 3 Prozent, aktien konnten sich um

4,184 58,2 i

111.44

20,305

16,86

167.38 18,72

105,24 59,21

111,87 81,20 63,79 12.40 5,836

v <»örse.

z. Tendenz r den Feie ein f est.

außer daß chvn seit ents vornah regünstigend Bank- u unde, vor a ozent anzog Die übrige

etwa 1 S

4,204 58,56 112,09 20.40»

16,94 168,17 18,82 105,76

59,51

113,43 81.6*) 64,11 12.46 5.876

- Fest. riagen war Besondere die Speku- ngerem be­im, dadurch Zu De- n d M 0 n - Hem Mittel­en, Deutsche n Bank- Vrvzent bc-

festigen. Arn Montanmarkt war ein Um­tausch von Ilse-Stammaktien gegen Ilse-Denuß- scheine zu beobachten, so daß Genüsse bis 7 Pro­zent gesteigert waren, während sich Stammaktien um ca. 2 Proz. abschwächten. Im übrigen ge­wannen Mannesmann 4.5, Harpener 2,25 Proz. die Werte der Rhein-Elbe-Union 2 Proz. Kali­aktien lagen uneinheitlich Westeregeln minus 2 Prozent, Aschersleben plus 1,75 Prozent. Don Schiffahrtsaktien waren Rordllohd und Hapag um je 2,5 Prozent befestigt, da die Frei­gabebill tem amerikanischen Senat nunmehr zu­gegangen ist. Petroleum-Aktien setzten ihre Aufwärtsbewegung fort. Rutgerswerle plus 1.75 Prozent. Am Chemiemarkt befestigten sich I. G. Farben um 2 Prozent. Elektro­werte durchweg lebhaft und höher. Schuckert plus 2,5 Prozent, Lahmeyer plus 2 Prozent. Am variablen Markt zogen M a s ch i n e n w e r t e auf die Preiserhöhung^der Eisengießereien an. Auto- Aktien nur mäßig erhöht. Infolge günstig er Kon­junkturnachrichten lagen Bauaktien außer­ordentlich fest. Zement Heidelberg plus 4 Prsz., Holzmann plus 2Prcz., Dyckerhosf plus 2 Proz. Zellstofs-Attien imDeränberL Auf die Abschlußm.t- teilung lagen die Werte des Metallbanckonzerns fester. Metallgesellschaft plus 4 Proz., Metallbank plus 1 Prozent. Der heimische Anleihe­markt lag ruhig, aber behauptet. Im wei­teren Verlaufe wurde das Geschäft und die Ten­denz schwankend. Die favorisierten Werte gaben bis zu 2 Prozent nach. Am Geldmarkt hat sich infolge großer Industrie- und Kommunal- Anforderung die Lage versteift. Tagesgeld er­forderte 6 Prozent, MonatSgeld 7 Prozent für erste Adressen, und 8 bis 8' Prozent für zweite Adressen. Im Devisenverkehr tra­ten keine besonderen Veränderungen ein. Lon­don-Paris 122., Mailand gegen das Pfund 108.25. Die Reichsmark stellte sich auf 20,3625 gegen Londost und 4.1975 gegen Kabel guj be­festigt.

Berliner Börse.

Berlin, 23. Dez. Die feste Stimmung der letzten Tage übertrug sich auch auf die heutige Börse, der jetzt eine dreitägige Unterbrechung, des Cffektenverkehrs folgt. Ein weiteres Ent­lastungsbedürfnis war nach der vorübergehenden Abgabeneigung zu Beginn dieser Woche nicht mehr vorhanden, dagegen eine wachsende Unternehmungslust der Spelulation in verschiedenen Spezialwerten festzustellen, die in fester Haltung eröffneten und damit der ®c- famt&örfc die Tendenz vorzeichneten. An der Spitze standen bei den Kurssteigerungen B a n k- a k ti e n, vor allem Bayerische Hypothekenbank (plus 6 Proz.) und Bayerische Vereinsbank. Die Berliner Bankaktien zogen um etwa 3 Proz. an, Mitteldeutsche Credit plus 4,5 Proz. Arn Mon­tan m a r f t hatten Mannesmann reges Ge­schäft zu verzeichnen und konnten sich um 7 Proz. befestigen. I. G. - Farben wurden mit 319,5 Prozent gehandelt. Ba uaktien sehr fest. Elektroaltien unter Führung von AEG. und Siemens weiter befestigt. Die durchschnitt­lichen Kursgewinne betrugen 1,5 bis 2 Proz., viel­fach auch 3 Proz. Der heimische Renten­markt war nur wenig verändert. Am Geld­markt war Tagesgeld zu 4V2 Proz. gefragt, für Monatsgeld mußten 71/« bis 8V2 Proz. an­gelegt Werdern Im D ev isenverkehr lag der Dollar international schwächer. Das englische Pfund konnte sich gegen Kabel befestigen, ebenso die Reichsmark. Paris und Mailand holten die gestrige Abschwächung wieder ein.

Franksurtrr tz-etrcidcbö.se.

Frankfurt a. M., 23. Dez. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer. 29,25 bis 29,50; Roggen, inländ., 24,50; Sommergerste für Drau- zwecke 25 bis 26,50; Hafer, inländ.. 19 bis 19,50; Mais (gelb) 19,50; Weizenmehl, inländ., Spezial 0 41 bis 41,50, Roggenmehl 35 bis 36; Weizenkleie 11,50 bis 11,75; Roggenkleie 12. Tendenz: Fest.

Berliner Produktenbörse.

Berlin, 22. Dez. Die recht beträchtlich, gesteigerten nordamerikanischen Getreidepreise wirken sich im Berliner Produktenhandel natur­gemäß in unnachgiebigen, zum. Teil sogar er­höhten Forderungen, und andererseits in kleinem Angebot aus. Die Aufnahmeneigung war aber zu erhöhten Kursen nicht allzu umfangreich. Die vorletzte Börse vor den Festtagen eröffnete im Terminhandel für Weizen 1,50 Mark, für Rog­gen 2 Mark fester, für die starke Aufwärts­bewegung des festeren war die anhaltende Deckungsfrage ausschlaggebend. Gerste behält für geringe Qualitäten ruhige Geschäftslage, wäh­rend die knappen ersten Sorten gefragt bleiben. Aehnlich ist der Hafermarkt. Von Hilfsfutter- stoffen, Kleie und Kartoffelflocken behauptet, im übrigen still. 3m Mehlgeschäst zeigt sich, ab­gesehen von vereinzelten Umsätze:: in Roggen­mehl, keine größere Belebung. Es tourten notiert für 1000 Kilo: Weizen, märt., 262 bis 267; Roggen 233 bis 238; Sommergerste 217 bis 245; Wintergerste 192 bis 205; Hafer, märt., 175 bis 185; Mais (loko Berlin) 194 bis 197; für 100 Kilo: Weizenmehl 34,75 bis 38; Roggen- mehl 32,75 bis 34,50; Weizenkleie 13; Roggen- fleie 11,80 bis 12; Viktoriaerbsen 51 bis 61; kleine Speiseerbsen 31 bis 33; Futtererbsen 21 bis 24 Peluschken 20 bis 22; Ackerbohnen 21 bis 22; Wicken 22 bis 24; Lupinen (blau) 13,50 bis 14,50; Lupinen (gelb) 14,50 bis 15; Serradelle (neu) 21 bis 23,50; Rapskuchen 16,40 bis 16,50; Leinkuchen 20,80 bis 21,20; Trocken­schnitzel 9,60 bis 9,80; Soyaschrot 19,30 dis 19,90- Kartoffelflocken 26.80 bis 27,20 Mark.

Büchertisch.

Noch gerade rechtzeitig zum Weihnachtvsest erschien bei N. G. Elwert in Marburg eine präch­tige Veröffentlichung über die StadtAlsfeld" ddq Dr. ferner Meyer-Barkhausen. (Preis 4 Mk.) Der Verfasser hat es verstanden, .gerade die reiz­vollen und malerischen Gesamt- und Einzelblicke sowie bie reiche Plastik und Architektur der Stadt in ausgezeichneten Aufnahmen darzustellen. Das Heft enthält 91 Abbildungen, 7 Pläne und 56 S. Text. Ohne Zweifel wird gerade die.se Veröffent­lichung, die das erste Heft der SerieAlte Städte in Hessen" bildet, besonderem Interesse begegnen.

857

Baron Hermelin: Dor Prinz auf Wiereland (Verlag Hugo Eteinih, Ber­lin W 35). Was hier anErlebtem" und ..Er­lauschtem" zusammengetragen ist, ist ein Schlüs­selroman um die Person des ehemaligen deutschen Kronprinzen, mit einem reichlichen Schuß Senti­mentalität und einem Wirrwarr von Anekdoten­haftem und Historischem, aus dem sich beim besten Willen kein ernsthaftes Bild über die Persönlich­keit des Kronprinzen gewinnen läßt. 657

Der Ehrenbürger. Roman von Heinz Welten. (Universitas Deutsche Verlags-A. G.. Berlin.) - Ein Buch, das der Verfasser als Roman Dp:: Spitzbuben und anderen ehrlichen Menschen" bezeichnet. In der Handlung kommen die heutzutage vielfach kunterbunten Verhältnisse auf Grund feine: Beobachtungen scharf heraus. Das Milieu der Kleinstadt ist dabe. mit glücklichen Strichen gezeichnet. Die mit feinem Humor ge­würzte Erzählung bietet eine amüsante Lektüre.

738

Dr. E. A Schmid. Eine Lanze für Karl May. 2. Auflage. Karl-May-Verlag. Rade­beul bei Dresden 1926. Die erste Auflage erschien vor sieben Jahren zu einer Zeit, wo nach dem zutreffenden Wort des Verfassers Karl Mays Rame schutzlos jeder Verunglimpfung aus­gesetzt war. Das hat sich inzwischen geändert, dank Ludwig Gurlitts Schrift: Gerechtigkeit für Karl May und mehr noch dank der tapferen und geschickten Tätigkeit des Verfassers terLanz?". Diese selbst enthält freilich weniger eine Apo­logie Mays, den Hauptinhalt der Kampfschrift bildet die urkundlich belegte Darstellung des er­folgreichen Vorgehens des Verfassers gegen die (von Hintermännern veranlaßte) unerhört ver­unglimpfende 'Lebensbeschreibung Mays aus der Feder eines gewissen Kle'mberg imDeutschen Rekrolog". Der sachlich scharf, persönlich in vor­nehmster Form geführte Kampf, der damit endete, daß der Verleger die Schmähschrift zurückzog, ist ein Musterstück deutscher Polemik und de Schrift darum in hohem Maß fesselnd auch für die, denen Karl May und dasMay-Probl^w" gleich- gültig ist. E

100 Kreuzwort- und andere Rätsel. Verlag C. F. Pilger LCo., Berlin SW 48. Das Bändchen kommt mit seiner Sammlung neuer Rätsel, worunter jene vom Kreuzwort den breitesten Raum einnehmen, einem ausgesprochenen Bedürfnis unserer Zeit gefällig entgegen und darf als ein anregender Zeitver- fteiber gelten. Wer alles geraten hat, was einige Zeit in Anspruch nehmen dürfte, kann sich hernach zur Belohnung im Anhang vom Erfolg seiner Bemühungen und der Richtigkeit überzeugen. Aber es ist einige Vorsicht geboten, worauf ein launiges Vorwort denlieben Löser" aufmerksam macht: Der Kanton in der Schweiz muß z. B. nicht immerUri fein, zum Glück gibt es auch noch andere. Ein Infekt ist nicht stets, wie du aus anderen Rätseln bestimmt schon weißt, dieImme" und als Erfinder brauchtEdison" nicht unbedingt richtig zu fein. Also Vorsicht... 722

Den Freunden des Verlags F. A. Drockhaus (Sechste Folge 1926 27; Drockhaus, Leipzig) ist ein reichhaltig illustrier­ter Almanach gewidmet, der einen guten Ueber» blick über die vom Verlage im letzten Jahre geleistete Arbeit und die von ihm herausgebrach- ten Bücher vorwiegend populär-wissenschaft­lichen Inhalts vermittelt; auf eine Reihe von ihnen, meist interessante Reisebeschreibungen, ha­ben wir schon früher hingewiesen. 854

Das Inselschifs. Eine Zeitschrift für die Freunde des Inselverlags. 8. Jahrgang Nr. 1. Weih­nachten 1926. Insel-Verlag, Leipzig. Dies ist eine Gabe für literarische Feinschmecker, ein recht weih­nachtlicher Führer zum schönen und guten Buch; hier findet man ausgewählte Proben von dem, was der Verlag neuerlich publiziert hat; z. B. Szenen aus Max Mells feinemApoftelfpiel"; Uebertragun- gen Albrecht Schaeffers aus dem Chinesischen (Eis­herz und Edeßaspis") und dem Spätlateinischen (Apulejus,Goldener Esel"); Goethesche Aphoris­men; einen Nachruf des Grafen Gobineau auf Stendhal; Erinnerungen Stefan Zweigs an gemein­same Stunden mit Emile Verheeren und manches andere. Alles von Wert und Dauer, einiges auch mit guten Bildern geschmückt, das Ganze tadellos ge­druckt, gediegen ausgestattet und dargeboten. Die Umschlagzeichnung stammt von Emil Preetorius.

--Europäische Gespräch e". Ham­burger Monatshefte für Auswärtige Politik, her­ausgegeben von Professor Dr. A. Mendelssohn ausgegeben von Professor Dr. A. Mendelssohn- Bartholdy. (Stuttgart. Deutsche Verlags-Anstalt.) 4. Jahrgang. Doppelheft XI XII. Rovember De­zember 1926. Die Europäischen Gespräche be­schließen ihren vierten Jahrgang mit einem ein­drucksvollen Doppelheft. Sir Frederick Whyte, ter als Präsident der indischen Gesetzgebenden Versammlung den Geist des Orients kennen ge­lernt hat, wendet sich in einem AufsatzAsien, und Europa im 20. Jahrhundert" gegen das Schreckgespenst einer drohenden asiatischen Ge­fahr und erhofft vielmehr einen Fortschritt der Welt davon, daß Asien seine ureigenen Kräfte wiedererweckt. Vom Standpunkt des Europa- Polittkers dagegen untersucht Franz Carl Enders, was Europa im türkis-griechichschen Krieg an Asien verloren Ijai", und fordert, daß wir unS auf das gemein-europäische Interesse besinnen und jeden Verlust einer europäischen Macht in Asien als eigenen zu empfinden lernen. In ähnlich kontrastierender Weise ergänzen sich die beiden AuffäheDeutschland und Polen" von tem ehemaligen polnischen Generalkonsul in Ber­lin Karol Rose, der für Polen die geringere Ge­fahr und größere Derständigungsmöglichkeit immerhin nach der deutsche:: statt nach der russi­schen Seite sieht, und von Marcus König, ter unter dem TitelPolens äußere Politik und innere Einstelllmg" deutscherseits die Schwierig- Feiten der Verhandlung mit Polen darlegt.

Rundfunk-Programm

des frankfurter Senders.

(Aus derRadio-Umschau".)

Freitag, 24. Dezember:

3 bis 3.30. Die Stunbe der Jugend. 3.30 bis 5: Konzert des Hausorchesters: Weihnachts­konzert. 5 bis 5.45: Übertragung des Geläutes ter Weihnachtsglocken, darunter der Carolus­glocke, vorn Franffurter Dom. 5.45 bis 6.15:Das Spielzeug unserer Kinder", ein kulturgeschicht­licher Streiszug von August Kruhm. 6.15 bis 7.15: »Heilige Rächt". (Sine Weihnachtslegente in oberbayerischer Mundart von Ludwig Thoma. 7.15 bis 9.15: Uebertragung von Kassel.Wichtel­weihnacht". Märchenspiel in drei Abteilungen von Heinrich Ruppel. 9.15 bis 9.45:Weihnachts­gruß an die fernen Gräber". Vortrag von Franz Geis vomDolksbund deutscher Kriegsgräber­fürsorge". 9.45:Ein Winteridhll" von Karl Stieler.

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