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Nr. (94 Zweites Blatt

Gießener Anzeiger tGenerat-Aiizeiger für Oberhessen)

Zreitag, 20. August 1926

Turnen, Sport und Spiel

Dasschnelle" tBoot

« 7 ? ., !»/* uuic'uujc hql uuiun tupuii jein, |ayie iaj mir, oenn tm hatte m-

®rei®' der sich nicht zu helfen weiß! Er befestigte zwischen an Fachkenntnis zugenommen.

jor 2raht irgendwo am Telephonmast, seitdem hat Morgens, ehe ich in mein Radiokabinet trete, in n Telephon nervöse Storungen. Dann fuhrt er I sitzt mein Dackel auf dem Dreiröhrenapparat und

DH war natürlich ganz begeistert und rief:Den iS'1 *n !auf ich' da ist ja die ganze Geographie drin! W wie großartig ist das, daß dieser Apparat iiTTir gleich den Text aus dem Englischen ins über,etzt!"

£>r Mann kam zu mir und legte mir die An- Jgne und die Erdung. Ich sah ihm beim Antennen- :DSJu und hatte das Gefühl: aus dem Dache sitzt

einem mit beispielloser Zähigkeit geführten Kampf der ArbeitSsricbe im Bergbau durchaus noch nicht einkehreu wird. Der innere Kamps der eng» ttlchen Wirtschaft ist noch lange nicht zu Ende.

Wenn England trotz dieser Sachlage den gegenwärtigen Kamps zu Ende führt, indem die vxcgterung sich aus die Thele gurückzieht. daß ne tn den Streit zweier Parteien nicht ein» greifen könne, obwobl ft? gerade zu freien Der- mcibung vorher viele Millionen auSgab. so ge- schieht daS aus anderen Orünben. Der über» mächtige und mehr und mehr störend empfundene Einfluß der Gewerkschaften soll stark eingedämmt werden. Di? gesetzgebenden Schritte hierfür sind eingeleitet oder angelündigt und der über kurz oder lang erfolgreich beendete Kampf im Bergbau wird die Psottsorm für die grünö- h$e Neuregelung der Dinge geben. DaS Material, da« die Regierung zum gegebenen Zeit­punkt zur Erreichung dieses Zieles tor^uiveilcn vermag, ist umsangreich und überzeugend. Die Frage bleibt aber offen, ob selbst' eine be­friedigende Neuregelung, die ja doch red endizer» weise auch der Gegenseite einen gewissen Aus» gfeid) bieten muß, mit den jetzigen Opfern nicht zu teuer bezahlt ist. DaS Schlagwort von der Kampfessührung im Interesse der interna'ionalen Solidarität, sei es der Arbeiter oder der Arbeit- geber. ist allzu billig, ate daß eS ernstha't ver­fangen könnte.

Auf diesem trüben innerpolitischen Hinter­grund nehmen sich die außenpolitischen Sorgen verhältnismäßig harmlos aus. CineS der wich­tigsten Streitobjekte der letzten Zeit. Abefsi- nien. ist durch die Unterzeichn ng de, Schieds­gerichtsklausel durch die abessinische Delegation im Sinne Englands aus der Reihe der Tages­streitigkeiten ausgeschieden. Den Protest des Ras Lafari beim Völkerbund nahm man in England mit viel größerer Ruhe auf. als in Italien. Man teilt auch keineswegs die italienischen Sor­gen über eine angeblich störende deutsch-sran- zösische Zusammenarbeit in Abessinien. Eine solche Zusammenarbeit zwischen den alten Gegnern er­regte höchstens dann Aufmerksamkeit, wenn sie, wie beim Eifenkartell, überzeugend fest wirtschaftlich fundiert ist. Das Cifentartell wurde und wird viel besprochen, man fühlt das englische Bedürfnis nach einem ähnlichen Bünd­nis, weih aber noch nicht, wo dieser Zusammen­schluß hinzielen soll.

Wenig erfreulich sieht es mit der praktischen Verwirklichung der Locarnopolitik aus. mit den Hoffnungen für Genf und die reibungslose Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund. Hier ist alles in der Schwebe und die ver­schiedenen politischen Akte in diesem Punkte haben die Situation eher erschwert als erleichtert. Man kann sich hin und wieder des Gefühls kaum er­wehren, daß die Locarnopolitik nachgerade etwas störend empfunden wird. Man hat ja so viel Sorgen! Lind man wäre herzlich froh, wenn das deutsche und das französische Konto im politischen Hauptbuch John Dulls bald mit einem dicken Strich abgeschlossen werden könnte

Man braucht nicht gleich immer Rennruderer oder »Paddler zu sein, um sich einschnelles" Doot zu wünschen, man braucht dabei nicht gleich immer an ein Rennboot zu denken, denn auch der sogenannte Wanderfahrer kämpft so man­ches Heine Rennen auf seiner Tour aus, und wenn er unterliegt, so ist nicht selten das eigene Doot well es zu langsam ist und das Doot des triumphierenden ®i

Tanz allgemein ist man in Laien-, wie viel­fach auch noch in Wassersportkreisen der Ansicht, daß allein die Schlankheit des Dootskörpers Fahrtgeschwindigkeit gewährleistet. Daß das nur sehr bedingt der Fall ist, scheint noch sehr wenig bekannt zu fein. Gilt im Schiffbau auch der Sah: .Länge läuft", fo ist das nicht unbedingt der Fall.

Jedes ordentlich gebaute Wasserfahrzeug sollle für seine Formen und Abmessungen eine

Am nächsten Nachmittag probierte ich mein Radio aus. Wo nur was zu schrauben und zu drehen war, habe ich geschraubt und gedreht, die Spulen habe ich gewechselt, als ob ich eine Spulen- Wechselstube eröffnen wollte, es war riesig inter- essant, blaß gehört habe ich nichts.

Da ließ ich mir einen befreundeten Ingenieur kommen. Der beschnüffelte meinen Kasten, sprach etwas van einemgewissen Altertumswert" und nahm das ganze Ding auseinander. Dann sagte er: -Das einzige, was etwas taugt, ist die schwarze Lagerung! Das freute mich, denn es betätigte mir meine Ansicht, daß ich lackiert worden sei.

Er nahm mein Radio mit nach Hause, brachte es acht Tage später zurück, und jetzt ging es! Ich hörte einen Vortrag:Die Aufzucht des Ameisenbären" und rief begeistert:Das ist Amerika!" Denn bei uns gibt es doch keine Ameisenbären. Der Vortrag war fabelhaft spannend, ich schlief bloß zweimal dabei ein, der Ingenieur berechnete mir einen Freundschastspreis, nämlich dos Doppelte, und ich war glückselig.

, | Volkstümlichkeit gewonnen hat Er muh zwar in feinet Politik sehr stark auf die Parteien Rücksicht nehmen, trotzdem hat er dies ist schon festzu-

I stellen eine unbedingt größere Bewegungs­freiheit als alle feine Vorgänger.

Die Finanzpolitik ist aber bei allem die ledes Geschehens in Frankreich geblieben. Unö wenn die vielfach bemängelte aus­gesprochen fiskalische Finanzpolitik im Innern DeS Landes schon zu getoiffen Erfolgen geführt bat, die Außenpolitik ist noch weiter durch die Finanzmisere beeinflußt, tim die Ratifizier rung der Schuldenabkommen ist bisher nichts geschehen. Das Gerücht, daß die Schulden- abkommen trotz allem der Kammer zur Ratifizie­rung vorgelegt werden, formte sich einige Tage behaupten. Gleichzeitig sprach man von einer neuen amerika nischen Anleihe, all das war aber nur dazu gut. um die Börse zu beein­flussen.

In der Tat zeigt Frankreich weder für aus­ländische Anleihen noch für die Ratifizierung der Schuldenabkcmmen viel Luft. Der Brief Cle» menceaus an Coolidge illustriert gut die Stimmung in Frankreich, ob er nun gerade diplomatisch war. darüber gehen auch hier die Meinungen sehr auseinander.Le Motin" hot Elemenceau aus diesem Anlaß auf das heftigste angegriffen, und selbst Blätter, die durch ihre politische Stellungnahme Elemenceau. oder rich­tiger der Richtung, welche er vertrat, sehr nahe stehen, sind Über die Opportunität dieses offenen Briefes im Zweifel. Bei der versuchsweisen An­frage einiger Minister bei den Parteien, wie sie sich zu dem Washingtoner Abkommen stellen, zeigte sich aber, daß es unmöglich wäre, für die Ratifizierung eine Mehrheit zu finden. Anders steht es mH dem Londoner Abkommen, vorläufig will man cs aber, mit Rücksicht auf Amerika, auch nicht zur Ratifizierung vorlegen. Die <3tim- I men. welche für seine Ratifizierung und f ü r eine finanzielle Annäherung an England sprechen, mehren sich von Tag zu Tag. Die Regierung schweigt sich in diesem Punkte I wie soft überall, wo sie nicht zum Sprechen: gezwungen ist gründlich aus. was in London eine gewisse Nervosität hervorzurufen scheint. Man glaubt zwar die Einstellung einiger Mit­glieder der Regierung zu diesen Problemen zu kennen, auf die Politik des Kabinetts lassen sich daraus aber keine Rückschlüsse ziehen. In London sähe man eine endgültige Stabilisierung gerne und würde auch mit dec Hilfe dazu nicht kargen. Fraglich ist nur. was man als Gegen- leistung fordert.

Die Völkerbunbsfragen beurteilt man jetzt etwas günstiger. Tatsächliche Ursachen zu diesem dämmernden Optimismus sieht man noch nicht, die diplomatischen Verhandlungen sollen aber eine weitgehende Kompromihpolitik in Aus- licht stellen. Sogar dos Zustandekommen des deutsch-französischen Handelsabkommens und des Cisenkartells wird für ein günstiges Zeichen ge­halten. Das Ansehen des Völkerbünde?' ist aber in der letzten Zeit jedenfalls stark gesunken. ! Spanien und Polen zeigen sich starr, das einzige Aktivum der Dolkerbundspolitik soll der angeblich bevorstehende Eintritt der Türkei sein, was aber auch nicht viel besagen will...

3n der Kolonialpolitik, wie in der ganzen Stellung Frankreichs zu dem Orient ist seit einer geraumen Zeit eine Wendung ein­getreten. Abd cl Krim ist geschlagen, die Kämpfe in Marokko, so heftig sie hie und da auch sein mögen, werden auf ihr normales Maß zurückgeführt diesen Zustand pflegt man dort gewöhnlich Frieden zu nennen; über Syrien hört man wenig, die Aera ist also besonders günstig für eine Annäherung an den Islam. Nach dem Besuch des Sultans von Ma­rokko kam jetzt der Bey von Tunis nach Paris und nicht nur mit den Kolonien soll das Verhältnis vertieft werden. Mustapha Ke­mal segelt seit langem in französischem Fahr­wasser, und das Interesse der Blätter für Abessinien ist auffallend groß geworden. In Italien wie in England ist man darüber un­verändert verstimmt. Es ist gewiß, daß der Völkerbund auf seiner jetzigen Sitzung sich mit per abessinischen Anfrage befassen muß: in gut informierten Kreisen glaubt man aber kaum, daß der Ras Safari etwas Besonderes mit seinem Protest erreichen wird.

Londoner Brief.

Don unserem ^-Berichterstatter. (Rachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!)

London, August 1926.

Die großen Ferien des englischen Parla­ments sind in diesem Jahre für Regierung und Parlamentarier keine ungetrübte Freude. Hinter 1

halfen. Und wie ich zum Fenster hinausschaue, baumelt mir ein Draht vor der Nase, das war die Antenne. Die hatte sich gedacht:Was tu ich auf dem Dach? Bin ich ein Kater?"

2ch ließ mir einen anderen befreundeten In­genieur kommen, und das war auf meinem Dache der zweite Greis. Er hielt mir einen großen fach­lichen Vortrag, mit lauter Hochfrequenz und Ohm und Ampere, und ich unterbrach:Wenn Sie spa­nisch mit mir reden, dann gestatten Sie, daß ich mir erst eine Kuh als Dolmetscher hole!" Schließlich behauptete er, es liegt an dem Heizwiderstand.

Das muß ein Irrtum sein!" sagte ich. ,Ln meiner Wohnung wird schon seit Monaten nicht mehr gdheizt!"

auf mein Radio, aber das legte sich abends wieder, denn abends machte mein Radio nur noch Rrrr- Rrrr, und dieses Stück kenne ich schon! Am nächsten Mittag spielten sie wieder nur Rrrr, und nachdem sie drei Tage hintereinander nur Rrrr ge­spielt hatten, telephonierte ich wieder dem ersten Ingenieur. Der war kurz angebunden und riet mir, ich sollte mein Radio in die tierärztliche Hochschule bringen. Dann hängte er ein, und ich dachte:Aha, jetzt hat er das Telephon geerdet!"

Morgens machte ich einen letzten Versuch und wollte die neuesten Pressemeldungen hören, aber außer Rrrr war nichts Neues passiert. Mich packte die Wut, ich stürmte in die Küche hinaus, um eine Axt zu holen. Aber ich stolperte über die Drähte, schlug mir die Nase blutig, und wie ich in mein Zimmer zurückkehrte, stand da ein Mann und sagte: Also Sie sind das!"

Jawohl!" bestätigte ich.Ich bin es! Dies ist mein Kopf und dieses war meine Nase! Wollen Sie mir vielleicht ein neues Radio verkaufen?"

»Das nicht, sondern ich will Ihr altes mit­nehmen! Sie sind Schwarzhörer, und Ihr Radio ist beschlagnahmt!"

Richtig, ich halle vergessen, meinen Apparat bei bet Post anzumelden! Umsonst versuchte ich dem Mann einzureden, das sei überhaupt kein Radio, sondern eine Mausefalle für Gelegenheitstäufer. Er ließ sich nicht erweichen und nahm es mit. Hoffentlich

C5_. in die Thermische Dernichtungsanswlt! Viel­leicht laßt sich Kunstdünger daraus machen.

Ich habe mir jetzt in einem Radiogeschäft einen funkelnagelneuen Röhrenapparat gekauft: er kostet genau die Hälfte soviel wie mein garantiert echter Tineff-Apparat, ich höre ausgezeichnet damit, und ich rufe hiermit allen Rundfunk-Interessenten zu: ,Lsfs das Radio, geh zum Fachmann!" Denn Wegzugshakber" ist eine miserable Fabrikmarke.

routinemäßigen Ablauf der Dinge verbergen fich schwere Sorgen, die Regierung und ver- antwortliche Führer der Parteien in gleicher Weife bedrücken. Di? innere und zum Teil auch die äußere Lage ist unbefriedigend und die Lö­sungsversuche sind einstweilen im Stadium gegen­seitiger, namentlich waS die inneren Schwierig­keiten anbetrifft, sogar recht heftiger Beschuldi- gungen geblieben.

3m Innern ist der Bergarbeiter streik nur das zufammensas'ende Wort für die schwere Ärife. die ihrer Bedeutung und dem Umfang nach in vorderster Linie der großen Wirtfchaftskämpfe der Gegenwart überhaupt steht Schon vor Wochen wurde der Gesamtverlust der englischen als Folge des Bergarbeiterstreiks auf 3 Milliarden Mark beziffert, mit jedem weiteren ctrciftage tritt eine Steigerung des Ausfalls für- die Gesamtwirtschaft ein. Wie hoch der schließliche Gesamtverlust fein wird, läßt sich heute noch nicht annähernd übersehen, und es steht fest, daß die Zahlung weiterer Subsidien für eine Uebergangszeit wirtschaftlich das weitaus kleinere Uebel war. Die klare Erkenntnis dieser Tatfache hat ober weder bei den maßgebenden Kreisen der englischen Wirtschaft noch bei der Regierung zur Einleitung einer solchen Politik geführt, im Gegenteil, erst zu Beginn der zweiten Hälfte der bisherigen Streikdauer trat auf beiden Seiten die unverkennbare Tendenz hervor den Komps um jeden Preis durchzuführen. Die Industrie setzte ihre Anlagen in den wichtigsten Zweigen. Ei.en und Stahl, auf halben Betrieb und inner­halb der Regierung trat die Kampsncttur Ehur- chills mehr in den Vordergrund. Allmähliche Umstellung auf Kampf um jeden Preis, bis dann die Erklärungen der beteiligten Kreise. Cook für die Bergarbeiter und der Vizepräsident der Grubenbesitzer für deren Organisation ..Mag Gros in den Gruben wachsen" - - ..Keine Ver­handlungen ohne Anerkennung der längeren Ar­beitszeit, und wenn der Streik sechs Monate dauert" die ganze Dersohrenheit der Situo- tton illustrierte. 3m politisch-parlamentarischen Lager wahrte man etwas mehr die Form, ober auch hier stand das Barometer bedenklich nahe an Sturm. Die Liberalen setzten sich mehr und mehr für Forderungen der Gegner ein und die beiden Rachwahlen zum Parlament ließen deut­lich einen gewissen Prestigeverlust der Regierung Baldwin erkennen.

Das Schlagwort der Aushungerung der Vergorbeiterkinder scheint nun die letzte Phase dieses gigantischen Ringens einzuleiten. Die schließliche Riederlage der Bergarbei­ter scheint gewiß, auch die Streikenden fstbft können sich, das beweisen Coots letzte Aeuße- rungen und die entstandene Unsicherheit, dieser Erkenntnis nicht mehr verschließen. Aber es wird, wenn nicht alles trügt, eine Riederloge, die auf der anderen Seite keine unge­trübte Freude auslöst. Richt allein die rechnungsmäßigen Verluste der englischen Wirt­schaft. sondern auch die Verschiebungen auf dem internationalen Markt stehen auf der Debetseite. Un& dazu besteht noch die Gewißheit, daß nach

vom Schiffsbauer entworfene Kvnstru.tionszeich- nung zur Grundlage haben. Für die Form eines Fahrzeuges und seine Abmessungen sind in erster Linie Zweck und Fortbewegungsart von aus­schlaggebender Bedeutung. Gin für alle Wasser­fahrzeuge grundsätzliches Erfordernis ist eine möglichst ebene, glatte Außenhaut und eine Form des Bootskörpers, die einen seinen Eintritt it* Wasser, d. h. ein leichtes Ueberwinben des im Wege befindlichen Wassers, und außerdem einen guten Ablauf des verdrängten Wassers gewähr­leisten. Während man früher dem leichten Ein­tritt von Schiffen und Booten ins Wasser durch eine möglichst schnittige Form des Bugs und des Vorschiffes Rechnung trug, dagegen die Rot­wendigkeit eines guten Ablaufs des Wassers am Schiffsende oft vernachlässigte, ist man in spaterer Zeit durch Gchleppversuche zur sogenannten Trop­fenform gekommen, d. h., man hat das Vorschiff voller und das Hinterschiff schlanker gehalten.

Damit ist natürlich die Schnelligkeitsfroge eines Bootes allein nicht gelöst. Besonders beim Segel- und Motorboot kommen noch verschiedene andere Momente in Frage, aber auch selbst bei Ruder- und Paddelbooten sind für die Form­gebung noch weitere Punkte zu berücksichtigen. Müßte theoretisch im schmälsten Doot die höchste Geschwindigkeit erzielt werden können, so hat sich in der Praxis jedoch, und zwar sogar beim Rennrudern, herausgestellt, daß das theoretisch schnellste Doot oft langsamer war, als breitere

Das Boot des triumphierenden Gegners weil es viel günstiger gebaut ist schuld. Die stark zunehmende Verbreitung des fo gesunden Wasser- sports dürfte aus diesem wie aus anderen Grün­den bei dem Wassersportler ein gewisses 3nteresse an den für eine zweckmäßige Formgebung von Wasserfahrzeugen notwendigen Voraussetzungen auslösen, ein 3nterefse, das darin gipfelt, ein möglichstschnelles" Ruder- oder Paddelboot zu besitzen. Erstehen doch jetzt vielfach Doote aller Art. bereits in erheblicher Zahl von Laien­händen gebaut

?m nächsten Abend ging das Radio wieder nicht. Ich schüttelte den Kasten, wie ich das von meiner Taschenuhr her gewöhnt bin, aber das Malefizradio aing trotzdem nicht. Es muh etwas daran kaputt fein, sagte ich mir, denn ich hatte in-

DieAblösung tömmunakr Mark­anleihen in Hessen.

Die vollsparteiliche Abgeordnete D i r n - b a u m hat am 1. Juli folgende Kleine Anfrage im Hessischen Landtag eingebracht.

Aus Grund des Gesetzes über die A b fung ö ffentlicher Anleihen sind d i e Länder ermächtigt, nähere D e ft i m m u n- g e n über die Ablösung der Warkanleihen der Länder. Gemeinden und Gemeindeverbände zu tressen. Insbesondere müssen Vorschriften zur Ausführung des § 43 deS Gesetzes erlassen wer- * den. In Hessen ist bisher noch nichts ge­schehen. und die Anleihegläubiger sind deshalb in berechtigter Unruhe. Ich frage da- her an:

Ist die Regierung bereit:

1. die AuSfllhrungSvorschriften alsbald xu erlassen?

2. auf d e Gemeinden und Cemeinbtuetbänbe ein.uwirl n. Abl^sangSanleihen bedürf, tiger Altanleihegläubiger, de- nen zu o.'g? ihres AlterS biHigertoeife nicht zugemulct werden kann, auf die Auslosung SU toart'n, vorweg einzulösen. mtn» bestens aber laufend zu verzinsen?

Vom Ministerium des Innern ist daraus miet dem 4. August folgende Antwort er- etlt:

Soweit sich die Frage auf den Erlaß von llusführungsvorschristen bezieht, dürfte sie durch te mittlerweile erlassenen und im Regierungs­blatt Ur. 12 von 1926 erschienenen Verord­nungen zur Durchführung des An­leiheablösungsgesetzes erledigt sein. Diese Verordnungen waren abhängig von der II. Reichsverordnung vom 2. Juli 1926 j =ur Durchführung des Anleiheablösungsgesetzes nb konnten erst nach deren Erscheinen erlassen werden.

Was die Auszahlung der Ab » -ösungsanleihen bedürftiger An - leih Mitbesitzer betrifft, so wird sie bei : der befannten Einstellung der Gemeinden wohl siiner Schwierigkeit begegnen. Ich bin jedoch ; gegebenenfalls auch bereit,

an die E cme.nden ein? Empfehlung im Sinne oer Anfrage der Abgeordneten Birnbaum richten und nehme in dieser Hinsicht auch Be- irg auf § 6 des mit meinem Schreiben vom heutigenu Rr. M. d. I. 4174 übcrfanblen Ent- üurfö einer I. Verordnung zur Durchführung )-r Aufwertun g von Sparguthaben. Qür eine über eine Einpfehlung hinausgehende Einwirkung würde bei den Gemeindeanleihen i Ilerdings eine gesetzliche Grundlage ehlen I. V. gez. Dr. R e i tz.

Schwankungen der französischen Politik.

Don unserem Z-Berichterstatter.

(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Paris, August 1926.

Der französische Frank hat seit dem Re- ii «ruirgsantritt Poineares den Dörsen eine große I cberraschungbereitet. Die Spekulation nicht mm ersten Male hat ungeheure Summen Floren; es geschah geradezu das Gegenteil Kuxm. was man in London und Amsterdam innabm. Man hat den französischen Frank stets

Grund der Erfahrungen mit den mitteleurc- -Äschen Devisen beurteilt, und vergessen, daß 'A< finanzielle Struktur Frankreichs von Grund anders ist, als z. D. die Deutschlands. Ä-nn es aber falsch war, den Frankenverfall ici$ig und allein mit Inflation zu erklären, so ;'t ebenso falsch, in dieser rapiden Hausse nur ti® Auswirkung der fiskalischen Maßnahmen der Regierung zu erblicken. Sehr verschiedene Um» !.äiabe haben zu der Aufwärtsbewegung des sanken geführt, und die fortwährenden Schwan- ärgert zeigen, daß nur ein Teil der Hausse gc- x'abtfertigt war. In den hiesigen Wirtschafts- Ireifcn hat man dies keinen Augenblick ver- h'fcn, die Kommentare der Presse waren nie- :!wlS begeistert, und der Handel reagierte nur ticc zögernd. Die Preise wurden nicht herab- Ulfcht, vielmehr erreichten sie den Weltmarkt- .'t*i$, an vielen Punkten haben sie ihn heute chion Überschritten. Und die französische Industrie :?zann zu klagen. |

Die unbedingt sehr geschickt geführte Der- :r äuenspropaganda Poincarss hätte s-.cs allein nicht zustande bringen können. Es auch andere Motive vor. in erster Linie en.c Panik bei der über span n ten Spe- lj : a t i o n. All das kann aber nichts daran ciüem, daß Poincarö in der letzten Zeit viel an '

2nfo er bastelte wieder fürchterlich an dem Radio herum, ich fand es grausam, daß er dem Lasten nicht vorher eine Morphiumeinspritzung machte, und schließlich sagte er:Sie haben die Röh- ren überheizt, und außerdem ist die Batterie ent- laden, überhaupt sind das ganz falsche Röhren, und die Erdung ist dilletantisch angebracht!" Und er ge^ brauchte noch einen fremdländischen Ausdruck aus der Radiobranche, nämlich den AusdruckTineff".

Ich besorgte neue Zubehörteile, neue Röhren, neue Batterien, bloß denneuen Tineff" hatten sie in dem Radiogeschäft nicht. Und jetzt funktionierte die Kanaille wieder! Ich hörte ganz deutlich fämt- liche Rückkoppler in der Nachbarschaft und auch den elektriswen Staubsauger, den sie im Stockwerk unter mir haben.

Die Reparatur hatte wieder einen Haufen Geld gekostet, und ich sagte mir:Mein Radio wächst sich zu einer Asirnentenangelegenheit aus! Es geht nichts über einen Gelegenheitskauf!"

21m nächsten Mittag war ich ganz erstaunt, daß i das Radio immer noch ging. Ich war riesig stolz *

Mein Radio.

Bon Karl Ettlinger, München.

^Stumpfsinn breitet sich nicht aus, hast ein Radio b im Haus!" Dies ist meinem Freund Maxl fein teilt- und Magenspruch. Und deshalb beschloß ich: terldjen, werde auch du Rundfunkler!" Und siehe , es bot sich mir ein herrlicher Gelegenheitskauf: n Bastler bot wegzugshalber seinen Dreiröhren. :p«irat für einen Pappenstiel an. Ich verstehe irs vom Radio, denn nach jedem der vielen jqer, die ich darüber gelesen habe, war ich zehn roDjent dümmer als zuvor, und deshalb fragte ich: )wiröhren? Muß man da drei Ohren haben?"

Also der Bastler führt mir das Ding in seiner ' Jßnung vor, und da funktionierte es tadellos.

ift hörten wir ein Stück aus Lohengrin, und er f )!-<:Das ist Zürich!" Dann machte er ein bißchen ! !e.spokus an den Spulen, wir hörten wieder den llh mgrin, und er sagte:Das ist Prag!" Dann

Ire er an der Abstimmung herum, schraubte die Hen kleiner, wir hörten wieder den Lohen- |:n und er sagte:Das ist London!" Und zuletzt -rt m wir die Worte:Hiermit schließt München tätige Opernübertragung." Und er sagte:Das

unter Durchbohrung mehrerer Zimmertüren einen | zerbeißt die Spulen. Aber auch das hat nichts ge, Draht kreuz und quer durch die Wohnung in Brust- Holsen. Und wie ick xum ftenfter hinnn«f*nfiP hohe, weil wir ferne Leiter hatten, und man kann jetzt den Vorplatz nur noch unter Zuhilfenahme eines Bergstocks überqueren. Zuletzt sagte er, er kommt morgen wieder, ging weg und ließ sich nicht mehr sehen. Aber das macht nichts, weil ich ihn vor­ausbezahlt hatte.