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Vas Anfahren und Verladen des Holmes am Bahnhof ist noch nicht zu bemerken. — 3m Bel» tropschen Saale wurden vor Erwachsenen und Kindern L i ch t b i l d e r v o r f ü h r u n g e n verunstaltet, die von den vorjährigen Deutschen '-Tagen in Kufstein und an anderen Orten berichteten. Der Reinertrag der Veranstaltung wird im Interesse der AuSlanddeutschen Verwendung finden.
Mrcis Kricdbcrg
sf. Friedberg. 15. März. Am Sonntag sand im „Deutschen Haus" eine Tagung des Krols- verba noes der Deutschen Volkspartei statt, die aus allen Teilen des Preises gut besucht war. Der Vorsitzcnbe, Prof. SU o o s , eröffnete die Versammlung mit den, Hinweise auf die gespannte potitische Lage sowohl im engeren Streife unserer Heimat, wie auch in der Weltpolitik. Als Redner war Laudtagsabgeordneter Bürgermeister Dr. Niepoth aus Schlitz erschienen, der in aussühr licher Welse über das Thema „Die politische und finanzielle Lage im Reiche und in Hessen" sprach. Mit Recht betonte er in dem ersten Teile seines Vortrages die erfreuliche und feste Haltung unserer Delegierten bei den Verhandlungen in Genf, und wie es dem llugen Verhalten Stresemanns mit der Zeit doch gelungen sei, mit einer Politik ohne Machtmittel unserem Vaterlande wieder einen Teil der gebührenden Stellung zu verschaffen. In bem Zweiten Teil des Vortrages übte er scharfe Kritik on der Finanzpolitik Hessens, die unser Land bis zum finanziellen Ruin geführt habe. (Er gab weiter bic Mittel und Wege an, die zur Besserung führen könnten, ohne in Harten zu verfallen, und recht fertigte zum Schlüsse das Zusammengehen der Deutschen Volkspartei mit dem Bauernbund, das hier und da in der Partei Befremden erregt habe. An das mit großem Beifall aufgenommene Referat knüpfte sich eine lebhafte Aussprache, welche dadurch von besonderem Werte war, als dabei die Vertreter der verschiedenen Berufsstände zu Worte kamen, die ihren Standpunkt und ihre Wiinsck)e vertraten, zum Schlüsse aber* ihre Uebereinstimmung mit der Haltung der Partei nuobrücften; besonbers wurde das Zusammengehen mit dem Bauernbunde nach den Erläuterungen des Referenten allseitig gebilligt. Zum Schlüsse sprach noch Geschäftsführer Weisser von Gießen über Organisationssragen und regte die Gründung von Ortsgruppen au: er konnte u. a. die erfreuliche Mitteilung machen, daß sich vor kur zem in Vilbel, der Hochburg der Sozialdemokratie, eine starke Ortsgruppe der Deutschen Volks- partei gegründet habe.
ss. Friedberg, 16. März. Heute wurde der im 8 2. Jahre verstorbene Schlossermeister Christ. Loh zur letzten Ruhe bestattet: der Veteranen', und Militärverein, zu dessen Gründern der Verstorbene gehörte, gab ihm das Geleit. Mit ihm ist in hiesiger Stadt wohl der letzte A l t v e t e v a n verstorben, der außer dem Feldzüge 1870,71 auch in den Jahre»! 18b4 und 1866 aktiv war; beim Ausbruch des Weltkrieges stellte er sich sofort zur Verfügung und übernahm mit noch anderen Mitgliedern de« 'Veteranen- und Militärverein« die vorläufige 'Bewachung des.großen Viadukts zwischen Friedberg und Vad-Äauheim.
00 Nieder-Flor stabt, 16. März. An höher gelegenen Stellen unserer Gemarkung ist die Erde schon so stark abgetrocknet, daß mit der Frühjahrsbestellung begonnen wer- den kann. Gestern hat Oelonomierat Alles vom hiesigen Hof als erster den Sommerweizen gesät.
Kreis Büdingen.
i. Nidda, Iß. März. Der Turnverein 1859 Nidda hielt im Vereinslokal „Zur Krone" seine Jahreshauptversammlung ab. Der 1. Sprecher Dr. Fritz Koch erstattete den Jahres- bericht. Die Berichterstattung des Oberturnwaris ergab ein recht erfreuliches Bild. Nicht nur, daß der Verein im vergangenen Jahre sehr schöne turnerische Erfolge zu verzeichnen hatte, hat er auch in allen Gebieten des deutschen Turnens gute Fortschritte gemacht. Dav abgelaufene Jahr hat für den Verein burch den Turnhallenbau eine ganz besondere Bedeutung, die auch für das kommende Vereinsjahr durch Vollendung der Halle und Abhaltung des 53. Gauturnfestes gilt. Die Kassenver- hältnisse sind für die gegenwärtige Notzeit recht zu- sriedenstellenb. Bei der Vorstandswahl wurden alle alten Mitglieder wiedergewählt. Für den scheiben' den Spiel- und Volksturnwart Beck, der nun als Turn- und Sportlehrer in Mainz wirkt, und dem der Vorsitzende in warmen Worten den Dank des Vereins für bic geleistete Arbeit barbrachte, kam hinzu Turner Herrn. F a r k. Als stellvertretenber Frauenturnwart würbe Kätchen Stäbler bestellt.
sch. Bleich enbach, 16. März. Die Eheleute Ioh. Eduard Heß und Margarete, geb. Veuter, feierten das Fest der goldenen Hochzeit. Dem Jubelpaar wurden zahlreiche Ehrungen zuteil. Der Jubilar war lange Jahre Gemeinderechner und Tlntererheber und ist weit über die Gemeinde unseres Orte« hinaus hochgeachtet. Ein 0 n t e l bet Jubilarin, Johannes Kraft, ist noch am Leben, er steht im 9 5. Lebensjahre, lieft noch täglich seine Zeitung ohne Drille und ging int vorigen Sommer noch mit auf das Feld. Gewiß eine seltene Rüstigkeit.
Kreis Schotten.
lg. Gedern, 16. März. Die Aufstellung der Steinklopfmaschine im Steinbruch der Firma Gebrüder Traiscr wird in oller Kürze beendet sein. Auch in der „Wann" wurde ein neuer Steinbruch von einer Frankfurter Firma eröffnet, was im Interesse der Einwohnerschaft, besonders aber der Erwerbslosen, liegen dürfte. Insgesamt sind jetzt in unserer Gemarkung acht Steinbrüche im Betrieb.
lg. Rieder-Seemen, 15. März. Nachdem auch die dritte Biirgermei st erwähl, bei welcher der Kandidat Herröder siegte, von der Gegenpartei angefochten wurde, soll, wie verlautet, das Bürgermeisteramt kontmissarisch verwaltet werden.
Kreis Alsfeld.
-er. Homberg a. d. Ohm, 16. März. Die Holzverstetgerung der Stadt zeigte hier wie allerwarts, der Qualität des Holzes ent- sprechend, hohe Preise. In erster Linie kam
dabei Werkholz in Betracht. — Der Verschönerung«- und T o u r i st en v e r e i n veranstaltete im Saale des Frankfurter HoseS" einen Familienabend, der gut besucht war. Dabet wurde zunächst eine Dilderserte der Alpenweit gezeigt. Diese und auch die angeschlossenen Heimatbilder gefielen sehr gut. Sämtliche Darbietungen waren von Musikstücken umrahmt.
Starkenburg.
WEN. Offenbach, 16. Marz. Der soeben bem Stabtparlamcnt zugeaangene Haushaltsplan schließt mit einem Fehlbetrag von 1,5 Millionen ab. In Wirklichkeit ist der Fehl betrag noch größer, bn aus dem Vorjahre noch ein Ueberschuß von 500 000 Mark vorhanden war, so baß man also von einem Defizit von 2 Millionen Mark sprechen kann. Das riesige Defizit bürste hauptsächlich auf bic katastrophale wirtschaftliche Vage Offenbachs, in der bekanntlich jeder fünfte Einwohner erwerbslos ist, zurückzuführen fein.
Langen, 16. März. Vor einer außerordentlich großen Zuhörerfch.ir sprach Dr. rned. Weimar aus Mainz im Auftrage des hessischen Ministeriums, Abt. Gesundheitswesen, im grollen Turnsaale der Waldschule Hierselbst über ..D i e Geschlechtskrankheiten und bereu Bekämpf un g". In l' ..stündiger Rede gab der Vortragende eindrucksvolle Aus- Härung über diese schwierigen und brennenden Fragen unserer Zeit. Dringend warnte er vor bem Kurpfuschertum und sprach die Hoffnung aus, daß in Deutschland nicht mir die Hand- werlec ihre Gesellen- uird Meisterprüsung ablegen müßten, sondern vor allem alle diejenig.-n, denen da« kostbarste Gut des Volkes, die Gesundheit. anvertraut sei. Zahlreiche Lichtbilder ergänzten den mit lebhaftem Beifall ausgenom- mencit Vortrag in bester Weise.
WSR. Pfungstadt, 16. März. Zn ber Papierfabrik von Heil u. Söhne verunglückte heute nacht gegen drei AUjr der 42jährige Meister Adam Schrö bel von hier daurch tödlich, daß eine Schutzvorrichtung brach, wobei Schröbel zwischen zweiTranSmissions- scheiben geriet und dadurch völlig zermalmt wurde. Der Tod trat auf der Stells ein.
Preußen.
Mvcid Wetzlar.
MSN Wetzlar, 16. März. Hier ist eine Zwangsinnung für das Spengler- u n h I n st allate urgewerbe errichtet worden. Der Regierung-präsidcnt in Koblenz hot bereit« seine Zustimmung erteilt.
g. Krofdorf, 16. März. Einen wohl- gelungenen W e r b e t a g veranstaltete am Sonntag int Saale be« Gastwirt« Freund die A r - beiter - Samariter ° Kolonne unter Leitung des Sanitätsrals Dr. Seipp. Die Veranstaltung hatte einen sehr starken Besuch von hier und auswärts aufzuweisen. Die hiesige Kolonne konnte den Besuchern durch die praktischen Vorführungen im Verbinden bei llnglüd«.
füllen, Beinbrüchen usw. ein anschauliche« Bild vom Wirken einer Sanitätskolonne zeigen. 6a- nität-rat Dr. Seipp gab in einem Vortrag die nötige Aufklärung. Die hiesige Kolonne, die Im Oktober vorigen Jahres gegründet wurde, zählt gegenwärtig 30 Mitglieder. Von der Gießener Samariter-Kolonne waren zahlreiche Mitglieder erschienen. — Bei der G e m e i nd eh o l zv e r - Weigerung wurden für 1 Raummeter Buchen- scheiter durchweg 20 Mk.. für Buchenknüppel 15 Mk., für Buchenreisig bl« zu 4,20 Mk. bezahlt. Del den staatlichen Holzversteigerungen sind die Preise bei guten Brennhölzern fast ebenso hoch.
ch. Lützellinden, 16. März. Unsere Gemeinde sieht sich in Kürze vor die Ausgabe ge- stellt, eine gründliche Erneuerung der elektrischen Lichtanlage durchführen zu lassen. Da die Leitung in den Kriegsjahren gelegt wurde und infolgedessen ein elnwandsreteS Material nicht verarbeitet werden lonnte, befindet sich sowohl das Ortsnetz wie auch die UebcrlanhAentrale in einem unbefriedigenden Zustand. dessen Auswirkungen von unfern Bewohnern als sehr unliebsam entpfunden werden. Ihn bei der Instandsetzung einer allzu starken Belastung des Gemeinoeetats vorzubeugen, erhebt die Gemeinde im Monat pro Zähler eine Mar! Miete und läßt diese Betrage einem Fonds zufließen, der zur gegebenen Zeit einen willkommenen Beistand zu den entstehenden Ernene- rungSkosien leisten wird.
Kreis Biedenkopf.
Königsberg. 16. März. Zur Beförderung des Eisensteins der Grube Königsberg legt zur Zeit die Gewerkschaft M a n n e s in a n n eine Drahtseilbahn nach bet Haltestelle Bieber an. Die Schwebebahn führt in einer Gesamtlänge von 3 Kilometer zwischen Kronen- und Steinmühle über das Biebertal und sucht auf diese Weise das Dors Bieber zu umgehen.
Mainftan.
WSR. Frankfurt a. M. 16. März Zu den Meldungen über die Ernennung be« Höch st er LandratS Zimmermann zum Polizei- p r ä s i d e n t e n v o n Frankfurt erfahren wir aus Berlin, daß es z u l r i f s t, daß Zimmermann für diesen Posten in Aussicht genommen ist. Der vor einigen Tagen von Der holländischen Regierung ausgelieferte Mündelgelder- desraudant Paus DreSde hat bei seiner Vernehmung ein gestanden, daß er städtische Gelder in Höhe von 8 0 0 0 0 M k. unterschlage n und l ii Sptellokalen vertan hat. Bisher wurde Die Höhe der unterschlagenen Summe auf 60 000 Mk. angegeben. — Das hiesige Müllabfuhr wes en wird gegenwärtig derart reformiert, daß unter völliger AutoMobilisierung des Fuhrparks das T v n n en u m - I e c rs y st em angeführt wird. 3n der Innenstadt sind bereits sechs moderne Kruppsche Müllabfuhr' wagen in Tätigkeit, die sich gut bewähren. Die übrigen Stadtteile folgen alsbald, wozu weitere 16 Wagen erforderlich sind.
Turnen, Sport und Spiel.
Ausschluß des Hanauer Fußball- Clubs 1893.
WSR. Nürnberg, 16. März. Der Verbandsvorstand der Süddeutschen Fußballvereine, Sih Nürnberg, veröffentlicht heute in seinem amtlichen Organ eine Bekanntmachung, in der mitgetellt wird, daß der E r st e Fußball-Elub, 1893 in Hanau mit sofortiger Wirkung aus dem Verbände ausgeschlossen wird. Die Verbandsverelne werden darauf hingewiesen, daß jeder sportliche Verkehr mit ausgeschlossenen Vereinen verboten ist und bestraft wird. Der Ausschluß wird damit begründet, daß der Hanauer Verein unter Verstoß gegen die Satzungen eine c l n ft ■ weilige Verfügung deS Landgerichts München gegen den Verband erwirkte, durch die dem Verband untersagt wurde, seine gefaßten Beschlüsse auszuführen. Ferner habe der Verein versucht, die Durchführung der Spiele um die süddeutsche Meisterschaft in eigennütziger Weise zu unterbinden und dadurch den instanzenmäßigen Weg bewußt verlassen.
Vom Gau Hessen D. T« 3 Bezirk,
vezirksgeräleturnen in Nidda.
c. 'Für den Sonntag hatte der Turnverein 1 8 5 9 Nidda die Turner des 3. Bezirks (Hungen — Nidda - Schotten) zum Dezirts- geräteturnen clngeladen. Diesem R if zum turnerischen Wettkampf folg.en aus dem kleinsten Bezirk des Hessengaue« die stattliche Zahl von 180 Wettkarnpfteilnehmern, die, eingeteilt in 4 Turner- und 2 Turnerlnneilstufen, unter Leitung der DezirkSturnwarte Z e s ch k y - Scholten und R e i tz - Langsdorf sich in einem Eeräle- zehn- oder -siebcnkamvf gemejfen haben. Die Veranstaltung nahm, dank der guten Vorbereitung durch den Turnverein Nidda, einen sehr guten Verlauf. Zunächst traten die Turner und Jung turn er auf den Plan, denen die Turnerinnen und Schüler folgten. Alle Abteilungen zeigten sehr gute Leistungen, aus denen besonders öle Schüler und Turnerinnen hervorstachen. Die Veranstaltung zeig e, daß die Zahl Der Geräteturner gegen das Vorjahr um 20 Prozent zug. n^mmen hat, sich also wieder besonderer Bellebthrlt erfreut. Hier war die gute Zunahme der Jugend besonders erfreulich: oleS wird dem inneren Erstarken und dem turnerischen Leben des Bezirkes nur von Vorteil sein. Die Arbeit der Kampfrichter war recht gut, so daß das Turnen ausgezeichnet verlies und rechtzeitig beendet war. Am Nachmittag fand bis zur Preisverteilung ein Schauturnen des Niddaer
Turnvereins stall, in dem neben der ersten Turnerrieae noch die Schülerinnen und Turnerinnen Beweise ihre« vorzüglichen Könnens gaben. Unter den teilnehmenden Vereinen ragten insbesondere neben dem Tv. Nidda noch der Tv. Hungen hervor, der bei der Jugend- turncrn=llntc) ftufe den 1. Sieger und bei den Turnerinnen die Ehren- und 1. Siegerin stellte. Das beste Bild der allgemein-turnerischen Durchbildung gibt jedoch nach wie vor her Tv. Nidda, der von den 180 Teilnehmern allein 6 1 Sieger. darunter auch einen ersten (Turnerinnen- alntersiuse) zählte. Nach Nidda stellte die meisten Sieger Tv. Gedern mit 20, Hungen mit 18, Langsdorf mit 17. QJ Ulina en mit 14. Schotten mit 13. Wallern hausen mit 9 Preisträgern. Nach den schönen Leistungen des Nachmittags konnte Bezirlsvertreter Wolf folgende ersten Sieger in den einzelnen Stufen bc- fannlgeben:
Schüler (75 Sieger): 1. Hch. Menzel, Tv. Gedern, 136 P.. 2. Wilh. Herold, Tv. Hungen, 134 P., 3. Reinb. Beutel, Tv. Wallern hausen, 133 P., 4. Otto Graf l„ Tv. Vllllngen, 131 P.. 5. Hch. Zimmer, Tv. Vllllngen, 129 P.
3 u g e n b t u r n c r - 11111 c r f( u f e (18 ©lener): 1: Ernst Emmerich, Tv. Hungen, 123 P., 2. Wilh. Ullrich, Tv. Nidda, 121 P.. 3. Karl Fav, Tv. Langsdorf, 119 P., 4. Rud. Gras, Tv. Äillingen, 118 P., 5. Paul Hugo, Tv. Villingen 117 Punkte.
3 ugenb tu rn e r - 0 t er ft u f e (17 Sieger): 1. Karl Paul, Tv. Vllllngen 165 P., 2. Kurt Katz, Tv. Hungen, 163 P., 3. Gg. Emmerich, Tv. Hungen. 155 P., 4. Wilh. Stichler, Hungen, 155 Punkte, 5. Ernst Kohlheyer und Wilh. Branden- berger, Tv. Hungen. 144 P.
Turner (16 Sieger): 1. Karl Müller. Tv. Hirzenhain, 173 P 2. Paul Reuter, Tv. Hungen. 172 P., 3. Albin Sperber, Tv. Scholten, 166 P.. 4. Hermann Hofmann. Tv. Schotten, 155 P.. Ludwig Wenzel, Schotten. 154 P.
Turneri nnen-Unter stufe (22 Siegerinnen): 1. Else Eckhardt. Tv. Nidda, 134 D., 2 Ma- riechen Kirschenstein, Tv. Hungen. 129 P., 3. Luise Zoll, Tv. Nidda, 128 P., 4. Gertrud Kessel, Tv. Nidda, 127 P., 5. Ma riechen Stehl, Tv. Hungen, 121 Punkte.
Turnerinnen-Oberstufe (13 Siegerinnen). Ehrenstegerin Else Giser, Tv. Hungen, 137 P., 1. Siegerin Ottilie Hofmann Tv. Hungen, 130 P., 2. Sofie Wagner, Tv. Nidda, 126 P., 3. Elfriede Erk, Tv. Nidda, 123 P., 4. Greta Walther, Tv. Nidda, 121 P„ 5. Lotte Jockel, Tv. Hungen. 120 P.
Deutscher Lee-Ftugwettberverb 1926. vo. In aller Stille lind bic Vorbereitungen zu dem „Deutschen See^Ftugwettbewerb 1926 , den der Deutsche Lnftfahroerband im Juli b. I. mit
Genehmigung bes Deutschen Lustrates veranstaltet, betrieben worben. Die Vorarbeiten zu biefem größten flugsportlichen Ereignis des Jahres 1926 find naturgemäß schwierig und sehr umfangreich. Zwar kann sich der Veranstalter zum großen leit auf bic Erfahrungen im „Deutschen Rundflug 1925" stützen: die Atiotragung bev biesjährigen See-Flug' Wettbewerbs stellt aber doch mandic andere Be- bingungen, als bic vorjährige Land-Flnaveranstal- tung. too gilt es, für ben stüftenstreckenitug „erst- geeignetes Gelänbe" ober besser gute Zwischenlande- und Ankerplätze auolinbig zu machen. Auch bic personellen Verhältnisse waren bei ber vorjährigen Flugveranstaltung günstiger, die Hauptlast der Vor« arbeiten ruht diesmal In weitaus größerem Maße auf dem Organisationsausschuß selbst. Trotzdem sind die Vorarbeiten In großen Zügen beendet, bic Termine für die Veranstaltung liegen endgültig fest und auch an der Strecke, bic im Wettbewerb geflogen werden wird, dürsten nur noch kleine Veränderungen vorgenommen werden.
Der Gesamtwettbewerb, der sich aus technischen Leistunaoprüsungen, Streckenflug und Seclüd;tig> rcitvprufungen zusammensetzt, beginnt am Sonntag, 11. Juli, mit dem Eintreffen Der Wettbewerber in Warne m ü n b e. Vom 1‘2. bis 23. Juli werben die Teilnehmer burd) Angehörige ber Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt auf ihre technischen Leistungen hin gevrüst. Samstag, 24. Juli, der erste Tag ber Kültenstreckenflüge, führt ble Flugzeuge von Warnemünde über Holtenau bet Kiel — Ham bürg — längs ber ostfricstschen Inselkette nach Norderney, wo die Flugzeuge nach einer Schleife über Vorku m — Emden während der Na^t verbleiben. Am Sonntag, 25. Juli, geht eß zurück nach Warnemünde, diesmal aber über Helgoland und W c ft e r 1 a n b • 6 n 11. Am 3. Tag fliegen die Teilnehmer von Warnemünde aus oft- märte bis Villau, wo sie nach einer kurzen Schleife übernachten, um am 4. Tage auf einem bem Hinwege ähnlichen Rückfluge nach Warne- münbe zurückkehteii. Die tägliche Leistung bet Teilnehmer beträgt bei einer Gesamistreckc non rund 3350 Kilometer etwa 1000 Kilometer, eine gewiß hohe Ansorderung, welche an Personal und Material gestellt wird.
Der Held.
(Wahren Begebenheiten nacherzählt.) I.
(tztistan loninil bedrückt aus dem Geschäft nach Haufe. „Ich glaube, ich babe Zahnschmerzen!" — „Aber du mußt dach wissen, ob es welche sind", faßte feine Frau. „Natürlich sind's welck-e, aber wenn ich denke, daß ich zum Zahnarzt flehen muß, dann spure ich nichts mehr davon!" - „Wenn du aber schon Schmerzen hattest, ist cs l)öchste Zeit, lasse dir doch heule nachmittag die Zähne einmal Nachsehen!" — „Heute nachmittag — jagt Gustav gedehnt, .habe ich zuviel zu tun, ich gehe morgen hin!
II.
Denl' mal, Paula, für heute nachmittag ist plötzlich eine Sitzung anberaumt worben!" — „Ist sie so wichtig, baß bu daran teilnehmen mußt? Du wolltest doch zum Zahnarzt!" — „Du willst sagen, ich müßte zum Zahnarzt, aber das ist bei der hervorragenden Bedeutung dieser Sitzung voll kommen ausgeschlosseni"
HI.
„Paula, weißt du auch, daß wir diesen Monal fehr knavp mit den leidigen Moneten sind?" — „Was willst du damit sagen, knapp ist heute jeder, und zwar immerI" — „Ich dachte, ob ich nicht die Zahngeslhlchtc erst Im nächsten Monat erledige, nm uns nicht flana in die Klemme zu bringen!" — „Aha, ich verstehe," spöttisch „Aber bu vergißt, daß wir ja in einer Kasse sind, die baß alles be zahltI" Er, sehr kleinlaut: „Ach ja, richtig, hm, ich gehe nachher hini"
IV.
Gustav kommt ganz gebrochen vom Zahnarzt zurück: „Der Zahn, der leiste oben, muß heraus, es ist zu spät, leine ^Plombe hält mehr!" Schwer läßt er sich auf einen Stuhl fallen. „Aber, lieber Gustav, du hast ben ganzen Felbzug mitgemacht und--"
-Ich weiß, unb drei Auszeichnungen erhalten, aber einem lebenbigen Menschen bei lebendigem Leibe ein Stück hcrauvzureißen, — das ist das Furcht■ barsteI Morgen mittag soll cs geschehen," spricht er bmnps. „Du wirst ja gar nichts davon spuren, ich habe es doch im vergangenen Jahr erlebt!" — „Wirklich?" Er stehl sie sehr interessiert, bann miß' trauifd) an, „dos wäre ja. ein kleiner Hofsmingv schimmer, aber sicher willst bu nur meine griißlickp Angst etwas beschwichtigen!"
V.
„Unb nun machen Sie bitte mal den Mund recht weit auf!" Der Zahnarzt nähert ble Hand mit einem Instrument, da wimmert (tzustav auf. „Aber, aber," machte ber Zahnarzt In beruhigenbem Ton, etwa so, wie man zu einem ganz kleinen Kinde spricht, „ich habe Sie ja noch gar nicht berührt!" Der Held besinnt fldi auf sich selbst unb lässt allez ohne einen Laut über sich ergehen, zumal traf-, eifrigen Hantierens und donnerähnlichen ftrndjciv. im Kopf nicht ber geringste Schmerz zu uer- spüren ist.
VI.
„Hallo, Paula, bist bu am Apparat? — Jawohl, ich bin's, der Zabn ist draußen, unb ich habe bisher nicht bas Leiseste gespürt! — Sag' mal, wann kommen denn nun bic Schmerzen? — Wie, überhaupt nicht'? Dao glaubt blr boch kein Mensch, das, da nichts hinterher kommen sollte! — Ob eo nicht doch besser wäre, wenn ich gleich heiinkäme und mich ins Bett legte? — Paula, ich bitte dich brin- genb, lach' mich nicht aus, fo eine schwere Operation — — Na, Ich werde mal versuchen, alles zu erledigen, aber sowie ich das Geringste spüre, komme ich sofort nach Hause!"
VII.
Gustav, in banger Erwartung: „Nun sei mal ausnahmsweise ganz ehrlich, Paula, hattest bu damals auch keinerlei Schmerzen'?" Paula, überzeii- genb: „Nicht bie geringsten!' — Gustav, beschwö- renb: „Glaubst du, baß ich fetzt, nach fünf Tagen, noch welche bekomme'?" — Paula, fHjr spöttisch- „Ausgeschlossen!" — Gustav wirst sich l-elbenhast in bic Brust: „Gib mir 20 Mark, unb ich lasse nur noch einen Zahn ziehen, aber ebenso chmerzlov, versteht sich!'^ Tacho.
i=Rahma-biiäawcfi


