Einzelbild herunterladen

B3

finb oft sehr geistreiche und zündende Apercus über Frauen und Liebe in den Mund gelegt, es gibt auch auf den Komödienton abgestimmle Si­tuationen, trotzdem ist leider zu oft der Witz mit Belanglosem verschüttet. Cs bleibt alles in allein eine nette, aber ein wenig langatmige Komödie bon ürauenkamp, und besiegten Männern übrig. Dre Kämpferinnen auf diesem Kriegsplah der Frauen sind die Gräfin Grandchamp (®attin eines alten Generals und glühenden Patrioten, dessen Ideal der gestürzte Napoleon ist) und ihre Stieftochter Pauline. Das Kampfziel aber ist Ferdinand de Marcandal, ein Royalist und ehe­maliger Geliebter der Gräfin, der jetzt die Tuch­fabrik des Generals unter dem Namen Charny leitet. Er liebt die Tochter, will sich von der Gräfin besiegt, während der Vorhang fällt, schon nnt allen Mitteln der List und weiblichen Ver­schlagenheit geführten Frauenkriege. Verschiedene Personen greifen direkt und indirekt in diesen Liebeskainpf ein; als Siegerin geht Pauline mit ihrem Ferdinand durchs Ziel, aber die besiegte Gräfin besiegt während der Vorhang fällt, schon den neuen Liebhaber. Ihr Gatte, der große General, merkt von nichts, nur der Hausarzt ge­winnt tiefere, strategische Einblicke. Die Jahres­zahl 1829 gab Anlaß zu einem ganz reizenden Rahmen. Richard Weichert hetzte die Geg­nerinnen in gesteigertem, alle Spielmöglichkeiten und Feinheiten erschöpfenden Tempo gegenein-- ander, Leontine S a g a n kontra Kundrh Sie­vert. Die etwas passivere» Manner waren Impekoven (General). B i b e r t i (Ferdi-" nand). Taube. Schiller und Schneider. Famos Mathilde Einzig in der Kammerfrau- episode. Der Beifall war start, aber er galt in allererster Linie wohl den Darstellern und ihrem Regisseur. L.W.

Frankfurter Theater.

Eine DSlKat-ArauffÜhrung im Schauspielhaus: Krieg der Frauen".

ilcbcricQt und bearbeitet von Walt. Meckauer.

Eigentlich liegt Sonore de Balzac die sati­rische Komödie näher, als dieses intime Spiel von rauenlist und Fra lenkrieg. obwohl ja auch hier die Satire aus dem Dialog stellenweise auf- wruht. Aber es sind eben nur Stellen, und der Schwung des Entwurfes hält einer dramatischen Komödie nicht stand. Der Gräfin Grandchamp

um dasMemorial to the missing" handelt, um das 20 Meter hohe und 40 Meter breite unö tiefe Kriegs- und Siegesdenkmal der Eng­länder, das jetzt in die inmitten der alten Vauban-Wälle früher ge.'egene Porte de Meenen gebaut werben soll. Da heißt die betreffende Zeile jetzt:to commcmorate the sacrifice of the British cmpires soldiers". Ich löse vorsichtig die aufgeklebte Zeile ab und lese, daß da einmal gedruckt gestanden hat:to commcmorate the sacrifice of English and Canadian soldiers Was die Kanadier, die Hilfstruppen Englands, hier bei Bpern an Abwehr und Angriff geleistet haben, wissen die deutschen Soldaten, die ihnen hier einmal gegenübcrlagen: das ist aber un­wesentlich, wenn es sich um britischen Ruhm handelt, der fein chimärenhaftes Maul soweit aufrecht daß er die Kanadier selbst dem Buch­staben nach vorher schnell herunterschluckt. Hoben die Kanadier nicht schon ihr kleines, aber äußerst stimmungsvolles Denkmal bei St. Julien, auf einer jäh abgeschnittenen Pyramidensäule die leidverzerrte Düste eines kanadischen Soldaten erhebend? Und die Irländer müssen mit einem bescheidenen Memorial inmitten der Ruinen der St-Mariins-Kirche vorlieb nehmen, de.en Mittel­schiff fast der Vollendung wieder nahe ist und Gott sei Dank einen stilgemäßeren Aufbau als die anderen, früher so schönen Hausfassaden Vperns erlebt. Vielleicht, daß dieser Aufbau eines Tages das irländische Denkmal notge­drungen aus Plahgründen und wegen Stil­widrigkeit verschwinden lassen muß... Die Chi­märe des Ruhmes würde ein gelindes Feixen dafür haben.

Was ist der Ruhm? Antwort gibt auf diese Frage auch das Zeebrügge-Museum. Wenn man von Ostende kommt und nach Dlankenberghe Aufährt. mahnt jeder deutsche Deton-Unterstand.

weitere Fahrt gen London oder Dünkirchen nicht mitmachen durfte. So wie hier hat mich die Chimäre des Ruhms niemals aufaeflappst. und ich habe ihr möglich chimärenhaft dito erwidert! Ich kann nur jedem Deutschen, wenn er dem Lock­ruf Ostendes nach deutschen Kurgästen nicht widerstehen kann, empfehlen. Dieses Kriegs­museum in Zeebrügge unter keinen LImstänben auszulassen: er würde sich sonst um ein ganz besonders erheiterndes Vergnügen betrügen.

Der Heros und der Märtyrer wird nicht im Panoptikum geschaffen. Der Ruhm tommt von selbst, leise wie eine schöne Blume erschließt er sich, um eines Tages wieder zu vergehen. Ein großes Volk löst das andere ab. Eine neue Zeit steigt über einer alten auf. Und niemcrndi dieser einen kleinen Gegenwart sieht das wider­liche Grinsen des Scheusals Chimäre. Schaut sie euch nur an, diese vermenschlichten Tiere, diese vertierten Menschlichkeiten, wie sie oben auf den alten Kathedralen hocken, die Zwischen­stufen Gottes und des Teufels, unbekannter Her- lu ,«"7^^rohe Lachen über die Kleinheit der Geschlechter und über die Flüchtigkeit eines winzigen Jahrhunderts...!

Preußen.

Kreis Wetzlar.

kz. Wetzlar, 8. Mai. Die Landwirte der Um» ßegend klagen über die hohen Preise für die jungen Schweine. Ferkel von 7 bis 8 Wochen wurden mit 50 bis 60 Mk. bezahlt. Ein Landmann konnte sich aus dem Erlös eines fetten Schweines nur zwei Ferkel kaufen. Die hohen Preise schreibt man den verbreiteten Viehseuchen zu, die die Ab Haltung der Markte verhindern. Die in den Handel kommenden wenigen jungen Schweine werden da her mit den höchsten Preisen bezahlt.

kz. Garbenheim, 8. Mai. Die Stillegung der GrubeP h i l I p p s m a n n" hat nicht allein einen ungünstigen Einfluß auf die Erwerbsmöglich­keiten der hiesigen Einwohner, sondern auch auf den unterirdischen Wasserlauf in der Um­gebung der Grube ausgeüvt. Während des Gruben­betriebes flössen durch die Ableitungsrohre fortgesetzt große Wassermengen, die die Pumpwerke beförder­ten, in die Straßengräben, die das Wasser fort­leiteten. Nun aber scheint das Wasser sich viele Aus­wege zu suchen und dringt in den Ländereien zwischen Grube und Dorfzutage, so daß manche Aecker mit solcher Wassermenge gespeist wer­den, daß sie unbe (teilbar geworden sind. Der Verg, in dem sich die Grube befand, -ifi reich Mit Wasser gesättigt.

* Au s dem Hütten berg, 8. Mai. U r ° 11 e S i t t e n bei der D e r l o b u n g junger Paare t>aben sich in den Gemeinden des Hüttenberges bis auf den heutigen Tag erhalten. An der Der obungsfeier nimmt die gesamte Dorfjugend teil, indem sie in gemeinschaftlichem Zuge vor dem Verlobungshause aufmarschiert, dort dem verlobten Paar bas sogenannteEhestandslied" singt und ihm zur Verlobung durch Händedruck Glück wünscht. Der Bräutigam zeigt sich dann durch ein Geldgeschenk er kenntlich, für das in der Regel ein Faß Bier ge trunken wird. Die männliche Dorfjugend läßt es sich hierbei nicht nehmen, die Verlobung außerdem nock; durch lautes Peitschenknallen vor dem Hause des Brautigams oder der Braut anzukündigen. Naht aber ber Hochzeitstag, unb bas Aufgebot wirb vom Stanbesbeamten erlassen unb im Gemeindebekannt machungskasten zum Aushang gebracht, bann voll stehen sich oft noch viel lustigere Stückchen. Kaum hat ber Drtsbiener bas Aufgebot ausgehängt, so finben sich schon am selben Abenb junge Burschen, die ben Kasten mit Pflügen, Eggen, Eggenschleifen u. dgl.[tiefen" (stützen). Die Stärke der Stützen - richtet sich ganz nach der körperlichen Konstitution der Brautleute. Sind ber Bräutigam und die Braut groß und stark, so werden auch stärkere Stützen ver­wandt, bei kleineren Brautleuten erfüllen schwächere Stützen den Zweck. Den Rekord in dieser Beziehung haben nun junge Burschen eines Hüttenbergdorfes vor kurzem geschlagen, indem sie bei dem' gleich­zeitigen Aushang von drei Aufgeboten neben" allen möglichen sonstigen Gegenständen den Teil eines d'cken Baumstammes dem Bekanntmachungskasten als Stütze unterstellten. Man mag über diese Sitten denken, wie man will, die Jugend hat sie von den Vorfahren ererbt und wird sie sich auch nicht nehmen lassen.

Kreis Biedenkopf.

1 Biedenkopf, 8. Mai. Der piefige Schwetnemarkt war mit 10 schlachtreifen Schweinen. 37 Läufern und 213 Ferkeln befahren. Die Ferkel kosteten 30 bis 35 Mark für 4 bis 6 Wochen alte Tiere, 40 bis 45 Mark für 6 bis 8 Wochen alte.

kz. Waldgirmes, 8. Mai. Die Obstaus­sichten sind in diesem Jahre bis jetzt ausgezeichnet. -Die Birnen sind verblüht und haben gut angesetzt. Die Apfelbäume sind zum Teil noch im schönsten Blühen, die schon vorhandenen Fruchtansätze ver­sprechen eine gute Apfelernte.

kz. Naunheim, 8. Mai. Die Maulwurfs- plage macht sich in diesem Jahre wieder in star­kem Matze bemerkbar. Unsere Gemarkung hat bedeu­tend mehr Maulwürfe als die beiden' Nachbarge­meinden Waldgirmes und Niedergirmes. Zu Be­ginn des Frühjahrs suchten die Tiere die noch nied­rige ftornfaaf heim, jetzt haben die Kerstenfelder zu leiden.

Dillkrcis

bl. Dillenburg, 8 Mai. Der Bezirksver band, der seinerzeit die Ueberlanbzentrale m Oberscheld erwarb, konnte im letzten Ge schästsjahr daraus eine Einnahme von etwa 160 000 Mark erzielen. Mit dem Betrag sollen vor allen Dingen notwendige Verbesserungen ausgeführt wer den. Bekanntlich schweben auch Verhandlun gen zwecks Beteiligung des Dillkreises an dem Unternehmen.

bl. He rb o rn, 8. Mai. Unter dem Einfluß ber luten Witterung nehmen die F r ii h j a h r s d e teHarbeiten auf dem Westerwalde einen guten fortgang. Wintersaat ist im Durchschnitt seh? gut, o baß mit einer guten Korn- nnb Weizenernte ge rechnet werden kann. Allem Anschein nach scheint es auch in diesem Jahre viel Obst zu geben. Die Bäume blühen reichlich.

einerlei, ob er nun von uns noch gesprengt wurde oder sein noch Jahrhunderte überdauerndes Ge­häuse Irgendwelchen fahrenden Leuten zur Som­mer- oder Winterwohnung überläßt: Besucht ja das Kriegsmuseum in Zeebrügge! Was man denn auch tut schon weil man auf der äußersten Spitze der Mole bei dem sogenannten Molenfürsten o, lieber Freund, wo magst du weilen? - so angenehme Stunden verleb» hat, nicht nur als damalsIntrepid" und- Iphigenie" mit ihrem Betoninhalt die Zu­fuhr zum Brügger Kanal für unsere U-Boote definitiv sperren soUten und der Molenfürst den Hohenzollern von S. M. persönlich überreicht erhielt... Alm das Pfingstfest herum im Mai vor acht Jahren war das. .. Um nun ein Museum zu sein, mit dem Schlagerstück der Original"-Messe der deutschen U-Boot-Kom­mandanten und mit einem offiziellen Führer vom Colonel G. Stinglhamber D. S. O. als Menaging Directeur, der sich noch ein besonderes Vorwort vom Late Duke of Wellington's Rgt. Major C. S. Langdale schreiben lassen mußte. Das hier soll nun ein Museum sein? Es ist die Chimäre eines Museums für jeden Deutschen und noch mehr für jeden Deutschen, der das Vergnü- gen hatte, dieses Original-Kasino im Kriege per- sonlich zu kennen und dort als Gast zu verkehren. Hier hat man bas wundervollste Musterbeispiel, wle Legenden entstehen können, so auch die, --m * ,enem Husarenstückchen der Engländer im Mai 1918 gegen Zeebrügge und Ostende kein mnziges deutsches U-Boot mehr den Hafen von -vrugge verlassen habe.Da lach ik as de Bur. wenn he mit'n Meßforken kiddelt ward!" Din 1? ^bst so manches liebe Mal auf Deck eine£ U-Bootes von Brügge nach Zeebrügge ge­fahren und an der Mole bei demFürsten" ausgestiegen, herzlich bedauernd, daß ich die

Oberhesfen.

Landkreis Gießen.

Heuchelheim, 8. Mai. DaS Jahres- fest ber K i r ch engesangvereine des Dekanats Gießen wird am Sonntag vor Pfingsten, 16. Mai, hier stattfinden. Da die Kirche im Innern noch nicht ganz wiederher­gestellt ist, werden der Gottesdienst um 1.45 Uhr und auch die Nachfeier um 3.30 Uhr in der neuen geräumigen Turnhalle abgehalten werden.

n Große n-Linden, 8. Mai. Die Pfla­sterung der Kreisstraße Großen-Lin- d e nK lein-Linden wird so eifrig betrie­ben, daß diese Arbeit voraussichtlich bis Pfling- ften beendet ist. Mit Der teilweisen Grab­legung des Kleebachs ist seit einigen Tagen begonnen worden, der Rest der männ­lichen Erwerbslosen hat hierdurch Beschäftigung gefunden. Damit die Anwohner durch den von den Autos aufgewirbelten Staub nicht mehr belästigt werben, läßt die Kreisstraßenverwal­tung die durch die hiesige Stadt ziehende Kreis st raße mit Teer bestreichen.

£ Wieseck. 10. Mai. Nachdem die A u s- b e s se r u n g s a r be i t e n. die an einem Teil des Weges zwischen Gießen und Wieseck borge- Kommen wurden, z u Ende geführt sind, kann von morgen, Dienstag, ab der Autoverkehr Wieseck Gießen sein?n Betr'.eb in vollem Umfange wieder aufneymen. Wahrend der einen Woche, in der der Betrieb infolge der Straßen­sperre ruhen mußte, konnte die Wahrnehmung gemacht werden, daß das Fehlen des jetzt ge­wohnten Verkehrsmittels sehr unangenehm emp­funden wurde.

s. Rödgen, 8. Mai. Die hiesigen Ar­beitslosen und einige aus dem nahen Trohe werden für einige Wochen Arbeit haben, da in unserem Dorf ein langer Straßenzug kanali­siert und diese Arbeit als Notftandsar- beit ausgeführt wird. Die Ausführung hat der Bauunternehmer Schäfer aüs Wi^eck über­nommen.

Daubringen, 8. Mar Unter den kleinen, noch nicht schulpflichtigen Kindern sind die Masern ausgebrochen, so daß fast der größte Teil der Kinder erkrankt ist. Die Krankheit hat glücklicherweise bis jetzt einen günstigen Verlauf genommen. D.e Kleinlin­de r s ch u l e mußte ihre Pforten schließen. Die Gemeinde hat eine neue Sandgrube in ber Nähe des großen Quarzitsteinbruches an­legen lassen und diese einem Konsortium von vier Leuten verpachtet, die die Verwaltung darüber und vor allem den Zufahrtsweg, sowie die ge­samte Anlage instand zu halten haben. Die durch die Ausbeutung der Grube vereinnahmten Gelder fließen zur Hälfte in die Gemeindekasse.

i Grünberg, 8. Mai. Ein Kölner Auto, bas sich auf dem Wege nach Hause befand, brannte auf ber Straße GrünbergGießen im Walbe unweit Grünberg fast vollständig aus. Durch einen heftigen Knall wurde ber Fahrer, der stch allein im Wagen befand, aufmerksam imd konnte sich durch rechtzeitiges Abspringen noch retten. Das Auto wurde nach Grünberg geschleppt. Die Vor­standsmitglieder ber Mittel st anbsverelni- gung unb des Bauernbunbes hielten eine gemeinschaftliche Sitzung ab, in ber wichtige Ge- meinbeangelegenheiten besprochen wurden, u. a. auch bie Erweiterung des Gallusmarktes. Vorerst ist geplant, daß am ersten Tage des Gallus- Marktes Schweine- und Krämermarkt, am zweiten Tage Rinboiehmarkt, Prämiie­rung und Verlosung ftattfinben soll. Eine Kommission ist beauftragt, biefer Angelegenheit näherzutreten unb hierüber einen Plan oorzulegen.

Kreis Friedberg

«jl Bad-Nauheim, 8. Mai. In der gestri- .gen Sitzung ber ©tabtoerorbneten fand bie ^gesetzliche Anorbnung, wonach die im Jahre 1926 ^begonnenen NeubaiitenfünfJahregrunb- ft e u e r f r e i finb, die Zustimmung ber Versamm­lung. Gutgeh: ßen wurden zwei Vermietungen in städtischen Neubauten, ferner verschiedene Neurege­lungen des Schwimmbabbetriebs im stäbti- fefjen neuen Freibab. Die Einzelkarte kostet in biefem Jahre 30 Pf. (voriges Jahr 25 Pf.), die Dauerkarte 6 Mk. Kinber zahlen die Hälfte: diese Vergünstigung gilt für Jugendliche bis zu 17 Jah­ren (seither nur bis zu 14 Jahren). Der Antrag ber Verwaltung auf Umbau bes städtischen au f e s Hauptstraße 55 wurde gegen die Stimme ber Verwaltung abgelehnt, weil bas be­treffende Haus baufällig und zum Abbruch reif fei. Da der Wohnungsmangel feine Benutzung vorerst noch notwendig erscheinen läßt, wurde naber 1000 Mk. für die allernotwendigsten Reparaturen bewilligt. In der vorigen Sitzung schloß sich an den Antrag ber Verwaltung und des Bauaussckiusses, die M i e t- p reife in einer größeren Zahl städtischer Häuser ab 1. Juli um 5 bis 10 Proz. zu er- höhen, eine lebhafte Auseinandersetzung zwischen

einem Privathause unterrichtet. In dem vvr- > genannten Jahre wurde das Gemeindewirtshaus umgebaut und Schulzwecken dienstbar gemacht. 1891 erfolgte ein zweiter Umbau, der das An­wesen von Grund auf änderte. Um Raum für eine 2. Schulklasse zu schiffen, wurde 1914 ein neues Schulhaus begonnen. Mit Ausbruch des Krieges muhten die Arbeiten eingestellt werden. Die Fertigstellung unterblieb nach Kriegsende, weil die nötigen Geldmittel fehlten. Dafür wurde ein zweiter Saal dem alten Schulhause an­gebaut, was mit geringerem Kostenaufwand ge­schehen konnte.

Kreis Alsfeld.

6e* 311S f e I ö, 8. Mai. (Stadivorstands- sihung.) In der jüngsten Sitzung gelangte der Voranschlag der Stadt-, Hospital- und Ar­menkasse für das Rechnungsjahr zur Vorlage. Er balanciert in der Betriebsrechnung mit Mart 461 640 in Einnahme und Ausgabe, in der Ver­mögensabteilung mit Mark 29 142 gegen Mark 185 020 im Vorjahre: insgesamt belaufen sich die Einnahmen und Ausgaben demgemäß voran- schlagsmählg auf Mark 490 782 für das Rech­nungsjahr 1926. Der ümlagenbeb ar f be­ziffert sich, nachdem die Finanzkommissivn bei der Vorberatung des Voranschlags etwa Mark 9000 an den Ausgaben für den Betrieb gestrichen hat, , auf Mark 91 000 gegen Mark 83 00U im Vorjahre. Es wäre an und für sich möglich gewesen, ohne Erhöhung der Umlagen im neuen Voranschlag auszukommen, wenn nicht eine sehr erhebliche Herabsetzung der Steueranteile vom Reiche erfolgt wäre. Während im abgelaufenen Rechnungsjahre der Anteil der Stadt aus Ein­kommen-, Korperschafts- und Tlmsahsteuer Mark 77 000 betragen hat, ist der Anteil nach dem neuen Schlüssel für das Rechnungsjahr 1926 vom Reiche auf Mark 61 870 festgesetzt worden, was mithin einen Ausfall von fast Mark 16 000 bedeutet, für den anderweitig Deckung gesucht werden muß. Infolge der allgemeinen ungün­stigen wirtschaftlichen Lage ist ferner bei der Gewerbesteuer im neuen Rechnungsjahre mit einem erheblichen Steuerausfall zu rechnen. Die­ser Ausfall muß auf die anderen Realsteuern um­gelegt werden. Man ist bei der Aufstellung des Voranschlags von dem Grundsatz äußerster Spar­samkeit und. Einschränkung der Ausgaben ausge­gangen. Bei der Einzelberatung wurden an verschiedenen Rubriken Abstrich? in den Aus­gaben mit zusammen Mark 3000 gemacht, das Betriebskapital wurde von Mark 25 000 auf 20 000 herabgesetzt. Unter Berücksichtigung dieser Aenderungen ergibt sich ein Umlagenbebart von Mark 83 000, das ist dieselbe Summe wie im vorigen, Voranschlag. Die Steueraus- schlagsfätze wurden wie folgt für das Rech­nungsjahr 1926 beschlossen. 18 Pfg. für je 100 Mark Steuerwert der Gebäude und Bauplätze, 36 Pfg. für je 100 Mark Steuerwert der land- und forstwirtschaftlich genutzten Grundstücke. Nach einer Verfügung des Ministeriums des Innern sollen diese beiden Steuerwerte möglichst im Ver­hältnis von 1:2 besteuert werden, was bei die­sem Ausschla^ssatz geschehen ist: 45 Pfg. auf je 100 Mart Steuerwert des landwirtschaftlichen Anlage- und Betriebskapitals. 45 Pfg. auf je 100 Mark Steuerwert des gewerblichen Anlage und Betriebskapitals. 30. Pfg. auf je 1 Rin. Gewerbeertragssteuer vom staatlichen Gewerbe- vertra^ssoll des Rechnungsjahres 1925 ; 40 Pfg. Sondersteuer vom bebauten Grundbesitz. Dies« Steuersätze ergeben nach Abzug eines bestimmten Betrages für Erlässe und Ausfälle an Steuern den Betrag von Mark 83 000, das ist dieselbe Summe wie im Vorjahr. Der Voranschlag wurde in dieser Form genehmigt. Man ging davon aus, daß in Anbetracht der hohen Steuersätze, welche der Staat bei der Sondersteuer vom bebauten Grundbesitz in diesem Jahre erhebt, die städtische Sondersteuer auf keinen Fall gegen das Vorjahr erhöht werden dürfe. Verschiedene bei der Beratung des Voranschlags gcstellto Anträge und Wünsche wurden an die zuständigen Kommissionen zur Prüfung überwiesen.

-er. Homberg a. d. Ohm, 8. Mai. Dieser Tage wurde in Gegenwart des Kreisschulrats Huff aus Alsfeld ein Kursus für die Hand- arbeitsl.ehrerinnen des Kreises, speziell für die Lehrereinnen der näheren Umgebung Hom­bergs, in der hiesigen Stadthalle eröffnet. Die Lei­terin ist Frl. De aus Bellersheim. Der Kursus wird voraussichtlich bis Pfingsten dauern. Nach den Pfingstferlen beginnt ein ähnlicher Kursus in Kir­torf für die Handarbeitslehrereinnen aus dessen nächster Umgebung. Weitere Ä'urfc werden in den größeren Orten folgen. Durch die Bautätig­keit in diesem und im vergangenen Jahre ist all­mählich die Ober-Osleidener Straße aus- gebaut. Für später ist die Verbindung derselben mit der Ernst-Liidwig-Straße in Aussicht genommen. Allenthalben spürt man die rege, vermittelnde Tä­tigkeit des hiesigen B a u v e r e t n s , der sich darum auch großer Wertschätzung erfreut.

der Linken und der Wirlschastsparlel an, deren Er­gebnis die Vertagung des Verhandlungspunktes war. Nach nochmaliger Beratung im Bauausschuß kam jetzt der Vorschlag zur A n n o hm e , der die Mieten in den betreffenden Häusern auf dem seit­herigen Satz bis zum 1. April 1 927 stehen läßt. Dagegen stimmte die Mitte, die eine Erhöhung von 5 bis 10 Prozent forderte. Unter Besprechungen wurden gegen der von einer hiesigen Firma einge­richteten Autoverkehr nach dem Waldbaus und dem Johannisberg Beanstanoun- g e n oorgedracht, u. a. daß sie das Gewerbe der Lehnkutscher schädigen und auch die Ruhe bes Wal­des stören, tue im Interesse der Kurgäste erhalten werden müsse. Die Verwaltung sagte Prüfung der Angelegenheit zu. In der nichtöffentlichen Sitzung wurde ein kleinerer Geländeankauf gutgeheißen.

Kreis Büdingen.

?" Nidda, 8. Mai. Infolge des augen­blicklich günstigen Geschäftsganges in der Holz­industrie konnte eine Anzahl der durch Still­legung der Staffel'schen Papierfabrik arbeitslos Gewordenen in dem hie­sigen Sägewerk Unterkommen. Einige haben auch in der Basaltindustrie Arbeit gefun­den. Der größte Teil aber ist noch unbeschäftigt und sieht recht trübe in die Zukunft, weil nach fast viermonatigem Stillstand immer noch keine Hoffnung auf baldige Wiederaufnahme der Ar­beit vorhanden ist.

nd. Nidda, 8. Mai. Zu unserer Nachricht vom 4. d. Mts. über die Anwesenheit des Präsidenten des Landesfinanzamts Darmstadt ist berichtigend mitzuteilen, daß es sich bei den Verhandlungen nicht um die Erbauung eines Zollamts, Jon- dern um Errichtung von Wohnhäusern für Finanzbeamte drehte und dazu die erwähn­ten Bauplätze in Aussicht genommen finb.

L Nibba, 8. Mai. Die Stabtverwaltung ist stets bemüht, ben Arbeitslosen nach Möglich­keit B e s ch ä f t i g u n g zu verschaffen. Es wurde die Anlage eines E i s t e i ch e s beschlossen, wozu die er forderlichen Arbeiten in Kürze in 5 Losen vergeben werben sollen. Der Teich kommt auf ben östlichen Teil ber Gänswiese, zwischen Allee unb Flutgraben, unweit bes Sportplatzes bes Fußballklubs. Der hier vor bem Kriege beftanbene Eisverein hatte ehe­mals bie Fläche gepachtet. Die Anlage soll nicht nur dem Eissport dienen, sondern auch den Metzgern, Gastwirten usw. ihren Bedarf an Eis liefern. '

?" Nidda , 8. Mai. Die S t r e ck e Nidda- Schotten ist von dem neuen Fahrplan etwas enttäuscht worden. Das 5. Zuavaar ist ausgeblieben, und seine Einlegung wird nach wie vor nur ein frommer Wunsch bleiben. Eigentlich ist nur eine Verbesserung im Zugverkehr eingetreten. Der zweite Morgenzug weist eine günstigere Verbindung nach Frankfurt auf. Zu begrüßen ist der T h e a t e r= spätzug am Sonntag von Gießen, d bis Nidda durchgeführt wird. Damit hat die Reichsbahnverwaltung auf eine Dorkriegseinrichtung zurückgegriffen, die es den Freunden guter Kunst ermöglicht, wenigstens am Sonntag das Stadt theoter in Gießen besuchen zu können.

th. L e i d h e ck e n , 8. Mai. In ber jüngsten Gemelnberatssitzung wurde nochmals über bie Drainage verhanbelt. Es war von vier Ge- meinberatsmitgliebern der Antrag gestellt worden, den Beschluß der vorhergehenden Sitzung als Fehl- beschloß umzustoßen und einen neuen zu fassen. Nach längeren, zum Teil stürmischen Verhandlun­gen sollen nun 50 Meter aufgegraben und bie Feh­ler nachgesehen und ausgebessert werben, zumal hier, bet kein größerer Schaben entsteht. Durch die e r - höhte Bautätigkeit beträgt bie Zahl ber Arbeitslosen in hiesiger Gemeinde nur noch 2.

Kreis Schotten.

==.= Gebern, 8. Mai. (Aus dem G e - meinberat. Wie in früheren Jahren, so soll auch in diesem Jahre eine Prämiierung der Blumenfenster unb Vorgärten vorge­nommen werden. Der Gemeinderat Hal für die P r ä- miierung z u m P r ä m i e n m a r f t den Be­trag von 500 Mk. vorgesehen. Der Schulvorstand lehnte den landwirtschaftlichen F o r t b i l -- bu ngsunterrid)t während des Sommers und die Einrichtung berdrittenMädchenfort- b i l b u n g s s ch u l k l a s s e , für bie in erster Linie haue wirtschaftlicher unb Kochunterricht vorgesehen mar, ab. Dagegen will man ben Hanbarbeitsunter- richt in ben beiden bestehenden Mädchenfortbildungs- chulklasien möglichste Förderung angedeihen lassen. Der k a u f m ä n n i sch e unb gewerbliche U n - terricht, ber in vier Klaffen erteilt wirb, erleidet ourf) während bes Sommerhalbjahres keine Unter­brechung.

Kreis Schotten.

?" Ober-Schmitten. 8. Mai. Bei der Instandsetzung und teilweisen Erneue­rung des Turmes auf dem Schulhaus « konnte aus einer Inschrift der Wetterfahne fest- i gestellt werden, daß die Gemeinde erst seit dem Jahre 1832 ein eigenes Schul- | ßvus besitzt. Vorher wurden die Kinder in <

reiche v

L Srund 192t W* Varl aj- zählt unlt'

n<ffi 29

diese Ze" nod) nicht c

Grills

&&

arN D?.r Imitat ldums!u< lyhmern bc Lammei' nünHerium Helscn.Aall Hauptmann Herr von c Wesen un Qlufqabtn c

CO W.e Ungsstiil Weiwolv c hier lost »ne durch bie id' seilen, Jaer nungen fern! Spuren des L unb 3imb jiräuße auf g voll sind ui DRanbe ber Ä stanienbö Wsehen mil befommen. 3' Iolben bes ben Täfern i züni Weilen sstuhling-iag ersteBlüte wünschen, bt setzt hoben, I bamli sich u

' Ser Anfang 1 ganzen Land Wist iühsen dieser Töetti gibt, entsvri zu ^Beginn der Soggen mittleren G linde Tetfd (um 0,1 P Punkt nacht (2,8) um (f Diesen um Fruchtarten jahrsbcktellu Bild im ga> Düben ifj bl

' Der Industrie ^lussichiKr^ Wof), eine Mienkaptzal fleit Auf d findende v Das

Dir 14- üortsetzu!

Nun war ni*f mehr ftr , nUno men; * wir fiönm Meü? Du b J® vhn Jas ttniietq 9et»oqcn J öemem egen, bah i kostet nicht ?e" .^sprach schon Seiberf ^euhrosen. ' sollt und £ b°t für s u'jN nach Sj no; J!° vieles g S?r mitqci ZLr

M ehe Ä ?

'n [o S.fir deinen, fen9 wollte Ver