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also stand es um die drei Buben des Quirin Uracher.

Urachers Hof zum Krummhölzer war der Hausname stand in gemessener Entfernung vom Orte breit und behäbig auf der sonnseitigen Lehne einer das ganze Tal beherrschenden Höhe. Da war alles breitspurig und weitläufig Bauer, Haus und Hof. Und die Uracher waren als der Wohl­habendsten welche bekannt talauf und talab.

Heute »blieb der Bauer, ganz gegen seine Ge­wohnheit, nach dem Mittagessen am Tisch sitzen, Toni, der Aelteste, ihm gegenüber. Quirin Uracher war so eine rechte Bergbauernfigur: hochgewachsen und breitbrustig, trotz der angegrauten Haare noch gesund wie ein junger und stark wie ein Bär. An dem Manne schien alles Ruhe und Sicherheit zu sein. Vollgewichtigkeit. So paßte der Uracher zu seinem Hof wie der Hirsch in den Bergwald. Und noch etwas Bergbauernhaftes hatte der Uracher an sich: ein trotz aller Erfahrenheit kindliches Gemüt und eine angeborene gutartige Starrköpfigkeit. Das mar so ein Erbteil der Uracher.

Toni,' des Bauern Aeltester, der ihm gegenüber sah, hatte vom Vater zwar äußerlich die körperliche Schwere und das war auch nur Aufgedunsenheit nicht aber Kraft und Dollgewichtigkeit geerbt. Das hochrote, fleischige Gesicht des Fünfunddreißig- jährigen erhielt eigentlich erst irgendeinen Ausdruck, wenn er zu reden anhub. Dann aber zeigten die verschwommenen Züge häufig etwas Brutales, Ge­walttätiges, gemischt mit Verschlagenheit. Und doch ward Toni, das gerade Gegenteil vom stillen, emp­findsamen, in sich gekehrten Zeno, vom Vater in allem bevorzugt. Das mochte seinen Grund darin haben, daß der gesundstarke, mit dem Heimatboden verwachsene Uracher seine Kraft und sein urwüch­siges echtes Bergbauerntum dem Aeltesten und kom­menden Hofbauern vererbt zu haben glaubte. Zeno dagegen zeigte von jeher einen Hang zum Absei­tigen, und mit Veri, dem Jüngsten, kannte man sich noch nicht recht aus er fdjien wenig schweres Bauernblut in den Adern zu haben und war immer lieber unten im Ort bei den Fremden gesteckt, als im Hof oder auf der Mahd zuzupacken.

'Der alte Uracher also saß da, unbeweglich und breit, und paffte aus seiner prächtigen Hirsch- grandelpfeife, dem Festtagsstück, wie er sie zu nennen pflegte.

Eine ganze Weile, nachdem die Dienstboten den Raum verlassen hatten, wurde nichts gesprochen. Der Vater rauchte in gemessenem Abstande Zug um Zug, der Toni hatte die Hände in die Hosentaschen vergraben und streckte die mächtigen Beine weit in die Stube hinein. Nur der Pendel der uralten ver­staubten Bauernuhr mit dem rauchgeschwärzten Zifferblatt marschierte in schwerfälligem Takte auf und ab.

Was er wohl sagen wird, der Zeno?" Mit dieser Frage nahm Toni unvermittelt das Gespräch aus. Uracher schaute sinnend vor sich hin, dann strich er mit seiner großen, schweren Arbeitshand über die Tischplatte weg.

I werd' wohl 's Rechte betraten haben, daß er seine Freud' dran hat!" sprach er beinahe weich, doch tiefernst.

Jetzt wurde der Toni lebhafter.

Na, bitten werst'n doch net wollen, han, daß er dir 's abnimmt?"

Red net so, Toni!" Schwer fiel des Vaters Baß dem Sohn ins Wort.Mir is nur drum, daß a jeder fein' Sach' nach'm Rechten kriegt! Roaner soll mir an Vorwurf machen können, wann i amal g'ftorben bin!"

Eben drum!" trumpfte Toni auf.Eben drum! Und daß der Zeno damit z'frieden (ein kann, da gibt 's doch gar nix!"

Er werd's schon sein!" war Urachers trockene Antwort. Und nach kurzer Pause setzte er hinzu: Am Schlitten soll d' Walli etliche Daxenboschen hinbinden, 's schaut schöner aus."

Spannst den Braun' ein oder d' Stuten?"

Uracher überlegte kurz.

Laß den Braun' einspannen, 's werd ihm grab gut tun, wann er wieder a wengl an d' Luft kimmtl"

Toni nickte nur, stand bann auf unb streckte schläfrig bie ©lieber.

Ja, langsam wirb 's Zeit zum Anrichten." Unb mit faulem Gähnen:Soll i mitfahren?"

Na, braucht 's net!" antwortete Uracher trocken unb erhob sich ebenfalls. Dann verließen sie mit­sammen bie Stube.

* . *

So um bie dritte Nachmittagsstunde klingelte Vater Urachers Schlittengespann durch den ansehn-

Ur. <58 Drittes Blatt

Lietzener Anzeiger ISeneral-Anzeiger für Gderhefsen)

Turnen, Sport und Spiel

starken Riederschläge am Sonntag begann bie unmittelbar am Festplah vorbeifließenbe Wieseck

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ilferranb erreicht unb fraß sich unaufhaltsam weiter. Qlun war selbst in den Hallen fein trod- nes Plätzchen mehr. Schnell wurde deshalb mit dem Festwirt ein Hmzug in bas Q3crcindlofal bewerkstelligt, das mit seinen weiten Räumlich­keiten noch genügenb Hntcrfunft bot. Als vier­ter Festzug folgten die Festteilnehmer unter Lor­antritt der Musik dorthin, wo sich trotz der argen Enge bald die froheste Turnerstimmung bemerkbar machte.

Hier fanden bie Schülerinnen Wiesecks mit ihren Singspielen nochmals lebhaften Deifatt. Unmittelbar vor dem Abmarsch würbe an jedes anwesende Kind eine Riesenbrehel verteilt, die vom festgebenden Verein gestiftet war.

Die Preisverteilung hatte (wir brin­gen nur einen Auszug) folgendes Ergebnis:

Gerätc-S'.ebenkampf:

Oberstufe: 1. Willi Winter, Launsbach, 257 P.: 2. Otto Spuck. Wieseck. 246 P.: 3. Fried­rich Döring. Burkhardshelden. 245 P.; 4. Hein­rich Dörino. Burkhardsfelden. 245 P.; 4. Hein- Launsbach. 243 P.: 6. Otto Kreiling. Wieseck, 242 P.: 7. Otto Debus, Launsbach. 235 P.: 8. Otto Füll. Herborn, 232 P.; 9. Rudolf Pfaff, Launsbach, 227 P.: 10. Heinrich Pfeffer, Lauter­bach. 222 P.

Mittelstufe: 1. Willi Möhl, Wieseck. und Albert Winter. Launsbach. 240 P.. 2. Willi Theis, Raunheim, 238 P.: 3. Fritz Vecker, Treis a. d. Lda., 237 P.; 4. Heinrich Koch, Wißmar, 236 P.: 5. Gustav ©feuernagel, Beuern, 233 P., 6. Wilhelm Heibertshausen, Odenhausen, und Hermann Kesselring, Wißmar, 231 P.; 7. Otto Dörr, Raunheim, 230 P., 8. Konrad Berk, Lau­terbach, 229 P.: 9. Wilhelm Bier, Staufenberg, Heinrich Hormann, Staufenberg. Rudolf Kern. Raunheim, und Otto Künkel. Lollar, 228 P.; 10. Willi Geis, Lollar, 227 P.

Jugendliche 16 bis 18 Jahre: 1. Wilhelm Speier. Odenhausen, und Albert Schä­fer, Launsbach, 247 P.: 2. Wilhelm Wagner, Launsbach, 239 P.: 3. Heinrich Brück, Burk­hardsfelden, 231 P.: 4. Hermann Reumann, Marburg, 229 P.; 5. Wilhelm Karber, Oden­hausen, 228 P.; 6. Heinrich Schick, Treis a. d. Lda., und Emil Gaub, Oppenrod, 226 P.: 7. Wilhelm Schwalm 2. Wißmar, 224 P.: 8 Karl Frey, Wiß­mar, und Otto Lehr, Lollar, 223 P., 9. Reinhold Viehmann. Kinzenbach. 222 P.: 10. Karl Will, Gießen, 221 P.

Jugendliche 14 b i s 16 Jahre: 1. Adolf Kreiling, Wieseck, 243 P.; 2. Ernst Schoff- mann, Wieseck. 242 P.: 3. Wilhelm Stadtmüller, Annerod, 227 P.: 4. Otto Koch, Wißmar, 226 P.: 5. Georg Wisker, Treis a. d. Lda., 225 P.: 6. Philipp Weller, Klein-Linden, 223 P.; 7. Alfred Oßwclld, Wieseck, und Wilhelm Ziegler, Lollar, 221 P.; 8. Walter Kollmar, Herborn, 220 P.: 9. Erich Aauel, Herborn, und Alfred Laucht, Gleiberg, 219 P.: 10. Wilhelm Lemp, Treis a. d. Lda., 217 P.

Altersklasse: 1. Wilhelm Wagner, Launsbach, 201 P.: 2. Ludwig Bing, Lauter­bach, und Wilhelm Wolf. Gießen, 197 P.; 3. Gustav Seibert, Wieseck, 195 P.

Turnerinnen über 18 Jahre: 1. Emma Mandler, Heuchelheim, 238 P.: 2. Renade Gvbler, Gleiberg, 235 D.; 3. Anna Balser, Gie­ßen, 230 P.; 4. Anm Höß, Gießen, 227 P.: 5. Elise Biehl, Gießen, 223 P.: 6. Mina Laucht, Krofdorf, 201 P.; 7. Melina Gombert, Krofdorf, 195 P.; 8. Frieda Looh, Krofdorf. 171 P.

Turnerinnen unter 18 Jahren: 1. Emilie Lindenstruth. Heuchelheim, 300 P.; 2. Auguste Kollmar, Herborn, 276 P.: 3. Klara Amend, Krofdorf, 272 P.i 4. Auguste Reichel. Heuchelheim, 271 P.; 5. Anna Pfaff, Krofdorf, 267 P.; 6. Melina Drescher, Gleiberg, 265 P.: 7. Mina Seel, Gleiberg, 264 P.; 8. Klara Reusch- ling, Klein-Linden, 263 P.: 9. Ottilie Wagner,

Die Krummhölzer.

Roman aus den bayerischen Bergen. Don Michael Wagner.

Nachdruck verboten.

I.

llm 3. Dezember 1918 war auf dem Krumm- ihlzerhof des Quirin Uracher ein Feiertag angesagt.

Zeno, des Bauern Zweitältester, sollte heute sei mkehr halten aus Krieg und Lazarett. Schon ligs vorher hatte Walli, die Hauserin, die an r.etle der verstorbenen Bäuerin das Hausregiment (:h rte, mit den festlichen Vorbereitungen begonnen. In endloses Bürsten und Putzen brachte das Leben cif dem Hofe schier aus dem gewohnten Gleise und tittb die Mannsleute gleich armen Seelen, die keine Su^e finden können, von einem Winkel in den eitern. Und als einer davon etwas vor sich hin fiarrte, das nach Weibernarretei klang, da mußte r -!0n der Walli hören, daß er im besonderen unb ie Mannsleute im allgemeinen mit Ausnahme h erwarteten Zeno ungeschliffen, roh unb ge° Sh.llos feien, statt bes Herzens ben bekannten Stein ier Brust tragen unb berlei mit großem Stimm- iifnoanb gemachte Feststellungen mehr. Zur Be- hf:igung dessen feuerte Walli dem Unzufriedenen dazu schließlich den triefenden Putzhadern zwi- (qen die Beine und schrie ihn an, er solle ihr aus in Augen gehen, sonst ...

2a war nichts zu machen. Uebrigens, was das kisinde betraf, das hätte Uracher, dem Bauern, ^nichtigsten Herzens gern ein Dutzend kriegstüch- Iger Söhne gewünscht, damit man nun so alle ko he einmal oder zweimal einen Heimkehrerfeier- tg hätte im Kalender rot anstreichen können. So mn blieb es zu ihrem Leidwesen bei dem einen, kenn Toni, der Aelteste, war als Militärdienst- nitfuglid) beim Bauern auf dem Hof sitzen ge­liehen, und der achtzehnjährige Veri, der Jüngste, cac erst kurz vor Kriegsende einberufen worden tibi trieb sich, obwohl sich in jenen stürmischen No- mbertagen bie Kasernen leerten, immer noch in Sündjen herum.

Der hat 's Stabtleben derschmeckt!" pflegte Joni zu sagen, wenn von Veri bie Rede war. So

In der Jugenbllasse sah man ben Gaumerstcr Tv. Wetter (H.»R.) als Sieger. Die Borkämpfe komtte bie Jugend-Mannschaft bes Tv. v. 1846 Gießen sämtlich für sich entscheiden. In die Ent­scheidung kamen am Rachmittag Gießen, Wetter unb Marburg. Obwohl Gießen am Vormittag den Tv. Wetter mit 6 Punkten besiegte, mußte es in der Entscheidung zwei Rieberlagen ein- stecken.

Gauturrisest der D. T. in Nidda.

Zu dem G a u t u r n f e st des Gaues Hessen der D. T. am 10., 11. und 12. Juli in Ridda haben sich rund 1000 Wetturner gemeldet. Außer­dem messen sich 65 Musterriegen im Wettkampfe. Auch die Meldungen zu den Meisterschaftskämp- fen an Reck, Darren und Pferd sind zahlreicher als früher. Im ganzen werden wohl 80 v. H. Turner mehr antreten als auf dem vorjährigen Gauturnen. Damit wird an turnerischer Arbeit mehr geleistet werden. Sie beginnt darum Sams­tagnachmittag um 3 übt und wird sich bis Montag 5 Hhr ersttecken. Cs ist durch die be­sondere Einteilung des Wettkampfplahes Vor­sorge getroffen, daß sich alle Wettkämpfe rei­bungslos abwickeln werden. Dabei werden die Zuschauer alle Hebungen aus der Rahe beobach­ten können, ohne die Turner zu stören. Eine den Vorschriften der D. T. entsprechende Rasen­laufbahn von 400 Meter ist angelegt, in deren Mitte sich die Hebungsplähe für die volkstüm­lichen Kämpfe befinden. Der Dergnügungsplah liegt getrennt von den Hebungsplähen. Der Festplah ist selten schön gelegen und bietet Raum für Tausende. Trotz der großen Zahl der Turner können fast alle in Dürgerquartieren unterge­bracht werden. Viele der Turner, die das Gau- tumfeft in Ridda vor 25 Jahren besuchten, wer­den wiederkommen und mit den anderen dieselbe gastliche Stätte finden, wie damals. Räheres in der gestrigen- Anzeige.

Der Ausklang des Wiesecker Vezirkssestes.

£ Unter ungewöhnlich starker Anteilnahme fand nach einer kurzen Pause die Veranstaltung am Sonntag abend ihre Fortsetzung. Eine froh- gestimmte Menge füllte den weiten Festplah bis zum letzten Platz, so daß bald der lebhafteste Festbetrieb herrschte. Das günstige Wetter trug wesentlich hierzu bei. Bis in die späte Rächt- stunden wurden auch jetzt noch die turneri­schen Darbietungen fortgesetzt. Eine Be­zirksriege der Turnerinnen zeigte am Barren recht schöne Leistungen. Besonders starken Bei- fall fanden die Gefellschaftsubungen der Glei- berger Turner, die damit etwas vollkommenes und dabei völlig neuartige^ boten. Den Beschluß des Abends hatte der festgebende Verein für sich in Anspruch genommen, der recht gut gelungene Leiterpyramiden stellte. Bei Konzert und Tanz wurde der Rest des zweiten Festtages verbracht.

Am Montag morgen hatte der Himmel feine Schleusen geöffnet. Schon der Weckruf konnte nicht durchgeführt werden. Der Turnplatz selbst war in ganz unglaublicher Verfassung: alle Sprunglöcher gefüllt voll Wasser, aus jeder Un­ebenheit des Platzes leuchtete ber Helle Wasser­spiegel. In eintöniger Gleichmäßigkeit riefelte ein kräftiger Regen. An eine Fortsetzung der Wettkämpfe war nicht zu denken. Beim Stande des Sonntags mußten deshalb die Wett­kämpfe abgebrochen und der 10-Kampf der Turner in einen Siebenkampf, beU Sechskampf der Leichtathleten in einen Dreikampf umgewan- delt werden. Das Schülerwetturnen muhte leider ganz ausfallen. In den Hallen war der Aufent­halt noch erträglich, so daß eine große Zahl Festteilnehmer am Frühkonzert teilnahm. In­zwischen hatte sich der Himmel auf gehellt, so daß Die Leitung das Wagnis unternahm, den Festzug nach dem Festplah zu führen, um dort das Fest zu Ende zu bringen. Ein stattlicher Festzug leitete dann auch über zum Abschluß des Festes. Eine schneidige Barrenriege der Launsbacher hielt in den Hallen den Charakter als Turnfest auf­recht. Tiber infolge der in anderen Gegenden

Turnen.

Paula Hofmann vom M. T. V. Giehen, Siegerin in Köln.

Jrn Reunkarnpf der Turnerinnen, zu dem iie Besten aller deutschen Turnkreise ihre Mel- u.ng abgegeben hatten, errang die Turnerin '3 a u 1 a Hofmann vom Männer-Turn- > er ei n Gießen 142 Punkte und wird fo­ult voraussichtlich 19. Siegerin werden. Ißren Haupterfolg hatte die Turnerin im Ge- äieturnen, brachten ihr doch diese sechs ilebun- en allein 9 8 Punkte ein; damit reiht sie sich nter die 10 Besten der Kampfspielsiegerinnen in. Mit den drei volkstümlichen Hebungen (75- lteter-2auf, Hochsprung, Schlagballweitwurf) er- icfte sie 44 Punkte, so daß sie mit 142 Punkten du 180 erreichbaren einen sehr schonen, ach- nnggebieienden Platz belegen konnte, zumal schon 20 Punkte zu einem Siege berechtigen.

Mit diefem Erfolg ist der zweite Sieg Ice Gießener Vertreter bei den zweiten Seutschen Kampfspielen errungen.

Zur Richtigstellung des Berichtes vom Diens- vg sei mitgeteilt, daß der Zwölfkampfsieger Ciimer Höflich nicht einem Münchener Turn­verein entstammt, sonderneinMittelrheiner |!v. Mainz-Kostheim) ist, der im letzten Jahre beim Kreisfest in Gießen ebenfalls 1. Sie­ger im Zwölfkampf war.

Neue Turnerhöchstleistungen.

= Bei den Kreismeisterschaften des Kreises Destfalen-Lippe ber D. T., die am Sonntag in Dortmund zum Aus trag kamen, wurden im Stein stoßen unb im 10 000-Meterlauf neue beachtenswerte H 0chstleistu ng en cnsgeste111. Cs erzielte Singnau, Tv. .Eintracht", Dortmund, im Steinstvßen bestarmig 10,17 Meter und im Steinstoßen beidarmig 17,68 Meter. Die 10 000 Meter lief Sprenger, Lv. Bielefeld, in 33,21Vio Rlin.

Rückkehr der deutschen Turnerriege von Amerika. Köln, 8. Juli. Unter der Voraussetzung, der DanchferBerlin" planmäßig am Sonn­tag vormittag in Hamburg eintrifft, wird die Amerika-Riege der Deutschen Tur­ne rscha st in Begleitung ihres Vorsitzenden «in Sonntag nachmittag durch Flugzeug nach S»l it geholt.

T. D. 1846 Biehen.

Am Sonntag fanden im Marburger Stadion lie Faustball-Wettkärnpfe um den vorn > u. Sp.-V. 1860 Marburg gestifteten Wander- dreis statt. Die Beteiligung in sämtlichen Klassen bat außerordentlich stark. In der Meisterklasse 'larben sich die Mannschaften des T.- u. Spv. Lc50 Marburg. A. Tv. Marburg, Tgmde Fried- kvg (Verteidiger des Wanberpreises), Tv. Fran- icnau, Tv. Hama und Tv. von 1846 Gießen gegenüber. Als Sieger ging A. Tv. Marburg strvor. Die Gießener Mannschaft, die 1922 und 1973 als Sieger hervorging, mußte sich auch dies- ml von Friedberg und A.Tv. Marburg geschla- f.rt bekennen. Wenn sie auch nur mit 4 Punkten linier dem Sieger zurückblieb, muß man doch fag-cn, daß ihre Leistungen gegenüber den Bor- jih-ren etwas zurückgegangen sind. Die Entschei- img in der Meisterklasse Tgmde Friedberg 3 Tv. Marburg fiel erst im 3. Spiel mit einem Bunft Vorsprung zugunsten A. T. V. Marburgs.

In der A-Älaffe fertigte die A-Mannschaft tal Tv. von 1846 Gießen sänttliche Gegner ab, imt> konnte somit diesen Sieg rit nach Hause nh-men. Der zäheste Gegner in dieser Klasse war öenfalls die A-Mannschaft des Siegers in der Deisterklasse, A. Tv. Marburg. Das erste Spiel ndcte unentschieden: die anschließende Derlänge- mmg entschied Gießen erst in der 2. Halbzeit mC 2 Punkten Vorsprung. Das 3. und entscher- temhe Spiel sicherte sich wiederum 1846 Gießen uit einem Plus von 4 Punkten.

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Zceitüg, 9. Juli 1926

Klein-Linden, 262 P.; 10. Marie Müller, Treis a. d. Lda., 261 P.

Leichtathletischer Drei-Kamps:

Oberstufe: 1. Heinrich Braun, Staufen­berg. 224 P.: 2. Wilhelm Zecher, Staufenberg, 218 P., 3. Otto Kreiling. Wieseck. 213 P.. 4. Gustav Göbler, Gleiberg. 190 P.: 5. Gust. Lust, Gleiberg, 188 P.; 6. Artur Krock, Heuchelheim, 187 P.; 7. Otto Dach, Heuchelheim, 181 P.: 8. Franz Kramer, Heuchelheim, 175 P.: 9. Heinrich Deibel, Staufenberg. 168 P.; 10. Robert Mandler, Heuchelheim. 165 P.

Mittelstufe: 1. Richard Schäfer. Gießen, 237 P.: 2. Ernst Hahn, Krosdors. 221 P.: 3. Karl Mandler. Wißmar, 215 P.; 4. Robert Schaum. Krofdorf. 205 P.; 5. Albert Laucht, Gleiberg, 200 P.: 6. Ewald Oestreich, Kinzen­bach. 195 P.; 7. Karl Dech, Wieseck. 180 P.: 8. Kari Schmitt, Fronhausen, 178 P.; 9. Ernst Bechtold. Krofdorf, 175 P.; 10. Otto Tavernaro, Gleiberg, 173 P.

Jugendliche, 1618 Jahre: 1. Hch. Bill, Raunheim. 355 P., 2. Wilhelm Leitner, Großen-Linden, 340 P.. 3. Georg Kraft, Als­feld, 330 P., 4. Wilhelm Pfaff, Kinzenbach, 324 P.. 5. Ernst Pansch, Krofdorf, 313 P.. 6. Heinrich Opper, Wieseck, 307 P.. 7. Ludwig Bastian, Odenhausen, 298 P., 8. Wilhelm Steiß, Odenhausen, 293 P., 9. Richard Decker, Krofdorf, 291 P., 10. Ernst Hörtel, Lollar, 284 P.

Jugendliche, 14 16 Jahre: 1. Gu­stav Pfaff. Launsbach. 295 P., 2. Rudolf Oß­wald. Wieseck. 265 P.. 3. Adolf Wacker. Wieseck, 246 P.. 4. Heinrich Hedrich, Kiwzenbach, 242 P., 5. Willi Hüchel. Fronhausen. 239 P., 6. Otto Krombach. Fellingshausen und Ludwig Weigand, Großen-Linden. 225 P.. 7. Artur Seibert. Wie­seck und Hermann Karber, Odenhausen, 208 P., 8. Hans Dremer, Wieseck. 191 P.. 9. Ludwig Deiner. Odenhausen, 179 P.. 10. Adolf Weller, Wieseck, 171 P.

Fußball.

Freie Turnerschafl Gietzen.

£ Gelegentlich deS Sportfestes in Stein­bach i. T. am Sonntag trug die erste Mann­schaft ein Wettspiel gegen die erste Mannschaft des Frankfurter Sportvereins West- st e r n aus. Gießen trat mit Ersah an, während Frankfurt ein hervorragendes Spiel lieferte und bereits in der 5. Minute in Führung ging. Rach einem zunächst flotten Feldspiel wurde Gießen immer mehr in seine Spielhälfte zurück- gedrückt und muhte sich bis Halbzeit 4 weitere Tore gefallen lassen. Rach der Pause wurde Gi^en merklich besser und konnte seinerseits zweimal zu Erfolgen kommen, während West- ftern, der ein hervorragendes Kombinations­spiel zeigte, seinen 6., 7. unb 8. Treffer buchen konnte. Trotz des hohen 8:2-Resultats wurde der Charakter als Propagandaspiel völlig gewahrt.

Leichtathletik.

Leibesübungen der Studierenden.

Auf dem akademischen Tum- und Spielplatz werden am Sgrnstag und Sonntag, dem 10. und 11. Juli, die Kreismeisterschaften des 6. Hochschulkr'ises ausgetragen, wozu zahl­reiche Studenten von auswärts Herkommen. Die Hauptentscheidungen finden Sonntag von 4 Hhr ab statt (Dgl Anzeige). Vorkämpfe von Samstag an. Rach der Einweihung der Laufbahn am 13. Juni und dem Sportfest der Gießener Stu­dentenschaft am 7. Juli kommt nun das Zusam­mentreffen einer ganzen Reihe von Studenten­schaften auf dem Gießener Platz. Zu Ehren der Gäste ist der Dahnhofsplah bis zur Liebigstraßs geflaggt, die Stadt Gießen hat als Hmfleibe­räume die Volkshalle bewilligt. Man darf hoffen, daß auch in der Devölkerung die Studenten gute Aufnahme finden.

lichen Ort und hinaus zum Bahnhof, der ein Stück außerhalb desselben liegt.

Da und dort hatte ihn einer mit einem Zuruf gegrüßt, zuweilen schaute man auch verwundert dem mit Tannengrün schlicht ausgeputzten Gefährte nach. Der Uracher aber dankte jedem in feiner freundlich- ernsten Art, ohne anzuhalten und sich in einen Diskurs einzulassen, wie es diesem und jenem wohl gelegen geroc|cn wäre. Und weil es um die Winter­monate in so einem Bergort, mag er auch zu den größeren zählen, mit der Arbeit nicht gar zu hitzig hergeht, war es leicht erklärlich, daß an einer Ecke sich rasch ihrer drei oder vier zusammenfanden

Wo nur der Krummhölzer heut so nobel hin­kutschiert?" wollte einer wissen.

Wenn doch heut der Zeno kommt, dem, wos im Feld den Haxen wurzwegg'schossn Ham!" klärte ihn ein anderer aus.

A wohl, da hats halt a grab den Bessern der- wischt, wie 's so oft ung'recht hergeht! philo- sophierte ein alter Graubart.Und der ander, ber Toni, ber is unterm Felbzug schön wurm aus'm Ofenbankerl g'sessen, ber mit sein' Broatschäbel!"

In Gebanken versunken ließ ber Bauer bie Zügel hängen unb starrte auf ben braunen Rücken bes Pferbes. So tarn es, baß er gar nicht merkte, wie bas Gefährt an einem burdj ben Schnee heran» ftapfenben Fußgänger oorbeipassieren wollte.

Der trug lange, über bie 51 nie reichenbe Schnee» gamaschen unb hatte bie Hänbe in einer Pelzmuff vergraben. Zwischen bem hochgeschlagenen Kragen ber Lobenjoppe und einer etwas formlosen Pelz» haubc blieb gerade noch Raum für ein grau be» hartes Gesicht, mit einem Paar lebhafter Augen und einer unmöglich zu übersetzenden gewaltigen roten Nase. Es war Herr Dominikus Sanktjohanser, der Förster, von seinen guten Freunden, zu welchen auch Uracher zählte, gewöhnlich nur derAnno- domini" genannt. Es gebrauchten zwar auch andere unbefugterweife diesen sonderbaren Spitznamen, je­doch nur außer Hörweite des Herrn Försters. Denn er duldete es nur von seinen intimen Freunden.

Als der Förster den Schlitten des Uracher im Trab auf sich zukommen sah, blieb er stehen und wartete. Weil aber der Braune Anstatt machte, un­bekümmert an ihm vorbeizutraben, rührte sich der Herr Förster.

(Fortsetzung folgt.)