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Entwicklung in den Betriebssystemen hat zu einer ftärFeren Verwendung landwirtschaftlicher Maschinen gcführk. Infolgedessen nehmen die landwirtschaftlichen Schulen der genannten Städte eine besondere Stel­lung ein. 'Jleben einer Maschinistenschule weisen sic auch ein Institut für Baumwollanbau aus, da man sich vom Anbau der Baumwolle in dieser Gegend sehr viel verspricht. Auch die Kultur der Rosinen. Feigen, und die Seidenraupenzucht wird hier starker als anderswo gepflegt, weil die ausgedchitten Wein- und Obstgärten Gelegenheit zu mannigfachen Versuckxn bieten.

Ueberhaupt konnten wir feststellen das; die tür­kische Regierung sich dessen bewußt ist, daß die För­derung des landwirtschaftlichen Schulwesens für den türkischen Agrarstaat von besonderer Wichtigkeit ist. Die zahlreichen und meist gutgehaltenen Schulen sind als Internate eingerichtet, in denen die Schüler auf Kosten des Staates verpflegt werben und zwei Anzüge im Laufe des Jahres erhalten. Rur auf dem Wege der kostenlosen Erziehung kann ja in der armen Türkei die allgemeine Fach­kenntnis in das Volk getragen werden, wo sie so sehr notwendig ist. Aus eigenen Mitteln können nur flanA wenige diese Institute besuchen.

Im Gegensatz zu Angora liegt in Smyrna die Bautütigkeit völlig brach. Der im Griechenkriege

zerstörte Teil der Stadt bietet noch ^ute einen Anblick furchtbarer Verwüstung. Zwar man mit Aufräumungsarbeiten begannen, aber der Wieder- aufbali ist noch nirgends in Angriff genommen. Trotzdem hat sich das Wirtschaftsleben wieder sehr gehoben, der Hafenverkehr ha, stark zugenommen und die Reformen auf dem Gebiete des Schulwesens wirken sich auch hier segensreich aus. Smyrna besitzt neben der landwirtsrl>aftlichen Schule noch eine so­genannte In d u st ri e s ch u I e. in der 250 Schü­ler in allen Zweigen des Handwerks unterrichtet werden. Sogar eine Eisengießerei ist der Schule an- geschlossen.

Insgesamt gewinnt man also den Eindruck, daß die Entwicklung, in der sich die Türkei heutzutage befindet, nur bis zu einem gewissen Grade be­schleunigt werden kann. Eine Ueberschreitung dieser Grenze würde nur den Zusammenhang des Gefüges lösen imb bas schon Erreichte wieber ge­fährden. Die kulturelle Entwicklung mehrerer Jahr- Hunderte läßt sich eben nicht in wenigen Jahren nachholen. Weswegen die Gesetze auch stets nur dar­auf angelegt sind, die der Entwicklung hinderlichen Umstände aus dem Wege au räumen, nicht aber die Errungenschaften einer höheren Kultur zum Ge­meingut des Volkes zu machen.

25 Jahre Städtisches Elektrizitätswerk

Am 8. September kann das S t ä d t. Elektrizitätswerk Gießen auf sein 2 5° fahriges Bestehen zurückblicken. Damit vollendet sich das erste Vierteljahrhundert eines Werkes, das im Wirtschaftsleben unserer Stadt und des Kreises Gießen und im Dasein des ein­zelnen von hervorragender Bedeutung ist. Im Hinblick daraus erscheint es angebracht, in den Tagen des Jubiläums einen Blick auf die inter­essante Entwicklung des Elektrizitätswerkes zu toerfen.

Das Werk wurde auf Grund eines Be­schlusses der Stadtverordnetenversammlung vom 26. Oktober 1898 erbaut. Der Bau wurde der Sirnta Schuckert & Co.. Nürnberg, als General- unternchmertn übertragen. 3m Jahre l900 wurde mit dem Bau begonnen, die Betriebseröffnung erfolgte am 8. September 1901.

Als Betriebskraft diente bis zum Jahre 1901 die Wasserkraft der Lahn und Generatorgas. Das Gas wurde in eigener Anlage erzeugt. Außerdem wurde als Reserve ein Anschluß an das städtische Gasrohrueh hergestellt. Es stellte sich jedoch bald heraus, daß das Gasrohrnetz zu klein war, um einen der vorhandenen Gasmotore mit Leuchtgas zu betreiben. Als Stromart wurde Gleichstrom von 2 '220 Bolt Spannung gewählt, der damals für mittlere Städte der gebräuch­lichste war.

Das Werk wurde auf dem von der Stadt angekauften Grundstück, die Aeumühlc, errichtet. Das hier zur Verfügung stehende Gefälle der Lahn beträgt etwa 2 Meter. Di», älteren Tur­binen der Wassertraftanlage wurden entfernt und hierfür zwei Turbinen von je 75 P. S.» Leistung aufgestellt. Diese Turbinen arbeiten heute noch- durch sie wird ein Stromerzeuger von 100 Kilowatt angetrieben. Da die Wasser­kraft den Strombedarf im Stadtneh nicht allein decken konnte, wurden zwei Gasmaschinen von je 150 P. 8.-Leistung, sowie eine Batterie aufgestellt. Das Maschinenhaus wurde aber so vorgesehen, bah noch zwei weitere Gasmaschinen von je 300 P. 8.-Leistung aufgestellt werden konnten. Die Akkumulatorenbatterie wurde im Obergeschoß des alten Mühlengebäudes untergebracht, sie bestand aus 272 Elementen.

Die Anmeldungen zum Strombezug waren so reichlich, daß bald nach Beginn der Bauaus­führung die erste der beiden, zu späterem Bedarf vorgesehenen 30O-P.8.-Maschinen in Auftrag ge­geben werden mußte r Bis zum Herbst 1904 wurde das Elektrizitäts­werk von einem Assisteirten des Gas- und Wasser­werks nebenamtlich geleitet. Der Geschäftsbetrieb des Werks hatte jedoch derartig zugenommen, daß die Leitung nicht mehr von einem Assistenten nebenamtlich ordnungsgemäß ausgeübt werden konnte. Cs wurde deshalb beschlossen, für das Elektrizitätswerk einen Betriebsleiter anzu- stellen. Anfang Aovember 1904 trat der jetzige Leiter, Direktor Stvlte, seinen Dienst an.

Bis zum Jahre 1907 hatte sich die Strom­erzeugung so gesteigert, daß die vorhandenen Erzeugei'maschinen während der Hauptbelastunas- zeit voll beansprucht wurden und somit eine Betricbsreferve nicht mehr vorhanden war. Es wurde davon Abstand genommen, einen weiteren 300-P. 5.-Gasmotor aufzustellen, sondern man entschloß sich, mit Rücksicht auf die spätere Ent­wicklung von der Erweiterung der GaSänlage ab­zusehen und zum Dampfbetrieb überzugehen. 3m 3ahre 1907 wurde zunächst ein neues Kesselhaus errichtet und ein Dampfkessel von 220 Quadrat­meter Heizfläche, 330° Tieberhitzung aufgestellt. Da man die weitere Entwicklung abwarten wollte, wurde von der Erweiterung des Maschinenhaufes Abstand genommen und eine Dampfmaschine von 600 P. S. Leistung im alten Maschinenbaus untergebracht. Da»s «alte Maschinenhaus wurde hierdurch vollständig ausgefüllt. Die Dampf­anlage konnte noch vor Eintritt der höchsten Beanspruchung, Anfang Dezember 1907, in Be­trieb genommen werden.

Die Spitzenleistung des Werkes stieg durch die vielen Reuanschlüfse noch weiter, und zwei 3ahre später, im 3ahre 1909, mußte ein weiterer Stromerzeuger aufgestellt werden. Da im alten Maschinenbaus kein Platz mehr vorhanden war. wurde nunmehr das im 3ahre 1907 bereits ge­plante Maschinenhaus errichtet. Es gelangten eine weitere Dampfmaschine von 600 P. S. und ein Stromerzeuger von 400 Kilowatt Leistung zur Aufstellung. Die 3nbetriebnahme erfolgte im Ro­vern b er 1909.

Nach langwierigen Berhanblungen beschloß die Stadtverordnetenversammlung am 21. Juni 1908, ben Omnibusverkehr einzustellen und hierfür eine elektrische Straßenbahn zu errichten. Mit den Bauarbeiten der Straßenbahn wurde im Früh­jahr 1909 begannen, die Inbetriebnahme erfolgte nm 21. November 1909. Die Verwaltung der Stra- ßenbahn wurde der Verwaltung des Elektrizitäts­werkes angegliedert, die beiden Verwaltungen unter einer Direktion vereinigt.

Die Betriebsspannung der Straßenbahn betragt 550 Volt. Es sind für diesen Betrieb vorhanden: Ein Einanker-Umformer mit einer Leistung von 200 Kilowatt. Eine der vorhandenen Lichtmaschinen kann als Reserve für den Straßenbahnumformer herangezogen werden.

Im Jahre 1910 traten die Gemeinden K r o f. darf und Gleiberg an die Stadt Gießen heran

mit dem Wunsche, ihre Einwohner von dem Gie­ßener Elektrizitätswerk mit elektrischem Licht und Kraft zu versorgen. Es bedurfte längerer Verhand­lungen, um dem Wunsche dieser Gemeinden nachzu­kommen. Mit Rücksicht auf die große Entfernung konnte die Versorgung mit Gleichstrom nicht erfol- gen, es wurde daher beschlossen, zunächst vcrsuchs- weise für die Versorgung der Gemeinden zwei klei­nere Drehstrommaschinen aufzustellen. Die Dreh- slrommaschinen erzeugen eine Spannung von 5000 Volt, die in zwei in Krofdorf errichteten Trans­formatorenstationen auf eine Gebrauchsspannung von 3 mal 128/208 Volt herabtransformiert werden. Der Ausbau der Ortsnetze Krofdorf und Gleiberg erfolgte auf Kosten der Stadt Gießen. Hierfür muß­ten die Gemeinden einen entsprechenden Stromver­brauch gewährleisten. Mik dem Bau der Leitungs- netze Krofdorf und Gleiberg wurde Im Frühjahr 1911 begonnen, die Arbeiten wurden so gefördert, daß Ende 1911 die Inbetriebnahme der Ortsnetze erfolgen konnte.

Schon damals bestand in den Ortschaften um Gießen stroßes Interesse an der Einführung der Elektrizität. Direktor Stolte hatte die Absicht, die für die Gemeinden Krofdorf und Gleiberg aufge­stellten Drehstrommaschinen so groß oorzusehen, baß auch weitere Gemeinden ongeschlossen werden konn­ten. Aus finanziellen Gründen wurde jedoch hier­von Abstand genommen.

Inzwischen hatte die Provinzialdirektion Ober- Hessen ein Projekt für die Versorgung ganz Ober- Hessens ausgearbeitet, und trat die Versorgung von etwa 50 Gemeinden im nördlichen Teile der Pro­vinz Oberhessen an die Stadt Gießen ab. Für die Versorgung dieser Gemeinden und etwaiger Groß­abnehmer war die Beschaffung von zwei Dampf­maschinen von je 600 P. S.8ciftung und den dazu- gehörigen Kesseln notwendig. Mit dem Ausbau der Ortsnetze wurde noch im Herbst 1911 begonnen. Die Versorgung des In Betracht kommenden Bezirkes konnte mit einer Spannung von 5000 Volt nicht niehr erfolgen, man wählte daher eine damals all­gemein übliche Spannung von 20 000 Volt. Die Dampfmaschinen wurden der Dinglerschen Ma- schinenfabrik A. G., Zweibrücken, der elektrische Teil den Siemens-Schuckert-Werken in Nürnberg in Auftrag gegeben. Die Generatoren erzeugen eine Spannung von 5000 Volt, diese wird mittels be­sonderer Transformatoren auf 20 000 Volt herauf- transformiert. Die Inbetriebnahme der Hochspan- nunasanlagc konnte Ende 1911 bzw. Anfang 1912 erfolgen.

Es sind gegenwärtig 46 Gemeinden im nörd­lichen teile des Kreises Gießen und in dem an­grenzenden preußischen Grenzgebiet, sowie im Kreise Alsfeld gelegen und eine Reihe von Großab­nehmern an das Ueberlandnetz angeschlossen.

Bis zum Ausbruch des Weltkrieges hatte der Stronwerbraud) sich sehr gut entwickelt. Zu Beginn des Krieges ging der Stromverbrauch erheblich zu­rück, später nahm er durch die inzwischen ncugegrun- beten Kriegsindustrien erheblich zu. Er wuchs der­artig an, daß der Bedarf nur unter Anspannung aller Maschinenkräfte gedeckt werden konnte. Das Werk arbeitete bis Ende 1918 ohne jegliche Ma­schinen- und Kesselreserve. Man hatte beabsichtigt, im Jahre 1916 die Gasanlage zu beseitigen und hierfür eine Dampfturbine aufzustellen. Infolge Ma­terialmangels und aus finanziellen Gründen konnte diese Erweiterung jedoch nicht oorgenommen wer­den. Ende 1918 befanden sich die Maschinen in einem Zustand, daß Störungen nicht mehr zu ver­meiden waren. Um die Stromlieferung im Stadtge­biet sicherzustellen, schloß man mit der Pronin- Aialbirettion Oberhessen, Gießen unb den Buderus- schen Eisenwerken in Wetzlar einen kurzfristigen Stromlieferungsvertrag ab. Die erforderlichen 23er- blnbunasleitungen wurden im Jahre 1919 herge« stellt, die Anschlüsse konnten im Sommer 1919 bzw. 1920'21 in Betrieb genommen werden. Diese An­schlüsse reichten jedoch nicht aus, um den Strom­bedarf zu decken. Es wurden daher Projekte aiisge- arbeitet über die Erweiterung der Maschinenanlage durch Dampfturbinen. Finanzielle Schwierigkeiten stellten sich dem aber entgegen, und im Jahre 1925 wurde nun ein Strombezugsvertrag mit den Preu­ßischen KraftwerkenOberweser" A. G., Kassel, ae- tätigt. " b

Die Stromlieferung vonOberweser" erfolgt in der Hauotsache vom Kraftwerk Borken bei Kassel. Die KraftwerkeOberweser" errichteten bei Gießen ein Umspannwerk. In diesem wird der vonOber­weser" gelieferte Strom von 100 000 Volt Span­nung in 20 000 Volt hcrabtranßformiert. Das Um- pannwerk wurde Anfang Dezember 1925 in 'Be­trieb genommen. Die Leistungsfähigkeit des Clek- trizitätswerks und der Ucberlanbanlage wurde hierdurch erheblich gesteigert. In dem Umspann­werk stehen zweimal 2500 kVA Leistung zur Ber- ügung. Diese Leistung kann noch ganz erheblich erweitert werden.

Im Elektrizitätswerk sind zur Zeit vorhanden 4 Damvfmaschinen von je 600 P.8. = 2400 P. S., 2 Wasserturbinen von je 75 P. S. = 150 P S zusammen also 2550 P. S. Einschließlich ber zur Verfügung zu haltenden Leistung der Kraftwerke Oberweser" steht dem Werk zur Zeit eine Ge­samtleistung von etwa 8000 P. S. zur Verfügung.

Die höchste Beanspruchung betrug im Dezember 1925 rund 3000 P, S. Die Länge des 5000-Volt- Netzes beträgt 26 km, die Länge des 20 000-Volt- Netzer beträgt 152 km, die Länge des Gleichstrom- nehes 82 km, zusammen also 210 km.

Ls sind zur Zeit angeschlossen, im Stadtgebiet I 5268 Zähler, im llcbcrlanbgcbiet 8625 Zähler, zu- lammen _alfo 13 893 Zähler.

Die Stromerzeugung seit Betriebserössnung des Werkes zeigen die nachstehenden Ziffern:

1902 621731 kWh,

1903 492 925

1904 566 300

1905 654 812

1910 1.384 063 .,

1915 2 411 637

1920 5 215 456 .,

1925 6 671 776

Die Anschluhbewegung seit Betriebseröfsnung des Elektrizitätswerks ist folgende:

Anzahl der Anschlüsse im

Stadtgebiet Ucbcrlanbgcbict

1902 90

1903 252

1904 325

1905 393 "

1910 1025

1915 1899 5200

1920 2218 6826

1925 4898 8393

In dem Werk waren im Jahre 1901 beschäf­tigt: 9 Arbeiter unb 6 Beamte, 1926 sind es 79 Arbeiter und 16 Beamte.

Diese Darlegungen zeigen, daß das Elek­trizitätswerk unter umsichtiger Führung eine recht erfreuliche Dorwartsentwicklung erfahren hat. Daß heute noch gewisse Verb'sserungsnot- toemDigfeitcn bestehen, liegt vor ollem in den mißlichen Tlmständen her letzten Jahre begründet, die ja alle Derwaltungen zu starker Vorsicht und Beschränkung zwangen. Man darf aber Wohl gewiß sein, daß auch hierin der Weg des gesunden Vorwortsschreitens nicht verlassen wer­den wird. Möge eS unserem Elektrizitätswerk vergönnt sein, unter seiner zielbewußt und rast­los vorwärtSstrebenden Leitung und mit weit­gehender Förderung durch die städtischen Körper­schaften den Weg zur Höhe im Dienste der Allgemeinheit ohne Unterbrechung kräftig fort- zusetzen!

Oderheffen.

Ein Anschlag

auf die Vogelsbergbahn.

WSN. Lauterbach, 3. Sept. Ein Eisen­bahn a n s ch l a g wurde auf die Vogelsbcrgbahn verübt. Bei der Streckeitbegehung wurde bei Hartmannshain das Fehlen einer Neihe von Laschen schrauben festgestellt, was unzweifelhaft eine Zugentgleisung zur Folge gehabt hätte. Als Täter wurde ein 15 Jahre alter Knecht ermittelt, der die Tat aus lieber- mut begangen hat.

Landkreis Gictzcn

f. Klein-Linden. 3. Sept. Em schwe­rer Unfall betraf heute morgen 5 Uhr den Eisenbahner Heinrich Aaumann in seinem Hause. Beim Verlassen seines Schlafaemaches stürzte ^er infolge eines Schwächeanfalles die innere Treppe hinab und blieb mit einem schwe­ren Schädelbruch bewußtlos liegen. Nach­barn eilten auf die Hilferufe herbei und leisteten die erste.Hilfe bis zum Eintreffen des Arztes. Kurz darauf wurde Dr. Boßler nach Lützel­linden zur Hilfeleistung gerufen. Ein Rad­fahrer war dort auf dem Wege zur Arbeits­stelle gestürzt und war mehrere Stunden be° wußtloS. Ob innere Verletzungen vorliegen, muß erst festgestellt werden.

n. Großen-Linden, 3. September. Die Maul- und Klauenseuche der Schafe ist hier er! o s ch e n und die Gemarkung zum Durch­trieb von Klauenvieh nun wieder freigegeben. Die Bewohner von Hochelheim und Hörnsheim können jetzt ihr Grummet von den Wieseü der Stadt Gießen wieder mit Kühen durch die hiesige Ge­markung heimfahren. Ein hiesiger Landwirt hieb unvorsichtigerweise seiner Schwägerin mit einer Sense in den Fuß. Die Verletzte mußte ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Bg. Großen-Buseck, 3. Sept. Im hiesigen Volksbad, das sich immer größeren Zuspruchs erfreut, ist der stärkeren Nachfrage nach Wan­nenbädern entgegenkommend mit dem U in b a u zweier B r a u s e d a d e z e l l e n in solche mit Wannenbädern begonnen worden. In Zu­kunft werden also sechs Wannen zur Verfügung stehen.

* Steinbach, 3.Sept. Bei dem in Gießen von dem Verband hessischer Kleinkali­berschützenvereine abgehaltenen Schießen um die Kreismeisterschaft konnte der hie­sige Schützenverein gute Erfolge erzielen. Beim Grupvenschießen (5 Mann) schoß die vom Verein gestellte Gruppe die Kreismeisterschaft mit 346 Ringen. Beim Einzelschießen errang das Mitglied

Ludwig Haas VI. die Kreismeisterschaft mit 80 Ringen. Die zweithöchste Ringzahl konnte Heinrich Ludwig Balser mit 72 Ringen erzielen. An° schlagart war knieend, liegend und stehend frei­händig.

t>L Langsdorf, 3. Sept. Wir haben nun auch eine Wasserleitung. Sie wurde von der Firma Fay in Lich kurz nach Ostern be­gonnen. Soweit die Hausleitungen gelegt sind, tänn nun gezapft werden. Jetzt fand unter Auf­sicht des Bauleiters, Oberinspektor Müller (Gießen), die Spülung des Ortsnetzes statt. Bau­leitung und ausführende Firma haben also ihr Wort gehalten, die Leitung lief am 1. September. Wenn auch vorerst noch ein paar Tage vergehen werden, bis das Wasser genießbar ist, so ist es doch freudig zu begrüßen, daß wir soweit sind. Die Langsdorfer Wasserverhältnisse waren an vielen Stellen furchtbar schlecht, und das Wasser hygienisch keineswegs einwandfrei. Aun wird eS auch nicht mehr Vorkommen, wie im Jahre 1921. daß man wegen einem Eimer voll Wasser Polonaise stehen muß. Die meisten Ein­wohner fuhren damals nach Lich an die Wetter und holten ihr Wasser in Pfuhlfässern. DaS alles ist nun vorüber, bald klingts tote ein Märchen. Verbunden mit der Wasserleitung ist dtc Kanalisation, deren segensreiche Wir­kung mait schon längere Zeit- -verspüren konnte. Viele Abwässer werden schon seither von ihr fortgeführt. Unser Dorf wird dadurch trockener und gesünder. Ueberlaufende Fauche- gruben sollte eS jetzt nicht geben. Die Dorf- straßen sind zum Leidwesen der Auto- und Radfahrer vorerst noch etwas holperig, doch das bedeutet angesichts des geschaffenen Werkes Wetter nichts. Untere Gemeinde kann stolz sein auf das geschaffene Derk, das durch den Ge° ineinberatsbefchluß vom 18. Februar d. I. ge­boren wurde. Unb die Gemeindevertretung tarnt ebenfalls stolz fein, trotz mancher Gegenstromun- gen, einen solchen Beschluß gefaßt zu haben, den sie nie zu bereuen haben wird, und für den ihr noch kommende Geschlechter danken werden. Hie und da bekommt nun das Dorf bild ein anderes Aussehen. An manchen Stellen wurde neu gepflastert. Besonders schön macht sich nun der Platz unter unserer prächtigen Dorflinde, der Fahrhundertlmde, um die noch eine Bank kommen soll. Am 19. d. M. findet das W a s s e r f e st statt, durch welches das Wert offiziell seiner Bestimmung übergeben werden soll. Damit zusammen fällt die Aachkirmes.

:/: Utphe, 3. Sept. Bei der hiesigen Grum- inetgrasversteigerung auf dem Gemeinde- wiesengelände kamen minder gute Morgen auf etwa 10 Mk., mittlere auf 20 bis 30 9)1 f., während gute Qualität mit 30 bis 40 Mk. bezahlt wurde. Zwei Morgen erhielten sogar je 51 Mk. Gebot. Der Ertrag der Grummeternte ist nach Menge und Güte ganz hervorragend. Am Sonntag fand das A b - turnen unseres Turnvereins, verbunden mit einer Feier, statt, an der sich auch die übrigen Vereine unseres Dorfes beteiligten. Die Leistungen Zeigten, daß in dem Verein gearbeitet wird; be­sonders die Geräteübungen bewiesen, daß der Turnverein sich in aufsteigender Linie weiterent­wickelt. Die ersten Preise erhielten in der Schülerriege Theodor Bildhäuser, in der Unterabteilung Hermann Tag, in der Oder- abteilung Fritz Weber. Eine Musterriege aus Lich bot sehr beachtenswerte Leistungen.

Kreis Friedberg.

^Bad-Aauheim, 3. Sept. Zwischen hier und Äieder-Mörlen, unweit des Bahnkörpers der Main°Weserbahn erfolgte gestern nachmittag die Notlandung des Sportflugzcuges D 4 3 9. das auf der Reise von Köln nach Konstanz begriffen war. Im Gewitter hatte der Pilot die Orientierung verloren. Infolge kleinen Defekts, der bei der Landung entstand, konnte das Flugzeug erst heute seinen Flug fort- sehen.

Bad-Nauheim, 4. Sept. Am nächsten Montag, 6. September, abends, wird der berühmte deutsche Kammersänger Heinrich Schlusnus im hiesigen Kurhaus (großes Haus) in einem Lieder- und Arienabend auftreten. Auf dieses Ereignis seien die Kunstfreunde besonders hingewiesen.

Kreis Büdingen.

Aus dem Niddertal, 3. Sept. Die Fruchternte ist hier schon seit einiger Zeit beendet: sie hat im allgemeinen ein gutes Er­gebnis geliefert. Zur Zeit ist die Grummet- ernte in vollem Gang. Das Ergebnis ist vorzüg­lich, auch Bergwiesen befriedigen völlig. Natürlich war der Preis bei den öffentlichen Grummetver­steigerungen dementsprechend: die besten Wiesen kamen pro Morgen auf 6 bis 8 Mk., geringere auf 1 bis 5 Mk. Die O b ft c r n t e versagt allerdings in vielen Gemeinden völlig, nur Birnen liefern eine einigermaßen zufriedenstellende Ernte: jedoch ist der Preis für beste Tafelbirnen fahr mäßig, es werden für gute Ware 5 bis 10 Mk. pro Zentner geboten.

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