Ausgabe 
30.8.1932 Erstes Blatt
 
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wickelt. Die Wirtschaftspläne seien der Bolschewis- nuis des Großkapitals.

Oer Eindruck in England.

London, 29. Aug. (TU.) Die gesamte englische Presse bringt die Meldungen über das Wirtschasls- programm der Reichsreg^erung in großer Auf­machung und an hervorragender Stelle. Die Blätter üben jedoch hinsichtlich der Beurteilung vorerst Zu­rückhaltung. DerT i m e ^'-Berichterstatter meint, daß man zunächst weitere Einzelheiten abwarten müsse, sowie den Eindruck auf die Börse und die internationale Finanzwelt. Es sei noch unklar, wie das Programm sich auf die parlamentarische Lage auswirken werde. Die überwältigende Aussicht auf zwei Milliarden Reichsmark werde es den Ztvei- dritteln der Reichstagsabgeordneten, die die Ver­tretung der Arbeiter beanspruchten, schwierig machen, gegen die Regierung zu stimmen.Daily T e - legraph" nennt das Programm sehr bemerkens­wert und glaubt, daß es wenigstens zum Teil vom Reichstag mit Unterstützung der Nationalsozialisten angenommen werden könne, falls die sozialistische Tendenz der Nationalsozialisten ernst gemeint sei. M o r n i n g p o st" spricht von einem kühnen Plan und nennt Papen einen Mann mit Mut. Sein Plan werde wahrscheinlich volkstümlich sein.Daily Mail" erklärt, das deutsche Wirtschaftsprogramm hinterlasse den Eindruck, daß die jetzige Reichsregie­rung im Sattel bleiben wolle, und es für ihre Pflicht gegenüber dem deutschen Volke halte, unter Hint­ansetzung aller Parteirücksichten das zu tun, was getan werden müsse. Das FinanzblottFinan­cial Times" ist befriedigt, daß die Rede von Papens alle Befürchtungen, die man infolge von Gerüchten bezüglich der deutschen Wirtschaftspläne gehabt habe, beseitigt habe. Das Blatt hebt beson­ders die Aeußerung des Reichskanzlers über die internationale Wirtschaftspolitik hervor. Die Ergeb­nisse des Programms, dessen aufbauende Maßnah-

Inneominister Freiherr von Gayl erhält die Frankfurter Goethejahr-TNedaille.

Anläßlich der Frankfurter Goethe-Iahrhunbert- feier ist die Frankfurter Goethejahr . Me - d a i l l e an Goethes Geburtstag überreicht worden dem Reichs Minister des Innern Freiherrn von G a h l, dem Staatssekretär Lammers im Preußischen Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung, dem Ministerialrat Dr. h. c. Donnevert im Reichsministerium des Innern und dem Ministerialrat des Preußischen Kultus­ministeriums Dr. Leist.

Graf Zeppelin" aus der Südamerikasahrl.

Das LuftschiffGraf Zeppelin" wurde am Montag um 7.02 Llhr in Colombiers, um 8.34 Llhr in Desan^on gesichtet, um 10.05 überflog es den Flugplatz Bron bei ßi)on in einer Höhe von 250 bis 300 Meter und hatte Kurs auf die Städte Viennes und MarseiUe. Ilm 12 Uhr (MEZ.) hatte derGraf Zeppelin" die Mittel- meerküste bei Saint Maries-sur-Mer erreicht.

*

Die Radiomarinekompanie erhält einen Funk­spruch vomGraf Zeppelin", wonach dieser am Mittwoch in Pernambuco landen wird. Das Luftschiff befand sich am Dienstag, um 23 Uhr (Reuhorker Zeit), über dem Atlanti­schen Ozean, westlich der Marokko-Küste, auf 32,8 Grad nördlicher Breite und 10,30 Grad westlicher Länge.

Ozeanflieger 2HoUifon auf dem Rückfluge.

Ter Ozeanflieger Mollis on ist auf einem Felde bei Rerepis gelandet, ungefähr 30 Kilometer von St. Johns (Reubraunschweig) ent­fernt. Starker Rebel hatet ihn verhindert, den Flugplatz von St. Johns zu erreichen. Mollison kommt von Reuhork und beabsichtigt, nach Reu­fundland weiterzufliegen.

Deutscher Forscher aus der Düste Gobi zurück.

Nach mehrjährigem Aufenthalt in Zentral-Asien, wo er im Rahmen der großen Expedition Dr. Sven Hedins gearbeitet hat, kehrte Dr. Walde­mar 5) a u ö e vom Preußischen Meteorologischen Observatorium in die Heimat zurück. Dr. Haude f>at als Erster in dem ungeheuren Steppen- und Wüsten­gebiet des asiatischen Kontinents systematische Wet­ter- und Klimaforschung betrieben. Er hat dort die erste meteorologische Beobachtungs- st a t i o n eingerichtet; sie wird heute von chinesischen Meteorologen weiter versorgt, die Haude persönlich herangebildet hat. Der Forscher und feine Mitarbei­ter haben oft unter den schwierigsten Verhältnissen arbeiten müssen. Mehr als einmal wurden die Sta­tionen von Räubern bedroht. Bei den un­geheueren Entfernungen kam es häufig vor, daß ein Beobachter monatelang keine Verbindung mit der Außenwelt hatte. In einer dieser Stationen hat sich eine Tragödie abgespielt. Am Etsen-Gol, wo der deutsche Major Zimmer­mann, der Schwede Georg Soederbom und der chinesische Student M a arbeiteten, wurde der Chinese plötzlich wahnsinnig, erschlug feinen Diener und tötete s i ch dann selbst. Dr. Haude hat reiche wissenschaftliche Ausbeute mitgebracht. Er glaubt festgestellt zu haben, daß das Klima Zentral- Astens sich jedenfalls in historischer Zeit nicht ge­ändert hat und von einer allmählichenAus­trocknung" Mittelasiens wohl kaum die Rede fein kann. Dr. Haude berichtet, daß verschiedene andere Abteilungen der Sven-Hedin-Expedition in letzter Zeit außerordentliche Erfolge erzielt haben. So konnte der Geologe Dr. Nils H o e r n e r die Spu­ren eines Sees entdecken, der eine Ausdehnung von 150 mal 180 Kilometer gehabt haben muß.

Selbstmord des Vorsitzenden im Lalmelleprozeß.

Amtsgerichtsrat Dr. W i b e l, der Vorsitzende im Lübecker Calrnetteprozeß, ist nach einer Mitteilung der Iustizpressestelle Lübeck in Ham­burg freiwillig aus dem Leben ge­schieden. Amtsgerichtsrat Dr. Wibel war aus dem Sanatorium zurückgekehrt und sollte am 15. September seinen Dienst beim Amtsgericht Lübeck wieder aufnehmen. Er hatte sich bei Hamburger Verwandten aufgehalten und erschien an einem der letzten Tage in einem bekannten Hotel am Hauptbahnhof, um sich ein Zimmer zu mieten. Er ging dann noch einmal fort, kehrte nach kurzer Zeit zurück und ließ sich im Hause nicht wieder sehen. Die Zimmermädchen klopften anx andern Morgen wiederholt an seine Tür, schöpften aber erst nachmittags Verdacht. Als die Leitung des Hotels die Tür aufbrechen ließ, fand man Wibel erschossen auf, die Pistole in der Hand. Der Schuß ist im Hotel nicht gehört worden. Von einer Verwandten Dr. Wibels werd versichert, daß Wibel keinerlei An- -eichen geistiger Störung gezeigt habe.

men zur Förderung der Leistungsfähigkeit von Han­del und Industrie bestimmt seien, müßten mit größ­tem Vertrauen erwartet werden.

pariser Kommentare.

Paris, 28. Aug. (TU.) Die Ausführungen des Reichskanzlers von Papen in Münster werden in der Pariser Presse zwar ausführlich wiedergegeben, infolge des Fehlens jeder außen­politischen Polemik aber nur spärlich besprochen. Die Blätter folgern im allgemeinen aus der Rede des Reichskcmzlers, daß die Reichsregierung un­geachtet der Verhandlungen, die zwischen dem Zentrum und den Rationalsozialisten stattfinden, ihren Weg für die Wiederaufrichtung Deutsch­lands zu gehen beabsichtige. Das Wiederaufrich­tungsprogramm, so schreibt dasEcho de Pa- r i s", umfasse nicht nur die Wiederherstellung des alten Dismarckschen Deutschland, sondern des alten Preußens unter Friedrich II. und Wilhelm I. Der unparteiische Beobachter müsse zugeben, daß die Befriedigung, mit der der Reichskanzler von den politischen Errungenschaften der letzten Monate gesprochen habe, vollkommen berechtigt sei.

Seit 1918 habe das Reich auf dem Wege der Wiederaufrichtung wesentliche Fortschritte ge­macht. Das Dreigestirn Hindenburg- Papen-Schleicher habe es fertig gebracht, sogar im Ausland Sympathien zu erwerben, weil es sichdem Wahnsinn Hitlers entgegen­gestellt" habe. Die Welt, die soviel Mühe gehabt habe, die Macht Deutschlands zu brechen, be­grüße heute diejenigen, die an ihrer Wieder­aufrichtungsarbeit tätig seien. Es sei zu hoffen, daß man zumindesten in Frankreich derartige Illusionen aufgebe. Der sozialistischeP o - pulaire" zieht aus den Ausführungen Papens die Schlußfolgerung, daß die Regierung nicht ge­willt sei, ihr Schicksal von irgendeiner parlamen­tarischen Koalition abhängig zu machen.

Er sei ruhig wie stets gewesen und habe das Haus, wie gewöhnlich, zu einem Spaziergang verlassen. Der Entschluß zum Selbstmord müsse ihm ganz plötzlich gekommen sein.

Verkehrsunglück bei Rostock. (Ein Toter, zwei verletzte.

Auf der Straße von Ribnih nach Rostock ver­unglückte in der Rühr von Gelbensande der Personenkraftwagen des Jenaer Professors Dr. Pfeifer. Bei hoher Geschwindigkeit lüste sich plötzlich eine Radfelge, so daß der Wagen ins Schleudern geriet und sich überschlug. Einer der Insassen, Regierungsrat a. D. Schulze aus Erfurt, erlitt so schwere innere Verletzungen, daß er auf dem Transport ins Krankenhaus Der« starb. Seine Ehefrau und Frau Prof. Pfeifer wurden mit erheblichen Verletzungen in eine Rostocker Privatklinik übergeführt. Prof. Pfeifer, der den Wagen steuerte, blieb unverletzt.

Gießen, den 30. August 1932.

Gießener Wochcnrnarktpreise.

* Gießen, 30. Aug. Cs kosteten auf dem heuti­gen Wochenmarkt: Süßrahmbutter 130 bis 140 Pf., Landbutter 130, Kochbutter 100, Matte 25 bis 30, Wirsing 6 bis 8, Weißkraut 5 bis 6, Rotkraut 7 bis 8, gelbe Rüben 8, rote Rüben 8. Spinat 20, Römischkohl 8, Anterkohlrabi 5 bis 6, Bohnen (grüne und gelbe) 15 bis 20, Zwiebeln 10, Tomaten 8 bis 10, Kürbis 5 bis 6, Pilze 20 bis 25, Kartoffeln (neue) 3,5 (pro Zentner 3 Mk.), Frühäpfel 15 bis 30, Falläpfel 5 bis 6, Dirnen 15 bis 25, Dörrobst 30 bis 35, Brombeeren 20 bis 25, Pfirsiche 30 bis 50, Preihelbeeren 28 bis 30, Zwetschen 20 bis 25, Mirabellen 25 bis 30, Honig 40 bis 45, Reineclauden 20, junge Hähne 80 bis 90, Suppenhühner 60 bis 80 Pfennig pro Pfund; Tauben 50 bis 70, Eier 9, Käse 5 bis 10, Blumenkohl 30 bis 60, Salat 8 bis 10, Salatgurken 10 bis 20, Einmachgurken 2 bis 3, Endivien 10 bis 12, Oberkohlrabi 5 bis 8, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 12, Sellerie 10 bis 25 Pfennig pro Stück; Radieschen 8 bis 10 Pfennig pro Bund.

Bornotizen.

Tageskalender für Dienstag. Licht­spielhaus, Bahnhofstraße:Die Nacht der Entschei­dung".

Arbeitsabend d.er Hausfrauen­beratung. Die Hausfrauenberatung Gießen veranstaltet am Donnerstag, 1. September, 20 älhr, imEinhorn" wieder einen Arbeitsabend. Frau Pelz-Langenscheidt (Kassel) wird über das ThemaSo wollen wir wohnen und Wirtschaften!" sprechen. Räheres ist aus der heu­tigen Anzeige ersichtlich.

** Schwer vom Fahrrad ge stürzt. Heute morgen stürzte die Fabrikarbeiterin Karoline Schäfer von Annerod mit ihrem Fahrrad auf dem Wege zu ihrer Arbeitsstätte in Gießen so schwer, daß sie mit erheblichen Verletzungen am Kopse und an den Beinen in die Chirurgische Klinik gebracht wer­den mußte.

" Schweinezwischenzählung. Wie aus einer Bekanntmachung im heutigen Anzeigen­teil hervorgeht, findet am 1. September in der Gemarkung Gießen und Schiffenberg eine Schweinezwischenzählung statt.

Wettervoraussage

für Mittwoch und Donnerstag.

Die Luftdruckgegensätze sind über Deutschland sehr gering, so daß auch keine einheitliche Windströmung besteht. Infolgedessen herrscht bei ziemlich feuchter Luft vorwiegend wolkiges Wetter. Der Tiefausläu­fer über den britischen Inseln arbeitet sich langsam östlich vor und hat über Holland schon Nieder­schläge verursacht. Mit seinem weiteren Vordringen dürfte auch bei uns die Witterung einen unsicheren Charakter annehmen, so daß es neben Bewölkung zu vereinzelten Niederschlägen kommen wird. Die Temperaturen bewegen sich dabei in normalen Grenzen.

Aussichten sür Mittwoch: Wolkiges Wetter mit vereinzelten Riederschlägen, warm.

Aussichten fürDonnerstag: Bewölkt mit Aufheiterung, etwas kühler, vereinzelte ge­witterartige Schauer.

Lufttemperaturen am 29. August: mittags 21,4

Molorradunglück. Zwei Tote, ein Schwerverletzter.

Auf der Straße ZittauGörlitz ereignete sich dieser Tage ein Motorradunglück, dem zwei Menschenleben zum Opfer fielen. Ein Rei­chenberger Motorradfahrer, der einen Sozius mitführte, versuchte ein Auto zu überholen. Im gleichen Augenblick kam aus entgegengesetzter Richtung der Motorradfahrer Scholz aus Kieß­lingswalde am Kraftwagen vorbei. Er erfolgte ein heftiger Zusammenstoß zwischen den bei­den Motorradfahrern. Scholz war sofort t o t. Die beiden Reichenberger Motorradfahrer wur­den schwerverletzt ins Zittauer Stadtkran­kenhaus eingeliefert, wo der Führer Walter Hübner seinen Verletzungen erlag, während sein Begleiter Franz D r a x l e r in be­denklichem Zustande darniederliegt.

Raubüberfall in Barmen.

Eine Kontoristin wurde dieser Tage in einem Barmer Geschäftshaus von zwei unbekannten Män­nern überfallen. Die Täter knebelten und fessel­ten die Angestellte und raubten 1200 Mark.

Erstbesteigung desDent Blanche.

Wie aus Zinsl (Kanton Wallis) gemeldet wird, haben zwei Münchner Alpinisten, der 30jährige Franz Singer und der 26jährige Karl Schnei­der, erstmals den Nordgrat desDent Blanche (4364 Meter) ohne Führer bestiegen.

Anwellerfchäden im oberen 3nnfaL

Ein starkes Gewitter mit Hagelfchlag, das in den letzten Tagen im oberen Inntal nieder­gegangen ist, hat an den Berghängen oberhalb der Ortschaften Hatting und Polling bei Telfs Mur- brüche losgelöst, die die umliegenden Wiesen und Felder in großem Ausmaße verwüsteten und die Feldfrüchte vernichteten. Vier Bäche tra­ten aus den Ufern und überschwemmten das Gelände. Mehrere Brücken wurden weggerissen. Die Gemeindestraße wurde in einer Lange von 200 Me­ter vermurt und ist unfahrbar.

Drei Alpinisten abgeslürzt.

Drei Alpinisten aus Lyon stürzten im Belladonna- Massiv bei Grenoble ab. Zwei von ihnen wurden als Leichen geborgen, der dritte ist schwer verletzt worden.

Erdrutsch in Spanien. vier Kinder getötet.

Rach einer Meldung aus Valencia wurden vier Kinder im Alter von 2 bis 6 Jahren in einem kleinen, bei Valencia gelegenen Dorf von einem Erdrutsch überrascht und ge­tötet.

Autobuskatastrophe auf Portorico. 18 Tote und 38 Schwerverletzte.

Bei einem Au t o b u s un gl ü ck in der Nähe von Ponce (Portorico) wurden 18 Menschen getötet und 38 schwer verletzt. Der Auto­bus, in dem sich die Teilnehmer an einer liberalen Parteitagung befanden, kam bei einer gebirgigen Kurve ins Schleudern und stürzte über einen F elfen hinunter.

Grad Celsius, abends 15,2 Grad; am 30. August: morgens 11,8 Grad. Maximum 21,5 Grad, Mini­mum 11,5 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 29. August: abends 20,8 Grad Celsius; am 30. August: morgens 17 Grad Celsius. Nieder­schläge 0,2 mm. Sonnenscheindauer 7 Stunden.

Oberheffen.

Umfassende Arbeiten im Freiwilligen Arbeitsdienst Holzheim.

O, H o l z h e i rn, 28. Aug. Die Arbeiten des freiwilligen Arbeitsdienstes schreiten rüstig vorwärts. 70 Teilnehmer hatten sich ge­meldet, von denen aber nur 45 beschäftigt werden Tonnten. Rach dem der Schulhof der alten Schule gepflastert, bzw. neu hergestellt worden war, wurde der Sportplatz in Angriff ge­nommen. Am Dors-Güller Weg, in der Räße unseres Dorfes sind 45 Arbeitslose bereits seit 20 Wochen damit beschäftigt, durch Urbar» machung von Oedland einen vorbildlichen Sportplatz zu schaffen. Mit einer Länge von 165 Meter und einer Breite von 98 Meter dürfte er einer der größten Sportplätze Ober­hessens werden. Es mußte felsiger Grund bis zu 1,61 Meter abgehoben und bis zu 165 Meter weit bewegt werden. Alle erforderlichen Spann­dienste leisteten hiesige Pferdehalter umsonst. Erst nach etwa zehn Wochen wird der Sportplatz fertig sein. Die unmittelbar anschließende mustergültige, 2200 Quadratmeter große Vogelschuhhecke mit 5 0 0 0 Sträuchern und Bäumen mußte ebenfalls dem Oedland abgerungen werden. Ferner wird jetzt im Rahmen des Arbeitspro­gramms Wegebau durchgeführt; so daß noch jugendliche Arbeitslose bis zu 25 Jahren ein­gestellt werden können. Die Provinzial­straße Holzheim Lang-Göns weist in unserem Teil 2 sehr starke Steigungen auf. Vom erstenKopf" (von Lang-Göns her) werden 2,50 Meter abgenommen, und dieLicher Hohl" zwischen diesen zwei Bergen wird 1,60 Meter er­höht, so daß dann die Steigung allmählig erfolgt. Hiermit geht ein lange gehegter Wunsch aller Einwohner in Erfüllung. Es werden hier 48 Mann (über 25 Jahre alt) je 13 Wochen beschäftigt. Im ganzen find 5300 Arbeitstage vorgesehen. Die benötigten 300 Kubikmeter Klopf­steine und ebensoviele Stellstein'e liefert unser durch feinen vortrefflichen Basalt weitbekannter Gemeindesteinbruch. Ist dieser Umbau beendet, so erfolgt wahrscheinlich die Verbesserung der Zu- fuhrstrahe zum Steinbruch.

Landkreis Gießen.

(D Watzenborn-Steinberg, 29. August. 3n der Nacht zum Sonntag gegen 4 Uhr versuchten Einbrecher in das Gehöft des Woißbinder- meifters Louis Schäfer in Steinberg einzudrin- gen. Während zwei Mann bereits das Einfahrts­tor geöffnet hatten, standen die anderen Schmiere. Nur dem Umstand, daß das Tor etwas geräuschvoll geöffnet wurde, war es zu danken, daß man der Diebe gewahr wurde und sie verscheucht werden konnten. Man vermutet sicherlich nicht zu Unrecht, daß der beabsichtigte Raubzug den Lebensrnit­teln galt, die für eine Hochzeitsfeier am Sonntag bereit lagen.

+ ® rünberg, 29. Aug. Am Sonntagabend fand in der Turnhalle auf Veranlassung der Stadtverwaltung eine Goetheseier statt. Die Festrede hielt Studienrat S e y b o l d. Chöre der 1

Aus aller Well.

Aus -er Provinzialhauptstadt.

beiden Männergesangvereine und des Kirchen­gesangvereins, sowie einige Musikvorträge eines Liebhaberorchesters trugen zur Verschönerung der Feier bei. Tie Veranstaltung erfreute sich eines guten Besuches.

Kreis Büdingen.

)( Lindheim, 29. Aug. Unter starker Be­teiligung fand am Samstagnachmittag in unserer Kirche die T r a u e r f e i e r für den verstorbenen langjährigen Seelsorger unserer Gemeinde, Pfar­rer und Dekan a. D. Ludwig Bär, statt. Rach Chor- und Gemeindegesang und nach dem Altar­dienst hielt der derzeitige Spezialvikar unserer Ge­meinde. Pfarrer H e r r s u r t h, Rodenbach, die Gedächtnisrede und ließ in eindrucksvoller Weise vor dem geistigen Auge der Trauergemeinde noch einmal ein Lebensbild des treuen Geistlichen er­stehen. der fast 38 Jahre lang seiner Gemeinde ein Hirte und Führer war. Rach dem Trauer­gottesdienst bewegte sich ein langer Zug durch das Dorf zum Friedhof. Rach der Einsegnung, dem Chorgesang des Gesangvereins und der Schul­kinder und dem Segen wurde eine große Anzahl von Kränzen niedergelegt. In allen Ansprachen kam die große Trauer der Gemeinde und der Freunde um den Dahingeschiedenen zum Ausdruck.

Kreis Schotten.

? R a i n r o d, 29. Aug. In feinem Waldrevier am Auerberg konnte Professor Hahn (Schotten) einen 120pfüni)igen Keiler zur Strecke bringen. Bereits seit einem Jahre waren Wühl- spuren von Wildschweinen in unserer Gegend feft- zustellen, ohne daß es gelungen wäre, eines dieser Tiere zu entdecken. Der Abschuß des Keilers läßt erkennen, daß das Schwarzwild in eine Gegend vorgedrungen ist, die Jahrzehnte lang gemieden wurde.

= Herchenhain. 29. Aug. Anläßlich deS Herbstausflugs des Gesamt-DHC. nach der Her- chenhainer Höhe sand gleichzeitig die Gedächt­nisfeier für die Gefallenen statt, denen der Klub auf dem Gipfel des Berges aus heimat­lichem Gestein ein Ehrenmal errichtet hat. Die Ausgestaltung der Feier lag diesmal in den Händen des Zweigvereins Gedern. Die Ge­denkrede des Dekans Widmann, Schotten, war umrahmt von Gesängen des VereinsLieder­kranz" Gedern, von Gedichten und gemeinsamen Liedern. Dr. Bruchhäuser, Alrichstein. der Vorsitzende des VHC., dankte allen Mitwirken­den. Leider konnte die Feier des unaufhörlichen Regens wegen nicht am Denkmal abgehalten werden, sie sand in der großen geräumigen Fliegerhalle statt. Trotz der ungünstigen Witte­rung war der Besuch von allen Zweigvereinen außerordentlich stark; die Sektion Frank­furt a. M.. die in diesem Jahre ihr 25jähriges Stiftungsfest feiert, war allein mit 76 Teil­nehmern vertreten. An dem Ehrenmal wurde ein großer Kranz niedergelegt.

Kreis Alsfeld.

* Romrod, 30. Aug. In der vergangenen Nacht wurde hier in der Gastwirtschaft und Kolonial» Warenhandlung Werner ein Einbruch ver­übt. Was den Dieben alles in die Hände fiel, konnte noch nicht genau festgestellt werden. Fest steht bisher nur, daß sie Silberbestecke mitgehen hießen. Dis polizeilichen Ermittlungen sind im Gange.

Verantwortlich für Politik: I. V.: Ernst Blumschein.

Eewinnauszug

5. Klasse 39. Preußisch-Süddeutsche (265. Preuß.) Staats-Lotterie. Ohne Gewähr Nachdruck verboten

Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer

auf

die Lose gleicher Nummer in Abteilungen I und II

den

beiden

17. Ziehungstag

27. August 1932

ön der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen

103112

115769

159004

218270

276023

348302

370633

96135 109441

154192

208339

273061

339345

368063

100236

133096

168699 182629

215712

228342

265244 281498

308060 330560

375477

396275

103261

121035

171197

235884 286617 353982 399119

105752

141180

168009

209692

217500

255456

268928

297398

314656

355302

385376

104141

132684

171330

235949

287066

358452

113181

144702

171739

210482

221561

255844

271141

299509

318555

367496

391925

105610

142304

180357

259110

287781

363137

123787 146581 175606 210483 222062 257747 273658 304650 318923 370178 392605

107410 146491 193677 260432 333227 364163

135993

160851

187037

215733

245935

265494

286859

310931

339351

378115

94166 128457 151490 182528 210676 222510 262572 280641

307218 319527 370798 395545

2 ®etoiune ju 50000 M. 336568 1

4 »ttotnne «u 5000 M. 47927 233098

16 Gewinne3000 M. 111661 130945 158400 235552 248579 275894 284006 316642

50 Gewinne,u 2000 4N. 3686 6516 22469 42114 51588 53309 56977 77120 82253 96170 102718 126850 157990 159112 178050 200891 230961 266740 329040 347081 355590 359284 372062 379051 394696

102 Gewinne nu 1000 M. 9983 16804 23098 25300 31061 34250 59635 62606 66772 69826 74771 74988

176 Gewinne ,u 500 M. 1929 1 0004 24859 33405 33574 34431 36422 37219 43310 44188 47089 50424 51494 53518 67763 59834 66475 67554 76065 91276 ----- ------ 101385 ------ ------ ------

3n der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne

über 400 M. gezogen

133979 134080

167899

168581

396588

128355

176777

209159

238688

278298

290553

309927

341539

370898

162772

186932

210632

256848

278410

293051

314654

349344

394953

106348

163229 193087

213469 270334 278508 295902

319897 359722

109980

163587

193697

223232

270712

278598

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325253

363829

115532 164588

196718

227561

270730

284122

302328

332585

363866

126382

173755

198568

238541

278287

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305394

335684

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önÄRÖÄ '63107 165195 172142 186663 192359

U6694 226040 235065 243429 264477 275941

298512 322168 329214 34101,1 349298

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R17RK 8677 13159 21141 30497

11 Wa" ,1?/L?05 48975 59445 73642 93381 96296 > 11430 119106 ------ ------

Im Gewinnrade verblieben: 2 Prämien zu fe 500000, 100 Schlußprämien zu je 3000, 2 Ge­winne zu je 200000, 2 zu je 100000, 2 zu je 75000, 2j|u je 50000, 16 zu je 25000, 88 zu je 10000, 190 zu je 5000, 402 zu je 3000, 1144 zu je 2000, 2378 zu je 1000, 3980 zu je 500, 11998 zu je 400 M.