Ausgabe 
29.9.1932 Erstes Blatt
 
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voiuwrstag, 29. September 1952

Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhefstn,

Nr. 229 Zweiter Blatt

Aber wenn Sie Ihr Haar sich selbst überlassen, dann hellen. Extra-Blond liegt zudem der unvergleichliche, verliert es allmählich seinen Glanz und dunkelt nach, weder durch Zitronensaft noch durch Essigbad er- Pflegen Sie IhrHaar deshalb mit Schwarzkopf Extra-Blond, setzbareHaarglanz bei, der das Haar dauernd dem Schaumpon der Blondine, dann bleibt es blond, gesund erhält und blondes Haar doppelt ver- War es aber bereits nachgedunkelt, so läßt es sich mit schönt. Brünette und Dunkle wählen Schwarzkopf- Extra-Blond zu jeder gewünschten Nuance wieder auf- Extra, hell und dunkel mitHaarglanz und SchaumbriHe.

Aus der Proviuzialhauptstadt.

Gießen, den 29. September 1932.

Umzügler.

In diesen logen kann man, auch wenn man nicht Rassenforscher ist, «ine neu«, eigenartige opezies Mensch entdecken: die Umzug le r.

Sie treten im allgemeinen wenig in die Oefsent- lichkeit. Nur in der Zeit um den 1. Oktober und 1. April sind sie auffällig regsam. Sie sind nervös, sie reden viel, sie beschäftigen sich mit der Wohnung ihres lieben Nächsten, sie sind neugierig und wollen wissen, wieviel der andere Miete zahlt, ob er einen Balkon für vorteilhaft hält, ob er Zentralheizung oder Oefcn vorzieht, ob man ein eingebautes Sicher- heitsschloß ausbrechen oder gegen Bezahlung der Selbstkosten übernehmen soll, ob Ost. oder Westlage für das Schlafzimmer gesundheitsfördernd ist und was dieser Sorgen mehr sind.

Ihr Vokabularium ist, wie man sieht, ziemlich reichhaltig, aber es wird mit einer Intensität ge­pflegt, die dem Nachbarn auf die Nerven fallen kann. Sitzt man beim Mittagessen im Restaurant, dann kann man vom Nebentisch her die Frage erörtert hören, ob eine Zweimetergardine etwa noch ausreicht, ein Zweieinhalbmeterfenster zu bedecken, und wenn man in Ruhe seinen Abendschoppen ge- niehen will, dann passiert es, daß man Zeuge einer Unterhaltung wird, die sich um die Frage dreht, wie man ein Küchenbüsett durch die zu große Flirrtüre bringt, ohne die Hauswand oder das Möbelstück zu beschädigen.

Aber das sind noch die harmloseren Typen dieser Gattung. Schwieriger sind schon die, die auf der Straße mit sperrigem Gut über den Bürgersteig ziehen und den Passanten mit den Längsbrettern eines Kastenbrettes mit unnachahmlichem Geschick im Vorbeigehen die Hüte von den Köpfen schlagen.

Man soll ihnen das nicht übel nehmen, besonders, solange die Köpfe noch festsitzen-, denn diese Art Leute ist im Grunde gutartig. Nur darf man sie nicht reizen, weil fie einen dann für einen Haus­besitzer halten, und auf die sind viele der Umzügler nicht gut zu sprechen. Aste Hausbesitzer sind nach Meinung jener Umzügler oft nahe Verwandte des Teufels, die mit ollen bösen Eigenschaften behaftet sind. DerNeue" dagegen erstrahlt in allen Dor- zügen erträumten Glückes.

Zu warnen ist lediglich vor Umzüglern, die ge­radeswegs unter, über ober gar neben uns Woh­nung nehmen. Sie sind geradezu gemeingefährlich, und es gibt noch dazu kein Mittel, sich ihrer zu erwehren. Ihre Lust, Möbel zu verschieben, Nägel in die Wände zu schlagen, gegen die Decke zu pol­tern, ist unerschöpflich. Sie werden für alle Beteilig­ten zu einer Hausplage, die tagelang als gefähr­licher Zündstoff in der Luft liegt. So wie der Dichter, leicht aktualisiert, sagt:

Die neuen Mieter sind erwacht

Sie Hopfen und poltern Tag und Nacht Das Lärmen will nicht enden ... E. E.

Oie Einholung der alten hessischen Zahnen.

Die aus Anlaß des Grenadier-Tages nach Gießen verbrachten Fahnen der alten hessischen Regimenter (115, 116, 118) man beachte den Artikel ..Die Fahnen der alten hessischen Regi­menter" aus der 3. Seite des 1. Blattes) werden am morgigen Freitag um 17 ilfjr von der Fahnenkompanie unseres Bataillons a m Bohnhos feierlich in Empfang ge­nommen. Die Fahnenkompanie marschiert dann mit den ehrwürdigen Feldzeichen vom Bahn» h o s aus durch die Bahnhofstraße (bis zur Ana- tomie), Liebigstrahe, Frankfurter Straße, Selters­weg, Sonnenstrahe, Reuen Baue, L i ch e r Straße bis zur Wohnung des Landeskomman­danten in Hessen, Oberstleutnant KlePke, wohin die Fahnen verbracht werden. Die Bürgerschaft wird gebeten, während des Marsches der Fahnen- kompanic vom Bahnhof bis zur Wohnung des Landeskommandanten nichtneben, vor oder hinter der Kompanie herzumarschieren, sondern am Rand des Bürgersteigs sich aufzustellen. Weiter ergeht die Bitte an die Bevölkerung, die ehrwürdigen alten Regi­mentssahnen beim Vorbeimarsch durch Ab- nehmen der Kopfbedeckung zu grü­ßen. Schließlich ist noch der dringende Wunsch zu äußern, bei Gelegenheit der Einholung der alten Fahnen keinerlei andere Fahnen unter der ausgestellten Menschenmenge zu zeigen.

Zahnen heraus!

Die Stadtverwaltung fordert in unserem heutigen Anzeigenteil die Bürgerschaft auf, anläßlich des Gre­nadiertages die Häuser vom 3 0. September bis 2. D 11 o b e r elnschl. mit Flaggen zu schmücken. Bei den guten Beziehungen, die von feher zwischen unserer Garnison und der Bevölke­rung bestanden hoben, wird man erwarten dürfen, da^ der Aufforderung der Stadtverwaltung zur Ver­schönerung des Festes unserer Garnison durch Flag- genfchmuck allseitig entsprochen wird.

Talen für Donnerstag, 29. Levtember.

1758: der englische Admiral Nelson in Burnham- Thorpe geboren; 1867: der Wirtschaftspolitiker und Staatsmann Walther Rathenau in Berlin ge­boren; 1913: der Ingenieur Rudolf Diesel ge­storben; 1919: die Sängerin Adeline Patti in London gestorben.

Gictzencr tÖoaieninavttprciK.

Gießen, 29. Sept. Es kosteten auf dem heu­tigen Wochenmarkt: Süßrahmbutter, das Pfund 1,30 Mark, Landbutter 1,30, Kochbutter 1,00, Matte 25 bis 30 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10 Ps.. Wirsing, das Pfund 6 bis 8, Weißkraut 5 bis 7, Rotkraut 8 bis 10, Gelbe Rüben 8 bis 10, Roterüben 8 bis 10 Spinat 15, Römischkohl 8, Unterkohlrabi 5 bis 6, tomaten 10 bis 15, Zwiebeln 8 bis 10, Meerrettich 35 bis 70,

Schwarzwuzeln 35, Kürbis 5 bis 6, Pilze 25 bis 30, Kartoffeln 3 bis 3)4 Pf., (Zentner 2,80 Mark), Früh­apfel 15 bis 25, Falläpfel 5 bis 6, Birnen 10 bis 20, Dörrohst 30 bis 35, Pfirsiche 30 bis 40, Brombeeren 20 bis 25, Dreißelbeeren 30 bis 35. Zwetfchen 8 bis 10, Honig 40 bis 45, junge Hahne 70 bis 90, Suppen­hühner 60 bis 80, Tauben das Stück 50 bis 60, Nüsse, das Pfund 35, Eier (ausländische), das Stück 9 bis 10, (inländische) 10, Blumenkohl 30 bis 60, Salat 8 bis 10. Salatgurken 10 bis 20, Endivien 10 bis 15, Oberkohlrabi 5 bis 8, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 12, Sellerie 10 bis 30, Radieschen, das Bund 10 Pf-

UornoNzen.

Tageskalender für Donnerstag. Hausfrauen-Beratung, Kirchenplotz 2: 20 Uhr, Vor­tragDer Zucker und seine Bedeutung für Volks- wirtschaft und Ernährung." Saal der Christlichen Versammlung: 20.15 Uhr, Evangelisationsversamm- lung; Thema:Heilige Rätsel und ihre Lösung" bzw. Das Volk der Juden und die christliche Gemeinde in ihren gegenseitigen Beziehungen und in ihren Zielen." Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Gitta entdeckt ihr Herz".

Offenlegung der Wählerlisten. Der ReichSminister des Innern hat durch Ver­

ordnung bestimmt, daß zur Vorbereitung der Reichstagswahl die Stimmlisten und Stimmkar­teien vom 16. bis 23. Oktober auszulegen find. Auf den großen Bahnhöfen und Llebergangsstationen, sowie den großen Leeschisfen wird, wie bei der letzten Reichstagswahl. Gelegenheit zur Stimm­abgabe geboten werden. Die Landesregierungen sind durch Rundschreiben gebeten worden, ülle Maßnahmen zur Durchführung der Reichstags­wahl in die Wege zu leiten und die Gemeinde- und Verwaltungsbehörden mit entsprechender Weisung zu versehen.

** Der Gießener Wochenmarkt wird vom 1. Oktober ab jeweils um 8 Uhr beginnen und um 14 Uhr geschlossen.

** Die Gießener Herb st messe nimmt am nächsten Sonntag, 2. Oktober, ihren Anfang und dauert bis einschließlich Sonntag, 9. Oktober, an. Auf dem Messeplatz (Oswaldsgarten) werden zahlreiche Messegeschäfte sich bemühen, den Besuchern in viel­fältiger Weise zu dienen und eine abwechslungsreiche Unterhaltung zu bereiten. In unserem heutigen An­zeigenteil laden die Inhaber der Messegeschäfte zu zahlreichem Besuche ein.

** Die Schwesternschaft Gießen ini Iungdeutschen Orden hielt wie man uns berichtet einen sehr zahlreich besuchten Schwestern- abend ab. Im überfüllten, schon geschmückten Raum fand die feierliche Neuaufnahme von drei Ordens­schwestern statt. Sodann referierte eine Schwester über die Schrift von Dr. Alfred Äuermann: .Ludwig XIV. ist tot! Es lebe Adolf Hitler!" Es schloß sich eine lebhafte Aussprache an. Erst in fpäter Stunde wurde der erhebende und arbeitsreiche Abend geschlossen.

Lndustrie-

und Handelskammer Gießen.

Lieber die am Montag in Alsfeld stattge- habte Sitzung derIndustrie - und Han- delskarnmerGiehen für die Kreise Dießen, Alsfeld und Lauterbach wird uns folgendes be­richtet: _ _ ,

Dor Eintritt in die Tagesordnung gedenkt der Vorsitzende, Herr Ludwig Rinn, des 70. Ge- burtstagcs des Herrn Kommerzienrats R a m - speck (Alsfeld), der trotz starker beruflicher Inanspruchnahme doch die Zeit gesunden habe, den reichen Schatz seiner kaufmännischen Erfah­rungen in den Dienst von Industrie und Handel des Kammerbezirks zu stellen. Er dankt ihm für die wertvolle Mitarbeit, die er mehr als drei Jahrzehnte als Mitglied und stellvertretender

Vorsitzender der Kammer geleistet hat, und gibt unter dem lebhaften Deisall der Versammlung der Hoffnung Ausdruck, daß die Kammer noch recht lange sich seines klugen Rates erfreuen dürfe. In bewegten Worten dankt Herr Kom­merzienrat R a m s p e ck für die ihm gewordene Ehrung und verfichert, daß er auch in Zukunft, sofern ihm auch weiterhin das Vertrauen der Kaufmannschaft in die Kammer berufe, fich deren Aufgaben mit voller Hingabe widmen werde.

Rach einem einleitenden Referat dcS Syndi­kus über das Wirtschaftsprogramm der Reichs- rcgierung bringt Herr Wirtschaftsprüfer Will interessante Ausführungen über die Handhabung der Steuergutscheine. Der Vorsitzende dankte beiden Herren sür ihre eingehenden und lehrreichen Referate und bemerkt im Anschluß daran u. a. folgendes:Wir leben jetzt in einer äußerst kritischen Zeit. Das Programm der Reichsregierung hat uns in diesen Tagen neuen Mut gegeben. Wird hier doch zum ersten Male der feste Wille gezeigt, die seit einem Jahr­zehnt auf wirtschaftlichem Gebiet begangenen Miß­griffe wieder gut zu machen. Ein Gebot der Rvt- wcndigkcit ist es. daß sich alle Wirtschaftskreise für dies Programm einsehen. Selbstverständlich kann auch diese Verordnung nicht vollkommen sein;

aber sie zeigt im großen ganzen doch Wege, die aus unserem heutigen Elend heraus und zu einer Besserung führen können." In der nun folgenden lebhaften Aussprache gaben die Anwesenden ein­stimmig ihrer Befriedigung über die erfolgver­sprechenden Beschlüsse der Reichsregierung Aus­druck. Das aus dieser Rotverordnung sprechende offene und starke Bekenntnis der Regierung zur Privatwirtschaft erfüllt die Versammlung mit be­sonderer Genugtuung; denn dieses Bekenntnis gibt den Privatunternehmern endlich das Vertrauen zur Regierung wieder, ohne das ein ruhiges und sicheres Arbeiten nicht denkbar ist. Die Kammer erwartet deshalb von allen aufbauwilligen Kräf­ten der deutschen Wirtschaft, daß sie ernstlich zu dem Gelingen dieses Regierungsprogramms bei­tragen, welches in erfreulichem Gegensatz zu allen bisherigen Rotverordnungen endlich die steuer­liche Entlastung bringt.

Bezüglich der lebhaft erörterten Frage der steuerlichen Behandlung von Steuer- gutscheinen stellt die Versammlung die For­derung. daß Vereinnahmung, Besitz und 'Verkauf der Steuergutscheine nicht zu einer neuen Steuer­quelle gemacht werden dürfen.

Die ferner aus der Versammlung gegebene Anregung, die Kammer möge sich dafür ei ri­schen. daß die Steuergutscheine dem Reich gegenüber als Sicherung für Zollgef ällc u. dgl. hinterlegt werden dürfen, wird von der Kammer weitergegeben werden.

Dem Gedanken der Einführung zunächst frei» willigcrHandlungsgehilfenprüfun- g e n steht die Kammer durchaus sympathisch gegenüber. Sie erklärt ihre Bereitwilligkeit zur Mitarbeit bei der praktischen Durchführung des Gedankens.

Cberfteffen.

Evangelisches Gemeindejubiläum in Rödgen.

z. Rodgen, 27. Sept. In schönster Harmonie und unter Teilnahme zahlreicher auswärtiger Gäste beging am Sonntag unsere ganze Gemeinde die 25-Iahrfeier unseres evange­lischen Gemeindehauses und unserer Kleinkinderschule. Hm 9.30 Hhr sand ein außerordentlich gut besuchter Festgottesdienst statt. Rach einem kurzen Orgelvorspiel trug der Män- nergesangverein ..Konkordia" Beethovens »Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre" vor. Majestä­tisch erhaben durchbrauste der Chor unser Kirch­lein. Der Posaunenchor von Grohen-Duseck be-

glcitetc nach einem gut vorgetragenen Zwischen­spiel den Gcmeindegesang Landjugendpfarrer Lizentiat von der Au (Darmstadt) hielt die Festpredigt über das Tertwort: ..Will mir je­mand nachsolgen. so verleugne et fich selbst, nehme sein Kreuz täglich auf sich und folge mir", und forderte die Gemeinde zu einer lebensfrohen, mu­tigen und gläubigen Rachfolge Christi auf. Su­perintendent Oberkirchenrat D. Waaner (Gie­ßen) überbrachte die Grüße und Wünsche der Kir- chenbehörde und betonte dabei die engen 'Be­ziehungen. die er mit den Gründern der Klein- kinderfchulc gehabt, hatte. Hnb dann ging ein srohes Ausleuchten durch alle Kirchenbesucher: Unter den Klängen der Posaunen zogen die Klei­nen ins Gotteshaus, die einen frei um sich schauend, die andern den Blick ängstlich zu Bo­den gesenkt, und sagten und fangen nun ihre Derschen und Liedchen.

Um 13.30 Uhr marschierte ein langer Festzug unter den fröhlichen Klängen des Posaunenchors auf die Festwiese an der Gießener Straße. Das war ein reizendes, köstliches Treiben, das das kleine Dölkchen unter der Leitung der Schwestern dort entwickelte. 'Dem hätte da nicht das Herz gelacht bei den vielen Spielen und Reigen! Zu­letzt kam der Bärensührer und sammelte in einem Hut milde Gaben, und ganz zum Schluß fuhr der Drezelwagen um. Eine kleine Bäckerin teilte Brezeln an die kleinen Spieler aus. Der Posau- nenchor und der Schülerchor wirkten mit.

Um 19.30 Uhr war Balsers Saal bis auf den letzten Platz gefüllt. Rach einem gemeinsamen Lied und einem Dorspruch ergriff der Dorsteher des Diakonifsenhaufes, Ronnenweiher, Pfarrer Derrder, das Wort und verbreitete sich über Zweck und Ziel der Arbeit des Mutterhauses. Ein FestspielSonntagssegen" wurde dann gegeben, wobei alle Beteiligten ihre Ausgabe gut erfüll­ten. Pfarrer Kalbhenn aus Kirchgöns sprach für die Gründer der Kleinkinderschule. Der Schü­lerchor und der GesangvereinHarmonie", die­ser durch zwei gut vorgetragene Chöre, die wohl­verdienten Beifall fanden, wirkten mit. In einem Schlußwort dankte Pfarrer Bönning allen Helfern am Werk und ging nochmals auf die Gründung des Haufes ein. Mit dem Wunsch, daß das Merk weiterhin getragen werden könne, schloß der schön verlaufene Gemeindeabend ab.

Am Samstag waren schon die Schwestern des Kreises Gießen und aus der weiteren Umgebung, die im Mutterhaus Ronnenweiher ausgebildet sind, hier eingetroffen und hatten unter Pfarrer Bender interne Besprechungen. Da sie sich am Feste beteiligten, fanden sie alle gastfreie Auf­nahme in den einzelnen Familien.

Schutz für die Salzflora bei Selters.

rl. Selters, 28. Sept. Die hier noch vor­handene, recht ansehnliche S a l z s l v r a (Ge­wächse des Meeresstrandes) soll jetzt auf Grund des Neuen hessischen Raturschuhgesches unter Schutz gestellt werden. Doraussichtlich wird um die wohl gefaßte, aber nicht ausgenühte Boni- f atiuäquellc ein 200 bis 300 Quadratmeter großes Reservat geschaffen, das jeglicher Kulturmaßnahme, außer einem einmaligen Schnitt nach der Samenreife, entzogen wird. Besonders gilt es hier, auch die in Hessen sonst nicht mehr vorkommende, im Binnenlande schon so seltene Salzaster zu erhalten. Zur allgemeinen Schau soll in den Dadeanlagen ein Salzgärtlein an­gelegt werden.

Rockefeller-preiö

für einen Marburger Privatdozenten.

WSN. Marburg, 28. Sept. Dem Privatdozen­ten Dr. S d) (i e p e r an der hiesigen Universität wurde auf Grund guter Arbeiten auf dem Gebiete der Zoologie ein er ft er Rockefell er-Preis verliehen, der mit dem Stipendium des dreijährigen Besuchs einer amerikanischen, der Pariser und der Kopenhagener Universität verbunden ist. Der Preis­gekrönte erhalt ferner monatlich 200 Dollars, freies Studium und freie Reise für drei Jahre.

Schwerer Einbruch in ein Goldwarengeschäst.

Marburg. 28. Sept. (WSN.) In der letzten Nacht wurde hier in das I u w e l i e r g e s,ch ä f t Freund in der Wettergasse ein schwerer'Ein- bru ch sd ieß stahl verübt. Die Dieb« drangen nach Durchsägen eines Eisengitters am Hinterhaus in den Laden und raubten für mehrere 1000 Mark Goldwaren und Schmuck- gegenstände. Der Gesamtschaden ist noch nicht festgestellt. Man vermutet, daß es sich um gewerbs- mäßige Einbrecher handelt.

Wettervoraussage.

Der hohe Druck hat sich ganz nach dem Festland verlagert und Aufheiterung gebracht. Durch die Stö­rungstätigkeit sowohl im Norden als auch besonders über Frankreich wird das Hoch von Warmluftmassen umspüll und langsam abgebaut. Da in Deutschland östliche Winde vorherrschen, wird zunächst das auf­heiternde Wetter erhalten bleiben. Doch kommt durch die in der Höhe vordringende Warmluft dann Be­wölkung auf, welche späterhin auch zu Niederschlägen führen dürfte. Die Temperaturgegensätze zwischen Tag und Nacht werden sich dann mehr ausgleichen, und im ganzen tritt Milderung ein.

Aussichten für Freitag: Nach kühler Nacht und Frühnebel vorerst noch Aufheiterung, später Aufzug von Bewölkung und wärmer.

Lufttemperaturen am 28. September: mittags 15,6 Grad Celsius, abends 10,2 Grad; am 29. September: morgens 10 Grad. Maximum 16 Grad, Minimum 9 Grad. Erdtemperaturen in 10 em Tiefe am 28. September: abends 15,3 Grad; am 29. ceptember: morgens 12 Grad Celsius. Sonnenscheindauer 1 4 Stunden.

Vom 1. Oktober an erscheint

ein neuer Roman

im Gießener Anzeiger

Das Glück fand den Weg

von Gert Rothberg

Der einsame Mann, der verschlossene Herr großer Industrie­werke, der sich unbewußt nach Liebe sehnt. Und auf der anderen Seite das kleine, unscheinbare Mädel, das reinerundgefestigter als die anderen, das den Anfechtungen des Lebens widersteht, dem Treue und Reinheit über alles gehen...........

Man bestellt den Gießener Anzeiger nebst seinen wertvollen Beilagen bei den Inhabern der 250 örtlichen Vertriebsslellen, bei den Trägerinnen oder in der Geschäftsstelle, Schulstr.7-9

Kostenlose Oktobergabe an alle Bezieher: Das Winterfahrplanheft

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