Ausgabe 
26.9.1932 Frühausgabe
 
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nr. 226 KeühauSsabe

Montag, 26. September 1932

182. Jahrgang

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General-Anzeiger für Oberhessen

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Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Or.h.Thyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen

Herriots Sonniagsrede.

Eine Flut von Verleumdungen gegen Deutschland, aber keine Enthüllung deutscher Geheim­rüstungen. - Ein neuesZriedensstatut" soll die allgemeine Sicherheit verbürgen und die Abrüstung ermöglichen.

Paris, 25. Sept (WTB.) Die Rede, die Herriot heute in Grainat gehalten hat, begann mit kurzen Ausführungen über die Rentenkonver­tierung und die Rotwendigkeit eines Budgetaus- gleiches. Herriot führte dann u. a. aus: Der Gedanke der französischen Regierung ist vor allem auf den Frieden gerichtet. Für uns wie für Briand ist der Krieg ein Verbrechen. Unser Programm hat nichts Zweideutiges: wir haben dies in unserer Antwort an Deutschland zum Ausdruck gebracht, die trotz aller beabsichtig­ten Mäßigung mit soviel Leidenschaft aufgenom­men wurde. Wir betreiben die Politik des Völker­bundes, «ine Politik, vor der alle Völker, ob groß oder klein, gleichberechtigt sind.

Wir stellen mit Vergnügen sesl, daß wir nicht die einzigen gewesen sind, die erklären, daß eine Iviederausrüstung Deutsch­lands der Beginn der Rückkehr zu den allen Torheiten sei; denn es handelt sich um eine Wiederau frü st un g. Zahlreiche Be­weise liegen hierfür neben den bekannten Kund­gebungen vor. Die lechnifchen Einzel­heiten für eine Wiederaufrüstung sind vermehrt worden. Ein Minister, der uns fortgesetzt unseren angeblichen Hegemoniewillen zum Vorwurf macht, deckt die in sehr zurück­haltender Jorm in der diplomatischen Rote zum Ausdruck gebrachten Absichten auch dadurch, daß er Materialien sordert und die Schaffung einer

Miliz verlangt.

Die Verordnung vom 13. September organisiert d i e Vorbereitung der deutschen Ju­gend in einer Weise, daß sie in der Lage ist, die Waffen zu tragen. Es ist eines der traurigsten Ka­pitel der heutigen Zeit, die junge Generation, die aus der schmerzlichen Erfahrung ihrer Väter hätte Nutzen ziehen sollen, zu Hebungen heranzuziehen und zu Handlungen zu veranlassen, die der Abrüstung und dem Frieden nicht günstig sind. Wie kann man Kinder d i e Kunst des Tötens lehren? Wie kann man ernsthaft das schwere Friedens­problem behandeln, und

welche Täuschung ist es, fortgesetzt von einer materiellen Abrüstung zu sprechen, wenn man nichts tut, um die moralische Abrüstung herbeizusühren, wenn man direkt oder indirekt, offen oder geheim die Kräfte des Lebens f ü r das verhängnisvolle Werk des Tö­tens e i n s e h t, wenn man einen Willen aus­reizt, dem die industrielle Zivilisation der Gegen­wart im gegebenen Augenblick schnell die Mittel zur Vernichtung der Menschheit in die Hand geben würdet Frankreich, das sehr ost verleumdet wurde, kann die Welt zum Zeugen anrufen, daß es nicht von dieser An­steckung befallen ist, und daß es seine nationale Erziehung aus andere Ziele einstellt.

Aber wir haben noch anderen Anlaß zur Veunruhigung. Militärische Fachleute, deren Autorität unbestreitbar ist, erklären, daß Deutschland eine sehr mächtige moderne Armee zu organisieren sucht, die nicht nur für die na­tionale Verteidigung bestimmt ist was durch­aus berechtigt wäre sondern sich auch für den Angriff eignet. Sollte nicht in genau der gleichen Weise, wie Preußen damals die Vedingungen, die ihm aufgezwungen worden waren, dazu benutzt hat. eine gefährliche Armee eines völlig neuen Typs zu schaffen, heute das mi-litärische Genie Deutsch­lands versuchen, eine Armee oder sogar eine Doppelarmee zu schaffen in der Absicht, einen entscheidenden Stoß ins Herz des Gegners zu führen, für den die na­tionale Verteidigung nur eine der Formen der Bürgerpflichten ist? Das gestaltet das Abrüstungsproblem so dramatisch. Es ist Wohl wahr, daß die Alliierten des letzten Krieges versprochen haben, ihre Rüstungen herabzusetzen. Man vergißt aber zu oft die Präambel zu Teil V des Versailler Vertrages.

Zweifellos hat das englische Memorandum nach­drücklich gezeigt, daß die Präambel zu Teil V dem Vertrag nicht seinen obligatorischen Cha­rakter nimmt, und daß nicht ein einziger Hinweis auf die Art und Weife, roie die Abrüstung durchgeführt w e r d en m u ß, sich in den allgemeinen Aeuhe- rungen des Artikels 8 des völkerbundspaktes findet. Aber diesen Artikel 8 und die darin ent­haltenen Verpflichtungen will Frankreich sehr loyal respektieren.

Herriot zählte dann alle Maßnahmen auf, die die französische Regierung feit 1921 zur Herab­setzung ihrer Rüstungen getroffen hat. und fuhr fort: Es scheint manchmal, als ob die Ver­bindung von Sicherheit und Ab­rüstung eine Art rückständiger Auffassung zum Ausdruck bringe und als Vorwand für den schlechten Willen gelte. Ein Regime gegenseitiger Kontrolle müsse Platz greifen, die Beschränkung

der offiziellen Rüstungen seststellen und die not­wendige Beseitigung der Geheimrüstungen her- beisühren. 3n dieserGegenseitigkeit des Frie­dens" würde die Lösung des von Deutschland aufgerollten Problems nicht schwer fallen. Man muffe ein Friedens st atut schaffen, das in einem gleichen Regime der Sicherheit alle Rationen Europas zusammenführe und das Deutschland seine restlose Beruhigung gebe.

Unter den gegenwärtigen ilmftänben veabsich- tigt Frankreich, seine Doktrin und seine Handlun­gen aus den uneingeschränkten /Re­spekt vor dem Friedensvertrag und vor dem Völkerbundsstatut aufzubauen. Haß­erfüllte Rufe dringen zu uns, und man sagt uns, daß man den Versuch macht, den Zorn gewisser Völker gegen uns aufzupeitschen. Frankreich hat das Recht, diesen Leidenschaften feine Vernunft, seine Verzichtleistungen und sein Wohlwollen ent­gegenzustellen. Frankreich haßt kein Volk. Es könnte heute noch am Rhein stehen. Vor der Frist hat es Deutschland die freie Verfügung über di« kraft d«r Verträge befehden Gebiete ge­geben. Man hat ihm dafür nicht gedankt.

Eine amtliche Entgegnung.

Berlin, 25. Sept. (ERB.) Die Rede Her- riots enthält eine solche Fülle von älngeheuer- lichkeiten und Schiefheiten, daß sie nicht ohne ^Entgegnung hingenommen werden kann. Das gilt schon gleich zu Beginn der Rede für die Behauptung, es komme Deutschland nur auf eine Wiederaufrüstung an, während Frank­reich den Frieden wolle. 3n Wirklichkeit ist i n allen deutschen Erklärungen zu diesem Thema auch in denen des Generals von Schleicher, auf die Herriot anspielt immer wieder mit Rachdruck betont worden, daß wir jedes allgemeineWaffenverbot, jede allgemeine Abrüstung begrüßen und m i t rn a ch e n würden. Herriot glaubt die Maß­nahmen der Reichsregierung zur Ertüchti­gung der Jugend als Beweismittel an­führen zu können und versteigt sich dabei zu dem Sah:Wie kann man Kindern die Kunst des Tötens lehren!" Dabei hat der Leiter des Kuratoriums für Jugendertüchtigung, General v. Stülpnagel, auseinandergefetzt, daß die Ju­gendertüchtigung nicht im geringsten mi­litärischen Charakter haben soll.

3m Gegensatz hierzu ist Frankreich in der militärischen Ausbildung seiner Jugend allen Rationen geradezu richtunggebend voran- gegangen. Die Beteiligung an dieser Jugend- ausbildung ist eine der wichtigsten Voraus­setzungen für die Beförderung der aklloen Mann- fchasten. Dieser vergleich zeigt unwiderleglich, wie herriot die tatsächlichen Verhältnisse in beiden Ländern geradezu aus den Kops

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Das gleiche gilt auch für den Teil der Rede, in dem der französische Ministerpräsident von der moralischen Abrüstung spricht. Es ist sicher­lich keine moralische Abrüstung, wenn sich noch vor wenigen Tagen der Vorsitzende des fron- zösischen Obersten Kriegsrates bei der Turenne-Kundgebung in dem elsässischen Städtchen Türkheim das Wort des Marschalls Lud­wigs XIV. zu eigen gemacht hat, daß k e i n K r i e g s» mann in Frankreich Ruhe Ijabe, solange ein Deutscher aus der linken Seite des Rheins stehe. Das ist doch geradezu eine Propa- ganbierung der Annexion des linken Rheinufers, und sie wiegt um so schwerer, als sie von dem einflußreichsten und hervorragendsten Vertreter der französischen Generalität betrieben wird. Wie sich derartige Aeußerungen mit dem Begriff der mora­lischen Abrüstung vertragen, ist für deutsche und sicher auch für neutrale Beurteiler schlechthin un­erfindlich.

Auf gleich schwachen Füßen stehen die historischen Erklärungen, mit denen Heriot operiert, wenn er Deutschland vorwirft, es wolle ähnlich wie seiner­zeit Preußen einen neuen Typus feiner Armee oder sogar eineSoppelarmee* schaffen. Dazu ist doch nur festzustellen, daß die Form unserer Armee uns durch den Der- sailler Vertrag auf gezwungen worden ist. Uns macht der französische Ministerpräsident Vorwürfe, weil wir uns um die Organisation un­srer Verteidigung in den mehr als engen Grenzen von Versailles bemühen. Für Frankreich aber ist nach herriot die nationale Verteidigungnur eine der Formen der Bürgerpflichten". Das ist ein Widerspruch, der dadurch wirklich nicht beseitigt wird, daß Herr Herriot im selben Atemzuge mit den alten Beschuldigungen gegen Deutschland auf­wartet.

Rach Inkraftsetzung des Voung-Planes, dessen getreulich« Ausführung Deutschland beschworen hatte, hat Frankreich an seinen Reparationsfor­derungen die schwersten Opfer gebracht. Auch da­für hat man ihm keinerlei Dankgewußt. Frankreich, das selbst von der Wirtschaftskrise be­troffen ist, muß seine Produktion schützen, aber trotzdem öffnet es den deutschen Waren seine Grenzen, und Deutschland hat 1931 in seinem Handelsverkehr mit Frankreich einen äleberschuß von 3 385 000 000 Franken gehabt. Auch da­für dankt man uns nicht. Wir haben das Recht, die Aufmerksamkeit Frankreichs und der Welt auf diese Tatsachen zu lenken. Aber wir werden uns nicht an den Agitationen beteiligen. Frankreich, schloß Herriot, ist ruhig, abgeklärt und sich feines guten Gewissens bewußt. Es erklärt sich bereit zu allen loyalen Abmachungen, die die territoriale und politische Unabhängigkeit aller Rationen sicherstellen. Es hat nur einen Wunsch, nämlich den, nach einer schweren Prüfung die Kinder, die ihm verblieben sind, in Ehren und in Frieden zu erziehen.

Höchst unklar ist die Rolle, die der Artikel 8 der Völkerbundssahu g in der Rede f>- eit. Immer wieder greift Herriot auf ihn zurück, ohne aber einmal zu sagen, was er denn vorfchreibt. Es ist deshalb vielleicht nützlich, den Wortlaut her­anzuziehen. Danachbekennen sich die Dundes- mitglieder zu dem Grundsatz, daß die Aufrecht­erhaltung .des Friedens ein« Herabsetzung der nationalen Rüstungen auf das Mindestmaß erfordert, das mit der na­tionalen Sicherheit und mit der Erzwingung inter­nationaler Verpflichtungen durch gemeinschaft­liches Vorgehen vereinbar ist".

Dieses Recht dernationalen Sicherheit" wird Deutschland durch Frankreich ebenso ver­weigert, wie Frankreich für sich nicht daran denkt, die in dem Artikel 8 verlangte Herabsetzung der nationalen Rüstungen auf das

Ein unerhörter Spruch.

B r ü n n, 24. Sept. (IU.) Wie am Samstag schon kurz gemeldet, wurde im Schwurgerichtssaal des Brünner Reichsgerichts das von der gesamten sudetendeutschen Oeftenllichkeit mit großer Spannung erwartete Urteil im Brünner Hochoer­ratsprozeß gefällt. Das Urteil lautet: Die sieben Angeklagten sind schuldig, sich seit den Jahren 1930, 1931 und 1932 in einigen Orten der tschechi­schen Republik zu Anschlägen auf diese vereinigt zu haben und zu demselben Zwecke bewaffnete Kräfte gesammelt, organisiert und ausgebildet, wodurch sie sich des verbrechens des 8 2 des Schuhgesehes strafbar machten. Sie sind desyalb gemäß dieses Paragraphen verurteilt wor­den, und zwar Dr. Alexander Petermichel zu achtzehn Monaten, Ingenieur Haider zu drei Jahren, Palide zu fünfzehn Monaten, Sonn- Häuser zu znMi Jahren, Schwab zu einem Jahr, Illing zu drei Jahren und Mehner zu drei Jahren Staatsgefängnis und zu weiteren Geldstrafen sowie zu den vertu st en aller bür­gerlichen Ehrenrechte. Die Untersuchungs­haft wird ihnen angerechnet. Die Verteidiger werden Richtigkeitsbeschwerde und Be­rufung anmelden. Die Angeklagten nahmen das Urteil mit Ruhe auf.

Oie Begründung des Llrieils.

Verbindung mit reichsdeutscher LA. und Äieichswehr."

Die Urteilsbegründung erklärt, daß das Streben der Sudetendeutschen nach Selbst- Verwaltung und das Streben nach Ein­gliederung der Tschechoslowakei in ein mitteleuropäisches Staatensy- st e m an sich nicht staatsgefährlich sei, daß aber die organisatorische Verbindung zwischen der reichsdeu tschen und der sudetendeutschen nationalsoziali­stischen Partei aus den Druckschriften der

Mindestmaß" durchzuführen. Man sieht also, wie herriot bei der Zitierung des Artikels 8 nut um den Kern herumredet, um das Prinzip der gleichen Sicherheit durch Spitz­findigkeiten zu ersehen.

Herriot behauptet zwar. Frankreich habe be­reits abgerüstet. Aber seine Beweismittel sind nur ein Spiel mit Zahlen. Es klingt sehr schön, wenn er unterstreicht, daß die Anzahl der Infanteriedivisionen von 52 auf 25 und die der Kavalleriedivisionen von zehn auf fünf herab­gesetzt worden sei. Demgegenüber muß man dar­auf Hinweisen, daß der höchste Friedensstand der französischen Armee in den Jahren 1913 14 sich auf 900 000 Mann belief, während aber nach den eigenen Angaben, die Frankreich dem Völker­bund« gemacht, in diesem Jahre immer noch über 600000 Mann unter den Waffen stehen. Die Verminderung ist also schon rein kopfmäßig sehr viel geringer, als es in Herriots Zahlen zum Ausdruck kommt. Run muß man aber auch berücksichtigen, daß inzwischen eine ganz außerordentliche Technisierung der französischen Armee erfolgt ist, die sich z. B. in der ungeheuren Verstärkung der Luststreit­kräfte und der Tankwaffe zeigt. Bei den großen französischen Manövern waren Publikum und Presse ausdrücklich mit der Begründung aus­geschlossen, daß man niemanden in die tech- niscye Vervollkommnung der Armee Einblick ge­währen wolle.

Die Technisierung des französischen Heeres ist denn auch ganz klar eine Ausrüstung, die weit schwerer wiegt als die Verminderung der Kopfstärke, die sie automatisch im (Befolge haben mußte. Denn die Tatsache, daß die schwerste G e s a h r in dem Ausbau der militärischen Tech­nik und der Heranziehung der Maschine zu mili­tärischen Zwecken liegt, braucht man auch einem Richtfachmann nicht erst auseinanderzusehen.

Herriot beklagt sich dann noch darüber, daß via Deutschen Frankreich keinerlei Dank für die Zu­rückziehung seiner Truppen vom Rhein gewußt hätten. Schließlich hat Frankreich aber doch b e i jeder Räumungsphase ein gutesGe- schäft gemacht. Cs hat die Räumung als Druck­mittel zur Annahme des Dawes-Planes und später auch des Voung-Planes verwandt, die beide über das finanziell und wirtschaftlich Mögliche hinausgingen und deshalb an s i ch selbst zusammenbrechen mußten. Richt zuletzt hat Frankreich in Locarno auch noch eine ausdrückliche Garantie der fran­zösischen Ostgrenze durchzusehen verstanden. Das alles weiß man nicht nur in Deutschland, son­dern auch die übrige Welt hat sich den wirk­lichen Verhältnissen immer weniger verschließen können, und so ist kaum anzunehmen, daß Herriots Rede außerhalb der französischen Grenzen die pro­pagandistische Wirkung haben wird, auf die er sie offenbar berechnet hat.

beiden Parteien hervorgehe. Hitlers Partei, so wird aus den Büchern von Rosenberg und Feder gefolgert, wolle zweifellos die Errichtung eines deutschen Rational st aates mit Einschluß aller sich geschlossen ansiedelnden Deut­schen in Mitteleuropa ohne Rücksicht auf deren jetzige S t a a t s z u g e h ö r i g ke i t, so daß der einheitliche Bestand der Tschechoslowakei bedroht sei. Außer­dem gehe aus dem Gutachten der militärischen Sachverständigen und aus den geheimen Rach- richten des tschechischen Generalstabes hervor, daß die S A. im Reiche und der Volkssport- verband in der Tschechoslowakei nichts ande­res gewesen seien oder seien als eine g e - geheime Armee«, die in Verbindung mit der Reichswehr sei und bereit sei, diese im Ernstfall nicht nur zu ergänzen, sondern auch in militärischer Hinsicht zu unter­stützen. Diese Ziele und diese Absichten feien den Angeklagten bekannt gewesen. Sie hätten daran in hervorragender Weise mitge­arbeitet und hätten sich daher eines feindseligen Angriffes auf die Tschechoslowakei schuldig gemacht.

Empörung

unter den Sudetendeutschen.

Frankreichs Militärmiision als Drahtzieher

Brünn, 24. Sept. (TU.) Die Verlesung des Ur­teils und der Begründung im BrünnerHochoer- ratspro.^ß" dauerte etwa fünf Stunden. Hierauf verlangte Dr. Stark im Namen der Verteidigung die Haftentlassung der fünf in Haft befind­lichen Angeklagten. Der Staatsanwalt forderte eine Sicherheitsleistung von 8 0 0 0 0 tschechischen Kronen. Als darauf Lachen im Zuhörerraum ausbrach, schritten Geheim­polizisten ein und verhafteten mehrere Personen. Die Haftentlassung wurde vom Gericht a b ge­lehnt, weil sich an den bisherigen Gründen der Hast, nämlich Flucht- und Wiederholungsgefahr, durch das Urteil nichts geändert habe. Eine starke Polizeiabteilung trennte nach Schluß der Verhand­lung öie Angeklagten von den Zuhörern, die sich

Oie Antwort an Herriot.

Oie Reichsregierung widerlegt die Anschuldigungen des französischen Ministerpräsidenten.

Das Skandalurteil im BrünnerVolkssport"-Prozeß. Hohe Gefängnisstrafen für sudetendeutsche Nationalsozialisten.