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25.7.1932 Erstes Blatt
 
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erging an Ministerialrat Windisch der Ruf, das Wölfersheimer Werf als oberster Leiter zu betreuen und zu diesem Zwecke die Stellung des Generaldirektors der Hefrag zu übernehmen Er lastete diesem Rufe nach seinem Abschied aus dem Staatsdienst Folge und war vom Zeitpunkt der Gründung der 5>efrag ab. Mitte 1927, als Ge­neraldirektor an der Spitze des Unternehmend tä­tig. Don ihm wurde die Entwicklung des Wöl­fersheimer Werks in aufbauender Form mahgeb- lich beeinflußt. Er erwies sich als ein Industrie, sührer mit großem sittlichen Emst und unermüd­licher Schaffensfreude, der durch seine vorbrldlrche Tatkraft und durch seinen Weitblick der Werks­entwicklung ein holdes Ziel und großenZnhalt gab. Als Mensch stand er au allen seinen Mitarbeitern und auch zu der Belegschaft des Unternehmens in besten Beziehungen, allenthalben wurde ihm größte Wertschätzung entgegengebracht. Sein allzu früher Tod bedeutet für das Werk einen schweren Verlust.

Keine Aufhebung

des Kulturbauamts Gießen.

Durch oerfchiedene Zeitungen wurde am Samstag die Nachricht verbreitet, das Kplturbauamt in Gießen solle aufgehoben und nach Lauter­bach verlegt werden. Wie wir heute früh auf tele­phonische Anfrage bei der maßgebenden Stelle im hessischen Finanzministerium (Abteilung für Arbeit und Wirtschaft), Ministerialdirektor Prof. Dr. Röß­ler, erfahren, ist die Nachricht von der Aufhebung bzw. Verlegung des Kulturbauamtes Gießen v oll­st ä n d i g unrichtig. Die Aufhebung oder Ver­

legung des Kulturbauamtes Gießen ist von der Re- gierung überhaupt nicht erwogen worden. Das Amt verbleibt, wie bisher, un verändert in Gi e ß e n und wird von hier aus seinen Kulturbau- aufgaben in der Provinz Oberhessen obliegen.

'Bornoti^cn.

Tageskalender für Montag. GRG., 20.30 Uhr, Bootshaus, Generalversammlung. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße::Kaiserin Elisabeth von Oesterreich".

Wettervoraussage.

Der hohe Druck über Südfrankreich und den Pyre­näen hat sich ostwärts nach den Alpen ausgebreitet. Unter seinem Einfluß ist auch bei uns im Laufe des gestrigen Tages Besserung eingetreten. Gleichzeitig nahm das neue Nbrdmeertief seinen Weg mehr süd­wärts nach den britischen Inseln. Die Störung wird uns wieder eine Wetterverschlechterung bringen, wo­bei es zu Niederschlägen kommt, die später mit dem Einbruch kühlerer Westluft in Schauer übergehen, oder von Gewitterstörungen begleitet sein werden. Der Witterungscharakter bleibt an den beiden näch­sten Tagen wieder unbeständig.

Aussichten fürDienstag: Eintrübung, wärmer und Riederschläge, dann wechselnd wol­kig mit Gewitterstörungen.

Lufttemperaturen. Am 24. Juli: mittags 20,2 Grad, abends 16,2 Grad: am 25. Juli: morgens 13,8 Grad: Maximum 20,5 Grad, Minimum 10,0 Grad Celsius; Niederschläge 1,3 mm. Sonnenscheindauer 354 Stun­den. Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe. Am 24. Juli: abends 19,4 Grad; am 25. Juli: mor­gens 16,0 Grad Celsius.

Das SegelflugzeugFafnir". Rechts unten: Günther Groenhosf (Frankfurt), der tödlich verun­glückte Segelflieger. Mit ihm schied nicht nur einer der mutigsten, sondern ein sehr sympathischer Sport­flieger aus dem Leben. Sein Tod wird allgemein auf das Tiefste bedauert.

11. Nationale Wettkämpfe der Gpielvereinigung 1900 Gießen.

Dadurch', daß beste süddeutsche und westdeutsche Sportler und Leichtathleten am Start waren, be­wegten sich die sportlichen Leistungen auf beacht­lichem Niveau. Erwähnenswert: die 102 Meter Don MährIein.Eintracht in 10,9, die vorzüg­liche Leistung im Kugelstoßen von Berg, I.-G. Frankfurt mit 14,82 und der Diskuswurf von Kilo.Wetzlar mit 43,47 Meter. Maertens -3.4». Frankfurt lief die 200 Meter in der guten Zeit von 22,8 Sek., im knappsten Abstand folgte F e r n a u von Mtv. Gießen mit 23 Sekunden. In ter 4 mal 100-Meter-Staffel holte sich die Ein- tracht-Mannschaft den Wanderpreis endgültig. Die Sieger liefen bei ausgezeichnetem Stabwechsel die Staffel in 44,3 Sek. 3m Stabhochsprung gefiel Jung mit einem Sprung über 3,30 Meter. Eine oute Zeit erzielte Rosengarten von Bar. Kochba-Kassel im 3200-Meter°Lauf der Klasse 3 mit 9:39,4 Min. Die Wettkämpfe brachten im Einzelnen folgende

Ergebnisse:

Klasse 1.

100 Meter: 1. Mährlein, Eintracht-Frankfurt 10,9 Sek.; 2. W. Müller, 1900 11 Sek.; 3. Maerten, I °G. Sportverein Frankfurt 11,2 Sek. Es ent­wickelte sich ein heftiger Zweikampf zwischen Mähr, lein und Müller. Der 1920er führte-seinen gün- fügen Start bis zur halben Strecke, dann holt allmählich Mährlein auf und schob sich kurz vor dem Ziel um einen knappen Meter vor. Der Sieg wurde ihm sehr schwer gemacht.

2 00 Meter: 1. Maertens, IG., 22,8 Sek.; 2. Fernau, Mtv. Gießen, 23 Sek.; 3. Schmidt, Ein­tracht, 23,2 Sekunden. Fernau lieferte dem Sieger einen harten Kampf und wenn auch Maertens mit Sicherheit gewann, so blieb ihm der Gießener doch hart auf den Fersen. Fernau wurde viel beachtet.

800 Meter: 1. Schilling, Eintracht, 2:01,1 Min.; 2. Glagowsky, Dortmund-Hörde, 2:01,1 Min.; 3. Peters, 1900, 2:03,5 Minuten. Glagowsky lag nur handbreite hinter Schilling. Auf der Strecke führten beide abwechselnd. Auf den letzten zweihundert Me­tern setzte ein heftiger Kampf ein, der den Eintracht- Mann als den glücklicheren Sieger sah. Peters (1900) hielt sich sehr gut.

5000 Meter: 1. Haag, Darmstadt 98, 15:57,7 Min.; 2. Schaaf, 1900, 16:09,3 Min.; 3. Gerhard, 1900, 16:55 Minuten. Es schien sich ein Duell zwi­schen Haag und Schaaf entwickeln zu wollen. Sch ras blieb Haag stets auf den Fersen und führte ver­schiedentlich auch; im Endspurt aber lief Haag da­von und der Gießener fiel überraschend ab. Gerhard konnte auf dieser Strecke nicht viel tun.

Kugel st aßen: 1. Berg, IG., 14,82 Meter. 2. Debus, ASB. Köln, 14,73 Meter; 3. Kilo, VfL. Wetz­lar, 13,99 Meter. Berg erzielte mit seinem Wurf über 14,82 die beste Leistung des Tages. Debus stand

ihm nicht viel nach, während Kilo hier erwartungs­gemäß den dritten Platz belegte.

Diskuswerfen: 1. Kilo, VfL. Wetzlar, 43,47 Meter; 2. Debus, ASV. Köln, 41,08 Meter; 3. Berg, IG., 37,79 Meter. Der Sieger blieb hier (ebenfalls erwartungsgemäß) Kilo. Berg mußte sich hier mit dem dritten Platz zufrieden geben. Die Leistung des Siegers gehört mit zu den besten des Tages.

Stabhochsprung: 1 Jung, 1900, 3,30 Me­ter; 2. Stahl, Langen, 2,80 Meter, 3. Best, VfL. Wetzlar, 2,80 Meter. Jung zeigte sich auch ohne be­sondere Vorbereitung in guter Form. Die 300 zu überspringen gelang ihm trotz alles guten Willens nicht.

hochsprung: 1. Pfeffer, ATV. Rheinfranken Gießen, 1,70 Meter; 2. Schuhmann, Hessen Preußen- Kassel, 1,59 Meter; 3. heißer, Frankenberg, 1,53 Meter, hier wurde nichts besonders geboten. Pfeffer gefiel mit 1,70 Meter

Klasse II.

200 Meter: 1. heimle, IG., 23,4 Sek.; 2. Scherf, Kasseler Turngemeinde, 23,5 Sek.; 3. Kersch, Postsportverein Frankfurt, 23,6 Sekunden. Die drei Läufer kamen in kurzen Abständen hintereinander ein heimle errang aber verhältnismäßig sicher Sieg.

1500 Meter: 1. Krings, ASD. Köln 4:20,5 Mm., 2. Rupp. Eintracht 4:24.4 Min.; 3. Rosen­garten, Dar-Kochba Kassel 4:25,5 Min.; Krings wurde sicherer Sieger. Seinem Endspurt waren die beiden Gegner nicht gewachsen.

Speerwerfen: 1. Mohl. OST. Gießen 45,18 Meter: 2. Jakob. OST. 44,20 Meter: 3. Hopfen­müller 42 25 Meter. Die Gießener machten die Angelegenheit unter sich aus. Mohl war hier der erwartete Sieger.

Kugelstoßen: 1. Mohl. OSE. 13,39 Meter; 2 Lipp 1900 12,00 Meter; 3. Lindenstruth. MTB. Gießen'11.31 Meter. Auch hier blieben die Gie­ßener unter sich. Mohl sicherte seinem Verein einen zweiten Ersten. , _. , ß

Weitsprung: 1. Unverzagt, Eintracht 6,30 Meter- 2. Knappe. Hessen-Preußen 6,22 Meter; 3 Felsing, 1900 6,03 Meter.

Klasse III:

100 Meter: 1. Felsing. 1900 11,6 Sek.; 2 Rodriguez. DIK -Giehen 11,6 Sek.; 3. Sieg- Tob fflTtVr LSelntfe, 3/®. 52,9 M.-. 2. Brinkmann, Turngemeinde Kassel 54F Sek.; 3. Schröder, Turngemeinde Kassel 56,8 Set.

3000 Meter: 1. Rosengarten Bar-Kochba Kassel 9:39,4 Min.; 2. Schenk. Eintracht 9:45 Min.; 3. Schrenkel, Diez 9:47 Mm.

Weitsvrung: 1. Knappe, Hessen-Preußen- Kassel 6 19 Meter; 2. Felsing, 1900 6,07 Meter; 3. Luh. OSC. 5,80 Meter

4X100-Me ter staffel: 1. Kassier Turn­

gemeinde 46,5 Sek.; 2. MTV. Gießen 46,7 Sek.; 3. 1900 Gießen 47 Sek. Zwischen den Kasselern und den hiesigen Turnern entwickelte sich ein prächtiger Echlußkampf, den schließlich die Kas­seler verdient an sich brachten.

Wanderpreis: 4xl00-Meterstaffel: 1. Ein­tracht-Frankfurt (Schmidt. E'.dracher, Unverzagt, Mährlein) 44,3 Sek.; 2. Spv. 1900 Gießen, 1. Mannschaft (Felsing, Schickedanz, Gutthardt Ersah für Koch II. - W. Müller) 45 Sek.; 3. MTV. Gießen 45,1 Sek. Die Eintrachtler waren hier nicht zu schlagen. Die beiden Gießener Mannschaften hielten sich sehr gut. Die aus­gezeichnete Wechseltechnik der Frankfurter ent­schied den Kampf. Müller als Schlußmann bei 1900 verhütete eine größere Zeitdifferen.;. Die MTV.er liefen tapfer.

4 mal 1500-Meter-Staffel: 1. Tum- gemeinde Kassel. 19:52 Minuten 2. Spielvereini­gung 1900 Gießen, 1. Mannschaft, 20:14 Minuten; 3 1900 Gießen, 2 Mannschaft, (300 Meter zurück). Die Staffel entschieden die Katzeler für sich, weil Bepperling viel Terrain verlor, das Gerhard nicht wieder aufholen konnte. Die 2. Mannschaft fiel sehr zurück.

Das $acit der Gießener Vereine.

Für die Gießener Vereine blieb bei der starken Konkurrenz nicht viel an ersten Preisen übrig. Die Vereine im Einzelnen errangen: 1900: zwei 1., sechs 2. und fünf 3 Siege. OSC. Gießen: zwei 1. und zwei 3. Siege. Mtv.: zwei 2. und zwei 3. Siege. Die Deutsche Jugendkraft konnte sich einen 2. Sieg sichern. Den Abschluß der Veranstaltung bildete die Siegerehrung im HotelHindenburg".

Gchwimmbadeinweihung in Grünberg.

+ Grünberg, 24. Juli. Ein bedeutungsvoller Tag war heute für Grünberg. Galt es doch, das neue Waldschwimmbad einzuweihen. Knapp 10 Minuten von der Stadt entfernt, dicht an^ber Straße GrünbergMücke gelegen, an beiden Sei­ten von Wald begrenzt, liegt es in einem flachen Wiesental. Der Tatkraft des Bürgermeisters Dr. Mildner, der trotz der Wirtschastsnot die An­lage als Notstandsarbeit errichten ließ, ist sein Entstehen zu verdanken.

Zur heutigen Einweihung hatte man dem Bade und der neu hergerichteten Zufahrtsstraße reichen Flaggenschmuck gegeben, und so bot sich dem Beschauer, der gegen 15 Uhr hinausrvanderte, ein farbenfrohes Bild dar. Blau-weiß-rote Wimpel (etabtfarben) in großer Zahl, bazu eine Menge zu» ftrömenber Menschen, bie bas Schauspiel der Ein­weihung miterleben wollten. Annähernd 2000 Per­sonen umsäumten bie beiden Schwimmbecken. Zur Einweihung hatte bie Schwimmabteilung bes Turnvereins von 1 846 Gießen sich be­reitwilligst zur Verfügung gestellt unb war in Stärke von 40 Schwimmern unb Schwimmerinnen erschienen, benen sich eine An,zahl Mitglieder ber Schwimmriege bes Grünberger Turnvereins an­schlossen. Nach bem geschlossenen Einmarsch ber Schwimmerschar im Schwimmdreß unb nach einem schneibigen Eröffnungsmarsch des hiesigen Mus-ik- oereins hielt

Bürgermeister Dr. Mildner

die Begrüßungsansprache. Er begrüßte Oberschul­rat hassinger, den Leiter der Zentralstelle für Volksbildung und Jugendpflege, durch dessen Mit­wirkung es gelungen war, einen staatlichen Zuschuß zu den Kosten des Bades zu erhalten, ferner bie Vertreter bes Arbeitsamtes Gießen bzw. bas Lan- besarbeitsamtes, benen er ebenfalls für die tatkräf­tige Förderung dankte. Er verlas dann ein Schrei­ben ber Provinzial- unb Kreisbehörde, worin diese ihr Nichterscheinen entschuldigen. Weitere Begrü­ßungsworte richtete er an die Gießener Schwimmer und ganz besonders an ihren Leiter, Herrn Franz Sauer, ebenso auch Dankesworte an den Er­bauer des Bades, den Architekten Jäger-Queckborn. Er wies auf die Schwierigkeit des Werkes hin und gab feiner Freude Ausdruck, daß so mancher Feind sich mittlerweile zu einem Freunde des Bades ge­wandelt habe. Das Bad biene zwei Zwecken: 1. der Hebung ber Volksgesundheit und 2. ber Erwei­terung unb Vergrößerung bes Fremdenverkehrs. Seine mit lebhaftem Beifall aufgenommene Rede klang in ein hoch auf bie Stabt Grünberg aus.

Sobann sprach Architekt Jäger in kurzen Wor­ten über bie Arbeit am Babe, die für ihn als Archi­tekt den Reiz der Neuheit gehabt habe, die aber auch vielen Arbeitslosen Derdienstmöglichkeit ge­bracht habe. Nach ihm ergriff

Obcrfchulrat haffinger

das Wort zu einer längeren, eindrucksvollen Fest­rede. Er führte etwa folgendes aus: Wie alle neuen Sachen beim Volke oft erst gegen Mißtrauen unb Wiberstanb sich burchgesetzt haben, so sei es auch meist bei der Anlage eines Bades, hier treffe man auf die FrageWozu ein Bad?" Demgegen­über sei zu betonen, aufbauend auf bem bewähr­ten Alten gelte es Fortschritte zu erzielen unb ber Forderung der Jugend nach Turn- unb Sport­plätzen unb Babegelegenheiten Rechnung zu tra­gen unb sie nicht als Luxusforberung runbroeg ab­zulehnen. Wenn eine (Bemcinbeoertretung, auf ber in ber heutigen Zeit schwere Verantwortung laste, trotzbem sich zum Bau eines Babes entschließe, so

sei sie sich damit einer Pflicht gegenüber der Jugend bewußt. Wie ein vorsorgender Familienvater habe hier bie Stabtoerroaltung eine Anlage geschaffen, bie oorbeugenb gegen Krankheit unb Schwäche, aber auch werbend für bie Stabt wirken solle. Grünberg habe hier ein Werk geschaffen, das sich wür­dig den Taten seiner jahrhundertealten Geschichet zugesellen könne. So möge bas Bab dienen zum Wohle der Bürgerschaft ©rünbergs unb seiner Um­gebung, allezeit auch eine Stätte sein, an der ein gefunbes Geschlecht aufwachse, und die Jugend stets eingedenk sein, daß Großes nur wachsen könne, wenn alle treu zusammen stehen. Mit bem Gesang der ersten Strophe bes Deutschlandliebes klang bie mit starkem Beifall aufgenommene Rebe aus.

Für bas Arbeitsamt Gießen und das Landes­arbeitsamt sprach dann noch

Dr. kohl Gießen.

Er betonte, daß beide Aemter sich gerne in den Dienst der Sache gestellt hätten und wies auf die Bemühungen des Bürgermeisters hin, dem es ge­lungen sei, durch die Beschäftigung der Arbeits­losen namhafte Beträge zur Finanzierung, ent­weder als direkte Zuwendung oder zu einem ver­billigten Zinssatz geliehen, von der Reichsanstalt für Arbeitslosenversicherung zu erhalten, hierauf traten

die Schwimmer

mit ihren Vorführungen auf den Plan, die etwa zwei Stunden dauerten. Durch Erläuterungen des Leiters der Vorführungen, Herrn Sauer, mür­ben bie Zuschauer über bie einzelnen Darbietungen genau unterrichtet. Es mürben gezeigt: Lagenstaffel für Herren (4 mal 50 Meter); nacheinander kamen hier Brust-, Seit-, Rücken- und handüberhand- schwimmen zur Anschauung. Es folgten Hebungen im Tauchen, Gruppenspringen, Rettungsoorführun- gen und Wasserspiele. Diel Heiterkeit ermeckten humoristische Einlagen, ganz besonderen Beifall riefen bie gezeigten Kunstsprünge hervor, die zum Teil in großer Vollendung gezeigt mürben. Ein Wasserballspiel beschloß bie Vorführungen, bie in jeber Beziehung als gelungen bezeichnet roerben können und sicher werbend für den Schwimmsport gewirkt haben.

Eine Mitteilung des Kreisamtes.

Vom Hessischen Kreisamt Gießen erhalten wir die nachstehende amtliche Mitteilung mit dem Er­suchen um Veröffentlichung:

Amtlich wird mitgeteilt: Die Bürgermeisterei Grünberg hatte das Hessische Kreisamt Gießen zur Einweihung des Schwimmbades, das die Stadt Grünberg neu erbaut hat, eingeladen Die ressortmäßige Vertretung des Kreisamts fiel Oberregierungsrat Ritzel zu, der es auch über­nommen hatte, die Provinz Oberhessen bei den für den 24. Juli vorgesehenen Einweihungsseier- lichkeiten zu vertreten. Kurz vor der Feier teilte der Vürgermeister der Stadt Grünberg dem Ver­treter des Kreisamts mit, daß die Anwesenheit des Vertreters zu ernstlichen Störungen der Feier und zu nationalsozialistischen Kundgebungen be­nutzt werden solle. Würdigung der Bedenken des Bürgermeisters und um den in Frage kom­menden Elementen keine Veranlassung zu geben, die Feier zu stören, entschloß sich Oberregierungs- rat Ritzel, der Feier fernzubleiben. Einen an­deren Referenten mit der Vertretung des Kreis­amtes zu beauftragen, mußte mit Rücksicht auf das Ansehen des Kreisamtes abgelehnt werden."

Wirtschaft.

Sranffurf still, aber fester.

Frankfurt, 25. Juli. (WTB. Drahtmelbung.) Die Börse eröffnete zu Beginn bet neuen Woche in zwar recht ft Hier, aber fefter Tendenz. Die Spekulation nahm kleine Deckungen vor, so baß bei ber Enge bes Geschäftes überwiegend Kurs­besserungen von 0,5 bis 1 v. h. eintraten. Im Hin­blick auf bas heute zu erwartende Urteil bes Staats­gerichtshofes herrschte starke Zurückhaltung, boch beurteilte man bie innerpolitische Situation nach der Stuttgarter Aussprache zwischen bem Reichs­kanzler unb ben sübbeutschen Ministerpräsidenten in Börsenkreisen etwas besser. 'Auch bie Ausführungen bes Senators Borah, ber für eine allge­meine Schulbenrevision eintrat, sanden Beachtung. Am Chemiemarkt eröffneten IG. 1,12 v. h., Rütgerswerke 1,5 v. h. unb Deutsche Erböl 0,5 v. h. höher. Don Elektrowerten waren Ges- fürel stark beachtet unb zunächst 1 v. h. fester, um später weitere 1,25 v. h. anzuziehen. AEG. blieben gut behauptet. Mit Kursbesserungen bis zu 0,5 v. h. setzten noch Montanwerte unb Schisfahrtsaktien ein, wogegen bie übrigen Marktgebiete vernachlässigt waren. Der Rentenmarkt war gleichfalls recht f e st. Don deutschen Anleihen gewannen Altbesitz 1,15 v. h. und Neubesitz 20 Pf. Berner- kenswert waren auch die Kurssteigerungen für Reichsschuldbuchforderungen, bie 1,5 v. h. bis 2 v. h. anzogen. Goldpfandbriefe gewannen etwa 0,5 bis 1 v. h. Liquidationspfandbriefe blieben meist behauptet.

Frankfurter Getreidebörse.

F r a n k f u r t a, M., 25. Juli. An ber Produkten- börfe herrschte sehr ft i Ile T enden z. Das An­gebot in Neugetreide war etwas stärker, bie Anschaf­fungen blieben aber bei ben erhöhten fjorberungen klein. Ebenso trat bas Angebot von alter Ware mehr in Erscheinung, bie Deckung beschrankte sich fedoch nur auf ben notroenbigften Tagesbedarf, zumal auch bas Mehlgeschäft äußerst eng war. promptes Roggenmehl hielt bas Interesse noch an, unb bie leicht erhöhten Forberungen würben von dem

schwachen Konsum bewilligt. Hafer und Gerste lagen ruhig. Die Notierungen des Futtermittelmarktes blieben unverändert. Es wurden notiert: Weizen 260 Mark, Roggen 220, Wintergerste für Brau­zwecke 170 bis 175, Hafer (inländischer) 170 bis 180, Weizenmehl (süddeutsches, Spezial 0, mit Austausch­weizen) 38,15 bis 39,05, Weizenmehl (niederrheini- sches, mit Austauschweizen) 38,15 bis 38,80, Roggen­mehl (70 v. h.) 28,75 bis 29,25, Weizenkleie 9, Rog- gentleie 9,25, Erbsen (je nach Qualität für Speise- zwecke) 24 bis 32, Linsen (je nach Qualität für Speisezwecke) 22 bis 48, Heu (süddeutsches, gut, ge­sund, trocken) 3 bis 3,40, Weizen- und Roggenstroh (drahtgepreßt) 3,50, Weizen- und Roggenstroh (ge­bündelt) 3,20 bis 3,50, Treber (getrocknet) 10,50 bis 10,75 Mark. Tendenz: ruhig. Kartoffelpreise: Erst­linge hiesiger Gegend 3,40 bis 3,50 Mark, Böhms allerfrüheste gelbe 2,35 bis 2,45 Mark. Tendenz; stetig.

Frankfurter Schlachtviehmarkt.

Frankfurt a. M., 25. Juli. Auftrieb: 1257 Rinder, darunter 276 Ochsen, 148 Bullen, 440 Kühe, 358 Färsen, ferner 536 Kälber. 27 Schafe, 3883 Schweine. Cs wurden notiert: Rinder: Ochsen: vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwerts (jüngere) 31 bis 35 Mk., (ältere) 27 bis 30, sonstige vollfleischige (jüngere) 24 bis 26; Bullen: jüngere, vollfleischige. höchsten Schlachtwerts 26 bis 30, sonstige voll­fleischige oder ausgemästete 22 bis 25; Kühe: jüngere, vollfleischige. höchsten Schlachtwerts 25 bis 28, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 20 bis 24. fleischige 14 bis 19; Färsen (3ung- rinber, Kalbinnen): vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts 31 bis 35, vollfleischige 27 bis 30, fleischige 24 bis 26. Kälber: beste Mast- und Saugkälber 36 bis 40, mittlere Mast- und Saugkälber 31 bis 35, geringe Kälber 25 bis 30. Schweine: vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 46 bis 49, von etwa 200 bis 240 Pfund 45 bis 48. von etwa 160 bis 200 Pfund 42 bis 46, fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund 37 bis 42 Mk,