Montag, 22. August 1952
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Reichsbanners Durnick zu und der Ortsgruppenführer Jahren Zuchthaus Versen. erhielt wegen schweren
Eine Aufforderung an die englische Regierung.
l. September stattsindcn sollte, aus Dienstag. 3 0. August. 13 Uhr, einberufen. Die Tagesordnung ist unverändert geblieben.
Ministerialrat Strunden aus dem Preußischen Staatsministerium wurde zum führenden Kommissar unter den Kommissaren für die preußischen Sender ernannt. Strunden hat schon seit vielen Jahren die preußischen Rundfunkangelegcnheiten bearbeitet.
Deutschland wurde seiner Kolonien beraubt, weil es den Krieg verloren hat.
Schwere Zuchthausstrafen im Ohlauer Aufruhrprozeß.
Fünf Todesurteile wegen politischen Terrors beantragt
Körperverletzung zwei Jahre Zuchthaus. Der Gewerkschastssekretär S t r u l i k und der sozialdemokratische Stadtrat Manche wurden wegen einfachen Landfriedensbruches in Tateinheit. mit Raufhandel verurteilt, Strulil erhielt anderthalb Jahre und Manche ein Jahr Gefängnis. Don den beiden weiblichen Angeklagten erhielt Frau Kose wegen schweren Landfriedensbruchcs sechs Monate und Frau Morawc drei Monate Gefängnis. Die weiteren Strafen bewegen sich zwischen einem Jahr und drei Monaten Gefängnis.
Oer neue preußische Hundfunkkomniiffar.
Annahme von Anzeiae» für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher.
Preis für | mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Bo» klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20u, mehr.
Chefredakteur:
Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen.
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digen Wahrheit zu machen. Wir erwarten von der Abrüstungskonferenz, daß sie des blutigen Opfers von Millionen junger Männer eingedenk den Welfrieden für alle Zeiten durch die vollständige Abrüstung aller Staaten, auf dem Recht und nicht der Gewalt gründet."
Französisch-englische Ministerbegegnung auf englischem Boden.
Paris. 20. Aug. (WTB.) Ministerpräsident H c r r i o t wird in Begleitung des Innenministers Chautcmps Ansang kommender Woche die anglo-normannischen Inseln Guernsey und Jersey besuchen. Die französischen Minister werden bei dieser Gelegenheit mit dem englischen Innenminister Sir Herbert Samuel zu- sammentrcfsen. Wie Havas erklärt, handelt es sich um eine rein private Begegnung.
Wilson Harris beschäftigt sich dann noch mit dem Kolonialproblem. Er meint, man würde heute nicht mehr viel Leute finden, die bereit seien, die feierliche Behauptung der Frie- u wiederholen, daß
Deutschland seiner ... .
sie nicht verwalten konnte. Harris stellt fest:
Waffenmißbrauch Kreisleiter des drei Jahren B l e ck zu vier urteilt. Banin
Bri eg. 22. Aug. (WTB. Fun'spruch.) Unter großem Andrang des Publikums wurde heute vormittag das Urteil wegen der blutigen Ohlauer Zusammen st öhe vom 10. Juli verkündet.
Bon den Hauptangeklagten wurde wegen
preußischerLandtag am30.August
Berlin. 22. Aug. (BDZ. Funkspruch.) Mit Rücksicht auf den am 31. August in Essen beginnenden Katholikentag hat auf Wunsch des Zentrums der Präsident des Preußischen Landtags K e r r l die nächste Plenarsitzung des Landtags, die ursprünglich am
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Allein die Kolonien seien jetzt unter andere Verwaltung gekommen und ein neuerlicher Wechsel würde Schwierigkeiten vieler Art mit sich bringen. Vielleichl könnte eine andere Vereinbarung getroffen werden, etwa die. daß Frankreich und Großbritannien zustimmten, ihre Mandate über Kamerun auf Deutschland zu übertragen. Es spreche mehr für, als gegen eine solche Lösung. Trotzdem sei die Frage der Kolonien, so wichtig sie auch sei, auch in Deutschland nicht die vordringlichste. Das wichtigste Problem sei die A b r ü ft u n g 5 f r a g e und hier sei eine Krise nahe. England mußte viel mehr tun, als es tatsächlich getan hat, um Gefahr abzuwenden.
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schweren Landsriedensbruches in Tateinheit mit und schwerem Aufruhr der
n Lutopasliig.
deutschen Fliegers M o r« is Fahrgestell des Flug« ge von Brünn nach Men . umann gesteuerten schtvei« Flügel, ötraumann teilte Dien mit, dah er in der rkt habe, dah die rechte iges nicht mehr stabil fei. Mechaniker den Auftrag, »zuspringen. Sr dürfte in 10 Kilometer vor Men . jedoch etwas unsanft w Prellung der Wirbelsäule, icklich
London. 20. Aug. (WTB.) Der Vollzugs- ausschuh der Dölkerbundsveretnigung hielt heute in London unter Teilnahme von Lord Cecil und anderen hervorragenden Ber- tretern des Abrüstungsgedankens eine Sitzung über die Abrüstungspolitik ab. Der Aus- schuß nahm einstimmig eine Entschließung an, in der die britische Regierung auf- gefordert wird, einen entscheidenden Schritt zu unternehmen, um die Deutsch- r an d von den Alliierten in Versailles gegebenen Abrüstungsversprechen zu erfüllen. Er fordert insbesondere die Abschaffung aller Waffen, die Deutschland durch den Friedens- Vertrag verboten wurden.
Flämischer fluf nach der Abrüstung.
Brüssel. 21. Aug. (WTB.) Bor dem ®e- fallenenkenkmal von Dlkmulden fand Lute «"ne fl ämif<6« Zotcnfeiet statt m beten Berlauf eine Entschließung zugunsten der n s s verneinen Abrüstung angenommen Ä " U «6 Wt ,.®ir 250000 an d«r ^liäbrlichen Wallfahrt zu den Grabern an der Bse/Mammeltem in überwiegender Mehrheit eßemaliae Frontkämpfer und Hinter- bltebene Don ©«fallen«", kld)Wöt«n bi« Tülter das Wort des Evangeliums. „Du sollst nicht töten" zu einer allgemeinen leben-
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Oer Kampf um die militärische Gleichberechtigung
Frankreich als Hindernis. — Wachsende Einsicht in England.
englisches Preffe-Llrteil.
London. 22. 2Iug. (®$S.. Sunlfpru^) einem ausführlichen Artikel in der ..R e w s St™ „ ; r r J über Fragen der deutschen Politik kommt der Verfasser. der namhafte Publizist Wilson Harns, auch auf das Ab - r ü st u n g s p r o b l e m zu sprechen. Eingangs seiner Betrachtungen wird das Problem so ge- faßt daß, wenn eine Ration berechtigte Wünsche habe, deren Erfüllung von den an-
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deren Rationen hartnäckig verweigert wird, es früher oder später zu einer Explosion kommen könne. Daraus zieht Harris den Schluß, daß es gelte, Deutschlands Wünsche von diesem beherrschenden Grundsatz der internationalen Politik aus zu prüfen. Herr von Papen, so meint Harns, zeige sich im großen und ganzen sehr gemäßigt.
lieber die Berechtigung des deutschen Standpunkte» in der Abrüstungssrage sei kein Work zu verlieren.
Jedermann bejahe dies theoretisch. Praktisch gesehen allerdings stelle sich das Problem anders dar. Im Augenblick bestehe R ü st u n g s- ungleichheit, und in einem gewissen Maße werde diese Ungleichheit auch nach Beendigung der Genser Arbeiten fortbestehen. Riemand erwarte. daß die übrige Welt auf den Stand abrüsten werde, der Deutschland durch den Bersailler Vertrag auf er leg t wurde. Das wisse auch Deutschland. Allein, es müsse wenigstens ein wesentlicher Schritt in dieser Richtung geschehen, und allgemein werde angenommen, daß Deutschland in der Erfüllung des Hoover- schen Borschlages einen solchen ersten wesentlichen Schritt sehen würde.
„Der hooverplan ist nicht angenommen worden". sagt Harris, „und viele wichtige Rationen scheinen nicht geneigt, ihn anzunehmen. Ob hier wohl ein Umschwung eintrete?
„Herr v. P a p e n erklärt, Macdonald habe dem deutschen Standpunkt in der Rü- stungssrage stets sympathisch gegenüber- gestanden." Wenn das so sei, so fragt Harris, wie stimme dies mit dem britischen Plan große Kainpsschisfe von 22 OOO oder 25 000 Tonnen zu bauen, überein, wo Deutschland als Höchstmaß 10 OOO Tonnen vorgeschrieben seien. Oder damit, daß England darauf beharre, alle Tanks bis äu 20 Tonnen beizubehalten, während Deutsch la nd überhaupt keine Tanks gestattet werden. Oder schließlich damit, daß zwar auf dem Papier Borschriften über den Bombenabwurf aus der Luft angenommen wurden, Deutschland hingegen gezwungen worden sei, seine militärischen Flugzeuge überhaupt und für allemal zum alten Eisen zu werfen.
„Dies sind keine Anklagen", bemerkt Harns. Tatsache ist, dah Herr von papen eine Forderung erhoben hat, die alle verantwortlichen Wortführer Großbritanniens als vernünftig zugegeben haben und dah die britische Regierung ein Abrüftungsprogramm veröffentlichte, dah diese deutsche Forderung unbefriedigt Iaht.
geladene Kraftwagensührer D w o c z y k in Wie» schowa von dem Angeklagten Nowak teleohomsch den Auftrag, mit feinem Wagen vor dem SA.-Heim in Proslawitz oorzufahren, wo ihm mitgeleilt wurde, daß er sofort eine Fahrt zu übernehmen habe. Nachdem die neun Angeklagten und die drei bisher nicht Ergriffenen den Wagen bestiegen hatten, suhr Dwo. czyk weifungsgemäß nach T w o r o g zu dem Sturm- sichrer der dortigen Ortsgruppe der NSDAP., den Angeklagten Gastwirt Hopp«. Hier verhandelte der Angeklagte Gräupner mit Hoppe. Die Unter- Haltung hat sich, der Anklageschrift zufolge, um die Beschaffung von Pistolen gedreht. Gräupner erhielt darauf den Auftrag, nach P o t e m p a zu fahren und sich bei dem Angeklagten Gastwirt L a ch m a n n zu melden. Bei Lachmann wurden die Angeklagten bewirtet. Dem flüchtigen Fleischer G o l o m b e t wurde von Lochmann der Auftrag erteilt, die Na- tionalfozialisten zu Kommunisten zu führen. Golombek führte sie zunächst an die Woh- nung des als Zeugen geladenen Ehepaares Schwinge. Durch das Mißtrauen der Frau wurde hier eine Bluttat vereitelt. Darauf zog der Trupp zu dem Nebenhaus, in dem die Witwe P i e t r z u ch mit ihren beiden Söhnen wohnte. Hier wurde bann, zeitweise nur im Schein einer Taschenlampe, der Totschlag an dem kommuniftifchen Arbeiter P i e t r - z u ch begangen.
Oie Vernehmung der Angeklagten
ergab zunächst, daß Gräupner, Müller, H a d l a m i k und Nowak sich als SA.-Leute bekannten. Die Aussagen über den blutigen Vorfall stimmten im großen und ganzen mit den Behauptungen der Anklage überein. Zum Teil wurde von den Angeklagten allerdings betont, sie hätten anfangs nicht gewußt, zu welchem Zwecke die Autofahrt nach Potempa stattfinde, zum Teil wurde auch von einigen Angeklagten behauptet, sie hätten mit dem Vorgang überhaupt nichts zu tun gehabt.
Oie Zeugenvernehmung
gestaltete sich für die Angeklagten sehr ungünstig. Ins- besondere wurde von verschiedenen Seiten bestimmt behauptet, daß der Totschlag erst nach 1 Uhr nachts erfolgt fei, woraus sich ergab, daß die Tat unter die Bestimmungen der Notverordnung zur Bekämpfung des Terrors fällt. Ferner wurde von verfchie- denen Seiten erklärt, daß gegen Pietrzuch und andere Kommunisten wiederholt Drohungen von Anhängern der NSDAP, ausgestoßen worden seien. Anderseits wurde von der Verteidigung unter Beweis gestellt, daß auch die Nationalsozialisten in den in Betracht kommenden Ortschaften wiederholt unter UeberfäUen zu leiden gehabt hätten. Das Gesamtergebnis der Zeugenvernehmung bot aber doch ein
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Den Franzosen ist es plötzlich eingefallen, eine breit angelegte Presseoffensive gegen unsere Gleichberechtigungsforderung zu eröffnen. Unb das eigentlich, nachdem wir uns schon seit vielen Wochen mit ihnen über diesen Wunsch unterhalten. Offenbar scheint die Pariser Regierung das Bedürfnis zu haben, eine gewisse Spannung zwischen Frankreich und Deutschland herauszubeschwören, wobei allerdings noch nicht ganz klar zu erkennen ist, von welchen anderen Dingen die französische Oefsentlichkeit abgelenkt werden soll. Die französische Presse hat aber zunächst prompte Arbeit geleistet, sie windet sich in Hy. sterischen Schreikrämpfen, sie gebärdet sich wie wild und besessen und hat erreicht, daß der französische Durchschnittsbürger in Angst und Schrecken verseht worden ist. Wir wetten tausend gegen eins, daß das französische Bolk vor Wut und Erregung zittert und aus unserer Forderung nach Gleichberechtigung eine schwere Attacke auf den Bersailler Friedensvertrag ebenso herausliest, wie unseren ernsten Willen, uns eine schwere mi. litärische Rüstung zur Entfachung eines Re- vanchekrieges gegen Frankreich zuzulegen. Die seit zweimal vierundzwanzig Stunden in der sranzö. fischen Preise wiederkehrenden Haßgesänge gegen uns werden so rasch nicht wieder verstummen. Sie werden in tausendfachen Abwandlungen in zahlreichen Volksversammlungen zu hören sein, sie werden schließlich nicht nur die gesamte französische Ration gegen uns auf die Beine bringen, sondern auch im übrigen Ausland ihre entsprechende Wirkung auslösen. Und das olles, weil wir endlich von den Bersailler Mächten ebenso be. handelt werten wollen, wie sie das untereinander und mit anderen Rationen tun. Aber gerade das ist den Franzosen unbequem. Sie wollen, daß wir ewig die Unterlegenen und Gesesselten bleiben, sie wollen uns in sklavischer Abhängigkeit halten. Aber auf ihren Willen kommt es heute nicht mehr so an, wie in den ersten Rachkriegszeiten. Verweigern sie uns die Gleichberechtigung, dann werden wir sie uns nehmen und von uns aus die uns einengenden Schranken auf den verschiedensten Gebieten nationalen Lebens und nationaler Bewegungsfreiheit niederlegen.
Frankreichs Rüstungspolikik.
-Paris, 21. Aug. (WTB.) Bei einer Frontkämpfertagung in Vichy sprach der frühere Minister Abg. Lamoureux (radikal) über die letzten deutschen Kundgebungen, die, wie er meinte, sehr bald Rückwirkungen auf die auswärtige Politik haben könnten. Lamoureux erklärte erneut, daß nach seiner Ansicht
die französischen Befestigungen allen Sicherheils- bedürfnifsen gegen jede Bedrohung entsprächen.
((Eine frühere derartige Erklärung Lamoureux' hatte den Unwillen der französischen Rechtspresse hervor- gerufen. Die Red.) Diese Verteidigungs- und Eicher- heitsmaßnahmen gegen die — wie der Redner sich ausdrückte — „unverhüllten Drohungen und Erklärungen des Feindes" täten den wiederholten Bekräftigungen der autorisierten Vertreter Frankreichs, namentlich H e r r i o t s und B r ia nds, fernen Abbruch, daß Frankreich unaufhörlich seinen tiefen Friedenswunsch nicht durch Behauptungen, fonbern auch durch Taten bewiesen habe. Lamoureux zahlte als solche Taten auf: Viele Konzessionen, Einführung der einjährigen Dienstzeit Herabsetzung der Heeresstärke, Herabsetzung des Militärbudgets.
Kriegsminifter paul-Boncour sprach in einem mittelfranzösischen Departement und bemühte sich, feine Heerespolit.k zu rechtfertigen unb zu verherrlichen. Herriot habe ihn an die "Pl&e be- Kriegsministeriums gestellt, weil er Pau l - B o , cour, durch fein gesamtes Wirken für den Frieden dem Ministerpräsidenten Gewahr gebe, eine zir mee zu besitzen, die s e i n e r a u s w a r 11 - g c n P o l i t i k e n t s p r e ch e. Diese Politik sei eine Politik des Friedens und der Organisation des Friedens und gewährleiste zugleich die Sicherheit des Landes und den Erfolg der internationalen Verhandlungen.
Frankreichs Berliner Botschafter berichtet.
Varis 20. Auq. (TU.) Herriot empfing am Donnerstag die französischen Botschafter in Washington, London und Berlin. Der berliner Botschafter Francois Poncet erstattete aus- sührlichen Bericht über die in n er p o litis che Laae in Deutschland und den beabsichtigten Schritt der Reichsregierung weg^r Verhandlungen über die militärische Gleichberechtigung.
Ein vernünftiges
Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholl»
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Siebener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhefsen
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B e u t h e n, 22. Aug. Seit Freitag wird hier vor Vern Sondergericht der Prozeß wegen des L o t s ch l a g e s an dem kommunistischen Arbeiter P i e t r z u ch aus Potempa verhandelt.
Oie Anklage
wirft den Angeschuldigten, Elektriker Reinhold K o 11 i s ch aus Mikultschüh, geb. 1906, Häuer Angus Gräupner aus Rokittnih, geb. 1898, Markenkontrolleur Helmuth Müller aus Fried- richswille, geb. 1898, Grubenarbeiter Rufin Wo11 niha aus Mikultschüh, geb. 1907, vor, gemeinschaftlich und zusammen mit den flüchtigen Tätern Golombek, Presche und D u tz k i aus politischen Beweggründen einen Hausfriedensbruch mit Waffen begangen, in Tateinheit hiermit außerhalb ihrer Wohnung Kriegsgeräte, namentlich Pistolen, aufbewahrt, außerhalb ihrer Wohnung Gummiknüppel geführt, ferner durch eine weitere selbständige Handlung aus politischen Beweggründen vorsätzlich den Arbeiter P i e t r z u ch aus Potempa getötet und schließlich durch eine weitere selbständige Handlung aus politischen Beweggründen eine gefährliche Körperverletzung an dem Arbeiter Pietrzuch begangen zu haben.
Dem Angeschuldigten Gastwirt Paul L a ch - mann aus Potempa, geb. 1893, wirst die Anklage vor. die vorgenannten Angeschuldigten zu den von diesen begangenen Verbrechen durch Mißbrauch des Ansehens und Bewirtung vorsätzlich bestimmt zu haben.
Den übrigen vier Angeklagten, Gastwirt Georg Hoppe aus Tworog, geb. 1889, Polizeiwachtmeister a. D. Ludwig Rowak aus Droslawitz, geb. 1891, Häuer H. Hadamik aus Rokittnih, geb. 1903, Häuer Karl C z a j a k aus Rokittnih, geb. 1894, wird vorgeworsen, den vier obengenannten Haupttätern durch Rat und Tat gemeinschaftlich Hilfe geleistet zu haben.
Dem Angeklagten Hoppe wird schließlich von der Anklage noch der Besitz einer Pistole vorgeworfen.
(Verbrechen und Vergehen ngch ß 1 Ziffer 1 und § 3 Ziffer 1 und 5 der T e r r o r n o t d c r - ordnung vom August 1932 in Verbindung mit 8 123 und 212 RStrGB., § 15 und 25 des Schuh- waffengesehes, § 2 und 3 Ziffer 6 unb § 9 des Kriegsgerätegesitzes und § 1 des Gesetzes gegen Waffenmißbrauch.)
Oie Vorgeschichte
der zur Aburteilung stehenden Vorfälle hat sich nach der Anklageschrift etwa folgendermaßen abgespielt: Am 9. August gegen 19 Uhr erhielt der als Zeuge


