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Aus der Provinzialhauptstadt.

Dietzen, den 21.Mai 1932.

Blumen am Zensier.

Wir Menschen wollen Blumen und Blüten sehen, unS erfreuen an dem Farbenreichtum der Ratur. Da Hilst der Garten, in dem Blumen aller Art erscheinen, da laden die Anlagen mit ihren Beeten gum Verweilen ein DaS Auge kommt zu seinem Recht.

Wer aber keinen Garten besitzt und doch seine Freude an dem wachsenden Leben hat. der nimmt den kleinslenPlatz, der ihm übrigbleibt, da-Fenster- brett, und stellt seine Blumenlieblinge hinau» in die Frühling-sonne. 2n Töpsen, in Kästen aller Art sproßt junge» Grün, setzt Knospen an. und schon blühen hier und da die ersten aus.

Die Blumen am Fenster gehören zum deutschen Wesen. Airgend» drückt sich die Freude an der Ratur, am wachsenden, blühenden Leben so be­scheiden und rührend au» al» bei den Blumen, die manchmal da» ärmste Fenster schmücken. Rir- gendS in der Welt jeder, der im Ausland war, wird mir da» bezeugen finden wir solch schönen Fensterschmuck wie in Deutschland, in Stadt und Dorf. Besonder» auf dem Lande ist die Liebe zur Dlumenwelt sehr groß. Selbst wenn der Garten vor dem Hause mit Blüten übersät ist, sehen wir doch noch am Fenster einige Töpfe mit Blumen, die unter dem be- fonberen Schutz der Hau» fr au oder der Tochter stehen Kein Bild ist einladender und erfrischen­der al» solch ein alte» Dauernbau- in braunem Fachwerk, mit den hellen Zwischenflächen, um­rankt von wildem oder edlem Wein, und mitten darin die roten, gelben oder weihen Blüten- sterne der Fensterblumen. Jedem vorbeikommen­den Wanderer erfreut e» da- Herz.

Wie oft auch bringen einige Blumenstöcke bunte Abwechslung in die Fensterreihen der Miets­kasernen in den Städten. Die Einförmigkeit der kahlen Fläche wird angenehm belebt von dem frischen Grün und den leuchtenden Blüten, und jeder denkt, die da wohnen, haben ein gute» Herz: denn ..alle guten Menschen haben Blumen gernl" sagte mir einmal eine alte Dauer-srau.

(Es will mir scheinen, dah eigentlich nichts auf der Welt so vielseitig Freude schafft, wie die Blumen am Fenster. Die Menschen, die vorübergehen, schauen auf und bleiben stehen, die Besitzer selber aber haben wohl noch mehr Freude daran. Denn sie ver­folgten ja das Werden der Blumen vom Samen- körn an. Sie säten und gosien, düngten und pflegten, unter ihrer Obhut wuchs das junge zarte Pflänzchen heran. Und welche frohe Entdeckung, al» sich eines Tages die erste Knospe zeigte! Dann kam das Auf- blühen. Stand man da nicht oft am Fenster und schaute und wurde nicht müde, immer wieder von neuem die zarte Blüte zu bewundern? Aus den weichen Knospenhüllen wachsen die Blättchen her­aus, ganz vorsichtig machen die schützenden Teile den seinen Blütenblättchen Platz. (Es gibt jeden Tag neue Wunder.

Unter den Märchen von Andersen ist keines so rührend und innig wie die kleine Geschichte von Des kranken Kindes Freude". Dem armen Kinde, das immer im Bett liegen muhte, wird ein Blumen- strauh geschenkt. Darunter ist eine Wiesenblume mit Wurzeln. Man setzt sie in einen Topf und stellt ihn ans Fenster. Nun wird beschrieben, mit welcher Liebe und mit welcher Aufmerksamkeit das Kind das Wachsen der Pflanze verfolgt. Sie wurde für den kranken Knaben der schönste Garten, sein kleiner Schatz auf dieser Erde. Er sorgte dafür, dah sie jeden Sonnenstrahl bekam bis auf den allerletzten, der an dem niedrigen Fenster oorbeiglitt. Und des Nachts träumte er von feiner Blume ... Gegen sie wandte er sich noch im Sterben, als ihn der Hebe Gott zu sich rief. Diese Blume hat mehr Freude aemacht als die schönste Blume im Garten einer Königin."

Auch uns können leuchtende Blumensterne vor den Fenstern vieles sagen, sie können uns Freude bereiten nach arbeitsreichen Tagen, nach schweren Kümmernissen. Seien es nun einfache 'Bauern- blumen, Geranien, Betunien, Nelken ober stolze Hortensien, Begonien oder dergleichen. In welcher Farbe, in welcher Form sie uns gefallen, das ist einerlei. Die Hauptsache ist, dah wir sie überhaupt haben. Mit etwas gutem Willen, Geduld und Liebe kann jeder sein Fenster zieren und sich selbst und seinen Mitmenschen Freude bereiten. H.

Bürgerschaft und Anlagen.

Aus unterem Leserkreise wird un» folgende» geschrieben:

Bor einigen Tagen stand im(Siebener Anz." eine Bekanntmachung de» Hochbauamt», in der dringend auf Schutz und Schonung der städtischen Anlagen hingewiesen wurde, Man möchte fast glauben, dah die wenigsten der­gleichen lesen, und dah viele, die es lesen, sich darum nicht kümmern. Denn wie es in den An­lagen zugeht, bas sieht ber Naturfreund jeden Tag bekümmerten Herzens. Am schlimmsten hausen freilich die Kinder: für viele von ihnen sind die Wege gar nicht vorhanden, man mutt lieber daneben im Grase, pflückt Blumen und bricht Zweige ob. Dor allem sind e» die Drähte, die die Wege begrenzen, und auf denen es sich so wun­derschön balancieren Iäf>t; wenn bann schließlich der Draht bricht, und bic Holzpfosten umgelegt sind, bann kann man ja befriedigt weitergehen. Wie sieht es am Teich vor dem Land­gericht aus. Fortwährend stehen Kinder im

Dn Sommersahrplan ber Gießener Krastposten.

Die Sommcrfahrpläne der Kraft poften treten am 22. Mai, gleichzeitig mit dem Sommcrfahrplan ber Reichseisenbahn, in Kraft. Gegenüber den Winter­fahrplänen sind vom 22. ab folgende Aenderungen zu verzeichnen.

GiehenKrofdorf.

Bei der Linie Giehen Krofdorf: Die Fahrten 7.05 ab Krofdorf und 18.20 ab Giehen (Neustadter Tor) fallen aus Der bisherige Wagen ab Giehen (Bahnhof) 18.50 verkehrt 15 Minuten früher. Die Fahrten ab Krofdorf 2120 und ab Giehen (Bahnhof) 22.40 verkehren künftig nur noch Mittwochs und Sonntags.

GiehenHochelheim.

Bei der Linie Gießen Hochelheim besteht die einzige Aenderung darin, dah die erste werk- tägige itahrt ab Hochelheim an Samstagen 20 Mi- nuten früher verkehrt, mit Rücksicht auf die zum Giehener Dochenmarkt fahrenden Händler und Händlerinnen aus dem Kleebachtale

GiehenIDifjmar.

Bei der Linie G i e h e n W i h m o r ist ber bis- herige Mangel, dah an Sonntagen nur um 8.10 und 17.35 eine Fahrmöglichkeit von Giehen nach Cauns- bad) und Wißmar bestand, dadurch beseitigt worden, dah der Wagen ab Gießen (Bahnhof) 1230 nach Krofdorf an Sonntagen über Launsbach und Wiß­mar geführt wird

GiehenGambach.

Die Fahrten über Dorf-Güll, (Eberftabt und Ober- Hörgern werden wegen des von der Direktion der Butzbach-Licker Eisenbahn gegen die Erweiterung der Kraftpostlinie Gießen Gambach erhobe­nen Einspruchs vorerst noch nicht ausgeführt. In den Sommerfahrplan neu aufgenommen ist eine frühe Fahrt Samstags und an Viehmarkttagen ab Gießen 4.55, die in Gambach um 5.38 ankommt, daselbst wieder um 5.45 abfährt und um 6.31 in

Gießen (Bahnhof) ankommt. Mit dieser Fahrt ist den zum Gicßcner Dochenmarkt und Diehmarkt fahrenden Händlern Gelegenheit geboten, rechtzeitig zum Marktbeginn in Gießen zu (ein. Die fonniag- iiche Fahrt ab Gießen (Bahnhof) 19.00 fällt fort, dagegen verkehrt die Kraftpost ab Gießen (Bahnhof) 17.25 künftig auch an Sonntagen Die bisherige Werktagssatzrt ab Gießen (Bahnhof) 19.15 verkehrt künftig wieder wie im vorigen Jahre ab Gießen (Bahnhof) 1935, um den mit den Abend­zügen aus^ben Richtungen Frankfurt a. 'Dl., Kassel, Betzdorf, Fulda und Gelnhausen ankommenden Rei­senden den Uebcrgang auf die Krastpost zu er­möglichen.

GießenwieseckAlten-Luseck

Bei der Linie Gießen Wieseck-Alten- Buseck sind die Fahrten ab Gießen (Bahnhof) 13.45 und 19.34 ab Wieseck 13.20 und 19.33 der schwachen Benutzung wegen aufgehoben worden. Die Fahr- zelten ber bisherigen Kraftpost ab Wieseck 8.55 sind, vielfachen Wünschen entsprechend, auf 15 Minuten später festgesetzt. Im Anschluß an den von Frank­furt um 21.01 hier ankommenden Eilzug ist durch Verlegung ber Fahrzeiten einer anderen Krastpost eine Fahrt ab Gießen (Bahnhof) 21.15 nach Wieseck eingerichtet worden.

GießenSteinbachAlbach.

Die Fahrten der Linie Gieße nS t e i n b a ch Albach haben keine wesentlichen Aenderungen er­fahren.

GießenSchiftenberg.

Die Fahrzeiten der Linie Gießen Schis- f e n b e r g sind wie bisher ab Gießen (Bahnhof) 15.25, ab Ludwigsplatz 15.30 und ab Schiffenberg 18.00 bestehen geblieben. Bei dem Forstgarten besteht bei den Hin- und Rückfahrten Gießen Schiffenberg eine Haltestelle zum Ein. und Aus- steigen.

Grase am (Raube be» Wassers, ober schöpfen aus bem Zufluß: letzterer mit seinem Felsaufbau bietet einen beliebten Hintergruub für Lichtbilb- aufnahmen verliebter Pärchen. Denn auch für Erwachsene gilt baS Gesetz ber Schonung ber An­lagen nur zum Teil: al» ich mich z. B. am brüten Feiertag vormittag» nad) 11 Uhr bem Teich näherte, sah ich ein Kinb vom Weg ab an bas Wasser geben, unb bort staub schon ber gute Dater, um bem Töchterchen bic Goldfische zu geigen. So was erlebt man alle Tage. Doch mehr. 3m Winter, alS baS Wasser gefroren war, konnte man Schüler ihre ersten Laufübungen mit ben Schlittschuhen bort machen sehen. Gin anberes Bild: Die beiben strauch bewachsenen Beete links unb recht- von ber breiten Freitreppe am Theater ftnb nicht mit einem Schutzgitter ein­gefaßt, unb bic Folge ist, bah ber dort befindliche Rasenstreifen voUstänbig weggetreten ist: ähnlich sehen bie Anlagen zwischen ©Übanlage unb ben Häusern an ber 3ohauueski rche aus. Lieberhaupt bilden bic weiten Rasenflächen vor bem Gymnasium namentlich im Winter den Platz für bie herrlichsten Räuberspiele, dort kann man sich auch gleich das nötige Holz aus bem Gebüsch abbrschen, unb wie schon kann man sich in ben niebrig hängenben Zweigen ber Tannen vor den Bankgebäuben an ber Zohanneskirche verstecken!

Da» finb einige Bilber von ber Gleichgültigkeit gegenüber bem ANgemeinbesih ber schönen An­lagen. Hub wie steht e» mit ihrem Schuh? Leiber muh man sagen, dah bie Stadtverwaltung hier trotz allen ^parzwanges doch etwas mehr tun könnte. Der loder sind cS mehrere?) Aufseher ist augenscheinlich überlastet: man sieht ihn ganz selten einmal, und auch dann ist er sehr eilig. Wenn er aber nötig ist, fehlt er ganz fidber; auch mochte eS scheinen, als wenn bic Polizei früher, wo sie stäbtisch war, mehr Interesse für ben Schuh unserer Anlagen gehabt hätte. Der Bürger, ber seine Helle Freube an ber Schönheit ber öffent­lichen Gärten hat, muh schweigend bem Unfug zusehen; von ben Kindern wird er verhöhnt und von ben Eltern entrüstet beschimpft, wenn er hin- bemb eingreifen will. Auch die Reinigung derWege unb be» Rasens hat sicher­lich unter dem Druck bet Geldnot stark nachge­lassen: besonders peinlich empfand man das im letzten Winter, wo die Rasenflächen geradezu wimmelten von der Hintetlassenfchast sämtlicher Hunde, ohne daß auch nur einmal ein Streich­quartett in Tätigkeit getreten wäre

11 nb noch an einer anberen Stelle macht sich ber Mangel an burchgreifender Aufsicht bitter be­merkbar; da- ist auf bem Wiesenweg nach bem Philosophenwald, ber zu einem unserer beliebtesten Spaziergänge geworben ist. Trotz einer am Anfang und Ende angebrachten Dcrbot-tascl wird der Weg ganz unbekümmert von Radfahrern benutzt: wehrt man sich dagegen, so muh man Ungezogenheiten und freche Ant­worten, wenn nicht Schlimmeres cinftcdcn. Don allen Seiten könnte dazu beigetragen werden, den städtischen Anlagen einen größeren Schuh angedei- hen zu laffen; bad Beste muh natürlich das B o r bild unb bie Mahnung der Erwach­senen hin, um ben Kindern die Achtung vor fremdem Eigentum eiuzuflöhen. die Schule allein, die eS an solchen Hinweisen nicht fehlen läßt, ist sonst machtlos. Aber man wird mit vollem Recht behaupten dürfen, dah es nicht viele Städte im Hesscnlanbe gibt, bic so schone Anlagen besitzen

wie Giehen. Loht uns alle mit Liebe unb Fvcube an ihrem Schutze zusammenwirken. h.

Oberhessischer Kunsiverein.

Zu ben Ausgaben be» Oberheftischcn Kunst- Vereins gehört es nicht nur. so schreibt man un», Bilber in Oel unb Aquarell ober graphische Ar­beiten, die in Oberhessen entstanden sind, zu zeigen, sondern sein Aufgabenkreis verlangt ebensosehr eine Berücksichtigung alter handwerk­licher Kunst. Der hessische Heimatfreund hat allen Anlaß, diese Leistungskraft zu bewundern. Bor allem ist es die Kunst der Kirchenbaumeistcr, die eS verdient, wieder zur Geltung gebracht zu werden. AlS Wahrzeichen de» hessischen Dorfes hat gerade ber Turmhelm der Dvrfkirchcn, dem die morgen beginnende Ausstellung im Kunst- Verein gewidmet ist, seine besondere Stilgeschichte. Jeder, ber durch daS hessische Land gewandert oder gereift ist, kennt diese Turmbekrönungen der Kirchen, aber nur wenige wissen etwas von dem Reichtum an Formen, der in ihnen seinen baugeschichtlichen Ausdruck gesunden hat Der Oberhessischc Kunstvercin hofft deshalb, daß diese Ausstellung der Arbeiten von Dr Stolberg, die in 80 Plänen und Groß-Lichtbilbern um* saftend die Geschichte des heimischen Zimmer- mannshandwerks barftedt. die Bewohner von der ehemaligen LeistungSkrast de» heftischen Kunst- Handwerks überzeugen will.

Sonderzüge zur LandwirischastS' aussiellung in Mannheim.

Aus Anlaß der Landwirtschaftsausstellung in Mannheim verkehren am Sonntag, 5. Juni, ein D e r w a 11 u n g s s o n d e r z u g der Reichs- bahn mit 50prozentiger Fahrpreiser­mäßigung von Gießen nach Mannheim. Der Zug fährt in folgendem Plan: Gießen ab 5.53, Frankfurt-West an 7.32, in Mannheim an 8.49. Außerdem ein F l ü g e l zu g von Büdingen über Stockheim nach Vilbel. Büdingen ab 5.22. Weitere Anschlußzüge verkehren von Alsfeld nach Gie­ßen, Alsfeld ab 4.15, Gießen ab 5.53 und Mar­burgGießen, Marburg ab 4.56, Gießen ab 5.53. Rückzug Mannheim Hbf. ab 18.30, Mannheim- Kasertal 18.39, Bilbel-Nord an 20.10, Stockheim an 21.30, Büdingen an 21.55, Gießen 21.38, Alsfeld an 23.34, Marburg an 22.31.

Weiter verkehren am Donnerstag, 2. Juni, Frei­tag, 3. Juni, unb Samstag, 4. Juni, ab Frank­furt Berwaltungsfonderzüge nach Mannheim. Frankfurt ab 7.30, Mannheim an 8.49, zu dem (auch ab Gießen) Sonntagsrückfahrkarten ausgegeben werden.

Sonntagskarten am 31. Mai. 2. und 3. Juni haben eintägige Gültigkeit. Die am 4. Juni gelösten Sor­ten gelten bis 6. Juni, 9 Uhr.

Bornottzen.

Tagcskalcnbcr für SamStag: Stadtthcatcr,Der Hauptmann von Äöbenicr', 19.30 bis gegen 23 30 Uhr. DDA , 20.30 Uhr, .Hessischer Hof". Monatsverfammlung. - Licht­spielhaus. Bahnhofstraße:Die Schlacht von Dadcmündc".

Tagcskalcnbcr für Sonntag: Goethe-Bunb. 11 Uhr. Stabttheater. Goethe-Mor- aenfcicr. Oberhessischcr Kunstvercin, Turm­haus am Branbplatz. Ausstellung .Turmhelme in Lahngcbict unb Wcttcrau". Lichtspielhaus,

Bahnhof ft raye .ine caiiaan von Bademünd«".

Au» dem Stabtthcatcrburca»» wird un# geschrieben Heute, 19.30 Uhr. zum letzten Male ..Der Hauptmann von Köpenick" von Karl Zuckmaycr. Morgen. Sonntag, Morgen» feier ..Der junge Goethe". Mitwirkende: Or- chestervcrcin Gießen. Leitung Dr. Stefan Xe« me # vary: Schülerchor Leitung Musiklehrer Blaß: Intendant Dr. Rolf P rasch. 3 m Rah­men der Veranstaltung Aufführung be# Goethe« schen Fragments ..Prometheus". SpieUeitung Wolfgang Kühne. Beginn 11 Uhr. Ende gegen 12.45 Uhr. Montag. 23. Mai. 19.30 Uhr. al» 32. (letzte) Vorstellung im Freitag-Abonnement einmalige# Gafftpiel der städtischen Oper Frank­furt a. M. mit ber Oper . Rigoletto" von Gul« seppc Verdi. Gnde nach 22 Uhr.

Personalien. Auf Grund des Altersgrenze- aejetzes tritt der Direktor bei der Landes Heil- unb Pflegeanstalt bei Giehen, Obermedizinalrat Dr. O ß - wald, am l.Iuli in den Ruhestand. Der Gen- darmerie-HauptWachtmeister a. Pr. Heinr. Schnell zu Gießen wurde unter Berufung in das Beamten- Verhältnis mit Wirkung vom 1. Mai ab zum Gen- darmerie-Hauptwachtmelfter ernannt.

Die Museen und der Heidenturm sind am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr bei ge- wöhnlichcn Preisen geöffnet.

Das städtische FreibadanderLahn wird morgen eröffnet Werktags wird es von 9 bis 20 Uhr, Sonntags von 10 bis 15 Uhr für den Bade­betrieb geöffnet sein.

Rindermarkt in Gießen Am kommen­den Dienstag findet in Gießen wieder Rindvieh- (Nutzvieh.) Markt statt.

Vortragsabend im DHD. 3n einer gut besuchten Mitgliederversammlung der Ort»« gruppe Gießen be» Deutschnationalen Handlung»- gchilfen-DerbandeS sprach am Donncrstaaabcnb im DHV.«Hctm HandwerkskainmersvndikuS R öhr über .Data und sein WirtschaftSsvstem". Der Redner gab zunächst einen Ucbcrblick über den LebcnSgang Batas in seinen Zugendjahren, schil­derte dessen Tätigkeit in Amerika und in Deutsch­land. besprach sein Wirken alS Kriegslieferant deS österreichischen Heere» und den Ausbau seiner wirtschaftlichen Machtstellung auf den Ergebnissen dieser KriegSlicserantcngcwinnc. Gingehend be­leuchtete er weiter die Fabrikation»- und Ver- kaussorganisation Batas, die zu seiner beherr­schenden Stellung in der Schuhversorgung der Tschechoslowakei führte und ihm den Anreiz gab, mit den gleichen Methoden auch In die deutsche Schuhversorgung Eingang zu gewinnen. Der Vor­tragende schilderte in diesem Zusammenhänge die wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse in Ba­tas Fabriken und Verkaufsstellen, die nach den Darlegungen des Redner» unter dem Mantel von WohlsahrtSeinrichtungcn und Gewinnbetei­ligungen ber Angestellten unb Arbeiter nicht» anberc# zur Folge gehabt hätten, als bic Schaf- funa eines geradezu sklavischen Abhängigkeits- Verhältnisses ber Angestellten- unb Arbeiter­schaft Bata- von ihrem Arbeitgeber. Soziale unb menschliche Rechte seien in bic,cm Konzern obensowenig vorhanden, wie berechtigter vpiek- raum für die wirtschaftliche Freiheit dcS einzelnen Individuums. Durch BataS System werde aber auch der selbständige Dchuhhandcl und daS Schuh­macherhandwerk wirtschaftlich so schwer nieder- gedrückt, dah sich dagegen überall schärsstcr Widerstand geregt habe. Um daS ilcbcrgrcifcn der unheilvollen Auswirkungen diese- weit über­spitzten Konzernsystems auf Deutschland zu ver­hüten, sei die schärfste Abwehr dringend geboten. Erfreulicherweise habe Bata mit seinem System bisher nur vereinzelt in Deutschland Fuß saften können, in Gießen und in Darmstadt sei ihm der geplante Einbruch glücklicherweise mißlungen. Der Redner bezeichnete eS alS dringliche Ausgabe dcS an der Schuhversorgung interessierten selbstän­digen Mittelstandes, aber auch der Angestellten- und Arbeiterschaft, um der gesamtwirtschaftlichen deutschen Interessen, aber auch um der Dozial- und EinkommenSbelange tmllcn dem System Bata die weitere Ausbreitung in Deutschland unmöglich zu machen. Im Anschluß an den mit lebhaftem Beifall angenommenen Dortrag wurde in der Aussprache mit Rachdruck bie Forderung ver­treten, angesichts der deutschen WirtschastSver- hältnisse vor allen Dingen nur deutsche Ware zu kaufen, um dadurch daS Geld im Inlande zis behalten und den deutschen Volksgenossen Arbeit und Verdienst zu schaffen.

Die Vereinigung heimattreuer Oberschlesier hielt in ihrem DereinSlokal .Zum Andres' ihre gutbesuchte MonatSversamm- lung unter der Leitung dcS zweiten Vorsitzenden Apotheker W. H a l m ab. Rach der Erledigung geschästlicher Angelegenheiten wurde die Ein­richtung einer WeihnachtSkasse beschlossen Aus seinen Erfahrungen als Mitarbeiter der früheren Abwehrorganisationen und der Reich-zentrale der Heimatvereinigung gab Herr Kostorz einen Uebcrblicf über .Land und Leute Oberschiefien-" unter besonderer Betonung der obcrschlcsischen Geistesgrößen. Herr Heller sorgte für die musikalische Umrahmung. Herr Reisewitz trug oberschlesifchc Schnurren vor.

Schöne weiße Zähne

Son noch einmaligem Puden mtt ber herrlich erfrischend weckendenThlorodont-Zahnpasie", schreibr uns ein Raucher.

Tube 60 Pf. und 80 Ps. Versuch überzeugt.

wv

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