Das Ergebnis der Landtagswahl in Hessen.
Trotz erneuten starken Anwachsens der NSDAP. keine absolute Mehrheit der Rechten
Ruhiger Verlauf der Wahl.
Am Vorabend mehrfach politische Zusammenstöße.
Lpd Der Wahltag ist in Hessel, soweit man es überleben kann, ruhig verlaufen. Am Sams- lag honen die großen Parteien noch einmal mit aller Macht ihre Wahlpropaganda entfalte» Am Wahltage zeigte das Strafjenbilö kaum Aendcrun- grn. Die Polizei war zwar in Bereitschaft, brauchte aber nicht einzugreifen Wohl auch in Anbetracht des sommerlichen Wetters blieb die Wahl'detei I • g u n g zum Teil hinter den Erwartungen zurück Bis Mittag hatten etwa 50 bis 60 o. H der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Eine gewisse Wahlrniidigkeit, heruorgerufen durch die häufigen Wahlen der legten Zeit, machte sich außerdem bemerkbar, fo daß mit einer Wahlbeteiligung von etwa 71 d. jr). gegenüber 82,4 d. Sy bei der letzten Land- tagswahl gerechnet werden kann.
In Mainz ist der Wahltag durchaus ruhig verlaufen. Die Straßen zeigten das übliche Feiertags bild, und nur bic- wenigen Plakate an den Wahl- lokalen erinnerten an die Bedeutung des Tages. In
im neuen Landtag.
Partei: Landtagswahl
19. 6. 1932
SoOaldemoklvten....... 172 545
Zentrum........... 10H603
Sozialist. Arbeiterpartei..... 11 697
Äoinntuninen......... 82 111
Liste Leuchtgcns........ 2 079
........ II
NSTAP............ 328 313
veii Trmohaten........ 4 925
Nationale Einheitsliste...... 25 175
der Nacht vom Samstag auf Sonntag kam es in einigen Straßen der Altstadt zu schweren Zu fammenstoßen zwischen Nationalsozialisten und Kommunisten, bei denen auch Schüsse gewechselt wlirden. Es gab auf beiden Seiten Verwundete Sieben Personen wurden mit ernsten Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert. Die Polizei, die mehrere Verhaftungen vornahm, säuberte die Straßen und verhinderte weitere Zusammenstöße.
Wie polizeilich mitgeteilt wird, sollte in Geinsheim (Kreis Groß-Gerau» eine sozialdemokratische Versammlung (tattfinben, zu der
onbtag4mahl ft. 11. 1931
ReichsPrV.
10. 4. 1932
Mandate:
bisher:
168 101
_
17
15
112 444
—
10
10
23 106
—
1
2
106 790
67 396
-
10
—
——
—
10 857
1
1
291 183
313 429
32
27
4 613
68 208
—
2
ft
Mitglieder des Reichsbanner- aus Groß-Gerau und Trebur erschienen waren. Bei der Ankunft der Reichsbannerleute in GeinSheim kam es a.i schweren Zusammen st ößen mit politisch Andersgesinnten'' Vier Vertonen wurden lchwe' und mehrere leicht nerleht. Gegen 22,30 Uhr kamen Gendarmerie und em QBagcn mit *Sd)uh Polizeibeamten aus Darmstadt in Geiiisheim an. Die Ruhe war alsbald wiederhergestellt Die polizeiliche Untersuchung ist hn Gange ®in Einwohner von Geinsheim wurde verhaftet
sich von ähnlichen Experimenten für die Reichstags- mahlen etwas Besseres zu versprechen Alle vor- eiligen Versuche in dieser Richtung ohne den aus dem Volke gewachsenen ideellen Unterbau und ohne bedeutende Persönlichkeiten als Führer zu neuen Ufern mußten scheitern Die Zeit muß reif sein für den Gedanken einer bürgerlichen Sammlung, für eine große Partei, die die biirgerlichen Tugenden wieder als ein politisches Glaubensbekenntnis herauszustellen wagt Daß wir inoefsen an diesem Punkt noch lange nicht sind, dürste das Schicksal der „Nationalen Einheitsliste" in Hessen zur Evidenz bewiesen haben. Ls ist besser, in Zukunft Experimente zu unterlassen, die den spater einmal fruchtbar werdenden Gedanken einer bürgerlichen Sammlung nur vorzeitig kompromittieren Immerhin wird den zwei Mandaten, die die Nationale Einheitsliste erringen konnte, bei der hart auf hart stehenden Zusammensetzung des neuen Landtags erhebliche Bedeutung zukommen, ebenso wie dem einen deutsch nationalen Abgeordneten, der seinen Sitz behaupten konnte.
Das Schicksal der nationalen Einheitsliste werden die Deutschnationcilen vermutlich und mit Recht als Bestätigung dafür nehmen, daß ihre Taktik, allein zu bleiben, die richtige war Dank ihrer Verbindung mit Führern des Landvolks — die, wie schon gesagt, sich auf verschiedenen Listen verteilt hatten — haben die Deutschnationalen auf dem platten Lande wohl überall ihre Ziffern verbessern können, in den Stabten allcrbings konnten sic meist ihre Position nicht behaupten, so baß her im Ganzen zu verzeichnende Zuwachs für ein zweites Mandat nicht ausreichte. Die ausgesprochenen Sieger des Tages sind die N ationalfoziali. ft e n , wenn sie auch, wie vben schon näher ausgc- fuhrt, das taktische Ziel dieser Landtagswahl, die absolute Mehrheit allein ober zusammen mit den kleinen Parteigruppen der Rechten noch nicht erreicht haben. Die Nationalsozialisten, die im Wahl- fampf wiederum mit Massenversammlungen von kaum vorstellbaren Dimensionen, für die Hitler, Straffer, Goebbels und andere Prominente der Partei als Redner gewonnen waren, aufgewartet hatten, haben namentlich in Oberhessen, ihrer eigentlichen Domäne, in allen Kreisen, azich im Kreise Friedberg, was besondere Beachtung verdient, gegenüber der letzten Landtagswahl sehr be- trächtlichen Zuwachs zu verzeichnen, wenn auch die bisherigen Höchstziffern der Reichspräsidenten- wahl vorn 10. April 1932 nur im Kreise Friedberg wieder erreicht wurden. Aehnlich ist auch das Bild in den beiden anderen Provinzen, wobei jedoch besonders bemerkenswert ist die erhebliche Zunahme in Rheinhesten auch gegenüber den Zahlen der Präsidentenwahl, die damals hinter dem Ergebnis der letzten Landtagswahl zurückgeblieben war, also doch wohl ein Beweis, daß die Anziehungskraft des Nationalsozialismus auch in bisher aus- gesprochenen Domänen des Zentrums noch keineswegs die Grenze des Möglichen erreicht haben dürfte.
Oie (Stabilität der Währung.
Berlin. 18. 3uni. (XU.) Don zuständiger Stelle wird daraus hingewiefen. daß die Mainzer Wahlrede des früheren Reichskanzlers Brüning eine SteUe enthalte, die geeignet sei. mißverstanden zu werden. Dr. Brüning habe unter Bezugnahme auf die Währungssragr gesagt daß die deutsche Oeffentlichkeit wachsam sein muffe, damit nicht noch einmal namenloses Unglück über Deutschland hereinbreche. Rach Ansicht der zuständigen Reichs- ftelle kann diele Aeußerung den Eindruck erwecken. als ob die Reichsregierung irgendwelche Währungserperimente beabsichtige. Demgegenüber wird auf die vor einiger Zeit veröffentlichte Verlautbarung der Reichs- regierung hingewiefen, daß keinerlei Wäh - rungsmahnahmen. die das Vertrauen m die Stabilität der Währung beeinträchtigen könnten. beabsichtigt leien.
Der Reichskanzler spricht von Lausanne.
Oie deutsche Oelegation braucht die Hilfe der Heimat. — „Nur der einheitliche nationale Wille kann uns retten.-
Berlin. 18 3um <WT B ) Reichskanzler v Papen hielt Samstagabend von Lausanne aus eine Rundfunkrede, die über alle deutschen Sender verbreitet wurde. 3d) habe es hier für meine Pflicht gehalten, so sagte der Kanzler u. a., in persönlichen Besprechungen mit den SUwStot- Präsidenten Frankreichs und Englands, mit dem italienischen Außenminister sowie gestern in meiner Rede vor der Vollsitzung der Lausanner Konferenz nicht nur ein ganz klares und plastisches Bild der Lage Deutschlands zu zeichnen, sondern auch bic Grundgedanken verständlich zu machen, die mich zur Ucbernahme meines Amtes bewogen haben. Gemäß seiner Programmerklärung will das neue Rcichskabinett alle ausbauwilligen Kräfte unseres Volkes sammeln. Die heutige Rot Deutschlands fordert geradezu diesen letzten Einsatz der gesammelten nationalen Kräfte. Unmöglich wäre es in dieser Zeit. Deutschland zu führen und habet Bewegungen gegenüber fremd zu bleiben, die instinktmäßig und willensmäßig den Lebenswillen Deutschlands verkörpern.
wir haben es daheim und hier in Lausanne deutlich gesagt, daß die deutsche Rot zwar nur ein Teilproblem, aber doch auch da» Z e n- tralproblem öer Weltkrise ist und wir wissen, daß bic Welt um so eher bereit sein wird. Deutschlands Rot zu verstehen, als bic Welf er kennt, wie sehr ble deutsche Rot ble b renne n b ff e Wunde im gesamten Welfkörper ist.
Längst haben hervorragende Sachverständige des Auslandes festgestellt, daß bic Gläubigerländer unter der jetzigen Vertrauenskrise und allgemeinen Llnsicherheit ebenso leiden. wie die Schuldnerländer. Der englische Ministerpräsident Macdonald hat in feiner Konferenzeröffnungsrede klar gesagt, daß diese Zusammenkunft sich nicht etwa mit der Reparationsfrage allein zu befassen habe, sondern mit der Weltkrise, dan die Völker nicht enttäuscht werden dürften durch neue Vertagungen. Wir er
schien es deshalb als meine vornehmste Aufgabe, in den ersten Konferenztagen das Verständnis für bic wirkliche Lage unseres Volkes zu fordern
Soll die notwendige Einsicht in die Lage unsere» Volke» sich durchsetzen, bann muß der Vertreter Deutschland» in Lausanne den geschlossenen willen der Heimat hinter sich fühlen, muß das Ausland erkennen, daß die jetzige Regierung mit Jug und Recht die Vertretung diese» geschlossenen deutschen willen» für sich in Anspruch nimmt. Die Heimat aber muß zu der Reichsregierung bas feste vertrauen haben, daß sie nicht nur nichts preisgeben wird, was den nationalen Notwendigkeiten entspricht, sondern daß sie darüber hinaus s ü r eine positive Lösung de» europäischen
Problem» alle ihre Kräfte einsehen wird.
Der innerpvlitische Mcinungvkamps ist gewiß berechtigt, besonders bei bevorstehenden Rcu- wahlen. aber dieser politische Kampf hat Grenzen, jenseits welcher er aufhört Kampf zu sein, und anfängt, politische Blindheit zu werden. Glauben Sic mir, alle meine deutschen Landsleute, daß die neue Reiche-- regierung es zu verstehen und zu würdigen wissen wird, wenn diele Grenzen des politischen Kampfes gerade von denen geachtet werden, die sich sonst zum Kampf gegen diese Regierung veranlaßt fühlen. Wir find hier, um der Heimat nach unterem besten Wissen und Willen zu dienen. Die Heimat muß uns Helsen. W:r rufen der Heimat zu. daß nur der geschlossene. besonnene und einheitliche nationakeWille uns retten kann. Die von mir geleitete RcichSrcgierung wird immer nur daS deutsche Volk sehen, nicht aber Parteien oder Klassen Weiß sie doch, daß eS hier und heute um Entscheidungen geht, die nichts Geringeres bedeuten als die Zukunst unserer Kultur. Rasse und Ration, alS die Zukunft der abendländischen Welt.
Oie Handelspolitik der nordischen Neutralen.
Gens, 18. Juni. tWTB.) Zwischen Holland. Belgien, Luremburg und den skandinavischen Staaten, die sich im Hahre 1930 in Oslo zu Verfolgung einer gemeinsamen Handelspolitik zu- sammengefchlossen haben, haben in diesen Tagen in Gens neue Verhandlungen stattgefunden. Diese Verhandlungen, d'e größtenteils von den Außenministern der betreffenden Länder geführt worden sind, wurden heute in Lausanne abgeschlossen und ein Kommunique auSgegeben. worin es heißt, die Außenminister der sechs Staaten seien einmütig der Meinung, daß bic Schaffung neuer Zollschran- k e n und verschiedener anderer den Handel beschränkenden Maßnahmen zu einem großen Teil zur Verschärfung der jetzigen Lage beigetragen hätten. Es sei notwendig, tiefer Ablchließungspolitik einEnde zu fetzen. Dieses Kommunique wird so aufgelegt, daß die Verhandlungen zwischen den skandinavischen Staaten einerseits und Belgien. Holland und Luremburg andererseits noch nicht au dem erhofften Ergebnis der Herstellung engerer Handelsbeziehungen auf der Grundlage größerer Handelsfreiheit geführt haben. Von belgischer Seite wird erflärt, daß die Besprechungen wenigstens zu einer grundsätzlichen Einigung
zwischen Holland, Belgien und Luremburg über Die demnächstige Herabsetzung gewisser Zölle geführt hätten.
Neuregelung der Knsenfüksorge für Arbeitslose.
Berlin, 1R. Juni. lWTB ) Amtlich. Nach einem Erlaß de» Rcichsarveitsmimsters über Die Krisen fürforge für Arbeitslose bleibt es für bic A b - grcnzung bes Personenkreiies, ber zur Krisenfürsorge zugelaiien ist, bei den b i s b-f r i g e n B e st i in m u n g e n. Krisenfurforge erhalten in Zu kunst nur Arbeitslose, die bilfsbebürftig sind.
Die Unter st utzungsf äße ber Arbeitslosen- Versicherung gelten auch für die Krisenfürsorge: si- sind Höchstsätze. Zm Rahmen dieser Sätze richtet sich das Maß der Krisenunterftützuna nach dem Gral- der Hilfsbebürftiqkeit. Die Unterstützung darf nicht höher sein als ber Betrag, ben der Ardeilslose in der öffentlichen Fürsorge zu erhalten hätte. Der Arbeitslose ist an sich verpflichtet, jede A e n d c - rung seiner wirtschaftlichen Verholt- nisse ohne Aufforderung dem Amt a n z u z c i ■ gen. Unterläßt er dies, so hat er zuviel gezahlte Unterstutzungsbeträge zuruckzuerstatten Die Ke famtbod) ft bauer der versicherungsmäßigeu Arbeitslosenunterstützung unb der Knienuntci stiitzung beträgt nach mtr vor zusammen 5 R Wochen. Für Arbeitslose, bie dos 40. Lebensjahr
m. 142 Krtüharrssabe
182. Jahrgang
Montag, 20. Juni (952
Pntrf unö Verlag: Vrühl'fche Ukiiver^taiL Buch- nnö Steinörnderei R. fangt in Kietzen.
und Kefchöfkr^elle:
7.
lütskrank
C. Frobeniu
! ich in den Räumen c iinal-Rat Dr. W. Ba 3357, Kann).
und 15-17 Uhr. Sam.«
’ bekannt 5-best ITZ
leigen an:
'M.Setltft
Juni 1932.
L'Wgstrafa m
1932
tod-Nauheim
Kroßer Bühnen^ ler-Abend IEINRICH
USNUS ir Staats-Oper Berlii olgreichster Sänger - Loewe.Massenet, Verdi L40M)a90u.l70Mk - lelephon 2962. **L
Sirwdbme von Injtleen für bie laqesmimmkr bis zum Nachmittag vorher.
Preis für 1 n>
für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Rs- Klameauzeigen von 70 uun Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20" . mehr.
Chefredakteur
Dr. Fnebr. TOilh. Lange. Verantwortlich für Polu k Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr Thoriot. für den übrigen Teil Ernst Dlumschecn unb für den Anzeigenteil Mar Filter, sämtlich in (stießen
■n der Psychiatr.-N fgund als beamteter As. > ich mich in Gießen t für
Gietzener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
öndachziegel iesloch (Baden) | naturrot und in allen Farben
i, I engoblert arbbeständig jszeichnungen (jLOllarTelefonW iterlalien rtf.od.Hlodltrbgebotei.h*
erscheint täglich,außer sonniog» unö Feteriags. Beilage”: Die Ilustrierle Siebener Familien blätter Reimst im Bild • Die Scholle Hlonois Bejiigsprets:
Mt 4 Beilagen RM. 1.95 ,th«e Illustrierte , 1.80
Zustellgebühr.. . -.25 üach bei Nichterscheinen ioh einzelnen Nummern »folge höherer Gewalt.
Kernsprechanschlükse
unter Sammelnummer 2251. 'Inschrift für Drahtnach-
ichten: Injeiger »ieszen.
Postscheckkonto:
zroalsuri am Main 11686.
3pelproflramm ither - St°ne jiidee" in -SÄS*
ihrer!
haft hiermit zur ffß heutigen Tage ab m her dem Lichtspielhaus,J
paratur-Werks
ten Kunden
...
iBüBS!
reswunde unddie6' eien las’8” ,in.« Re#is»’ur_
..I"
ÄÄ
Keine Märung.
Da» Ergebnis brr gestrigen Lanbtogswahl in Hkssen Hai kaum Ueberrajchungen gebracht Trotz ttr beträchtlicher Wahlerfolge der National- ' Z i a I i ft c n , die ihre Stichmenzohl um 37 (»00 Stimmen gegenüber der letzten Landtagswahl und .i noch 15 001) Stimmen gegenüber der Reichs- .'yasibentenwahl vom 10. April dieses Jahres cr- iihen konnten, hat bie Wahl wiederum keine ’loren Mehrheitsverhältnisse gebracht i >d) ben bisher vorliegenden amtlichen Feststellun ei werben 32 nationalsozialistische Abgeordnete in t«n neuen Landtag einziehen Die Partei hat allo ht wie in Oldenburg und Mecklenburg aus eige-
Kraft die absolute Mehrheit aufzubringen ver- '«1)1. Aber auch wenn der deutschnationale Ab- :f rrbnetc unb die beiden Abgeordneten der Ratio- »len Einheitsliste bei der Wahl des Staatsprnsiden- ,ii dem nationalsozialistischen Kandidaten ihre rdmmen geben, was ohne weiteres anzunehmen ist, 1 immen die Nationalsozialisten nicht zum Zuge- je Stimmen stehen sich gegenüber unb cs ist kaum rahrscheinlich, daß wie in Mecklenburg eine Nach- : »fung des Wahlergebnisses ein anderes Resultat fleben wird. Man wird also damit rechnen mus- 11. daß bie aus vielerlei Gründen beklagenswerte t'Iitische Unklarheit bei uns in Hessen auch die "d)ftc Zukunft beherrschen wird Da konfessionell ri« bevölkerungspolitisch das Land Hessen ein an- • öernd genaues Spiegribild des Reichsdurchschnitts ti, ergeben sich auch Schlüsse für bic kommenbe Zcichstagswahl, die nicht grade ermunternd sind, lid) hier ist, wenn man die gleichen Zahlen zu- tnandelegt, bic bei der schlechten Wahlzeit zwischen sco Ernte und in den großen Ferien für bic Rechte rher noch abgeschwächt werben, keine klare Mehr- “ilsbilbung zu erwarten. Das Zentrum bleibt, m es auch mit ber Linken keine Regierungsmehr t mehr zu bilden vermag, doch auch für eine «ierungsbildung der Rechten unentbehrlich. Da t anzunehmen ist, daß das Zentrum nach dem imz Brünings den Schritt nach rechts tut, zu n es sich vor dem Sturz nicht hat entschließen uuen, wird wohl auch in Zukunst das geschafts- i|ienbc Kabinett Adelung weiter am Ruder ft ben betrachten mir nun das Wahlergebnis nn Ein- um, fo ergibt sich unsere Vermutung M tätigt, z die Sozialdemokraten aus der Rück r in bie Opposition nach dem Kabinettswechsel im «ich trotz ber Kürze der Zeit bereits beträchtlichen vfeen ziehen konnten Sie haben mit rund 172 500 Immen gegenüber 166 000 Stimmen bei der letz- ■ Landtagswahl 2 Mandate zuruckerobern können.
der Provinz Oberhessen mußten sie allerdings, ; Ausnahme bes bis an die Tore von Frankfurt chenden Kreises Friedberg, liberal! leichte Rück- ige buchen. Aber sie haben diese Verluste nament- in den großen Stabten Mainz unb Ossenbach chlick; wettmachen können. Hier vor allein wohl
Kosten ber K o m m u r. i st c n, bie erfreulicher- ift trotz der Pnpcnschcn Notverordnung, bie ihrer ■paganbo sicher sehr gelegen gekommen war, im nzen sowohl, wie auch in den Einzelergebnissen r beträchtliche Einbußen erlitten haben unb statt ! 10 Abgeordneten nur mit 7 in ben neuen Land- einziehen werben, wenn auch gegenüber ber ichspräsibentenwahl, bic überraschend geringe fern für bie Kommunisten gebracht hatte, eine nähme um runb 15 000 Stimmen festgestellt wer- i muß — Das Zentrum hat nicht in gleichem i sie die neue Ehanee der Oppositionsstellung aus- 6?n können wie die Sozialdemokraten. Es hat rar im ganzen 4000 Stimmen einbüßen müssen, t doch seine Mandatszahl behaupten können. t leichte Zunahme der Stimmen zahl in Ober- len unb anbern oorwiegenb protestantischen Be- len erlaubt wohl ben Schluß, baß auch manche malige Angehörige anderer bürgerlicher Parteien - Mitte aus einem Gefühl der Heimatlosigkeit raus diesmal dem Zentrum ihre Stimme gaben, merkenswert ist auch, baß das Zentrum in seiner etlichen Domäne Rheinhessen unb auch an ber I C|ftra6e Verluste verzeichnen muß, bin im Kreise l-rsheim z. B. säst 1000 Stimmen ausmachen. Ein rLgcs Desastrc haben, wie bei ber Stimmung in n breiten Wählcrmassen zu erwarten gewesen war, : wenigen Splitterparteien erlitten. Weder dem —ud) des Friedberger Dr. Leuchtgens, eine irönlichkeitswahl ins Feld zu führen, noch den r n o r r a t c n ist es gelungen, auch nur einen i)tungscrfolg zu erringen, während die oojia- ssti s ch e Arbeiterpartei in Gemeinschaft i der Kommunistischen Opposition doch mit POO Stimmen ein Mandat erringen konnten. Einer besonderen Betrachtung bedarf die N a t i o- hie EinheitsIiste Wenn auch die vielfache tr*ltung des Hessischen Landvolkes auf NSDAP, kcu-tschnationale, Liste Leuchtgens und Nationale • meitsliftc für letztere eine falsche weil viel zu 1 iw Dergleichsziffer in Erscheinung treten läßt, innen die Verluste der auf der Nationalen Ein Htfclifte vereinigten Parteien der bürgerlichen ptre doch schwer genug, um einiges Mißtrauen
>ie Richtigkeit des hier unternommenen Der- tp- zu rechtfertigen Die Wähler haben nicht mit m cht in der Nationalen Einheitsliste lediglich ic Addition alter Parteien gesehen, die ihrem Mänbigen Auftreten keine Zugkraft mehr zu iL-ten. Auch daß die Liste keine neuen Namen hctc, mag ihr zum Nachteil ausgeschlagen sein, I mbanfbar biefer Gesichtspunkt auch gegenüber hin erscheinen mag, die sich in langen Jahren ‘; h bas politische Leben in Hessen verdient gemacht h«n. 3m ganzen wird man ben Versuch, durch rif gemeinfamc Liste den bürgerlichen Parteien
Triebkraft zuzuführen, als völlig mißlungen :r cd)ten müssen. Und cs muß heute ichon nach i in Hessen wenn auch in kleinem Rahmen qe> litten Erfahrungen eindringlich gewarnt werden.
’chen„........-
r-tfÄ......y
JsGIESSEN


