Zutzbatt der höheren Schulen.
Oberrealschule — Gymnasium 5:1.
Die beiden Mannschaften lieferten sich einen spannenden Kampf. Die eifrigen Gymnasiasten wurden von den dosier spielenden Oberrealschülern mit 5:1 Toren geschlagen. Die Oberrealschule trat Mit Ersatz an.
Kirche und Schule.
Dekanatskonfeienz in Gietzen.
Eine Dekanatskonferenz der evange- tischen Geistlichen des Dekanats Gießen wurde gestern im Markusfaal zu Gießen von Dekan Gußmann (Kirchberg) mit Schnftlefung unb Gebet eröffnet. Es folgte ein Vortrag von cand. theol. Seipp über „D a s Erziehungswerk des freiwilligen Arbeitsdicn- st es". Als Vorschule der Volksgemeinschaft sollte diese Einrichtung jeden jungen Menschen mindestens ein Dohr zum Dienst am Volke fähig machen. Durch Schaffung ernster Werte und Pflege der Gemeinschaft sollte die Lage der Arbeitslosen mehr seelisch, als materiell erleichtert werden. Die zu leistende geistige und körperliche Arbeit sollte gemeinnützig und zusätzlich sein und weder Arbeitgeber, noch Arbeitnehmer schädigen. Träger des Dienstes sollten gesinnungsbildende Gemeinschaften sein. Der Forderungsbetrag ist keine Bezahlung der
geleisteten Arbeit. Eine Erweiterung der Bcst'm- mungen wurde notwendig. Nach den neuen Bestimmungen können alle Jugendlichen bis zu fünfundzwanzig Jahren, aber keine älteren mehr ausgenommen werden. In Oberhessen hat der freiwillige Arbeitsdienst erfreuliche Fortschritte gemacht: eine Behebung des Mangels an richtigen Kolonnenführern ist im nächsten Jahre zu erwarten. Das hessische Heimatwerk will bei seiner Betreuung einen Abklatsch der Volkshochschulen vermeiden. Fortlaufende Vorträge, behandelt vom ständigen Betreuer (Volkskunde, Heimatkunst), werden durch ein gestreute Lichtb.ldervorträge, Besichtigungen und Wanderungen in Gemeinschaftsabenden ausmün- dcn. Schwierigkeiten dürfen nicht abschrecken. Für 4100 Arbeitsdienstwillige stehen heute 100 Mitarbeiter zur Verfügung: es ist sicher zu erwarten, daß ihre Zahl weiter steigen wird. Eine rege Aus- spräche belohnte den sachkundigen und von großem Idealismus getragenen Vortrag. Eine Reche von dienstlichen Besprechungen schloß sich an.
Kreis Schotten.
i Groß - E i che n , 15. Dez. Zur Zeit findet in unserer Gemein" e eine Evangelisationswoche durch den bekannten Volksmissionar Walther (Beuern) statt. Qln jedem Abend spricht der Vortragende in der Kirche über ein aktuelles religiöses Thema. Mittags finden Dibel- stunden in der Kirche statt. Die Vorträge erfreuen sich eines guten Besuches.
Wirtschaft.
Ersenverbrauch und Investitionen.
Berlin, 15.Dez. (WTB.) Geschäftslage und Ertragsaussichten der eisenschaffenden Industrie wurden in letzter Zeit verhältnismäßig günstig durch die Oefsentlichkeit beurteilt. Veranlassung hierzu bot, nach dem Wochenbericht des Instituts für Kon'unktursorschung, zunächst die bemerkenswerte Stetigkeit des inländi- schenEisenabsahessüt Anfang o s lau'en- den Jahres. 3n letzter Zeit hat sich der Geschäfts- gang durch Aussenaufträge, Bestellungen der Reichsbahn, Lagerkäufe des Handels, sowie Ein- Deckungen der Verarbeiter weiter gebessert. Trotz der Geschäftsbeleüung in den letzten Monaten erreicht die Eisenproduklion gegenwärtig mir etwa ein Drittel des älmfanges von 1928. Die Belebung des Znlandgeschäftes wird aber erst dann einen durchgreifenden Aufschwung nehmen können, wenn die Investitionen zunehmen. Der reine I n l a n d v e r b r a u ch von Eisen liegt im Jahre 1932 um 80 Prozent unter dem Stand von 192 7. Fast ebenso stark ist der inländische Maschinenverbrauch zurüclgegan- gen, Nährend sich induftr'e'le Gesamtproduktion und Beschäftigungsgrad nur um etwa 45 Prozent verminderten. Mit der zunehmenden Dringlichkeit von Ersah- investit'onen, die allerdings erst mit stärkerer Wirtschaftsbelebung in größerem Stile vorgenommen
werden können, wird die Verkleinerung des Pro- duktionsapparatcs immer weniger tragbar. Immerhin ist der Produklionsapparat der Wi.tschast noch immer größer, als es den derzeitigen Aus- nutzungsrni'glichkcilen entspricht. Reu'n.estitionen werden wahrscheinlich erst nach verhältnismäßig langer Zeit notwendig werden. Für die Beurteilung der Eeschästsaussichten in der Eisenindustrie ist von Bedeutung, daß der Anteil der Eiseneinfuhr am Inlandverbrauch 1932 zugenommen hat, während die Ausfuhr rascher gesunken ist, als die Erzeugung.
Berlin freundlich.
Berlin, 16. Dsz. (WTB. Funksoruch.) Ent- aegen den Erwartungen mußte der offizielle Börsenbeginn heute enttäuschen. Es lagen am Montanmarkt überwiegend Kauforders vor, unb man hatte damit gerechnet, daß die Börse durchweg fester eröffnen würde. Zu den ersten Kursen kam' dann aber an verschiedenen Märkten noch Material heraus: die Spekulation schritt an diesen Märkten zu Glattstellungen und nahm auchTaulch- operaf onen in Montan- und einigen Elektropapie- ren vor. Die Grundstimmung konnte aber trotzdem als freundlich bezeichnet werden. Die gestrige Rede des Reichskanzlers wurde allgemein günstig ausgenommen, zumal in ihr das Problem der Arbeitsbeschaffung als die wichtigste Aufgabe bezeich
net wurde und neue Belastungen für die Wirtschaft vermieüen werden sollen. Die Erhöhung der Roheisen- unb Rohstahlproduktion, die lebhaftere Tätigkeit in der Maschinenindustrie, die höhere Ruhrkohlenförderung, das Anziehen der deutschen Werte im Auslande, die Einigung in der Wolt'schiffahrt usw. waren anregende Momente, die aber doch nicht die -erhoffte Wirkung erzielten.
AEG.-Aktien lagen weiter schwach, auch Farben waren angeboten und rückgängig, gleichfalls Kunstseidenwerte. Die Umsätze am Montanmarkt waren ziemlich groß, di» Kurse zogen aber nur bis 1,13 o.5). an. Mannesmann waren ziemlich stark gefragt, da Gerüchte von einem großen neuen Russenauftrag an das R ähren syn'dUat stimulierten. Während Schultheis fast 2 v.H. zurückginaen, zogen Dortmunder Union-Brauerei 4 50 v. 5) an.
Die f e st v e r z i n s l i ch e n Märkte waren anfangs kaum behauptet, eher etwas schwäch e r. Auch Jndustrieobllgationen zeigten keine einheitliche Tendenz. Im Verlaufe gaben AEG. auf die alten Zusammenlegungsgerückte weiter nach, und hiervon ausgehend erptroen sich auch an fast allen anderen Märkten Rückgänge bis zu 1,50 v. H. AEG. stellte sich auf nur 29 v. S).
Am Geldmarkt blieb die Situation nach glatter Ueberwindung des Medios unverändert leicht. Tagesgeld war an der unteren Grenze mit 4,40 o. 5)., bzw. 4,25 o. 5). und vereinzelt 4,13 v. 5). erhältlich. Privatdiskonten waren wenig gefragt, doch lag fein größeres Angebot vor. Reichsweckfel per 15. März blieben so gut wie umsatzlos. Die Reichsschatzwechsel per 18. April sind ausverkauft, es ist eine neue Tranche per 15. Mai ausgegeben. Frankfurt uneinheitlich und schwächer.
Frankfurt a. M., 16. Dez. (WTB. Drahtmel- bung.) Gegenüber den relativ freundlichen Vor- mittagstaxen eröffnete die amtliche Börse uneinheitlich. und auf Grund der Schwäche einzelner Spezialpapiere gaben die Kurse im Verlaufe allgemein nach. Die gestrige Reichskanzlerröde fand zwar ein günstiges Echo, sie blieb aber auf die Tendenz ohne Einfluß.
Die Kulisie schritt zu einigen Glattstellungen, denen kaum Orders seitens der Kundschaft gegen- überstanden, was bei der herrschenden Geschäfts- st lle überwiegend zu kleinen Rückgängen führte. Die Kursbildung war uneimhcitlich. Wetter fest lagen nur Montanworte. Gelsenkirchen gewannen VA, Stahlvevein und Harpen er je 1, Phönix % Prozent, Mannesmann, Rheinstahl und Buderus blieben jedoch nur knapp behauptet. Der erneute Rückgang der IG.-Färbenindustnie auf 96% Prozent (minus 1 Prozent) und später auf 95% Prozent, sowie die matte Haltung der Aku-Aktie, die in Nachwirkung der ungünstigen Nachrichten über den Geschäftsgang VA Prozent einbüßten, führten zu äußerster Zurückhaltung. Später bildete die starke Abschwächung von AEG., die insgesamt 2% Prozent verloren, ein wesentliches Unsicherheitsmoment, um so mehr, als man nicht weiß, woher die Abgaben kommen. Im übrigen eröffneten Scheideanstalt, Metallgesellschaft, Rütgerswerke, Gesfürel, Schuckert, Siemens, Reichs-» bank, Sch.ffahrts- unb Zellstoffaktien uneinheitlich, wobei die Veränderungen nach beiden Seiten etwa Vi bis 1 Prozent betrugen.
Der Rentenmarkt lag nahezu gefchafts- l o s. Reichsaltbesitz blieben mit 58% Prozent und späte Reichsschuldbuchforderungen mit 73% Prozent unverändert. Stahloerö.nsbonds lagen mit 68,20 Prozent zum ersten Kurs nur knapp behauvtet. Auch die übrigen Industrieobligationen lagen wesentlich ruhiger. Der Pfandbricfrnarkt tendierte uneinheitlich, doch überwogen Rückgänge von 0,25 bis 0,5 v. H. für Gold- und Liguidationspfandbriefe. Kommunalabligationen blieben verhältnismäßig behauptet.
Unter dem Eindruck der Schwäche einiger Spezialwerte (Aku erneut bis 2 v. H., AEG. 29 v. H. Brief. IG. 95,5 v. H. Brief) bröckelten die Kurse im Verlaufe bei größerer G e s ch ä f t s ft i 11 e allgemein um 0,5 bis 1 o. H. ab. Tagesgelb war zu 3,75 v. H. unverändert.
Schweinemarlt in Wetzlar.
O Wetzlar, 15. Dez. Der gestrige Schweinemarkt war mit 212 Ferkeln und 12 Läufern beschickt. Trotz geringem Käuferbesuch entwickelte sich ein lebhafter Handel. Es wurden bezahlt: für 5—6 Wochen alte Ferkel 8—9 Mark, für 7—8 Wochen alte Tiere 10 -12 Mk., für ältere Ferkel und Läufer bis zu 20 Mk. je Stück. Der Markt wurde geräumt.
Eewinnauszug
3. Klasie 40. Preuß.-Siiddeutsche (266. Preuß.) Staats-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten
Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lost gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II
1. Ziehungslag 14. Dezember 1932
3n der heutigen Dormittaasziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen
2 Cetoinne |U 100 0 M. 98694
6 < em nne gu 60UU -JlL 63912 177510 190708
4 Gewinne »u 3000 M. 313514 395469
10 Gewinne »n 2000 W. 140313 245529 254020 337255 386832
14 Gewinne >u 1000 M. 3139 62153 73116 83753 119678 214790 325292
22 Gen- nne n 800 -tt. 52901 84047 94001 127761 161200 218570 252999 267436 301411 318166 388435
54 Gewinne.u 500 M. 14504 16418 21159 49430 68997 100637 114202 125323 167674 209033
235350 250640 251030 281190 289326 325954
331833 332878 335912 341284 344284 352854
355976 356732 360046 375270 380172
Sn der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen
2 Gewinne zu 10000 M. 252453
4 Gewinne tu 2000 M. 48873 362309
26 Gewinne ,u 1000 AI. 15869 22609 32146
123864 145973 152302 189256 238123 248456
283045 306265 326275 398197
38 Gewinne zu 800 M. 29984 31529 38466 43383 123312 132155 167421 167472 168600 228796
229279 230484 254940 262895 271685 280541
301849 344557 359806
44 Gewinne ju 500 W. 11017 21307 22243 27335 31063 41999 54614 72441 86467 89273 125723 189570 224820 228887 229986 246208 281825 292244 296633 297923 305167 364603
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