Ausgabe 
16.9.1932 Frühausgabe
 
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»DeutscheZugendkrast" Gießen erfolgreich.

Die LeichtatHletik-Abteilung der D2K. Gieren war am Sonntag mit nur wenigen Leichtathleten in Ober-Wöllstadt beim Dezirls-Werbetreffen (das von 150 Sportlern bestritten wurde) ver­treten. Trotz dieser geringen Beteiligung konnten die Gießener in der Meisterklasse 5 erste Siege erringen, deren 4 allein auf Willy Miebach entfielen. Außerdem errang Mie­bach noch einen 2. und zwei 3. Preise. 3n fol­genden Wettbewerben waren die Gießener er­folgreich.

D i e r k a rn p f (Meisterklasse): 1. W. Miebach, Gießen, 150 Punkte; 2. Rosenfelder, Ober-Mörlen, 120 P. Miebach wurde überlegener Sieger. 10 0 Meter: 1. H. Heller, Gießen, 12 Sek.; 2. Rosen­felder, Ober-Mörlen, 12,1 Sek.; 3. Miebach, Gießen, 12,1 Sek. Miebach, der bei 75 Meter noch führte, mußte Heller vorlassen und verlor außer­dem noch um Handbreite gegen Rosenfelder. 4 0 0 Meter: 1. W. Miebach, 2. QI. Rocker, 3. K. Weber, sämtlich in Gießen. Miebach gewann gegen seine Dereinskameraden nach Belieben. Speerwerfen: 1. W. Strauch, Friedberg; 2. Miebach, Gießen. Die Leistungen litten unter dem starken Wind. Kugelstoßen: 1. W. Mie­bach, Gießen, 11,40 Meter; 2. Rosenfelder, Ober- Mörlen. Die Stöße des Borkampfes mußten ge­wertet werden. Miebach hätte sicherlich besser stoßen können. In der A - 3 u g e n b konnte sich Albert Rocker an vierter, Jakob Adam an fünfter Stelle placieren. 3n der L - 3 ugend errang sich K. Weber einen 6. Preis. 3n der A - Klasse der Schüler errang E. Schmittdiel den 1. und E. Bär den 7. Preis. Jugendliche und Schüler, die hier genannt wurden, gehören der DIK. Gießen an.

Handball im Gau Hessen (O.T.)

Anläßlich des Abturnens tragen die 1. und 2. Mannschaft des Tv. Großen-Linden am Sonntag Berbandsspiele auf eigenem Platze aus. Die 1. Elf empfängt die 1. Mannschaft des Tv. Garbenteich. Garbenteich spielt nach Lieber­tritt aus dem ADT. zum erstenmal in der Der- bandsrunde des Gaues Hessen mit. Auf das Auf­treten der Gäste ist man sehr gespannt, zumal die Mannschaft als spielstart bekannt ist und auch jahrelang Meister des Lahn-Dünsberg-Gaues war. Da die Einheimischen in stärkster Aufstel­lung den Gästen entgegentreten, dürfte ein äußerst spannender Kampf zu erwarten sein.

Hochelheims 2. Mannschaft ist der Gegner der 2. Elf. -Zeigen die Grotzen-Lindener keine besseren Leistungen als in ihren letzten Spielen, dann wer­den sie den Gästen Sieg und Punkte überlassen müssen.

Handball um das Hessen-Banner.

Realgymnasium 1 Oberrealschule Buhbach I 12.7.

Am Donnerstag trafen sich die genannten Mannschaften auf dem MTB.-Platz zum ersten Spiel um das Hessenbanner. Die Gießener Schü­ler konnten, obwohl körperlich stark unterlegen, durch bessere Schuhleistungen des Sturmes das Spiel für sich entscheiden. 3n der nächsten Woche findet nun das 2. Spiel gegen die Oberrealschule Gießen statt.

Handball der Sp.-Dg. 1900.

Am kommenden Sonntag absolvieren die 1900er zwei Berbandsspiele und ein Gesellschaftsspiel. Derbandsspielgegner ist jeweils der Polizei­sportverein Butzbach, und zwar stehen sich gegen­über in Gießen 1900'6 zweite Mannschaft und Polizei erste Mannschaft, in Butzbach Polizei zweite Mannschaft und 19006 erste Garnitur. Da letztgenanntes Spiel vormittag6 steigt, nehmen die Spi^srereinigung6leute de Gelegenheit wahr, nachmittag6 in dem benachbarten Holzheim ein Gesellschaft6spiel gegen den dortigen Turnverein auszutragen.

Hinsichtlich der zu erwartenden Ergebnisse läßt sich sagen, daß die erste Mannschaft der Polizei gegen 1900'6 zweite Elf, die sich fast nur au6 jungen Leuten rekrutiert, einen deutlichen Sieg landen wird. Dagegen werden es die Blau­weißen gegen Buhbach6 zweite Mannschaft nicht so leicht haben. Immerhin mühte e6 zu einem S.eg reichen. Gleichfall6 sollte ein Sieg über die Holzheimer Turnermannschaft herauszuholen sein.

Deutsche in den Tennis-Ranglisten.

ID. Blyers und Gillou urteilen.

Alljährlich am Ende der Tennis-Saison, nach den amerikanischen Meisterschaften erscheinen die Rang­listen der Tennisspieler. Bemerkenswert an den diesjährigen Ranglisten ist, daß zum ersten Male nach dem Kriege wieder zwei Deutsche bei den Her­

ren und zwar Daniel P r e n n und Gottfried von (Tramm erscheinen. 3m übrigen sehen die Rang­listen wie folgt aus: Myers: 1. Bines, 2. Cochet, 3. Borotra, 4. Allison, 5. Sutter, 6. Prenn, 7. Perry, 8. d. Gramm, 9. Austin, 10. Crawford. Gil­lou: 1. Bines, 2. Cochet, 3. Borotra, 4. Sutter, 5. Allison, 6. Austin, 7. Prenn, 8. v. (Tramm, 9. Perry, 10. Crawford.

Damen: Wallis Myers: 1. Wills, 2. Jacobs, 3. Mathieu, 4. Pa not, 5. Krahwinkel, 6. Heeley, 7. Whittingstall, 8. Horn, 9. Stammers, 10. Sigart. P. Gillou: 1. Wills, 2. Jacobs, 3. Mathieu, 4. Krahwinkel, 5. Payot, 6. Heeley (Gillou rangiert nur sechs Damen).

Mehner startet nicht gegen Frankreich.

Der Frankfurter 400-Meter-Läufer und Olym­piateilnehmer Adolf Mehner hatte in einer Frankfurter Zeitung den Reichssportlehrer Waitzer wegen seines Verhaltens während der Olym­pischen Spiele in Los Angeles in scharfer Weise angegriffen. Daraufhin wurde ihm jetzt von dem Dorstand der Deutschen Sporhbehörde mitgeteilt, daß man auf seine Mitwirkung gegen Frankreich verzichte. Er erhalte Gelegenheit, seine Hand­lungsweise zu rechtfertigen. Es bleibt abzuwar­ten, wie sich die Verhandlung gestalten wird. Es berührt allerdings etwas eigenartig, daß nicht allein Mehner sondern noch mehr Aktive Waiher schwere Dorwürfe machen, und erst jetzt liest man wieder,man erhalte ein abrundendes Bild von Waihers Tätigkeit, wenn man höre, daß Waihers Liebe den allerdings ideal gelegenen Golfplätzen gegolten habe".

DieSüdwest-eittsche jllöbdmefie" 1932 in Zranlsutt a. Al.

Den Auftakt zur Eröffnung der diesjährigen Südwestdeutschen Möbelmesse", die vom 18. bis 21. September in Frankfurt a. M. in den Haupt­gebäuden des Messegeländes, derFesthalle" und demHaus der Moden" stattfindet, bildete eine Dorbesichtigung durch die Presse am 17. Septem­ber. Trotz schwerster Wirtschaftsdepression kann von einer sehr guten Beschickung gespro­chen werden. Ob Wohnküchen, Schlafzimmer, Speise- oder Herrnzimmer, ob in reicher oder ein­facher Ausführung, alle Stücke zeigen in dem letz­ten 3ahrzehnt eine fortwährende Steigerung in ansprechenden Formen und sorgfältiger Aufma­chung. 3n anschaulicher Weise zeigt sich dies auf der diesjährigenSüdwestdeutschen Möbelmesse". Die sorgfältige Dorbereitung der Möbelmesse und die zahlreichen Anfragen aus Händlerkreisen las­sen auf einen guten Besuch schließen. Dabei ist zu berücksichtigen, daß die Möbelmesse als reine Fachmesse eine dem allgemeinen Publikum ver­schlossene Deranstaltung darstellt.

Gleichzeitig mit derSüdwestdeutschen Möbel­messe" wird vom 18. bis 21. September imDach­saal" des Messegeländes die Wanderausstellung Arbeitssih und Arbeitstisch" gezeigt werden. Diese Wanderausstellung geht auf die physiolo­gischen Grundlagen der 3nanspruchnahme des Körpers durch die Arbeit ein, zieht die Schlüsse für die Arbeitshaltung des Körpers und zeigt Beispiele der Arbeitsplatzgestaltung. Gesundheits­gemäße und wirtschaftliche Gesichtspunkte berüh­ren sich hier auf das engste, und es wird hiermit Arbeitgebern und Arbeitnehmern ein besonderer Dienst getan, wenn ihre Aufmerksamkeit auf diese Zusammenhänge und deren praktische Löfungs- möglichkeiten gelenkt wird.

* Der deutsche Außenhandel im 21 u g u ft. Die Einfuhr, die im August 331 Mil­lionen Mark beträgt, ist gegenüber dem Dormo­nat um 35 Millionen Mk. zurückgegangen. Den stärksten Anteil an diesem Rückgang haben mit einer Abnahme um 24 Millionen Mk. die Le­bensmittel. Die Ausfuhr beträgt im August 428 Millionen Mk. und hat gegenüber dem Maier- Sebnis um 2,5 Millionen Mk. abgenommen. Einem Rückgang der Fertigwarenausfuhr um 5 Millio­nen Mark steht dabei eine Zunahme der Lebens­mittelausfuhr um 2,5 Millionen Mk. gegen­über. Die Handelsbilanz schließt im August mit einem Ausfuhrüberschuß in Höhe von 97 Millio­nen Mk. gegenüber 65 Millionen Mk. im 3uli ab.

* D i e Der k a u fser l ö se der Land­wirtschaft. Die Einnahmen der Landwirt­schaft aus dem Derkauf ihrer wichtigsten Pro­dukte sind nach dem Wochenbericht des 3nstituts für Konjunkturforschung im abgelaufenen Wirt-

Noch ein Sieg der Inder.

Ungarn Indien 0:5 (0:1).

Das neunte und letzte Spiel ihrer Europareise absolvierten die indischen Hockeyspieler am Donners­tag in Budapest. Sie schlugen die ungarische Na­tionalmannschaft überlegen 5:0 (1:0), nachdem sie in beiden Spielzeiten ein technisch und taktisch her­vorragendes Hockey gezeigt hatten.

Kurze Sportnotizen.

Wegen Vergehens gegen die Olm a - teurbeftimmungen schweben im Westdeut­schen Spielverband, wie jetzt bekannt wird, zahl­reiche Verfahren. Der WSD.-Vorstand soll auf dem Bundestag am 16. Oktober in Wiesbaden eine neue Aktion zur Einführung des Berufs» spielertums planen, und damit den reinen Ama- teurismus für die Masse der Vereine zu retten.

Mittwochs- Fußball: Fortuna Düssel­dorf besiegte in Köln Blau-Weih 6:1 (4:1), obwohl Hochgesang fehlte. Schalke 04 schlug ohne Czepan, Kuzorra und Röthardt Preußen Glad­beck 5:2. 3n England spielten Westbromwich Qllbion und Arsenal 1:1.

Rinner, der ausgezeichnete öster­reichische Mittelstreckler, ist von Los Angeles nicht zurückgekehrt, er will vorläufig in Amerika bleiben und auch dort starten.

Paovo Rurmi wurde bei seiner Rückkehr in Helsingfors von einer großen Menschenmenge herzlichst gefeiert, wobei zum Ausdruck kam, daß feine Landsleute dem Weltrekordmann trotz seiner Disqualifikation alle Sympathien bewahrt haben.

schaftsjahr infolge des Rückganges der Preise für Veredelungsprodukte stark gesunken. Die Ver­kaufserlöse für die wichtigsten landwirtschaftlichen Produkte betrugen schätzungsweise 1924/25: 7,59 Mrd. Mk., 1925 26: 8,13 Mrd. Mk., 1926/27: 8,59 Mrd. Mk., 1927 28: 9,44 Mrd. Mk., 1928/29: 10,30 Mrd. Mk., 1929,30: 9,75 Mrd. Mk., 1930/31: 8,89 Mrd. Mk., 1931'32: 7,27 Mrd. Mk. Bereits am Anfang des letzten Winters war geschäht worden, daß die Landwirte im Wirtschaftsjahr 1931/32 aus dem Verkauf der Produkte Ge­treide, Weinmost und Tabak etwa 6,6 Mrd. Mk. erlösen würden. Die jetzige Berechnung ergibt, daß sich die tatsächlichen Verkaufserlöse für diese Produkte auf etwa 6,7 Mrd. Mk. gestellt haben.

* Güterwagen st ellung bei de r Reichsbahn. 3n der Woche vom 25. August bis 3. September 1932 (6 Arbeitstage) sind bei der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft 601 716 Gü­terwagen gestellt worden gegen 683 508 in der entsprechenden Woche des Vorjahres (6 Arbeits­tage) und 580 303 in der Vorwoche (6 Ar­beitstage). Für den Arbeitstag im Durchschnitt berechnet lauten die entsprechenden Zahlen 100 294, 113 918, 96 716. Richt-rechtzeitig gestellt wurden 49 (7) Güterwagen.

* D ie Getreide- und Roggenmehl­bestände in Mühlen und Lagerhäusern sind im August durch Zugänge aus der neuen Ernte er­heblich gestiegen, die Weizenmehlbestände haben dagegen eine weitere Abnahme zu verzeichnen.

* Besserung der Geschäftslage in der Hanauer D i a m a n t i n d u st r i e. In der Ha­nauer Diamantschleiferei-Jndustrie ist ebenso wie in der belgischen eine wesentliche Besserung der Ge­schäftslage und des Beschäftigungsgrades zu ver­zeichnen. Der Tiefstand der Krise ist scheinbar über­wunden. In einer gut besuchten Diamantarbeiter- Bersammlung ist nun u. a. beschlossen worden, so­fort in allen Betrieben eine Erhöhung des Stück­preises von 5 Pfennig für alle Positionen zu for­dern. Gleichzeitig ist die Verbandsleitung beauftragt worden, an die Arbeitgeber zur Beseitigung der während der Krise eingetretenen ungünstigen Ar­beitsbedingungen heranzutreten.

* Be i der Gebr. - Stollwerck - QI®., Köln, ergibt sich für den 30. 6. 1932 nach Ab­schreibungen von 0,64 (0,67) Mikl. Mk. ein Rein­gewinn von 251 620 Mk., der auf neue Rechnung vorzutragen ist, da infolge des Sperrjahres eine Ausschüttung an die Aktionäre nicht gestattet ist. (Verlust i. V. 3,40 Mill. Mk.)

* Offene Worte eines Vergleich s- verfahrens. Dem Rundschreiben Rr. 18 der Aktuellen Steuerfragen, die von Herrn. Will, beeidigten Wirtschaftsprüfer und Bücherrevisor, und Leiter der Steuerberatungsstelle der Industrie- und Handelskammer Gießen heraus­gegeben werden, entnehmen wir folgendes: Die Bing-Werke in Nürnberg hatten beantragt, das

Wirtschaft.

Vergleichsverfahren über ihre Firma zu eröffnen. Das Amtsgericht hat diesen Antrag abgelehnt und das Konkursverfahren eröffnet. In dieser Begründung findet endlich einmal ein Vergleichs­gericht offene und klare Worte gegen eine größere Gesellschaft und gegen die Direktoren dieser Ge­sellschaft, von denen man wünschen möchte, daß solche Offenheit Schule machte und Prinzip bei unseren Vergleichsgerichten würde. Wörtlich heißt es in der Begründung:Das Gericht hat keine Bedenken, anzunehmen, daß die Dergleichs- schuldnerin ihren Vermögensverfall leichtsinnig herbeigeführt hat. Die maßgebenden Organe der Gesellschaft, die doch geschäftsgewandte Kaufleute sind, haben hier den wachsenden Vermögensverfall erkannt und hätten die Pflicht gehabt, rechtzeitig alles zu tun, um den späteren und stärkeren Vermögensverfall aufzuhalten. Die Schuldnerin erscheint um deswillen nicht als vergleichswürdig, weil sie trotz aller seit Jahren bestehender Ver­luste weiter gewirtschaftet hat, bis sie ihren Gläubigern nicht einmal mehr einen Erlabver­gleich mit der gesetzlichen Mindestquote von 30 Prozent bieten konnte, sondern die Liquida­tion des .Unternehmens anbieten muhte, aus welcher höchstens eine Quote von 15 Prozent aus eigenen Kräften der Vergleichsschuldnerin gesichert wäre." In diesem Zusammenhang wird in der Begründung noch darauf hingewiesen, daß in der Praxis der Vergleichsgerichte mehr und mehr die Anschauung durchdringt, daß ein Liquidationsvergleich, der nicht mindestens eine Quote von 30 Prozent den Gläubigern garantiert, eine Umgehung des Gesetzes bedeute und un­zulässig sei.

* D i e Firma Bingwerke AG. (Qlbtlg. Spielwaren), die sich bekanntlich in Konkurs be­findet, hat zur Aufrechterhaltung bzw. Fort­setzung der Spielwarenfabrikation unter der Firma Bing-Spielwaren eine G. m. b. H. gegrün­det, des weiteren eine G. m. b. H. unter der Firma Bing-Kühlschrank.

Frankfurter Abendbörse behauptet.

Frankfurt a. M., 15. Sept. Die Abendbörse war bei sehr geringen Umsätzen im Vergleich mit den Berliner Schlußkursen gut gehalten. Etwas In­teresse erhielt sich für einige Montanwerte, die bis zu % Prozent anzogen, ferner für AEG. mit plus % Prozent. JG.-Farben waren nur wenig ver­ändert, während Felten und Rhein. Elektro Mann- heim bis zu 1 Prozent nachgaben. Infolge der un­klaren innerpolitischen Lage herrschte Zurückhaltung, wohl auch wegen der uneinheitlichen Kursmeldungen von den Auslandbörsen. Im Verlaufe herrschte Ge- schäftsftille bei unveränderten Kursen.

Am R e n t e n m a r k t verstimmten Gerüchte über die Zinsfrage, die Unklarheit und Unsicherheit in den Markt brachten. Die Anregungen, die von der Mög­lichkeit von einer Diskontsenkung ausgingen, mür­ben dadurch aufgehoben. Das Geschäft war natur­gemäß sehr gering, und es bestand eher Abgabe- Neigung. Deutsche Anleihen waren gut behauptet, Altbesitz notierten etwas höher. Späte Reichsschuld­buchforderungen waren zu 62% Prozent offeriert. Im Verlause stellte sich dann eine Beruhigung ein, da man die Gerüchte für verfrüht und vage hielt. Rhein. Hyp. Bank, Goldpsandbriefe waren sogar weiter gesucht und % Prozent höher und so gesucht, auch späte Reichsschuldbuchforderungen zogen auf 62% Prozent an. Neubesitzanleihe 53%, Schutzge- bietsanleihe 4,45, 6 Proz. Rhein. Bank Gold, Reihe 18 bis 25, 73%, 3 Prozent Silber Mexikaner 3%, Reichsbank 129%, Buderus 39, Gelsenkirchen 40%, Harpener 77, Mannesmann 53%, Phönix 26 bis 26%, Stahlverein 20, Rheinstahl 69, AEG. 31%, Bekula 105%, Conti Gummi 101%, Licht und Kraft 86%, JG.-Farben 100, Lahmeuer 112, Metallgeseli- schaft 37%, Rhein. Elektro Mannheim 70, Hapag 18, Lloyd 19.

Es war feine Entführung.

WSR. Frankfurt a. M., 15. Sept. Dor einigen Tagen wurde die angebliche Entführung eines Schülers aus Frankfurt a. M. gemeldet, der von zwei Autofahrern in Friedberg aus­gesetzt worden sei. Wie sich nunmehr durch die Polizeilichen Ermittlungen herausstellte, hat der Junge die ganze Geschichte erfunden. Er wollte familiärer Verhältnisse wegen nicht mehr zu Hause bleiben und war deshalb zu Fuß nach Friedberg gewandert.

Wieder falsche 50-pfennigstücke.

WSR. Frankfurt a. M., 15. Sept. Im Be­zirk Groß-Frankfurt sind in den letzten Tagen wieder falsche 50-Pfennigstücke inerhebliche m Ausmaße aufgetaucht, die höchstwahrscheinlich auf dem Iuxplah in Umlauf gesetzt worden sind. Sie unterscheiden sich von den echten Stücken nur dadurch, daß sie sich durch einen Magnet nicht anziehen lassen, was bei den ech­ten Stücken der Fall ist.

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Zistern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont b o. H; Lombardzinsfuß 6 v. H.

Frankfurt a. M.

Schluß­kurs

Schluß!. Abend- börfe

Schluß­kurs

Schlußk. Mittag. bör(e

Datum

14.9.

15.9.

14.9.

15-9.

6% $rutidie Reichsanieche u.192.

67

67,75

67,5

67,75

b% chem.7%Dt. Reichsanl.v.iseii

78

78

78

77,5

byz% Doung-Antcihc von 1930 . Deutsche Aul.-Ablol.-Echulv mit

63,3

63,5

63,5

AuSlos.-Rechten......

53,9

53,9

53,9

53,5

Dcsgl. ohne Ausios.-Rechte . .

6% ehern 8%.t>eff. Voltsstaat 1929

7

6,75

6,8

6,75

(rüdaaljlb. 102%)......

Oberhelsen Provinz-Anleihe mit

62

62,5

62,75

63,25

Auslos.-Rechten......

Deutsche Komm. Sammelabl.

50,5

50

Anleihe Serie 1......

49,65

50

49,9

49,75

6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Banl

Goldvse. 15 unkündbar bis 1935 6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Banl

72,75

72,75

Goldvse 16 unkündbar bis 1936 5'/,% ehem. 4«/t% Franks.Hhp.-

72

72,5

Bank Miqu Psandbriese . . . b'/r% ehem. 4 k% Rheinische

78,13

78,5

HNV.-Banl-Ligu »Goldpse. .

79,4

79

6% ehem. 8% Pr. LandeSpsand.

brieianftai! Psandbriese R. 19

6% ehem. 7% Br. LandeSpsand-

71

71

71

71

briefanstall. Psandbriese R. io

70,5

4% Oesterreichische Goldreiue .

4,20% Oesterreichische Silberrentc

10

10

_

10

1,2

1,2

1,3

4% Ungarische Goldrente ....

7,45

7,45

7,5

7,45

4% Ungarische StaaiSrente v. 1910

7

6,8

4%% kcsgl. von 1913 ....

5,95

5% abgest. Goidmerikaner von 99

7

6,75

7

4% Türkische Zollanlethe von 1911

4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe

3,8

3,8

3,85

3,8

Serie 1.........

4

4,15

4,35

4,25

4% desgl. Serie II......

4

4.25

4,13

4,05

'% Rumän. vereinh. Rente V.1903

5,75

6,1

6

6,25

t'/r%Rumän.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente

10,25

11,4

10,5

11,5

5,4

5,5

5,5

5,35

r^% t. Anatolier......

18,75

18,75

19

18,4

Frankfurt a.M.

Berlin

Schluß­kurs

Schluß!. Abend- börfe

Schluß, kurs

Schluß!.

Mtltag- börsc '

Dalum

14.9.

15.9.

14.9.

15.9.

vamvurg-Amerua Pare. .

. u

18,75

18

18,25

18,13

Hamburg-Südam. Dampsschlsj

. O

Hansa Dampsschisj . .

. (

_

..

7g 75

Norddeutscher Lloyd ....

. (

18,9

A.G- sür Verkehrswesen Mit.

. 0

42?5

41 75

Berliner Handelsgesellschaft .

4

91

91

91.5

Commerz, und Prival-Bank .

O

56

56

Darmstädter und Nationalban

0

Deutsche Bank und

Diseonto-Gesellschast. . .

0

75,5

76

76

76

Dresdner Bank......

0

63

63

63

63

Reichsbank........

1!

130,25

129,5

130,5

129

A.E.G...........

. 0

32,75

31,75

33

31,25

Bergmann........

. 0

20,75

21

Elektr. LtescrnngLgesellschast.

5

70,5

71,9

69,5

72

Licht und Straft......

k

87,5

86,4

87,5

85,5

Felten & Guilleaume....

0

55,5

56,5

56

57,4

Gesellschaft für Elektrische

Unternehmungen ....

4

74,75

73,5

74,25

73,25

Rheinische Elektrizität . . .

SB

72

70

70,75

71

Schlickert & (So.......

c

77,5

78,25

77

Siemens L Halske.....

s

138

138,4

135,25

Lahmeher L (So.......

10

111,5

112

110

111,75

Buderus.........

3R,75

39

39 ?5

Deutsche Erdöl......

5

76,5

39^5

Gelsenkirchener......

8

38,65

40,75

38,4

40,75

Harpener.........

O

77,5

77

77,5

76,75

Hoesch Eisen........

6

36,5

36,5

Ilse Bergbau.......

10

_

133

131

Ilse Bergbau Genüsse . . .

RIocknerivcrke.......

6

_

34

34,5

34,5

Mannesmann-Rährcn . . .

6

55!

53,75

54,9

54,4

ManSselder Bergbau ....

0

22,5

24

23

23,75

Oberschlei. Kokswerke . . .

8

18.5

38,5

Phönix Bergbau

1%

26

76 75

75 75

25

Rheinische Braunkohlen . . .

IO

177

171,5

Rheinstahl ........

6

71

69

71

69,13

Frankfurt a.151.

Berlin

Schluß­kurs

Schlußk. Abmd- börse

Schluß, kurs

Schlußk. Mittag, börfe

Datum

14.9.

15.9.

14.9.

15-9.

Rtebcck Montan......

7,1

Bereinigte Stahlwerke . . .

. 0

20,25

20

20,4

19,65

Olavi Minen.......

0

16,75

16,75

Kaliwerke Aschersleben . . .

6

105

106

106

Kaliwerke Westeregeln . . .

6

112

112

Kaliwerke Salzdetfurth . . .

9

174,5

174,5

I- G. Farben-Industrie . . .

7

101

100

101,25

100,13

Scheideanstalt.......

10

135,25

135,5

Goldschmidt........

. 0

28,9

29

28

28,5

Rülgerswerke.......

. 0

37.75

38

37,5

37,5

Metallgesellschaft......

o|

36

37,5

36

37,5

Philipp Holzmann.....

Zementwerk Heidelberg. . .

Cementwerk Karlstadt. . . .

. 0

53

53,5

53

53,25

. 4

. 0

53

52,5

Waytz & Freytag.....

. 0

5

4,75

6

Schultheis Patzenhofer . . . Aku (Allgemeine Kunstseide)

0 0

56,5

54,5

55,5

56,25

55

54,65

Bemberg.....

0

66,5

65,5

66,5

65

Zellstoff Waldhos ....

0

41,75

40

Bellftoff Aschaffenburg . . .

Dessauer Gas ....

0

28,5

92 19,75

43,5 35,65 46,75,

28,25

91,75

19,75

43,5

35,5

47

Daimler Motoren . . .

20

44

Deutsche Linoleum . . .

Orenstein L Koppel . . . .

Leonhard Tietz.....

SvenSka......

. 0

. 0

0

12

44-

45,5

Chade..... .

178.5

175,5

Frankfurter Maschinen .

. 0

-

Gritzner . . .....

Mainkras: weile Höchst a. M.

. 0

24,5

25

25,5

Süddeutscher Zuck« . . . ,

136

-

126

124,5

Devisenmarkt Berlin Frankfurt a.2R.

14-September

15. September

Amtliche Notierung

Veld | 25riei

Amtliche Notierung

Geld | 2ries

HelsingsorS . Wien. . . . Prag . . . Budapest. . Sofia . . . Holland . . Oslo.... Kopenhagen. Stockholm London. . . Buenos Aires Neuyork . . Brüssel. . . Italien. . . Paris . . . Schweiz . . Spanien . . Danzig. . . Japan . . . Rio de Ian.. Jugoslawien. Lissabon . .

6,304 51,95

12,465

3,057 169,28

73,68 75,97

75,12 14,66 0,913 4,209 58,31

21,62 16,49

81,23 33,87

81,97 0,989 0,314

6,493

13,36

6,316

52,05

12,485

3,063

169,62

73,82

76,13

75,28

14,70

0,917

4,217

58,43

21,66

16,53

81,39

33,93

82,13

0,991

0,316

6,507

13,38

Sanfnoten.

6,304 51,95

12,465

3,057 169,28

73,63 75,87

75,02 14,64 0,913 4,209

58,31

21,62 16,49

81,23 33,87 81,87 0,989 0,311 6,493

13,34

6,316 52,05

12,485

3,063 169,62

73,77 76,03 75,18 14.68

0,917 4,217 58.43 21,66 16,53 81,39 33,93 82,03 0,991

0,313 6,507 13,36

Serlin, 15. September

Geld

Brief

Amerikanische Noten.......

Belgische Noten.........

Dänische Noten.........

Englische Noten.........

Französische Noten........

Holländische Noten........

Italienische Noten.......

Norwegische Noten........

Deutsch-Oesterreich, i 1OO Schilling

Rumänische Noten........

Schwedische Roten........

Schweizer Noten.........

Spanische Noten. ........

Ungarisch« Noten.....

4,20

58,15

75,70 ' 14,60

16,45

168,91

21,56

7345

2,49

74,85

81,05

33,73

4,22

58,39

76,00

14,66

16,51

169,59

21,64

73,75

2,51

75,15

81,37

33,87