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Oie neuen Zinssätze.

Berlin, 14 Mär, (WTB.) Bei den unter dem Dorfitz de- Banllommissar- im Zentralen KredttauSschuß geführten Derhandlungen über eine Abänderung de - Haben-Normal- zin-fuhe - im Anschluß an die Di-kontermäßi- aung wurde eine Reihe von Zin-sätzen vom Rormalzin-fuß gelöst. Für täglich fällige Gelder fallen, in provifion-freier Rechnung höchsten- 3L Prozent berechnet werden. Dabei bleibt e- den örUichen Kreditau-schüssen über­lassen, die Sähe nach ihrem Qrmcllen nach unten seftzulegen Für Kündigung-gel- der sollen generell folgende Sah« bi- auf wei- terc- gelten Kündigung-gelder von 1 bi- aue- schlteßllch 2 Monaten höchstens 4 5 Prozent, von 2 Monaten und mehr höchsten- 5 Prozent, für feste Gelder von 31 die 01 Loge einschließlich 5,25 Prozent von 62 bi- 364 Tage 5.75 Prozen« Zusammensaffend kann gesagt werden, daß die Zin-spanne bei den De. nken um ein gute- halbe« Prozent gekürzt worden ist. Bezüglich de- Sparkafsenzin-fußeo durste eine Entscheidung noch im Lause d»escr Woche fallen zu welchem Zwecke der Banl- kommifsor mit dem Bankenkuratorium Fühlung nehmen wird. Der Habcn-Zin-suß bei den Spar- kaffen bleibt daher vorläufig noch 4 Prozent

Der Aeich-kommilsar für da- Bankgewcrbc bat nach einer im heutigen ^Aeich-an-eiger' ver­öffentlichten Bekanntmachung den Beschlüssen de- Zentralcn KrebitausschusseS in der Frage der Zin-sähe für hereingenommenc Gelder zugestimmt.

Der Großhandelsindex Die vom Statistischen Reichsamt für den 9. März berech­nete Großhandel-inderzisser ist mit 100.2 gegen­über der Dorwoche um 0,4 v. gestiegen. Die 51nde»tssern der Hauptgruppen lauten. Agrar- stosse 97,0 (pluS 1.1 v H), Kolonialwaren 90.6 «plu- 1,1 v. Sy i, industrielle Rohstoss« und Halb» waren 90,7 «plus 0.1 v. H>. und industrielle Fer­tigwaren 121,1 lminu- 02 v. H ), Produktion-» mittel 119,8 lminu- 0,1 v H), Konsumgüter 122,1 lminu- 0.2 v. H)

3erhn widetfiLndssahia, später lebhafter.

Berlin, 15. März. (WTB. Funkspruch) Die heutige Börse setzte - etwa den Schätzungen drS Dormittag« entsprechend auf ermäßigter Da­li- ein. Die Kurse lagen verschiedentlich - bi- 2 Prozent unter denen von gestern abend, die Stimmung war aber trotzdem al- recht wider- 'tandSfähig zu bezeichnen, da diese Abschwä­chungen in keinem Verhältnis zu den starken Rückgängen am Schlüsse der gestrigen Neuhorker B^rsc standen. Austräge lagen bei den Banken weder auf der Kauf-, noch auf der Derkansfeite m nennenswertem Umfange vor. fo daß sich das Seschäft hauptsächlich innerhalb der Ku.isse ab- lpielte Biel Beachtung fand die stärkere ßrbp- lunfl der Lvenska-Aktie, die ansang- etwa b Mk. und im Verlaufe unter Schwankungen weitere 9 Mark betrug. Auch Äeich-bankante le lagen vor der Dividendenerklärung bemerken-wert fest und ziemlich lebhaft Farben neigten dagegen zunächst weiter zur Schwäche. Auch an den übrigen Märkten waren die Kurvveränderungen gegen fleftem mittag verhältnismäßig klein. Eyade- aktien lagen etwa« sester. auch Siemen- waren leicht gebessert, dagegen büßten Rheinstahl und Lchuckert ic 1,5 Proz^ ein. 3m Verlaufe wurde da- Deschäst, vom Markt der AeichSaan'anteile lu-gebenb, allgemein lebhafter. Diese zog n bei größeren Umsätzen etwa 4 Proz. an. Svensia blieben von der Arbitrage gefragt, so daß der Kur- weiter unter Schwankungen anzog. Die Aktien der Deutschen Zentralnoterk.cdit ton dagegen ern'eut 1,5 Proz. ein. Auch Farven waren im Verlause etwa- stärker beachtet, da man da- nut rechnet, daß nach dem Tode de- Photosönig» George <3 a ft m a n n , die Möglichkeit für eine Einigung zwischen der deutschen und der ameri- lanischen Photoindustrie größer geworden sei. Auch wurde der inzwischen bekanntgewordene deutsche Außenhandel für Februar, obwohl er nur einen Ausfuhrüberschuß von 86 Mil­lionen ausweist, eher günstiger beurteilt. Von Kaliwerten waren Winter-Halt nach schwächerem Beginn im Verlause bemerlemStoert gut gehalten. Auch Berliner Licht L Kraft und Siemens tonn­ten mehrere Prozent gewinnen. Julius D.rger erhöhten sich um 4 Proz, und die ReichSbank- inteilc erreichten mit 6 Proz. über Anfang einen neuen Höchstkur-

Am Pfandbrief markt schien zuerst weiter Angebot zu bestehen, und die Kurse wurden wie­der 0.25 bi- 0,50 Proz. niedriger genannt. Später zeigte sich aber, daß die Tendenz der Anlage- verte ebenfalls recht wider st andsfähia war. deutsche Anleihen lagen bebautet, Reichcschuld- biubforberungcn nach ruhigem Beginn, befo. der- ür späte Fälligkeiten, fester. Don Auslandrenten neigten Türken und Ungarn zur Schwäche. Für öiquidationSpsandbriese und 3nbu1trieoMiia'.io- nen bestand eher etwa- Nachfrage.

Die Geldmarktlage blieb weiter angc- 'pannt, Die Sähe erfuhren heute zum Medio keine Veränderungen.

Sronffurf im Verlaufe befestigt.

Frankfurt a. M.. 15. März. (WTB.Draht- neldung.) Nachdem an der Abendbörse durch klein« Deckungen der Kulisse überwiegend Kur-besserun- gen eingetreten waren und sich allenthalben eine Beruhigung in Nachwirkung de« Wahlresullat- .icmcrfbar gemacht hatte, war im vorbbr-lichen Berkehr eine schwächere Stimmung unverkennbar. Da an der Neuyorker Börse gegen Schluß doch ein erheblicher Kurssturz infolge der Kreugervor- jängc zu verzeichnen war und auch die kontinen- alen Börsen sehr schwache Kurse gebracht hat­ten. nahm die Spekulation wieder Realisationen or, zumal auch von auhenher etwa« Angebot in Lrscheinung trat, das nur auf ermäßigter Baß- Ausnahme fand. So ergaben sich bei Beginn der rfsiziellen Börse meist Rückgänge von 1 bi- 2 Prozent. Später setzte sich jedoch wieder eine kräf­tige Befestigung durch, die ihren Au-gang ?om Reichsbankmarkt nahm, an dem auf gün- tige Dividendenhossnungen eine Erholung von l Prozent eintrat. Die Spekulation schritt wieder ju Rückdeckungen, und bei etwa« lebhafterem De- chäst ergaben sich auf den meisten Marktgebieten verwiegend Besserungen bis zu 1 Prozent. 3m Mittelpunkt des 3nteresses standen dabei 3.-D - ^arben, die 1,50 Prozent anzogen. Am Elektro- narkt stellten sich die Kurse um 1 bi- 1,50 Proz. wher, auch Kaliaktien sowie am Kunftseidemarkt Aku zogen um zirka 2 bis 3 Prozent an. Mon­tanwerke lagen mit Ausnahme von Gelsenkirchen,

die bei regerer Nachfrage 1 Prozent gewannen, nur unwesentlich verändert. Höher lagen ferner Scheldeanstalt, Zement Heidelberg. Zellstoff Wald» hvf und Schissahrt-werte. Bankaktien blieben hin­gegen nur gehalten. Stark erholt tagen Svenfka, die etwa 15 Mk. höher genannt wurden, auch Lhade zogen zirka 5 Mk an

Am Rentenmarkt biteben Gold- und Li» quidationspsandbriese meist unverändert, wäh­rend Anleihe-Altbesitz und Reich-schuldbuchsorde- rungen. sowie 3.-G - Farben-Bonds bi- zu 1 Proz. fester lagen. Don Au-land-renten tendierten Tür­ken und Anatolier eher schwächer.

3m Verlause blieb die freundliche Stim­mung erhalten, das Geschäft wurde aber merk­lich ruhiger. 3 -0 -Zarbeit und Reich-bank ge­wannen erneut 1 bzw 1.50 Prozent

2ün Geldmarkt war Tage-geld trotz de- Medio leichter, und der Sah wurde auf 6 Proz. ermäßigt

Devisenmarkt Berlin Frankfurt a. M.

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169,46 22,11

82,58

2,49 82,33 81.41 32.24

4.22 58.77 84.17 15.27 16.59

170.14 22.19 82.92

2,51 82.67 81,73 32.36

Reldjsbanfblsfont 6 Pro;. Lambardfah 7 Pro;.

HinDermarft in Gießen.

Auf dem heutigen Rinder - Nutzviehmarkt standen 728 Stück Großvieh, 101 Fresser und 151 Kälber zum Berkaus Es wurden notiert: Milchkühe oder hochtragende Kühe II. Qualität i 300 bi- 420 Mk-, (2. Qualität) 200 bi- 300 Mk.. (3. Qualität) 100 bt- 200 Mk.: Schlachtkühc 60 bis 250 Dl : Rinder (halb- biS dreivierteljährig) 70 bi- 140 Mk.. (dreiviertel- bis zweijährig) 100 bis 200 Mk. ltragend) 150 bis 320 Mk : Kälber (daS Pfund Lebendgewicht) 20 bis 35 Pf Markt- vcr lauft Fahrkühe und tragende Rinder ge­sucht. Ausverkauft.

Frankfurter vtermarkt.

Srantf urt a. QH., 12. März. (WTB.) Die Pretse am Frankfurter Eiermarkt blieben wäh­rend der ganzen vorigen Woche gut behauptet. Die Hmfatjtätiflfcit hielt sich jedoch wegen der schwachen Nachfrage de« Konsum- weiterhin in sehr engen Grenzen. Die deutsche Produktion zeigt keine nennenswerte Zunahme, während das Aus­land steigende Zufuhren bringt. Es notierten in Pf. per Stück ab Idco Sranhurt; Bulgaren 7.00 ui5 7,50, Holländer 7,50 bis 9,00, Flandern 7,50 bis 8.00. Bayern 6.50 biS 7,00, deutsche Frisch­eier 7,50 bis 8,75, alle- übrige nicht am Markt.

Oberbeffen

Bürgermeisterwahl in Büdingen.

Büdingen. 15. März. In der gestrigen © e meinderatssitzung wurde der Berufs- d ärger rn ei st erfür Büdingen gewählt. Don 23 Bewerbern wurde der bisherige Beigeordnete Steuerinspektor Cinil Di einer in geheimer Wohl mit neun geaen sechs Stimmen zum Bürgermeister gewählt. Der neue Bürgermeister steht im Alter von 43 Zähren. Er ist gebürtiger Büdinger und be- kleidet leit dem Jahre 1929 das Amt des Beigeord­neten. Er wird am 1. April sein Amt antreten.

tfnujirc.e Kietze».

O Hol-Heim, 14. März. Der Krieger, verein hielt dieser Tage feine 58. 3ahreshaupt- versamwlung ab. Nachdem der 1. Vorsitzende, Wilh. Lau? i. die Mitglieder begrüßt hatte, er­stattete der Vereinsrechner. Karl 3 u n g 11., den Kassenbericht. Die Einnahmen betrugen im Vor­jahr 356 Mk.. die Ausgaben 277 Mk., somit der äleberschuß 79 Mk. Dem Rechner wurde Ent- laftung erteilt. Wiederum konnten neue Mitglie­der ausgenommen werden, so daß der Verein jetzt 83 aktive Mitglieder zählt. Einstimmig wurde be­schlossen, alle Kameraden, die über 50 3ahre dem Verein angehören, zu Ehrenmitgliedern zu er­nennen. Es sind dies zur Zeit folgende: Konrad 3 u n g XIII., ®g. H Grieb, 3ak. Laux li. Wilh. Ze i ß 11.. Mart. Reitz. 3oh. Schnei der I.. 3af Zeiß IV., 3oh. Jung V.. Pete. M. 3ung. Ter Vorstand setzt sich nach der Neu­wahl auS folgenden Herren zusammen: 1. Vor­sitzender Wilh. Laue L, 2. Vorsitzender: Konr. 3 u n g I., Rechner: Karl 3 un g II., Beisitzer: Bürgermeister Buß, Kl. Buh, Hch. Wetz 111., K. W. Grieb, B. W. Grieb. H M. Kuhl.

Grünberg. 14. Mär». Am Sonntagnach- mittag veranstaltete die hiesige Oberreal­schule eine S ch u l s e i e r in der Turnhalle, die sehr gut besucht war. Oberstudiendirektor H ü t h- w o h I hielt die Begrühung-anfprache und er­läuterte den Zweck der Deranftaliung. Mit großem Beifall wurden die Gedichte, teil- ernsten, teil- heiteren 3nhalteS, die Ehorgefänge und die Musikvorträge des Schülerorchesters aufgenom- men. Diel Heiterkeit erregten auch die verschieden­artigen Darbietungen eines .Zirkus".

Kreis Büdingen.

]:[ De rgheim. 14 QHärj. ilnfer früherer Lehrer Kr aufch, jetzt in Gießen, sprach hier in einer Versammlung der Erwerbslosen als Skrtrctcr des 3ungdeutschcn Ordens über den freiwilligen Arbeitsdienst. Lehrer

Kraufch zeigte in seinem Dortrage die Mög­lichkeiten des Einsätze- der Freiwilligen zu ac- meinnützigen Arbeiten. Ferner sprach er über die notwendigen Siedlung-bewegungen. die im großen Stile durchgesührt werden müßten Die Gemeinde will den entsprechenden Antrag aus Einsatz einer freiwilligen Arbeit-kvlonne stellen, da sich bereits eine große Anzahl von Arbeit-- willigen zur 'Verfügung gestellt hat

Miete Alsfeld

Ober Ofleiden. 14. März. Rach alter Sitte veranstaltete der Gesangverein auch in diesem 3ahre einen Familienabend für seine Mit­glieder und deren Angehörige Nach den Begrü- tzung-worten de- Verein-vorlitzenden und einem Lied folgte etn Vortrag von Pfarrer Geiß über da- Dolk-lled. Den weiteren Derlaus de- Abend­verschönten gefängliche und musikalische Darbie­tungen. 'Besonderer Dank gebührt stud. phil. Er­win Müller, der durch eine Auswahl gcbie- gener Musikstücke die Zuhörer erfreute. Bei Kaffee und Kuchen, für die die Frauen de- Verein- Sorge getragen hatten, und gemeinsamem Gesang alter Volkslieder blieb man noch lange bei­sammen.

Erweitertes

Schöffengericht Gießen.

' Gießen. 11. März. Ein junger Arbriter aus Obcrbcffcn, der in seiner geistigen Entwicklung zu­rückgeblieben ist, Hal sich im Sinne des § 17b Zisf. 3 SlitzB Vornahme strafbarer Handlungen gegen­über Kindern unter 14 Jahren vergangen. Das Gericht sah ihn als überfuhrt an. Da auch der ärzt­liche Sachverständige ihn als wenn auch vermindert verantwortlich begutachtete, verurteilte ihn das Ke- r'.l)i unter Annayme mildernder Umstände |ü dei gesetzlichen Mindeststrafe von 6 Monaten Ge­sa n g n i * Bezüglich 5 Monaten wurde bedingter Strafaufschub gewährt und die Bewährungsfrist auf 3 Jahre festgesetzt.

Wegen des gleichen Verbrechens hatte sich ein anderer Arbeiter zu verantworten. Er war bereits einschlägig vorbestraft. Der Staatsanwalt befür­wortete nochmals mit Rücksicht auf Jein Geftänd- nis mildernde Umstände. Anderseits muffe aber im Jnteresie eines wirkfamen Schutzes der Jugend in diesem Falle ein« höhere Strafe eintreten. Do- Gericht erkannte auf die beantragte Strafe von 1 Jahr Gefängnis. Der Verurteilte erkannte die Strafe an.

Ein junger-Spengler war der fahrlässigen Tötung angctlagt. Er fuhr abends nach Eintritt der Dun- kclheit mit einem Handkarren, auf dem ein« 6!» Meter lange Leiter verladen war, die Landstraße bei Mücke entlang. Er hatte weder an dem Fuhr­werk, noch an der Leiter ein« brennende Laterne angebracht. Ein Autofahrer, der nach der Beweis­aufnahme durchaus nicht zu rasch fuhr, stieß mit der Leiter zusammen, so daß er sich am Leib «ine Verletzung zuzog und in der hiesigen Klinik an innerer Verblutung verstarb. Staatsanwalt wie Gericht hielten eine Fahrlässigkeit für vorliegend. Rach Lage der Umstände, bei der Dunkelheit und dem dem Angeklagten bekannten starken Verkehr auf der öffentlichen Straße hätte er für ausreichende Beleuchtung sorgen müssen. Das Gericht erkannte an Stelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe von 15 Tagen auf eine Geldstrafe von 150 Mark.

Eiraskammer Gießen.

Gießen, 11. März. Sin Mehgeracfelle von Lauterbach war am Tage der hessischen Land­tag-Wahlen mehrsach von politischen Gegnern dn- gerempclt und bedroht worden. Er steckte daher, als er abends mit Freunden au-ging. ein sog. Schabemesser zu sich, um sich gegebenensalls hier­mit verteidigen zu können. Er geriet wieder in eine Balgerei und hierbei wurde festgestellt, daß er daS Messer bei sich trug. Da es nach § 1 des Wafsenmißbrauchgesetzes vom 28. März 1931 ver­boten ist. außerhalb der Wohnung eine Hieb- oder Ltoßwasse zu sühren, wurde er von dem Amtsge­richt zu 3 0 M k. Geld st rase verurteilt. Einen Verstoß gegen § 3 diese- Gesetze-, wonach mit mindestens 3 Monaten Gefängnis bestraft wird, wer gemeinfam mit anderen zu politischen Zwecken an öffentlichen Orten bewaffnet erscheint, nahm das Gericht aus tatsächlichen Erwägungen nicht an. Die Straskammer bestätigte das Urteil.

DaS Amtsgericht Gießen hatte einen Arbeit­geber und einen Arbeitnehmer weaen Betrugs- versuch- bestraft, weil letzterer unter Vorlage einer von dem Ersteren im beiderseitigen Einverständ­nis falsch ausgestellten Arbcit-bescheinigung Ar- beitSlosenunterstüyung beantragt hatte. Nach Ver­nehmung einiger Zeugen hob die Strafkammer das Urtcil auf. da nicht sestgestellt werden konnte, daß vorsätzlich sallche Angaben gemacht waren. Der Arbeitacoer erhielt iedoch eine Geldstrafe, da auch die fahrlässige falsche Ausstellung einer Ar­beitsbescheinigung mit Strafe bedroht ist.

Sinern inzwischen verstorbenen Bäckermeister an­der Büdinger Gegend waren in den 3ahren 1926-27 mehrfach Geldbeträge aus dem Kassenfchrank ent­wendet worden. Ein früheres Dienstmädchen ge­riet in den Verdacht der Täterschaft, wurde nach umfangreichen Ermittlungen angeklagt und opn dem Amtsgericht Büdingen wegen Dieoslahls ver­urteilt, ebenso seine Mutter wegen Anstiftung hierzu. Die heutige Beweisaufnahme dauerte meh­rere Stunden: sie sand teilweise unter Ausschluß der Öffentlichkeit statt, da Einwendungen gegen die Glaubwürdigkeit der Hauptbelastungszeugin ISchwester der einen und Tochter der anderen An- gellaflien) eingehend nachgeprüft wurden DaS Gericht sprach schließlich beide Angeklagte - r c t, da trotz schwersten Verdachtes ein völlig einwandfreier Beweis für ihre Täterschaft nicht geführt worden sei.

Amtsgericht Gießen.

3m Strafprozeß ist die Veranstaltung von Augenschein-tcrminen von besonderer Bedeutung. Fraglos gewinnt durch sie die Recht-sicherheit. So sind in Verkehr-Prozessen Lokaltermine gang und gäbe, da in ihnen die einschlägigen Vorgänge durch Beteiligte und Zeugen weit besser veran­schaulicht werden können, al- im Sitzungssaal. 2lber auch in anderen Prozessen wird dem Rich­ter durch derartige Termine die Entscheidung über die Schuldfrage wesentlich erleichtert. So sollte auf einem Gießener Viehmarkt bzw auf dem ZusahrtSwegc zu demselben der Standort eines Stück Viehs sestgestellt werden, daß der An­geklagte vorfchriftswidrig ungeimpst auf den Markt gebracht hatte, da dieser behauptete, das Vieh habe sich abfetts vom Markt befunden, es sei gar nicht für den Markt, sondern für das Schlacht- Hau- bestimmt gewesen. Durch einen Augen­schein wurde der Richter allem Zweifel über die Schuld deS Angeklagten enthoben und dieser we­

gen Vergebens gegen da- Derficherung-gefeh eine namhafte Gcldstrase genommen

3n einem Nachbarort hatte ein Arbeiter ein von der kommun'.stllchen Ortsgruppe herau-gege- bene- Flugblatt politischen Inhalt- verkauft, ob­wohl batklbe den, Kreisamt nicht vorgelegt wor­den war. Dem Verbreiter de- Flugblattes halte angebltch ein prominenter Angehöriger der Partei versichert, dem Derkause stände nichts entgegen. Selbst wenn eine derartige falsche Be­lehrung stattgcfunden hat, hatte sie dem Ange­klagten nicht» nutzen können, denn es war feine Pslicht. zuverlässigere Informationen einzuziehen. Mindestens hat er fahrlässig gehandelt. Degen Vergehen- gegen die Paragraphen 10 und 11 der Verordnung de- Herrn ReichSprafidenten zur Be­kämpfung von politischev Ausschreitungen vom 28 März 1931 erhielt der Angeklagte eine Geld­strafe von 10 Mk. die im Üneinbringlichkeit-- salle mit 3 Tagen Gefängnis zu verbüßen ist

6m faumiger Schuldner wurde von seinen Gläu­bigern im wahren Sinne des Worte- aus der Landstraße hart bedrängt Beide fuhren in der­selben Richtung und letzterer drängte sich nrtt seinem Motorrad von hinten dicht an da- Fahr­rad feine- Schuldner- heran, indem er die Be­gleichung seiner Rechnung forderte, fo daß die­ser. wollte er nicht zu Fall kommen, absteigen muhte und die Flucht ergriff. Sin andermal fuh­ren beide auf der Landstraße sich entgegen. Al­der Angeklagte seinen Schuldner wahrnahm, ver­lieh er seine Richtung und steuerte nach der an­deren Leite zu, aus der sich dieser befand, offen» sichtlich in der Absicht, mit diesem wegen feiner Forderung anzubendeln. Der Schuldner vermied aber jeden Zusammenstoß. Der Angeklagte hat durch sein Verhalten Verkehr-vorschriften ver­letzt und diese Verletzungen trugen ihm eine emp- sindliche Geldstrafe ein, deren Betrag die For­derung an feinen Schuldner weit überstieg.

Berufung im ^odheimcr Landfnedensbruchprozeß.

WSR. Marburg. 14 März. Am Abend des 11. August v. 3. kam e- in Rodheim an der Bieber zwischen Reich-bannerleuten und R a t i o n a 1 s o z i a l i st c n . welche in Richtung Bieber durch Rodheim marschierten, au einem schweren Zusammenstoß, wobei einige National­sozialisten stark verletzt wurden Diese Angelegen­heit hatte zur Folge, daß Ende Oktober v. 3. nach dreitägiger Verhandlung von elf Angeklagten drei Reich-bannerleuie zu sechs bzw. drei Mo­naten Desängni- verurteilt wurden. Degen diesen Gerichtsentscheid hatten die Verurteilten Beru­fung eingelegt, die jetzt vor der hiesigen Großen Strafkammer zur Verhandlung kam. Die An­geklagten bestritten jede Beteiligung an der Lechlägerei. Die Verhandlung, zu der fünfzehn Zeugen geladen waren, endete damit, daß zwei Angeklagte, die wegen schweren LandsriedenS- bruchS je sechs Monate Gefängnis erhalten hat­ten. wegen einfacheit Landfrieden-bruch- z»i j c drei Monaten Gefängnis verurteilt wurden. Die Berufung de- dritten Angeklagten wurde verworfen.

Briefkasten ver TMoftion.

(IHcdjtsgutadjten find ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung)

S.L. h. Die Stadt zahlt, nach unseren orkundi gungen, für das Straßengelande denselben Wert mit für das angrenzende Baugelände. Können sich die Stadtverwaltung und der Grundstiickseigentünier nicht einigen, dann wird in der '.Hegel das Enteig­nungsverfahren eingeleitet und der Wert von der Lokalkoinmisfion festgesetzt. Die Strahenbaukosten (Selbstkosten) werden auf die Anlieger umgelegt und auf den lausenden Meter Frontlanae ausgeschlagen. Die Straßenbaukosten setzen sich zusammen aus Ge- länveerwerbskosten (ohne Zinsen), zuzüglich des Straßenausbaues. Uebcr alle weiteren Fragen in dieser Hinsicht kann Ihnen das Tiefbauamt Auf- schluß geben.

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5. Klasse 38. Preußlsch-Luddcullqe (264. Preuh.) vlaals-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten

28. Ziehungstag 11. März 1932

3n der heutigen Donnittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen

*ttoinn. m 26000 an. 274837 382674

6»sinn. |u 10000 OIL 69870 187015 162285

6 »ttpuin. |i 5000 OIL 64366 123821 314416

16«Blnnt 3000 an. 26983 49720 106756

152852 218077 243598 246909 371277

66 »«eten. fu 2000 OB. 12385 15859 28500 31316 35626 47380 51089 60110 120982 124011 146602 149200 169838 184074 198689 199034 204836

212227 222482 226978 227960 254514 281806

291037 311521 333790 333965 347419 352718

368970 370617 373361 382156

124roln.e ,» 1000 <HL 3160 20565 31907 87073 45147 47259 49486 49846 66929 58197 64585 65929 67270 84236 92589 104800 107087 114940 116766 119139 119649 125557 141083 145769 153966

160698 169382 171315 190749 191483 211875

213316 219837 225350 227057 235489 239290

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385599

200 »rannt m 500 OB. 2574 5395 7889 8621 10141 19922 20392 30245 31097 31898 33172 39293 39311 39518 39588 39816 401 12 43506 46041 52592 54265 62478 6412 / 65849 75407 81536 92272 93531 95034 100603 103565 111469 118560 131204 133595 134197 135039 136703 138874 140180

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387497 392581 393281 394570 398668 399546

3n der heutigen Nachmiltagsziehung wurden Gewinne

NachmUiagsz über 400 M.

gezogen

2 ersrtnet pi 10000 245700

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H Vcw.nnt ,» 5000 M. 341621

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------- ----- ------ ----------- 398617

70 ro 1000 m. 35152 37825 38143 47547

76670 ------ ----- ----- ------ ------