Scharen von Spaziergängern auf dein Wartweg und der Gaffky- und de«- Slbubert-Straßc treffen, die dem naben Bergwertswald zustrebten oder sich auf dem Heimweg befanden. Die Genesenden der SUiniten, die noch keine größeren Spaziergänge aus- führen konnten, oder das Pflegepersonal, denen es an Leit mangelte, ergingen sich am liebsten innerhalb des Vierecks Wartweg-Lchubert-Stra^e. Nachdem diese Straßen nun durch die Baufuhrwerke ausgesahren und ungangbar geworden sind, sind diese Spaziergänger verschwunden. Man kann sehr oft beobachten, daß sich Passanten beim Anblick der schlechten Wege wieder in die Stadt oder in die Kliniken zurückbegeben. Es liegt daher ein dringendes Bedürfnis für die Derbesfcrung dieser ctrü&cn vor. Ein vollkommener Ausbau kann ja mit Rück- sicht' auf die schwierige wirtschaftliche Lage zurück- gestellt werden. Die Verbesserung der Straßen durch Schotter und die Anlage von einfachen Bürgersteigen mittels Schlacken und Kies dürfte aber vorerst schon genügen. K.
Aus der proviuziathaupifladt
stützen.
Bornotizen.
Buntes Allerlei
Reportage im dunkelsten Australien.
Tagung der Handwerkskammer
re hat seit
Dorgürten sind und unmittelbar wider den Fuß- steig der Südanlage stoßen. Die Sicht in die Straßen wird dadurch wesentlich beeinträchtigt. Der Unfall hatte keine schlimmen Folgen. Der aus Pommern kommende Autofahrer verfiel in eine Geldstrafe von 10 Mark.
— Aus dem Stadt tha t erbureauwird uns geschrieben: Morgen, Dienstag, als 7. Vorstellung im Dienstag-Abonnement, Wiederholung des Schwankes „5)er Raub der Sabinerinnen". von Paul von Schönthan. Spielleitung dieses Schwankes, der in völlig neuer Inszenierung auf dem Lpielplan erscheint, hat Karl D o l cf. Anfang 20 Uhr: Ende 22.15 Uhr. Gewöhnliche Preise. — Das Mittwoch-Abonnement fällt in dieser Woche aus. Statt dessen sieht der Spielplan für Mittwvchnachmittog eine letztmalige Wieder- holung der berühmten Lokalposse: „Set Tatterich" von Riebergall mit Heinrich Hub als Dat- terich vor. Diese letzte Aufführung ist als Volks- Vorstellung ongcsetzt, um bei ganz kleinen Preisen federn Theaterfreund die Möglichkeit zu bieten, das bekannteste Werk hessischer Heimatliteratur auf dem Theater kennengulernen. Spieldauer von 15.45 Uhr bis 18.30 Uhr. Auster Abonnement findet um 20 Uhr zu ermäßigten Opercttenpreiscn als Fremdenvorstellung die Erstaufführung der Operette: „Peppina" von Oestcrreicher und Stolz statt unter der Leitung von Wrede — Moehl — Bäulke. Ein vergnüglicher Theaterabend ist zu erwarten. Ende 22.30 Uhr.
Eingesandt.
(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dorn Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
(Ein Notruf aus dem Südoierlel.
Die Anregung des Einsenders in Nr. 265 des „Giehener Anzeigers" ist sicher nicht nur von den Anwohnern des Wartweges und deren Warenlieferanten, sondern auch von einem großen Teil der Einwohner der inneren Stadt und nicht zuletzt von den Genesenden und dem Pflegepersonal der Kliniken begrüßt worden. Man konnte früher täglich
*• Stadtrats - Sitzung. Am kommenden Donnerstag, 17. November, ab 16 Uhr, findet im Sihungssaalc des Stadthauses Vergstraste eine öffentliche Sitzung des Stadtrates statt. Aus der umfangreichen Tagesordnung sind u. a. folgende Vorlagen besonders hervorzuheben: Festsetzung der Ausschlagsähe für die Umlagen und die Sonde rgebäudest euer für das Rechnungsjahr 1032; Ar- beitsbeschassungsprogramm der Reichsregierung. Lahndurchstich, 1. Vauabschnitt: Neufestsetzung des Bebauungsplans über das Gebiet zwischen Gaffky- straste, Freiligrathstraste, Aulweg, Schubert- ftraf-e und Wartweg, Dergwerk, Freiligrath- straste und Aulweg; Arbeitsvergebung für die Kleinwohnungen an der Krosdorfer Straste; Verlegung der Gas. und Wasserrohre im Schiffen- berger Weg. Daneben stehen noch zahlreiche Daa- gesucht, Schankkonzessionsgesuche usw. auf der Tagesordnung.
Justiz Personalien. Ernannt wurden der Gerichtsassessor Hans Forch in Offenbach am Main zum Oberamtsrichter bei dem Amtsgericht Fürth i. Odenw., mit Wirkung vom 2. No- vember 1932 an; der Gerichtsassessor Hans Werner in Alzey zum Oberamtsrichter bei dem Amtsgericht in Herbstein, mit Wirkung vom 4. November 1932 an; der Gerichtsassessor Dr. Ludwig Schmitt in Friedberg zum Oberamts- riditcr bei dem Amtsgericht in Laubach, mit Wirkung vom 5. November 1932 an; der Gerichts- asscssor Dr. Robert Schwab in Offenbach Aum Staatsanwalt bei dem Amtsgericht in Offen» bach a. Cm., mit Wirkung vorn 6. November 1932 an; der Gerichtsassessor Dr. Hermann Freiherr
von sich geben, sollen mit einer Geldstrafe bedacht werden.
Diebstahl mit Kurzschluß.
Die Erfindungsgabe der Verbrecher ist so groß, daß sie auf immer neue Tricks verfallen, denen die Polizei erst allmählich auf die Spur kommt. Daß Einbrecher sich unter dem Vorwand, nach dem Gas oder dem elektrischen Zähler zu sehen, in Wohnungen einschieichen, ist zwar nichts Ungewöhnliches, aber zwei Pariser Einbrecher Häven diese Methode in letzter Zeit neuartig ausgebaut. Sie erschienen in einer Wohnung nach Dunkelheit und erklärten höflich, sie wären a> schickt, um die elektrische Lichtanlage zu unt:r- suchen. Wenn man sie eingelassen hatte, nahmen sie eine flüchtige Beobachtung der ganzen Anlage vor und beschäftigten sich dann mit einem Teil. Rasch danach trat ein Kurzschluß ein und die ganze Wohnung lag im Dunkeln. Während die Inhaber unruhig umherliefen, um Kerzen zu holen, benutzten die Besucher die Dunkelheit und Aufregung, um sich gemächlich einige Wertsachen anzueignen, die sie vorher auss Korn genommen hatten, und dann unbemerkt zu verschwinden.
Was wird gelesen?
Man sollte eigentlich annehmen, daß die sorgenvolle Menschheit, die sich heute mehr als ihr lieb ist mit politischen Fragen beschädigen muß, in ihren Mußestunden mit Politik nichts mehr zu tun haben will. Aber gerade das Gegenteil scheint der Fall zu sein. Eine soeben herausgegebene Aufstellung der Deutschen Bücherei in Leipzig, die freilich die schöne Literatur nicht berücksichtigt, zeigt, daß gegenwärtig die politischen Bücher sehr im Vordergrund deS Interesses stehen. Am meisten verlangt wurde Kcr- schensteiners ..Begriff der staatsbürgerlichen Erziehung". Ebenso erfreut sich alles, was auf die Sowjet-Union Bezug nimmt, großer Beliebtheit. Hier war es vor allem Knickerbockers Buch „Der rote Handel droht", das starken Absatz fand. Dann Hodanns „Sowfetunion" und Istratis „Drei Bücher über Sowjetrußland". Anschließend folgen „Das Ende der Reparationen" von Schacht und Rosenbergs „Mythos des 20. Jahrhunderts". Pcrrallel mit den politischen Neigungen läuft die philosophisch-pädagogische. Hier waren Krügers „Wesen der Gefühle", „Das deutsche Bildungsideal der Gegenwart" und „Fortschritte der experimentellen Kinderpsychologie" von Dolkclt, Messers „Geschichte der Pädagogik" und Litts „Kant und Herder als Deuter der geistigen Welt" die begehrtesten Bücher. Nicht minder cha- rakteri>ftisch ist es, daß Bücher über die Methoden des Lebenskampfes zu der beliebtesten Lektüre gehören.
rächen müssen.
Oie melodische Autohupe.
Von jeher sind die mißtönenden, quietschenden oder röchelnden Autohupen der Aerger der Fußgänger gewesen. Nunmehr hat man sich in Rom zu einer verkehrspolizeilichen Verordnung entschlossen, durch die eine musikalische Vered- luna der Signalhörner erreicht werden soll. Die Verfügung ordnet an, daß bei einem gewöhnlichen Kraftwagen das Signal aus einem kurzen Musikton zu bestehen hat, der das Ohr nicht beleidigt". Für die Hupe der Autobusse wird eine Folge von Musiktönen vorgeschrieben, wie sie die elektrischen Läutewerke hervor bringen. Die Fabriken von Autohupen sind amtlich aufgefor- £rt worden, entsprechende Muster vorzulegen, und die Regierung behält es sich vor, die für brauchbar befundenen Signalhörner als Ausrüstung für alle in Rom verkehrenden Kraftwagen vorzuschreiben. Die Kraftfahrer aber, deren Auto-Hupen in Zukunft nicht genehmigte Töne
Das andere Gesicht von Genf
Die blutigen Unruhen in der Stadt des Völkerbundes.
Was ist bloß mit dieser Stadt geschehen, der ötabt des Völkerbundes, der gepflegter^Diplomaten, Der bürgerlichen Liebespaare, der ruhigen, gleichmäßig abschnurrenden Geschäftigkeit? Die vorzüglichen Schweizer Uhren, die nicht weit von Genf hergestellt werden, scheinen mit einem Ruck um em Jahrhundert zurückgestellt worden zu sein — oder vor- gestellt, wer weiß? v- °
Gewöhnlich liegen Städte in irgendeiner Landschaft. Wo die Landschaft aufhört, da fangen die Städte an. Und umgekehrt: wo die Städte anfangen, da wächst kein Gras mehr. In der Schweiz aber, und ganz besonders in Genf, ist es völlig anders. Es begibt sich das Wunder, daß die Städte, richtiger: die Städtchen ganz organisch und selbst- verständlich zu einem Teil der Landschaft werden. Ihre putzigen Zinnenr ihre schrägen Dächer, ihre nach natürlichem Geschmack ausgerichteten Häuserreihen, ihre Mauern, die nicht mehr ganz frei find von Moos und vom Einfluß der Witterung, reihen sich ganz zwanglos — besonders in Bern und Zürich — in die Landschast mit ihren Runzeln und verwitterten Zacken ein. Und Genf — man kann diese Stadt in wenigen Worten kaum besser beschreiben, als wenn man sagt: Hier wurde die Ordnungsliebe, die angeborene Korrektheit, die Freude der "Westschweizer an Sonne und Licht ganz von selbst zu einer Stadt, die vor allen anderen Städten bas voraus hak, daß sie gewachsen und nicht gebaut zu sein scheint.
Schenck zu Schweinsberg in Darmstadt zum Staatsanwalt bei dem Amtsgericht in Gie- )cn, mit ^Wirkung vom 7. November 1932 an, der'Gerichtsassessor Karl Trink aus in Schlitz zum Oberamtsrichter bei dem Amtsgericht in Schlitz, mit Wirkung vom 9. November 1932, alle unter Berufung in das Deamtenverhältnis.
•• Die Unter stühungsdauer in der Krisenfürsorge. In einem neuen, am Samstag im „Reichsanzeiger" veröffentlichten Er- laß des Reichsarbeitsministers über die Unter« stühungsdauer in der Krisenfürsorge wird an- geordnet, daß in der Zeit vom 28. November 1932 bis 31. März 1933 die Krisenfürsorge nicht dadurch ausgeschlossen wird, daß der Arbeitslose während dieses Zeitraumes die höchste Bezugsdauer der Krisenfürsorge erreicht.
•* Schulgeld-Abbau an der Maschinenbauschule der Technischen Lehranstalten in Offenbach. Nachdem der Hess. Minister für Kultus und Bildungswesen das Schulgeld für die Kunstgewerbeschule und die Höhere Bauschule der Technischen Lehranstalten Ossenbach a. M. bereits ab 1. April herabgesetzt hat, ist nunmehr auch das Schulgeld an der Ma- schinenbauichule mit Beginn des Winter-Semesters 1932/33 von 90 RM. auf 60 RM. für das Semester gesenkt worden. Für die 3 2-Tagesklasse der Ma- schinenbauschule, die insbesondere für Lehrlinge in Maschinenbau und Elektrotechnik im 4. Lehriahr eingerichtet ist, beträgt das Schulgeld jetzt nur noch 20 NM. für ein Semester.
Amtsgericht Gießen.
Zwei Autounfälle standen zur Verhandlung, zunächst der am 26. Iuni auf der Licher Straße vor dem Bahnübergang erfolgte Zusammenstoß eines mit 22 Handballspielern besetzten und von dem Angeklagten geführten Lieferautos mit einem zehnjährigen Radfahrer, der in nicht ganz vorschriftsmäßiger Fahrt vom Anneröder Weg aus die Licher Straße einbog. Unmittelbar nach dem Zusammenstoß überfuhr der Wagen seitlich den Bahnkörper und prallte mit großer Heftigkeit wider den Schrankenpfosten. Der Iunge erlitt, außer einer leichten Gehirnerschütterung keine Verletzungen, wohl aber erlitten solche mehr oder weniger fünf Autoinsassen. Auf Grund der Beweisaufnahme, bei der die von dem Wagen hinterlassene Bremsspur eine besondere Rolle spielte, gewann das Gericht die Ueberzeugung, daß der Angeklagte die an dortiger Stelle zu- lässige Geschwindigkeit in hohem Grade über- schritten und dadurch den Unfall veranlaßt hat. Es handelte sich um eine unübersichtliche Stelle. Das Reichsgericht hat in einer Entscheidung zum Ausdruck gebracht, daß gerade bei Bahnübergängen die Geschwindigkeit derart ermäßigt werden muh, daß der Autoführer in der Lage ist, möglichst augenblicklich den Wagen anzuhalten. Den Radfahrer trifft eine gewisse Mitschuld Diese vermag aber den Angeklagten — er ist zud^m Derussfahrer — nicht von Strase zu befreien, diese höchstens zu mildern. Der unvorsichtige, noch unbestrafte Autolenker erhielt wegen fahrlässiger Körperverletzung eine Geldstrafe
Schicksal besiegeln. Insbesondere wendet sich die Kammer gegen die unterschiedliche Behandlung der gewerblichen Schlachtungen und der Hausschlachtungen der Landwirte. Die heute schon für das Metzgerhandwerk unerträglich gewordene Ausdehnung der Hausschlachtungen wird durch eine in mehr oder minder großem Umfange erfolgende Steuerfreiheit dieser Schlachtungen noch weiter an- wachsen und wegen der fehlenden Ueberwachungs- möglichkeit zu den schwersten Unzuträglichkeiten führen. Die gänzliche oder teilweise Steuerfreiheit der Hausschlachtungen, selbst wenn sie nach sozialen Gesichtspunkten gestaffelt wird, ist aber auch eine starke Benachteiligung der übrigen Verbrauchers,', ast, insbesondere muh sie gegenüber dem Heer der Erwerbslosen und der Wohlsahrtsempfänger in den Städten und großen Gemeinden als schreiendes Unrecht empfunden werden. Sollte trotzdem die Einführung
G i e ß e n , den 14. November 1932.
Sammlungen nur für dieWinternoihilfe
Don der Gießener Winternothilfe wird uns nutgeteilt:
Die Gießener Winternothilse ist aus Streifen Der hiesigen Bevölkerung wiederholt daraus aufmenfam gemacht worden, daß Sammlungen von Vereinen und Organisationen zur Zeit durchgeführt werden, obwohl in der Zeit vom lo. Oktober bis 15. Dezember 1932 solche Sammlungen nach behördlicher Anordnung ni ch t zuge 1 assen werden dürfen. Wir machen Darauf aufmerksam, daß Sammlungen in der Zeit vom 15. Oktober bis 15. Dezember 1932 nur zugu nften derG letzen er Winternothilfe ftattfmben dürfen. Es wird daher gebeten, hiervon Kenntnis zu nehmen und die in den nächsten Tagen einsetzende Haussammlung 3 u g u n ft e n Der Gießener Winternothilse tatkräftig zu unter
leichtlebig und fröhlich wirkt, wirklich ein buen tiro unbeschwerter Menschen zu sein scheint, auch dunkle Elendquartiere, in Denen nicht erst heute Die Not zu Hause ist, und in Denen ein in- ter nationales iBerbr€d)ertum, not allem ein politisches Verbrechertum, seit jeher seine Schlupfwinkel finDct. Genf, die Stabt Der voller verbinDenden Socidtd des Nations, ist auch immer Die Stadt Der Anarchisten gewesen, und cs ist sogar heute noch stolz darauf, daß hier jeter politische Verbrecher ein Asyl findet. Als Die Kai > f erin Elisabeth dem Mörderdolch zum Opfer siel als vor fünf Jahren bei dem Sacco- und Van zetti-Rummel es zu blutigen Tumulten kam. da zeigte die Stadt ihr anderes, ihr sonst verborgenes Gesicht, das auch in der letzten Zeit bei sozialisti scheu Demonstrationen, wie sie im August des vorigen Jahres oder auch noch im Februar dieses Jahres stattfanden, vorblickte.
In Dieser Stadt, in der Stadt Des puritanischen Calvin, hat sich über Nacht Ungeheuerliches begeben. Plötzlich gingen Maschine "gewehre los. Zwölf Tote und f ü n f u n d s e ch z 1 g Verletzte lagen auf Dem Straßenpflaster^ Den Soldaten war, so erzählt man sich, vorher Pfeffer ins Gesicht gestreut worden. Offiziere waren beleidigt und verprügelt worden. Woher das alles?
Wer diese Stadt aus früheren Tagen kannte, wird sich diesen Vorfall, der gerade dort doppelt ernst ist, kaum erklären können. Aber die Kenntnis Genfs aus früheren Tagen genügt eben offenbar nicht mehr. Es scheint, daß sich trotz allen Prophezeiungen und schönen Schilderungen Unglaubliches vollzogen hat- di e Weltkrise ist auch in die Westschweiz eingebrochen. Die Arbeiterschaft, die mit ihren Stimmen 40 v. H. Des gesamten Kantons ausmacht hat sich unter ihrem Druck und unter dein Druck der Illegalität der Linksradikalen zusammen, geschweißt. Sie bildet einen Block gegenüber Der Einheitsfront Des Bürgertums. Eine Maßnahme auf einer Seite genügt bereits, um Das gefährliche Gleichgewicht auf Der anDeren Seite zu stören, um die immanente Revolte augenblicklich losbrechen zu
Darmstadt, 12. Nov. (WSN.) In der 4 2. Vollversammlung der H e 's s i s ch e n Handwerkskammer wurde nach der bereits gemeldeten Wahl Des Vorsitzenden als Kammermitglied weiter Der Vorsitzende Des Hessischen Handwerks- und Gewerbeverbandes Bildhauer Dieter-Eberstadt gewählt. Ausführliche Referate erstatteten über Das Steuergutscheinvcr- fahren Syndikus Dr. Lindemann, über Die Reichszufchüfse für Instandsetzungsarbeiten und Teilung von Wohnungen Direktor Schüttler. Es wurden folgende Entschließungen angenommen:
(Errorifcrung Des Steuergulscheinverfahrens.
„Die Hessische Handwerkskammer fordert auf Dem Gebiete des Steuergutscheinverfahrens 1. Einbeziehung Der SondergebäuDesteuer, solange sie noch nicht beseitigt ist, in Das Gutscheinsystem unter Ausschaltung Der Warenhaus- und^Filial- steuer; 2. Einbeziehung der gestundeten Steuern wie bei Der Landwirtschaft; 3. Befestigung Der Antragspflicht für Gutscheine bei Den heimatlichen Kassen; 4. Anpassung Der Bedingungen für Gutscheine für Mehrbeschäftigung an die Verhältnisse im Handwerk und Verhütung Der Entlassung aus- gelernter Lehrlinge Durch Beseitigung der Drts= lohnklausel für Diese; 5. Kursnotierung auch für Die kleineren Scheine."
Ausheb' ng der Hauszinssteuer.
„Die Hessische Handwerkskammer fordert restlose Aushebung Der Hauszins st euer. Unerläßlich wird weiter gehalten die maßgebliche Einschaltung von Handwerk und Hausbesitz in eine neue Verordnung und die Einbeziehung auch Der Innenreparaturen, sogenannte Schönheitsreparaturen, sowie Reparaturen an gewerblichen Räumen und Gebäuden in Diese Arbeitsmöglichkeil. An die Regierung wird die Forderung gerichtet, Die Vorbescheide als endgültig auszugeben, was auch Dem Sinn Der Reichsoerordnung entsprechen Dürfte."
Gegen die Schlachtsteuer in Hessen.
„Die 42. Vollversammlung der Hessischen Handwerkskammer erhebt gegen die beabsichtigte Einführung der Schlacht st euer inHesfenein- mükig Protest. Das Metzgerhandwerk ist, wie die Kammer bestimmt weiß, mit Steuern und Gebühren bis zur äußersten Grenze belastet und infolge der durch die allgemeine Wirtschaftslage verminderten Kaufkraft stark geschwächt. Zahllose kleinere Existenzen stehen nachweislich vor dem Ruin. Die Einführung der Schlachtsteuer wird ihr
Fünf japanische Perlenfischer find von Eingeborenen im Arnhem-Land am Golf von Carpen- taria, in dem unzivilisiertesten Teil Australiens, ermordet worden. Die Nachrichten-Uebermitt- lung aus diesem Gebiet ist so schlecht, daß genauere Einzelheiten über das Verbrechen erst bekannt werden können, wenn ein weißer Perlenfischer Fred Gray die langwierige Reise rund um die Küste bis nach Darwin zurückgelegt haben wird. Was Sydneyer Blätter vorläufig darüber berichten können, stammt aus einer „Reportage", die den Eingeborenen des viele Hunderte von Kilometern von Arnhem-Land entfernten Darwin- Bezirkes auf geheimnisvollem Wege zugekommen ist. Diese Wilden wußten von dem Mord schon lange, bevor er der Polizei telegraphisch mitgeteilt wurde. Das ist wieder einmal ein Beispiel für die „primitive Telegraphie", deren sich die Eingeborenen in fo vielen unzivilisierten Gegenden bedienen, und die die weihen Siedler stets von neuem in Erstaunen setzt. Die Mitteilung eines wichtigen Ereignisses läuft blitzschnell von Stamm zu Stamm, und in kürzester Zeit ist die Reportage über die Hälfte des australischen Erd-
■- o , - 1 teils verbreitet. Schon früher sind japanische Per-
^r Steuer entg^en allen Protesten der be^lfenen t^nfischer an der Küste von Arnhem-Land ermor- Stellen durch RegtermngsEordnu^ beschlossen ' Diese Verbrechen werden entweder
we"den. so erwartet d'-e Kammer bestimmt daß Habsucht oder aus Rache begangen. Doch die Vorschläge des Metzgerhand .. $ CEunfA sich zu bereichern, weniger stark werls, d»S^urchdi° ton k>n-r Orgamfahon ' Dlulrach- di- di- Einx-b°-°nen an den beauftragten Vertretet feinen Satunb eine ®.t- 3 auiüben. Tübrcnb ,i- nämlich di-
Tteißcn als üb-rl-g-n- S-fchöpf- anfeben und fich berudfuttigt inerten, um tncntgftcni d>- größten TOI ,Achten, halten di- Sing-.
Harten gu vermeiden. borenen die Japaner für ihresgleichen und te-
Der Jahresbericht. | titeln fie als Eindringlinge, an denen fie fich
Nach längerer Aussprache erstattete Direktor Schüttler Den Jahresbericht, in Dem er besonders über Die StillhalteoerhanDlungen unD über Die Verhältnisse bei Der Handwerker- Zentralgenossenschaft referierte. Er teilte weiter mit, Daß Das Verfahren, Das Der Bezirks- verband Groß-Gerau gegen Die HanDwerker- Zentralgenosfenschaft beantragt hatte, auf Beschluß Der Staatsanwaltschaft vom 29. Oktober 1932 eingestellt roorben sei. Aus Der BegrünDung kann mitgcteilt werden, „daß nach Den Ermittlungen Die Angriffe Des Bezirksoerbandes Groß-Gerau Der BegrünDung entbehren und Daß Die Handwerkskammer und die Handwerker-Zentralgenossenschaft jeweils mit Einverständnis Der zuständigen Stellen der hessischen Regierung gehandelt haben. Eine strafbare Handlung ist nicht festgestellt. Es liegen weder für Betrug, noch für Bilanzsälfchung Anhaltspunkte vor".
Nach Erledigung einiger weiterer Anträge schloß Der Vorsitzende Kunkel Die Versammlung.
Ein großer Teil von Genf besteht aus Promenaden — wohlegemerkt: nicht aus Straßen. Denn Die Straße — so heißt es doch? — dient Dem Verkehr. Die Promenade aber ist für Spaziergänger geschaffen. UnD Der gesamte Stadtteil, der unmittelbar am Ufer Des Genfer Sees liegt, sieht aus wie ein freundliches Ausflugsziel, oder wie ein Kurort. Die großen, weißen Ho'telkästen, Die Dort in respektvollem Abstand voneinander herumstehen, erhöhen Diesen Eindruck mehr, als Daß sie ihn verminderten.
Es ist kein Zufall, Daß die braven Leute, Die seinerzeit Die IDee Des Völkerbundes aus- heckten, sich gerade Genf als Stadt Des Friedens ausgesucht haben. Denn friedlicher^ geht es wohl im allgemeinen in keiner anderen Stadt der Welt zu. Es ist außerordentlich schwer, in Dieser Stadt ein „Lasterleben" zu führen. Die wenigen, Die Dies einmal versuchten, wie z. B. während des Krieges die ersten Dadaisten vorn Cate Voltaire, sind mittlerweile über alle Berge ausgewandert, sofern sie sich nicht gänzlich ins Privatleben zurückgezogen haben. Und auch die russischen Jte- Do n 25 Mark. I volutionäre, die während des Krieges Dort
Scr Md--- aufornmenftoB. ebenfalls »wischen in mehr ober mmiger fr«“™«« ®'™Bral™ 9'_ einem Auto- und einem Radfahrer, ereignete sich lebt haben, haben in Genf kaum eine Spur Y in der Nähe der Einmündung der Bismarckstraße lassen.
in die Südanlage auf der letzteren. Der Rad- Aber man kennt Genf < J - 5 X
fahrer fuhr vorschriftsmäßig in diese ein und vom Quai von Der ^ouHeau ^n el ober
stieß alsbald mit einem Auto zusammen. Der an- von Der Pont des Bergues gAhe" s)^ Dies , geklagte Autofahrer ist an dieser Stelle zu rasch Die Dem Fremden em so strahlendes Nutzeres zeigt.
gefahren. Bei langsamerem Tempo wäre fraglos 1 der Unfall verhütet worden. Er war zu einem langsameren Fahren verpflichtet, denn die Stelle mahnt zur Vorsicht, und eine solche ist bei allen auf die Südanlage mündenden Straßen um deswillen geboten, weil die Eckhäuser dort ohne
952
ten Der
>1 ich- gg Dr. - Der ''xb ?te üt fei- über gemein 1 über TraU- pertfii naf.ir-
wei-
lich- 3 Dr.
Das »blich- fKiab- Jahr- mol- chkeit ihren
unD
rlene Ham- 1. — Huer i'igt ■Itcn. veil- e He olly.
b 0. e cs c r 5 uten
Urals iuch neu
,-ch" aus 'Nt-
Tlf em )
A 0 n- h- er i» f- er
'N n-
h
d t
1
2.


