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13.10.1932 Erstes Blatt
 
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Nr. 241 Zweites Blatt

«viehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderheffen-

oonnerstag, (5. Oktober 1952

-W«

Aus Natur und Technik.

Entwicklung des Flugwesens.

Nundgang durch die Deutsche Lustsport-Ausstellung in Berlin.

Erst war die Luftfahrt eine äußerst exklusive Sache. Wir wollen nicht von der Zeit sprechen, wo die Erfinder, die Techniker, die Pioniere des Fluggedankens durchweg als schon nicht mehr harmlose Verrückte angesehen wurden. Gehen wir ruhig ein paar Jahre, ein Jahrzehnt weiter, in die Zeit, da Hirth, Wright, Dleriot und andere bereits aufsehenerregende Erfolge hatten was, das waren noch Sensationen!, da Graf Zeppelin sein Luftschiff sicher durch die Lüfte führte, da alle Jahre bedeutungsvolle Ballon- rennen um den Gordon-Dennett-Preis ausgesochten wurden. Da waren die Flieger, die Luftschiffes die Ballonfahrer noch etwas ganz be­sonderes. Ein Hauch von Gefahr, von Abenteuer, von Wagemut und Tollkühnheit umwitterte sie. Im Kriege erhielten dann die Kampfflieger be­sondere Ehrungen, die sie wohlverdient hatten. Dann aber kam die Nachkriegszeit, in der die Vervollkommnung der Luftfahrt so bedeutungsvolle Fortschritte machte, da ein re­gelrechtes Verkehrsflugnetz über alle Länder der Welt gezogen wurde, da der Flugverkehr sich so pünktlich abwickelte wie bei den Eisenbahnen.

Man fliegt vom Flughafen nach dem Fahr­plan zu bestimmter Stunde ab und kann vorher mitteilen, wenn man am Ziel bestimmt ankommt. Siehe, es klappt! Mit oder ohne Rosen stellt sich der Sehnsüchtige am Rollfeld ein und nimmt das schnell vom Himmel fallende Mädchen in Emp­fang. Wo bleibt das Abenteuerliche?

Wer sich davon überzeugen wlll, daß Luftfahrt schon Luftsport geworden ist, der gehe in die die­ser Tage in Berlin eröffneteDela", in die Deutsche Luftsportausstellung, die sich in den gro­ßen Hallen von Witzleben aufgetan hat. Die Flugzeugindustrie führt ihm gleich in der ersten Halle die neuenschnittigen" Modelle, die sich durchweg mit chrer Farbenfreudigkeit auszeichnen, vor: fehlt nur noch, daß ein Preiszettel sich daran befindet. Dann könnte man sich das Sportflugzeug gleich an der nächsten Kasse einpacken lassen. Daß mitten in der Halle ein Mann am Fallschirm hängt, ständig, unbewegt, stört uns nicht weiter; erstens handelt es sich um eine Atrappe von Mensch, und zweitens ist der Fallschirm auch wie­der bereits etwas Alltägliches geworden.

Die Flugzeug-Industrie hat übrigens noch mehr zu zeigen. Beispielsweise, daß es ihr bereits mög­lich ist, alle Ersatzteile serienmäßig und daher billig herzustellen, so daß unter Hinzunahme einiger unentbehrlicher Fertigteile jeder sich selbst ein Kleinflugzeug bauen kann, das auch ge­brauchsfähig ist. Wie stark dieserSelbstbau" von Flugzeugen sich bereits entwickelt hat, lehrt übrigens die Tatsache, daß es bereits viele Werk­stätten gibt, in denen Zugendliche dabei sind, sich ihr" Flugzeug zu bauen; eine derartige Werk­stätte ist auf der Ausstellung bereits in Betrieb.

Mancher liebt es, sich aus der Ausstellung von Modellen davon zu überzeugen, wie schnell sich das Flugwesen in den letzten dreißig Jahren entwickelt hat. 2hm kommt eine historische Schau auf der Dela zustatten, die mit den ältesten Flugsagen um Ikarus, Dädalos und Wieland dem Schmied in bildlicher Darstellung beginnt. Lieber die Montgolfieren und über den Schneider von LI l m" , dem Max E y t h ein so hübsches literarisches Denkmal errichtet hat, geht es zu dem Flugzeug Lilienthals, das er in Lichterfelde bei Berlin ausprobierte, über den Wright-Apparat und über die Rumpler­taube, von der sogar ein Schlager sang, bis zum neuesten Verkehrsflugzeug von den gigantischen

Ausmaßen derD 2000". Lind dann ist immer noch nicht der Abschluß gefunden. Die Ausstel­lungsleitung wagt einen Blick in die Zukunft. Schon viele Menschen so behauptet sie hät­ten es schmerzlich empfunden, daß es noch keine rechte Vereinigung von Auto und Flugzeug in einer Maschine gebe. Also wird so ein Ding kon­struiert, und das Modell dieses ultramodernen Vehikels befindet sich in einer Halle. Sieht nicht schlecht aus! Wie es sich einmal bewähren soll, wenn es wirklich gelingt, diese Maschine auf die Räder zu stellen, zeigen ein paar phantasievolle Abbildungen: Mitten auf der Landstraße erhebt sich das Auto, nachdem der Führer mit einigen Handgriffen die besonderen Flugvorrichtungen be­triebsfähig gemocht, in die Lüste adieu Chaussee und Asphalt, euch haben wir nicht mehr nötig! Vielleicht kommt es bald dazu. Lind dann dürfte es auch nur noch ein Schritt sein bis zu dem Wochenendflugzeug mit den viel miß­brauchten Schikanen der Reuzeit, das fliegen, fahren, schwimmen und wie ein Raupenschlep­per sich über Stock und Stein bewegen kann. Ra ja, es wird wohl so oder doch ähnlich schon kom­men, aber ein bißchen müssen wir uns inzwi­schen noch in Geduld üben!

Vielleicht beschäftigen wir uns inzwischen mit der Segelfliegerei, die gegenwärtig als Sport besonders beliebt ist. Auch hier wird in der Ausstellung so allerhand gezeigt, was für den Besucher auf alle Fälle Interessant sein dürfte. Mit gleichem Lerneifer machen wir uns über die Ballonfahrt her, lassen uns be­lehren, wie so ein kugelförmiges LIngetüm mit Wasserstoffgas gefüllt wird, was sich alles in einer Gondel befindet, wie die zu befestigen ist. Lind weil wir in den letzten beiden Jahren so viel

von der Stratosphäre und ihrem begeisterten Jünger P i c c a r d gehört haben, sehen wir uns ein in natürlicher Größe hergestelltes Modell des Ballons und der Kugelgondel an, die zur Hälfte schwarz, zur anderen silberweiß gestrichen ist. Ja, es gibt auf derDela" viel Interessantes, und es laßt sich Voraussagen, daß die Besucher die­ses neueste Werk der Ausstellungshallen in Berlin loben werden. Daß dieIla" von 1928 vollkommener war, wird sicher über die Reuig- keiten vergessen werden. E. W.

Oie Einturm-Antenne.

Von Max Fischer.

Eines der größten Schmerzenskinder beim Fernempfang von Funksendungen ist der Schwund. Auf der Empfangsseite hat man schon recht gute Mittel gegen den Schwund gefun­den. Es wird ja noch in Erinnerung sein, daß seit der letzten Funkausstellung die hochwertigen Geräte mit der Expotentialröhre ausgestattet sind, die die schwach anfommenben Wellen mehr verstärkt als die stark eintreffenden. Aber diese Sache hat trotz ihrer im allgemeinen vollkommenen Wirkung einen Haken: Wenn nämlich der Schwund so stark ist, daß überhaupt keine nennenswerte Ener­gie mehr ankommt, dann hilft auch keine Ver­stärkung mehr, denn etwas was nicht da ist, kann man natürlich auch nicht verstärken.

Man strebt daher danach, den Schwund auch von der Sendeseite aus zu bekämpfen und hat da- bereits Antennengebilde vorgeschlagen und ausgeführt, bei denen um einen Mittelmast her­um mehrere weitere Masten stehen, die zusammen mit dem Mittelmast ein ausgedehntes Antennen­

Rakete rettet Schiffbrüchige.

In diesen Wochen der ersten schweren Stürme werden vielfach Hebungen zur Rettung non S ch i f f- brüchigen vom Ufer aus durchgeführt. Besonders interessant sind die Versuche mit dem Raketen­apparat Befindet sich ein Dampfer in der Nähe des Landes in Seenot und erlaubt der Sturm keine Annäherung der Rettungsboote, so werden von der Küste Seile mittels einer Rakete an Bord des Schiffes hinübergeschossen, um die Mannschaft in einer an den Seilen befestigten Rettungshose in Sicher­heit zu bringen. - Unser Bild links zeigt den Abschuß des Rettungsseils mit einer Rakete zu dem in Not befindlichen Schiff. Rechts: An dem von der Küste zum Schiff gespannten Rettungsseil wird eine Rettungshose befestigt, in der die Seeleute ans Land gezogen werden können.

Erfolge der Kohlenchemie. Grubengas - ein hochwertiger Treibstoff. Kohle und Eisen, die Schlüsselprodukte der Jn- dustriewirtschaft, sind mit am härtesten durch die Krise betroffen. Der Massenabsatz, der allein die Rentabilität ermöglicht, schrumpft immer mehr ein und liegt bereits meit unter den Dorkriegszahlen. Um nun die in den letzten Jahren erfolgten Neu- inoeftierungen einigermaßen tragbar zu machen, muß der Bergbau sich immer mehr der Kohle - Veredelung zuwenden. Kohle als Brennstoff hat feine allmächtige Stellung verloren, Kohle als Roh­stoff gewinnt immer mehr universelle Bedeu^ng. Man braucht nur an die Gewinnung von Gas, Kaks, Teer, Benzol, Dele, Stickstoff und zahlreiche andere Chemikalien zu erinnern. Solange der Kohlenabsatz sich befriedigend gestaltet hatte, legte der Bergbau kein entscheidendes Gewicht auf all die oiekrnNebenprodukte". Heute jedoch ist der Nebenproduktenmarkt für die Rentabilität einer Zeche fast ausschlaggebend. Diese Wandlung hat ganz folgerichtig eine immer engere Zusammen­arbeit mit der IG.-Farbenindustrie zur Folge ge­habt, die in der Derwertung der Nebenprodukte Bahnbrechendes geleistet hat und im Besitze vieler Patente und Lizenzen ist Um für die Zukunst eine kostspielige Ueberschneidung der Arbeits- und For­schungsgebiete zu vermeiden, hat dieRuhr- ch e m i e" als Vertreterin der Ruhrzechen gemein­sam mit der JG.-Farbenindustrie die Chemische Fabrik «Holten gegründet. Hier wurden vor allem Versuche mit dem Restgas angestellt, das bei der Stickstoffsynthese nach der Abspaltung des Wasser­stoffs übrigbleibt. Ein Hauptbestandteil ist das Me­than, das auch unter dem Namen Grubengas bekannt ist und für manche chemische Verbindung sehr wertvoll ist.

Langjährige Versuche auf der Concordia-Grube in Oberhausen haben nun zu dem Ergebnis geführt, daß Methanaas sich auch vorzüglich als Treib­stoff für Kraftfahrzeuge verwenden läßt. Wird Methan mit einigen Prozenten Luft gemischt, dann kann das Gas schon bei verhältnismäßig niedrigen Temperaturen unter Anwendung des elek­trischen Funkens zur Explosion gebracht werden. Auf diesen Ergebnissen faßend, hat die Stadt Ober­hausen seit Monaten versuchsweise einen Personen­omnibus und eine Kehrmaschine in Betrieb, die mit Methangas gespeist werden. Die praktischen Ver­suche sind über Erwarten gut ausgefallen. Der Mo- wr erfährt kaum eine Veränderung; lediglich an Stelle des Vergasers muß ein Mischventil eingebaut werden, und außerdem fällt natürlich der Brennstoff- tant fort An seine Stelle treten die von her Sauer*

geliefert werden kann id) wesentlich billiger

stoff- und Wasserstoffbeförderung her bekannten Stahlflaschen mit einem Inhalt von sechs Kubik­meter.

Die im deutschen Verkehr oorgeschriebenen schwe­ren Stahlflaschen werden der schnellen Einführung des Methans als Autotreibstoff hinderlich sein. Für normale Personenwagen ist diese tote Last zu groß. Schnell wird sich jedoch das Bild ändern, wenn wie das heute schon in Frankreich der Fall ist die Beförderung auch in leichten Flaschen zugelassen würde. Dagegen wird sich wahrscheinlich Methan für Lastkraftwagen und schwere Personenomnibusse schneller einbürgern. Das kann man nicht nur aus der Brauchbarkeit sämtlicher Motorentypen schließen, sondern auch aus den stark verminderten Betriebs­kosten. Berechnungen haben ergeben, daß im Nutz­effekt ein Kubikmeter Methan etwa einem Kilo­gramm Benzin entspricht. Da ein Kubikmeter Me­than heute mit etwa 22 Pf. geliefert werden kann und sich im Großabsatz noch wesentlich billiger stellen würde, ergäbe sich eine erhebliche Ersparnis.

In welchen Mengen kann Methan zur Verfügung gestellt werden? Aus den Destillationsgasen von Stein- und Braunkohle kann Methan in großen Mengen gewonnen werden, enthalten doch die Koks­ofengase bis zu 25 Prozent Methan. An Koks- o engas fallen gegenwärtig im Ruhrgebiet jährlich noch mehr als sechs Millionen Kubikmeter an, in der Konjunktur von 1927 sind es sogar 10,3 Mil­lionen Kubikmeter gewesen Mit den heute schon vorhandenen Anlagen könnte etwa ein Sechstel des gefamten deutschen Kraftstoffbedarfs mit Methan ge­deckt werden. Eine Konkurrenz für das Zechen­benzol entstünde kaum, weil die Erzeugung den einheimischen Bedarf noch nicht decken kann. Bei der vormglichen Eignung des Methans als Motoren­treibstoff und infolge der billigen Gewinnungs­möglichkeit ist es möglich, daß sich von dieser Er­findung aus ein Umschwung im deutschen Kraft- fahrwesen anbahnt, sobald die Transport-, Aufbe- wahrungs- und Verteilungsfrage besser gelost ist.

Auch für die Befeuerung von Land- und Schlffs- kesselanlagen haben jahrelange Versuche zu erfreu­lichen Ergebnissen geführt. Es handelt sich um ein Del- und Kohlenstaubgemisch, das unter dem Namen ließkohle ' für die Maschinenbau AG. Balcke 'in Bochum patentiert worden ist. Auch hier sind die nnaefteUten Großversuche zu bester Zufriedenheit ausgefallen. Bei der Fließkohle besteht der Kohlen- ftäubanteU bis zu 60 Prozent. 40 bis 45 Prozent mprhpn Teeröl zugesetzt, woraus sich em Gemisch ergibt das auf Grund der angestellten Versuche aeaenuber der Verbrennung von reinem Oel wirt­schaftliche Vorteile bietet und im Betrieb keine Schwierigkeiten bereitet. Insbesondere soll der ange­wandte Kohlenstaub keinen Bodensatz hinterlassen

und auch die Düsen nicht verstopfen. Jrn übrigen haben auch die Engländer bereits auf einem Damp­fer mit einem ähnlichen Gemisch beste Erfolge auf­zuweisen.

Diese neuen Ergebnisse in Forschung und Praxis zeigen, daß sich für die Nebenprodukte der Kohle stets neue Verwendungsmöglichkeiten ergeben, die für den Bergbau und die gesamte Volkswirtschaft von Bedeutung sind. Sie beweisen aber auch, wie sehr es für den Kohlenbergbau gerade unter den gegenwärtigen mißlichen Absatzverhältnissen uner­läßlich ist, der chemischen Auswertung der Kohle wachsende Aufmerksamkeit zu schenken.

photographieren im Herbst.

Bon Walther Appell.

Run ist die zweite Tag- und Rachtgleiche des Jahres vorüber, die nicht Beginn, sondern Ende einer schöneren Zeit bedeutet. Die Lichtverhält- nisse sind jetzt erheblich schlechter als sie vor zwei Monaten waren. Lichtstärken, die noch vor wenig Jahren der Stolz jedes Amateurs waren, sind heute mittlere Werte, so etwa 4,5. Ihnen ist mit der schwindenden Lichtfülle und Sonnenleuchtkraft manches Motiv erschwert. Auf­nahmen im Waldinnern liefern sie immerhin noch zwischen 10 und 15 Llhr, zumal in Laub­wäldern der fortschreitende Blätterfall für einen Ausgleich sorgt. Im übrigen kommt es darauf an, daß gerade im Herbste diejenigen Motive gesucht werden, die jeder mit seinen Mitteln meistern kann. Hohe Platten- oder Film-Emp- findlichkeit ist Bedingung.

Eine im Herbst am besten zu erfassende Gruppe sind die W o l k e n ° A u f n a h m e n. Richt nur. daß die Herbststürme und der Wechsel des Witterungscharakters fast täglich reizvolle und bildhafte Wolkenbildungen hervorbringen das weniger grelle Sonnenlicht macht auch die kontrast­reiche photographische Wiedergabe weniger schwer. Verlausende Gelbfilter sind immer zu empfehlen, aber mit. oder ohne dieses Hilfsmittel kann jetzt eine größere Harmonie zwischen Vorder­grund und Wolkenhimmel erreicht werden als im Sommer. Dessen Belichtungszeiten für die Par­tien des Himmels im Bilde sind so unwahr- scheinlich kurz, zumal wenn die Sonne gegen die Wolken scheint, daß ein Schatten im Land­schaftsteil des Bildes genügen kann, harte Schwärzen zu zeitigen. Allerdings sind Felder, die mit wogenden Aehren ein willkommener Vor­dergrund waren, als eintönige Stoppelflächen langweilig. Der Photograph sollte seinen Stand-

gebilde tragen. Tie Erfolge dieser Anordnung sind sehr gut. Aber sie ist auch sehr verwickelt und erfordert vor allen Dingen ungeheuer viel Platz. Reuerdings ist man deshalb einen anderen Weg gegangen, und zwar hat man den Sender Bres­lau mit einer Einturm-Antenne ausgestat­tet: In einem 140 Meter hohen Holzturm, dem höchsten Holzturm der Welt, hängt in der Mitte die Antenne herunter. Damit diese Antenne genug Strom aufnahm, hätte sie eigentlich noch 40 Meter höher sein müssen, aber man hat sich dadurch ge­holfen, daß man an der Spitze einen waagerech­ten Bronzering von 10 Meter 60 Durchmesser an­gebracht yat, an den das obere Ende der Antenne angeschlossen ist.

Üm dies zu verstehen, wollen wir einmal an­nehmen, die Antenne bestände nicht aus einem Draht, sondern aus einem weichen Gummischlauch, und es werde statt Elektrizität Wasser hinein­gedrückt. Run handelt es sich ja bei der Strö­mung in der Antenne um Wechselstrom. Wir müssen uns deshalb vorstellen, daß die Wasser­säule in dem Gummischlauch von unten her ab­wechselnd unter stärkeren und schwächeren Druck gefetzt wird. Wenn nun der Druck ansteigt, so dehnt sich der Gummischlauch, er wird weiter. Rahe der Spitze wird dabei wenig Wasser fließen, weil ja nur so viel zufliehen muß, wie der Schlauch infolge seiner Ausdehnung mehr aufnehmen kann. Linien aber wird viel Wasser zufließen, denn dort muh ja alles Wasser zufließen, das den durch die Ausweitung der ganzen Länge des Schlauches entstehenden Mehrraum ausfüllt. Daß nun ge­rade an der Spitze der Stromfluß so gering ist. ist für die Ausstrahlung nicht besonders günstig. Wenn aber an den Gummischlauch am oberen Ende ein Windkessel oder ein großer Gummiball angeschlossen wird, der dem Tronzering entspricht, so muß ja auch dieser Windkessel oder der Gummi­ball mit mehr Wasser gefüllt werden, und infolge­dessen findet auch an der Antennenspitze, also am oberen Ende des Gummischlauchs, eine erhebliche Strömung und damit große Ausstrahlung statt.

In Wirklichkeit ist das nun nicht so, daß das Wasser von unten bis oben in den Gummischlauch hineingedrückt wird, vielmehr pendelt das Was­ser in gewissen Abschnitten in sich hin und her. Bei der Breslauer Einturm-Antenne liegt in Via der Turmhöhe ein Stromknoten. Wenn wir dies wieder auf unfern Gummischlauch übertragen, so sließt an dieser Stelle überhaupt kein Wasser im Schlauch, an diesem Punkt steht das Wasser viel­mehr immer still. Zwischen diesem Knotenpunkt und der Spitze pendelt es fortgesetzt hinauf und her­unter. wobei der Schlauch abwechselnd oben und unten gedehnt wird. Man kann sich denken, daß die den Schlauch umgebende Lust durch diese Deh­nungen angestoßen wird, daß also in der Luft eine Art Schallwellen dadurch entstehen müssen, die man freilich infolge ihrer hohen Wechselzahl nicht hören könnte. So ähnlich kann man sich vor- stellen, daß das Pendeln des elektrischen Stromes in der Antenne elektrische Wellen in der Umge­bung verursacht, die sich dann über die Erde hin fortbewegen.

Das ist nun eine sehr hübsche Sache. Während sich die Schwankungen in der Stärke der ankom­menden Wellen bei den bisherigen Antennen in 80 Kilometer Entfernung verhielten wie 1.30. ver­halten sie sich bei der Einturm-Antenne im aller- schlimmsten Fall wie 1:2, meistens aber nur wie 1:1,2. Tas sind Schwankungen, die man über­haupt nicht bemerkt, weil unser Ohr doppelt so große Lautstärken glücklicherweise lange nicht als doppelt so stark empfindet. In 160 Kilometer Ent­fernung verhielten sich hisher die Schwankungen wie 1:50, mit der Einturm-Antenne aber im all­gemeinen nur wie 1:3, im schlimmsten beobachteten Fall vorübergehend wie 1:12, auch das ist noch durchaus erträglich.

punkt so wählen, daß sie ein Weg unterbricht, daß ein landwirtschaftliches Gerät, im günstigeren Falle Mensch ober Tier für Belebung sorgt. Rasche Bewegungen sind dabei zu vermeiden, wenn wir nicht kürzer als Vso Sekunde belichten können, was selten der Fall fein wird. Viele Besitzer lichtstärkster Objektive haben sich im Som­mer, vielleicht unbewußt, durch Abblenden eine gewisse Reserve für jetzt geschaffen. Tiefenschärfe, die sonst durch das Abblenden erstrebt und er­reicht wurde, ist jetzt vielfach von selbst im Landschaftsbild. Die größere Luftfeuchtigkeit sorgt für ein Zurücktreten und eine Llnterordnung der entfernteren Partien, wenn der nahe Vorder­grund von Dämmern oder Rebeln unverhüllt bleibt.

Enttäuschungen wird es meist geben, wenn ein Bild bunten Herbstlaubes zu einer Aufnahme lockte. Fast niemals kann die ganze, wechselreiche Fülle der Abstufungen von Goldrot, Braun und Grüngelb einigermaßen treu ins karge Schwarz- Weiß übersetzt werden. Hier ist schon der geübte Blick notwendig, um von vornherein beurteilen zu können, was zu photographieren sich lohnt und was nicht mag es in der Ratur noch so einladend sich darbieten.

Dafür sind Blumenaufnahmen aus dem schon bei Wolkenbildern erwähnten Grunde, daß das Licht zerstreuter ist, leichter als in der Zeit des größten Blühens. Da die Schatten nicht mehr so scharf und kräftig sind, bekommen wir von den Herbstblumen oft viel ausgeglichenere Bilder, wobei auch auf die schmucken Fliegen­pilze an Waldrändern als dankbares Motiv hingewiesen sei. Dasselbe gilt für Personen- Aufnahmen, die trotz allen Warnungen doch immer noch und immer wieder in praller Sonne gemacht werden. Hier gibt es sogar Fälle, wo im Sommer, um auch in die dunklen Schatten noch Zeichnung zu bekommen, längere Delich- tungszeiten erforderlich sind als im Herbst.

Wir brauchen nicht so weit zu gehen, daß wir den Herbst als die günstigste Zeit zum Photo­graphieren bezeichnen. Aber den Irrtum, daß er dem Lichtbildner entmutigend viele Möglichkeiten verschließt, müssen wir doch korrigieren. Jeder Photograph sollte im Sommer Erfahrungen und Lehren gesammelt haben, die die besonderen Eigenschaften und Eignungen seines Apparats betreffen und sich auch auf Regat v° und Positiv- material sowie die wichtigen Zutaten erftredee- Der Herbst ist die Zeit, da er sie verwerten und mit ihrer Hilfe noch schöne Erfolge er­zielen kann ehe der Winter kommt, der ganz anders geartete Aufgaben stellt und in mancher Hinsicht ein Hinzulemen bedingt, ,