Ausgabe 
10.10.1932 Frühausgabe
 
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Aus der Provinzialhauptstadt. I

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Buntes Allerlei

einer dann

Stadt Frankfurt a. M. herzlichst willkommen ge­heißen. während Kinder eine Fülle von Blumen - fpenden überreichten. Do X wird voraussichtlich bis kommenden Freitag in Frankfurt a. M. bleiben.

Oer Mädchenmord in Frankfurt.

Frankfurt a.M., 7. Oki. (WSN.) Der durch einen Zufall aufgodeckte Mord an der 19jährigen Emma Busse ist insofern geklärt, als der Haupt­täter ein T a t g e st ä nd n i s abgelegt hat. Es «bestehen aber insofern Unstimmigkeiten, als die beiden andern festgenommenen Verdächtigen andere Angaben machen als der Haupttäter Stuben­rauch. Zwischen den drei Aussagen bestehen starke Widersprüche. Außerdem ist es bisher noch nicht gelungen, den Hergang der Tat selbst einwandfrei zu klaren, da jeder der drei Festgenommenen be­müht ist, sich zu entlasten. Die Polizei sucht dringend zwei Eisenbahner, die zur Zeit der Tat die Main- Neckar-Brücke passierten. Der eine von ihnen fragte das weinende Mädchen nach seinem Leid.

geradeÖberhessen'' diesen schönen Sieg er­rungen hätten.

Sehr beachtlich sind auch die Siegestrophäen, die der Einerfahrer ' Friedel LZ ö d t für seinen Verein nach Hause brachte, und die Preise für die zweiten Achterrennen. Bemerkenswert ist so­dann noch der Achilles-Wild-Gedächtnispreis (2. Vierer, Dad Ems), der nach den neuen Be­stimmungen des Deutschen Ruderverbandes in einen Herausforderungspreis umgewandelt wor­den ist. Er war früher Wanderpreis. Die große Zahl der Siege gewinnt noch an Bedeutung, wenn man berücksichtigt, daß die Seniormannschaft der G. R.-G. in diesem Sommer in hoher sportlicher Auffassung darauf verzichtet hat, durch Starts in der niederen Seniorklasse und in den nur für Lahnvereine ausgeschriebenen RennenZähl"- siege zu erringen.

** Evangelisch - kirchliche Pfarr­personalien. Durch die Kirchenregierung wurde dem Pfarrer Rob. Wolf zu Wingers­hausen die erste evangelische Pfarrstelle an der Paulusgemeinde zu Darmstadt (Dekanat Darm­stadt) und dein Pfarrer Hans Durst zu Groß- Felda die evangelische Psarrstelle zu Langenhain (Dekanat Friedberg) übertragen.

** Fahrplanänderung auf der StreckeGießen Dillenburg. Ab Mon­tag, 10. Oktober, wird der Personenzug 1649 Gie­ßenDillenburg (Gießen ob 23.00 Uhr) werk­tags nach Sonntagen bis H a i g e r durchgeführt.

** Eine Siebzigjährige. 3n voller gei­stiger und körperlicher Rüstigkeit kann am heu- tigen Montag Frau Wilhelmine Greb Witwe, wohnhaft Mühlstratze3, ihren 70. Geburtstag feiern.

dieser Vorschrift gelten die im Tarifverträge vor­gesehenen Sähe unter Abzug der in der Verord­nung zur Erhaltung und Vermehrung der Ar­beitsgelegenheit vom 5. September 1932 oder in anderen gesetzlichen Vorschriften zugelassenen Un- terschreitungen,

5. Angestellte, deren Jahresarbeitsverdienst 8400 Mk. übersteigt,

6. Lehrlinge und Volontäre,

7. Arbeitnehmer, die bei öffentlichen Rotstands­arbeiten beschäftigt werden.

Schutz und Hilfe für das Kleinkind

Was brachte der Kongreß für Kleinkind-Erziehung in Berlin?

Don Henriette.

Frankfurt genommen. Als der Riesenvogel über der Ankerstelle schwebte, scholl ihm ein gewaltiger Sturm der Begeisterung entgegen. Rach Schleifenfahrt über der Stadt kehrte Do X nach der Ankerstelle zurück und im eleganten Gleitfluge ging er unter dem ungeheuren Jubel der Menge und dem Sirenengeheul der Schiffe auf das Wasser nieder. Nachdem das Flugschiff verankert war, erfolgte die Ausbootung der etwa 40 Fahrgäste. Der Führer des Luftschiffes, Kapitän Christiansen und seine Mannschaft, wurden von Stadtrat Dr. L i n g n a u als Vertreter der

Für das Saison- und Kampagnegewerbe werden Stcuergutscheine gewährt, wenn in der Zeit vom 1. Oktober 1932 bis 30. September 1933 im Durch­schnitt eines Kalendervierteljahres mehr Arbeit­nehmer beschäftigt werden, also 90 Prozent der Arbeitnehmer, die im Durchschnitt des entspre­chenden Kalendervierteljahres des Vorjahres be­schäftigt waren. Zu diesem Gewerbe zählen u. a. die Land- und Forstwirtschaft, di« Gärtnerei, das Bau- und Baunebengewerbe, das Fremden­verkehrsgewerbe in Kur- und Badeorten, Einzel- Handelsbetriebe, die ausschließlich oder überwie­gend Spielwaren oder Süßwaren vertreiben

Der Steuergutscheinbetrag, der für die Wehr- beschastigung eines Arbeitnehmers im Kalender­vierteljahr gewährt wird, beläuft «ich auf 100 Mk. Wird durch die Mehrbeschäftigung die Belegschaft mehr als verdoppelt, so mindert sich der Gut­scheinbetrag für die Mehrbeschäftigung, die über die Verdoppelung hinausgeht, auf 50 Mk. Dies qilt nicht für Unternehmen, deren durchschnitt­liche Belegschaft im Dergleichszeitraum die Zahl 50 nicht übersteigt. Der Antrag auf Gewährung von Steuergutscheinen für Mehrbeschäftigung von Arbeitnehmern ist innerhalb eines Monates nach Ablauf des Kalendervierteljahres, in das die Mehrbeschäftigung der Arbeitnehmer fällt, bei dem zuständigen Finanzamt zu stellen. Sterbet sind die Tatsachen, auf di« der Antrag gestutzt wird, glaubhaft zu machen (z.B Beschelntgung der Krankenkasse über Zahl und Beschaftigungö- dauer der Arbeitnehmer). .

Gegen Verfügungen des Finanzamts, m denen «In Antrag auf Ausgabe von Steuerautscheinen ganz oder teilweise abgelehnt wird, sowie bei Streitfällen darüber, ob Steuergutscheine für die Mehrbeschäftigung von Arbeitnehmern aus- aeaeben werden sollen, ist die Beschwerde an das Landesflnanzamt («inzureichen bei dem Finanz­amt) zulässig. Das Finanzamt kann der Be- schwerd« abhelfen- will es ihr nicht abhelfen so bat das Finanzamt die Be.chwerde dem Lmides- sinanzamt zur Entscheidung vorzulegen. Gegen die Deschwerdeentscheidung des Landesfinanz- i amts ist eine weitere Beschwerde nicht zulässig.

Schwerer Einbruch in eine Bürgermeisterei.

Die Einbrecher erbeuten 1200 Mark in bar.

WSR. Goddelau, 8. Okt. 3n der vergan­genen Rächt wurde das Bürgermeisteramt in Goddelau von Einbrechern heim- gesucht, die den Gemeindegeldschrank mit einem Schweißapparat aufschweißten und 1200 Marr in bar erbeuteten. Der Schweihapparat, den die Diebe nur auf einem Wagen herangeschafft haben können, wurde am Tatort zurückgelassen. Er trägt als Fabrikätionsnummer die Zahl 6098 und die Jahreszahl 1928. Es ist nicht ausgeschlossen, daß die Diebe den Schweihapparat auch erst gestohlen haben, um mit ihm den Gemeindegeldschrank auf­zuschweißen. Von der Landeskriminalpolizei sind sofort eingehende Ermittelungen in die Wege geleitet worden.

Oo X in Frankfurt a. M.

WER. Frankfurt a.M., 8.Olt. DasFlug- schiff Do X ist um 16.25 Uhr über Frankfurt erschienen. Auf ollen Straßen und Plätzen bil­deten sich große Menschenansammlungen, die dem Fliegenden Hotel" zujubelten und seinen Flug interessiert verfolgten. Das Flugschiff ging so­dann auf dem Main nieder, wo es zwischen der Riederräder Eisenbahnbrücke und der neuen Stau­stufe Schwanheim ankerte.

Zehntausende waren auf den beiden Ufern des Mains versammelt und weitere Tausende bevölkerten unzählige Dampfer und Boote. Das Luftschiff war um 15 Uhr in Koblenz aufgestiegen und hatte nach einem Fluge über das Mosel- | und Lahntal die Richtung über Wiesbaden auf

Gießen, den 10. Oktober 1932.

Gießener Märkte 1933.

Di« Gießener Märkte im Jahre 1933 sind wie folgt anberaumt: Rindvi«h-(Zucht- und R u tz v i« h m a r k t) 10. und 24. Januar. 7 und 21. Februar, 7. und 21. März, 4. und 25. April, 9. und 23. Mai, 13. und 27. Sunt, 11. und 25. Juli, 8. und 22. August, 5. und 19. Septem^r, 3., 17. und 31. Oktober, 14. und 28. Rovember sowie 12 Dezember Schweinemarkt: 25. Ja­nuar 22 Februar, 22. März, 26. April, 24. Mai, 14. Juni, 12. Iuli, 9. Auaust, 6. September, 4 Oktober, 1. Rovember und 13. Dezember. Pferdemarkt: 29. März und 27. September. Messe: Frühjahrsmesse vom 26. März bis 2. April, Herbstmesse vom 1. bis 8. Oktober, so­wie «in Krämermarkt am 22. Rovember.

Zahlen beweisen.

Aus dem Stadttheaterbüro wird unS geschrie­ben: Der Besuch des Theaters ist allgemein ge­ringer geworden gegen frühere Zeiten. War es immer schon schwer, ein Theater unter kultureller Verantwortung im Gleichgewicht zu halten, so ist dies unter dem Zwang der heutigen Ver­hältnisse fast zur Unmöglichkeit geworden, wenn nicht ein starker Stamm von Abonnenten dem Theater als wirtschaftliches Rückgrat dient. Aber auf diese Abonnenten muh das Theater zählen können, um der Aufgabe gerecht zu werden, die seiner im deutschen Kulturleben harrt. Das Thea­ter im Reich also das Theater in einer kleinen deutschen Stadt, ein Theater, das auf die Liebe, den Glauben und die Opferbereitschaft der Ein­wohner angewiesen ist ist längst über die be­queme Aufgabe, der Hauptstadt nachzuspielen, hinausgewachsen und ermöglicht es den Autoren, daß ihre Werke aufgefühct werden. Allenthalben kann man feststellen, daß durchweg die Abvn- nentenziffern gestiegen sind. Das Theater von Münster i. W. kann berichten, daß die Zahl seiner Abonnenten gegenüber dem Vorjahr um 95 v.H. gestiegen ist: das Oldenburg erLan- destheater weiß von einer Abonnentenzunahme um 100 v. H. zu berichten. Diese zwei 'Beispiele sind herausgegriffen aus einer großen Zahl von Meldungen. Leider kann das Stadttheater Gießen, das das Jubiläum seiner 25jährigen Spielzeit feiert und dessen künstlerische Erfolge stark und eindeutig sind, nicht zu den Theatern zählen, deren Abonnentenziffern zugenommen haben. Gießen hat noch nicht die Zahl der vorjährigen Abonnenten er­reicht. Abonnements für alle Tage und Plätze werden täglich während der Kassenstunden ent­gegengenommen. Bereits abgelaufene Vorstellun­gen werden verrechnet bzw. durch kostenlose Gut­scheine vergütet.

Ausstellung derSiegespreise der SNS.

Di« Gießener Rudergesellschaft 1 8 7 7 hat in dem Ausstellungsraum der Firma Heinrich Hochstätter am Kreuzplatz für einige Tage di« von ihren Mannschaften in diesem Jahre errungene Siegespreise (19) ausgestellt. Ins Auge fallen vor allem die wertvollen Wan­derpreise für dieErsten Ach ter siege" in Trier, Kassel, Limburg und Gießen, ferner die Preise für den ersten Vierer in Kassel und den Großherzogsvierer in Mainz. Der letzte darf wohl als der wertvollste angesprochen werden. Dieser Sieg gegen beste deutsche Mannschaften ist in einer gut gelungenen Bildaufnahme fest­gehalten. Er erhielt noch eine besondere Rote dadurch, daß die ehemalige grohherzogliche Fa­milie (die Stifter des Preises), nachdem sie das Rennen im Motorboot begleitet hatte, der sieg-

Es gibt in Deutschland etwa sechs Millio­nen Kleinkinder, Kinder also, die noch un­mittelbar auf die Sorge und Hilfe der Muttev angewiesen sind, die sich nicht selbst helfen kön­nen, die wehrlos jeder Gemeinheit und jeder Ge­fahr des Alltags ausgeliefert sind.

Don diesen 6 Millionen aber werden nur unge­fähr zehn bis höchstens zwanzig Prozent fürsorge­risch betreut oder ärztlich überwacht. Run ttnrb man vielleicht sagen: ist denn das so schlimm? Ist für das kleine Kind nicht die Mutter die beste Betreuerin, die aufmerksamst« Heberwacherin? Wenn man diese Frage in normalen Zeiten stel­len würde, dann müßte man sie ohne weiteres mit Ja beantworten. Aber wir wissen ja alle, daß die Zeiten, in denen wir leben, nicht normal zu nennen sind, daß sie vielmehr eine Periode dau­ernden Kampfes darstellen, des Kampfes um alles, was man zum Leben braucht, und Brot und Arbeit und Zeit und Raum. Wenn wir uns vor Augen halten, wieviel« von diesen sechs Mil­lionen ganz kleiner Kinder in furchtbar st en Wohnverhältnissen leben müssen, wieviele der Väter und Mütter dieser Kinder arbeits­los sind, wieviele von ihnen kein eigenes Bett haben, geschweige denn einen eigenen Raum zum Spielen, wieviele von ihnen auf das Mangelhafteste ernährt werden, dann werden wir verstehen, daß sich hervorragende Männer und Frauen darum bemühen, immer mehr und im­mer bessere Kinderhort«, Mütterberatungsstellen, Säuglingsheime, Kindergärten und Pflegestatio- nen «inzürichten. 11 nb wenn wir uns dann noch vor Augen halten, daß gerade die Jahr«, in de­nen wir ein Kind als Kleinkind bezeichnen, also die Jahre zwischen der Geburt und dem Einrücken in die höheren Schulklassen, die wahrhaft entscheidenden im Leben dieser kleinen Menschen sind, dann wird man es nicht nur ver- tehen, sondern auch sehr begrüßen, daß sich die Srzieher in Berlin zu einem Kongreß für Kleinkind - Erziehung zusammenfanden, und fünf Tage lang durch Dorträge und Ausspra­chen einander berieten und über die gegenseitigen Erfahrungen und Pläne unterrichteten.

Man ist sich längst darüber klar geworden, tote wichtig gerade diese Jahre, in denen das Kind noch in einer unverstandenen, unverständlichen Welt, in einer Welt, die nur h a l b W i r k l i ch - keit und halb nochTraum ist, lebt, für das Kind sind. Daß gerade diese Jahre sein späteres Leben und damit die Rolle, die es ein­mal im Ganzen der Gemeinschaft und des Volkes spielen wird, entscheidend beeinflussen, ja, fast form man sagen: festlegen. Und gerade, weil man das erkannt hat, ist «s verwunderlich, daß. wie Anna Freud in ihrem interessanten Vor­trag so richtig feststellte. man eigentlich den Er­ziehern des kleinen Kindes viel weniger Respekt entgegenbringt, daß man sie viel weniger wich­tig nimmt als die Erzieher, die sich mit den gro­ßer gewordenen Menschen befassen. Tatsache bleibt es, daß man die Aufgabe der Erzieher der ganz Kleinen noch immer nicht gebührend wichtig nimmt.

II.

Die Ausgabe von Steuergutscheinen für Mehrbeschäftigung von Arbeitneh­mer n erfolgt ebenso wie die Ausgabe von Steuergutscheinen für bestimmte Steuerzahlungen durch die Finanzämter. Anspruch auf Ausgabe von Steuergutscheinen für Me h r be s ch a f t r- gung von Arbeitnehmern haben beim Dvrliegen der erforderlichen Voraussetzungen die Unternehmer sämtlicher gewerblichen Betriebe und sonstigen Betriebe mit wirtschaftlichen Zwecken, einschließlich der Unternehmer von land- und forstwirtschaftlichen oder gärtnerischen Betrieben, ferner Personen, die eine freie und ähiuiche Be­rufstätigkeit ausüben, jedoch mit Ausschluß der Personen, die einen der reinen Kunst, oder der reinen Wissenschaft gewidmeten freien Beruf oder Rebenberuf haben. Ein Anspruch besteht nur, so­weit der Betrieb im Inland ausgeübt wird und die Arbeitnehmer ausschließlich oder überwiegend im Inland beschäftigt werden. Sämtliche betriebe desselben Unternehmens werden für die Berech­nung der Mehrbeschäftigung zusammengefaßt. Keine Anwendung finden die Bestimmungen über die Steuergutschein« für Mehrbeschäftigung von Arbeitnehmern auf die Hauswirtschaft, Heim­arbeit und das Hausgewerbe. Für di« Feststellung der Mehrbeschäftigung wird di« durchschnittliche Arbeitnehmerzahl eines Betriebs während der Monate Juni, Juli und August 1932 mit der durchschnittlichen Arbeitnehmerzahl während eines Kalendervierteljahres zwischen dem 1. Oktober 1932 und 30. September 1933 verglichen. Mehr- beschästigung, di« nicht auf «ine Vermehrung der Belegschaft, sondern auf eine andere Verteilung oder eine Verlängerung der Arbeitszeit zurück- zufübren ist, wird nicht berücksichtigt. Richt mit­zuzählen sind bei der Verrechnung der durch­schnittlichen Arbeitnehmerzahl

1. der Ehegatte des Arbeitgebers, sowie Per­sonen, die mit dem Arbeitgeber im ersten oder zweiten Grade verwandt oder verschwägert sind,

2. Hausgewerbetreibende einschließlich der

verborgen wurde, und diese Behauptung erfährt eine Unterstützung durch die neuaufgefundenen Dokument«. Unter allen Versuchen, in die Inka- Höhlen einzudringen, war der bedeutendste der des französischen Admirals Bougainville um die Mitte des 18. Jahrhunderts, der mit einer Flotte im Hafen von Arica vor Anker ging und die Matrosen zwang, mit Picken und Aerten an die Freilegung der Höhleneingänge zu gehen. Die Arbeit wurde aber nach einem Monat wieder auf- gegeben, und der Admiral muhte darauf ver­nichten, in den Jnka-Dunnel einzudringen und dort nach Schätzen zu suchen. Die nunmehr ein­geleiteten Untersuchungen Walkers begegnen eben- falls großen Schwierigkeiten. Er wird unterstützt von Eingeborenen, die über di« Einzelheiten der Fels-Formationen genauer unterrichtet sind. Bis­her ist man etwa 250 Meter in den Hauptgang eingedrungen und hat großartige unterirdische An­lagen gefunden. Riesige Grotten bilden wahre Tempell während an anderen Stellen der Tunnel so eng ist, daß kaum eine Person sich durchzwän- qen kann. Die Bevölkerung hat am Eingang der Höhle ein Mutter Gottes-Bild aufgestellt, das von zahlreichen Frommen besucht und mit Blu­men sowie Kerzen geschmückt wird. Die brennen- 6en Kerzen werfen des Rachts einen phantastischen Schein in die Höhl«, die aber bisher ihr Ge- heimnis noch nicht verraten hat.

Oas eitle Affenweibchen.

Der Londoner Zoo erhielt kürzlich Zuwachs durch das iin französischen Kongo gefangene Gorilla-Paar Mok und Moina. Dieser Tag« er­schien ein Filmoperateur vor ihrem Käfigs um sie für di« Wochenschau aufzunehmen. Das Weib­chen, Moina, erschien sofort Dorne an den Gitter­stäben, um ja recht gut sichtbar auf den Film­streifen zu kommen, während Mok, das Männchen, phlegmatisch in einer Ecke hocken blieb. Schließ­lich aber wurde Mok neugierig und kam ebenfalls nach vorne. Ob in diesem Augenblick in Moina .,Star"-Jnstinkte erwachten? Jedenfalls trieb sie den aufdringlichen Herrn Gemahl mit empfind­lichen Hieben wieder in feine Ecke zurück, um dann sichtlich befriedigt und ganz allein vorne wieder zu einer Großaufnahme Platz zu nehmen.

Me technische Seite der Steuergutscheine

Don Sieuerinspek or Frees, Gießen.

Oie Statue

des Ourchschniiis-AmenkanerS.

Im Reuyorker naturgeschichtlichen Museum hat man die Statue eines Durchschnittsamerika­ners ausgestellt. Di« Figur zeigt die durch­schnittlichen Formen und Maße von 100 000 Ame­rikanern, die bei ihrer Rückkehr aus dem Kriege auf ihre Körperformen hin genau untersucht wor- den waren. Der Berichterstatter derEvenlng- Post" hat sich die Figur angesehen und vom ästhe­tischen Standpunkt einer kritischen Beurteilung unterzogen. Sein Urteil lautet, daß Praxiteles den Hermes nicht hätte schaffen können, wenn ihm die heute lebenden Amerikaner als einzige Mo­delle zur Verfügung gestanden hätten. Der Durch­schnittsamerikaner ist ein männliches Wesen mit flacher Brust, runden Schultern und einem deut­lichen Ansatz zum Schmerbauch. Also ein Mensch von ausgesprochen schlechter Figur. Ein Glück für Amerika, daß einige der Männer mit den schlech­ten Figuren geschickte Schneider sind, die aus je­dem Amerikaner mit flacher Brust, runden Schul­tern und Ansatz zum Schmerbauch einen Adonis machen.

Oie Geheimnisse der Inka-Höhlen.

Die ersten nachdrücklichen Versuche, die großen Höhlen der Inka, In denen sie ihr« Schätze ver­borgen haben sollen, wissenschaftlich zu erforschen, sind jetzt von Guillerme Walker unternommen worden. Wie aus Santiago In Chile berichtet wird, benutzte er dabei die Entdeckungen histon- scher Berichte Im Museum von Santiago. Seit dem ersten Eindringen der Weißen sind dle Inka- Höhlen, die durch die trockenen Abhänge des Morro-Felsens an der Küste in der Aahe des chilenischen Sa|«ie Arica 'n Tum-ln und Sälen sich durchziehen, von dem Schleier des Geheim­nisses umgeben. Gin Durchgang soll sogar bis nach Cuzco der einstigen Hauptstadt des Inka-Reiches führen. Rach der Mcberlteferung benutzten die ®te- ner der alten Herrscher diesen Tunnel, um frische Fische die dadurch vor der Sonne geschuht wur- den, auf die königliche Tafel zu bringen. Die Sage berichtete weiter, daß dieser Durchgang als die Macht der Inkas im Sinken war, verschlossen und

Die Ausstellung der verschiedenen gro­ßen Jugend-Erziehungsgefellschaften, die dem Kongreß angegliedert war, beweist, daß in Deutschland eine erfreulich große Zahl von Men­schen sich mit wahrer Leidenschaft und großem Talent und hingebender Einfühlung dieser Auf­gabe gewidmet hat. Und wie verschieden die Wege, die die verschiedenen Gesellschaften und ihre Systeme auch einschlagen, auch sein möaen, allen gemeinsam ist der Wunsch, das Kleinkind aus der oft drückenden Atmosphäre der häus­lichen Rot, aus dem ganzen schweren Alltag, den es ja noch früh genug erfahren wird, her­auszunehmen, und ihm, für ein paar Stunden, ein paar Tage in der Woche oder im Monat wenigstens das zu geben, was es braucht: das Spiel.Aufgabe ,ber Erzieherin ist es, das Kind so lange es will und so ungestört wie mög­lich spielen zu lassen", ist einer der Leitsätze der Fröbelfchulen. Aber nicht nur zum Spiel, auch zum langsamen Uebergleiten in wirkliche nützliche Arbeit will di« Frödelschul« erziehen. Sie ist der Ansicht, daß zwei Stunden täglich auch im Leben des Kleinkindes (soweit «s dessen fähig ist, natür­lich) mit richtiger wertvoller Tätigkeit ausgefüllt fein sollen, well auf solch« Meis« nie die spätere Unlust zur Arbeit entstehen könnte.

Auch Maria Montessori, die große Ju- genderzieherin, will dem Kind in dieser schweren Zeit die Möglichkeit geben, feine schöpferische Phantasie frei zu entfalten, ungestört zu spie­len, zu bauen, die Welt der Formen und der Farben allein und nur mit unmerklicher Ableitung zu entdecken.Wir selber müssen alle Dinge vor Dem Kind ausbreiten und übersichtlich gestalten, damit das Kind dann selbst lange mit ihnen ar­beiten kann." Auch sie glaubt an bi« früh ein- setzende Arbeit des Kindes, glaubt, daß das kind­lich« Spiel gleichbedeutend mit der frühzeitigen Entwicklung zur Arbeit sein kann. Sie sagt:Die Anzeichen der kindlichen Aktivität sind sehr fein. Man muß an das Gute im Kinde glauben und sich mit Liebe und Sorgfalt vorbereiten, um sie erEemten zu können."

Man sieht, daß hier Menschen sind, die «s sich zur heiligsten Aufgabe gemacht haben, dem Kind in seinen Anfängen beizustehen, es zu verstehen und dem zarten Gewächs seiner Persönlichkeit die richtige Pflege zu geben.

Welchem System auch immer di« Kindergärten und Heime angehören, es ist alles in ihnen nur allein eingestellt auf das Kind, das in ihnen Sonne und Licht und Spielplatz finden soll, wenn es zu Hause zu düster und ernst ge­worden ist, wenn die Eltern keine Zeit haben oder durch die Rot zu sehr vergrämt sind.

Der Kongreß für die Erziehung des Kleinkin­des in Berlin, der beendet worden ist, war außer­ordentlich gut besucht, und Hundert« von alten und jungen Besuchern hörten aufmerksam und hin- gegeben den Vorträgen der großen Jugendlehrer zu, erfüllt von dem Wunsch, noch mehr zu lernen, zu verstehen und helfen zu können.

Heimarbeiter,

3. Arbeitnehmer, deren Beschäftigung auf we­niger als eine Woche entweder nach der Ratur der Sache beschränkt zu fein pflegt, oder Im voraus durch den Arbeitsvertrag befchränkt ist,

4. Arbeitnehmer, di« ausschließlich ober über­wiegend auf Provision, Dedienungsgeld ober ähnliche Bezüge angewiesen sind, wenn ihnen nicht ein Lohn oöer Gehalt al« Mindestverdienst zuge­sichert ist, der einem für gleichartige Arbeit im Betriebe geltenden Tarifsatz entspricht, oder man­gels eines solchen Tarifsatzes mindestens dem i Ortslohn gleichkommt; als Tarifsätze im Sinne I

reichen Mannschaft den prachtvollen Pokal . fönlich überreizte. Di« Großherzogin erklärte dabei, daß sie sich besonders darüber freue, daß