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den IahreS seit seiner Einführung konnten von der Reichsanstalt etwa 1000 Arbeiten anerkannt werden, die etwa 25 30 000 Arbeits- dienstwtlltgen Beschäftigung geben. Di« Strukturveränderungen der deutschen Wirt­schaft lassen es kaum möglich erscheinen, auch bei günstiger Konjunktur dasMilllonen- heer der Arbeitslosen wieder in den alten Ar­beitsplätzen unterzubringen. Ein Teil der ar­beitslosen Industriearbeiter muß auf das Land zurückgeführt oder auf landwirt- fchaftliche oder gärtnerische Arbeiten umgestellt werden.

Oie Gründung

des mandschurischen Staates.

Mulden, 9. März. (TU.) Der neue Präsident des mandschurigen Staates, der ehemalige Kaiser Puji, traf am Dienstagabend in der neuen Hauptstadt Tschangtschun ein, wo am heutigen Mittwoch die Gründungsfeier des neuen

Staates gefeiert wird. Puji, der in einem Son- derzug gereist war, wurde am Bahnhof vom japanischen Konsul, mandschurischen Generalen, darunter General Ma, sowie mongolischen Prin- zen und Ministern des neuen Staates empfangen. Unter den gekreuzten Flaggen Ja­pans und der Mandschurei bestieg er seinen Wagen und fuhr durch ein langes Spalier Don japanischen und mandschurischen Truppen, hin­ter denen sich die Menge verbeugte. Die Schul­kinder winkten mit den fünffarbigen mandschu­rischen Flaggen. Puji begab sich zur Stadthalle, die er zu seiner vorläufigen Residenz bestimmt hat und die vollkommen von mandschurischen Truppen umgeben ist.

Rach einer Meldung der japanischen Rachrich- tenagentur wurde der Sonderzug, in dem der japanische Befehlshaber General Honscho nach der Teilnahme an den Feierlichkeiten aus Tschangtschun nach Mulden zurückkehrte, von etwa 300 berittenen Banditen angegrif- f c n. Einer herbeigeeilten Abteilung japanischer Truppen gelang es, die Angreifer zu vertreiben.

Kein Slaaiszuschuß zur Sanierung der Hegemon.

Darmstadt, 9. März. (WHP.) Der Finanz­ausschuß des Hessischen Landtags führte die Bera- tung der Sanierung der Hegemag zu Ende. Von der Regierung wurde erklärt, da im Falle des völligen Zusammenbruches der Gesellschaft die Gefahr einer schweren Schädigung der hessischen Bauwirtschaft besteht, so glaubt die Regierung, es nicht verantworten zu können, jede Hilfe bei der Sanierung der Hegemag abzulehnen. Bare Auf­wendungen des Staates könnten freilich leider nur aus den für den Wohnungsbau noch zur Verfügung stehenden Beträ­gen gemacht werden. Die Regierung ist ober der Auffassung, daß durch die Kürzung der Mittel zur Förderung der Neubautätigkeit um etwa 165 000 RM. die hessische Wohnungswirtschaft weniger be­nachteiligt würde, als wenn in zahlreichen Gemein­den des Landes die Bauwirtschaft und die Hypothc-

kenkredite schwer notleiden würden. Die Regierung bittet daher um die Ermächtigung, für diesen Zweck 165 000 RM. den für den Wohnungsbau verfüg­baren Mitteln zu entnehmen.

Nach einer lebhaften Aussprache wurde zunächst die grundsätzliche Frage gestellt, ob die Zweck­mäßigkeit mit der Sanierung der Hegemag überhaupt noch weiter ermöglicht wer­den soll. Mit den Stimmen der Rallonalsozia- listen und Kommunisten gegen Zentrum und So­zialdemokraten wurde die Frage verneint. Damit war das Ersuchen der Regierung erledigt, und eine Abstimmung darüber fand nicht mehr statt. Es bleibt also der Hegemag überlassen, ohne die von der Regierung gewünschten Zu­schüsse eine Sanierung aus eigenen Mit­teln zu versuchen.

Oer Wahlkampf.

Wahlkampf und Außenpolitik.

Berlin, 9. März. (CNB.) Amtlich. Ein rechts­stehendes Berliner Blatt hat gesterir dem Reichs­kanzler Dr. Brüning vorgeworfen, daß er sich zu stack an b c m Präsidentschaftswahl- kamps aktiv beteilige und darum d i c außenpolitischen Interessen Deutsch, lands nicht mit der Gründlichkeit wahrnehme, die ihnen gerade jetzt zur Zeit der Abrüstungsverhand­lungen in Genf zukomme.

Zu diesen Angriffen wird darauf hingewiesen, daß die Reichsregierung im Januar d. I. den Versuch einer varlame ntarisch en Verlängerung der Präsidentschaft des derzeitigen Reichs- Präsidenten hauptsächlich aus außenpoli­tischen Gründen unternommen habe. Dieser Versuch sei bekanntlich an derIntransi- genz der nationalen Opposition ae- scheitert, die darum am wenigsten zu An- griffen auf die Haltung des Reichskanzlers berech­tigt sei. Dies um so mehr, als auch d e r z w e i t e von führenden Persönlichkeiten des öffentlichen Le- bens in Deutschland übernommene Versuch, Herrn von Hindenburg als Kandidaten einer na­tionalen Einheitsfront zu nominieren, von pcn gleichen Kreisen zum Schei­tern gebracht wurde. Daß Dr. Brüning, nach, dem der Wahlkampf u n u e r m e i b 11 d) gewor­den [ei, mit aller Entschiedenheit in i h n eingreife, sei angesichts der Wichtigkeit dieses .Kampfes zwischen Ordnung und Ehaos nur zu be­grüßen. Im übrigen wertet man den Angriff, der auf den Reichskanzler gemacht wurde, als ein E i n- geftänbnis der nationalen Opposition, die nun allerdings zu spät erkenne, wie sehr es im gefamtpolitischen Interesse des Rei­ches gelegen habe, wenn man diesen Wahlkampf ia der von der Regierung seinerzeit beabsichtigten Form hätte umgehen können.

Oie Hessische Landvolkpartei für Hindenburg.

Die Hessische L a n b v a l k p a r t e i erläßt zur Präsidentenwahl einen Ausruf, in dem es u. a. heißt: Daß Hindenburg heute nicht wie 1925 der Kandidat einer einigen nationalen Rechten ist, ist nicht die Schuld der Landvolkpartei und auch nicht die Schuld Hindenburgs. Für die Landvolkpartei bleibt Hindenburg der beste Träger wahrhaft natio­naler llcbcrllcfcrung in Staat und Wehrmacht! Die feste Burg germanischer und christlicher Tat und Pflichtgesinnung. Der Fels im Sturm um Deutsch- lands Macht und Einigkeit nach innen unb außen. Der getreue Eckeharb unb Führer im Kampf um Freiheit unb Gleichberechtigung Deutschlanbs in ber Welt. Die letzte Verkörperung ber uralten Gemein­schaft zwischen Schwert unb Pflug. Der beste Bürge für christliche, nationale, konservative, bobenständige Staatspolitik.

Daß bic zerfallene Harzburger Front Hindenburg zum Vertreter des staatsfeindlichen unb volksfrem- den Systems stempeln will, empfinden wir als Schande unb Schmach für die Nation. Wir lassen uns deshalb nicht irre machen dadurch,' daß andere ihn wählen, die ihn früher bekämpft haben. Es ist mehr Freude Im Himmelreich über einen Sünder, der Buße tut, beim über neununbneunzig Gerechte." Hindenburg bie Treue zu halten unb ihm bei ber Reichsprasibeiüenwahl unsere Stimme zu geben, ist unsere selbstverständliche Pflicht, worüber aufrechte deutsche Männer weiter fein Wort verlieren. Wenn alle untreu werben, so blei ben wir ihm treu!

Oingeldey spricht für Hindenburg.

Berlin, 9. März. (TU.) Rcichstagsabgeord- neter Dingeldey führte in einer Kundgebung der DDP. Berlin in den Wilmersdorser Tennis­hallen u. a. au8: Die Wahl des Staatsoberhaup. res wird Antwort geben muffen auf die Frage, ob das deutsche Volk in dieser Zeit tiefster Zer­rissenheit und weitverbreiteter Hoffnungslosig­keit noch die Kraft hat, sicheinlehtes, eini­gendes Symbol des nationalen Le­benswillens zu erhalten. Die Regierung Brüning ist auf dem Wege zwischen Erkenntnis

und Tat stets stecken geblieben. Steigende Er­bitterung in den Massen deS Volkes, wachsende Krisen sind die Folgen.

Deshalb unb weil bie DBP. bie klare Frage der Verantwortung an bie Führer b er Rechtsparteien gerichtet zu sehen wünsche, sind wir in Opposition zu Brüning ge­treten. Wir wollen nicht, baß mit einem Schein bes Rechts die Opposition behaupten kann, sie werde mit künstlichen Mitteln von ber Verantwortung ferngehalten. Wir benken selbstverständlich ebenso- wenig an eine Kapitulation vor bem Nationalsozia­lismus. Die Herren ber Opposition müssen sich dar­über klar sein, daß eine Regierung nur möglich ist mit der bürgerlichen Mitte, daß ihnen bic Kraft zum gewaltsamen Niederhalten ber an­deren Hälfte des Volkes Immer fehlt.

Gerade wegen dieser scharfen Ge­gensätze in der Innenpolitik ist die Wahl des Feldmarschalls von um so größerer schicksalhafter Bedeutung. Der Heerführer des kaiser­lichen Heeres, der Mann, dessen Leben sich in alt- preußischer Pflichterfüllung unb im kaiserlichen Dienst vollzogen hat, ist auch heute ber konservative Mann, beseelt von klarem nationalem Willen, ber er immer war. Er verkörpert Kraft unb Größe ber Vergangenheit unb ben Glauben an bie deutsche Zukunft.

Was hat die Ha rzburger Front dem ent- gegenzuftellen? Mangelnde Einingkeit. innere Zer­splitterung, den rücksichtslosen Machtwillen auf Kosten ber anderen, das Geltungsbedürfnis von Parteiführern. Hindenburgs historischer Qlamc kann auch durch die nicht aus innerem Glauben, sondern aus Rützlichkeitsgründen gegebenen Wahl­hilfe der Eisernen Front nicht verdunkelt werden. Ich weiß aus eigener Anschauung und betrachte es als eines der stärksten Erlebnisse, daß dieser Mann mit absoluter geistiger Klarheit, m i t einer festen Linie politischen Wol­lens jenseits aller Parteipolitik bas Volk ber Freiheit cntgegenführen will.

Massenkundgebungen der RGOAp. in Berlin.

Goebbels lädt den Reichskanzler zum Rededuell ein.

B e r l i n , 9. März. (211.) Die RSDAP. Ber­lin veranstaltete am Mittwochabend im Lust­garten einen Massenaufmarsch. Der Lust­garten war dicht beseht. Rach voraufgegangenem Spiel der Rationalhymne und anderer vater­ländischer Lieder sprach Reichstagsabgeordneter Dr. Goebbels. Die Kundgebung schloß mit einem Heil auf Hitler. Einige Flieger kreisten über der Versammlung und warfen Flugblätter ab. Dem Aufmarsch ber RSDAP. im Lustgarten folgte am Abend eine nationalsozilistische Massen­kundgebung im Berliner Sport- pa 1 ast. an der über 15000 Personen teil­nahmen. Auch hier sprach der Reichspropaganda­leiter Dr. Goebbels. Harzburg sei für die Rationalsozialiften nur eine taktische Koa­lition gewesen. Die RSDAP. habe nie be­absichtigt. irgendwelche Zugeständ­nisse zu machen. Die deutschnationale Forderung auf Aufgabe des sozialistischen Programmpunktes könne von der RSDAP. kaum ernst genommen werden. Der Vorwurf, herrschsüchtig zu sein, ehre bie RSDAP. Die Rationalsozialisten stün­den nämlich auf dem Standpunkt, daß nur einer Recht haben könne, und das wären sie.

Goebbels forderte bann unter bem Beifall ber Versammlung ben Reichskanzler Dr. B r ü n i n g zu einem Rebekampf heraus. Er labe ihn zu ber letzten nationalsozialistischen Massenversammlung por ber Wahl nm fommenben Samstag in den Sport- p a l a st ein unb stelle ihm bie Hälfte ber Ein­trittskarten zur Verfügung. Die Unkosten trage bie NSDAP. Goebbels schlug weiter vor, biese Kund- gebung, auf ber Brüning genügenb 'Jicbexeit unb auch bas Schlußwort erhalten solle, auf sämtliche Runbfunksenber zu übertragen. Dr. Goebbels fei auch bereit, ohne Anspruch auf Eintrittskarten zu erheben, auf ber am Freitag ftattfinbenben Sport- palaftoerlammlung, für bie Dr. Brüning als Rebner angekündigt sei, zu sprechen. Das deutsche Doll

werbe bann erkennen, auf welcher Seite das Recht et. Die NSDAP, senke noch heute in Ehrfurcht ben Degen vor bem greifen Felbmarschall. Aber ber Kampf am 13. März richte sich nicht gegen ben Sie­ger von Tannenberg, fonbern gegen bas System ber etzten breizehn Jahre.

Hitlers Frontdienst Gerichtliches Verbot von Verleumdungen.

Hamburg, 9. März, (CNB.) Gegen eine Ver­öffentlichung bes sozialdemokratischen Hambur­ger Echos, die sich mit ben Fronterleb­nissen Hitlers befaßte, ist eine einstweilige Verfügung ergangen. Die Zivilkammer bes Land- Gerichtes hat nun heute biese Verfügung aufgeho- >en unb mit ber Einschränkung, baß es bem Blatt verboten wirb: 1. über ben Kläger zu verbreiten, er habe sich in Oe st erreich seiner Dienstpflicht entzogen unb sei, jim einer Bestrafung als Deserteur zu entgehen, freiwillig in bie beutscye Armee eingetreten; 2. bie Dienst- lei ft ungen bes Klägers im Felbe so bar­zustellen, als ob ber Kläger sich seiner Pflicht als Soldat zu entziehen versucht habe. Von ben Kosten des Verfahrens hat ber Kläger, Abolf Hitler, ein Viertel, bic Beklagten brei Viertel zu tragen. Das Urteil ist vorläufig vollstreckbar.

Aus aller Welt.

Eine späte Wiedergutmachung.

Der Fall P a o l i Schwartz, der die deutsche Oeffentlichkeit wiederholt beschäftigt hat, ist nun­mehr durch einen Gnadenakt des Pra- identen der französischen Republik beigelegt worden, so daß Schwartz endlich die Strafkolonie Cayenne als freier Mann verlassen kann. Dieser schwierige Fall, über dessen Regelung jahrelange Verhandlungen zwischen der deutschen Botschaft in Paris und >er französischen Regierung geschwebt, ist d u r ch äußerst verworrene Staatsangehö­rigkeitsverhältnisse entstanden. Paoli Schwartz, der als Sohn eines franzö- ischen Beamten elsässischer Abstam- mung auf Corsica geboren ist und später im deutschen Elsaß gelebt hat, wurde sowohl von deutscher wie von französischer Seite in Anspruch genommen. Tatsächlich hat er während des Krieges auf deutscherSeite Heeresdienst getan. Während des Waffen­stillstandes ist er dann von der französischen Be­satzung verhaftet und von einem Kriegs­gericht zu lebenslänglicher Zwangs­arbeit und Deportierung verurteilt worden, weil er als Franzose gegen Frank­reich Kriegsdienste geleistet hätte. Dem Gnadenakt vorangegangen war die Entlas­sung Schwartz' aus dem französischen Staats­verband. Die zuständigen deutschen Konsulats­behörden sind vom Auswärtigen Amt angewiesen worden, Schwartz die Rückkehr nach Deutschland in jeder Weise zu erleichtern.

Der Diebstahl an der Universität (Böttingen.

In D rc s d c n ist der 25jährige Stubent ber Me- bizin Arthur Pfleghaar, ber angeblich ben Federmantelbiebstahl im Anthropologischen Institut ber Universität Göttingen begangen haben soll, von ber Kriminalpolizei ermittelt unb vorläufig f e ft g c n o m m c n worben.

Scharfe Maßnahmen

gegen das Erpresserunwefen in USA.

Offenbar unter bem Einbruck ber Entfüh- rung des Linbberghbabys hat bas Reprä­sentantenhaus sich zu einem energischen Schritt gegen bas Ervresserunwescn in ben Vereinigten Staaten entschlossen. Es hat ein Gesetz angenommen, bas bie Absendung von Drohbriefen durch bic amerikanische Post zu einem Verbrechen gegen ben Bunb erklärt, welches mit20Jahren Gefäng- niö unb 5000 Dollar Gclbbußc zu bestrafen ist.

Die beulschen Asienflieger' in Venedig.

Die deutsche Bertram-Atlantis-Expedition, die am 29. Februar in Köln startete und zunächst nach Friedrichshafen flog, ist in Venedig eingetroffen und von der Militärbehörde ehren­voll empfangen worden. Das Wasserflug- » Atlantis geführt von Kapitän Bertram, r einen sehr schwierigen Flug im Schnee- sturm über die Alpen zu bestehen. Auf diesem Wege verschlechterte sich das Wetter im weiteren Verlauf dermaßen, daß eine Zwi­schenlandung in derEtsch- Mündung notwendig wurde. Die nächste Etappe soll Athen sein, von wo aus der Flug planmäßig b i s n a ch China fortgesetzt werden wird.

Das neue Vierpfennigstück kaum im Verkehr: unb schon gefälscht.

Dienstag sind die ersten Vierpfennig­stücke in den Verkehr gelangt, und schon haben sich Leute gefunden, bie sie zu Einmark- stücken u m g e f ä l s ch t haben. Auf der Ber­liner Kriminalpolizei erschienen Geschäftsleute und zeigten Dierpfennigstückc vor, die versilbert und als Einmarkstücke in Zahlung ge­geben worden waren. Der Betrüger hat sich zunutze gemacht, daß die Vierpfennigstücke nur eine Kleinigkeit größer sind als die Markstücke und denselben Adler auf der Rückseite tragen. Die Polizei mahnt deshalbzurVorsicht und weist darauf hin, daß die Vierpfennigstücke zum Unterschied zu den Einmarkstücken keinenAra- beskenkranz haben und daß auch die Zäh­nung am Rande fehlt.

Schweres Lxplofionsunglück in einer amerikanischen Gasanstalt.

In Camden (Rcw Jersey) explodierte in einer Gasanstalt, in der etwa 20 Arbeiter be­schäftigt find, ein großer Gasbehälter. Acht Personen wurden getötet, vier erlit- teii so schwere Verletzungen, daß sie in ein Krankenhaus gebracht werden mußten. Dazu kom­men noch sechs Schwerverletzte. Man ter mutet, daß es sich um einen Betriebsunfall handelt, der dadurch entstanden ist, daß ein Funke von einem Werkzeug auf das mit Schwefelsäure ge­tränkte ReinigungS material übersprang. Schwerer Schneesturm in den vereinigten Staaten.

Ein schwerer Schneesturm tobte am Dienstag über den östlichen Staaten ber USA. Hunderte non Automobilen, darunter zwei große Auto­busse, blieben in ben Schneemassen stecke n unb mußten burch Flugzeuge verprovian­tiert werben. Den Fahrgästen bes Autobusses gelang es nach zwölfstünbiger harter Arbeit sich noch Ba­tavia bei Neuyork burch ben Schnee burchzuarbeiten, gefolgt von 50 weiteren Automobilen, bic ebenfalls die Nacht über ftctfcngeblieben waren. Der Wächter der Leuchllurm-Bake auf dem Ringberg bei Sun­

bury im Staate Pennsylvania war 25 Stunden von ber übrigen Welt abgeschnitten unb würbe von ben Flugzeugen ber United Ale Lines versorgt. Verschiedene Personen unb Güter­züge blieben in Pennsylvania im Schnee stecken. Die ßanbleute ber Umgeaenb arbeiteten sich mühevoll an bie Züge heran und versorgten bie Fahrgäste unb die Eisenbahner mit Lebensrnitteln.

Hunde im Dienste des Schmuggel».

Wiclun, im südwestlichen Kongreßpolen,, unge­fähr 40 Kilometer vom oberschlefischen Kreuzburg, ist ein bekanntes Schmugglernest. Aus Deutschland werden dorthin über die grüne Grenze Tabak, Sakcharin, Apfelsinen geschmuggelt. Aber nicht nur die Menschen paschen dort, sondern auch bie Hunbe. Kürzlich wurde ein Schäferhund f e ft g e n o m m e n", ber 4 Kilogramm beutschen Tabak über bie Grenze gebracht hatte. Dem Tier war offenbar von feinem Herrn eine zu große Strecke zugemutet worben; jebenfaUs fanben bie Grenzwäch. ter ben Hund im Schnee, frierenb, erschöpft, bem 23 e r e n b en nahe. Das Tier würbe in Pflege genommen, die Kontrebanbe beschlagnahmt.

Aus ber Provinzialhauptstadt.

Gießen, den 10. März 1932.

Oer Osterhase im Schaufenster.

Von Peter Bauer.

Trotz Armut und Rot, die unsere Gegenwart überschatten, hat er sich auch in diesem Jahre mit der gleichen Selbstverständlichkeit eingestellt, mit der der Frühling wiederkehrü Er gehört mm einmal, seitdem er in die kindliche Welt als öster­liches Wundertier eingeschmuggelt ist, zu den unentbehrlichen Trabanten des Festes.

Die Schaufenster der Konditoreien und Kon­fitürengeschäfte wimmeln von Hafen in allen Gröben und Stellungen. Allerdings überwiegt, mögen sie aus Schokolade, Marzipan oder Zucker sein, das kleine, unseren auch sonst bescheiden gewordenen Ansprüchen entsprechendere Format. Ob Meister Langohr auf allen Vieren, wie in eine Furche geduckt, kauert oder auf den Hinter­läufen emporgereckt seineMännchen mach?', sein Anblick entzückt jedes Kinderauge und stimmt jedes Kinderherz erwartungsvoll und osterfroh. Während die Hasenleute, die in Kieben Eier auf dem Rücken tragen, den Bauern gleichen, die ihre Erzeugnisse in Körben zum Wochenmarkt bringen, gibt es auch aufgeputzte Stutzer und Flirtdamen unter ihnen, als wehte ihnen Groß­stadtluft um die Löffel. Manche Osterhasen sitzen in halbkugeligen Restern, als wohnten sie auf Bäumen wie Eichhörnchen, um sich herum ein Gelege von kleinen bunten Eiern, wie wir sie von niedlichen Singvögeln kennen. Eier sind über­haupt in allen Größen da. Dom Forinat der Straußeneier bis zu dem der Tauben. Zu großen Ausgaben will der Osterhase dabei gar nicht verleiten. Riemand soll sich wehtun. Er ist in keiner anderen Absicht gekommen, als Osterfreude zu wecken, indem er an das Schenken erinnert. Der Osterhase ist geradezu das Symbol des Schenkens. Man braucht gar nicht am Konll- türengeschäft stehen bleiben, es muh keineswegs ein Schokoladen- oder Marzipantierchen sein, das man schenkt, das man besonders größeren Kindern und Erwachsenen schenkt. Man kann mit tausend anderen Dingen Freude bereiten. Die heimlichen Wünsche sind leicht zu erraten. Wie man an Weihnachten für den Winter schenkt, so kann man an Ostern für den Frühling schenken. Eine neue Krawatte, ein paar Strümpfe, einen Gürtel, eine Tasche, ein Buch, was wäre überhaupt nicht geeignetals Osterhase" beglücken zu können!

Es ist noch Zeit genug, sich's zu überdenken und die Wahl zu treffen. Der Osterhase im Schaufenster will nur an den schönen Brauch erinnern, daß man nicht am Feste überrascht wird und selber zu überraschen vergaß.

Gestern sah ich zwei kleine Mädchen vor der bunten Hasenschau eines Konfitürengeschäftes stehen. Sie strahlten mit großen Augen den Reich­tum an. Ihr Plaudermund stand nicht still.Ich will den da!",Ich will den großen»",Den mit den vielen Eiern!" und ähnlich schnatterten sie vergnügt und tupften mit den winzigen Zeige­fingern eifrig an die Scheibe. Ohne daß sie eS merkten, teilten sie auf diese Weise den ganzen Hasenbestand des Fensters samt Eiern und Küken unter sich auf. Aber sie kamen nicht ins Streiten. Sie mißgönnten einander nichts, selbst wenn ein­mal ein Hase bestimmt wurde, der bereits von dem Partner gewählt war. Der Lieberschwang ihrer Freude entrückte sie weit aller Sorge und Rot, an der die Vorübergehenden mit ernsten Gesichtern schwer trugen. War cs nur kindliches Spiel, das sie trieben, bewußtes Schwelgen in dem, was ihre Sehnsucht beschäftigte?

Sie plauderten noch und lächelten, als sie weitergingen: Zwei Glückliche, an denen dis Passanten ihre Freude haben mußten.

Der Osterhase im Schaufenster ist demnach doch ein Wundertier...

Billige Osterreisen auf der Reichsbahn.

Die Reichsbahndirektion Frank­furt a. M. teilt mit:

Zu Ostern gibt die Reichsbahn verlän­gerte Sonntagsrückfahrkarten in allen Reichsbahnverbindungen aus, für die die Ausgabe von Fahrkarten des ge­wöhnlichen Verkehrs möglich ist. Für Verbindun­gen, .für die keine Sonntagskarten fest aufliegen, werden sog. Blanko-Sonntagsrückfahrkarten neu geschaffen, bie nach Errechnung des Fahrpreises geschrieben werden müssen. Zwecks reibungsloser Abfertigung der Fahrgäste an den Fahrkarten- jchaltern und in den Reisebureaus ist vorgesehen, daß diese Karten spätestens zwei Tage vor An­tritt der Reise bestellt, oder gelöst sein müssen. Wo es möglich ist, wird naturgemäß auf die Ein­haltung der Frist nicht bestanden. Immerhin empfiehlt es sich, diese Karten rechtzeitig zu be­sorgen, damit keine Züge versäumt werden. Die Festtagsrückfahrkarten gelten vom2 3. März bis 3 um 4. April, und zwar zur Hin­fahrt nur vorn 23. März (den ganzen Tag) ab an allen Tagen bis einschließlich 28. März, zur Rückfahrt nur vom 24. März 12 Llhr ab an allen Tagen bis einschließlich 4. April. Die Reise muß am 4. April um 24 Uhr beendet sein. Auch die am 2. oder 3. April gelösten Sonntagsrückfahrkarten gelten bis zum 4. April 24 Uhr. Mit Festtagsrückfahrkarten können auch bv-Züge gegen Zahlung des tarifmäßigen Zu­schlags benutzt werden. Die Festtagskarten können auch bei allen Stellen des Mitteleuropäischen Reisebureaus gelöst werden.

Die Arbeiterrückfahrkarten gelte» ebenfalls vom 23. März ab. Die ta ber ZM