Freitag, 9. September 1952
llr. 212 Erstes Blatt
182. Jahrgang
Italien fordert Rüstungsausgleich
er die Führer der großen Parteien empfangen und ihre Anschauungen kennengelernt habe, damit der versuch gemacht werde, eine Zusammenarbeit zwischen dem Reichspräsidenten und dem Reichstag herbei- zusühren. Der Reichspräsident hat sich seine letzte Entscheidung vorbehalten. Damit war die Aussprache beendet.
Or. Bracht heute abend im Rundfunk.
B e r l i n , 8. Sept. (TU.) Der Bevollmächtigte des Reichskommissars für Preußen, Oberbürgermeister Dr. Bracht, spricht am heutigen Freitag, 9. Sept., in der Stunde der Regierung um 1 9.30 Uhr über alle deutschen Sender über das Ziel der preußischen Verwaltungsreform.
(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Stockholm, September 1932
pathische Haltung Italiens gefunden. Auf beiden Konferenzen aber hat Frankreich hartnäckigen Widerstand gezeigt. In sei- nen weiteren Ausführungen vertritt der Korrespondent die Ansicht, daß es Deutschland nicht schwer fallen würde, Argumente für
Die Herren Göring xunb Esser hoben dann dem Reichspräsidenten ihren Standpunkt in dem Sinne auseinandergeseht, wie er ja durch die Erklärungen bekannt ist, die in den letzten lagen von führenden Stellen ihrer Parteien abgegeben worden sind. Die Ausführungen des Präsidenten Göring gipfelten in der Bitte an den Reichspräsidenten, seine letzten Entschließungen nicht eher zu fassen, als
B e r l i n, 9. Sept. (WTB. Funkspruch.) Reichspräsident von Hindenburg empfing heute das neugewählte Präsidium des Reichstags: Reichstagspräsident Göring und die Vizepräsidenten Esser, G r a e f (Thüringen) und Rauch. Reichstagspräsident Göring stellte das neue Präsidium vor; der Herr Reichspräsident dankte für den Besuch und sprach den Herren seine besten wünsche für die Erfüllung ihrer Aufgabe aus. — wie wir erfahren, hat an dem Empfang auch Staatssekretär Meißner teilgenommen. 3m Anschluß an die Vorstellung des Präsidiums entwickelte sich eine Aussprache, die etwa 20 Minuten dauerte, und bei der alle Herren des Präsidiums zu Wort kamen. Reichstagspräsident Göring legte dar, daß der Reichstag eine arbeitsfähige Mehrheit habe, Vizepräsident Graef widersprach aber diesen Ausführungen grundsätzlich mit dem Hinweis darauf, daß es nicht Aufgabe des Reichstagspräsidiums sei, politische Verhandlungen mit dem Reichspräsidenten einzuleiten. Auch der Reichspräsident stellte sich auf einen ähnlichen Standpunkt, fügte aber hinzu, er habe nichts dagegen, wenn die Herren ihre Auffassungen zum Ausdruck brächten.
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Dr. Friedr. Will). Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Will). Lange; für Feuilleton Dr.H.Thyriot; für den übrigen Teil Ernst Diumschein und für den Anzeigenteil Mar Filter, sämtlich in Gießen.
Verzögerung bis Montag.
Pari», 9. Sept. (wTv. Funkspruch.) Mehrere Blätter berichten, daß die Rote an die Reichsregierung keine Kollektioantwort, sondern lediglich eine französische Antwort darstellen werde. Der Zeitpunkt der Ueberreichung hänge davon ab, wann das englische ft a b l n e 11 sich zur Stellungnahme der französischen Regierung geäußert habe, wahrscheinlich frühestens am Samstag, aber späte st e n s am Montag werde das sranzösische Dokument nach Berlin übermittelt und dann in Frankreich veröffentlicht werden. „Dntranfigeant“ teilt mit, daß der Entwurf der französischen Antwort gestern vom Kabinettschef herriots, Marcel Ray, nach London gebracht worden fei. Der französische Entwurf umfasse 14 handschriftliche Seiten. Er werde auch allen anderen Staaten unmittelbar aus dem gewöhnlichen diplomatischen Wege zugehen. „Ami du Peuple" verlangt, daß in der Ant- wort Frankreichs die Sicherheitsfrage in den Vordergrund gestellt werde. Selbstverständlich könne weder in London, wo der deutschfreundliche Macdonald regiere, noch in Amerika, wo die Hearst- Presse wüte, die französische Sicherheit abgeschäht oder gar sestgeseht werden.
Wie Wirb England sich stellen?
Paris, 9. Sept. (WTB. Funkspruch.) Der Lon- doner Berichterstatter des „Echo de Paris" glaubt, daß die Antwort der britischen Regie- r u n g aus Frankreichs Anfrage nach der Haltung Englands auf folgende vier Punkte hinauvlauscn werde:
1. Deutschland solle grundsätzlich die Gleichberechtigung erhalten;
2. die Berliner Regierung soll sich aber verpflichten, davon keinen Gebrauch zu machen durch Heraufsetzung ihrer Rüstun- gen;
3. ein allgemeines Abkommen über das Rüstungsproblem solle vereinbart werden;
4. die ehemaligen Alliierten, in erster Linie Frankreich, wollen sich zu gewissen Abrüstungs- maßnahmen im Sinne des hoooerschen Abrüstungsplanes verpflichten.
Sowohl der Londoner Berichlerstatter als auch der außenpolitische Korrespondent des „Echo de Paris" protestieren von vornherein gegen eine derartige Anregung, die auf nichts anderes hinauslaufe, als auf eine Schwächung des französischen Heeres.
Oer Fall Daubmasn
Frankreichs Antwort auf die deutschen 'Recherchen.
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Reichstagspräsideni Göring bittet um Empfang der Parteiführer.
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Wann wird Frankreich antworten?
Oer Entwurf der Antwortnote in London mitgeteilt.
die Initiative ergriff, wo es sich um die 'Abhilfe von Mißständen oder Durchsührung organisatori,cher Verbesserungen handelte. Er war der erste, der die militärische und zivile Verwaltung der Provinzen trennte; er ordnete Justiz, Finanzen und Schulwesen, gründete in Schweden und den damals schwedischen Ostfeeprovinzen Universitäten — darunter Dorpat — und gab dem Verwaltungsapparat: Formen, die für lange Zeiten vorbildlich waren. Für Schweden bedeutete Gustav Adolf das, was für Preußen Friedrich der Große war. Die Achnlich- feit zwischen den beiden Königen geht sehr weit; sie kämpften gegen eine Welt von Feinden und brachten trotz der langen Kriegsjahre Straft und Zeit auf, auch im Innern des Landes für Ordnung und
Das ganze Jahr 1932 hat in Schweden im Zeichen Gustav Adolfs gestanden. Ein großer Teil der Feiern sind naturgemäß auf deutschem Boden abgehalten worden, wobei schwedische Abordnungen zugegen waren. Seit langen Fahren sind die kulturellen Beziehungen zwischen Deutschland und Schweden durch nichts so angeregt worden, wie durch das Gustav-Adolf-Jubiläum, immer wieder stand bi e Waffenbrüderschaft und 0 e i ft e s g e • meinschaft der deutschen und schweb, dien Protestanten im Borbergrunbe ber R^ den unb Veranstaltungen. Unvergessen wirb bie mar tiqe Ansprache bleiben, bie ber schwebische General selbzeuqmeister, Generalmajor fjamma rsk jo P n Nürnberg hielt, als er in ber Worber Kirche bic Gebächtnistafel ber ichwebischen Krieger enthüllte die vor 300 Fahren im Kampf sur ihren König unb iiren Stauben in der Schlacht bei der Alten Veste Narben Am 6. November werben bie Feiern m Schweben wie in Deutschlanb ben Höhepunkt er- reichen: an bem Tage, wor vor bre. Fahrhunberten firfimebentöniq bei Lützen an ber Spitze seiner Regimenter ben Solbatentob fand. Den Auftakt ber Festlichkeiten bilben bie Festspiele, bie letzt im Stock- n^-.?>reilichtmuseum S k a n e n vor sich gehen.
D d ri n g -Drama „ffl u ft a d II. 21 ö o 1 V.
^ebenfalls n,(9 über hier kommt es ja auch 7ustL°^ring°°°tn° R-ch° mirtun06OoUet °ä°n°n
Henderson zumdeutschenWehrprogramm Tie Berpftichlnnsten aus dem ivcrsaitlcr Vertrag.
London, 8. Sept. (WTB.) Dei einer Der- sammluna der Trade Anion in Newcastle erklärte Henderson, der Präsident der Abrustungs- kommission. er inüsse frank und frei bekennen daß die Ergebnisse der Abrüstungskonferenz nach sechsmonatigen Vernuhungen noch weit von dem -3 i e l e n t s e r n t seien, das er erhofft habe. Man solle die Augen nicht vor der Gefahr verschließen, die sich aus den deut schen Forderungen ergäbe. Er vermöge nicht zu erkennen was Deutschland gewinnen könne wenn es sich von der Abrüstungskonferenz zuruckziehe. Lieber die Forderungen sollten in erster Lime die ehemaligen Alliierten verhandeln. Diese sollten ihre Verpflichtungen gegenüber den besiegten Ländern erfüllen und , der Konferenz ein Abrüstungsprogramm unterbreitem nach dem offenbare Angriffswasfe allgemein verboten würden, wie ste Deutschland durch den Versailler Vertrag unter- sagt wären. Ein solches Programm wurde am die ganze Welt Eindruck machen und die Regelung der deutschen Schwierigkeiten beträchtlich erleichtern.
Oie Abschaffung der D-Boote
London, 8. Sept. (WTD.) Der Marine- - korrespondent des ..Daily Telegraph" schreibt: Es ist nicht unmöglich, daß Deutschlands Forderung nach Rüstungsgleichheit zu einer gründlichen Rachprüfung der ganzen Frage der D-Voote führen und daß der englisch-amerikanische Vorschlag, der auf ihre Abschaffung hinzielt. in Frankreich eine günstigere Aufnahme finden wird als bisher. Das im Versailler Vertrag Deutschland auferlegte Verbot. U-Doote zu halten, war aufVeranlassung der britischen Marine stellen erfolgt, nicht um Deutschland einer bestimmten Waffen- art zu berauben, sondern um den Weg für die allgemeine Deseitigung der U- Doote vorzubereiten. Auf der Flottenkonfe- renz in Washington und auf der Londoner Flottenkonserenz von 1930 hat die britische Delegation die Abschaffung beantragt und hat auf der Londoner Konferenz die Unterstützung der Vereinigten Staaten und eine shm-
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Wohlstand zu sorgen.
Diele ber vergilbten Briefe von unb an Gustav Abolf sind in beutscher Sprache geschrieben. War boch seine Mutter — Kristina von Holstein — unb seine Gemahlin — Maria Eleonora von Brnn- benburg — beutscher Abstammung. Ein großer Teil aller Ausstellungsgegenstänbe steht birelt ober indirekt mit Deutschland in Verbindung. Auch von der Stockholmer Gustav - Adolf ° Ausstellung wäre zu wünschen, daß sie.in Deutschland gezeigt werden könnte: als (Erinnerung an ben Helbenkönig unb als ein Ausbruck ber Schicksalsverbunbenheit zweier stammverwanbter Völker.
Rom, 8. Sept. (WTB.) Der beutsche Schritt in ber Frage ber Gleichberechtigung wirb in ber Turiner „ötompa", einem ber maßgebenbsten Blätter Italiens, einer eingehenben Würbigung unterzogen. Der Verfasser, ein General, weist zunächst auf bas bestimmteste ben Gebanken zurück, Deutschlanb wolle mit seiner heutigen Forderung s i ch f ü r einen Revanchekrieg rüsten unb fährt bann fort: Wenn Deutschlanb bas Recht erhielte, sich anbers zu rüsten, als bas im Versailler Vertrag vorgesehen ist, so würbe sich — offen gesagt — eben bie militärische Hegemonie ft el« lung Frankreichs änbern. Das ist ber Grund, warum die Forderung Deutschlands Frankreich und feine Satelliten ängstigt. Wie könne man, so fragt der Verfasser unter Hinweis auf die moralische Seite der Frage weiter, verlangen, daß ein Heer, das nach den Worten des Friedensvertrags für den Schutz der Grenzen bestimmt fei, diesen Schutz übernehmen solle, ohne über die den Waffen des eventuellen Gegners entsprechende Rüstung zu verfügen? Wie könne man verlangen, daß b i e Rheinlandgrenze schutzlos bleiben solle, während auf der Gegenseite ein Festungssystem vor-
GiehenerAiizeiger
General-Anzeiger für Oberhesfen
Druck tmö Verlag: vrühl'fche UniverAatL-vuch- und Stetnöruderei B. Lange in Gießen. Schristleilung und Gefchäftrstelle: Schulftraße 7.
König ausO'^er Schlacht heraus und der Oberst r7n Zuchthaus verurteilt worden sei unb Rils^Vrahe nimmt, überwältigt vom Schmer; Iahre 1931 aus einem Gefangenentrupp, der mit und doch voller Stolz, von seinem Kriegsherrn der Ausbesserung von Straßen^. be^ftragt war, und König Abschied, während die ehrenvollen, geflohen sei. Hierzu stellt die französische Regie in treten Schlachten zersetzten Vanner sich über rung fest, daß den Militarstrasanstalten nur Leute die V^re^nk^ DZ H e r oische . nicht das Überwiesen würden, die zu Gefängnis verurteilt Sentimentale gibt Didrings Drama das Gepräge, worden seien. ,
Aur leise angedeutet, klingt die unglückliche Iu- Die deutsche Regierung wird 5"^ diese sran- aenbliebe des Königs jur schönen Ebba Vrahe zösische Rote hin das 40 Seiten lange /Proto» kn die dorischen Szenen hinein. - Es wäre zu k o 11 d e s D ° d i s ch e n L and e s p o li ze i a m- wünschen daß das Drama des im Vorjahre ver- t e s in Karlsruhe über die Vernehmung Daub- storbE'Schweden Ernst Didring auch in Deutsch- mann8 der deutschen D^schaft tn Paris zusteb- land zur Ausführung gelangen könnte, wenn man len, damit die neuen Momente, die in desem im Rovember die Erinnerung an den Heldentod Protokoll enthalten sind, an die beteiligten, fran- Gustcw Adolfs begeht zösischen Stellen herangetragen werden können.
In Deutschland kennt man den großen Schwe- Das Auswärtige Amt beabsichtigt ferner, sich in bcnlönig nur als Heerführer und Glaubenskämp- dieser Angelegenheit mit der Reichsvereinigung fer Er war jedoch auch auf allen Gebie- ehemaliger Kriegsgefangener in Verbindung zu ten der Verwaltung der größte Monarch, setzen, um die Angelegenheit restlos aufzuklaren. den Schweden je besessen. Wenn der Historiker l ----------
(Berlin, 8. Sept. (TU.) Die französische Antwortnote über den Fall Daubmann ist nunmehr in Berlin eingetroffen. Der vor einiger Zeit wieder in die Heimat zurückgekehrte Kriegsteilnehmer Daubmann behauptete bekanntlich, bis zu dem Zeitpunkt seiner Rückkehr als Strafgefangener in den französischen Kolonien in Rordasrika fest gehalten worden zu sein. Die sranzösische Regierung kommt in , ihrer Antwort zu dem Ergebnis, daß die Wahr-
aus ber Zeit Gustav Abolfs, angefangen von bem i>cc Angaben Daubmanns bestritten werden Tage, wo ber 17jährige Prinz in Nyköping zum müsse. Weder im französischen Mutterlande noch König gewählt nfirb — bis zum Tage von Lützen ,n jjen französischen Kolonien gebe es ehemalige
Die Aufführung ist eine würdige Feier des Ge- Kriegsgefangene, die eine ihnen in der Gesan- bächtnisses bes Helbenkönigs; sie ist festlich — unb genschast auferlegte Strafe zu verbüßen hätten, bas ist ja beim Festspiel bas Entfcheibenbe. Im einzelnen wird in der französischen Rote aus-
Desonders eindrucksvoll find die großen Volks- geführt, daß die Rachsorschungen sowohl in den szenen und Kampfbilder, die sich um die Gestalt Archiven des Pariser Gefundheitsamtes als auch Gustav Adolfs gruppieren. In den prächtigen in den Militär- und Zivilgefangnisfen von Lille, mittelalterlichen Uniformen treten Hunderte von Amiens, Rouen, Avignon und Marseille ergeb- Reitern unb Fußsoldaten auf. Rur im weiten nislos geblieben seien. Rirgendwo sei eine Spur Rahmen der Freilichtbühne sind solche Szenen von Daubmann entdeckt worden. Es sei auch nicht technisch möglich, nur im Rahmen der Freilicht- möglich gewesen, die Anwesenheit Daubmanns in
den'und^Veranstastungen. Unvergessen wird die mar , bühne vermögen sie Lebenskraft zu gewinnen, irgendeiner französischen Sitzung। in.
Öen uno zjerann i y v raI, ^on ergreifender dramatischer Wirkung ist der festzustellen. Daubmann habe bekanntlich ul a. gelt», Schlußakt; die getreuen Krieger tragen ihren toten sagt, daß er durch ein Kriegsgericht zu 20^ atz-
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Schweden feiert Gustav Adolf
Von unserem Dr. O.-Berichtersiatier.
®eiier das Wort prägte: ..Die schwedische Geschichte ist die Ge'chichte seiner Könige", so dachte er sicher in erster Linie an Gustav Adalf. Ohne seinen Einsatz ist die Geschichte Schwedeiis un Dreißigjährigen Kriege nicht au denken. 2a. man kann noch einen Schritt weitergeben und fragen: wie wäre es in Deutschland, wie wäre es dem
, . , , , . .. Protestantismus ergangen, wenn nicht der König
sein Recht auf den Vau von U-Voo ten Heinen Landes im Rorden über die Ostsee zu fmden. Diese Moglichkei^^se» in geeilt und an dem Glaubenslarnpfe teilgenommcn
rinekreisen feit langem v o r a u s g e s e h e n wor- “
^nx.Un?-rrlÄ or\ f6* nnM V n U2n der Leibrüstka.nmer des nordischen Mu- »u ^völligen Abschaffung der U-Voote be- fcum8 ju Stockholm findet eine groß angelegte trachtet worden. Ausstellung statt, die den König auf allen
seinen Wirkungsgebieten anschaulich schildert.
* “ Gewiß steht auch hier ber Krieger im Vordergrund: ehrfurchtsvoll bleibt man vor den zerschossenen Rüstungen und blutgetränkten Kleidungsstücken stehen, die Gustav Adolf bei Lützen Händen ist, das nur den Worten nach defensiv sei? I trug. Auch der berühmte schwarzbraune Hengst, Und wie könne man fchließlick bic Beibehaltung aus dessen Rücken Gustav Adolf starb, ist aus- eines kostspieligen, wenn auch zahlenmäßig be- gestellt und nimmt sogar einen Ehrenplatz ein. schränkten Berufsheeres fordern? Än die Enge ge- Don der hohen Wölbung des kirchenähnllchen trieben stelle Frankreich diesen Argumenten das Prachtbaues der Leibrüstkammer hängen die Recht des Siegers über den Besiegten alten schwedischen Fahnen von Gustav Adolfs gegenüber. Erkenne Frankreich nicht, wie außer- Regimentern und die vielen erbeuteten feind- ordentlich stark die Beweisführung des Reichswehr- lichen Feldzeichen herab; jedem Schweden muß Ministers v. Schleicher fei, wenn er sage: Ein Staat, I das Herz höher schlagen, wenn er sich hier tm der seinen eigenen Bürgern die Sicherheit gegen Vanne des H<2ldenkönigs und inmitten_ all der von außen drohende Gesahren nicht gewährleisten Trophäen aus einer Zeit sieht, wo Schweden kann, ist an der eigenen Ledens wurzel europäische Großmacht — unb der Schweden- getroffen unb beshalb — unb nicht wegen er- lonig ber mächtigste Mann feiner Zeit war. logener geheimer Rüstungen — ein Element Doch neben dem Krieger lernen wir an ben vielen ber Unsicherheit in ben internationalen Be- Ausstellungsstücken ber Leibrüstui gskammer mich Ziehungen. Für Frankreich ist tatsächlich ber Augen- die kluge unb weitschauenbe Vcrwaltungsarbeit Gu- blick gekommen, wo es seinen Weg wählen ßav Abelss kennen. Zwar, staub an (einer Seite ber muß, entroeber bic Hanb bazu reichen, daß eine geniale Kanzler Oxenstjerna; schon die Wahl Gemeinschaft europäischer Staaten sich bildet, die dieses Beraters beweist die Fähigkeiten Gustav vor dem moralischen Gesicht und dem Völkerrecht Adolfs. Die alten Urkunden und Briese, bie im gleich finb, ober aber bie hegemonistische Wahnibee ©runbe wohl bas Wertvollste der Ausstellung sind, weiter zu verfolgen, bie nur zu immer größeren beweisen aber, baß ber König auch selbst überall Enttäuschungen für Frankreich selbst unb zu furchtbaren Katastrophen führen kann.


