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die grundsätzliche Einstellung des Nationalsozialis­mus zum Bauerntum, die im nationalsozia­listischen Agrarprogramm verankert ist, eine tatkräftige Unterstützung der Interessen der Landwirtschaft im Staat ermöglicht." Der Vor­stand des Hessischen Landbundes hat in seiner Sitzung vom 8. März d. I. dieser Erklärung zu­gestimmt.

Oie Nassauische Bauernschaft hält Neutralität aufrecht.

WSN. Limburg. 3.April. Die Bezirks­bauernschaft für Nassau und den Kreis Wetzlar hat zum bevorstehenden zwei­ten Wahlgang der Ncichspräsidentcnwahl folgen­den Beschluß gefaßt:Die Bezirksbauernschaft für Nassau und den Kreis Wetzlar hat in ihrer Stellungnahme zur Neichspräsidcntenwahl am 13. März zum Ausdruck gebracht, daß sie als überparteilicheberufsständischeOr- ganifation sich nicht in den Streit der Par­teien einmischen werde, und daher ihren Mit­gliedern die Entscheidung bei der Wahl der nationalen Kandidaten überlassen müsse. Der 13. März hat die Entscheidung nicht gebracht, sie fällt darum erst am 10. April. Eine Eini­gung innerhalb der Harzburger Front ist auch hier nicht erzielt worden, da die Dcutschnationale Partei und der Stahl­helm die Kandidatur Hitlers als nationalsozia­listische Parteidiktatur abgelehnt haben. Die Be­zirksbauernschaft für Nassau überläßt ihren Mitgliedern die Entscheidung über die Abstimmung." Dieser Beschluß ist deshalb von besonderer Bedeutung, weil die Nassauische Be­zirksbauernschaft sich damit in den Gegensatz zu der einseitigen Parole des Bundesvorstandes des Reichslandbundes für Hitler bringt.

Herzog Karl Eduard von Sachsen Koburg antwortet dem Stahlhelm.

Berlin, 1. April. (XU.) Zu der Veröffentli­chung des Stahlhelmbundcsamtes vom 1. April teilt Herzog Karl Eduard von Sachsen-Koburg und Gotha mit: Wie ich auf dem Wege über die Presse erfahre, sollen von der Bundesführung des Stahlhelm Schritte gegen mich eingeleitct sein, weil ich als Privatperson am 22. März eine Er­klärung zum zweiten Wahlgang für Hitler heraus­gegeben habe. Mir war und ist keine Wei - f u n g b e k a n n t. die den einzelnen Stahlhelm­kameraden nach dem Verzicht des zweiten Bundes­führers zur Stimmenthaltung ver­pflichtet. Hindenburg kommt nicht für uns in Frage, solange ihn das von uns bekämpfte System gegen feine alten Soldaten ausspielt. Zu Hause bleiben, entspricht nicht dem, was wir an der Front gelernt haben. So folge ich nur meiner nationalen Gewissenspflicht, wenn ich bei meiner seit Zähren unter Einsatz von Person und An­sehen betriebenen Sammlungspolitik jede Bestre­bung unterstütze, die der Förderung des aus der nationalen Front für den 10. April einzig auf­gestellten Kandidaten dient.

Wie die »Landvolknachrichten" erfahren, stellt sich Reichspräsident v. Hindenburg nachdrück­lichst vor diejenigen Stahlhelmmit­glieder, die ihm im ersten Wahlgang die Treue gehalten haben und die deshalb vom Stahlhelm gemaßregelt worden sind. Er habe die Dundesleitung des »Stahlhelms aufgefordert, ihm mitzuteilen, ob sie bereit sei, bie Maßre­gelungen zurückzunehmen.

Keine Kürzung des Beamtenurlaubs.

B e r l i n, 2. April. (CNB) Das Reichsinnen. in i n i st e r i u m hat den Antrag der württembcrgi- Ichen Staatsregierung auf Kürzung der Urlaubszeit für die Beamten abgelehnt. In den meisten Fällen würde durch eine solche Urlaubskürzung n t cht einmal eine materielle Ersparnis ein­treten, weil die Kollegen des beurlaubten Beamten dessen Funktionen mit zu erfüllen haben. Materielles Interesse an einer Verkürzung der Urlaubszeit für Beamte würde höchstens bei den Betriebs­verwaltungen bestehen, die evtl. Hilfskräfte einstellen müssen. Die preußische Staats­regierung hat für ihren Bereich grundsätzlich bekanntgegeben, daß auch die von der Gehaltskür­zung betroffenen Beamten oder diejenigen, die in­folge der Sparmaßnahmen in ein anderes Amt ver­setzt wurden, in ihrem Urlaubsanspruch nicht zu verkürzen seien.

Oie Arbeitslosigkeit in der Welt wächst.

Genf, 3. April. (WTB.) Die Arbeitslosigkeit hat nach den neuesten Erhebungen des Internationalen Arbeitsamts in den letzten drei Monaten in der Welt weiterzugenommen. Das Internationale Ar. beitsamt schließt daraus, daß die Wirtschafts­krise im ersten Vierteljahr 1932 hartnäckig angehalten hat. Nur in Australien und Neuseeland weisen die Statistiken niedri­gere Arbeitslosenziffern aus als vor drei Monaten. Vergleicht man den heutigen Stand mit dem vor einem Jahre, so ist festzustellen, daß nur ein einziges Land, nämlich Polen, eine niedrigere 21 r- beitlslosenziffer angibt (325782 statt 340718) In allen anderen Ländern hat die Arbeitslosigkeit mehr oder weniger zugenommen. Zum erstenmal hat jetzt auchinJtaliendieZahlderArbeits- losen eine Million überstiegen. Auch in Frankreich wird das ArbeitsloseAheer jetzt auf mehr als eine Million geschätzt. In Groß­britannien u nb Irland hat die Arbeitslosig­keit weiter zugenommen. Sie betrug Ende Marz 2 800 000.

Goethe-Gedächtniswoche in Rom.

3m Rahmen der Goethe-Gedächtnis­woche in Rom ist gestern vormittag von Mus­solini in Gegenwart zahlreicher Vertreter von Kunst. Wissenschaft und Literatur aus Italien, Deutschland, der Schweiz. Holland, Dänemark und Norwegen das italienische Institut für germanische Studien, dasGoethe- Haus", eingeweiht worden. Im Konferenzsaal des Institutes wurden zwischen dem italienischen Regierungschef Mussolini und dem deutschen Botschafter Dr. v. Schubert Ansprachen ge­wechselt. Mussolini verlas, an Botschafter v. Schu­bert gewandt, u. a. folgende Sähe in deutscher Sprache:Jedes große Volk hat seine höchste Aeußerung in einer genialen Gestalt gefunden. In Goethe sind dieHbesten Eigenschaften der Seele, der Kultur und der Zivilisation des deutschen Volkes vereinigt. Er verkörpert den vollendeten

Typ des germanischen Geistes. Aber Goethe, gleich allen großen Künstlern, gehört der gan­zen Menschheit. Der Geist und das Bild Roms sind mit Goethes Werk innig verbunden. Der innere, ewige Drang der deutschen Seele rief ihn nach Rom schon seit den ersten Wochen seines künstlerischen Bewußtseins. Rom hat an diesen großen begeisterten Sänger eine große Schuld der Dankbarkeit: Kein Dichter der mo­

dernen Welt hat die Seele und Schönheit Roms so tief auf den Grund empfunden, keiner hat sie in so anmutvoller Poesie ausgedrückt wie Goethe." In Vertretung der übrigen an dem Institut be­teiligten Staaten dankte der schweizerische Ge­sandte Wagniöre unter ausdrücklicher Zu­stimmung zu den beredten Worten des deutschen Botschafters dem italienischen Regierungschef für die Errichtung des neuen Instituts.

Tardieus Besuch in London.

Erste Besprechung mit Macdonald in Downing Street.

London, 3. April. (WTB.) Zum Empfang der französischen Minister Tardieu und Flandin hatten sich am Victoria-Bahnhof der englische Premierminister Macdonald und Sir John Simon eingefunden. Das Publikum war trotz des Feiertages nicht so zahlreich wie sonst bei ähnlichen Anlässen. Nach ihrer Ankunft und Begrüßung begaben sich die französischen Minister in das Hydepark-Hotel. Ilm 18 iltjr stattete Tardieu in Downing Street dem Premierminister einen Besuch ab. Er dauerte Fünfviertelstunden. Darauf kehrte Tardieu unverzüglich ins Hyde­park-Hotel zurück, wo ihn der französische Bot­schafter de Fleuriau bereits längere Zeit er­wartete. Nach feiner Rückkehr empfing der fran­zösische Prenüerminister die Pressevertre- t e r, denen er eine Erklärung vorlas. die er, wie er sagte, vorbereitet habe, um seine Absichten genau auseinanderzusehen. In der Er­klärung heißt es u. a.:

Es ist eine große Freude für mich, m i t meinem hervorragenden Freund Macdonald unsere Zusammenarbeit von vor zwei Jahren anläßlich der Flottenkonferenz wie­der aufzunehmen. Die Probleme, die wir zu er­wägen haben, stellen die europäischenPro- b l e m e dar. Gibt es in der Tat heutzutage eine einzige Frage, die nicht eine europäische ist oder sogar eine Weltfrage? Die Pflicht der Regierun­gen ist es. jede dieser Fragen vom Gesichts­punkt der Solidarität aus zu behan­deln. Für Frankreich und Großbritannien wird es besonders leicht fein, und da sie so vernünftig sind, ist es gut, daß sie die Ziele und die Mittel zusammen erwägen sollten. Dies ist der Grund, weshalb ich so bereitwillig die Ein­ladung angenommen habe, die mir z u Beginn des vergangenen Monats ge­sandt wurde, als ich in Genf war. Abgesehen von ihrer Freunschaft sind Großbritannien und Frankreich durch gemeinsame Verant­wortlichkeit moralisch sowie po­litisch verbunden: eine Verantwortlichkeit, die sich aus den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln und aus den Bestrebungen ihrer Bürger für eine friedliche Aera. fair play und Arbeit ergibt. Dies ist der Geist, der bei unserer Zu­sammenkunft ausschlaggebend gewesen ist. Es wird auch, dessen bin ich gewiß, der Geist der B i e r- mächte-Konferenz am Mittwoch fein, und es wird sein der Geist unserer Zusammenarbeit in Genf und in Lausanne.

England behält freie Hand.

Macdonald über die Zusammenkunft mit Tardieu.

Nachdem Tardieu Downing Street verlassen hatte, erklärte Macdonald den Pressevertre­tern, daß die Politik der englischen Regierung die allseitiger Zusammenarbeit fei. Der Zweck der Politik sei, Europa zu helfen. Eine Llebereinkunft werde auf der Diermächtekonferenz erreicht werden und nicht vorher. Die Vier­mächtekonferenz werde nicht auf dieDonau- frage beschränkt werden. Die britische Re­gierung gehe auf diese Konferenz mit freien Händen, ebenso wie jeder andere Konferenzteil­nehmer. Die Besprechungen zwischen Tardieu und Macdonald am Montag würden eine Heber» sichtüberdie europäische Lage mit Be­zug auf Lausanne, Genf und die Donau-Situation , ergeben. Der erste Punkt der Erwägungen werde |

das Donau-Problem sein. Der Premierminister sagte:Ich freue mich sehr über Tardieus Be­such. Wir sind in gewissem Sinne alte Freunde. Ich habe immer sehr an den dBeii persön­lichen Kontaktes in der Diplomatie ge­glaubt, der jetzt notwendiger ist als je. Der Tag gemächlicher, formeller Korrespondenzen und Tele­grammabfassungen ist vorüber. Der Friede der Welt wird auf dem Wege der Konferenz aufrecht erhalten werden müssen. Es tut mir leid, daß in einigen Zeitungen AnzeicheneinesArg- wvhns wegen der Zusammenkunft zwischen Tar­dieu und mir aufgetaucht find. Für diesen Arg­wohn hat niemals auch nur die geringste Berech­tigung bestanden. Die Absichten der englischen Regierung sind aufrichtig und uneigen­nützig. Ein Land allein oder zwei Länder kön­nen es nicht schaffen. Die Politik, die wir ausar­beiten. ist eine Politik der Zusammen­arbeit mit jedermann, der den Frieden erstrebt und der bereit ist, sein volles Gewicht hinter die auf Frieden gerichteten Bestrebungen zu stellen.

Oie Franzosen wenig hoffnungsvoll.

Keine Aussicht aus eine Entente cordiale.

London, 4. April. (TU. Funkspruch.) Die Stirn- muna in französischen Kreisen ist nicht allzu hoffnungsvoll. Der Gedanke, daß es zu fe st en Vereinbarungen zwischen Tardieu und Macdonald kommen könnte, ist ziemlich a u f ge­geben worden. Aus englischer Quelle verlautet, daß Macdonald seinen Plan mit Rücksicht auf Amerika angelegt hat, um späterhin mit einem großangelegten Vorschlag an Amerika zum Wieder­aufbau Europas herantreten zu können und damit Einfluß auf die amerikanische Stimmung in der Schuldenfrage zu gewinnen.

Die große französische Nachrichtenpresse hat ein Heer von Berichterstattern nach London gesandt. In der Erklärung Macdonalds suchen die der Regie­rung nahestehenden Blätter eine Widerlegung der Behauptungen zu finden, daß das offizielle Eng­land für die französischen Wünsche und Bedürfnisse kein Verständnis habe, an- derseits haben sich die Berichterstatter der franzö­sischen Blätter davon überzeugt, daß irgendwelche definitiven Lösungen von der Ausspract-e Macdonald-Tardieu nicht zu erwarten sind. Der Außenpolitiker desEcho de Paris" schreibt aus London: Bis zum Zusammentritt der Vierer­konferenz wird nichts geschehen, was auch nur im entferntesten einem Beschluß gleichen könnte. Macdonald hat dies beim Empfang der englischen Presse energisch betont. Er fragt nicht danach, welche Lösung für die Krise Mitteleuropas in Frage komme, sondern welche wirtschaftliche und finanzielle Lösung des Donauproblems die Zustimmung Deutschlands und Italiens erhalten könnte. Die Aussichten der Londoner Besprechungen sind also ziemlich beunruhigend. Auf keinen Fall dürften wir Franzosen erwarten, daß die geringste Entente cordiale in irgendeiner Form wieder zum Leben er­weckt wird. Das GewerkschaftsblattPeuple" schreibt: in London gebe man eindeutig zu ver- stehen, daß die Besprechungen nur auf den Wunsch Tardieus zurückgingen. Das Coty- BlattLe Figaro" wirft Macdonald vor, alle deutschen Thesen verteidigt zu haben.

40. Evangelischer Neichselterntag.

Der 10. Evangelische Reichselterntag in Potsdam wurde eröffnet durch den ersten Vorsitzenden des Reichselternbundes, Exzellenz Dr. C o n z e n , der darauf hinwies, daß die eoangelisä)e Elternbewe­gung aus Kampf geboren fei, im Kampf stehe und im Kampf werde verharren müssen. Der geistliche Vizepräsident des Evangelischen Oberkirchenrates, Oberdomprediger D. Burkhart, betonte mit be­tonterem Nachdruck, die evangelische Kirche werde immer an der Seite der um christliche Erziehung der Kinder kämpfenden Elternschaft zu finden fein, lieber deutsches Volkstum und evangelische Schule" sprach der Hamburger Synodalpräsident, Haupt­pastor D. Dr. Schöffel.

Den schulpolitischen Bericht erstattete Prof. D. Minderer. Von einer Schulpolitik im kon­struktiven Sinne könne heute nicht mehr die Rede sein. Bei voller Anerkennung der schwierigen Auf­gabe der verantwortlichen Stellen und Ablehnung einer agitatorischen Behandlung der Fragen müsse die Elternschaft doch ihrem Bedauern dar­über Ausdruck geben, daß den notwendigen Ab- baumaßnahmcn nicht der (Segen toert eines pädagogischen Aufbaugedankens i n n e r e r A r t entgegengestellt worden fei, der allein das Vertrauen zur Leitung erhalten und die zu bringenden Opfer tragbar gemacht hätte. Die weltliche Schulbewegung sei im ganzen zum Still­stand gekommen. Der Losung einernationa- len G e m e i n s ch a f t s s chu l e" gegenüber müsse bie evangelische Elternschaft unbedingt an dem Ge­danken der gesinnungseinigen evangelischen Bekenntnisschuleund des Clternrechtes fest­halten. Die Elternschaft müsse größten Wert dar­auf legen, daß im Wahlkampf nicht wieder die kulturellen Gesichtspunkte unter dem Zwang der politischen und wirtschaftlichen Losungen vernachlässigt werden.

Der Reichselterntag wurde durch eine öffentliche Kundgebung geschlossen. Generalsuperintendent D. Sibelius stellte seine Ansprache unter den Leit­gedanken:Wir kämpfen für ein neues Geschlecht!" Mit Sehnsucht erwarten mir eine neue Zukunft von einem neuen Geschlecht. Nicht die Wirtschaft, nicht die Politik sei unser Schicksal. Der Mensch selbst trage sein Schicksal in der Brust. Die Zu­kunft werde einer Jugend gehören, die mit beiden Füßen in der Schöpferordnung Gottes stehe und die

zugleich mit heißer Liebe zu Volk und Vaterland sich bekenne und bereit sei, für heilige Güter ihr Leben einzusetzen. Im Kampf für diese Jugend wende sich die evangelische Elternschaft gegen alles, was den Kindern den Glauben aus den Herzen reißen könne. Sie kämpfe gegen das Zerstö- rungswerk der Gottlosigkeit, gegen die widrigen Gemeinheiten der Straße und gegen die Predigt des Hasses in jeder Form. Wir grüßen alle, die mit uns für dieses Ziel kämpfen und rufen sie unter die Fahne des Kreuzes, bei dem allein der Sieg ist.

Aus aller Welt.

16. Deutscher Evangelischer Gemeindctag.

In Halle trat nach 2jähriger Pause der 16. Deutsche Evangelische Gemeindetag unter dem Vorsitz von Generalsupcrintenbent Dr. Schian (Breslau) zusammen. Den Auftakt bildeten S e ft - gottesdienste, in denen die Frage nach dem Wesen evangelischer Gemeinschaft dahin beant­wortet wurde, baß es in einer Zeit politischer und sozialer Zerrissenheit nötig sei, sich um so fester auf dem Gründe des Evangeliums zusammen- zuschließen. Als Abschluß des ersten Tages fand eine k i r ch e n m u s i k a l is ch e Feier in der ill- rich-Kirche statt. Die sachlichen Verhandlungen nehmen am Montag ihren Anfang und bauern bis Dienstagabend.

Abschluß der Reichs-Froebel-Feier.

Die Reichs-Froebel-Gedächtniswoche in Bab Blankenburg brachte eine Reihe wissenschaft­licher Vorträge, bie bas Erziehungswerk Froebels unb seine Bedeutung für die Heranbildung der Jugend beleuchteten. So sprach Professor Dr. Hoffmann von der Pädagogischen Akademie Erfurt überMenschenerziehung als Not- wenbe". Frau Dr. Marta M uch ow, Wissen­schaftlicher Rat am Psychologischen Seminar der Tlniversität Hamburg, behandelteFroebels Bei­träge zur Psychologie bet Frau unb ben Proble­men der wesensgemäßen Frauenbilbung". In einem weiteren Vortrag verbreitete sich bie gleiche Rednerin überFroebels Gedanken in ihrer Be­deutung für die Arbeit her sozialpäbagogischen Berufe. Mit der Bedeutung Froebels für die

deutsche Familie her Gegenwart befaßte sich Ober­studienbirektor Dr. Prüfer, Leipzig. Profes­sor Dr. Dolkelt vom Psychologischen Institut der Llniversität Leipzig sprach über Froebel und die Kindespfychologie der Gegenwart", während Professor Dr. Peter Petersen von der Cr- ziehungswissenschaftlichen Anstalt her ilnioerfität Jena sich mit dem ThemaDie Knabenführung im Sinne Froebels in Kindergarten und Schule nach ihrer besonderen pädagogischen Situation" beschäftigte. Am Samstag erreichte die Gedächt­nisfeier ihr Ende. Während der Gebenkwoche wurde eine Ausstellung,Blankenburg zu Zeiten Froebels", veranstaltet.

Lin weiblicher Professor der Landwirtschaft f.

In Stuttgart ist am Freitag Fürstin Mar­garete Andronikow, ord. Prof, für Pflan- zenernährungslehre und Leiterin des Pflanzen- ernährungsinstituts an der Landwirtschaft­lichen Hochschule in Hohenheim bei Stutt­gart, gestorben. Die Fürstin, die im Alter von 55 wahren stand, ist in Moskau als Tochter des Ba­rons von Wrangel geboren. Sie studierte zu­nächst in Tübingen und promovierte in Leipzig. 1920 wurde die Fürstin Andronikow an das Institut des Prof. Dr. A e r e b o e für Pflanzenernährung berufen. Später errichtete das Reich für sie i n Hohenheim ein eigenes Institut, um ihr die Fortsetzung ihrer für die deutsche Landwirt­schaft wichtigen Arbeiten ermöglichen. In Hohep- heim vermählte sie sich mit dem russischen dür­ften Andronikow.

Protest Münchner Künstler gegen den Ankauf eines van-Gogh-Bildes.

Der Gau München bes Reichsverbanbes bilben- ber Künstler Deutschlands, dem 2300 Künstler aller Richtungen angehören, veröffentlicht einen Protest gegen den Ankauf eines van Gogh-Bildes für 250 000 Mark durch ben Leiter ber Berliner National-Galerie. In bem Protest wirb verlangt, baß biefer Ankauf nach Möglichkeit rückgängig gemacht wirb. Die Mün­chener Künstlerschaft protestiere auf bas ener­gischste gegen bieBerschwenbung von Unsummen", welche zum Ankauf von Werken ausländischer Künstler ver­ausgabt werben, gleichviel, woher biefe Summen fließen, unb sie verlange, baß alle verfügbaren Mittel in ber gegenwärtigen Zeit bazu ver- toenbet werben, bie beutfdjen Künstler vor Verelenbung zu bewahren.

Die Jubiläums-Reichs-Gastwirke-Mefse eröffnet

Bus Anlaß ber Eröffnung ber 10. Reichsgast- Wirts-Messe in Berlin versammelten sich etwa 500 Ehrengäste, barunter Vertreter von Be­hörden des Reiches unb bes Staates, ber Stabt- Verwaltung, ber Wirtschaft usw. im Saale ber Ausstellungshalle 1 am Kaiferbamm zu einer Feier. Der Vizepräsibent bes Deutschen Gast- wirtsverbanbes Paul L i t*f i n wies darauf hin, baß noch eine Reihe bringlicher Forberungen bes Gewerbes bisher unerfüllt geblieben seien, so bie_ gänzliche Beseitigung ber Ge - tränte ft euer unb fühlbare Erleichterun­gen bei ber Vergnügungssteuer. Es toerbe von bem Gewerbe mit Bestimmtheit er­wartet, baß wenigstens in Kürze eine Sen­kung des Spritpreises zur Durchsührung gelange. Erst nach Erfüllung biefer Forberungen werbe bas Gewerbe sich, wenn auch langsam, von bem schweren Schlag ber zurückliegenben Zeit erholen können.

Großer Erdrutsch in Mittelnorwegen.

5m Naindal hat sich ein sehr großer Erdrutsch ereignet, lieber 1000 Meter der Hauptchaussee wur­den dabei fortgerissen, große Waldstreckcn vernichtet. 21 n der Stelle, wo der Erdrutsch einsetzte, war ge­rade der Personomnibus von Hoyland nach Namsos vorbeigefahren. Die Ursache zu dem Erd­rutsch dürfte in dem milden Wetter, das feit einiger Zeit im Namdal herrscht, zu suchen sein. Ein Augenzeuge erzählt, er habe mit angesehen, wie der Erdrutsch begann. Die ganze Gegend sei vor seinen Augen förmlich weggesunken. Wie eine Erd- luelle seien die Massen von dem Felsengclände in einer Länge von etwa einem Kilometer ins T a l gestürzt. Hunderte von riesigen Tannen seien in der Tiefe verschwunden. Nach dem Erdrutsch ist Hoyland ahne Wegverbindung mit der Um­gegend. Der Verkehr ist völlig unterbrochen. Es sind Werte von mindestens einer halben Million zer­stört worden. Ein Bauerngehöft, das.in der Nähe des Erdrutschgebietcs liegt, ist gefährdet.

Ein Ehepaar überfahren.

Bei Asseln (Westfalen) überfuhr ein m a n g e l - haft beleuchteter P e r s o n e n k r a f t - wagen, dessen Chauffeur betrunken war, ein Ehepaar. Der Mann wurde auf der Stelle getötet, die Frau schwer verletzt. Der Chauffeur fuhr, ohne sich um die Verunglückten zu kümmern, weiter. In Brockel wurde das Auto von einem Po­lizeibeamten angehalten, der dabei in Gefahr geriet, überfahren zu werden. Der Chauffeur wurde verhaftet.

Tragischer Abschluß einer Hochzeitsfeier.

Bei der Feier der Silberhochzeit der Ehe­leute Penk in Köslin geriet deren ISjäßrige Toch­ter mit ihrem Bräutigam, einem Polizeibeamten, in Streit. Plötzlich ergriff das Mädchen die Dienstwaffe ihres Verlobten und e r s ch o ß f i ch mit den Worten: Ich schieße mit tot!" Das Mädchen starb kurz darauf.

Von seiner Frau durch Unvorsichtigkeit erschossen.

Der Sparkassenangestellte August B. aus Bis- singheim bei Hagen erhielt vor einiger Zeit von seiner Nachbarin einenNevolverzum Nach- sehen. Als diese nun die Waffe wieder abholen wollte, holte Frau B. den Revolver aus einem «chrank. Plötzlich ging ein Schuß los, durch den August B. tödlich getroffen wurde.

Sechsköpfige Farmerfamilie von Banditen ermordet.

In der Nähe von Charnberion im Staate Neu- Mexiko (auf nordamerikanischem Gebiet) über­fielen Banditen ein in einsamer Gegend gelegenes Haus eines Farmers und töteten' sechs Mit­glieder der Familie; ein Kind wurde schwer verletzt. Dem Farmer selbst gelang es, zu^nlfliehen. Die Banditen entkamen. Diese hatten wohl davon erfahren, daß der Farmer bei einem Viehverkauf 5000 Dollar erhalten hatte, deren Herausgabe sie gefordert hatten. Die Weigerung des Farmers hatte bann die Tat verursacht.

Fünf lote bei einem Autorennen in Marokko.

Bei einem Autorennen inFez (Marokko) auf der Zerhun-Strecke haben sich zwei schwere Unfälle er­eignet. Ein am Rennen teilnehmender Wagen über­schlug sich viermal, und die beiden Insassen, Herr Weber aus Meknes und Frau, kamen ums Leben. Ferner wurden drei Automobilisten, die das Rennen als Zuschauer verfolgten, als sie ihre Wagen parken wollten, von einem Rennwagen überfahren und getötet.