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rischen sowie innerpolitischen und wirtschaftlichen Fehler begehen, wenn sie nicht allcSympathic und BereitwilligkeitfürdieVer Hand- l u n g e n zeigen würde. Der Minister betonte jedoch, daß die Tschechoslowakei stark genug sei, um n u ch auf eigenen Füßen st ch c n. zu können.

SaSZilianzkomitee des Völkerbundes über die Mirtschastskrisis der Donauländer.

Genf, I. April. (WTB.) Der Bericht, den das Finanzkomitee des Völkerbundes über tue Lage Oesterreichs, Bulgariens, Griechenlands und Ungarns erstattet hat. enthält die ernsteste Mah­nung an die Regierungen, nunmehr schien- n i g st die erforderlichen und zum Teil schon empfohlenen Maßnahmen zur Behebung der Weltwirtschaftskrise zu ergreifen. Es wird der Enttäuschung Ausdruck gegeben, daß seit dem Herbst vorigen Jahres nichts ge­schehen sei. um die großen finanziellen Pro­bleme, namentlich das internationale Schulden - und Reparativ nsproble in zu lösen. Bei dieser Gelegenheit wird an die Baseler Berichte des Wiggins - Ausschusses (August 1931) und des Veneduce-Ausschusses «Dezember 1931) erinnert, die die Notwendigkeit schleunigen Handelns auf diesem Gebiete betont hätten. Inzwischen habe sich die allgemeine wirt­schaftliche Entwicklung der Welt verschlech­tert. Das Finanzkomitce halte cs für seine Pflicht, rückhaltlos auszusprechcn, daß die von ihm vorgcschlagenen Maßnahmen zur «Sanierung der betreffenden Länder ungenügend bleiben mühten, wenn nicht auf dem Gebiete Les inter­nationalen Schuldenproblcms wirksame Schritte unternommen würden. Auf den Zusammenhang zwischen den großen Finanzfragen und den inter­nationalen Güteraustausch hinweisend, wird fest­gestellt, daß die politischen und privaten Schul­den nicht gezahlt werden könnten, wenn durch eine falsche Schutzzollpolitik der inter­nationale Handel gelähmt würde.

England bezahlt seine Schulden.

Kreditrückzahlungen an Amerika und Frankreich.

London, 1. April. (III.) Wie das Schatzamt mitteilt, hot England entsprechend der bereits von Ncuyork aus erfolgten Ankündigung einen weite­ren Betrag von sechs Millionen Pfund (30 Millionen Dollar) des amerikanischen Anteils von 40 Millionen Pfund an dem im August 1931 von Amerika und Frankreich zu gleichen Teilen ge- währten 80-Millionen-Pfund-Kredit zurückge- zahlt. Der Re st betrag von 4 Millionen Pfund (20 Millionen Dollar) wird, wie verlautet, a m nach st en Dienstag zur Rückzahlung gelangen. Ferner wurden weitere sieben Millionen Pfund (900 Millionen Franken) des entsprechenden französischen 40-Millionen-Pfund-Kredits zur Rück» Zahlung gebracht, so daß nunmehr der von den französischen Banken gewährte Kreditanteil von 20 Millionen Pfund voll a b g e d e ck t ist. Die übrigen 20 Millionen Pfund (2500 Millionen Franken), die durch öffentliche Zeichnung in Frankreich aufgebracht wor­den waren, können e r st am 2 8. Ä u g u st d. I. zurückgezohlt werden. In beiden Fällen, sowohl bei dem amerikanischen als auch bei dem französischen Kredit, hat sich England das Recht zur Wiederauf­nahme der Kredite bis zum August bzw. September 1932 vorbehalten.

Der neue propagandafeldzug Hitlers.

München, 1. April. (ERD.) Die Ra­tion alfoziali st ische Parteikorre- fpondcnz veröffentlicht Einzelheiten über die Borbereitung zur Propaganda für den zweiten Gang der Reichspräsidentenwahl. Am kommenden Sonntag 12 Uhr sei der Burgfrieden be­endet. 3n der gleichen Minute werde Adolf Hitler bereits vor eine Massenversammlung treten. Es ist beabsichtigt, daß er während der ganzen noch verbleibenden Woche dauernd unter­wegs ist und täglich an etwa drei bis vier verschiedenen Stellen spricht. Rach nationalsozialistischer Berechnung sollen auf diese Art etwa 1 Million Versamm- lungsbesuchcr Gelegenheit haben, ihn persönlich zu hören. Die Parteikorrespondenz, die von einemgigantischen" Plan spricht, der in der Großzügigkeit der Idee und dem Maß zu bewältigender Arbeit in der Geschichte parla­mentarischer und anderer Wahlen nicht seines­gleichen" habe, kündigt weiter an. daß d i e Parteileitungen während dieser Zeit in vervierfachter und verzehnfachter Auflage erscheinen sollen, derVölkische Beobachter" sogar in Millionenauf­lage.

Hitlers Prozeß gegen dieMünchener Post".

München, 1. April. (TU.) In der Rr. 273 der ,Münchener Post" vom 25. Rovember 1931 erschien die sogenannte M o r d l i st e, die die Lieberschrift trug:Die Vorbereitungen zur Razi-Barthvlomäusnacht Das Braune Haus legt Listen an. Ein weiterer Ar­tikel erschien in der Rr. 276 vom 28. Rovember unter der SpitzmarkeDie Razi-Partei in der Klemme". Im ersten Artikel war behauptet wor­den, daß Führer der RSDAP. im Braunen Haus politische Mordlisten in größerem Umfange vor­bereiteten, während der zweite Artikel die Be­hauptungen in diesem Sinne wiederholte. Wegen dieser Artikel stellte Adolf Hitler Klage gegen den Schriftleiter derMünchener Post", Gruber, wegen übler Rachrede.

Die Dormittagsverhandlung war ausgefüllt mit der Vernehmung des Haupkeugen, des 23 Iahre alten früheren SA. - Mannes Iohann Lodel, gegen den ein Verfahren we­gen Betrug und Urkundenfälschung schwebt. Er soll die Listen angefertigt und dem Hauptschriftleiter, Landtagsvizepräsiden­ten Auer, überbracht haben. Der Zeuge gab zu, die Listen selbst gefälscht zu ha­ben. Es handelt sich im ganzen um vier Listen, die mit falschen Unterschriften, darun­ter der des Grafen du Moulin-Eckart, versehen wurden. Er sei alsSpitzel zugunsten der SA. im Braunen Haus angestellt ge­wesen. Am 14. September habe er mit Äameraben einer Hundertschaft Streitigkeiten gehabt und sei mißhandelt worden. Dann sei er aus der Partei ausgeschlossen worden. Für die vier Listen

habe er vom Hauptschristletter Auer 120 Mk. und einen Gcmsbraten erhalten. Es sei im Braunen Haus von keinem der Führer gesagt worden, ob überhaupt und welche Personen bei der Ucbernahme der Staatsmacht durch die Ratio­nalsozialisten um die Ecke gebracht werden sollen.

Der Zeuge Prinz zu Waldeck-Pyr­mont bestritt das Vorhandensein eines geheimen Rachrichtendienstes bei der RSDAP.

Der Vizepräsident des Bayerischen Landtages. Auer, erklärte, er habe dem Lödel für die Schriftstücke 20 Mk. gegeben. Auf Grund seiner Erfahrungen im Iahre 1923 und angesichts der Eristenz solcher Listen habe er die Ueberzeugung gewonnen, daß die Listen echt seien. Rach der Vernehmung einiger weiterer Zeugen wurde der

Prozeß auf Dienstag vertagt, da das Gericht auf den Zeugen Graf du Moulin-Eckart nicht ver­zichten konnte.

Stahlhelm und Hitler-Kandidatur.

Berlin, 1. April. (ERB.) Das Bundesamt des Stahlhelms teilt mit: Die nationalfozialistische Presse veröffentlicht einen Aufruf für 'Adolf 5) i t l e r, der auch vonHerzogKarlEduard u o n Coburg unterzeichnet ist. Der Inhalt dieses Aufrufs widerspricht der politi­schen Stellungnahme der Stahlhelm- f ü h r u n g. Seine Unterzeichnung durch den Herzog von Coburg ist geeignet, die einheitliche Politik des Stahlhelms zu s ch ä d i g c n. Die Bundesführer haben die nötigen Schritte cingcleitet.

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Lieble Entgleisung Tardieus.

Oer französische Ministerpräsident über dieDiktatur der Notverordnungen" in Deutschland. Letzte Sitzung der Kammer vor den Wahlen.

Paris, 1. April. (WTB.) Die Kammer hat heute nachmittag in vierter Lesung das Budget in der vom Senat angenommenen Fassung end­gültig verabschiedet. Ministerpräsident T a r - dieu verlas dann das Schliehungs- betret der Kammer von 1928. Die neue Kam­mer tritt am 1. Iuni zusammen. Das Budget schließt in der endgültigen Fassung mit einer Einnahmesumme von 41 100 883 494 Franken und einem Ueberfchuh der Einnahmen über die Aus­gaben in Höhe von 3 381 742 Franken ab. Das Budget ist also nicht rechtzeitig am 31. März, dem letzten Tage des alten Budget­jahres, verabschiedet worden, doch hatte man in Kammer und Senat, wie das in früheren Iahren schon öfter geschehen war, den Schein dadurch gewahrt, daß die Uhren angehal­ten und erst bei Verlesung des Schließ rmgs- dekrets wieder richtig eingestellt wurden. Die Dercchschiedung des Budgets erfolgte mit 435 gegen 13 5 Stimmen. Tardieu hatte der Kammer fünfmal die Vertrauensfrage gestellt und eine Mehrheit von 70 Stimmen erhalten.

In der Sitzung war es mehrfach zu Z u s a m- menstöhen mit der Opposition gekom­men. H e r r i o t und dem Sozialisten B e d o u c e, die die Finanzregelung angriffen, erwiderte Tar­dieu, die Sozialisten hätten die Regierung stets dazu getrieben, an das Ausland garan­tielos Kredit zu gewahren: sie hätten das Diktaturregime, das in den deut­schen Rotverordnungen 311m Ausdruck

komme, unterstützen wollen. Diese unerhörte Entgleisung des Ministerpräsidenten gibt der sozialistischen Presse Anlaß zu Protesten. Der Ouotidien" schreibt: Ministerpräsident Tardieu hat einen Augenblick vergessen, daß er Außenminister ist. Abgeordneter Dedouce machte ihm mit Recht den Vorwurf, unüberlegt verschiedenen ausländischen Staaten Anleihen ge­währt zu haben. Tardieu erwiderte: .Müssen denn diese Länder, um dje sozialistische Zustim­mung zu erhalten, einen Marschall zum Präsidenten haben? Ist es nötig, daß eine Regierung, damit wir mit ihr ein Abkommen abschließen können, die Stimmen der Sozialisti­schen Partei erhält und sich nur durch eine Diktaturder Rotverordnungen hält?" Allem Anschein nach, so fährtQuotidien" fort, hat der französische Regierungschef kurz vor den deutschen Wahlen dem Wettbewerber des Präsidenten Hindenburg, Hitler, ein wert­volles Argument geliefert, und das gerade in dem Augenblick, in dem der französische Minister­präsident auf einer bereits an&eraumten Kon­ferenz mit der Reichsregierung ver­handeln soll. Das ist cin seltsames p 01i- tisches Verfahren. Vielleicht wäre es für einen unverantwortlichen Parteigänger möglich, aber was soll man davon halten, wenn derartige Methoden von einem am Ruder befindlichen Regierungschef einer großen Ration an­gewendet werden?

DerKamps gegen das SmlMmim Osten.

Litauen.

Tie Wahlen zum McmelLandtag.

Kowno, 1. April. (SU.) Die volkssozialistische Lietuvos Zinios" veröffentlicht eine Unter­redung mit dem Landespräfidenten Simaitis, in der dieser zu der Entlassung der 21 deutschen Lehrer erklärt, diese Maßnahme sei darauf zurückzuführen, daß im Memelgebiet ebensoviele einheimische Lehrer er­werbslos seien, für die in erster Linie gesorgt werden müsse. Wären noch mehr arbeitslose einheimische Lehrer vorhanden gewesen, so hätte eine weitere Entlassung aus der Reihe der 105 noch im Memelgebiet beschäftigten fremdstaatlichen Lehrer erfolgen müssen. Simaitis erklärte weiter, daß er im Memelgebiet nicht einen ein­zigen Beamten an ft eilen werde, der nicht beide Sprachen beherrsche. Ebenso werde er sich durch nichts davon abhalten lassen, die­jenigen Bewohner des Memelgebietes e i n z u - bürgern, die auf Grund des Statuts eine Berechtigung dazu haben. Maßgebend für die Einbürgerung sei nicht die Erteilung des Wahlrechts, sondern die Gleichstellung aller Be­wohner in rechtlicher und wirtschaftlicher Hinsicht.

Die Landtagswahl werde nach dem letzten litauischen Sejm-Wahlgesetz geschehen. Es sei je­doch nicht ausgeschlossen, daß Aenderungen so­wohl in bezug auf die Verteilung der Mandate, als auch in der Frage der Stimmabgabe eintreten könnten. Es sei nicht ausgeschlossen, daß die Abstimmung auf Grund des neuen litauischen Selbstverwaltungs-Wahlgesetzes vor sich geb-m, würde. Dieses Gesetz sieht vor, daß der Wähler' sich aus allen Kandidatenlisten diejenigen Kan­didaten heraussuchen kann, die er für seine Wahl für richtig hält. Dies sei jedoch, so erklärt Si­maitis, letzten Endes eine Sache der Zentral­regierung.

Hierzu wird von deutscher Seite bemerkt: Rach Art.29 des Memelstatuts werden die wohler­worbenen Rechte aller Beamten und , Angestellten, die am 1. Ianuar 1923 im Memelgebiet angestellt waren, von den Behörden de- MemelgebietcS anerkannt. An keiner

Stelle des Memelstatutes wird die Kennt­nis der litauischen Sprache als Vor­bedingung für die Einstellung von Beamten fest­gesetzt.

Hinsichtlich der Bezugnahme auf das litauische Sejmwahlgeseh ist zu bemerken, daß zwar Art. 11 des Memelstatuts seine Anwendung zuläßt, daß aber andererseits Art. 10 des Statutes vorsieht, daß die Abstimmung inallgemeiner, glei­cher, direkter und geheimer Wahl" stattzufinden hat. Bereits anläßlich der Landtags­wahlen im Herbst 1930 sind Versuche der litaui­schen Organe, den Wählerkreis zugunsten der li­tauischen Bevölkerungselemente zu verschieben, durch Eingreifen des Völkerbundsrates verhindert worden.

Polen.

Weitere Enteignungen deutschen torunb« bcsitzes in Posen und Pommcretlen.

Warschau, 1. April. (TU.) Das polnische amtliche Verordnungsblatt veröffentlicht auf Grund des Bodenreformgefehes eine Liste der im Lause des Iahres zu enteignen­den Grundstücke. Demnach entfallen i n P 0 - sen auf deutschen Grundbesitz ungefähr 3000 Hektar und auf polnischen ebenfalls 3000 Hektar. I n Po mm ereilen entfallen auf deutschen Grundbesitz etwa 5700 Hektar und auf polnischen nur 1900 Hektar.

Wie bisher, so ist auch dieses Mal das Miß­verhältnis des zur Enteignung bestimmten deutschen Grundbesitzes gegenüber der polnischen Quote auffallend. Alm so mehr, als Polen be­kanntlich den letzten Beschluß des Dreier-Komi­tees hinsichtlich der Agrarreformklage des deut­schen Abgeordneten Grübe an den Völkerbund angenommen hat. In diesem Beschluß wird beispielsweise festgestellt, daß die bisherige Enteignungspraxis der polnischen Re­gierung namentlich den Deutschen im Korridor­gebiet gegenüber eine Verletzung der dies­bezüglichen Bestimmungen des Minder­heiten Vertrages darstettt. Ferner wird der polnischen Regierung ein Ausgleichsver­

fahren mit den geschädigten Grundbesitzern^ anempfohlen. Schließlich ist beachtenswert, daß die 8ur Enteignung bestimmten Grundstücke bei­nahe ausschließlich an der Eisenbahn-- linievonBrombergnachGdingenge- legen sind. Richtsdestoweniger seht Polen diese Enteignungen fort und auch diesmal wird der deutsche Besitz Posens und Pommerellens weit über seinen prozentualen Anteil am Großgrundbesitz dieser beiden Provinzen zur Zwangsenteignung herangezogen, da der deutsche Besihanteil in Posen 27 Prozent, in Pommevellen etwa 52 Prozent der Gesamtfläche des Groß­grundbesitzes ausmacht.

Wahlbündnis der gemäßigten Rechten. Graf Westarp führt die Landestiste.

Berlin, 1. April. (BDZ.) Das Wahlbündnis zwischen der Wirtschaftspartei und der Landvolkpartei sowie der ListeIunge Rechte" für die bevorstehenden preußischen Landtagswahlen ist zustande gekommen. Zur Liste Iunge Rechte" gehören insbesondere die Volks­konservativen und Iugendgruppen, die ohne politische «Selbständigkeit sich formiert haben, wie die Fichte-Gesellschaft usw. Die grund­sätzliche Verständigung auch über die Plaheintek- lung auf den Liften liegt vor. Die Benennung Ley Kandidaten ist den Parteien überlassen. Wie das DDZ.-Bureau hört, wird die gemeinsame Landesliste vom Grafen Westarp g c < führt. An zweiter Stelle der Landesliste kandi­diert der Vorsitzende der preußischen Landtags­fraktion der Wirtschaftspartei, Abg. Gr 0 ßke. Die dritte Stelle hat dann ein Vertreten der Landvolkpartei, dessen Rame noch nicht feststeht. Auch die weiteren Stellen der Landesliste, die etwa 30 (Hamen umfaßt, sind nach einem bestimmten «Schlüssel auf die drei bei teiligten Gruppen verteilt. Der frühere Vor­sitzende der Landtagsfraktion der Wirtschafts­partei, Abg. Ladendorff, kandidiert für deq Preußischen Landtag nicht mehr.

Oer Hugenberg-Kurs.

Berlin, 1. April. (TU.) Zu dem befannteif Vorschlag Dr. Hugenbergs, unter bestimmten po­litischen Voraussetzungen die Re st st immer? der Mittelgruppen auf die Landes­liste der deutschnationalen Volks­parteizuvereinigen, hatten dieL and- volk-Rachrichten" u. a. bemerkt:Geheim­rat Hugenberg nmh sich bei allen guten Absichten, die er gegenüber der nicht oder nicht mehr den DRVP. gehörigen bürgerlichen Rechten heute zu erkennen gibt, darüber klar fein, daß eine Rückkehr zur Politik der DRVP., wie sie vor der Wahl Hugenbergs zum Parteiführer getrieben wurde, nicht so ohne wei­teres und nicht von heute auf morgen erfolgen kann."

Die deutsch nationale Pressestelle schreibt hierzu:Dazu muß mit aller Deutlich­keit festgestellt werden, daß die DRVP. nicht beabsichtigt, zu der Politik zurück­zukehren, deren Ueberwindung der Sinn des Wahl Hugenbergs zum Parteivorsitzenden war. Die Politik Hugenbergs in den letzten drei Iah­ren hat sich als durchschlagend richtig erwiesen. Dagegen haben die Gruppen, die sich unter Absplitterung von der DRVP. ge­bildet haben, ebenso wie die übrigen Parteien der Mitte in der mittelbaren oder unmittelbaren Stützung des Brüning-Kurses und damit der schwarz-roten Koalition eine verhängnisvolle Po­litik getrieben. Daß der Einsatz dieser Stimmen nur a u f der LinieHugenbergscherPo- litik, also im rücksichtslosen Kamps gegen die heutigen Zustände erfolgen kann, versteht sich von selbst."

Groener und Braunschweig.

Berlin, 1.April. (WTB.) Amtlich. Reichs­minister G r 0 e n e r hat einer gelegentlich der Goethe-Feier in Weimar erfolgten Einladung des Vorsitzenden des braunschweigischen Staatsmini­steriums Minister Dr. K ü ch e n t h a l am 1. April nach Bad Harzburg entsprochen. Beide Mini­ster haben in vollster Offenheit die politischen Fragen besprochen, die in letzter Zeit das Land Braun­schweig berührt haben und dabei festgestellt, daß sie sich in vollster 11 c b e r e i n ft i m m u n g be­finden.

Aus aller Welt.

Ehrung Geheimrat hergesells.

R e i ch s Präsident von Hindenburg hat an den Geheimen Regierungsrat Professor Dr. Her- aesell, der von der Leitung des Deutschen Flugwetterdienstes zurücktritb ein Schreiben gerichtet, in dem er die Verdienste Geheimrat Her­gesells um den Deutschen Flugwetterdienst in warmen Worten anerkennt. Auch der Reichsverkehrsminister Trevira nus hat dem Ausscheidenden seinen Dank für die der deutschen Luftfahrt geleistete Arbeit ausgesprochen.

Die Stimmabgabe der Besatzung desGraf Zeppelin-.

Zum erstenmal wird das Seemannswahlverfahren auch in der Luftschiffahrt angewendet. Der Besatzung desGraf Zeppelin" wird am 3. April, vor dem Start zur zweiten Südamerikafahrt, Gelegenheit gegeben, im Luftschiffhafen Friedrichs- Hafen abzustimmen. Die Stimmen werden am, 10. April mit den Stimmen eines allgemeinen Stimmbezirks in Friedrichshafen ausgezählt.

Die Stratofphärcn-Gondel wird vom Gurgier Ferne* abkransportiert.

Im Laufe der nächsten Woche wird die Gondel der Stratosphärenfveger Piccard und Dr. Kipser, die seit jenem denkwürdigen 27. Mai 1931 in der Eiswelt des Oehtales auf dem Gurgleq Ferner am Llbfchluh des Oehtales liegt, ab­transportiert Werdern 5Me Universität Brussel, die Eigentümerin der» Gondel ist, beabsichtigt, sie in ihrem Museum zum dauernden Gedächtnis auszustcllen. Die Bergung der bis zu zwei Drit­teln im Cis eingefrorenen Gondel aus ihrer Lage in über 3000 Meter Höhe wird eine Überaus schwierige und intereftante alpine Leistung dar­stellen. Die Allnniniumgondel von einem Gewicht von etwa 130 Kilo mrch trotz ihres großen Durch­messers von 2.10 Meten: und trotz der schwierigen Verhältnisse der Dodwgestaltung zunächst berg­wärts mittels SeilzugS- mühsam in größere Höhen geschafft werden, um ein Terrain zu gewinnen, auf dem sie unter peinlichster Vermeidung alletz Gefahren schrittweise zuzTal gebracht werden kamW