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Scharfe Rede Brian-ö gegen die Zollunion.

Paris, 28.März. (WTB.) 3m Senat er­klärte der Vorsitzende des Ausschusses für aus­wärtige Angelegenheiten, Bärard, zur deutsch- österreichischen Zollvereinbarung, die deutsche Diplomatie habe einen unerwarteten Schlag geführt. Leider müsse man die Hoffnung aufgeben, daß das Oesterreich von 1931 so klug sei wie das Oesterreich von 1850, das den Zoll­verein zurückgewiesen habe. Der Schlag von Wien sei mit dem Schlag von Tanger und Agadir zu vergleichen. Von den Mächten, denen gegenüber sich Oesterreich im Protokoll von 1922 verpflichtet habe, Italien. England, die Tschechoslowakei und Frankreich, seien drei der Ansicht, daß Oesterreich seine Ver­pflichtungen verletzt habe. Senator L e - m e r h erklärte, wenn eine energische Erwide­rung nicht die deutschen Absichten im Keim er­sticken würde, würde es aus sein mit dem Pre­stige des Völkerbundes. Das würde die aller- schärfste Bedrohung für den Welt­frieden seit 1918 sein. Wenn das deutsch­österreichische Abkommen wirksam würde, würde cs eine Verletzung der Verträge von St. Germain und Versailles und mehrerer anderer Verein­barungen bedeuten. Außerdem verletze es das Völkcrbundsstatut.

Außenminister Briand:

Die politischen und wirtschaftlichen Bedingun­gen Deutschlands und Oesterreichs habe nicht i ch geschaffen, sondern der Versailler Ver­trag, und ich muh mit den Schwierigkei­ten rechnen, die sich daraus ergeben. Vor einem Jähre standen wir vor einem politischen Anschluß unternehmen und nicht vor einem Zollprojekt. Das war eine ern st e Ge­fahr. Damals habe ich auf der Tribüne in Genf in Anwesenheit des Reichskanzlers erklärt: Wenn Sie soweit gehen, bedeutet das denKrieg. Man hat mich beruhigt. Die Propaganda hat nachgelassen, und es ist eine Entspann u n g eingetreten. Trotzdem haben wir nicht die wirt­schaftlichen Bedingungen Oesterreichs und seine sozialen Verhältnisse verkannt. Schon 1921 habe ich auf die Gefahr hingewiesen, die für dieses Land die Nachbarschaft eines Volkes von 60 Mil­lionen mit sich bringt. Dann hat man Abkommen getroffen, die 1922 zu einer An leihe für Oesterreich führten. Die vier Garanten for­derten die Verpflichtung, daß Oesterreich weder direktnochindirektetwasvvn seiner älnabhängigkeit aufgeben dürfe. Wir haben ihm damals die Mittel zum Weiterleben gegeben, weil wir daran ein Interesse halten. Wan kann also das heutige Ereignis nicht als etwas bezeichnen, was man niemals voraus­gesehen hätte.

21m ernstesten in dieser Angelegenheit ist die Art, in der dabei vorgegangen wurde. Sie ist nicht richtig, sie ist beunruhigend. Sie widerspricht dem, was abgemacht wurde, und sie widerspricht den Bedingungen für eine europäische Zusam­menarbeit. Selbst Länder, die ziemlich eng mit Deutschland verbunden sind, blieben in Ungewiß­heit. Frankreich aber hat 48 Stunden vor den anderen Kenntnis gehabt, und sofort habe ich unsere Vertreter in Wien und Berlin angewie­sen, die Auffassung Frankreichs zum Ausdruck zu bringen, wir haben Oesterreich erklärt, es habe nicht das Recht, eine Handlung vorzuneh­men, die in formellem Widerspruch zu den Ver­trägen und zu den Abkommen von 1922 steht.

Es hat uns gesagt: Weiter, als man bis jetzt ^gegangen sei, könne man nicht gehen. Erst müsse ^de r Völkerbundsrat gefragt werden. 'An dem Tage, an dem man nicht mehr auf die loyale Erfüllung der eingegangenen Verpflich­tungen rechnen kann, gibt es nichts mehr, weder Sicherheit noch Vorsichtsmaßnahmen. Einige sind mißtrauisch über die Vorsichtsmaßnahmen, die wir feit einigen Jahren ergriffen haben. Ich bin der Ansicht, daß diese Vorsichtsmaßnahmen mehr als einmal die Kriegsgefahr beseitigt haben. Ich weiß sehr Wohl, daß Ereignisse wie das vorlie­gende einen Mann verkleinern und ihm seine mo­ralische Kraft nehmen. Sie, die diese Tat voll­bracht hatten, hatten kein Interesse daran, wenn sie Anhänger des Friedens sind, den Gegnern eines Politikers, der so wie ich dem Frieden ergeben ist, derartige Waffen in die Hand zu geben. Aber, die Pflicht dieses Mannes ist es, seine Kaltblütigkeit nicht zu verlieren. Den Se­natoren, die immer die Außenpolitik Frankreichs voranstellten, sage ich: Cs gibt noch Franzosen! Stürzt doch nicht den, der dieFahneFrank- reichs in den Händen hält! Das wäre verbrecherisch. Wenn es anders sein sollte, dann mutz ein anderer Mann an das Steuer treten, oder man muh sich um den jetzigen Steuermann scharen, um ihm die notwendige Autorität zu verschaffen.

Gewiß wird das, was jetzt geschehen ist, einen Stillstand in unseren Beziehungen zu Deutsch­land bringen. Das Ereignis hat keinerlei Sym­pathie in der Welt ausgelöst. Ls wird sogar in Deutschland selbst mißbilligt. Die Betrachtungen, die angestellt wurden, werden die beiden inter­essierten Länder dazu führen, picht auf die euro­päische Zusammenarbeit zu verzichten, sondern eher ein Ziel sollen zu lassen, das nichts taugt. Ich würde mich beglückwünschen, wenn dem so wäre. Wan müßte allerdings Vorsichtsmaßnah­men treffen und sich nicht mehr mit verbundenen Augen weiter auf den weg des Friedens vorwagen.

Aber sollen wir nicht trotz unserer schweren Ent­täuschung unseren alten Weg weitergehen? Es gibt doch nicht nur Deutschland in der Welt. Einige haben noch jüngst gesagt, wir hätten Ita­lien vernachlässigt. Niemals ist dies geschehen. Wir wollen immer mit ihm auf dem Fuße voll­kommener Gleichheit Zusammenarbeiten. Non Deutschland habe ich, das ist wahr, schon Ent­täuschungen erlebt. Wenn ich auf meinem Posten bleibe, werde ich trotzdem die Aktion fort­setzen, die ich mit dem Willen unternommen habe, bis zum Ende zu gehen, d. h. zu erreichen, daß die beiden in Frage kommenden Länder nicht bei ihrer Absicht bleiben, feierliche Verpflichtungen zu verleugnen.

Briands Leichenrede auf Paneuropa.

Scharfe Kritik derGermania".

Berlin, 29. März. (CAD.) DieGerma- u i a", das Blatt, das dem Reichskanzler nahe- stcht, schreibt zur Rede Briands: Ist Paneuropa tot? Briand hat ihm eine Leichenrede gehalten, als er die Riederreißung der Zollmauern mit dem Bruch derDerträge und der Unter­grabung der S icher h ei t für gleichbedeu­tend erklärte. Sind wir piirklich so weit, daß ein geschickter Spieler mit einem paneuropäischen Kar­tenspiel ganz Europa monatelang in Atem halten kann, um plötzlich die Karten hinzu­werfen, weil der Spielverlauf ihn ärgert? Wo bleiben die klangvollen Reden von der euro­päischen Annäherung, von der wirtschaftlichen Solidarität und Konsolidierung, geschaffen durch Bereinigung der politischen Atmosphäre, welche Briand noch im Januar zu seiner berühmten Friedensresolution zusammen's atzte? Trägt das Geschrei von Vertragsbruch und unterwühlter Sicherheit dazu bei, die europäische ilnraft zu beseitigen? Ist es verantwortlich gehandelt, wenn der Quai d'Orsay im gleichen Atemzug Parolen ausgibt und widerruft, Ziele aufstellt und für verabscheuungswürdig erklärt?

Es ist lange her, daß uns von Paris ähnliche Worte entgegengeschleudert wurden, und wir be­dauern, dah die sich langsam wieder anbabnendr be s re Stimmung zvischen Deutschland unUF.ank- reich einen so garten Chok erlitten hat. Wir tragen nicht die Schuld: denn wir führ­ten nur weiter, was man in Genf und Paris begonnen und erfolglos abgebrochen hatte. Weder der Zeitpunkt noch die Formen der Geheimhal­tung waren verfehlt. Das beweisen uns die fron» zösischen Störungsversuche. Briand hat sich nicht gescheut, sein Pan e uropa zu verleug- nen, als man damit ernst zu machen begann. Wir würden uns der gleichen Inkonsequenz schul­

dig machen, wollten wir widerrufen oder ver­tagen, was wir ohne Hintergedanken in die Wege leiteten.

Oie Politik Englands.

Das Organ der Labonrpartci fordert deutliche Sprache gegen Paris.

London, 30. März. (WTB. Funkspruch.) Das ArbeiterblattDaily Herald" sagt: Anscheinend ist es notwendig geworden, Paris gegenüber mit gleicher Deutlichkeit zu sprechen, wie vorher Berlin gegenüber. Henderson hat vorge­schlagen, die Frage der Legalität der österreichisch­deutschen Zollunion Genf zu unterbreiten, aber Briand schlägt einen anderen Ton an. Er ist gegen d i e Union s e l b st. Er spricht von einer e r n ft e n Gefahr" und vonWegen, die z u einem Kriege führe n". Er sagt, Frankreich werde, soweit es an ihm liege,etwas derartiges nichtzulasse n". Der Präsident des Auswärtigen Ausschusses des französischen Senats spricht von 1914 und erklärt, daßein Versprechen der Zusammenarbeit" von Großbritan­nien erlangt werden müsse.Daily Herald" er- tlärt, dies erfordert eine deutliche Sprache. Die Poli­tik Englands ist, mit angemessenen Mitteln die Le­galität der von Deutschland und Oesterreich ge­planten Schritte zu prüfen. Wenn sie legal sind, dann ist die Angelegenheit, soweit England in Betracht kommt, erledigt. Es kann keine Rede davon sein, daß wir Deutschland und Oesterreich erklären wür­den, wir würden ihren Schritt nicht erlauben, wenn sie tatsächlich das Recht haben, ihn zu tun. Vonvölliger Zusammenarbeit" mit Frankreich oder mit irgendeinem anderen Lande, das anderen euro­päischen Staaten seinen Willen 3U diktieren wünscht, kann keine Rede sein. Großbritannien tritt für die Aufrechterhaltung des Rechtes in Europa und* für die Autorität des Völkerbundes ein und wird durch keine Art von Druck veranlaßt werden, ,für das Recht einer Gruppe von Staaten einzu­treten, einer anderen Gruppe ihrenWil- lenaufzuzwingen. e

Die Entscheidung über das Reichsehrenmal

Die Wahl Berkas. - Auch an den Rhein kommt ein Zreiheitsmal.

Der Dambachsgrund in Berka (Thüringen).

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Berlin, 28. März. (IBXB.) Amtlich. Nach­dem der verstorbene Reichspräsident Eberl und die damalige Reichsregierung am 3. August 1924 bei der Gedenkfeier der 10jährigen Wiederkehr des Kriegsbeginns die Er- richlung. eines Reichsehrenmals für die im Weltkrieg Gefallenen angeregt hatte, find der Deutsche RcichskriegerbundKyffhäufer", das Reichsbanner Schwarz - Rot - Gold, der Stahlhelm, die ReichsoereinigungEhe- maliger Kriegsgefangener, der Reichs­bund Jüdischer Frontsoldaten und der ReichsverbandderKriegsteilnehmcr- Akademikec einmütig dafür eingetreten, das Reichsehrenmal in der Form eines Ehren- hains bei Bad Berka bei Weimar zu errich­ten. In dem gleichen Sinne hat sich ein Ausschuß des Reichsrates ausgesprochen. Das Reichs­kabinett hat in dec gestrigen Sitzung beschlossen, diesen Wünschen, die auch von dem Reichs­präsidenten von Hindenburg lebhaft unterstützt wurden, zu entsprechen, und den Reichsminifter des Innern beauftragt, zur Durch­führung des Befchluffes das Weitere zu oeranlaffen. Zu gleicher Zeit hat es die Errichtung eines Ehrenmals für Einheit und Freiheit am Rhein ins Auge gefaßt und sich Vorbehalten, hierüber in absehbarer Zeit eine endgültige Entschei­dung zu treffen. Da außerdem der Osten im Tannenberg - Denkmal ein machtvolles Wahrzeichen des Dankes des deutschen Volkes an die Helden des Weltkrieges bereits besitze, und Inder Reichshauptstadt der Ausbau derSchin- kel wache zu einer Gedenkstätte für die Gefallenen des Weltkrieges entgegengehe, habe die feit Jahren stark umstrittene Frage eines Reichsehrenmals nun­mehr eine Lösung gefunden, die der Auffaffuug des größten Teiles des deutschen Volkes Rechnung tra­gen dürfte.

Oie erste Feier im Ehrenhain bei Berka.

Weimar, 30. März. (TU.) Nachdem das Reichskabinett den Beschluß gefaßt hat, daß das Reichsehreiimal im Berka-Blankenhainer Forst erstehen soll, fanden sich am Sonntag mehrere

hundert Männer und Frauen a u s d e r Ll m g e -- bung zu einer ersten schlichten Feier im Ehren­haingelände zusammen. Rach musikalischer Ein­leitung sprach Landrat Dr. Röhrig über das zu errichtende Ehrenmal. Er wies darauf hin, daß der Berka-Blankenhainer Forst verkehrstechnisch im Mittelpunkt eines Kreises liege, der alle grö­ßeren Städte des Deutschen Reiches verbinde. Das Ehrenmal werde inmitten eines al­ten, unberührten Forstes auf ge­schichtlich hochbedeutsamem Boden liegen. Zugänge und Abmarschwege des Ehren­mals zeichneten sich durch ernste Schönheit aus. Zur Anlage des Ehrenhains bedürfe es keiner baukünstlerischen Leistungen, sondern nur sinn­voller Auswirkung und Steigerung des von der Ratur bereits Geschaffenen. Der Redner gab der Hoffnung Ausdruck, dah das Werk zur inneren Versöhnung des deutschen Volkes beitrage. Mit dem Lied vom guten Kameraden fand die Feier ihr Ende. >

Vor neuen Aufgaben.

Die Reform der Arbciisiofcnverfichcrung.

Berlin. 29. März. (ERB.) In politischen Kreisen rechnet man damit, daß zwar in der Außenpolitik die Diskussion über die deutsch- österreichische Zollunion auch über Ostern weilergeht, daß aber mit der Karwoche nun innerpolitisch d ie Osterpause be­ginnt. Die meisten Minister werden in den Feiertagen nicht in Berlin fein. Inzwischen wer­den in den Ministerien eine Reihe sachlicher Vorbereitungen zu treffen fein, damit Ende April weitere Maßnahmen zur Be­hebung der gegenwärtigen Notlage ergriffen werden können. Für diesen Zeitpunkt rechnet man in unterrichteten Kreisen mit dem Er­scheinen einer weiteren, und zwar umfang­reichen, Notverordnung, die eine Anzahl gesetz­geberischer Maßnahmen auf verschiedenen Ge­bieten umfaßt.

Dazu dürfte u. a. eine Neuregelung der Arbeitslosenversicherung gehören, für die auch auf längere Sicht die Mittel ge­sichert werden müssen. Es darf nicht über­sehen werden, daß die Durchschnittsziffer der Arbeitslosigkeit im Rechnungsjahr 1930 nur 3,2 Millionen betrug, daß aber nach dem starken Ansteigen der letzten Monate für das Jahr 1931

doch mitein er um einige 100 000 höhe- renDurchschnittszahl gerechnet wer­den muh. Der Reichsarbeitsminister wird seine auf weite Sicht eingestellte Politik, der es zu danken ist, dah die Arbeitslosenfürsorge trotz aller Schwierigkeiten durchgehalten werden kann, auch für das neue Etatsjahr beibehalten. Die rechtzeitige finanzielle Sicherstellung der Für­sorge ist auch schon deshalb notwendig, weil d i c Belastung der Gemeinden durch die Wohlfahrtsfürsorge gewaltig ge­stiegen ist und die Reichsregierung unter keinen Umständen neue Steuern ein­führen will. Auch die Probleme der Arbeits­beschaffung und der Arbeitsstreckung werden in den nächsten Wochen weiter durch­gearbeitet werden.

Diese Fragen stehen in engem Zusammenhang mit der kredit politischen Entwicke­lung. In unterrichteten Kreisen erwartet man bekanntlich, dah die parlamentarische Verabschie­dung des Etats sich in dieser Beziehung günstig auswirken wird. Es ist zu hpffen, dah sich dar­über in einigen Wochen bereits eine gewisse Liebersicht gewinnen läht. Das ist besonders wich­tig auch im Zusammenhang mit dem Problem der Wiedereingliederung größerer Teile des Arbeitslosenheeres in den Wirtschaftsprozeh und gilt besonders im Hinblick auf die Belebung des Baumark- tes. Auch im Reichsfinanzministerium werden eine Reihe von Fragen bearbeitet, die unter das Programm fallen, das die Reichsregierung im Laufe der nächsten Zeit zu verwirklichen gedenkt. Sie wird gleich nach der Osterpause an alle diese Dinge Herangehen und mit aller Energie die Bekämpfung der augenblicklichen Notstände auf­nehmen.

Aus aller Welt.

Zehn Grad Kälte und Schneetreiben im Riefengebirge.

Auf dem Kamm des Riesengebirges herrscht» Sonntagvormittag bei zehn Grad Kälte, starkem Nebel und lebhaftem Wind Schneetreiben. Cs sind im Gebirge bis ins Tal hinein etwa 10 Zenti­meter Neuschnee gefallen. Auch in Görlitz und der weiteren Umgebung der Oberlausitz setzte in den frühen Morgenstunden bei etwa 2 bis 3 Grad Kälte mit Unterbrechung lebhaftes Schneetreiben ein, doch blieb der Schnee infolge steigender Tem­peraturen hier nicht liegen.

Lin englischer Dampfer vom Lis erdrückt.

Der 2000 Tonnen große britische Frachtdampfer Arniston" ist in der letzten Nacht im Rigaer ÖH e e rb u | c n gesunken. Das Schiff befand sich in einer Dampferkarawane, die gegenwärtig von einem Eisbrecher aus Riga in die Ostsee ge­führt wird und mit ungeheuren Cis- schwierigkeiten zu kämpfen hat. Die Wände des englischen Dampfers wurden von den Cismassen eingedrückt und der Dampfer sank nach vierstündigem, vergeblichem Bemühen, ihn über Wasser zu halten. Seine 22 Mann starke Besatzung wurde von dem Eis­brecher gerettet. Auch die übrigen Schiffe der Karawane sind in kritischer Lage. Der deut­sche DampferNovex" hat einen Steuerscha. en, ein lettischer Dampfer ein großes Leck. Sie wur­den von dem Eisbrecher ins Schlepptau genommen. Autobus im Schueesturm. Fünf Kinder erfroren.

Bei Towner (Colorado) wurde ein Schul- vminibus, in dem sich insgesamt 23 Kinder .m Alter von 814 Jahren befanden, von einem heftigen Schneesturm überrascht. Der Fahrer ver­suchte, die nächste Telephonstation zu erreichen, um Hilfe herbeizurufen, blieb jedoch unterwegs im Schnee sturm stecken. Zwei Scheiben des Autobusses wurden von dem Sturm einge­drückt. Die Kinder versuchten sich vor der Kälte zu schützen, indem sie ein Feuer aus Den Sitzen machten. Fünf Kinder sind erfroren. Ein Flugzeug ist unterwegs, um die überlebenden« Kinder zu retten.

vier Personen mit der Axt erschlagen.

In der Nacht zum 28. März wurden im Hause des Goldarbeitcrs Karl Zoll in Engelsbrand (Württemberg) vier Personen im Schlaf überfallen und mit einer Axt erschla­gen. Die Getöteten sind der 60 Jahre alte Haus­besitzer Karl Zoll und dessen Ehefrau Rosine, ferner Rosa Beyle, geb. Zoll, Ehefrau des Goldarbeiters Eugen Beyle, sowie ihr achtjähriger Sohn Eugen, während ihr vier Wochen altes Stinb am Leben blieb. Die Bluttat wurde erst Samstag nachmittag von einer noch ledigen Tochter des ermordeten Karl Zoll entdeckt. Als vermutlicher Täter wurde der Ehemann der getöteten Rosa Beyle f e ft g e n o m m e n und ins Amtsgerichtsgefängnis nach Neuenbürg eingeliefert. Die Eheleute Beyle lebten infolge schwebender Ehescheidung getrennt. Der Verhaftete bestreitet die Tat.

Flugzeug im Kampf gegen eine Schmugglerbande.

Auf dem Eise des Finnischen Meer­busens hat sich ein erbitterter Kampf mit Schmugglern abgespielt. Ein Flugzeug hatte eine größere Schmugglerkarawane entdeckt, die sich v o n der estländischen Seite her ter finni­schen Küste näherte. Die Schmuggler eröff­neten sofort Gewehrfeuer auf das Flugzeug, das von drei Kugeln getroffen wurde. Daraufhin wurde eine starke Patrouille gegen die Schmuggler ausgesandt. Alle Zollstationen an der finnischen Küste wurden alarmiert. Nach großen Anstrengun­gen konnten die Schmuggler gefaßt werden. Nicht weniger als 16 Pferdegespanne mit 6000 Liter Sprit wurden beschlagnahmt. Fast alle Schmuggler, größtenteils Esten, wurden verhaftet.

Frau Dr. Kienle aus der Hast entlassen worden.

Frau Dr. Iakobowitz-Kienle istimHunger - streik geblieben. Die Ermittlungen lassen, wie das Gericht mitteilt, eine fernere Ver­dunkelungsgefahr nicht mehr begründet erscheinen. Deshalb hat die Untersuchungsbehörde von ihrer gesetzlichen Befugnis, die Zwangsernährung durch­zuführen, keinen Gebrauch gemacht. Frau Dr. Iakobowitz ist im Hinblick auf das ZeugmS des Gerichtsarztes, der bei ihrem derzeitigen, durch den Hungerstreik verursachten Schwäche- zu stand die weitere Haftfähigkeit ernstlich be­zweifelt, aus der Haft entlassen worden.

Schweres Boolsunglück.

Auf der unteren Ruhr bei Duisburg, ober­halb des Stauwerkes, ereignete sich ein schweres Bootsunglück. Zwei junge Leute aus Osterfeld befuhren die Ruhr mit einem Paddelboot. Durch die an .dieser Stelle herrschende starke Strömung wurde das Boot gegen einen Pfeiler des Stauwerkes geschleu­dert, wobei es zerschellte. Die beiden Insassen wurden das Stauwerk hinuntergetrieben und er­tranken in dem starken Strudel.