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Mark 1,80

Verlag des Gießener Anzeigers.

,3urüif gegeben

em AuSlande,

ind'

Nachdruck verboten

5. Fortfetzung.

so au- dem Schlafe

Oft da- eine Art, einem

au wecken? Weiht du nicht, du Böser, dah man damit der Schönheit einer firau schadet? Und

Dolores immer bi«

0

schafts-Verhältnisse und der sehr starken spannung deS deutschen Devisenbestandes

An- gibt

du willst doch, dah deine schönste firau bleibt?"

nur mein!

Er kühle Wunde zu, flüsterte er

Einmal? solange du

ort und Wohnung des Absenders anzugeben, damit diesem die ®i

Mi «T«

die fragenden Augen mit seinem und in ihr duftige- Haar hinein mit Heister Stimme, die sie betörte:

Sendung im Falle der Ünzustellbarkeit . werden kann.

nverschämter Bettler. Vor-

Er umfahre glühend ihren blühenden Körper: Ommer wirst du für mich die Schönste sein, immer, meine süße Dolores! Auch dann, wenn eine andere meinen Flamen trügt, wirst du die einzige bleiben, die mein Herz besitzt."

Dolores runzelte ihre schön geschwungenen Brauen: eine UmnuUfaltc erschien auf ihrer glatten Stirn.

W e meinst du das? Wie soll ich das ver­stehen?"

Er lieh sich in einen Sessel fallen und zog die leicht Widerstrebende auf feine Knie.

..Höre mich an, Dolores. Es muh etwas ge« lchrhcn. damit ch aus meiner ewigen Geldmisere herauskomme. Deine Schönheit verdient einen anderen Rahmen als den, den ich chr bisher zu geben vermochte.

Du weiht, dah ®ut und Schloh Xannenaue von meinem Baler her verschuldet sind: cs be­steht keine Au-ficht. den Befiy durch Arbeit allein wieder fo hoch ju brinacn. dah er standes- aernähe Einkünfte für mich abwirft ganz zu schweigen von dem, was du brauchst und woraus du Anspruch hast.

Der einzige Weg für dich und mich, um uns ohne Sorgen anzugehören. ist für m'ch ..

-.. eine reiche Heirat!" sagte sie schnell.

Er führe ihre Hand.

(Fortsetzung folgt)

gestern erschien in der Liebigstrahe während der Bormittagsstunden ein Bettler, der sich besonder- rabiat gebärdete. Einen Einwohner, der ihm nichts gab, nannte er einen (Dauner und warf die Haustüre so zu, dah es durch die ganze Wohnung dröhnte. Als dieser Einwohner auf die Strahe ging, um sich nach polizeilichem Schutze umzutun, wurde er zum zweiten Wale vor zahlreichen Passanten beschimpft On einer anderen Woh­nung öffnete eine firau, die vor kurzem erst von. längerer Krankheit aufgestanden ist, dem Bettler die Korridortür. AI- sie den Mann, der etwas Aum Berkaus anbot, nicht sogleich verstand, über­schüttete sie der Bettler ebenfalls mit gemeinen Schimpfworten. Hoffentlich gelingt es, diesen üblen Menschen ausfindig zu machen. Sr war ohne Kopfbedeckung, trug eine Windjacke und eine Hornbrille: außerdem hatte er eine Mappe un­ter dem Arm. An seiner bayerischen Mundart dürfte er leicht zu erkennen sein.

** Der Preisschutz in der Schoko­ladenindustrie aufgehoben. Der Reichs- kommissar für Preisüberwachung verhandelte gestern mit dem Verband deutscher Schokolade» sabrikanten und den Verbänden des Schokolade­handels über die Preissenkung. Der Verband der Schokoladefabrikanten erklärte, daß die Schoko­ladeindustrie keine Preissenkung vornehmen kann, da bereits im ersten Halbjahr 1931 in stärkerem Umfange eine Verbilligung durchgeführt sei. Mit diesem Entschluh fällt ab 1. Oanuar 1932 der Preisschutz für die Markenartikel in der Schoko­ladenbranche fort Die Preisbindung hört auf,

monatlich ohne Illustrierte und auf INk. 1,95 monatlich mit der Illustrierten.

Dazu kommt die Zustellgebühr von 25 Pfennig.

bei diesem Besuch nur um eine Weihnachtsüber- raschung für ihn, Hans Egon, gehandelt hätte?

Aber war sie nicht nach jener Szene noch hin- gebender und zärtlicher al- sonst gewesen?

Er muhte nur immer imstande sein,- ihre kost­spieligen Launen zu befriedigen, dann brauchte er keinen Mann zu fürchten. Und er war ja nun auf dem besten Wege, jenen Reichtum zu erlan­gen, der auch Dolore- Ansprüchen mit dienst­bar sein sollte.

Die- unscheinbare Deschöpfchen, diese Birgit mit dem goldenen Millionenhintergrunde, hatte er schon jetzt völlig in feiner DeWalt. War sie erst seine firau, und das würde sie bald sein, so würde er zugleich mit ihr und ihrem Reich­tum auch die schöne Tänzerin für Immer besitzen.

Die Wolken, die fein leichtsinnig schönes Deslcht verdüstert hatten, wurden von einem strahlen­den Lächeln verscheucht, al- er jetzt Dolores er blickte. Sie kam zur Tür herein in einem nil- grünen, schleppenden Rachtgewand au- Seide, über da- sie einen Spitzenübrrwurf, mit Schwan verbrämt, gewor'en hatte. Wie ein verschlafenes Kind reckte sie die herrlichen Arme und sah den Mann halb zärtlich, halb schmollend an.

Krisenunterstützung nicht a l s Einnahmen anzurechnen sind. Angesichts der gegenwärti­gen auherordentlichen Rotzeit habe er keine Be­denken, dah solche Zuwendungen unberücksichtigt bleiben, und er ersuche die Arbeitsämter ent­sprechend zu unterrichten.

,e Unbestellbare Briefe und Post­karten. Bei der Oberpostdirektion in Darmstadt mußten im Zahre 1931 5460 Briefe und 7072 Post­karten, sowie zahlreiche Drucksachen, die infolge un­genügender Anschrift weder dem (Empfänger aus- gehändigt, noch an den Absender zurückgegeben wer­den konnten, vernichtet werden. Hierdurch mögen für die Beteiligten Unannehmlichkeiten mancherlei Art entstanden fein. Auch wird das Fehlen dieser Sendungen zu ungerechtfertigten Lorwürsen gegen die Postverwaltung und ihre Beamten Anlaß ge­geben haben. Ohne genaue und vollständige Anschrift des Empfängers, zu der bei größeren Orten außer dem Dor- und dem Zunamen der etanb, die Strahe und die Hausnummer gehören, ist die Zustellung einer Postsendung selbst dem findigsten Zusteller nicht immer möglich. Auch ist es unumgänglich nötig, auf allen Postsendungen stets Name, Wohn­

Ich hab dir verzieh«!

Vornan von Lloiilde von Ltegmann «Stein.

Copyright by Martin fieuchtwanger, Halle.

war. Hier zog er vor einem verschlossenen Gartentor einen Schlüssel aus der Tasche und öffnete. Er durchquerte den herbstlich kahlen Vorgarten und wollte auch die Haustür öffnen.

Zu feiner größten Verwunderung jedoch stieß er auf einen Widerstand.

0m gleichen Augenblick aber schlug brinnen ein Hund mit dünner Stimme an.

Es wurde hell hinter der Tür im Vestibül: eilige Schritte vernahm er jetzt. Lind alsbald erklang Paolo-, des Diener- Stimme, hinter der Sicherheitskette:

Wer ist da?"

Ich bin eS!" sagte Hans Egon ungeduldig. Was soll da- bedeuten? Seit wann kann ich mit meinem Schlüssel hier nicht mehr herein?"

Verzeihung, Herr", antwortete Paolo, der umständlich und absichtlich ungeschickt an der S.cherßeitskette hantierte.Einen Augenblick, bitte. Ich glaube, hier ist etwas nicht in Ord­nung. Es war neulich ein Einbruchsversuch ver­übt worden. Seitdem haben wir eine Sicherung. Aber sie scheint nicht zu funktionieren. Och werde sofort Werkzeug holen."

HanS Egon trat ungeduldig von einem fiufj auf den anderen. E- paßte ihm durchaus nicht, hier in der Kälte zu warten.

Plötzlich glaubte er ein Geräusch zu hören. Ding da nicht die Hinterpforte? Aber im glei­chen Augenb.ick rollte ein Wagen vorüber, über­tönte die leisen Schritte, die er zu hören ver­meinte. und schon klirrte von innen her Werk­zeug der Riegel wurde zurückgefchoben.

Mit undurchdringlichem Gesicht öffnete Paolo dem Grafen die Haustür.

..Melden Sie mich", sagte Hans Egon.

Paolo zuckte bedauernd die Achseln.

Madame erwartete den Herrn Grafen nicht mehr und hat sich, da sie von der Probe sehr er­müdet war. schon zur Ruhe gelegt Herr Graf bemühen sich vielleicht in den grünen Salon? Och werde Madame wecken."

Hans Egon legte ab und trat in den wohlig erwärmten Raum. Aber da- Behagen, das ihn zuerst umfangen, wich einer leichten Unruhe. War da nicht ein frember Zigarettengeruch, der undefinierbar, aber doch erkennbar den Raum erfüllte? ES war weder feine englische noch die ägyptische Sorte, die Dolores bevorzugte.

Sein Mißtrauen, da- er nur mühsam nieder­gerungen hatte, erwachte von neuem und stärker, angesichts der fo sorgfältig gesicherten Tür. von deren neuem Mechanismus ihm Dolore- nicht- erzählt hatte.

Was halte sie doch neulich gesagt, als er sie wegen der Geschichte mit dem ü beide le um und eien Kunsthändler finsfard zur Rede stellte? Hatte er ihr damals mit Recht geglaubt, al- sie ihm unter Schwüren und Tränen versicherte, daß es sich

Kriminal-Hauptwachtmelster Seih oon der werbepolizei wurde zum Sriminal|efretär ernannt.

Reichsbahn-Personalie. Reichs- bahnobrrinspeltor K l i f f m ü 11 e r, Vorstand der hiesigen Fahrkartenausgabe, Gepäck- und Eil­gutabfertigung, wurde mit Wirkung vom 1. De­zember zum Reichsbahn-Güteroberinspektor er­nannt.

** Kriminalpolizei-Personalie. Der

Ge-

Bezugspreissenkung.

Dom 1. Januar an roirb der Bezugspreis für den Gießener Anzeiger gesenkt auf

Wohl versuchte eine innere Stimme in ihr, gegen die Betäubung ihrer Sinne anzuklingen, aber diese Stimme wurde leiser und leiser unter dem zärtlichen Flüstern seines Munde-, der sich dem ihren näherte.

Birgit. Birgit!" flüsterte er noch einmal, und chr Harne war chr plötzlich wie eine Kostbarkeit, neu geschenkt von dem Manne, der so jäh von ihrer Seele Besch ergriffen hatte. Sie schloß die Augen.

HanS Egon beugte sich mit einem triumphieren­den Lächeln über ihr hingebendeS Mädchenantlitz und küßte den zarten Wund, den noch kein Mann berührt.

Mit einem unterdrückten Schluchten des Glücke- nahm sie den ersten Kuh des Geliebten entgegen und bann. In einer jähen Aufwallung Der Leidenschaft, schlang sie ihre Arme um den Hal­de- schonen Mannes.

Du", flüfterte sie selbstvergessen, und sah strah­lend zu dem Gesicht auf, da- seit Wochen durch ihre Träume gegangen,sag' mir noch einmal, daß du mich nebst, daß du mein fein willst

die in dem verträumten, blumendurchdusteten Wintergarten die Welt um sich vergessen hatten.

Wollen wir tanzen, Liebling?" fragte HanS Egon.

Birgit erwachte wie auS einem tiefen Traum.

»Tanken jetzt? Vor den Blicken aller an­deren kühl und fremd zu dir sein? Och kann es nicht, Hans Egon. Och möchte mir diese Stunde nicht entweihen. Bitte, bringe mich nach Hause. Och werde mich mit Kopfschmerzen entschuldigen. Die gütige, alte Exzellenz wird da- verstehen."

Roch einen Kuh , drängte er helh, und zog die Erschauernde wiederum on sich.

Mit einem verlegenen Lächeln strich sich Birgit über ihr Haar, ehe sie mit HanS Egon wieder in den Ballsaal zurückkehrte.

Die Exzellenz stand zufällig in der Rähe und sah die beiden mit einem prüfenden Blick an. als Birgit jetzt eine Entschuldigung stammelte. Die alte Dame verstand und machte ein spitz­bübisches Gesicht.

Oa, gehen Sie nur. Kindchen. Och kann mir wohl denken, daß der Ball Sie heute weiter nicht interessieren wird."

Birgit dankte ihr mit einem lieben Lächeln und schritt an Hans Egons Arm wie im Traum zwischen den tanzenden Paaren hinaus aus dem Saal.

Sie liefe es geschehen, dafe er ihr den Pelz umlegte, chr in den Wagen hals, sich neben sie setzte und von neuem den Arm um sie schlang.

War es wirklich kein Traum, daß sie hier mit dem geliebten Manne ganz allein durch die nächtlich stillen Strafeen fuhr? Und sie schmiegte sich an ihn, dessen Gedanken, chr unbewuht, ganz andere Bahnen wandelten.

Der Vater schlief schon: seine Fenster waren dunkel. Birgit schickte das wartende Mädchen au Bett. 6ie wollte jetzt allein sein. Allein schritt sie durch die kühlen Korridore. In denen ihre Tritte seltsam verlassen hallten.

Leise drückte sie auf die Klinke ihrer Schlaf» zimmertür. Süßer Rosenduft drang ihr entgegen und da wußte sie mit wachen Sinnen: nein, e- war kein Traum: alle-, alle- war Wirklichkeit!

Hier in diesen Rosen dufteten die ersten Ver­räter einer Leidenschaft, die ihr Leben so plötzlich verändert hatte. Sie nahm die herrlichen Blüten aus dem Silberkelch, streifte die bescheidenen Mai­glöckchen, die daneben standen, mit einem mit­leidigen Blick. Die glühende Fülle der Rosen an ihr Herz drückend, verschwand sie in ihrem Schlaf­zimmer. Rosendust umschwebte sie, al- sie In den ersten Traum hinüberschlummerte HanS Egon- schone- Gesicht beugte sich über sie und flüsterte chr noch einmal beifee Liebesworte zu.

Inzwischen schritt Hans Egon von Rauenstein mit hochgeschlagenem Mantelkragen weiter und Weiter, brS et in einer Billenstrafee angelangt

vertrauen? Vertrauen auch, wenn böse Zungen dir aegenüber etwas anderes behaupten wollen, al- Das, wa- ich dir sage? Du. du allein bist die Frau, die ich immer gesucht habe. Hätte ich dich nur eher gesunden! Rie, Birgit, ich schwöre e- dir, wäre je eine andere Frau in meine Ge­danken gekommen.

Aber nun sollst du das einzige, angebetete Ge­stirn an meinem ßcbenSfeimmel fein; alle- andere mufe verblassen, solange mir die Sonne deiner Liebe scheint."

Mit seligen, gläubigen Augen hatte Birgit den heihen Beteuerungen au- dem geliebten Munde gelauscht. Ohre Hände falteten sich un­willkürlich zum Gebet. Etn frommes Kinder» lächeln lag um ihren Mund

Die weichen Klänge eine» Wiener Walzer« tönten lockend zu den beiden Liebenden herein.

Dle Museen und der Heidenturm sind am ReujaferStage geschlossen.

Vorzügliche Wintersportver- hältnisse im Vogelsberg. Rachdern gestern nachmittag über dem Vogelsberg noch ein Schneeschaucr niederging, haben sich die Schnee- verhältnisse wesentlich gebessert. Es liegen zur Zelt 25 Zentimeter Schnee, davon 10 Zentimeter Pulverschnee. Das Wetter ist sehr Har, die Tem­peratur liegt 10 Grad unter Rull und Dürfte vor­aussichtlich während der nächsten beiden Tage kaum eine Aenderung erfahren. Die Sportmöglich- feiten im Vogelsberg sind zur Zeit ganz ausge­zeichnet.

Keine Anrechnung von Winter­hilfe auf Krisenunter st ützung. Reichs- arbeitsminister Dr.Stegerwald hat verfügt, daß einmalige oder vorübergehende Zuwendun­gen an Arbeitslose, insbesondere Spenden im Rahmen der Winterhilfe, bei der Bemessung der

und Onbuftrie und Handel treten für diese Waren in freien Wettbewerb. Die Preisentwicklung totrb vom Reichskommissar beobachtet werden.

ee Spanien im Filmbild. Zn der 8. fluU turfilm-Sorftellung, die das Lichtspielhaus, Bahn- bofftrafee, in Gemeinschaft mit dem Goeihebund am Sonntag, 3. Januar, 11.15 Uhr. verar.stallet, kommt ein Film zur Vorführung, der das Znteresse vieler Freunde des Kulturfilmes f.nden dürfte. Der Bild­streifen führt nach Spanien, dem Land der Sonne, mit seinen paradiesischen Tälern, mit seinen tausend­jährigen Städten, seinen Bergen und seiner lempe- ramentvollen Bevölkerung. Der Besucher wird den Golf von Biscayo, die Dolksspiele der Basken, die altkaft.Uanischen städte und den sagenhaften Königs- palast Alkazar, die Dörfer in den Pyrenäen, die Städte Granada, Madrid, Barcelona kennenlernen und den Zauber uralter Märchen, wie auch den Reiz des modernen Weltbades San Sebastian erleben können. In weiteren Abschnitten de» Filme» werden die Weltausstellung in Barcelona, der Rational­palast und schließlich ein Stierkampf gezeigt, der ja für jeden Spanier da» Erlebnis ist. Die Freunde der Natur, der Kunst, der Arch lektur und des be­wegten volklichen Lebens dürften in dieser Film vor- ftcllung viel Freude erleben, (siehe heutige Anzeige.)

" Reue Kurse in Sinhertskurz- schrift. Die Erste Re.ch-kurzschriftgesellschaft Dießen beginnt am Freitag, 8 Oanuar 1932, 19 Ufer, in bet Pestalozzlschule, Rordanlage, für Damen und Herren einen An'änger-Lehrgang in bet Einheil-kutzschrift. Das Unterricht-gelb ist, wie man uns mit teilt, den heutigen wirttchaft- lichen Dethällnissen entsprechend auf 7 Mark herabgesetzt worden. Außerdem erhalten öt- werbslose besondere Vergünstigungen. Zur Fort­bildung beginnen neue Redeschrift-, F:rtbildungs-» Praktiker» und Diktatkurse. (RähereS in der heu­tigen Anzeige.)

Autounsall. Gestern gegen 17 Ufer er­eignete sich bei Lollar ein schwerer Autounfall. Der Oekonom Hammel aus Büdingen fuhr mit einem Personenwagen in der Richtung von Gießen nach Lollar. Äun vor dem Lollarer Wald kam der Wagen infolge der Glätte der Straße ins Schleudern und fuhr gegen einen Baum. Die Ehefrau Hammel- erlitt durch den heftigen Anprall einen Oberschenkelbruch und muhte von der Gießener Freiwilligen SanitätSkolonne nach der Chirurgischen Klinik gebracht werden. 5Xrt Wagen wurde erheblich beschädigt.

' Die Maul- und Klauenseuche iw Oberhessen. 0nRödgen, Kreis Friedberg, ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen. Ort und Gemarkung Rödgen sind zum Sverr- bezirk, die Orte und Gemarkungen Schwalheim und Wisselsheim zum Beobachtungsgebiet erklärt.

Oberbeffen.

Gesangvereins-Jubiläum in Laubach.

D Laubach, 30. Dez. Der Gesangver­ein .Eintracht" beging im Saale deS Schützenhofes" in einfacher, aber würdiger Weise die Feier seines 50jährigen De - st e h e n s. Der offizielle Festakt wurde mit dem Chor .Gott grüße dich" gesungen von den ak­tiven Mitgliedern eröffnet. Rach einem Prolog und einem schönen Kinderspiel hielt der Vor­sitzende Franz b i s ch die Festansprache. Dabei gab er einen Rückblick auf den Entwicklungsgang des Verein-. Die stattliche Mltgliederzahl be­weise feine heutige Stellung und Leistungsfähig­keit nach außen hin. Mit der Mahnung, getrost in die Zukunft zu schauen, und dem Wunsche, daß deröintracfet" eine weitere friedliche Ent- toitflung beschieden fein möge, schloß der Redner seine Ausführungen. Anschließend sand ein Theaterstück beifällige Ausnahme. Sodann über­brachte Bürgermeister Högy die Grüße i d Wünsche der Stadt Laubach und forderte dieM.t- gliebcr auf, sich auch weiterhin die Pflege bei deutschen Liedes angelegen sein zu lassen. 0m An­schluß daran erfolgte die Ehrung von 13 Iubi-

Devisen anfordern. Die Lieferung dieser aus­ländischen Zahlungsmittel b.S zu der zugelassenen Hohe deS Gegenwertes von 200 Mk. kann von der Reichsbank auf Grund der gesetzlichen Vor­schriften nach Darlegung triftiger Gründe nicht verweigert werden, obwohl durch diese Onan- spruchnahme der Devisenvorrat in Deutschland zum Rachteil der viel dringlicheren wirtschaft­lichen Erfordernisse geschmälert wird. Angesichts der gegenwärtigen Verhältnisse und mit Rück­sicht auf die dringenden Rotwendigkeiten unseres Wirtschaftslebens sollten Vergnügungsreisen nach dem Auslande besser unterbleiben, insbesondere dürfte eS sich empfehlen, im Hinblick auf die großen Schw.erigie t:n, die Frankreich, entgegen aller schönen Worte seiner Vertreter, jetzt wieder unserem deutschen Volke in der Reparationsfrage bereitet, diesem Lande nicht auch noch deutsches Geld durch überflüssige Reifen zuAuführen. Man nehme sich auch bei uns das mustergültige Bei­spiel der Engländer, die sofort nach dem Eintritt der Schwierigkeiten des Pfundes die Parole deS Daheimbleibens ausgaben und auch konsequent befolgen, zum Vorbild, und diene dadurch dem eigenen Volke und der heimischen Wirtschaft, Aumal es in Deutschland wirklich genug land­schaftlich schöne Gegenden und Wintersportplätze

gibt, an denen man sich auch im Winter erholen kann.

Vornotizen.

Tageskalender für Donnerstag. Etadttheater Gießen:Lampaci vagabundas, 19.30 bis 22 Uhr. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Ra- dellen".

Tageskalender für Freitag (Neu­jahr). Stadttheater Gießen:Marguerite : 3", 19.30 bis 22 Uhr. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: .Ka­detten". Astoria-Lichtfpiele, Seltersweg: ^Der Siri- minalreporter oon Ehikago" und ..Atlantic Eity".

Aus dem Stabttpeaterbureau wird un- geschrieben: Heute, 19.30 Uhr, Silvester- Vorstellung im Etadttheater Gießen. Erstauffüh­rung der Zauberpofie: .Lumpacivagabundus" von Oohann Restroh mit Gesang, Musik. Tanz und vielerlei sonstigen Silvester- und Reujahrsüber- raschungen. Spielleitung dieses Werke-, da- in völlig neuer Onhenierung und Ausmachung in Szene geht, hat Karl H e y s e r, musikalische Lei­tung Fritz E u j 6 , choreographische Leitung Ewald ulke. 12. Vorstellung im Mittwoch abonne- ment. Gewöhnliche Preise. Ende 22 Ufer. Mor­gen, Freitag, als Reujahrsveranstaltung zum letz­tenmal das Lustspiel:Marguerite: 3" von Fritz Dchwiefert als Werbe-Vorstellung zu kleinen Preisen. Beginn: 19.30 Ufer; Ende 22 Uhr. SamStag, 2. Oanuar. 15 Ufer, geschlossene Vorstel­lung für die Erwerbslosen, .Sturm im Wasser­glas". Komödie voit Bruno Frank. Ende 17.15 Ufer.

(tzi?s;errer Wochenmarltpreise.

Gießen, 31. Dez. Es kosteten auf dem heu­tigen Wvchenmarkt: Kochbutter Pfund von 0,90 Mark an; Butter 1,00 bis 1,10; Matte 25 b.s 30; Wirsing 7 bis 8; Weißkraut 5 bis 6; Rotkraut 7 bis 8. gelbe Rüben 8 bi- 10; rote Rüben 8 bis 10; Spinat 15 bi- 20; Unter-Kohlrabi 5 bis 6; Grünkohl 10 biS 12; Rosenkohl 15 bis 20; Feld­salat 80 bis 1,00; Tomaten 50 bis 60; Zwie­beln 10 bis 12; Meerrettich 35 biS 70; Schwarz­wurzeln 25 bis 35; Kartoffeln 4; Aepfel 8 bis 10; Birnen 8 bis 10; Dörrobst 30 biS 35; Enten 80 bis 1,00; Honig 40 bis 50; junge Hähne 80 biS 90; Suppenhühner 70 bis 80; Gänse 80 bis 90; Rüsse 35 bis 40; Käse (10 Stück) 50 bis 1.20; Tauben S!ück 50 bis 60; Eier 12 biS 14; Blumen­kohl 20 bis 60; Endivien 8 biS 10; Ober-Kohlrabi 8 bis 10; Lauch 5 b.s 10: Rettich 10 biS 15; Sellerie 10 bis 40: Kartoffeln Zenter 3,00 bis 3.50; Weißkraut 3,00 biS 3 50; Wirsing 4,00 bis 5,00; Rotkraut 4,00 bis 5,00.

Vorwärts 1932!

In dieser Zett, die, voller Haß und Sttett, erschüttert deines Glaubens Tempelbau, verfällst du leicht in Ungerechtigkeit und siehst die ganze Erde grau in grau.

Und doch gibt# Freunde noch die mit dir gehn, die deine Sorgen und die dich verstehn:

Es albt noch Menschen, die nicht fröhlich sind, sobald dein Weg durch Not und Tränen geht, und mancher lebt, der nicht nur nach dem Wind die Fahne seiner Ueberzeugung dreht.

Es gibt noch manchen Menschen in der Welt, der gütig, eyrlich, frei sich zu dir stellt!

Wo» dir das neue Jahr auch bringen mag: Schau' nur auf die Vergangenheit zurück.

Ein Lachen und ein Lied an manchem Tag blieb als Erinnern dir und schien dir Gluck. Noch lebst du! Und bedenk, was du gewannst, daß Sonne du und Lenz bald sehen kannst!

Puck.

Oie Durchführung der Mietsenkung.

3m Anschluß an die Verordnung des Reichs- ärbeitSministerS und des Reichsministers der Ju­stiz zur Durchführung der Mietsenkung vom 15. Dezember 1931 ist nunmehr die hessische Verordnung zur Durchführung der Mietfenkung vom 23. Dezember erschienen. Kommt ein Einverständnis über die Hohe der Friedensmiete oder über die Ermäßigung deS Mietzinses für Altwohnungen nicht zustande, so entscheidet auf Antrag eines DertragSteils daS Mieteinigungsamt, dem der Vermieter die erfor­derlichen Unterlagen vorzulegen hat. Wird ein Einverständnis über die Ermäßigung deS Miet­zinse- für Wohnungen, die in Reubauten oder durch Um- oder Einbau in Althäusern nach dem 1. Juli 1918 neu geschaffen wurden, nicht erAielt, so entscheidet auf Antrag eineS VertratzsteilS in den Städten mit Städteordnung die Bürgermei­sterei und in den Landgemeinden daS Kreisamt. Degen die Entscheidung der Bürgermeisterei und deS KreiSamtS ist die Anrufung deS Ministers deS Innern zugelassen.

Jetzt keine Vergnügungsreisen ins Ausland!

Trotz der außerordentlich schwierigen Wirt-

Immer werde ich es dir sagen. eS hören willst, daß ich dich liebe, dafe tch dein bin. Süfee Birgit, ich kann es kaum fassen, daß ich dich errungen habe. Wirst du mich lieben, immer lieben? Wirst du mir immer

es, wie unS mitgeteilt wird, immer noch Leute in Deutschland, die gerade in dieser Zeit Vergnügungsreisen nach d ' .

besondere nach Frankreich, unternehmen und dazu