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Nr. 200 Drittes Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhefsen)Zreltag, 28. August (93|

9J4.-tfpoit

finget auf NSU-SS tourte in Der 500er-ÄIafTe Zweiter. Vorher hatten Dte 41 AusweiSsahner Die Rennen übet Z Randen - 54.390 Kilometer Hier stürzten Sieger (Dresden) und Schwarze «Leipzig) und muhten ins Krankenhaus transponiert wer-

Tennisiuniief in Bad Homburg.

Del schönem Sommerwetter nahm am Don- netttag da- Bad Homburaer Tennisturnier sei­nen Anfang Die Lleberrafchung deS ersten Tage- bildete der 6:4-, 5:7». S:l-Sieg des Franflurter Srwen über den Krefelder Heitmann. 3m Da­men-Sinzel errang Renne Peitz einen alatten 6:0-. 6:1-Ersola gegen Frau von Horde. Die Be­gegnung zwilchen den beiden Frankfurterinnen Zimt und Menges endete mit 1:6. 6:1. 6:1 zugunsten von Fräulein Menges. Weiterhin schlug Fräulein Leseld Fräulein Launstein mit 6:3, 8:6.

Rücktritt des OGB.-Vorsitzenden.

Der langsährige Vorfitzende der Deutschen Sporttehörbe für Leichtathletik. Rechtsanwalt E. D. Lang, ist von seinem Amte zurüdgetreten, da das Bankhaus Lang & Rüderer, dessen Teil­haber er war, seine Zahlungen eingestellt hat. Der Hauptausschuß der DSB. hat daraushin den DSB.-Sporttvart, Dr. v Ha11. mit der einst­weiligen Führung der Geschäfte und der Ver­tretung der DSB. in der Arbeitsgemeinschaft DT.-DFB -DSB. beauftragt.

Handball der Sp.-Vg. 1900.

Als einziges Punkttressen kommt am Sonntag das Spiel von 19008 2 Mannschaft gegen die Erste des Turnvereins Münchholzhausen Aum AuSirag. Die Gäste au- Münchhol«Haufen haben einen gu­ten Start gehabt und müssen als eine der stärksten Mannschaft der ^-Klasse angesehen werden. Da die 1900er vorausgesetzt, das) sie komplett an» treten können - auch über achtbare- Können ver- . fügen, dürfte sich ein spannender Kamps ent- toickeln.

Handball im (Hau Hessen (O.T.)

Großen-Lindens erste Mannschaft und die Jugend müssen am kommenden Sonntag aus srem- den Plätzen Pslichtspiele auStragen. Während die erste Cif bei der Zweiten deS Pdlizeisport- Vereins Butzbach zu Gast ist, weilt die Ju­gend bei der Jugend der Turngemeinde Fried­berg.

S.Kaustballrunde deS TV. -1846.

Am kommenden Sonntag steigt zum achten male da- Faustballturnier, das sich im Lause der Jahre aus den anfangs kümmerlichen Pokal­spielen zu einer im MittelrheinkveiS beliebten Ver­anstaltung herausgebildet hat. Während früher nur wenige Mannschaften auf zwei Seltern und auf dem OSwaldsgarten spielten, sind heute 2 5 Mannschaften gemeldet, die insgesamt 50 Spiele auf sechs Feldern austragen werden. 3n der Meisterklasse stehen sich sechs Mann- schasten der Vereine 3.-G -Sportverein, Tv. 1860 und Postsportverein Franksurt; Tv. 1846 Herborn, Dhilippstein und 1846 Gießen gegenüber. Da 3.-G. die I. Mannschaft nicht melden konnte, wird der erste Platz Wohl zwischen 1860 Franksurt, Herborn und Gießen- I. entschieden werten. Für die zehn Mannschasten ter ^-Klasse war eine Einteilung in zwei Gruppen nötig, dessen beite erste Sieger in die Endrunde kommen. 3n ter ersten Gruppe spielen: Rodheim a. d. Bieber. Phi- lippstein II, Herborn II, 1860 Franksurt II und 1846 Diesten III; in ter zweiten Gruppe: Holz­heim. Sinn, Polizei Butzbach, 3. G. I I I, 1846 Die­sten II. Hier kann man schwer einer Mannschaft den Sieg zusprechen, da sie teil- völlig unbe­kannt sind, doch dürste 1846 Giesten II die meisten Aussichten haben.

Ebensowenig sind die vier Mannschaften der Altersklassen nach ihren Leistungen be­kannt. Hier spielen Polizei Butzbach. 3. G.. Post- spvrwerein Frankfurt und 1846 Drehen, von denen Polizei und 1846 die geringsten Aussichten haben.

3n ter Turnerinnenklasse spielen vier Mannschasten, von denen drei. Mtv. Gießen, 1860 Frankfurt und 3. G, sich von den Gaugruppen­spielen her kennen. 1846 Gtestens Damen sind noch ziemlich unerfahren im Wettkampf und wer­ten ihre Spiele hauptsächlich zum Lernen be­nutzen. Ob. wie in ter Gau gruppe, auch hier 3. G den ersten Platz belegt, ist offen, da auch die Mtverinnen ziemlich auf der Höhe sind.

Schleizer Oreiecksrennen.

Zum neunten Male wurde am Sonntag bei Schleiz auf ter 7.7 Kilometer langen Dreieckstraße daS Schleizer DreiedSrennen vor über 100 000 Zu­schauern ausgefahren. Bei iDealern Rennwetter begann die Veranstaltung. jete>ch setzte später hes- tiger Regen ein, der auf ten glitschigen Strasten zahlreiche Stürze hervvrries. wodurch gerate die beiten, BulluS und Dauhvfer, auster Gefecht ge­setzt wurden. Trotzdem überholte R ü 11 ch e n (Erkelenz) aus NSl' mit 2.09:54,8 die Zeit teS Vorjahres von 2:14,12 ganz beträchtlich Rültchen fuhr fein Rennen überlegen nach Haufe. Oet-

ten. Der schnellste war hier in ter Halbltterklasse Term « hr (Königstein) auf NSl« mit 33 36,2 bei einem Stundenmittel von 97.110 Kilometer, der auch die schnellste Zeit des Tages fuhr. Mit dem Schleizer DreiedSrennen wurde gleichzeitig die deutsche Mokvrradmeisterscdaft zum Abschluß ge­bracht. Röse (Düsseldorf). Huth (Breslau, NSU). und Loos (Königstein) wurden als Titel­träger ermittelt, während in ter kleinsten Kate­gorie die Entscheidung noch aussteht. /

Kurze Sportnotizen.

Verband»- Schiedsrichter-Referent Wei der weilt am kommenden Montag in Diesten und wird im ttafö Ebel einen beleb teil­ten Vortrag über die Ausgaben des Schiedsrich­ter- halten. Der Dortragente stand jahrelang in ter Pralls und dürfte berufen fein, von Theorie und Prari- ter Spielleitung zu sprechen.

Dr. Beider an Malaria erkrankt. Der deutsche 800-Meter-Meister, Dr. Otto Beider, ist jetzt endgültig für einige Zeit auster Gefecht Seseyt und kann an den Länderkämpsen gegen

nglanb und Frankreich nicht teilnehmen. Der Stettiner, die schon eine Sehnenzerrung am Training behinderte, ist nun auch noch an Ma­laria erkrankt.

Herbst-Regaiia in Gießen.

Ein glänzendes Melde-Ergebnis.

Am morgigen Samstag und am Sonntag wird auf der Lahn lebhafter Betrieb herrschen. Die Herbst- rcgatla, die auch in diesem Jahre von dem Ver­ein Rudersport 19 13 Gießen durchgeführt wird, steht vor der Tür. Die Regata hat wie weisen bereits am Samstag darauf hin eine ausgezeich­nete Besetzung erfahren. Die beste süddeutsche Ulasse ist am et art. Richt weniger als 85 Boote mit etwa 450 Ruderern werden sich in diesen Tagen auf der Lahn ein Stelldichein geben. Manche bekannte Mannschaft liegt in den Rennen und al» Clou der Veranstaltung gilt der

Start de» Großen Achter» der INainz-Lasteler Rudergesellschaft,

der bei der Deutschen Meisterschaftsregatta so her­vorragend abschnitt. Ruderer dieser vorzüglichen Mannschaft werden auch den Staatspräsidenten- Vierer bestreiten und sich dabei den Sieg kaum nehmen lassen. Die Zahl der eingegangenen Mel­dungen (für einzelnen Rennen sind nicht weniger als 7, 8, ja sogar 14 Meldungen eingelaufen) macht eine große Anzahl von Vorrennen (etwa 30) not­wendig, Die bereits am Samstagnachmittag und am Sonntagoormittag ausgetragen werden, lieber 25 Vereine aus Mainz, Frankfurt, Bonn, Weilburg, Neuwied, Essen, Offenbach, Rüsselsheim, Limburg, Marburg, Wetzlar, Siegburg, Oberhausen, Saar­brüden, Münster (Westfalen) ufro. sind vertreten, so daß mit außerordentlich scharfen und spannenden Rennen gerechnet werden kann. Der Verein hat es sich zur Ausgabe gemacht, die Regatta recht flott zur Durchführung zu bringen und will zu diesem Zwecke den Zehn-Minuten-Start einführen, um dem Publikum die langen Pausen zwischen den einzelnen Rennen nach Möglichkeit zu ersparen. Don den Gießener Vereinen sind naturgemäß Meldungen zu sehr vielen Rennen abgegeben worden. Der ver­anstaltende Verein geht zu 10 Rennen an den Start, die Gießener Rudergcscllschast hat zu 8 Hßetibc

Erstklassige Mannschasten am Start.

werben gemeldet und der Gießener Ruderklub Has- fia beteiligt sich ebenfalls an drei Rennen. Da» Programm sieht insgesamt 19 Rennen vor.

Bereits das erste Rennen des Sonntagnachmit- tag», her L ahn- 3 U N g »i a n n - V i e r e r, wird eine sehr scharfe Auseinandersetzung zwischen den drei hiesigen Vereinen bringen. Die Mannschaften GRG.: Weidig, Kuschke, Neuroth, Goetz; St.: Loh. Verein Rudersport: Münch, Wagenbach, Fröhlich, 3mmel; St.: Mühlich. Hassia: Müller, Vehus, Hüt­tenberger; St.: Noll.

Der Herbst-Vierer hat nicht weniger al» vier­zehn Meldungen

und muß deshalb in zwei selbständigen Rennen ausgefallen werden. Bei der Fülle der Meldungen ist eine Vorhersage über die mutmaßlichen Sieger kaum möglich, zudem eine Anzahl der startenden Mannschaften ihrem Können nach sehr wenig be­kannt sind. 3m Lahn-Vierer stehen sich da­gegen lediglich die Ruderer der GRG. und des Weilburger Rudervereins gegenüber. Die Weilbur­ger dürften sich diesmal sehr bemühen, die Scharte von der 3ubiläumsrcgatla auszuwetzen. (Die Mann­schaft der GRG.: Flimm, Becker, Koehler, Hart­mann; St.: Loh.) 3m 3ung mann-Achter ist Gießen nicht vertreten. Neuwieder RG., Ruderklub Saar und MainAer RV. bestreiten das Rennen. Die Mainzer haben dabei allerdings die größeren Aus- sichten auf Sieg. 3m Iungmann-Einer ftar- ten die Gießener Hans Rübsam (GRG.) und Ludolf Henn (Hassia). Außerdem liegen Bonner RG., Marburger RV. und Offenbacher RV. im Rennen. Die Gießener werden keinen leichten Stand haben. 3m D a m e n 21 n f ä n g e r (ü Vierer haben die Damen des Vereins Rudersport gegen die Damen des Offenbacher RV. das erste Mal Gelegenheit, Lorbeeren zu ernten. (Verein Ru­dersport: Die Damen Euler, Braun, Eckhardt, Loh; St.: Münch.) 3m Zweiten Vierer treffen die

Das bißchen Erde.

Vornan von Richard Slowronnek.

Copyright by 3 Engelhorn» Nachf., Stuttgart

17 Fortsetzung Nachdruck verboten

Das Schloß hat sie verpachtet mit der 3agb, an einen Herrn Dankdirektor auS Berlin, ter immer in einem Automobil angefahren kommt, und neulich wurde erzählt, sie würde daS ganze Gcwete überhaupt verlausen. Weil ihr'S zu be­schwerlich wäre, die Wirtschaft zu lontrollieren von Wiesbaden aus. Da soll sie sich nämlich eine große Villa gebaut haben, und ich kann'- ihr nicht verdenken. 3n so einer schönen Gegend, wo man nur eine Viertelstunde zu fahren braucht, und man steht an dem herrlichen Rteinstrom. DeS Abends aber kann man wieder Theater haben oder Konzert, statt der Einsamkeit hier in so einem alten mecktenburg'schen HauS. Da besinnt man sich doch nicht. alS schön« junge Witwe, wo man wvhl lieber wohnt, nich?"

..Täuw, täuto, Ohlsch", sagte der Förster mit (eifern Vorwurf,und sprich nicht von Dingen, die peinlich sind. Wegen ter Vergangenheit und svf Der Herr Graf interessieren sich wohl mehr für die 3agö. Und da muh ich berichten, dast dieser Berliner Herr Bankdirektor der Vellahner Gutsverwaltung zehntausend Mark geboten hat, wenn das Gatter abgerissen Wird. Weil er sich nämlich mit einem langjährigen Kontrakt bei der Alten-Krakower Pachtung sozusagen in die Resseln gesetzt hat. Aber ich habe befürwortet, daS Gatter bletbt stehen. WaS braucht fv ein Berliner Herr Dankdirektor Hirsche au schießen hier bei unS in Mecklenburg? Das ist doch ein Unfug, nich? Und überhaupt, wo mein hoch­seliger Herr Gras daS Gatter errichtet hat, in einer ganz bestimmten Absicht, da hat es auch stehen zu bleiben. DaS Geweih' hab ich heute noch nicht von dem Hirsch, der zu all dem Streit ten Ursprung gegeben hat" ... Und er strich ingrimmig ten buschigen Schnurrbart. Die keine Frau aber schlug die fleischigen Hände zusammen.

Run sehen sich ter Herr Graf bloß dieses verdrehte Mannsbild an! Alle Wände im Haus hängen schon voll von Knochen, nirgend- ist mehr eine Handbreit Platz, und da jammert er um das eine Geweih, annijiert unS hier mit seinen 3agdgeschichten! Rämlich. wo er mich vorhin unterbrochen hat. wollt' ich nur noch bemerken, daß man sich hier allgemein und sehr verwun­dert. dast Die junge Witwe gar nicht mehr ans Herraten denkt. Richts al- Korbe teilt sie aus. und man erzählt sich, fast auf jedem Schloß in ter Umgegend soll einer davon stehen. Bei dem Panschenhagener Herrn soll einer stehen, bei dem Schwtngendorfer einer, unb bei dem

Tüschower sogar zwoi. Der hat wohl daS schone Hinrichshagener Geld am notigsten gebraucht, und da ist ct zweimal fragen gekommen, aber es hat ihm nicht- genützt."

So erzählte die rundliche kleine Forsterssrau voll Diser. cklS Malte nur schweigend zuhorte und mit keinem Zeichen feine Teilnahme verriet, zuckte ihr Gatte die Achseln, als hätte er sagen wollen: Da hast du's mit deinen Zrauenzimmergeschich- len! Ernsthafte Menschen lanatoeilen sich Dabei bloß." Und er fing an zu berichten, daß die Aus- fichten für die 3agd so gut waren tote schon seit langem nicht mehr. Die Rehböcke versprächen nach dem milden Winter ganz kapitale Gehörne zu schieben, mit ten Hirschen aber wäre es ge­radezu eine Pracht. Zum mindesten zehn jagd­bare müßten in biefem Herbst zur Strecke tom- men, darunter ein paar gewaltige Recken, die jetzt schon im Baste beinahe armlange Stangen trügen. Und mit listigem Augenzwinkern er» zählte ct. wie es ihm gelungen wäre, die An- grifrfe des Herrn ErblandmarfchalvS auf den Vel­lahner Wildbestand zu veretteln.

Da wurde Malte mit einem Male wieder leb­haft. Solange die Frau Försterin von den Schick- biicn seiner einstigen Jugendliebe sprach, hafte er an sich gehalten. Unziemlich wäre es chm er­schienen. auch nur mit einem Wimperzucken zu- zugeten, daß er einmal in Dem Leden dieser jun­gen Witwe eine besondere Rolle gespielt hatte. Es war wohl genug geklatscht und getratscht worden darüber nach ferner plötzlichen Abreise, und von seiner Heimkehr schien man sich viel­leicht eine Fortsetzung de» interessanten Lietes- romaneS zu erwarten. DaS war natürlich Un- Pin und ausgeschlossen. Ein jede- von ihnen hatte kch zurechtgefunden auf seine Art nach der fürchterlichen Wirrfal jener Zett, und dabei sollte eS verbleiben. Für Liebesgeschichten gab eS auch keinen Platz, wo eS um harte Männer­fachen ging ... Sine Ungebühr sondergleichen war es, daß der Oheim sich unterfangen hatte, in fein 3agdrecht zu greifen, während er ab­wesend war. denn dieses war ein Recht ganz betonterer Art. Gewissermaßen das feinste und oberfte, das einem Herrn zu st and ... Auf Maltes S: rn schwoll die Zornader, und ct legte schwer Die Hand auf Den Tisch

..Erlauben Sie mal, Schwarz? Mein Onkel hätte hier in Vellahn Treibjagden abgeb alten und Herren hergefchickt mit der Erlaubnis, einen guten Hirsch abzuschieben?"

..Wohl. wohl. Herr Gras! Aber ich konnte doch keine Revolution machen und laoen, ich gehorche nicht? 3d) hab' mir ander- gchollen, denn ein alter Waldläufer kennt doch viele Schliche, nich? Bei den Treiben in freier Wildbahn gingen mit immer Die Hirsche durch die Treiterkette zurück. 3rgenDeiner von den Lümmels war beim Drücken zu laut gewesen oder eS lag an einer

andern Ursache daS Wild kam nicht vor die Schützenlinie. Daß ich im Morgengrauen quer durch Die Schonungen einen Dünnen Draht ge­spannt hatte, krauchten Seine Exzellenz ja nicht zu wllenl Und ähnlich machte ich es mit den Lappjagden. Meine Teckel waren dann durch Mgendetnen Zufall deS RachtS vorher immer ausgekommen unb hatten die 3agen, die am nächsten Morgen einzustellen waren, feer ge­macht. Die Herren zogen wieder ab, ohne den Finger krumm gemacht zu haben, und Seine Gszellenz waren höchst ungnädig. 3ch wäre ein ganz untüchtiger Beamter, der sich fein Lehrgeld als Hochw Idjägcr eigentlich zurückzahlen lassen müßte!" ... Der alle Förster lachte still vor sich hin, daß um seine blanken Augen in dem perga­menttrockenen Gesicht sich tauienb Fältchen zo­gen .....3ch hab' natürlich nicht widersprochen,

Herr Graf, aber ich hatte mein Vergnügen Dafür, wenn der neue Herr Schwager von Seiner ®j- zellenz au m r zum Pürichen kam. DaS war zedesmal ein reines Theater, denn er fieberte geradezu vor 3agdpassion und tourte unter seiner braunen Haut ganz blaß, wenn er ein Stück Wild zu sehen kr egle. Aber, weiß der Deuwel. was in die Vellahner Hirsche gefahren fein mochte, näher als auf vier-, fünfhundert Schritt ließen sie ihn nicht heran. Dann sprangen sie immer flüchtig ab, er konnte so vorsichtig pir­schen, wie er wollte. Und er hielt mir hinter­her lange Vorträge, woran eS gelegen hätte, se.ncr Meinung nach, focht mit den Händen in der Luft, und Die Worte über Purzel ten sich bloß so. 3ch fagte: ,Zu Befehl', und .beim nächsten Mal w rd eS besser gehen', aber daß ich hinter seinem Rücken den H richen mit Dem Taschenluche gewinkt hatte, während er sich anpirschte, das hab ich ihm natürlich nicht auf die Rase ge­hängt. Manchmal tat er mir ja ein bißchen leid, aber ich konnte ihm nicht Helsen. Sine Treue Hal man doch nur zu seiner eigenen Herrschaft. Unb wie sollte ich wohl vor Ihnen bestehen, Herr Gras, wenn Sie bei ter Rückkehr fragten: .Schwarz, was ist aus meinen Hirschen gewor­den?' ... Offen auflässig werden tonnte ich nicht. Da wäre ich geflogen und ein andrer an mene Stelle getreten, ter gefügiger war. Also da frage ich den Herrn Grasen jetzt gefrortamft, ob ich wohl recht gehantelt habe?"

Malte ftanD auf, schüttelte dem Getreuen die Ha std.

..Gut war'-, Alter, und von jetzt an wollen wir Denen da Drüben in Hvhenrömnitz gründlich die Zähne zeigen. Das heißt, solange w:rs noch können. Aber, fa^en Sie mal das interessiert mich im Auaenbllck ganz besonders wie haben Sie diesen 3taliener eigentlich angeredet? Hatte er vielleicht einen Titel oder so was Aehnl'ches?"

Der Forster blickte ein wenig verwundert auf. »Herr .Lonte' hab' ich -immer zu ihm gesagt.

Ruderer de» Veranstalter» (Haa», Steindach. Beck, Seipp: 6t.: Muhlich) auf die barte Gegnerschaft von Ruderklub Saar und Mainz-Xastcler RG Da» Ren­nen Ist mit 7 Mannschaften belegt. 3m 6 t a a t Präsidenten-Vierer ist die Mannschaft der Mainz-Kasteler RG. erklärter Favorit. Die Mann­schaft Des Verein» Rudersport (Haa», Steinbach, Beck, Seipp, 6t Mutzlich) wird sich wohl mit dein zweiten Platz Aufrieben geben müssen.

Der Herb st-Achter, der eben,ad» ein sehr spannende» Rennen bringen dürste, sieht neben der '.neuwieder RG, RV. Rusielsheirn, Essener T. u. F. Frankfurter RG. Germania auch die Mannschaften der GRG und de» Verein» Rudersport am etart Bei der guten Form der Gießener Mannschaften darf man auf ein günstige» Abschneiden hoffen. (GRG: Hcuhel, Schneider II., Knobloch, Hochflut- ter, Schneider I., Heß, Georgi, Iimpe; St : Loh. Verein Rudersport Haller, Weller, Wcllhoser, Franz, Best, Müller, Dechert, 51 rüg. 6t.: Mühlich.) Ein durchaus offene» Rennen bringt der A n - fünfer - 'B lerer. Sieben Meldungen liegen hierfür vor. Den 3unior-vierer Dürften Die Mannschaften der Saarbrücker RG. Undine und de» Weilburger RV. bei fünf teilnehmenden Booten un­ter sich ausmachen.

Mit besonderer Spannung sieht man der Au»- tragung de» Lahn-Achter» entgegen. Da» Rennen stellt ein

Cofalbcrbi)

dar, daß allerdings nach der Papierform den Sie- jer schon mit einiger Bestimmtheit in der Mann- chast der GRG. zu nennen zulaßt. Die GRG. de- treitet den Kampf in der Besetzung: Weidig, Kuschke, Flimm, nartmann, Koehler, Becker, Neu- roll), Goetz; St.: Loh. Der Verein Rudersport stellt leinen J)cinri(f)"-2ldjter ins Gefecht. (Die Mann­schaft: K. Münch, Heinrich Wagenbach, (Bg. Haa», Heinrich Seipp, W. Beck, Hans Steinbach, Heinrich Fröhlich Heinrich 3mmel; St.: Heinrich Mühlich.)

Der Lahn-Einer sieht die beiden Konkur­renten von der 3ubiläums-Regatta auf dem Wasser. Friedel 3 ö b t (GRG.) dürste diesmal alle» daran setzen, seinem Gegner L e I tz (Wetzlarer RC.) da» Nachsehen zu geben. Man erhofft 3öbt als sicheren Sieger.

3m 3u n am ann-Vierer dürfte die Saar­brücker RG.-Mannschaft weder vom Verein Ruder­sport, noch von den Marburgern oder den Offen- bachern zu schlagen sein. 3m Damen-Gig-Dierer treffen sich die Damen de» Offenbacher RV. und des Vereins Rudersport. Der Verein Rudersport hat die Besetzung de» Ansönger-Vierer» gemeldet. Die Offenbacherinnen dürften in diesem Rennen aller­dings In Front zu erwarten sein. Der Ermunte- rung-Vierer ist bei einer Beteiligung von acht Mannschaften ein durchaus offenes Rennen. Der Verein Rudersport wird sich unter Umstanden mit zwei Booten daran beteiligen. Da» spannendste Rennen des Tages und das großartige Finale sollte der Große Achter bringen. RG. Saar, Bonner RG., GRG. und Verein Rudersport haben den berühmten Achter der Mainz-Kasteler Rudergesell- schäft zum großen favorisierten Gegner. Die Mainz- Kasteler werden unter normalen Umständen nicht zu schlagen sein, um so weniger, als sie doch in stärkster Besetzung (Hartrath, Bock, Pape, Berg, Schollmeger, Eellwood, Gens, Leber; St.: Diefen­bach) antreten. Der verein Rudersport wird in der Besetzung desHeinrich "-?lchter» vertreten die Gießener Rudergesellschast startet in der Besetzung de» Lahnachter».

Die Hauptrennen der Regatta beginnen am Sonntag um 14 Uhr, die Dorrennen werden am Samstag um 14.30 Uhr beginnen unb am SonntagDormlttag 8.30 Uhr fortgesetzt. Die Nenn- strecke beträgt 1800 Meter. Der Start Ist am Fel­len, bas Ziel liegt etwa 150 Meter unterhalb dos Bootshauses des verein» Rubersport.

Der Derwaltor hat mir erklärt, das wär' in 3talton dasselbe wie bei un- ein Graf. Ater, ich kann mir nicht hÄfen, es will mir nicht In den Kops, daß solche ausländischen Hcrrschaslen für voll zu eftimieren fein füllten. Wenn dieser Herr Tonte hier zum Pirschen kam, mußte ich immer Hinsehen, ob er nicht einen Leierkasten bei sich hatte und «inen kleinen Assen aus ter Schuller."

Di« Frau Försterin schalt, er würde sich mtt seinem losen Mundwcrk noefr mal um ten Hals reden, Malte aber sah mit trübseligem Lächeln vor sich hin. Es stimmte schon, was er befürchtet hatte. Sern« neu« Frau Tante in Hofrenröninitz war auS altadel:gcm Geschlcchll Dazu war sein Herr Oheim ja auch viel au vorsichtig, um ein« juivgc Dame zu he raten, Die nach dem strengen Hausgesetz« n:cht als vollkommen ebenbürtig an- -usehen wäre. Ra und dann noch e'.n paar kurze Woche>n, und es war mit dem Zähnezeisen frier vortei ...

Er tzr'.fl nach Stock und Mütze, der Förster wollte chm daS Geleit geben, ater seine rundliche fleme Frau schob sich dazwischen, und vor der Ga>r!entür faßte sie chren Besucher bei ter Hand.

Wurden Sie'Sner allen Frau sehr Übel­nehmen, Herr Gras, wenn sie sich erlauben wollte, 36nen einen fluten Rat zu gebenT*

Bewahre, Mutter Gchwarzinl Guten Rat kann man immer gebrauchen" ...

Run denn" sie tat erst einen tiefen Atem­zugSie krauchten nur nach Alien-Krakow zu reiten, und alles übrige könnt' uns egal sein. Ob in Hohenrömnitz ein 3ung zur Welt käm oder 'ne lütte Deern, bas könnte uns dann wohl fla.ru egal sein!"

Ach nee", sagte Malte belustigt und stemmte ten Arm in die Seite,das müssen Sie mir schon ein bißchen näher erklären."

Gott. Herr Gras" die kleine Frau rieb sich w einiger Verlegenheit das fleischige Kinn mit der fre-.en Handda ist doch nicht viel bra* zu «Hären. Sie brauchen wirklich nur nach Allers-Krakow zu retten! Und es trifft sich gut Die verwitwete Frau Baronin von Perlwall» ist vor acht Tagen angekommen, ob sie noch lange dableibt, das weih ich nicht."

Ach so", sagte Malte,jetzt verstehe ich. Ater das sind Hirngespinlte, liebe Mutter Schwärzen. WaS da vor jenen zwei 3ahren war, daS ist etoc belanglose 3ugenbefelei gewesen, wie sie «im jetec wohl mal durchmacht Und eine längst begrabene Geschichte bei mir und bei ihr. 3ch möchte mcht, daß sie nach meiner Rückkehr wieder audgcbuDMt wird. Vor allem aber liegt mir daran, daß ter gute Rus ter jungen Dam« nicht wieder von allerhand hämischen Mäulern über die Straße geschleppt wird. Unb deshalb werde ich nicht nach Alten-Krakow reiten. Gute Rocht, Mutter Schwarztn." (Fortsetzung folgt.)