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Oberheffen.

Gute Erfolge

-er oberhessischen Beispielwirtschasten.

WSA. Hartmannshain, 26. Ian. Unter dem Vorsitz des Ministers für Arbeit und Wirt­schaft, Morell, fand hier im Gasthaus Schmal­bach eine Aussprache mit den Inhabern der sechs Veispielwirtschaften im hohen Vogelsberg statt. Den Landwirten war Ge­legenheit gegeben, ausgiebig von den Schwierig­keiten, aber auch von den großen Erfolgen zu berichten. Bei den Weidebetrieben hat sich die Milch nach Menge und Fettgehalt ansehnlich vermehrt. Der Körperaufbau der Tiere ist sicht­lich verbessert. Durch rationelle Düngung der Weiden wurden die Erträgniffe an Futter we­sentlich gesteigert. Auch der Getreide- und Hack- früchtebau erfuhr eine Förderung durch ra­tionelle Düngung. Es wurden z. D. in einem Be­triebs 190 Zentner (krebsfeste) Kartoffeln pro Morgen geerntet. Ställe und Wiststätten sind überall versichert worden. Einige Landwirte sind bereits dem Vorgehen der Beispielwirtschaften gefolgt und errichteten aus eigenen Mitteln größere Weiden. Die Schwierigkeiten sind zu­nächst in der allgemein schlechten Lage der Land­wirtschaft und den geringen Preisen für bäuer­liche Produkte begründet. Ferner ist zwar der Spott, der über die Inhaber der Beispiel- Wirtschaften von der Bevölkerung ausgegvssen wurde, abgeebbt, aber die Schwierigkeiten, die ihnen von lokalen Stellen bereitet wurden, sind noch nicht ganz überwunden. An den Beratungen beteiligten sich Ministerialdirektor Professor Dr. Böhler, Ministerialrat Bauer, Direktor Dr. Helf er t vom Landwirtschaftsamt Aidda und Assessor Dr. Lorentz vom Landwirtschaftscunt Lauterbach. Aach mehrstündigen Beratungen war man sich einig in dem Entschluß, auf dem be­gangenen Wege fortzufahren und im Frühjahr nach dem Auftrieb den Landwirten Gelegenheit zu geben, ihre Deispielwirtschaften gegenseitig zu besichtigen. Der Minister sagte seine Unter- stützung bei der Meberwindung lokaler Schwie­rigkeiten zu und hatte auf dem Rückwege zu diesem Zweck eine Unterredung mit dem Kreis­direktor von Schotten.

Kreistag des Kreises Alsfeld.

* Alsfeld, 26. Ian. Unter dem Vorsitz von Kreisdirektor Dr. Stammler hielt der Kreis­tag des Kreises Alsfeld heute eine Sitzung ab. Einziger Gegenstand der Tagesord­nung war die Beratung und Beschlußfassung über die Aufnahme eines Kapitals in Höhe von 50 000 Mk. zur Beglei­chung von Handwerkerforderun gen, die bei dem Bau der Kadaververwer­tungsanstalt im Kreise Alsfeld gegen den Besitzer dieser Einrichtung enilstanden waren. Aach längerer Beratung stimmte der Kreistag der beantragten Kapitalaufnahme mit der Maß­gabe zu, daß das Eigentum an der Kadaver­verwertungsanstalt mit der Begleichung der Handwerkerforderungen auf den KreisAls- feld übergeht. Der bisherige Besitzer der

Kadaververwertungsanstalt soll unter Bedingun­gen, deren Festsetzung dem Kreisausschuß über­lassen wurde, als Pächter des Betriebes belas­sen werden. Den mehrstündigen Verhandlungen wohnten viele Interessenten aus Stadt und Land bei.

Oiebesfahrt mit Hindernissen.

WSA. Friedberg, 26. Ian. Im benach­barten S t a m m h e t m drangen auswärtige S t n- brecher in eine Hühnerfarm und s ch l ach­teten 30 Tiere ab. Dieser Vorgang blieb der Einwohnerschaft nicht verborgen. Das halbe Dorf war bald mobil und nahm an der Verfolgung der Diebe lebhaftesten Anteil. In der größten Aot liehen die Diebe einen erheblichen Teil ihrer Beute zurück und setzten trotz der aufgestellten Hindernisse durch das Dorf in rasendem Tempo in ihrem Auto den Weg fort. Spät nach Mitter­nacht versuchten sie nochmals ihr Glück. Wieder hatten die Hühnerdiebe ihre Mühe, dem Zorne der Ortseinwohner zu entgehen. Auf ihrer Flucht ge­rieten sie später zum dritten Male in das Dorf, wo sie da' n das Geschick ereilte. Aachdem ihnen die Fensterscheiben des Wagens zertrümmert wa­ren. fuhren sie sich in einem Feldweg fest. Der Wagen blieb im Morast stecken. Im Dunkel der Aacht entkamen die Insassen. Im Siegeszug wurde das Auto in das Dorf geschafft. Der Wagen trägt die Aummer VS 18 720. Die vorgefundenen Pa­piere dürften genügende Anhaltspunkte für die Weiterverfolgung der Angelegenheit ergeben.

Landkreis Gießen.

Lang-Göns, 26. Ian. Der Gesang­vereinFrohsinn" feierte am Samstag das 7 6. Stiftungsfest. In der Ansprache wies der Vorsitzende, Beigeordneter Faber, darauf hin, daß der Verein mit Rücksicht auf die Aotlage das Fest nur in kleinem Rahmen begehe. Rück­blickend auf das Iahr 1930 konnte er feststellen, daß der Verein auch weiterhin ganz im Dienste der Pflege des deutschen Liedes stand. Das 75. Iubiläurn war mit einem großen Preiswettsingen verbunden. Auch war dein Gesangverein Froh­sinn ein großer Erfolg beschieden. Auf dem Ge­sangswettstreit in Rappoltshausen wurde ein erster und ein Ehrenpreis errungen. Sodann be­grüßte der Vorsitzende die Gäste. Alle Vereine der Gemeinde und der Ortsvorstand waren er­schienen. Besonderen Dank übermittelte er dem Dirigenten des Vereins, Oberreallehrer Blaß, Grohen-Linden, und überreichte ihm ein Geschenk. In den nun folgenden Darbietungen, die aus In­strumentalmusik des hiesigen Orchestervereins, unter Leitung von Wilh. Müller HL, und Chor­gesängen des feiernden VereinsFrohsinn" be­standen, wurde den Zuhörern abwechslungsreiche und genußreiche Unterhaltung zuteil. Besonders gefiel, daß in den Chören hauptsächlich Volkslieder zum Vortrag kamen. Vertreter der verschiedenen Vereine und der Bürgermeister hielten kurze An­sprachen. Besondere Ehrungen wurden einigen treuen Sängern zuteil. Für 40jährige aktive Sän­gertätigkeit erhielt Landwirt Ios. Rompf die große Ehrennadel. Ferner wurden die Mitglieder Aug. Faber, Wilh. Heinrich Müller und Heinrich Leicht für 20jährige Mitgliedschaft ge­ehrt. Zu Ehrenmitgliedern wurden die Herren

Wilh. Dopf, Wilh. Müllerin., MüllerlV. und Georg I ä g e r ernannt.

L Lollar, 24. Ian. Der Turn - und G e- sangverein hielt im Gasthaus zum Schwanen seine Hauptversammlung ab. In seiner Begrüßungsansprache ermahnte der 1. Vorsitzende des Vereins, Reichsbahnsekretär Philipp H a r - busch, die SäPger, sich stets der hohen Aufgabe der Pflege des deutschen Liedes bewußt zu blei­ben. Er gedachte weiter des verstorbenen Ver­einsmitgliedes Schadeck, dessen Andenken geehrt wurde. Hierauf erstattete der 1. Schriftführer Otto Wagner den Iahresbericht. Aus diesem ging hervor, daß der Verein auch in diesem Iohre wieder unter der zielbewutzten Leitung von Be­rufsschullehrer Eberle in gesanglicher Be­ziehung sehr schöne Fortschritte gemacht hat. Die Mitgliederzahl ist weiter gestiegen. Der Ge- sangstimdenbesuch ist als gut zu bezeichnen. Eine Anzahl Sänger konnte für Anwesenheit in allen Gesangstunden ausgezeichnet werden. Der Verein trat im abgelaufenen Vereinsjahr verschiedentlich mit gutem Erfolg an die Oeffentlichkeit. Der starke Besuch der vereinseigenen Veranstaltungen bewies die stets zunehmende Beachtung, die der Turn- und Gesangverein erfährt. Die Rech­nungsablage durch Rechner Schneider ergab ein erfreuliches Bild der finanziellen Lage des Vereins. Die Vorstandswahl erbrachte die Wie­derwahl der beiden seitherigen Vorsitzenden H a r- busch und Forbach, des 1. Schriftführers Wagner, sowie der Beisitzer, des Zeugwarts, des Turnwarts. 1. Rechner wurde Weinrich, 2. Schriftführer Schneider, 2. Rechner Ruhü Der Verein beteiligt sich an dem Wertungssingen des Gaues am 31. Mai. Der anwesende Dirigent und einige Sänger gaben beachtenswerte An­regungen, die hauptsächlich die weitere Förderung des Vereins betrafen.

s. Hungen, 25. Ian. Gestern hielt der Be­zirkslehrerverein Hungen imSolm- ser Hof" seine erste Tagung im neuen Iahre ab. Der Obmann,'Lehrer Schmidt (Hungen), er­stattete den Iahresbericht mit einer älebersicht über die Vorträge. Die Konferenzen wiesen eine Besuchszifser von nahezu 90 Prozent auf. Aach der Rechnungsablage durch Lehrer Meier (Hungen) hielt Gast Lehrer Debus (Rup­pertsburg) einen Dortvgg überDie Entwick­lung des Schulwesens in der ehemaligen Graf­schaft Laubach", der mit großem Beifall aus­genommen wurde. Mit großem Forscherfleiß hat er eine Fülle von Material zusammen getragen, das über die Schulgeschichte in den einzelnen Orten wertvolle Aufschlüsse gibt. Der gleichfalls als Gast anwesende Kreisobmann, Lehrer Som­mer (Grohen-Linden), sprach über Organisa- ttonsfragen und die Iunglehrerfrage.

Kreis Friedberg.

pb. Butzbach, 26. Ian. In der ersten Stadt- ratssihung des Jahres 1931 wurde beschlossen, die Gebühren für gärtnerische Unterhaltung der Privatgräber auf dem hiesigen Friedhof mit Rücksicht auf die Zeitverhältnisse zu ermäßigen. Die Hundesteuer wird in-gleicher Höhe wie im Vorjahre erhoben. Die Zusehung der Wertbeständigkeitsklausel zu einem Schuldschein des Mathildenstifts über 100 000 Mk., wonach

die Rück- und Zinszahlung auf Feingolöbasi- zu erfolgen hat, wird nachträglich genehmigt. Als Schätzer zur Abschätzung der Entschädigung für Viehverluste werden die Landwirte Adolf Sauerbier und Christoph Wiehler, als deren Ver­treter M. Bender und Ciff gewählt. Aach dem neuen hessischen Gemeindebeamtengesetz sind die Ruhegehalts- und Hinterbliebenenversor­gungsverhältnisse durch Ortssahung zu regeln. Die OrtssatzuAg wird für die Beamten der Stadt beschlossen. Die Rechnungsablage der Rech­nungen der Stadt usw. für das Rechnungsjahr 1929 wurde gutgeheihen.

Kreis Büdingen.

* Ortenberg, 26. Jan. Gegen den Postmeister des hiesigen Postamts, der sich wie vor einigen Tagen berichtet nach einer Revision seiner Post- amtsgeschäfle durch einen Revisionsbeamten der Oberpostdirektion Darmstadt in selbstmörderischer Absicht eine Kugel in den Kops schoß und zur Zeit schwer verletzt im Büdinger Kranken- Hous darniederliegt, ist mittlerweile Haftbefehl erlassen worden.

Kreis Schotten.

-4- Schotten, 26. Ian. Der A o t z e i t Rech­nung tragend, hat das hiesige Kreisamt angeord­net, daß bei den diesjährigen Bürgermei­ster- und Deigeordnetenwahlen jeglich« A a ch f e i e r auf Kosten der Gewählten zu u n - ter bleiben habe. Zuwiderhandlungen sollen, soweit das Gesetz eine Handhabe dazu gibt, die Richtigkeit der Wahl zur Folge haben.

Laubach, 26. Ian. In der jüngsten G e - meinderatssihung wurde zunächst das Er­gebnis der kürzlich stattgefundenen Auhhvlz- f u b m i f f i o n bekanntgegeben. Die Abgabe von Freiholz an Minderbemittelte wurde entsprechend dem Holzanfall gekürzt. Des weiteren wurde über die Beschäftigung der ausgesteuerten Er­werbslosen, deren Zahl sich durch die Beendigung der Holzhauerarbeiten wesentlich erhöht hat, ver­handelt. Man war allgemein der Ansicht, die Ausgesteuerten in Ermangelung anderer Arbeits­möglichkeit mit Steinklopfen (int Akkordlohn) zu beschäftigen..Zum Schlüsse wurde beschlossen, ab 1. Februar statt zwei Aachtwächter vier anzu­nehmen. Von 21 Bewerbern wurden zu Aacht- wächtern gewählt: Iohann Gundling, Wilhelm Hofmann, Georg Ludwig Stengel und Karl Wagner.

8Stumpertenrod,27. Ian. Kurz vor Be­endigung der Holzfällungsarbetten er­eignete sich ein Hinglücksfall. Ein Arbeiter« der mit dem Absägen eines Baumes beschäftigt war, wurde von dem plötzlich stürzenden Stamm zu Toden gerissen, geriet unter den Stamm und erlitt mehrere Rippenbrüche.

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