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Schwurgericht Gießen.
* Gießen, 20. April. Heute vormittag begannen unter dem Dorsitz des Landgerichtsdirektors (Kramer die Sitzungen des Oberhessischen Schwurgerichts. Die erste Verhandlung richtete sich gegen den Landwirt Heinrich Glänze r II. von Schwarz, der wegen Brandstif- t u n g sich zu verantworten hatte. Die Anklage vertrat Oberstaatsanwalt Dr. Brill, die Verteidigung führte Rechtsanwalt Albrecht.
Am 2. Dezember 1930 bemerkten spielende Kinder, daß aus dem Haus des Angeklagten Rauch heraus- drang. Als die Löschmannschaft erschien, fand sie das Haus von innen verschlossen. Es brannte an zwei verschiedenen Stellen. Im Stall war unmittelbar unter einem in die Decke gebrannten Loch eine Waschbütte aufgehängt, in der sich offenbar der eine Brandherd befunden hatte. Daß es sich um eine vorsätzliche Brandstiftung handelte, konnte nicht zweifelhaft sein. Der Brand war allem Anschein nach bereits am Tag zuvor gelegt worden, und nur dem Umstand, daß das Feuer nicht genügend'Luft hatte, war es zu sanken, daß das Haus nicht in der Nacht völlig nieder- brannte. Der Angeklagte, der am Abend vor der Entdeckung des Brandes nach Gießen gefahren war, wurde nach seiner Rückkehr wegen dringenden Verdachts der Täterschaft verhaftet, bestritt aber entschieden seine Schuld. Da die weiteren Ermittelungen ergeben hatten, daß das Mobiliar mit 15000 Mark, einem Betrag, der den wahren Wert weit überstieg, von dem Angeklagten erst kurz vordem Brand versichert worden war, hatte das Gericht an seiner Schuld keinen Zweifel und verurteilte ihn, dem Antrag des Oberstaatsanwalts entsprechend, zur einer Zuchthausstrafe von einem Jahr und sechs Monaten. Vier Monate der erlittenen Untersuchungshaft wurden angerechnet.
*
In der heutigen Nachmittagssitzung des Schwurgerichts wurde die Anklage gegen den Arbeiter Karl Appel aus Herchenhain wegen Richterbestechung verhandelt.
Den Vorsitz führte wiederum Landgerichtsdirektor Kramer, als öffentlicher Ankläger fungierte Staatsanwalt Justizrat Weidemann, während Oie Verteidigung von Rechtsanwalt Hornberger geführt wurde.
Gegen den Angeklagten schwebte bei dem Amtsgericht Ortenberg ein Strafverfahren wegen Dieb- ft a f) I 8. Im Juni 1930 erschien er im Amtsgerichts- jcbäube in Ortenberg auf dem Büro des Oberamts- aichters. Die Anklage wirft dem Angeklagten nun uor, er habe versucht, den Richter durch die Worte „auf ein paar Pfund oder Eier komme es ihm auch nicht an" zu veranlassen, ihn in der kom- menben Verhandlung nicht mit einer Freiheitsstrafe, sondern mit einer Geldstrafe zu belegen. Der An- gjcUagte erklärte, er sei von dem Richter miß - »erstanden worden. Seine Worte hätten nicht Äcn Zweck gehabt, ein für ihn günstiges Urteil zu erreichen.
Es wurden hierauf drei Zeugen vernommen. SIlcdann führte der Staatsanwalt aus, nach den Dekundungen des Oberamtsrichters könnten die Worte des Angeklagten nur im Sinne der Anklage Dcrftanben werden: er beantrage mildernde Umstände zu bewilligen und auf eine Gefängnis- flrafe von 2 Monaten zu erkennen. Das Schwurgericht erkannte nach längerer Beratung auf Freisprechung, da immerhin die Möglichkeit Lcstehe, daß sich der Angeklagte subjektiv nicht be- »vußt gewesen sei, daß er den Richter mit 'seinen
Berlins neuer O6er6üraermeifler tritt fein Amt an.
Dr. Sahm bei seiner Ankunft in Berlin. Wie Zwerge nehmen sich die Berliner neben ihrem neuen Oberbürgermeister aus, der über zwei Meter mißt.
A. W
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Worten zu einem für ihn günstigen Urteil beeinflusse. Im Zweifel müsse zugunsten des Angeklagten entschieden werden.
Oberbeffen.
Verlegung der Friedberger Schupo nach Butzbach.
pb. Butzbach, 21. April. (Eigener Drahtbericht.) Wie von zuständiger Stelle in Darmstadt mitgeteilt wurde, ist nunmehr die Verlegung des Re st es der Friedberaer Schupoabteilung nach Butzbach endgültig angeord- n e t worden Die Stadt Butzbach muß zur Unterbringung der verheirateten Schupobeamten etwa 70 bis 80 Wohnungen errichten, während die unverheirateten Beamten in der Kaserne Unterkunft finden. Mit Rücksicht auf die erforderlichen Wohnungsbauten ist der Zeitpunkt der Verlegung dieses letzten Teiles der Schupo von Friedberg nach Butzbach noch nicht genau bestimmt Nach der Verlegung würde dann die gesamte Schupob'ereitschast der Provinz Oberhessen in Stärke von drei Hundertschaften ihren Standort in Butzbach haben.
Landkreis Gictzcn.
OO Klein-Linden, 20. April. Heute wurden 37 S ch u l r e k r u t e n, 20 Knaben und 17 Mädchen, In die Volksschule ausgenommen. — Leherin Frl. Hoch, zuletzt in Großen-Buseck tätig, wurde heute in den Dienst an unserer Volksschule eingeführt.
* Lang-Göns, 21. April. In der Nacht zum Samstag machte der 65 Jahre alte Molkereibesitzer Ph. F von hier durch Erschießen seinem Leben freiwillig ein Ende. Am Samstagmorgen
wurde in feiner Wohnung feine 57 Jahre alte Ehefrau vergiftet und bewußtlos aufgefunden. Die Frau wurde sofort der Klinik in Gießen zugeführt, wo sie heute früh ebenfalls v e r ft a r b. Nach den bisherigen Feststellungen ist das bedauernswerte Ehepaar, das harmonisch zusammenlebte, infolge wirtschaftlicher Schwierigkeiten freiwillig aus dem Leben geschieden.
i. Ober-Bessingen, 20. April. Nachdem Lehrer Jakob, der die Altersgrenze erreicht hatte, seit einem halben Jahre beurlaubt war, ist er am 1. April endgültig in den Ruhestand getreten. Was Lehrer Jakob, der 15 Jahre lang an der hiesigen Schule tätig war, nicht nur der Schule und den Schülern, sondern auch der Gemeinde bedeutete, kam bei der Abschiedsfeier zum Ausdruck, die am Samstagabend im hiesigen Schulsaale stattsand. Bürger- mester Keil begrüßte die Teilnehmer und gedachte der Verdienste des Scheidenden. Er überreichte im Namen der dankbaren Gemeinde einen Sessel. P arrer Strack aus Münster übermittelte den Dank der Kirchengemeinde. Für die Schule sprach Lehrer Eschenbrenner. Er wies daraus hin. daß die hiesige Schule ein Muster der einklassigen Schale sei und als solches von der vorgesetzten Behörde stets anerkannt worden fei. Im einzelnen erwähnte er die mannigfachen Verdienste Lehrer Jakobs um den Ausbau der Schule. Die Ansprachen wurden durch Lieder und Gedichte der Schüler umrahmt. Lehrer Jakob dankte für die Ehrung und versicherte der Gemeinde seine fernere Treue.
Kreis Schotten.
b. €>d) otten, 20. April. Die Vorbereitungen für das große Jubiläumsfest, das der
Gesamk-DHC. anläßlich seines 50jährigen Bestehens Ende Mai In Schotten, dem Geburtsort des VHC., feiert, sind in vollem Gange. Eine umfangreiche Festschrift wird erscheinen, dis viel geschichtliches und historisches Material aus unserem Vogelsberg bringt. In der Turnhalle wird eine größere Ausstellung einen lieber blick über unser Heimatgebiet, über die Geschichte des VHC. und des Vogelsberges geben. Zahlreiche Beiträge sind von vielen Seiten zur Verfügung gestellt worden.
wg. Gedern, 20. April. Die Zahl der in diesem Jahre eingesegneten Konfirmanden war wiederum sehr klein: es waren 17 Kinder (7 Knaben und 10 Mädchen).
Rheinhessen.
WSN. Alzey, 20. April. Am Samstagnachmittag zog ein kurzes Gewitter über einen Teil Rheinhessens hinweg, das von starkem Hagelschlag begleitet war. Ein Blitz schlug in ein Weinberghäuschen, in dem vier junge Leute, die bei Weinbergsarbeiten von dem Gewitter überrascht wurden, Schuh gesucht hatten. Der 24jährige Volontär Strobel wurde getötet, während die andern betäubt und zum Teil verletzt wurden.
Briefkasten der Redaktion.
(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)
XX., Gießen. Die einmal erteilte Erlaubnis ist nicht ohne weiteres seitens des Vermieters widerrufbar. Dem Mieter steht die Anrufung des Mieteinigungsamtes frei.
Rundfunkprogramm.
Dienstag, 21. April.
7.15 bis 8.15: Früh kontert. 11.50: Schallplattenkonzert. 15 20: Hausfrauem-Nachmittag. 16: von Baden-Baden: Konzert des Städtischen Kur- orchesters. 18.15: Vortrag über die szenische Choraufführung des Kulturkartells der Modernen Arbeiterbewegung: „Völkerfreiheit" am 1. Mai 1931 um 20 Ähr in der Fest halle. 18.45: „Deutsche Romantik, ihr Lebensgefühl und ihre Weltanschauung. 1.“, Vortrag von Dr. Kurt Borries, Tübingen. 19.15: Leo Blech zu seinem 60. Geburtstag: Konzert des Philharmonischen Orchesters Stuttgart. 19 50: Mosaik-Programm. 0.30 bis 1.30: auf den Kurzwellensender KönigSwuster- hausen: Nachtkonzert: Lieder-Abend Gisela Derpsch.
Mittwoch. 22. April.
7.15 bis 8,15: Frühkonzert auf der Kino-Orgel. 10.20 bis 10.50: „Wie Kinder eine Geschichte machen und Bilder dazu entwerfen", von Karl Vaupel, Nierenhof (Ruhr). 11 50: Schallplatten- konzrrt. 15.20: Stund.' der Jr gend. 16.30: Konzert des Städtischen Kurorchesters .d 15: „Haben wir ausländischen Kredit nötig?", Vortrag von Leopold Merzbach. 18 45: von Mannheim: „DIZ —- Bank für internationalen . Zahlungsausgleich", Vortrag von Dr. Gutmann. 19.15: Marschkonzert des Rundfunkorchesters. 20: von Hamburg: (Reichssendung): Niederdeutscher Abend. 21.30: Kompositionsabend Igor Markevitch, deutsche Uraufführungen. 22.45 bis 23: Das Mildner-Quar- tett.
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Für die anläßlich unserer Konfirmation und Silberhochzeit erwiesenen Aufmerksamkeiten danken wir herzlichst
Karl Weller V. Rb -Wmienmeister und Frau
• Dieseck, den 21. April 1931 2soi d
Aurea!
förett der kleine Heiner, die schönsten üu&böben bat unsereiner. Natürlich nur
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Landwirt Joses Becktzoss, löcfler» wie, e i. W. .343, Äez. Minden. 27ss v
Bullenverkauf.
Die Stabt Allenborf a. b. Lba. verkauft auf dem Submissionswege einen fetten, abgängigen Bullen. Angebote sind auf Lebendgewicht bis zum 24. April 1931, vormittags 11 Uhr, auf hiesiger Bürgermeisterei einzureichen, woselbst die Eröffnung der Angebote ftattfinbet. 28070
Mendorf a. b. Lba., den 20. April 1931. Hessische Bürgermeisterei.
Schneider.
Viehmarkt
ZU Allenborf a. d. Lumda.
Zu dem am 22. b. 2U. ftattfinbenben Viehmarkt bürfen nur Tiere aus den Be- ftänben des Kreises Marburg und des Kreises Alsfeld aufgetrieben werden, wenn eine Bescheinigung des Landratsamts Marburg bzw. des Kreisamts Alsfeld vorliegt. 28070
Auf den Ursprungszeugnissen haben die Ortspolizeibehörden ausdrücklich zu bestätigen, daß die Tiere aus der Zucht desjenigen stammen, der sie zum Markt bringt.
Der Auftrieb harf nur von 9 bis 9)4 Uhr ftattfinben.
Die Untersuchung des Antriebes hat abseits vom Marktplatz zu erfolgen.
Allenborf a. d. Lda., den 20. April 1931.
Hessische Bürgermeisterei.
Schneider.
Achtung!
(tönst Mölorrad-AnWe
in gebrauchten Rädern
von 200 bis 500 ccm. mit und ohne elektr. Licht. Unverbindliche Vorführung durch 2802 D
E. L. RÖMER
Heuchelheim bei Giefoen
Wilhelmsirahe 2 Telephon 4328
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Bahnhofstraße Tel. 3403 . ----- ... .....


