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20 bis 40; Dörrobst

Schwarzwurzen 30 bis 40; 4; Aepfel 30 bis 45; Dirnen 30 bis 35; Honig 40 bis 50;

* Allgemeiner Deutscher Frauen- verein. 3n einer Dersammiung der OvtS-

junge Hähne 90 bis

1,20; Nüsse 50 biS

Heist Not lindern!

Llebergebi euer Gcherflein den Helfern derWinterhilfe 1930/31" Lleberweist überflüssige Kleidungs- und Wäschestücke der Städtischen JM?ilfel930.

1.20; Suppenhühner 90 biS 1,20; Nüsse 50 biS 60; Käse (10 Stück) 60 biS 1,40; Tauben Stück

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Gietzener Wochenmarttpreise.

ES kosteten auf dem heutigen Wvchenmarkt. Kochbuttcr Pfund von 1.00 NN. an; Butter 1,20 biS 1,30; Wirsing 25 bis 30; Weihkraut 12 bis 15; Rotkraut 15 bis 20; gelbe Rüben 10 bis 15; rote Rüben 10 bis 15; Spinat 35 bis 40; Unter- Kohiräbi 5 bis 6; Grünkohl 20 bis 25; Rosenkohl 40 bis 50; Feldsalat 1,20 biS 1,50; Tomaten 70 bis 80; Zwiebeln 10; Nlecrrettich 30 bis 60;

Kar tos rin 3,5 bis

Aufhebung deö Llmzugsverbots vor der Ltnrversität.

Das Polizeiamt Diehen teilt mit;

Das am 29. Januar 1931 erlassene Verbot öffentlicher Auf- und Umzüge, sowie Ansamm­lungen in der Ludwigstrahe zwischen Garten- und Bleichstrahez der BtSmarckstrohe und Goethe- strahe zwischen Löber- und Stephanstrahe wird ab 12. Februar 1931 wieder aufgehoben.

70 biS 80;' Eier 12 bis 13; Blumenkohl 40 bis 80; Salat 25 biS 30; Obcr-Kohlrabi 10 bis 15; Lauch 5 biS 15; Rettich 10 bis 15; Sellerie 10 bis 50; Endivien Pfund 80 bis 1,00; Kartosfeln Zent­ner 2,50 bis 3,00; Wethkraut 8,00 bis 10,00; Wirsing 15,00 bis 20.00: Rotkraut 10.00 bis

eS sehr gut, die schwierige. auch für Laien gut verständlich fand lebhaften Beifall.

Evangelische Bahnhofs Mission Gießen. Die evangelische Bahnhofsmtssion Gic- hcn (Bund der Freundinnen junger Mädchen hielt am Freitagabend im Saale der Lukas- gemeinde einen Vortragsabend ab. Die General­sekretärin der evangelischen Bahnhofsmission, Frl. Th. Rein eck. Berlin, gab einen Ueherblick über die Arbeit der großen, über die ganze Erde sich erstreckenden Organisation. Die Rednerin wies zugleich auf die vielfachen Gefahren hin, denen junge Mädchen ausgesetzt sind, wenn sie die Heimat verlassen. Die Hauptaufgabe der Bahnhofsmission bestehe darin, bewahrende und helfende Liebestätigkeit zu üben. Der Vortrags-

den sind. Es handelt sich bei diesen tlrbeltcn um den Einbau von Nigolcn, deren einige schon vor etwa zwei Jahren geschaffen wurden. Die Ausführung der Arbeiten ,st der Firma Weimer, Gießen, übertragen.

" Ein Fürsorgezögling als Fahr­rad d i e b. Gestern gelang cs der hiesigen Kri­minalpolizei, einen jungen Menschen beim Fahr- raddiebstahl auf frischer Tat fcstzunehmen. Der Zahrraddieb entpuppte sich als der 17 Jahre alle Fürsorgczögling Alwin Rcmpfer aus Höchst a.M. dec in einer Fürsorgeerziehungs- anstatt in der Nähe von Kassel untergebracht und dort gemeinsam mit drei weiteren Fürsorgc- zöglingen in den letzten Tagen ausgerisscn war. Die Flüchtlinge trennten sich unterwegs, um nicht so leicht wieder erwischt zu werden. Rempter wollte versuchen, mit dem gestohlenen Fahrrad von hier aus schneller nach Frankfurt zu kommen, sein Mißgeschick führte ihn aber in die Aänve eines Kriminalpolizetbeamtcn, der ihn alsbald in polizeilichen Gewahrsam ablieferte. Hebriden» wurde ein weiteres Mitglied dieses Ausrecher- guartetts gestern in Drohen-Linden fcstgenommen und ebenfalls der diesigen Polizei zur sicheren Verwahrung übergeben.

"SinbruchaufdemBieh Marktplatz. Dor einigen Tagen wurde, wie der heutig« Poli- eibericht meldet, in einen Schuppen auf dem hie- igen Tichmarktplatz eingebrochen. Dem Spih- mbert fielen fechS rote, fast neue Plandeckcn, ge­zeichnet V, VI, VII, Vlil, IX und X. Gröhe 2,10 mal 2,10 Meter, in die Hände. Sachdienliche Mit­teilung erbittet die Gießener Kriminalpolizei.

Hörsaal des Vorlesungsgebäudes. Oberhessstcher Geschichtsverein: VortragBurgen Im alten Hessen und ihre Besiedelung" von cand. hist. H. Bütt« n e r, 20.15 Uhr. Hörsaal 33 des Dorlesungsgebäu« des. DHV.: VortragKulturfragen des deutschen Kaufmannes" von Lauer. Wiesbaden, M.30 Uhr. im Heim Lonystraße. Lichtspielhaus Bahnhof- strahe:Stürme über dem Montblanc". Astoria- Lichtspiele:Die Strahe der verlorenen Seelen" undHast du geliebt am schönen Rhein".

Aus denr Stadttheaterburcau wird uns geschrieben: Morgen Freitag, 20Hhr, unter der Spielleitung Heinrich Hubs Erstauf­führung des Jubiläumsschwanks: ^Das öffent­liche Aergernis" von F. Arnold. Sonntag, 15. Februar, 18.30 Uhr, Fremdenvorstellung: .Robert und Bertram" zu ermähigten Preisen.

Vom Konzertverein wird unS ge­schrieben: Eva Liebenberg kommt! Vor eini­gen Jähren sang sie im Rahmen eines Orchester- koirzertS daS Arioso von Händel: ..Dank sei dir". Wer sie damals hörte, dem hat sich diese volle, tragende, klangreiche Altstimme unvergeßlich ein- geprägt- Seitdem hat sie einen unvergleichlichen SiegeSzug durch alle deutschen Großstädte ge­halten, ha» in Holland, England unb anderen europäischen Ländern gesungen, wurde von Sieg­fried Wagner für Bayreuth verpflichtet und hat mit Edwin Fischer und seinem Kammerorche- stcr konzertiert. Alle Besprechungen heoen in be­geisterten Worten die Schönheit dieser macht- vollen Altstimme hervor und reihen sie unter die hervorragendsten Sängerinnen ein. Frau Liebenberg, die sich, wie sie mitteilt, darauf freut,die lieben Gießener wtederzusehen", hat ein wundervolles, klassisches Programm für ihren Liederabend zusammengestellt. Von Beethoven geistliche Lieder, von Schubert seltener gehörte, und von DrahmS die schönsten Liederi Dr. Stefan T e m e s v a r y bat die Begleitung übernommen. Das Konzert wird, wie üblich, 17 Mr in der Aula stattfinden (Sonntag, den 15. Februar). Die Verhandlungen mit Günther Ramin wegen des aufgeschobenen Orgelkonzerts find nun zum Abschluß gelangt. Er wird am Donnerstag, 26. März, zu unS kommen.

Der Deutschnationale Handlungs- gehilfen-Verband hält heute 20.15 Uhr im Heim, Lonystraße 18, einen Vortragsabend ab. .Kreisgeschäftsführer Lauer, Wiesbaden, spricht überKultursragen des deutschen Kaufmanns".

N a t i o n a l s o z i a l i st i s ch e Deutsche Arbeiterpartei. Morgen, Freitagabend, öf­fentliche Versammlung In der Turnhalle am Os- waldsgarten. Redner: Reichstagsabgeordneter (9 c - meinder. (Siehe heutige Anzeige.) .

abend war gut besucht.

♦♦ Der Evangelische Arbei terver- ein hielt am Samstag seine Hauptver­sammlung im Dereinslokal ab. Aus dem vom Vorsitzenden Hermann Kirchner erstatteten Jahresbericht ging hervor, daß der Verein auch im lehten Jahre eine rege Tätigkeit entfaltet hat. Der vom Rechner M. Zsch u n ke vorgelegte Rechenschaftsbericht ergab eine Gesamteinnahme der Hauptkasse von 1018,81 Mark, während die Ausgaben 975.19 Mark betrugen. Bel der Sterbe- kafsc des Vereins betrugen die Einnahmen 1960 Mark, dic Ausgaben 1106.50 Mark. Der Vor­sitzende und die sahrmgsgemäß ausscheidenden Vorstandsmitglieder wurden durch Zuruf wieder- gewählt. X

Handelskammer-Zusammenschluß.

WSR Dillenburg. 11. Febr. Der preu­ßische Minister für Handel und Gewerbe hat den Industrie- und Handelskammern in Siegen und Dillenburg folgenden Erlaß zugehen lassen:Ge­gen den Beschluß bet Vollversammlungen der Kammer zu Dillenburg und Siegen, die bei­den Kammergebiete zu einer gemeinsamen Kammer am 1. April z u sam m e n z u le g en. bestehen keine Bedenken". Damit ist ble Ver­einigung der Kammern Siegen und Dillenburg

12.00 Mk.

provinzialauSschuß-Sihung.

3m Regierungsgebäude zu Gießen sand unter dem Vorsitz von Provinzialdirektor Graes eine öffentliche Sitzung des Provinzialausschusses der Provinz Oberhessen statt, in der verschiedene Verwaltungsstreitsachen verhandelt wurden.

Wilhelm W e i n e l zu Rieder-Mörlen. der um Erlaubnis zum Betrieb einer Gastwirtschaft gebeten hatte, klagte gegen einen Beschluß des Kreisamtes Friedberg. Die Klage wurde für gegenstandslos erklärt. - - Die Klagen des Ludwtg Halberstadt zu Rieder-Mockstadt und bte des Aron Josef Halber st adt zu Rieder-Mock­stadt gegen das KreiSamt Büdingen wegen Der- Tagung eines Wandergewerbescheins für 1931 wurden als unbegründet zurückgewiesen. Eine Klage des Bezirksfürsorgeverbandes Gelnhausen gegen den Lanoesfürsorgeverband Hessen aus Er­stattung von Anstaltspflegekosten des Walter JessinghauS aus Schwelm wurde ebenfalls zu- rückgewiesen. In einem ähnlichen Falle, und zwar einer Klage des preußischen Dezirksfürsorge» Verbands Frankfurt a. M. gegen den Bezirks- fürsorgeverband des Kreises Friedberg auf Er­stattung von Fürsorgekosten für dte Witwe Stephan, wurde der Beklagte verurteilt, dem preußischen Bezirksfürsorgeverband 261.50 Mk. und 4 Prozent Zinsen seit dem 27. Dezember 1928 zu bezahlen und die Kosten des Verfahrens zu tragen.

Durch Beschluß deS KreiSamts Friedberg wurde dem Gesuch des Hermann v. S ö h n e n in Fried­berg um Erlaubnis zum Betriebe einer Schank- wirtschaft unter folgenden Bedingungen statt- gegeben: Weibliches Bedienungspersonal darf nicht beschäftigt werden; an Werktagen hat wah­rend der Dienststunden im Rathaus baÄ QKuh* zieren in den Wirtschastsräumen zu unterbleiben. Gegen diesen Beschluß erhob Söhnen beim Pro- vinzialausschuß Klage im Verwaltungsstreltver- fahren und beantragte Aufhebung des Beschlusses. In der mündlichen Verhandlung vor dem Pro­vinzialausschuß machte der Vertreter der Stadt Friedberg geltend, daß die Beschäftigung werb­lichen Personals und insbesondere das Spielen des elektrischen Klaviers in dem Wirtschafts­betrieb sehr störend auf den Dienstbetrieb des direkt angrenzenden Rathauses einwirke. Der Vertreter des Klägers erklärte, daß in dem

gruppe Gießen des Allgemeinen Deutschen Frauenvereins hielt Dankdireltor Mattern einen Vorirag über dasDank- und Geldwesen". Er schildevte zunächst die geschichtl'cbe Entwicklung des Bank- und Ge.dwesens vom Al:-r.um biS in die Qlcu^elt und behandelte dann die verschie­denen Arten von Danken und ihre einzelnen Ge­schäftszweige. Er unterschied dabei drei große Gruppen von Danken: die Notenbanken, die Hypothekenbanken und die Kreditbanken, deren Funktionen er eingehend erörterte. Ein großer Teil deS Vortrags war den Ausführungen über die Kreditbanken gewidmet, deren Geschäfte bet Rebner, soweit es im Rahmen eines einstün­digen Vortrages möglich war, an Hand von Dei- fpielen etUärte. Et sprach besonders eingehend über die verschiedenen Geldanlagemöglichkeiten und ardeitete die hauptsächlichsten Gesichtspunkte, die das Publikum heute bei der Anlage zu be­achten hat, heraus. Gr wandte sich scharf gegen die Kapitalverschiebung ins Ausland und be­tonte. daß ein Zweifel an der Festigkeit unserer Mark jeder Grmidlage entbehre. Der Redner legte dar. daß die Währung durch Dankaesetz von den Dtaalsfinanzen losgelöst sei unb forderte Vertrauen zur Politik der Reichsbank. Zum Schluß streifte er noch die augenblickliche Wirt­schaftslage, die zwar ernst sei. aber keinen Grund zu übertriebenem Pessimismus gebe. Als eine der Voraussetzungen für jeden Wiederausstieg be­zeichnete er die Pflege des SparsinnS. nicht nur Im Staatshaushalt und in der Wirtschaft, son­dern im Haushalt jedes einzelnen. Der Redner schloß seine Ausführungen mit dem Hinweis, welche wichtige Aufgabe im allgemeinen Spar­programm gerade den Hausfrauen zusalle, durch deren Hände jährlich ein 'Betrag von ungefähr 25 Milliarden Mark gehe. Der Redner verstand lut, die schwierige Materie klar unb zu behandeln und

Wirtschaftsbetrieb soeben kein weibliches Personal beschäftigt werde, daß jedoch, falls die Einstellung erforderlich werden sollte, keine gesetzliche Hand­habe für ein derartiges Verbot bestehe. WaS den Betrieb des elektrischen Klaviers anbetrefse. so seien die «Störungen nicht fo erheblich. Wenn dem Kläger das Spielen während der Tageszeit unterlagt werde, habe et einen großen Einnahme- ausfall. Im Laufe der Verhandlung erklärte sich schließlich der Kläger damit einverstanden, daß das Spielen des elektrischen Klaviers wäh­rend der täglichen Dieir st stunden Im Rathaus 'unterbleibt. Die Klage wurde hierauf, insoweit |le sich auf das Musizieren bezieht, von dem Vertreter des Klägers zurückgezogen. Bezüglich der Beschäftigung von weiblichen, Bedienungs­personal erkannte der Provinzialausschuß zu Recht, die Bedingung aufzuheben unb dte Kosten des Verfahrens dem Kläger zur Last zu setzen.

Vornotizcn.

Lageskalender für Donnerstag: Akademische Kurse für Kaufleute und Gewerbe­treibende: VortragGrundzüge des Arbeitsrechts" von Privatdozent Dr. Bötticher, 20.15 Uhr,

Schöne weiße Zähne: Chlorodont

* Militärpersonalien. Der Kommandeur unseres Bataillons Major Kleppke wurde mit Wirkung ab 1. Februar zum Oberstleutnant beför­dert. Ebenfalls mit Wirkung ab 1. Februar wurde Oberleutnant Scheu er pflüg, der seit Frühjahr vorigen Jahres die 2. Kompanie unseres Bataillons führt, zum Hauptmann befördert.

u Ein Achtzigjähriger. Heute, Don­nerstag, 12. Februar, kann der Obergärtner i. R. August Köhn, wohnhaft Anneröder Weg 24, in voller geistiger und körperlicher Frische seinen 80. Geburtstag feiern. Köhn, ein gebürtiger Meck­lenburger, lebt seit 1881 in Gießen und bekleidete seit dieser Zeit biS zu seiner Pensionierung die Stellung eines ObergärtnevS im hiesigen Bo­tanischen Garten.

Ehrung hessischer Sänger. Der Hessische Sängerbund ehrte eine Reihe von Sän­gern seines Bezirkes, die sich durch langjährige Sangestätigkeit und treue Arbeit im Dienste des deutschen Liedes auszeichneten. So erhielt Joh. Keßler IX., (GesangvereinGermania", Gro- ßen-Linden) die goldene Ehrennadel und zugleich den Ehrenbrief des Deutschen Sängerbundes für 50jährige Mitgliedschaft. Für 40jährige Sanges- tätigkcit erhielten Joh. Leun, H. DcrnVI. unb H. MagnusN. (sämtlich Gesangverein Harmonie", Großen-Lindcn) die silberne Ehren­nadel des Hessischen Sängerbundes. Die Der- bienstnadel für 25jährige Vorstandstätigkeit er­hielt Heinrich Bickel (Gesangverein ..Sänger- hift, Dieichenbach). Zum Chrenchormeister unter Verleihung der Ehrennadel wurde Karl Greul (Konkordia", Gelnhaar) ernannt.

* Akademische Kurse für Kaufleute und Gewerbetreibende. Die in unserem gestrigen Blatte irrtümlicherweise für gestern abend angekündigte Vorlesung des Prioatdozenten Dr. Bötticher über das ThemaGrundzüge des Ar­beitsrechts" findet heute abend im Vorlesunasge- bäube der Universität statt (Beginn 20.15 Uhr. Weitere Vorlesungstage von Privatdozent Dr. B ö t. kicher über das vorgenannte Thema sind der 19. und 26 Februar. r . .

Das Beschneiden e r n f r te d i ge n- dLr Hecken an Jahr- und Fußwegen betrifft eine Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil. Garten- und Feldbesitzer feien besonders darau hingewiesen.

* Bahndammbefestigung. Im Lucken­bachtal, unweit Großen-Lindcns, werden auf der Strecke GießenFrankfurt zur Zeit Bahndammbe­festigungen durchgeführt an einer Stelle, an der chon immer kleine Erdbewegungen festgestellt wor.

schmerzlindernd

unb b<(ebenb txl Rh«uma. tzschia», Kops-, gierotn» unb «Xrtdftune*» schmerzen, Ermüdung u. Dttapa-«. .tn gpotbit on* Tr.qfriat.

zu einer Kammer, der Önbnft tle* uwb Handelskammer Siegen-Olpe-Dil- lenburg. zur Tatsache geworden. Dillenburg scheidet bamtt aus dem Kammerverband Hessew- Nastau aus.

Schöffengericht Gießen.

Gießen, 11. Februar.

Ein junger Mann aus einem Nachbardorf^ batte ein Verhältnis mit einem Mädchen. Als sich Folgen zeigten, streute er das Gerücht aus, auch ihr Dienst- )crr habe Beziehungen zu ihr gehabt. Dieser ver­klagte ihn wegen Beleidigung. In der Verhandlung legte er bann eine angeblich von dem Mädchen unterschriebene Bescheinigung vor, in der sie ble Beziehungen zu ihrem Dienstherrn zugab. Da sie aber ihre Unterschrift unb auch ben Verkehr mit ihrem Dienstherrn unter Eid bestritt, kam es nach den erforderlichen Ermittlungen zur Anklageerhe­bung wegen schwerer Urkundenfälschung gegen den jungen Mann. Trotz seines Leugnen» wurde er einwandfrei überführt und zu 2 Monate« Gefängnis verurteilt.

Ein vielfach vorbestrafter, von Hof zu Hof ziehen­der Sattler hatte im Juni 1930 zufällig gehört, daß der Verwalter eines in der Rahe gelegenen Gut» in der Lahn ertrunken fei. Sofort ging er dorthin unb stellte sich bem Gutspächter als Freunb des Verlebten unb seiner Angehörigen vor. Um biese von dem Unglückssall telephonisch zu benachrichtigen, erhielt er 10 Mark, mit benen er alsbalb Der- chwanb. Wegen Rückfallbetrugs angeklagt, Dcrteibiflte er sich vor Gericht mit großer Zungen- ertigkeit. Er habe ben Verwalter tatsächlich gekannt unb habe zuerst auch wirklich besten Angehörige benachrichtigen wollen. Erst unterwegs habe er ben Entschluß gefaßt, bas Geld für sich zu behalten. Er habe sich also nur der Unterschlagung schulbig ge­macht. Mit biefen Ausreben hatte ber Angeklagte kein Glück, benn er schilberte auf Befragen ben Ver­walter, wie man sich einen solchen jeweils wohl vorstellt: großer, junger, kräftiger Mann usw Es ergab sich aber, bah dies im Fragefall nicht zutraf: ber hier in Betracht fommenbe Verwalter war klein gewesen. Mit Rücksicht auf ble im Fragefall vorhanbenen Milberungsgrünbe erkannte das Ge­richt auf 6 Monate Gefängnis.

Ein Reifender hatte einen Versicherungsantrag gefälscht unb einen kleinen Betrug begangen. Strafe: 10 Tage Gefängnis.

Ein Arbeiter war wegen schweren Rückfall- biebstahls angeklagt. Er würbe aber freigefpro- dien, ba nach bem Gutachten bes Sachversiänbigen Zweifel an seiner Zurechnungsfähigkeit beftanben.

Unterschlagungen bei der Frankfurter Gtadtsynode.

Frankfurt a.M., 10. Febr. Vom Evangeli­schen Lanbeskirchenamt wirb mltgetetlt: Zur Auf­klärung von Unstimmigkeiten hat der Vorstand der Stadtsynode ber evangelisch-lutherischen unb evan­gelisch-unierten Kirchengemeinben eine außerorbent- liche Prüfung ber Bücher unb Kassen burch beeidigte Bücherprüfer veranlaßt. Dabei würbe feftgcftcUt, baß ber Kaufmann Friebrich Nagel zu Frank- furt a.M. als Vorsitzenber bes Kirchensieueraus- fchustes ber vereinigten evangelischen Stabtsynode in benJahren 19 2 5 bis 1929 non ben buich seine 5)anb gegangenen Bareingängen ber Kirchen­steuerzahlstellen größere Beträge unter- (Magen hat. Diese Beträge hat er zur Stützung eines notleibenden Geschäfts verwandt unb bie Unterschlagungen verbeckt burch falsche lieber- tragung ber Eingänge auf bas Kirchensteuer­postscheckkonto. Der Gesamt fehlbetrag be­läuft sich auf 1 3 6 7 0 0 Mark. Der Schulbige ist geftänbig. Strafanzeige ist erstattet. Die erforber- lichen Maßnahmen zur Sicherstellung bes Ersatz­anspruchs, soweit möglich, sinb getroffen. Sonstige Personen sinb nach ben Feststellungen ber Revisoren In bie Angelegenheit nicht verwickelt.

Allgemein fragt man sich, wie es möglich war, baß biese Verfehlungen sich auf einen so langen Zeitraum erstrecken konnten, ohne baß sie schon früher aufflcbcrft würben. Dabei muß allerdings be- rücksichtigt werden, daß die innere Organisation ber Vereinigten Synobc sich zwar langsam bis in bie jüngste Zeit hinein entwickelt hat, unb daß man Nagel, der sich zweifellos um die Geschäfte der Synode In schwerster Zeit große Verdienste erwor­ben hat, großes Vertrauen entgegenbrachte. Man traute i h m einfach solche Verfehlun­gen n i ch t z u unb verfuhr bei ben Revisionen bes- halb auch etwas zu vertrauensselig. Die Zahlen, die Nagel angab, wurden ohne besondere Nachprüfung als richtig angenommen und die Rich­tigkeit wurde ifjrn bann bescheinigt. Bereits vor der Aufdeckung der Unterschlagungen ist eine vollstän- bige Umänderung des Buch, unb Kastenwesens ber ber Synobe beschlossen worben und seit 1. Oktober 1930 burchgesührt. Für 1930 konnten denn auch keine Verfehlungen mehr festgestellt werden. Sie erstrecken sich lediglich auf bie Jahre 1925 bis 1929. Jrgenbwelche Nachwirkungen dürften für die Kir­chensteuerzahler nicht eintreten, da die unterschlage­nen Beträge, die sich also auf fünf Jahre verteilen, nur i Prozent des 12prozentigen Steueraufkom­mens ausmachen. Nagel gehörte auch der Stadtver­ordnetenversammlung an und hat jetzt sein Man­dat niedergelegt. Bis zur Reichstagswahl war er Vorsitzender der beutschnationalen Stadtverordneten- frattion und trat dann aus der Deutschnationalen Partei aus. Die unterschlagenen Summen hat er für seine Familie unb sein Geschäft verwanbt. Am Mittwochabenb kehrte er von einer Reise zurück und fanb bie Einlabung ber Synobe zu einer Bespre­chung vor. Ahnungslos begab er sich am Donners- tagfrüh zu biefer Sitzung, wo man ihm feine Ver­fehlungen entgegenhielt, bie er benn auch bald ein» gestand. Die Staatsanwaltschaft ist bann sofort be­nachrichtigt worden. Der Landeskirchenrat hat von Anfang an alles getan, um in aller Oeffentlichkeit volle Klarheit zu schaffen. Diesem Zweck soll auch eine außerordentliche Tagung der Vereinigten Stadt» synobe bienen, die für Den 17. Februar einberufea worden ist.

Aus der provinzialbauptstavt

Gießen, den 12. Februar 1931.

Feste feiern?

Dor einiger Zelt wurde von Reaierungsseite bekanntgegeben, daß angesichts des Ernstes der Zeit von größeren Veranstaltungen nach Möglichkeit ab­gesehen, daß Einladungen weniger angenommen werden sollen, und daß die Bevöskeruna gebeten werde, von einem llebermafj von Festlichkeiten abzusehen.

Von einem llebermafj! Darauf kommt es an. Große Festlichkeiten, aufreizende Verschwendung verbieten sich heute von selbst. Wie man feiert, ist Sache des Taktes. Auch Fröhlichkeit gehört zum Leben, genau so wie Nahrung unb SUeibung. Alles hat zwei Seiten, und man darf nicht von einem Extrem ins andere verfallen. Ein kleines Drüber über unsere gedrückte Lebensbasis brauchen wir alle!

Saure'Wochen, frohe Feste! Nicht jeder, der heute Geld für Feiern ausgibt, tut Unrecht. Im Gegen­teil! Er verschafft sich ja nicht nur die notwendige Entspannung, sondern er verhilft für den einen Abend einer ganzen Anzahl von Mitmenschen zu einem Stück Brot. Auch das Dergnugungsgewerbe ist ein wirtschaftlicher unb sozialer Faktor. Durch ein Darnieberllegen werden ja nicht nur Gastwirte, andern auch Angestellte und dem Gewerbe nahe- tehende Kreise wirtschaftlich geschädigt. 3m Laufe der Zeiten hat sich die ganze Vergnugungssaison im Winter zu einer Industrie herauswachsen, die Vielen Arbeit gibt. In den Auslagen der Geschäfte locken die neuesten Maskengewänder, blinken Ketten und allerlei Tand. Da stehen draußen die Jungen unb prüfen, was am besten für sie paßt. In ber Paoicr- branche hofft man auf ben Verkauf von Saalaus» schmückungen. Tischkarten unb allerlei kleine Ge­schenke wollen abgesetzt sein. Entlassene Musiker können eingestellt werden, und manche Kochfrau erhält neue Aufträge. Chauffeure freuen sich unb nicht zuletzt bie Friseure, bie ben Kopf der Damen noch schöner machen. Man sieht, es sind viele Gewerbe, die hiervon Nutzen ziehen

Unb stehen nicht zahlreiche Vergnügungen unb Festlichkeiten Im Dienste ber Wohltätigkeit? ©trabe in ber heutigen Notzeit kann auch hier praktische Hilfe geleistet werben. In froher Festlaune wird mancher gern ber Armen gedenken unb seinen Bei­trag zu biefvm Zwecke geben. Iebe lustige Tafel- runbe sollte sammeln zur Cinberung ber Notlage. Auch viel Wenig machen ein Viel! T.