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Auch derT a g" (chugenberg) spricht von einer ungewöhnlich dreisten polnischen Provokation, die beweise, daß die Polen glaubten, sich Deutschland gegenüber so ziemlich alles heran s - nehmen zu können. Diese neueste Leistung der polnischen Luftspionage sei ein vorbedachter Akt zynischer Frechheit. DerLokal- Anzeiger" (Hugenberg) bezeichnet es als eine Provokation von außergewöhnlichem Format, wenn drei polnische Militärflieger ausgerechnet am Tage des Kanzlerbesuchcs sich nicht weniger als 60 Kilometer über die deutsche Grenzeverirren". Die Ausrede, daß die Flugzeuge im Schneegestöber vom richtigen Wege abgekommen seien, werde in diesem Falle schwer­lich irgendwo Glauben finden.

DerVorwärts" (Soz.) hebt hervor, daß ein großer Teil des deutschen Volkes nicht leicht von der Auffassung abzubringen sein werde, daß das Ueberfliegen deutschen Gebietes durch polnische Militärflieger gerade am Tage des Kanzlerbesuches absichtlich erfolgt fei. Es wäre eine Frage des Taktes gewesen, namentlich nach den jüngsten Ereignissen in Oberschlesien und am Vor­abend der Genfer Auseinandersetzungen, solche Vorfälle zu vermeiden.

Oie Oberschlesienfahrt des Reichskanzlers.

Oppeln. 9. 2an. Reichskanzler Dr. Brü» n i n g und seine Begleitung, darunter der Ost- kornrnissar Minister Tre v iranus und der Reichsbankpräsident Dr. Luther, haben auf ihrer Ostreise der Provinz Oberschlesien einen Besuch abgestattet. Am ersten Tage ging die Fahrt von Oppeln über Rosenberg, Beuthen und Gleiwih nach Ratibor. Während der Fahrt wur­den dem Reichskanzler von den Vertretern der Behörden und führenden Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, namentlich von Industrie und Landwirtschaft, Vorträge über die Rotlage der Grenzprovinz gehalten. 3n Beuthen und Ratibor kam es zu kommunistischen Kundgebungen gegen den Kanzler, während in anderen Orten die Ein­wohnerschaft den Kanzler freudig begrüßte. 3n einer gemeinsamen Besprechung erklärte der Reichskanzler zusammenfassend: seine Reise habe nicht den Zweck, große Reden zu halten und ungeheuer viel zu versprechen. Diese Zeit sei vorüber. Jetzt müsse mit wenig Geld viel geleistet werden im Gegensatz zu ver­gangenen Jahren. Allerdings sei es manchmal nottocning gewesen, sehr energisch zuzu­greif e n, um zu einem einheitlichen Handeln zu kommen. Lind das sei der Zweck dieser Grenzland- rei^. Er hätte feststellen müssen, daß mit dem von der Reichs- und der Staatsregierung zur Verfügung gestellten Mitteln in den betroffenen Grenzgebieten nicht immer das heraus-- geholt worden sei, was unter allen Umständen hätte erreicht werden können. Das Zusammen­arbeiten der Behörden sei nicht immer so gewesen, wie es notwendig wäre. Wenn es gelinge, alle Kräfte zusammenzufasse n auf eine klare Erkenntnis und ein einheitliches Ziel hin, werde auch mit den geringeren Mitteln, die zur Verfügung stehen, in der nächsten Zeit er­heblichmehrgeschaffenwerden können, als in der Vergangenheit.

Er sei hierhergekvmmen, das Selbstbewuhtfein der Grenzbevölkerung wieder zu heben. Wenn man sich jenseits der Grenze über die Reise aufgehrnlten und ihr irgendeine außenpolitische Bedeutung beigemessen habe, so müsse er feststel­len, daß diese Aufregung der Reichsregierung be­weise, daß sie mit dieser Re.se den be ste n Weg gegangen sei. Wenn den Grenzgebieten auf die Dauer geholfen werden solle, so sei notwendig eine Umkehr auf dem Gebiete der ländlichen Or­ganisationen, sowie bei der Vergebung des länd- lichen Kredits. Die Landwirtschaft müsse aber auch den Glauben an ihre eigene Kraft wie­der gewinnen. Rotwendig sei ferner eine grö­ßere Planmäßigkeit in der Prvduk- tion. Mit den Methoden der Vergangenheit gehe es nicht weiter, sparen, sparen, sparen werde freiwillig oder zwangsläufig die Devise der nächsten 3ahre oder eines ganzen Jahrzehnts sein. Auch die Siegervölker könnten sich heute keinen höheren Lebensstandard leisten als in der Vor­kriegszeit, um so weniger Deutschland. Wenn es möglich sei, dem deutschen Volke den Sinn für Wahrhaftigkeit und Wahrheit restlos wiederzu­geben, dann sei der Zweck dieser Reise restlos erfüllt.

Die Solidarität der Gläubiger.

Die französisch«br.tischen Finanz­verhandlungen.

Paris, 9. Ian. (TU.) Die große Pariser Jn- svrmationsprefse ist sich darüber einig, daß die Umerredung, die am Donnerstag zwischen B r i a n d und dem englischen Botschafter in Paris, Lord Tyr­rell stattgefunden hat, einen gegenseitigen Mei­nungsaustausch über die bevorstehende Völker­bundstagung in Genf, in erster Linie aber den zwischen Frankreich und England begonnenen Finanzoerhandlungen galt. Sämtliche Blätter geben die Auffassung der deutschen Presse wieder, die in den englisch-französischen Verhandlun­gen ein Manöver sieht, Deutschland abzuschließen. DerF i g a r o" erklärt dazu, daß eine engere französisch-englische Zusammenarbeit gegenüber den dauernden deutschen Drohungen, sowohl den Äoungplan, wie auch den gegenwärtigen europäi­schen Status quo in Frage zu stellen", absolut nichts außergewöhnliches fei, um so weniger, als beide Länder die Haupt­gläubiger des Reiches seien. Die augen­blickliche europäische Krise sei außerdem ohne eine engere Zusammenarbeit zwischen den beiden Staa­ten kaum zu bekämpfen. Auf der anderen Seite stehe jedoch noch lange nicht fest, ob die englische Arbeiterregierung zueinergesünderenAuf- fassung gelangt sei. Es sei vielmehr zu be­fürchten, daß sie in den gegenwärtigen Verhandlun­gen lediglich eine Möglichkeit suche, um die Ver­antwortung für ein Mißlingen der gewünschten Zusammenarbeit auf Frankreich abzuwälzen.

^Excelsior" schreibt, die brcklsch-^ranzösifchen Sonderverhandlungen zwischen Vertretern des englischen Schatzamtes und des französischen Fi­nanzministeriums könnten nicht isoliert bleiben; denn ohne die Vereinigten Staaten sei das Goldproblem nicht zu lösen, umsomehr als die Goldfrage einen Teil der Weltwirtschaftskrise ausmache. Man verstehe des­halb nicht die augenscheinliche Beunruhi­gung, die in Deutschland, Italien und auch in der Sowj etunivn wegen dieser britisch-französischen Verhandlungen entstanden sei. Rur eine Regl-nnmg, die auf Abenteuer

Sie Milderung des Schiedsverfahrens.

Oer Ausweg für die Beilegung des Lohnkonflikis im Ruhrbergbau.

Oie Notverordnung.

Berlin, 9.Jan. (121.) Amtlich. Auf Grund des Artikels 48 Absatz II der Reichsverfassung wird folgendes verordnet:

Bestellt der Reichsarbeltsminister in den Fal­len des 812 Absatz II der Verordnung zur Aus- führung der Verordnung über das Schlichtungs­wesen vom 29. Dezember 1923 einen besonde­ren Schlichter zur Durchführung eines neuen Schlichtungsverfahren», weil er ein solches i m öffentlichen Jnlereffe für er forder- l i ch hall, so hat der Schlichter auf Anordnung des Relchsarbettsministers zur Bildung der Schlich­tungskammer außer den Beisitzern der Arbeit­geber und der Arbeitnehmer zwei unpartei­ische Beisitzer zu berufen. Ist bei der Rege­lung ober bei der Abstimmung der Schlichtungs­kammer die IHilroirfung sämtlicher Beisitzer der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer ober eine Stimmenmehrheit nach der Feststellung des Vor­sitzenden nicht zu erzielen, so haben der Schlichter und die beiden unpartei­ischen Beisitzer den Schiedsspruch im Sinne der Verordnung über das Schlichtungswesen vom 30.Oktober 1923 mit Stimmenmehrheit ab­zugeben.

Die Anordnung nach Absatz I seht voraus, daß sie int Staatsinleresse dringend erfor­derlich erscheint, hierüber hat der Reichsarbells- minisler die Entscheidung der Reichs­regierung herbeizuführen.

Diese Verordnung tritt mit dem Tage ihrer Ver­kündung in Kraft und mit dem 31.Juli 1931 außer Kraft.

Berlin, 9. Januar 1931.

Der Reichspräsident: gez. v. Hindenburg. Der Reichskanzler: gez. Dr. Brüning.

Für den Reichsminister des Jnnern: Der Reichs­minister der Finanzen: gez. Dietrich.

Der Reichsarbeilsminister: gez. Dr. $ l c g e r ro a l b.

Oie Begründung.

In der der Rotverordnung beigegebenen amt­lichen Begründung heißt es u. a.: Die Schlich­tungsverhandlungen im Ruhrbergbau sind gescheitert, weil sich in der Schlichtungskammer eine Mehrheit für einen Schieds­spruch über die Löhne nicht erzielen lieh, und ein Schiedsspruch mit der Stimme des Vorsitzenden allein mit Rücksicht auf die bekannte Entscheidung des Reichsarbeitsgerichtes im Nord» Westdeutschen Eisenstreik anfangs 1929 nicht in Frage kommt. Damit droht ein tarif ver­trag s loser Zustand, der in dieser lebens­wichtigen Industrie zu den schwersten Er­schütterungen des wirtschaftlichen und po­litischen Lebens führen kann. Lim diesen Rot­stand beheben zu tonnen, hat der Reichspräsi­dent die Rotverordnung vom heutigen Tage er­lassen.

Die Anordnung des Reichsarbeitsministers, un­parteiische Beisitzer zu berufen, die das in der Schlichtungsverordnung nicht vorgesehene beson­dere Verfahren nach der neuen Verordnung in Kraft setzt, soll nur in Ausnahmefällen zur Anwendung kommen, nämlich dann, wenn das Staatsinteresse die Anwendung die­ser Maßnahme dringend erfordert. Zur Entscheidung darüber hat der Reichsarbeits­minister vor der erwähnten Anordnung einen Beschluß der Reichsregierung herbeizuführen.

Wie der Inhalt der Notverordnung ergibt, ist sie lediglich auf den gegenwärtigen Fall des Streiks im Ruhrbergbau anzuwenden. Die allgemeine Fassung war er­forderlich, weil ähnliche Gefahren wie­der in der augenblicklichen Notzeit nach den Erfahrungen auch an anderen Stellen auf treten können. Andererseits ist die Geltungsdauer der Verordnung auf die Zeit bis 31. Juli 1931 btzs chränkt.

Oie Bildung der Gchlichtungskammer.

Am Samstagabend ist der Schiedsspruch zu erwarten.

Dortmund, 9. Jan. (2DIB.) Auf Grund der neuen Verordnung über die Beilegung von Schlich­tungsstreitigkeiten öffentlichen jnteresses ist der Schlichter für Westfalen Prof. Dr. Brahn zum Schlichter für das Verfahren im Ruhrbergbau er­nannt worden. Er hat zu Beisitzern Oberbürger­meister Dr. B r a ch t - Essen und Landesarbeitsamts- präsibent Dr. Link- Hannover ernannt. Die neuen verhanblungen finden morgen 9.30 Uhr in Essen statt. Ls bürste richtig sein, daß ber kom­mende Schiedsspruch sich etwa auf der Basis von einer Sprozentigen Lohn­senkung halten wird. Der in den früheren Er­örterungen einmal ausgetauchte Gedanke, die h a t - denbestände durch einen größeren Kredit zu beleihen, wird nun nicht durchgeführt werden. Auf der anderen Seite ist im Augenblick auch keine Erhöhung der Knappschaftsbe i t räge zu erwarten. Das Problem der Sanierung der knappfchaflsversicherung wird zunächst ruhen, bis die Verhältnisse im Ruhrbergbau wieder ein nor­males Aussetzern bekommen haben.

Den BergarbeUeroerbänben kam die heute mittag veröffentlichte Notverordnung des Reichspräsidenten Über die Neuregelung der Schlich- lungsverhandlungen unerwartet. Die verbände erklären, daß sie keine Möglichkeit sehen, von ihrem bereits des öfteren bargelegten Standpunkt abzu­gehen, so daß damit gerechnet werben muh, daß bie Schlichtungsverhanblungen von ziemlich langer, Dauer fein werden.

Jn Zechenbefiherkreifen wird bie ver- orbnung über die Neuregelung des Schlichtungs­wesens als ein sehr bedenklicher Schritt angesehen. Dieser Schritt zeige, so äußern sich die Zechenbesiher, wie verfehlt das ganze Schlichtungs­wesen sei. Jm übrigen wird in diesen Kreisen dar­auf hingewiesen, daß, wenn der morgige Schieds­spruch eine Lohnherabsehung unter 8 Prozent bringe, bieCinlegung von weiterenFeier- s chichten und bie Stillegung weiterer Betriebe bie Folge sein werben.

Gemischte Gefühle".

Das Berliner Echo der Notverordnung.

Berlin. 10. Jan. (TL1.) Jn einer Stellung­nahme zur Notverordnung über das Schlichtungs­wesen hebt die »Nativnalliberale Kor- respvndenz" hervor, daß die Notverordnung einen bedenklichen Schritt neben dem normalen Wege bedeute. Die Ver­antwortung werde wieder einmal von den Schultern der unmittelbar betroffenen Parteien genommen und wieder einmal einer nur mit­telbar interessierten staatlichen Institution auferlegt. Dolksnot mühte das Verantwortungsbewußtsein des Volkes allge­mein steigern Das allein offne den Weg zu n a - türlich en Lösungen. Es sei dringend not­wendig, daß sobald wie möglich zu dem nor­malen Schiedsverfahren zurückge­kehrt werde. Es sei Zwangswirtschaft, wenn ein Cinzelfall, möge er an sich noch so be­deutsam und erfolgreich sein, zum Anlaß einer generellen Entscheidung genommen werde. Die .Deutsche Allgemeine Zeitung" sagt, dem Erlaß der Notverordnung wird man mit sehr gemischten Gefühlen gegenüber­stehen tonnen. Nicht nur drohe eine Politi­sierung des Schlichtungswesens. Die Sorge, daß hier wenn auch nur befristet und begrenzt eine Entwicklung rückgängig gemacht werde, die sich seit Jahren im wesentlichen bewährt habe, sei nicht von der Hand zu weisen.

ausgehe, Knne sich darüber beklagen, daß Eng­land und Frankreich eine Zusammenarbeit wieder aufnehmen, ohne die es fein Heil für diese beiden Länder und keinen Frieden in Europa gebe. Denn die Zusammenarbeit der beiden hauptsächlich kreditgebenden Rationen sei un­erläßlich für die Wiederaufnahme der In­dustrie- und Handelstätigkeit in Europa.

Gründung der Demokratischen Bereinigung in Hessen.

Darmstadt, 9. Jan. (WSN.) Jn Darmstadt wurde die Demokratische Vereinigung in Hessen ge­gründet. Eine Reihe von Persönlichkeiten, die in der seitherigen Demokratischen Partei Hessens eine füh­rende Rolle gespielt haben, haben ihren Beitritt er­klärt. Ein vorläufiger Vorstand, dem u. n. auch Landtagsabgeordneter Reiber angehört, wurde mit der Ausarbeitung eines Programmentwurfes und mit der Aufstellungoon Richtlinien für die Agitation beauftragt. Ihre Mitarbeit haben auch die Land­tagsabgeordneten Donat und Eberle in Aus­sicht gestellt.

Aus aller Wett.

Schloß werfen bei Salzburg vollkommen zerstört.

Das tausend Jahre alte Schloß Hohen Wer­fe n des ehemaligen Erzherzogs Eugen ist einem Brande fast vollständig zum Opfer ge­fallen. Zwei große Schloßtrakte mit der Biblio­thek und dem Rittersaal sind zerstört und nur ein kleiner Nebentrakt konnte gerettet werden. Die Löscharbeiten gestalteten sich deshalb besonders schwierig, da das Wasser aus der Salzach 150 Meter hoch herausgepumpt werden mußte und die Löschzüge nur äußerst mühselig über die vereisten Zufahrtsstraßen an die Brandstelle her- angebracht werden konnten. Erst als morgens Pioniere aus Salzburg anrückten, gelang es, den Brand einzudämmen. Da die Feuerwehrleute, die im oberen Schloßhof arbeiteten, Gefahr liefen, durch das Feuer abgeschnitten zu werden, mußten sie zurückgezogen werden. Die riesige Holzkonstruk- tion der Burg sowie die Futter- und Erntevorräte boten dem Feuer reichlich Nahrung. Der Dachstuhl stand in hellen Flammen, als die Feuer­wehren ber Umgebung anrückten. Mit furchtbarem

Getöse stürzten die beiden Glocken vom brennenden Glockenturm herab. Der Markt Werfen befand sich in heller Aufregung. Zum Glück herrschte Windstille, so daß sich das Feuer nicht ausbebnte. Die Brand­katastrophe wird auf Brandstiftung zurückge­führt. Man vermutet, daß am Donnerstagnachmit­tag, als der Kastellan des Schlosses sich in Salz­burg befand, Einbrecher in das Schloß ein- ftiegen, um sich an den Kunstschätzen zu bereichern. Man glaubt es dabei mit den gleichen Personen zu tun zu haben, die bereits im vorigen Jahr einen Einbruchsversuch in das Schloß unternommen hat­ten. Bei der außerordentlichen Ausdehnung, die der Brand nahm und infolge der Vernichtung zahl­reicher Kunstschätze dürfte es schwer fallen, sestzu- ftellen, ob die fehlenden Gegenstände dem Brand zum Opfer gefallen sind oder die Beute der Ein­dringlinge wurden. Es wird angenommen, daß die Einbrecher, um ihre Spuren zu verwischen, das Feuer angelegt haben. Einwandfreie Beweise für diese.Annahme sind allerdings nicht gegeben.

Großseuer auf einem oberschlesischen Schloß.

Auf Schloß T w r k a u im Kreise Ratibor brach Feuer aus. Die Feuerwehren der umliegenden Dörfer konnten nicht viel ausrichten. Bald stand der ganze Dachstuhl des Schlosses in Flammen. Der brennende Schlvhturm leuchtete wie eine riesige Fackel weit int das Land. Die Llr- sache der Entstehung des Brandes ist unbekannt. Das Schloß gehört dem Grafen Saurma-Jeltsch, der sich zur Zeit auf seiner Besitzung in Oesterreich aufhält.

wie ein britisches Q-Boof ein britisches U-Boot versenkte.

In einem BuchAuf gut Glück und mit Gott" (By Guess and by God), dessen Verfasser der ehemalige Navigationsoffizier der britischen Kriegsflotte, William C a r r, ist, wird geschildert, wie er während des Weltkriegesirrtümlich" ein britisches U-Boot versenkte. Die (J-Doote waren U-Dootfallen; sie waren als harmlose Fischdampfer aufgemacht, führten aber mehrere maskierte Geschütze. Die Besatzung des fraglichen Q-GBooteS glauhte bei einer Gelegenheit, das deutsche DootU 6" vor sich zu haben und brachte den vermeintlichen Gegner durch mehrere Schüsse zum Sin­ken. Erst als das Boot unterging, bemerkte das H-Bvot, bat) es das britische D-Bvvt »J 6 be°

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Pressung erhielt Müller ein Jahr sechs Mo­nate Gefängnis, Keindorfs ein Jahr vier Monate Gefängnis; gegen sieben der Angeklagten wurde auf drei Jahre Ehrverlust erkannt. Die Tat

Die Magdeburger Erpresser vor Gericht.

Jn Magdeburg begann die Verhandlung die beiden Erpresser Müller und Keindo

der beiden zeuge von besonderer Gemeinheit; sie sei gemeingefährlich gewesen und habe lanr~ Zeit hindurch in der Bevölkerung große Unrul

«.fr, sondern mit <n -er gegeniibersteyen,

schossen hatte. Mit diesem Book, da- 34 Man« Besatzung hatte, gingen damals 19 britische See­leute in die Tiefe; nur 15 Mann konnten gerettet, werden. In der amtlichen Llntersuchung wurde erklärt, daß der Besatzung des H-Dootes keine Schuld beizumessen sei.

Schiedsspruch für den Berliner Einzelhandel.

Im Gehaltskonflikt im Groß-Berliner Einzel­handel wurde vom Schlich tungsausschuh ein Schiedsspruch gefällt, der einen Abbau der Ge­hälter in zwei Abschnitten, nämlich zum l.März und zum 1. Mai d. I. vorsieht. Die Lehrlings­vergütungen und die Anfangsgehälter aller Gruppen werden erst ab 1. Mai um etwa 5 Prozent, die übrigen Gehälter ab l.März um durchschnittlich 2,5 Prozent und ab l.Mai um weitere 2,5 Prozent gesenkt. Diese neue Gehaltsregelung soll nur bis 3um 3 0.1uni d. I. Geltung haben. Für das zweite Halbjahr bleiben weitere Vereinbarungen Vor­behalten. Die Erllärungsfrist läuft bis zum 17. Januar.

Die Stettiner Straßenbahn durch Brand im Umformerwerk stillgelegt.

Im Llmsormerwerk der Stettiner Straßenbahn-- gesellschaft entstand, nach einer Meldung des amtlichen Wolff-Bureaus, auf bisher nicht ge­klärte Weise Feuer. Die Stettiner Feuerwehr rückte mit zwei Löschzügen an, und es gelang ihr, mit Schaumlöschern das Feuer in etwa einer Stunde zu löschen. Bei Ausbruch des Feuers kam der gesamte Straßenbahn­verkehr zum Still st an d__Die Instand­

setzung des Werkes wird mehrere -Sage In An­spruch nehmen, doch soll versucht werden, mit Hilfe von Kraf tw agen einen Zehn­minutenverkehr auf den Hauptstrecken ausrecht- guerhalten. Personen kamen bei d«n Brarck>e nicht zu Schaden.

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Die Wetterlage.

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Wettervoraussage.

Die mildere ozeanische Luft der^ nördlichen! Störung hat ihren Einfluß nur bis über Rord» und Ostdeutschland ausgedehnt. Dort herrschte heute morgen stärkere Bewölkung und in Schle­sien traten stellenweise sogar Schneefälle auf, auch der Frost hat sich um 1 bis 2 Grad abge­schwächt. Im übrigen Teil des Reiches dagegen hat durch das klare Wetter der strenge Frost weiter angehalten und sich zum Deik noch ver­schärft. Durch die Verlagerung des hohen Druckes über dem Baltikum mehr südwärts nach Polen hin, hat sich eine Drücke hohen Druckes gebildet, in deren Bereich Mittel- und Süddeutschland liegt und die sich westwärts nach dem Kanal und dem südlichen Teil der britischen Inseln erstreckt. Linker dem Einfluß des hohen Druckes hält in unserem Bezirk das strenge Frostwetter weiter an, wenn auch durch die ozeanische Luft der im Norden- vorüberziehenden Storung sich zeitweise etwas Bewölkung und Dunstbildung einstellen

- Von der Pressestc tät Gießen wird hiltät hat den Prä i Ichen Landeskirche r Helm Diehl ge! : tages ehrenha Rechtswissens plvm wurde heute 1 ?chung durch den Pi lät, Prof. Dr. Fr überreicht.

Don Ser Stabt 3 laten llür.Diehl Glückwünsche der St hierbei eine von der Meihe Kranz vor Verzeichnung de Tigenter Widmung 2" Herrn Prälaten. Arsafser wichtiger t Schichte Duhbachs tenfbarec Anerkenn', wt von der Stadt 2 Mi Prälat D. Dr. ' Mbertjahrfeier der &QÄn6[un9 1 N°ch, feine Saut hat er die Monte geschriebe

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die im Sommer 1930 ganz Magdeburg und Um« gebung mit ihren Erpressungen monatelang auf das schwerste beunruhigt haben. Sie haben durch die an landwirtschaftliche Institute gerichtete Drohung, den Eolorado-Käfer auszusetzen, Geld zu erpreß­ten versucht. Der Schäftemacher Müller gab <ju, der Urheber des ganzen Planes gewesen zu sein. Keindorfs habe ihn aber unterstützt und sei auch über die ganze Angelegenheit unterrichtet. Keindorfs bestreitet jedoch jede Schuld. Wegen schwerer Er­

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dürfte.

Aussichten für Sonntag: Anhalten des Frostes, nur stellenweise dunstig und bewölkt, sonst meist klar und heiter, trocken.

Lufttemperaturen am 9. Januar: mittags2,9 Grad Celsius, abends6,4 Grad am 10. Januar: - morgens9,1 Grad. Maximum2,1 Grad, Mini­mum 9,4 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 9. Januar: abends 1,4 Grad; am 10. Ja- nuar: morgens 1 Grad Celsius. Sonnenschein- , dauer 2% Stunden.

Amtliche Vinterfportnachrlchlen.

Vogelsberg, Hoherodskopf. Klar, '9 Grad, 6 bis t cm Pulverschnee; Spvrtmög- lichkeit stellenweise vorhandeau Herchen^ hainerHöhe: Klar, 6 Grad, 15 cm Pulver­schnee; SpvrtrnoglichSeit gut.

Taunus, Feld berg: Klar, 10 ®raf\ 8 cm Pulverschnee, Ski mäßig, Rodeln gut.

Sauerland. Winterberg: Klar, ti Grad, 26 cm Pulverschnee Ski und Rodel» gut