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Nr. 209 Zweiter Statt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberhefsen)

Dienstag, 8. September 1931

Wirffchast.

Gute Heu- und Snimmeternle in Hessen.

WSR. Dar nust o d t, 7. Sept. Die grobe Be­deutung. die dem Ausfall der Heu- und ®rum- meterntc für die künftige Entwicklung deS Vieh- ftanbcö und damit der Fleisch» und Milchver- forgung zukommt, hat das Hessische Lande-stati­stische Amt veranlaßt. zum erstenmal in diesem Jahre eine Schätzung der Heuernte und eine Vorschützung der Grummeternte durch die vaatenstand-berichterstatter schon nach den, Stande von Ansang September vornehmen zu lassen, während früher der gesamte Ertrag an Diesenheu erst im Rr.vembcr geschätzt worden war. Die Schätzung der 1S3ler Heuernte (erster Schnitt» ergab für Hessen einen Ertrag von 3,47 Millionen Doppelzentnern Diesenheu, wobei die grün versütterten, wie die abgeweideten Mengen, und Hwar aus Heu umgerechnet, ein­bezogen sind. Die Dorschätzung der Grummet- ernte (zweiter und cvt. auch dritter Schnitt) ergab für Hessen 1,8 Millionen Doppelzentner, so daß an Heu und Grummet zusammengenommen für 4931 mit einer gesamten Wiesenheu- ernte von etwa 5* t Millionen Dop­pelzentnern zu rechnen ist. 3m Jahre 1930 war die gesamte Wiesenheuernte auf 41 , Mil­lionen Doppelzentner geschäht worden.

Bezirtessparkaffe Mathildenftist Knedberg.

WSR. Dem Deschästsbericht der Bezirk-- sparkasse Mathildenstist für das Ge­schäftsjahr 1930 ist zu entnehmen, dah selbst unter Berücksichtigung der sich in 1930 noch weiter ver­schärften Wirtschaftskrise eine günstige Wei- terenttoidlung des Instituts zu verzeichnen ist. Die Rotlage der Landwirtschast, die Absatz­schwierigkeiten bei Handel und Gewerbe und schließlich die Arbeitslosigkeit haben zur Folge, dah die Kapitalbildung nicht in dem gleichen Maste wie in den vergangenen Jahren fort- geschritten ist Recht ansehnliche Beträge herein- genommener Gelder sind als Darlehen und Kre­dite der crwerbS- und berufstätigen und der Landwirtschaft treibenden Bevölkerung zu mäßi- Sem Zinsfuß auSgeliehen worden. Unter dem influst der schlechten Wirtschaftslage war der Zuwachs an Spareinlagen geringer als im Jahre 1929; trotzdem haben sie sich, cin- schliestlich der kapitalisierten Zinsen, um den Be­trag von 1 265 223 Mk auf den Betrag von 7 707 815 Mk. erhöht. Im Scheck-, Giro- und Kontokorrentverkchr hielten sich die Umsätze des Jahre- 1930 ungefähr auf gleicher Höhe wie in 1929. Die kurzfristigen Kredite an Pri­vate gegen hypothekarische Sicherheit erreichten den Betrag von 630 799 Mk., gegen Faustpfand und Bürgschaft 457 733 Mk. Langfristig find auSgeliehen 5 334 117 Mk.. darunter für Woh­nungsbau 2 448 307 Mk. Die Ausleihungen an die Garantiegemeinden und andere öffentlich-rechtliche Körperschaften stehen mit 1556 105 Mk. zu Buch; Hypothekendarlehen wur­den im Jahre 1930 im Betrage von 1 284 823 Mk. auSgeliehen. Die ausgeliehenen langfristi­gen Hypothekendarlehen werden im Ge­samtbeträge mit 5 334 117 Mk. angegeben. Ge­winn- und Verlust rechnung schlicht in Einnahme und Ausgabe mit 744 981 Mk. ab. Der Reingewinn beträgt 39 758 Mk. Dieser Be­trag soll der Sicherheitsrücklage zugcsührt werden, die damit eine Höhe von 166 980 Mk. erreicht.

Metall gesellschaft AG., Frank» f u r t a. M. Infolge der schwankenden allge­meinen Wirtschaftsvcrhältnisse läßt sich das vor­aussichtliche Ergebnis des am 30. September 1931 ablauscnden Geschäftsjahres noch nicht genau abschähen. Als feststehend kann betrachtet werden, dast das laufende Geschäft, wenn auch mit ver­mindertem Erträgnis, so doch in den meisten Abteilungen relativ befriedigend gearbeitet hat, und dast infolgedessen obwohl die Erträgnisse auch aus Beteiligungen teilweise zurückgegangen sind aus dem Geschäftsjahre selbst ein Ueber» schust zu erwarten ist. Dem wird aber, unter dem E.nslust der allgemeinen Wirtschastslage und ihrer noch unübersehbaren Folgen auf einige Unternehmungen, ein Abschreibungsbedarf gegen» überstehen, so dast mit der Verteilung einer Di­vidende nicht gerechnet werden kann.

Mitgliederversammlung der Darmstädter Volksbank. Auf Deran.

lassung einiger Vertreter von Handel und Gewerbe sand gestern abend in Darmstadt eine Versamm­lung statt, zu der etwa 160 Genossen der Darm­städter Volksbank erschienen waren. Die Versamm­lung wählte aus ihren Reihen einen Ausschust, mit dem Auftrag, beim AusiichtSrat der VolkS- dank Informationen über verschiedene Fragen und bestehende Unklarheiten einzuholen, um den Ge­nossen in einer am Dienstagabend stattsindenden Versammlung die notwendigen Au flärungcn über die bevorstehende Generalversammlung zu geben.

Frankfurter Maschinenbau A.-G. vorm. Pokorny & Wittekind, Frank­furt a. M. In der AussichtSratSsihung vom Samstag wurde die Bilanz per 31. 12. 1931 vor­gelegt Diese weist einen Verlust von 3,3 Mill. Mark aus. Der Verlust ist zum kleineren Teil aus Betriebsverluste zurückzuführon; der Haupt- verlust ist durch Sonderabschreibungen und Rück­stellungen in Höhe von rd. 2,3 Mill. Mark ent­standen. Dadurch wird den heutigen Verhältnissen und der heutigen Bewertung der Anlagen und Bestände in weitgehendem Matze Rechnung ge­tragen. Zur Beseitigung dieses Verluste- soll der aus den 31. Oktober einzuberufenden GV. vor­geschlagen werden, das Stammaktienkapital im Verhältnis 5:1 zusammenzulcgcn, so datz neben der Beseitigung de- ausgewiesenen Verluste- noch eine sehr namhaste Reserve von rd. 2 Mill. Mark verbleibt.

Weiter bessere Stimmung

an der Frankfurter Dörfe.

F r a n k s u r t a. M, 8. Sept. Tendenz: befestigt. Auch heute wieder wurde die Börse von Hesse, re r Stimmung beherrscht. ES lagen eine grö­ßere Anzahl von Kaufaufträgen vor. die zwar im einzelnen keinen bedeutenden Umfang batten, jedoch in ihrer Gesamtheit als nicht un­beträchtliches Auftriebsmoment wirkten. Der Be­richt deS Instituts für Konjunkturforschung, der ziemlich pessimistisch abgesatzt ist, blieb ohne Ein. slutz auf die allgemeine Tendenz, da sich die spe­kulative Kulisse fast von jedem Handel zurückhält und die Aufträge bereits vor Dekanntwerden die­ses Berichtes erteilt worden waren. Die Exe­kutionen haben sich weiter verringert, so dah von dieser Seite her der Druck immer geringer zu werden scheint. Die Stellen, die seither das herauskommende Material ausgenommen halten, geben aus ihrem Bestand nichts mchr heraus, um auf diese Weise eine Konsolidierung des Marktes zu erreichen. Besonders reges Interesse fanden Industrieaklien und 8prozentige Pfand­briefferien, dagegen waren Bankaktien weiterhin von Auslandfeite offeriert. Besonders sest lagen 3G -Farben mit plus 5 Proz., Rhein. Braunloh cn plus 6,25 Proz., von C.eltrowerten AGG. mit plus 4 Proz., Siemens mit plus 5,75 Proz. und am Zellstoffmarkt Waldhof mit plus 5,25 Prozent. Allgemein betrugen dieGrhöhungenvonl,5 bi« 3 Prozent. Vereinzelt ergaben sich auch noch Rückgänge im gleichen Ausmatze. Bankaktien lagen mit Ausnahme von Reichsbank, die weiter gesucht waren und 6,5 Proz. höher notierten, un­verändert 2 bis 3 Proz. schwächer. Am Renten­markt erholten sich von Auslandwerten Türken um Bruchteile eines Prozentes. Schahanleihen waren allgemein freundlich. Am Psanobriesrnarkt erfuhren vor allem Goldpfandbriefe auf gute Rachfrage eine Befestigung. Tagesgeld blieb mit 7 Proz. unverändert und leicht.

Kräftige Befestigung

an der Berliner Börse.

Berlin, 8. Sept. Nachdem es an der gestrigen Frankfurter Abcndbörse und auch noch im heutigen Bormittagsverkehr den Anschein hatte, als ob an den Aktienmärkten eher Angebot bestände, stellte sich schon vor Festsetzung der ersten ..urse eine kräf­tige Befestigung heraus. Die anlagesuchenden flüssigen Gelder scheinen auch weiterhin nicht uner­heblich zu sein, und besonders seitens der Depositen- kassen-Kundschafk machte sich anhaltende Nachfrage nach hochoerzinslichen Goldpfandbricfen und Jndu- strieaktien die man für gut und billig hielt, bemerk­bar. An Anregung fehlte cs für heute eigentlich so gut wie ganz, und die Momente aus der Wirtschaft, die Vorlagen, waren sogar eher als ungünstig anzu- sprechen. Die Zahlungseinstellung des Berliner Bank­geschäfts von Burchardt, Haisinger & Co. blieb ohne Einfluß auf die Tendenz und dürfte auch für die Börse unbedeutend sein. Umlaufende Gerüchte wollten von einer bevorstehenden Ermäßigung der Hauszins st euer um 12 o. H. (12,5 v. H) und einer Heraufsetzung der Umsatz­

ft e u e r auf 1,5 o. H wissen. Das Geschäft bewegte sich im allgemeinen in ruhigen Bahnen Die vor­liegenden Auslandmeldungen lauteten weiter schwa­cher, nur in Zürich fetzten sich^ wie bekannt wird, auch Interventionen ein. Die Festigkeit der Mehr­zahl der Industrieaktien, wie AEG, Bergmann, Chade, Westeregeln, Nheinische Braunkohlen, Ilse und Siemens, die 4 bis 7 v. H gewinnen konnten, drückten der heutigen Börse ihren Stempel auf, konnten aber nicht darüber hinwegtaulchen, baß Bankaktien, mit Ausnahme der Ncichsbankanteile, wieder 2 bis 3 v H. schwächer lagen. Bei der Ber­liner Handelsgesellschaft und der Atka mußten sogar 5v-o. H.-Repartierungen der Abnahme vorgenommen werden. Sonst sind noch Mansselder, Aku, Allge- meine hokal und Straft, Julius Berger, Norddeutsche Hochseefischerei, Süddeutsche Zucker, Schlickert, Salz- detfurth, Brown & Booeli als schwächer zu nennen. Don Ausländern erschienen Mexikaner mit Minus- Minus-Zeichen, morgen dürfen sie zu Notiz kommen. Am Pfandbriefmarkl werden im allgemeinen nicht so große Kurssteigerungen wie gestern erwartet. Die Anlagenkäufe setzten sich aber fort. Auch Industrieobligationen waren heute eher gefragt, später jedoch ziemlich gedrückt. Außerdem bestand heute Interesse für Reichsschuldbuchsorderungen mit späteren Fälligkeiten Der Devisenmarkt lag sehr ruhig, Spanien leicht befestigt. Die ®clb- sätze erfuhren keine Beränderung.

Hinöermarff in Gießen.

Auf dem heutigen Rinder-Rutzvichmarkt in Gießen standen 860 Stück Großvieh, 183 Fresser und 217 Kälber zum Verkauf. Es kosteten: Milch­kühe oder hochtragende Kühe 1. Qualität 450 bis 525 Mk., 2. Qualität 300 bis 400 Mk., 3. Qualität 150 bis 300 Mk.; Schlachtkühe 70 bi» 300 Mk.; Rinder, > bis ' «jährig, 75 bis 150 Mk., J <- bis 2jährig 120 bis 250 Mk., tragend 250 bis 450 Mk.: Kälber daS Psund Lebendgewicht 35 biS 45 Pf. Ausgesuchte Tiere über Rotiz. Markt­verlauf: schleppend, geringer Ueberstand. Gute Milchkühe waren gesucht.

Herbstmarkt in Tliööa.

Nidda, 7. Sept. Heute sand hier der be­deutendste Markt des Jahres, der H e r b ft m a r 11, verbunden mit dem Kirchweihfest, statt. Der Markt

war sehr gut besucht und wies einen außerordentlich starken Austrieb mit 1200 Stück Ferkeln und Ein» legem. 18 Ebern. 139 Stück Großvieh (Bullen, Stuben und Rindern), über 100 Stuck Ziegen und Böcken auf. Zur Versteigerung waren 16 Bullen angemelbet. Davon wurden 6 Versteigerungen im Preise von 420 Mark bis 500 Mark genehmigt Die Versteigerung von gekörten Ziegenböcken erzielte einen Absatz von etwa 45 Stuck zum Preise von 34 bis 50 Mark. Verhältnismäßig gut war der Preis der Eber. Für 6Monate alte Tiere wurden 110Mk., für die älteren Tiere bis 200 Mark pro Stück ge­löst. Hier wurden alle 18 Zuchttiere verkaust. Auf dem Ferkelmarkt war bei dem starken 'Angebot der Handel mäßig. Der Preis betrug durchschnittlich für je ein Stück 6 Wochen alt 8 bis 9 Mark, 8 Wochen alt 11 bis 12 Mark, 10 Wochen alt 15 Mark, Läufer kostete ein Stück 24 Mark und Einleger etwa 35 Mark. Für Rinder bis ein Jahr alt wurden 150 Mark bis 170 Mark bezahlt. Kühe und Milchziegen wurden kaum verkauft. Die meisten waren auch nur zur Prämiierung aufgetrieben. Der gleichzeitig auf der Känsweid abgchaltcne Krämer markt war nachmittags auf der Umgegend sehr gut besucht.

Gießener Wochenmarktpreise.

SS kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt da» Pfund: Butter 140 bi» 150; Matte 30 biS 35; Käfe (10 Stück) 60 bi« 140; Wirsing 8 bi« 10; Weißkraut 6 bi« 7; Rotkraut 8 bis 10; gelbe Rüben 8 bi« 10; rote Rüben 10 bi« 12; Spinat 20 biS 25; Römifchkohl 8 bi« 10; Bohnen 15 biS 25; Unter-Kohlrabi 5 bi« 6; Tomaten 15 bi« 20; Zwiebeln 10 bi« 12; Meerrettich 90 bi« 100; Kürbis 5 bi« 6; Pilze 20 bi« 25; Kartoffeln 3,5 bis 4. Frühäpfel 8 bi« 15; Falläpsel 3 bi« 4; Birnen 8 bi« 15; Dörrobst 30 bi« 35; Zwetfchen 10 bi« 15; Mirabellen 40 bi« 45; Reineklauden 10 bi« 15; Pfirsiche 40 bi« 60; Preitzelbeeren 30 bi« 35; Brombeeren 30 bis 35; Honig 40 bi« 50; junge Hähne 90 bi« 110; Suppenhühner 80 bi« 100; Rüffc 50 bi« 60; da« Stück: Tauben 50 bi« 60; Eier 9 bi« 10; Blumenkohl 30 bi« 70; Salat 5 bis 10; Salatgurkcn 10 bi« 20; Sinmachgurken 2 bi« 4; Endivien 10 bi« 15; Ober-Kohlrabi 8 bis 10; Lauch 5 bis 10; Rettich 10 bi« 15; Sellerie 10 bis 40; da« Bund: Radieschen 10 bi« 15 Pf.; der Zentner: Kartoffeln 3 bi« 3,50 Mk.

Sürflermeifleroerammlunfl des Kreises Aisseld.

M Alsfeld, 7. Eept. Am SamStag fand im HotelDeutsches Haus" unter dem Vorsitz von Kreisdircktor Dr. Stammler eine Ver­sammlung der Bürgermeister des Kreises Alsfeld statt, an der fast alle Ge­meinden deS Kreises vertreten waren.

Den ersten Punkt der Tagesordnung bildete ein Referat von Bürgermeister Dr. V ö l s i n g (Als­feld) über

Die neue hessische Gemeindeordnung".

Der Referent gab einen ilebcrblid über die Ent- Wickelung der kommunalen Gesetzgebung in Hessen und erläuterte alsdann den Aufbau der neuen hessischen Gemeindeordnung, die am 1. Oft. 1931 in Kraft tritt. Sie bringt als wesentlichste Neue­rung die Zusammenfassung der seithe­rigen Städteordnung und Landge­meindeordnung in einer gemeinsamen Ge­meindeordnung. Diese hält, im ganzen gesehen, an dem Grundaufbau des bisherigen Rechtes fest, bringt jedoch im einzelnen gegenüber dem bisheri­gen Zustand zahlreiche und teilweise einschneidende Aenderungen fachlicher Art und baut da« Grund- gcfeh der gemeindlichen Selbstverwaltung orga­nisch neu auf. Dabei ist auch dem Gedanken, die Rechtsangleichung in den deutschen Ländern zu fördern, Rechnung getragen worden. An der be­währten Dürgermeistereiverfassung der in anderen deutschen Ländern das Zweikam- mersystem (Magistralsoersafsung) gegenübersteht, ist festgehalten worden. Das Recht der Gemeinde, verbände ist durch ein besonderes Gesetz geregelt worden. (Zweckverbandsgeseh.) Der Vortragende erläuterte sodann die hauptsächlichsten Abweichun­gen gegenüber dem seitherigen RechtSzustande. lieber

Tlotflanbsarbeilen

und produktive Erwerbslosen-Fürsorge

berichtete der stellvertretende Vorsitzende des Ar. beitsamts Gießen, Dr. Kohl, der die Haupt, sächlichsten Bestimmungen über Rotstandsarbeiten und die produktive Arbeitslosenfürsorge mit der Grundförderung und verstärkten Förderung näher darlegte Von Interesse war die Mitteilung, dah die Mittel für die verstärkte Förderung jetzt von derDeutschen Gesellschaft für öffentliche Bauten in Berlin" zur Verfügung gestellt werden. Der

Redner befaßte sich sodann eingehend mit der Beschäftigung der WohlfahrtSer- w e r b s l o s e n, für die er wertvolle Hinweise für die Praxis gab. Gr empfahl den Gemeinden drin­gend, sich vor der Inangriffnahme von Arbeiten durch Wohlsahrtserwcrbslose mit dem Arbeits­amt in Verbindung zu fetzen. Hinsichtlich der Lohngestaltung regte er eine gemeinsame Rege­lung für die Provinz Qberhefsen unter Mitwirkung der KreiSämter an. An die Ausführungen knüpfte fich eine rege Aussprache an. Heber die

Bürger- und Blcrfkuer

erstattete Verwaltungsinspektor Dippel! ein ausführliches Referat, wobei er insbesondere über die DorauSsehungen und daS Verfahren bei der Durchführung der neuen Steuern nähere Erläute­rungen gab.

lieber das Deitreibungsverfahren im Kreise Alsfeld berichtete Verwaltungs-Ober» fekretär Kneife!. Daraus war au entnehmen, daß die Rückstände einen bedrohlichen Umfang annehmen.

Rach der Mittagspause setzte der Bürger­meisterverein des Kreises unter dem Vorsitz deS Bürgermeisters K o r e l! (Angenrod) die Tagung fort, die nunmehr den Angelegen­heiten deS Dürgermeistervereins gewidmet war. Bürgermeister Seim (Heidelbach) wurde anläß­lich seines 25. Bürgermeisterjubiläums durch den Vorsitzenden im Auftrage des Landesverbände- der hessischen Bürgermeister eine Ehrenurkunde überreicht. Die Reuwahl des Vorstandes ergab Wiederwahl der seitherigen Mitglieder.

Bürgermeister K o r e 11 (Angenrod) behandelte sodann das Thema

Die Zlnanznok der Gemeinden",

wobei er auf die überaus ernste finanzielle Lage auch in den Landgemeinden hinwies, die infolge der großen EteuerauSfälle und Rückstände vor leeren Kassen stünden. Bürgermeister Dr. D ö l. fing gab dazu einige nähere Erläuterungen auf Grund der Verhandlungen der kommunalen Spihenorganisationen.

Eine längere Aussprache entspann sich sodann über

die Sammelwasenmeisterei des Kreises Alsfeld,

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 8 o.H., Lombardzinsfuß 10 o. H. (r = repartiert).

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7. September

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3.060

Holland . .

169.63

169,97

169,64

169.98

L°lo . . . .

112,51

112,73

112,50

112,72

Kvpeodage».

112,52

112,74

112,50

112,72

Ltockdolm

112,62

112,83

112,61

112,83

London. . .

20,455

20,495

20,455

20,495

Bueno» Aires

1,178

1,182

1,173

1,177

Neuyork . .

4,209

4,217

4.209

4,217

Brullel . . .

58,60

58.72

58.60

58,72

Italien. . .

22,02

22.06

22,02

22,06

Tarif . . .

16.50

16.54

16,50

16,54

Lchwetz . .

82.04

82.20

82,06

82,22

Spanien . .

37,08

37,16

37,15

37,20

Tanjig. . .

81,75

81.91

81,75

81,90

Japan . . .

2,078

2,082

2.080

2,084

Sitv de Ian..

0,257

0,259

0,256

0,258

Jugoslawien.

7,426

7,440

7,428

7,442

Ltiiabbo . .

18,53

18,57

18,53

18,57

Berlin, 7. September

®elb

23ritl

21menlant|d-e ikoten.......

4,20

4,22

Belgische Noten.........

58,44

58.68

Dänische Noten.........

112,23

112,72

Englische Roten.........

20,402

20,482

Französische Noten ........

16,465

16,525

Holländische Note»........

169,21

169,89

Itallentiche Noten........

22,05

22,13

Norwegische Roten........

112,28

112,72

Teutsch-cefterreich, 1 100 Schilling

59,03

59,27

Rumänische Noten........

2,465

2,435

Schwedische Roten........

112,33

112,82

Schweizer Noten. ........

81,84

82 16

Spanische Noten.........

36,72

Ungarische Noten ........

72,85

73J5