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Geburtstag feiern. Dem Jubllar wurde durch de« Kriegerverein das Hafsia-Ehrenkreuz verliehen.
jrreis Lauterbach.
n. Lauterbach, 2.3an. Die Bautätigkeit in unserer Stadt war in dem verflossenen Jahre nicht so umfangreich, als in den vergangenen Jahren. Das Jahr 1927 stellt hinsichtlich des Bauens ein Rekordjahr dar. Aber auch in den Jahren 1928 und 1929 war die Lauterbacher Bautätigkeit noch sehr rege. Da im verflossenen Jahre eine allgemeine Geldknappheit fühlbar wurde, muhten manche Bauvorhaben zurückgestellt werden. Insgesamt wurden 10 Wohnhäuser gebaut, darunter ein Bccr- fam^ienhaus, ein Mehrfamilienhaus und einige Einfamilienhäuser. An verschiedenen Gebäuden wurden durch Ausstockung und Erweiterungen einige Wohnungen geschaffen, verschiedene Geschäftsleute haben Autogaragen gebaut: außer- dem wurde ein Lagerhaus erstellt. Die Stadt baute eine neue Drücke über die Lauter und erweiterte die Wasserleitung. Daneben wurde eine Reihe von gröberen und kleineren Reparaturen durchgeführt.
Rheinhessen.
WSN. Mainz. 2. Ian. Don den Mainzer Räubern, die zwei Bankboten 90 000 9)1 a r f entrissen und mit dem Auto nach Bonn fuhren, wo sie es vor einem Cafö stehen ließen, fehlt bis jetzt jede weitere Spur. Wenn nicht ein Zufall mit« spielt, dürste der Raubübersall wohl kaum einmal aufgeklärt werden. Auf die Wiederbeschaffung des Geldes hat die Versicherungsgesellschaft eine Belohnung von 5000 Mark ausgesetzt.
Preußen.
„ Kreis Wetzlar.
(D Atzbach, 2. Jan. Kinder und Erwachsene aus Dorlar und Ahbach führten wiederholt in den Kirchen beider Orte ein mittelalterliches Krippenspiel auf, das großen Anklang fand. Die wirkungsvolle Darstellung wurde vervollkommnet durch altdeutsche Musikweisen, die sich in sinniger Weise mit der Handlung des Spieles verflochten.
• 211) bad), 2. San. Der Werbetag deS Kreiskriegerverbandes Wehlar. der in der Frühjahrsvertreterversammlung dem Kriegerverein Ahbach übertragen wurde, soll am 28. 3uni stattfinden. Der Kriegerverein Ahbach, der sich bisher rege an den Festen der Kriegervereine in Hessen beteiligte, hofft an diesem Tage auch auf rege Beteiligung von feiten der hessischen Vereine.
cZ Dutenhofen, 31. Dez. Zur Deckung des in dem diesjährigen Haushaltsplan der Gemeinde entstehenden Fehlbetrags hat die hiesige Gemeindevertretung beschlossen, ab 1. Januar 1931 die Bier st euer und die Bürger ft euer nach den gesetzlich festgelegten Sätzen, sowie für das Rechnungsjahr 1930 eine Nachtragsumlage von 70 v. H. der Grundvermögens, und Gewerbesteuer zu erheben.
| Groß-Rechtenbach, 2. Jan. Zu einer Weihnachtsfeier hatten sich die Mitglieder des hiesigen Frauenvereins und des Jung- frauenvereins im Waisenhaus eingefunden. Ein Weihnachtsfeftfpiel, aufgeführt von Mitgliedern des Jungfrauenvereins, stand im Mittelpunkt des Slbenbs. Gesangsvorträge des Jungfrauenchors und des Gemischten Chors umrahmten die Feier. Der Ortsgeistliche, Pfarrer Harth, hielt eine Ansprache Zum Schluß der Feier wurden die Frauen und Jungfrauen der Vereine mit kleinen Geschenken bedacht.
<> Hochelheim, 29. Dez. Die hiesige Z i - garrenfabrik von Rinn & Cloos AG. in Heuchelheim ist jetzt st i l l g e l e g t worden. Durch die Schließung der Fabrik ist eine größere Anzahl Tabakarbeiterinnen aus der hiesigen, sowie auS den Rachbargemeinden Dornholzhausen und Hornsheim arbeitslos geworden.
Geschichten aus aller Welt.
250 MillwncnBricfmarken lagern inParis.
— Paris.
3n der Lagerhalle der Transitgüter im Rord- bahnhof von Paris lagern große, sorgsam in feste Leinwand eingeschlagene Ballen. Sie sind versiegelt und verschnürt, jeder Ballen hat eine genaue Numerierung und jede Gruppe von Ballen ihr besonderes Kennzeichen. Die französischen Zollbeamten mögen nicht schlecht gestaunt haben, als bei ihnen ein Amerikaner, ein bestimmter Herr Atkinson erschien und einen Posten Gepäck im Gewicht von 15 Tonnen zur Lagerung anmeldete. Bei der Zollbehörde ist man bekanntlich sehr vorsichtig, und so erkundigte man sich auch, was Herr Atkinson in diesen Ballen mit sich führe. Er machte keinen Hehl daraus, daß es nur Briefmarken seien, Briefmarken und immer wieder Briefmarken. 15 Tonnen, die eine Stückzahl von 250 Millionen einzelnen Marken dar- stellen. Man hat sie zwar nicht einzeln gezählt, aber nach dem Prinzip der Wahrscheinlichkeitsrechnung erhielt man durch vielfaches Wägen und Vergleichen die genannte Zahl, die wohl die größte Konzentration von Briefmarken bedeutet, die man bisher in der Welt festgestellt hat. Aber Herr 2ltkinson hat bei weitem noch nicht genug mit diesen 250 Millionen Briefmarken. Er ist in Paris auf der 3agd nach weiteren Beständen, die ebenfalls wieder gezählt, gewogen und in Leinentüchern gepackt werden. Die 15 Tonnen in Briefmarken fand er auf seiner Rundreise durch Europa, die ihn von Genua und Marseille über London, Stockholm und Amsterdam, schließlich auch nach Berlin führte.
Unb was Herr Atkinson mit all diesen Briefmarken will? Rach Boxkämpfen undGolfmeetings, nach Baseball-Spielen und vielen anderen Dingen sind die Sport-Enthusiasten Amerikas aus etwas ganz anderes verfallen: sie sammeln Briefmarken aus Sport. Diese Sammelwut ist effektiv so stark, daß zur Zeit von Reuyork bis Ehikago, von Philadelphia bis Texas kaum mehr Briefmarken crufzutreiben sind, so daß also Herr Atkinson ein gutes Geschäft machen wird und in einigen Wochen alles wieder wett gemacht hat, was die Briefmarken im Laufe der letzten Monate an Unfoftcn für ihn bedeuteten. Mit 250 Millionen Briefmarken kann man auch die USA. überschwemmen.
Die Perlenkette.
(f) London.
3m Hause eines bekannten liberalen Parlarnen- tariers, der Gäste bei sich hatte, unterhielt man sich neulich über merkwürdige Erlebnisse und Begebenheiten. Eine Dame trug folgendes Erlebnis vor.
„21m Tage vor meiner Hochzeit — das liegt nunmehr schon vierundzwanzig 3ahre zurück! — hatte ich noch einige Besorgungen zu erledigen. Ich eilte auf die Straße, da es schon ziemlich spät war, und erledigte meine paar Einkäufe. Auf der Heimkehr sah ich an einer der belebtesten Straßenecken einen Mann stehen, der die herrlichsten Perlenketten über den Arm geschlungen zum Verkaufe anbot. Wie wir Frauen nun einmal sind, wenn es sich um Schmuck handelt, trat ich näher, und war erstaunt über die prachtvollen Kostbarkeiten, die dieser Händler hier so offen feilhielt, und war noch erstaunter, als ich von ihm den Preis einer solchen Kette erfuhr: 10 Schilling! Es konnte sich demnach nur um glänzend gelungene Imitationen handeln, aber immerhin erstand ich mir die, die mir am besten gefiel, für diesen geringen Preis.
Sogleich nach der Hochzeit siedelte ich mit meinem Gatten nach Mittelamerika um. Dort raffte ihn das gelbe Fieber schon in den Flitterwochen hin, und bei der Prüfung seines Rach- lasses mußte ich die niederschmetternde Feststellung machen, daß er mich als vermögenslose Witwe zurückgelassen hatte. Um nach England zurückzukehren, sah ich mich gezwungen, meinen Schmuck zu veräußern. Der Juwelier, dem ich ihn anbot, zeigte das intensivste Interesse' gerade für die billige Zehnschillingkette, und nachdem er sie noch
einmal eingehend zu Hause geprüft hatte, zahlte er mir für sie den Preis von 14000 Pfund (280 000 Mark) aus! Ich kann mir heute noch nicht erklären, warum damals der Londoner Händler diese echte Kette so billig abgegeben hat!"
„Das kann.ich Ihnen erklären", erwiderte der Gastgeber, der bekannte liberale Parlamentarier, „und jetzt entsinne ich mich auch wieder Ihres Gesichtes, meine Gnädige. Jener Händler war ich! Zwar habe ich niemals dem ehrenwerten Gewerbe der Schmuckhändler angehört, besaß aber einen guten Freund, der eine Koryphäe in diesem Fach war. Eines Tages, — Eie haben recht, es ist gerade 24 Jahre her, — hatte ich mit ihm gewettet, ich werde mich mit den auserlesensten Schmuckgegenständen seines Lagers am hellichten Tage auf die Straße stellen und sie für ein Butterbrot ausbieten, ohne einen Käufer zu finden. Er ging auf die Wette ein unter der Bedingung, daß, wenn es mir tatsächlich gelinge, ein Stuck billig zu verkaufen, ich ihm den wahren Wert zu ersetzen habe, im anderen Falle dürfte ich mir für mich persönlich das schönste Stück aussuchen. Ich habe an jenem Tage acht Stunden lang an der Straßenecke gestanden, ohne daß sich auch nur der Schatten eines Menschen um mich gekümmert hätte. Kurz vor Toresschluß jedoch verlor ich meine Wette, durch Sie, meine Gnädige, und sie hat mich rund 10 000 Pfund (200 000 Mark) gekostet. Das ist die einfache Erklärung!"
Der große Klacs und der kleine Klacs.
(r) Amsterda m.
Eine belustigende Dorfgeschichte, wie sie wohl nur noch in dem gemütlichen patriarchalischen Holland möglich ist:
3n der Gemeinde Heerzendonck in der Provinz Geldern regiert über die neiinhunderteinund- zwanzig Köpfe der Gemeinde der Bürgermeister Klacs Vannette. Er heißt „der große Klaes" zum Unterschied vom „kleinen Klaes", der der wohlbestallte Rachtwächter des Dorfes und der geschworene Feind des Bürgermeisters ist. Zudem, und das ist eigentlich das Erheiterndste an der ganzen Geschichte, ist er sein leiblicher Vetter. Wo auch nur der kleine Klaes dem großen Klaes, seinem direkten Vorgesetzten also, etwas am Zeug flicken oder ihm Schwierigkeiten bereiten konnte, tat er es mit einem beinahe vorbildlichen Eifer, und war so mit der Zeit das Haupt der Heerzen- doncker Opposition gegen das Gemeindehaupt geworden.
Vor einigen Wochen endlich kam die Sache zum Klappen. Es gelang dem keinen Klaes, dem Bürgermeister durch einen feiner Freunde im Gemeinderat nachweisen zu lassen, daß er bei einer Straßenreparatur sich eigenmächtig über einen Gemeindebeschluh hinweggeseht hatte. Die Folge war, daß der große Klaes seine Demission als Bürgermeister gab, und daß für seinen Posten Reuwahlen vorgenommen werden mußten. 255er wohl ging als Sieger aus diesem Wahlkampfe hervor? Der kleine Klaes, der bisherige Gemeindenachtwächter. Und, — Possendichter, an die Front! — wer bewarb sich mit Erfolg um den dadurch ledig gewordenen Posten des Rachtwäck)ters? Der große Klaes! Beide Dorf- großen haben also gewissermaßen nur die Vorzeichen getauscht. „Ich habe diese Stellung lediglich eingenommen, um ihm dieselben Scherereien zu machen, die er mir gemacht hat!" gestand offenmutig der große Klaes dem Redakteur aus dem Haag, der nach Heerzendonck geeilt war, um sich an Ort und Stelle von der Wahrheit der so unglaublich klingenden Meldung zu überzeugen.—
Jung-All! r La..
(aga) Reuyork.
Rosemarie O'Connor, dreizehn Jahre alt, traf dieser Tage in Bufsalo ein. Ihr Vater hätte sie am Bahnhöfe treffen sollen. Das Telegramm, das sie ihm geschickt, hatte ihn aber nicht rechtzeitig erreicht. Cs war an seine Geschäfts-, nicht Wohnadresse gerichtet. Rosemarie sah sich also plötzlich dem ihr völlig fremden Problem gegenüber: wo schlafe, wo esse ich, was fang' ich an?
Sie ging In eines der Klubhäuser oder Hospiz« der Young Wjmen’s Christian Association, ließ sich ein Zimmer für eine Rächt anweisen und zahlte im voraus. Damit war ihre Barschaft auf 35 Cents zusammengeschmolzen. Dann ging sie in einen Laden, kaufte sich für 35 Cents Weihnachts-Postkarten zu einem Cent das Stück, stellte sich an eine Straßenkreuzung und verkaufte die Karten um fünf Cents das Stück. Kaufte sich eine neue Auslage und setzte auch die prompt ob. Mit dem Gewinn aus dem Geschäft betrat sie ein Restaurant und aß. Auf der späteren Wanderung durch eine der Hauptstraßen der Büffelstadt kam sie an einem kleineren Variete vorbei. Ein Plakat im Foyer kündigte an, daß heute „Amateur Night“ sei — Dilettanten haben an diesen Abenden Gelegenheit, ihre Künste spielen zu lassen. Rosemarie ging in das Theater, trollte von Sitzreihe zu Reihe, gab dem p. t. Publikum bekannt, daß sie sofort auf treten werde imi) bat im voraus um gütige Rachsicht und entsprechende Ausmunterung. Dann meldete sie sich beim Manager. Trat auf, sang zwei Liedchen, tanzte einen Tanz und bekam solchen Applaus, daß sie den ersten Preis, einen Dollar und fünfzig Cents, erhielt. Dann ging sie in ihr Hospiz und legte sich schlafen, Am nächsten Tage fand die von ihrem Vater mobil gemachte Polizei sie und erfuhr, daß sie sich bereits auf eine weitere „Amateur-Night“ in einem anderen Vaudevillehause vorzubereiten begonnen hatte. Was an den, beherzten Mädel am meisten zu bewundern ist, ist nicht ihre Courage. Es ist vielmehr ihre rasche Entschlossenheit. Die meisten von uns würden sich in einer ähnlichen Situation auf eine Bank int nächsten Park setzen und mehr oder minder praktische und durchführbare Pläne wälzen. Wir toürben<abcr keinen zur Ausführung bringen, sondern uns schließlich an die nächste Polizeiwache wenden, dem diensttuenden Sergeanten unser Leid klagen und uns auf den Weg nach irgendeiner Hilssgesellschaft dirigieren lassen. Richt so Rosemarie O'Connor. 3m selben Moment, in dem sie einen Plan gefaßt hatte, ging sie aufs Ziel los. Wer kann ihr seine Bewunderung versagen?
Kunst und Wissenschaft.
Kants Bibel kommt nach Königsberg.
WSR. Marburg, 2.3an. Die bisher im Besitze des Oberbibliothekars Dr. Heinrich Rein- hold in Marburg befindliche Kantsche Bi- b e l wurde von diesem der Königsberger Staatsund Universitätsbibliothek geschenkt. Die Bibel befand sich seit 1804 im Besitz der Familie Reinhold und wurde im 3ahre 1751 in Basel herausgegeben. Das Vorsatzblatt ist auf der Rückseite mit kleinen, nur unter der Lupe erkennbaren Schriftzeichen von Kant versehen. Die Schrift konnte jetzt entziffert werden, wobei es sich herausstellte, daß es sich hier um eine Chronologie der Welt handelt. Kant kommt hierin zu dem Schluß, daß das Geburtsjahr der Welt ungefähr 4000 Jahre vor Christi Geburt liegen müsse.
Kirche und Schule.
wg. Gedern, 2. 3an. 3m 3ahre 1930 sanden in der hiesigen evangelischen Kirchengemeinde statt: 39 Taufen (25 Knaben, 14 Mädchen) gegen 46 in 1929, 16 Trauungen wie in 1929, 18 Beerdigungen (7 Männer, 9 Frauen. 2 Kinder) gegen 19 in 1929. Konfirmiert wurden 14 Kinder (8 Knaben, 6 Mädchen) gegen 25 in 1929. Die Zahl sämtlicher Gottesdienste betrug 104, welche von 15 877 Erwachsenen (7073 Männern, 8804 Frauen) und 7967 Kindern (3669 Knaben, 4298 Mädchen) besucht wurden. An den 13 Abendmahlsfeiern im öffentlichen Gottesdienst und an den 5 Hausabendmahlen nahmen int ganzen 1037 Gemeindeglieder (476 Männer, 561 Frauen) teil. Bemerkt sei noch, daß die Konfir- mräMiiK sind von besonderem Wert, da der Körper int Wuner eine besondere Neinuna zum Aniatz zeigt. Webmen Sie früh, mittags und abends 2—3 St o • luba» Sterne, die Sie in Slpoibefen erhallen.
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