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Studentische Skiweltkämpse imVogelSberg

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und gestattete die Fernsicht in weitem Umkreis. Im Klubhaus des VHE. herrschte schon am frühen Mor­gen lebhafter Betrieb, der sich gegen abend erheblich steigerte und am Sonntag vermochten die Räume des Hauses die Menge der Gäste kaum zu fassen. Viele der begeisterten Wintersportler ließen es sich nicht nehmen, in der hellen Mondnacht zum Sonn­tag eine Fahrt über die glitzernden Hänge oder

Darmstadt 2,58, 4 Heil, Gießen, 3,00, 5 Darmstadt, 3,02, 6. Hilpper, 7 Bänke: 8. sämtlich Darmstadt.

Sprunglauf: 1. Dauner, Darmstadt, 216,75 Punkte (14,50 Meter): 2 Werner, Frankfurt. 196,25 P (16,50 Meter t), 3. Reyher, Frankfurt, 193,25 P., 4. Schiel, Darmstadt, 179, P.: 5. Neuhaus, Gießen. 162,50 P., 6. Schneider, Marburg, 124,25 Punkte (Jeder Teilnehmer hatte einen Probesprung und drei Wertungssprünge auszuführen.)

Die Beranstaltung der Studenten war vom denk­bar besten Wetter begünstigt. Am Samstag log (wie schon die ganze vorhergehende Woche) strahlender Sonnenschein über dem Lande, die Luft war klar

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Ergebnisse

San gl auf: 1. E. Schiel, Darmstadt, 1:15,20; 2. Werner Frankfurt, 1:16,04; 3 Brade, Darmstadt, 1:17,38, 4 Frank, Darmstadt, 1:20,54, 5. Grönke, Darmstadt, 1:21,03, 6 Enßlin. Gießen, 1:22,13; 7. Reddemann, Marburg, 1:23,17. Mannschafts­sieger: 1 Technische Hochschule Darmstadt; 2. Universität Gießen, 3 Universität Marburg.

Abfahrislauf: 1. Bryde,' Darmstadt, 2,36 Minuten. 2 Frank, Darmstadt, 2,41; 3. Dauner,

196 ,45 ,20 1,38 447 i,50 Z ,16

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interwald au machen und so einige unvergeßliche Stunden in oen Alltag hinüberzuretten. Bei schönster sporllicher Betäti­gung, bei mehr oder weniger intensiver Anteil­nahme an den Wettkämpfen, bei viel Scherzen und Lachen, bei eifrigem Lernen und den damit oer- bundenen unvermeidlichen Stürzen verging der Sonntag Die winterliche Märchenwelt wurde in un­endlich vielen Lichtbildern festgehallen. Leider

Oie süddeutschen Endspiele.

Don den Ergebnissen, die dieser Sonntag in der Runde der Meister brachte, ist das unent­schiedene Resultat von 2:2 besonders bemerkens­wert, mit dem sich die Sp. Dg. Fürth und Bayern München trennten. Denn damit hat Fürth seinen ersten Punkt verloren. Eintracht Frankfurt gab im Frankfurter Stadion dem Karlsruher FD. mit 4:1 das Rachsehen und rangiert damit jetzt auf dem zweiten Platz. Unerwartet kommt die glatte 3: 0-Rie erläge, die der SD. Waldhof gegen Union Döckingen bc^og. Sehr hoch mußte sich auch mit 5:2 Pirmasens gegen QBonnatia Worms geschlagen geben. Die Pirmasenser spielen dies­mal bei weitem nicht die gute und mitbestimmende Rolle des Vorjahres

Die Trostrunde Südost.

Don den beiden Spitzenreitern der Gruppe Südost konnte sich am Sonntag nur Pforzheim behaupten. DieGoldstädter" schlugen auf eigenem Platze die Stuttgarter Kickers mit 3:0 (2:0) und behaupteten damit weiter die Spitze. 3frr hartnäckigster Verfolger, der SV. München 1860, wurde überraschenderweise von dem 1. FE. Dürn­berg in Dürnberg 5:1 (3:1) geschlagen und steht damit relativ einen Punkt hinter Pforzheim. Schwaben Augsburg fertigte den FD. Rastatt klar mit 7:2 (1:1) ab und hat vor dem 1. FC. Dürnberg den dritten Platz belegt. 3m vierten Spiel des Tages gewann Phönix Karlsruhe gegen den DfR. Fürth 1:0, damit den ersten Sieg buchend.

Sonja Henie Europameisterin im Eislauf.

Die Europa-Meisterschaft im Eiskunstläufen ge- gann in St Morin am Freitag für Damen erwar­tungsgemäß die Weltmeisterin Sonja Henie (Nor­wegen) vor der Titelverteidigerin Fritzi Burger (Wien) und deren Landsmännin Hilde Holofsky, während bei den Paaren die Ungarn Drganifta- Czallay vor ihren Landsleuten Rotter-Szollas und den Wienern Gaillard-Petter weiter im Be sitz ihrer Meisterehren blieben.

Im Gebiet des Bogelsberges herrschte gestern der intensivste Wintersportbetrieb. Die günstigen Schnee­meldungen hatten eine große Anzahl von Ski­läufern und Skiläuferinnen nach dem Hoherodskopf gelockt und nicht enttäuscht. Schon am Freitag san­den sich die ersten ein, am Samstagmiltag mußten dem Zug, der 13.43 Uhr Gießen verläßt, zwei SondcrwagenNur für Skiläufer" beigegeben wer­ben und am Sonntagmorgen mußte die Reichspost vier große Omnibusse zur Verfügung stel­len, um die Wintersportler nach Breunges­hain zu bringen.

3m Mittelpunkt des Sportbetriebs am Hoherods­kopf standen die

ftudenkifchen Skiwekkkämpfe der Universitäten von Gießen, Marburg, Frankfurt und der

Technischen Hochschule Darmstadt.

Das Programm der Wettkämpfe brachte den Langlauf, den Abfahrtslauf (nvch Art des Slalom­laufes) und den Sprunglauf. Die Teilnehmer an diesen Läufen, die sich durchweg schon am Sams­tag im Klubhaus des BHE. eingefunden hatten, hatten keine leichte Aufgabe.

So führte zum Beispiel der L a n g l a u f über eine Strecke von 14 Kilometern. Dabei galt es große Schwierigkeiten zu überwinden. Die Lauf­strecke führte an einer Stelle bis auf etwa 550 Me­ter herab, eine Höhenlage, in der sich der Schnee nicht mehr in bester Verfassung befand. In un­mittelbarer Nähe des niedrigsten Punktes der Lauf­strecke führte die Markierung wieder steil bergan und verlangte von den Läufern auf einer Strecke von 200 Metern die lleberwinbung einer Steigung von 100 Metern Insgesamt war ein Höhenunter­schieb von 230 Metern zu bewältigen. Die Schnee- oerhältnisse waren einigermaßen günstig. Zur Zeit des Starts (8 Uhr) lag körniger Schnee, der ein gutes Vorwärtskoinmen ermöglichte. Punkt 8 Uhr entließ der etarter, Sportlehrer König- Gießen, den ersten Läufer, dem in Abständen von je Yi Mi­nute dis übrigen folgten. 38 Studenten hatten [ür Iben Langlauf gemelbet; (4 Frankfurter, 10 Gieße- I ncr, 18 Darmstadter und 6 Marburger). Das Feld I der Säufer erfuhr bereits nach 2 Kilometer zurück- aelegter Strecke einige Verschiebungen, einige der Darmstädter Studenten vermochten sich sehr bald in den Vordergrund zu drängen und durch ihre

I reifere Technik den einen und andern ihrer Vor- I bermänncr zu überholen. Ernst Schiel- Darm­stadt passierte in der für die zurückgelegte große Strecke hervorragend zu nennenden Zeit von 1:15,20 (das bedeutet durchschnittlich 5 Minuten und 20 Sekunden pro Kilometer) In einem zeitlichen Abstand von 41 Sekunden folgte ihm der Frank- furtcr Werner, dem man ursprünglich die mei­sten Aussichten auf den ersten Platz zugesprochen hatte Die nächsten drei Plätze belegten wiederum die Darmstädter, denen schließlich E n ß l i n - Gießen in der Zeit von 1:22,13 folgte Einige an* dece Gießener, denen man einige Aussichten ge­geben hatte vermochten sich nur weniger günstig zu placieren. Den Schülern der Technischen Hoch­schule Darmstadt fiel auch der erste Mannschafts­sieg im Langlauf und damit der

Wanderpreis der Gießener TNedizinischen Fakultät

-u.

Der A b f a h r t s 1 a u f, der um 11 Uhr gestartet wurde, stellte weniger große Ansprüche an die Aus- dauer der Teilnehmer als an deren Geschicklich­keit. Auf einer abgesteckten Strecke von etwa drei , Kilometer (Jägerhaus bis kurz vor Breungeshain) galt es manche schwierige Stelle zu überwinden So waren z. B. einige Haarnadelkurven abgesteckt, die schwer zu bewältigen waren und den meisten Zeit und Punktverluste einbrachten; außerdem führte die Strecke über die kurzen Bodenwellen, die die Abfahrt nach dem Dorfe erschwerten. Als oer- dältnismäßig schwierig zu bewältigen zeigte sich der erste Teil der Strecke, den nur sehr wenige Läufer (etwa 10 von 47) ohne Sturz hinter sich brachten. Auch in dieser Disziplin erwiesen sich die I Darmstädter als die besseren und belegten die ersten l Plätze. Als vierter brachte der Gießener Heil die I Strecke in 3 Minuten hinter sich Die nächsten vier 2 Plätze belegten abermals die Gäste aus der hessischen | Hauptstadt.

Um 13 Uhr begannen sodann die

Sprungkonkurrenzen,

an denen sich 6 Studenten beteiligten. Die Gießener Universität war durch Neuhaus vertreten Eine große Menge, Hunderte von Zuschauern, bil­dete den eindrucksvollen Rahmen zu diesem Sprunglauf. Obwohl die Schanze am Hoherodskopf keine allzugroßen Möglichkeiten in bezug auf die Sprungweite zuläßt (kurzer, wenig steiler Anlauf, dafür um so steileres Aussprunggelände), wurden doch achtbare Leistungen erzielt Den Vogel schoß auch hier ein Darmstädter ab, der mit einem ge­standenen Sprung 14,50 Meter erreichte und da- durch die beste Wertung des Tages mit 219,75 Punkten (von 240 überhaupt erreichbaren) erhielt. Der Frankfurter Werner brachte es bei feinem besten Sprung auf 16,50 Meter, stürzte aber dabei und erhielt nur 196,25 Punkte. An 5. Stelle mit 162,50 Punkten stand Neuhaus (Gießen) vor Schneider (Marburg). Das Publikum verfolgte die einzelnen Sprünge mit großer Aufmerksamkeit. Wer solche Sprungläufe zum ersten Male zu sehen Ge­legenheit hatte, wird zweifellos den Eindruck er­halten haben, daß zu derartigen Sprüngen ein ganz gehöriges Maß von Zivilkourage die Voraussetzung ist Die Teilnehmer an dieser Konkurrenz sanden denn auch das entsprechende Echo

Die Oberleitung der Wettkämpfe hatte Dr Möckelmann,' der Leiter des Amtes für Leibesübungen an der Universität Gießen, übernom­men. Zur Erledigung der ebenso umfangreichen wie zum Teil sehr anstrengenden Vorbereitungsarbeiten standen ihm eine Reihe bewährter Mitarbeiter aus den Reihen des Skiklubs Gießen zur Seite. Die Ab­wicklung der Wettkämpfe vollzog sich reibungslos; kaum eine Startverzögerung war festzustellen. Zur allseitigen Zufriedenheit wurde auch die Wohnungs­frage gelöst EinWohnungsamt" sorgte für die Unterbringung der Wettkämpfer und hatte bei der Menge der Teilnehmer alle Hände voll zu tun. Kurz voi dem allgemeinen Aufbruch bildete bieSieger- Verkündung den offiziellen Abschluß der Ver­anstaltung. Die Rennen zeitigten im einzelnen folg- genbe

ße6Mtig.

Fußball der Gießener Mannschaften.

Die beiden Gießener Dereine konnten ihre gestrigen Derbandsspiele für sich entf^eiden. Die erste Mannschaft der 1900er gewann sicher gegen den FD. 1913 Wallau mit 4:0. Die DfB.-Mann- schaft konnte die erste Mannschaft des Spielver­eins Kassel nach hartem Dingen mit 3:2 Nieder­halten. Die Reserve des VfD. verlor gegen die Turnermannschost von Wieseck mit 2:4; die dritte gewann im Derbandsspiel gegen die vierte der Spiclvereinigung 1900 auf dem Waldspielplatz 8:3; die vierte des DfD. gewann in Steinberg 2:0. Die Reserve der Spielvereinigung gewann auf eigenem Platze gegen Grohen-Vuseck I 3:2.

Fußball in Hessen-Hannover.

Die Ergebnisse der Meisterschaftsspiele am Sonntag brachten noch keine Klärung der Lage. 3n der Südgruppe blieb Borussia Fulda durch den überraschend sicheren 4:1-Sieg über die Fuldaer Germanen weiter mit Sport Kassel rind den Marburger Kurhessen im engeren Meisterschaftswettbewerb. so daß nunmehr dret Mannschaften in dieser Gruppe punktgleich an her Tabellenspitze stehen. Hermanma Kassel sicherte sich durch einen 5:2-Sieg über Ockers­hausen einen guten Mittelplatz in der Tabelle, während Spielverein von dem DfD. Gießen mit 2: 2 geschlagen wurde und damit wohl kaum noch den Anschluß an die Spitzengruppe gewinnen dürste.

In der Rordgruppe konzentrierte sich das Interesse aus das Spiel zwischen Kurhessen Kassel und FC. Groß-Almerode, das die Kurhessen ohne überzeugende Leistungen 4:0 gewannen. Sie bleiben damit weiter neben dem DE. 03 Kassel, der noch zwei schwere Spiele gegen Hessen 09 und Göttingen 05 auf den Plätzen des Gegners auszu­tragen hat, Meisterschastssavorit. Hessen 09 Kassel und Göttingen 05 trennten sich nach einem er­bitterten Kampfe mit 2: 2. Spvg. Döttingen schlug Einbeck 05 auf Grund besserer Stürmerleistungen nach ausgeglichenem Kampfe mit 3:0 Toren.

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bradjte der Sportbetrieb auch einen ernsten Unfall und die Sanitäter mußten in Aktion treten. Bei der überaus großen Anzahl der Winterfporttreiben- den, die sich am Sonntag auf dem Hoherodskopf tummelten, darf ein einziger Unfall jedoch zu keiner­lei Betrachtung über dieGefährlichkeit des Ski­laufs" herangezogen werden

Leider schlug für die meisten die Abfchiedsstunbe viel zu früh und ungern schied man von den Bergen.

Kurze Sportnotizen.

DerHockeh -Länderkampf Westdeutsch­landHolland B endete mit einem 4:2*(1:0-)Sieg der westdeutschen Els.

Die Zweier-Dob-WeltMeisterschaft in Oberhof endete mit einem großen deutschen Sieg. Kilian Huber aufDeutschland II rissen in neuer Dahnrekordzeit den Weltmeistertite! an sich.

Beim Frankfurter Sechstageren­nen führte noch 43 Stunden die Mannschaft

Schön/Pijnenburg mit einer Runde vor Göbel, Di- nale. Alle anderen Mannschaften waren weit zurückgefallen.

Die Ski-Etaffellaufe de» mitteldeut­schen Verbandes ifn Taunus endeten mit einem Siege des Dchneclauf-Klub Kassel vor der Ski- abteilung Rhön Frankfurt/Main.

Der Deutsche Fußballmeister Her­tha^ DSC. zog sich schon wieder einmal eine Riederlage zu, er wurde in Dresden vom mitteldeutschen Meister DSC. vor 15 000 Zu­schauern mit 5:2 (3:1) geschlagen.

Schwarzwald-Skimeister wurde Fritz G a i s e r, Daiersbronn.

Die Untersuchungen, die gegen den französischen Weltrekordläufer Ladoumögue we­gen feiner Fvankfurter Forderungen erhoben wurden, haben die Richtigkeit der Anschuldigun­gen ergeben.

Kavallerie einst und jetzt."

Einzug der Seydlitzkürassiere unter dem Klang der Kesselpauken.

Beim Berliner Internationalen Reit-Turnier wurde am Freitaa erstmalig die große Schaunum­merKavallerie einst und jetzt" vor nur schwachem Besuch gezeigt. Die Darbietung, die über 1 Stunde dauerte, klappte ganz vorzüglich und dürfte die Glanznummer des diesjährigen Turniers bilden. Der erste Teil zeigt die Kavallerie zur Zeit Fried- richs des Großen, während im zweiten Teil die Verwendung des Pferdes in der heutigen Armee demonstriert wird Rauschender Beifall der Zu­

schauer war der schlagende Beweis für die ge­lungene Premiere, durch die allerdings die übrigen Schaunummern gestrichen werden mußten. Don den sportlichen Ereignissen wäre besonders der Doppel­erfolg der hannoverschen Stute Friederike unter Herrn Staeck bzw Frau Franke hervorzuheben. In der Materialsprüfung der Vollblüter konnte man einige alte Bekannte von der Rennbahn im neuen Metier bewundern. Mäander schlug Äünftierin und den Schimmel Hidigeigei aus dem Felde.

Kleine Strafkammer Gießen.

' Gießen, 30. Can. Ein Maurer aus 05er- Hessen war beschuldigt, die Reichsanstalt für Ar­beitslosenversicherung durch unwahre Angaben um einen erheblichen Betrag mehrere hun­dert Mark geschädigt zu haben. Es erging zunächst Strafbefehl wegen Betrugs auf 150 Mk. Gegen diesen legte der Beschuldigte Einspruch ein. In der daraufsolgenden Hauptverhandlung vor dem Amtsgericht wurde der Angeklagte frei- gesprochen. Gegen dieses Urteil legte die Staats­anwaltschaft Berufung ein. In der heutigen Derhandlung ergab sich, daß nicht allein die vorgelegten Lohnbücher für die Schuld des An­geklagten sprechen, sondern auch andere ilm- stände, so vor allem, daß er den zu Unrecht ver­einnahmten hohen Betrag auf Anfordern wieder zurückgegeben hat. Der Staatsanwalt beantragte Aufhebung des ersten Llrteils und eine Strafe von 1 50 Mark. Das Gericht erkannte dem­gemäß und hob hervor, es hätte in erster Linie auf eine Freiheitsstrafe erkennen müssen, eS habe aber mit Rücksicht auf die Unbcstraftheit des Angeklagten und die Rückgabe deS Geldes davon abgesehen.

Ein Kaufmann aus Frankfurt war vom Amts­gericht wegen fahrlässiger Körperverletzung zu 50 Mark Geldstrafe verurteilt worden. Er soll mit seinem Auto beim Lieberholen eines Motor­radfahrers dessen Rad gestreift haben, so daß es zu Fall kam und die Frau des Fahrers ver­letzt wurde. Auf Berufung des Angeklagten wurde der Fall heute noch einmal vor der Kleinen Strafkammer verhandelt. Die Beweisaufnahme nahm eine für den Angeklagten günstige Wen­dung. Der Motorradfahrer hatte erst einige Wochen Fahrpraxis und fuhr damals, wie durch Zeugen bekundet wurde, höchst unsicher. Der Autofahrer hatte mehrfach Signal gegeben und war mit seinem Auto bereits fast ganz an dem Motorrad vorbei. Selbst wenn der Hintere Kot­flügel das Rad gestreift habe, so war die Mög­lichkeit nicht ausgeschlossen, daß der Motorrad­fahrer im letzten Moment das Rad in seiner Unsicherheit und Aufregung nach links gerissen habe und daß es so zur Berührung gekommen ist. Der Staatsanwalt hielt den Fall für ungeklärt und stellte die Entscheidung ins Ermessen des Ge­richts. Letzteres erkannte auf Freisprechung.

<5rieffaften der Redaktion

(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)

K. 3). Ein Mieter, der durch einen Mit­bewohner durch allzulanges und allzulautes Grammophvnspielen oder durch das Radio in seiner Rachtruhe gestört wird, muh dieses dem Hausbesitzer melden, der verpflichtet ist, den Ruhestörer durch Klage auf Unterlassung, oder durch Kündigung zur Einstellung der Störung zu zwingen. Für den Fall, daß die Allgemein­heit belästigt wird, hat die Polizei einzuschreiten, oder eine Strafanzeige entgegenzunehmen.

S- P. in L. Aufgerechnete Invalidenquittungs­karten werden bei der Landesversicherungsanftalt aufbewahrt, in deren Bezirk die erste Karte ausgestellt worden ist, während der Dersicherte lediglich Bescheinigung über Die Endzahlen der

aufgerechneten Karte erhalt. Verlorengegangene Quittungskarten können jederzeit ersetzt und Marken durch Bescheinigung des Arbeitgebers bzw. der Krankenkasse beglaubigt übertragen wer­den. Wenden Sie sich an die Landcsversiche- rungsanstalt Hessen, oder an die Bürgermeisterei Ihres Wohnorts.

H. H. in Weickartshain. Der Antrag aus Sozial­rentnerunterstützung ist bei der Bürgermeisterei zu stellen. Maßgeblich sind die für den dortigen Bezirk von dem Bezirksfürsorgeverband aufge­stellten Unterstützungssätze. Cs kann mithin ohne weiteres nicht gesagt werden, ob Ihnen eine Unterstützung zu Ihren Renten gewährt h-erden kann. Das Einkommen der erwerbstätigen Kinder im Haushalt ist in bestimmten Grenzen anzu­rechnen. Der Antrag auf Erlaß der Sonder- gebäuöcfteuer ist ebenfalls bei der Bürgermeisterei zu stellen. Ob solche erlassen werden kann, kann ohne nähere Kenntnis Ihrer Verhältnisse nicht beurteilt werden. Bei Errechnung des Ein­kommens wird das Gesamteinkommen in der Fa­milie berücksichtigt.

K. D. in W. Sie bedürfen keiner besonderen Erlaubnis, wenn Sie die betreffenden Sachen in Ihrem Geschäfte führen wollen, da sie dem freien Verkehr unterliegen. Es ist nur aus ge­werbesteuerlichen Gründen eine Anmeldung bei der Bürgermeisterei erforderlich.

Unterhalt. 1. Nach § 1360 Bürgerlichen Gesetzbuchs muß der Mann der Frau nach Maßgabe feiner Le­bensstellung, feines Vermögens und seiner Erwerbs­fähigkeit Unterhalt gewähren. Nötigenfalls ist das Stammvermägen anzugreifen. Wird im Falle der Erwerbslosigkeit des Mannes seitens der Familie öffentliche Hilfe in Anspruch genommen, so nimmt die Gemeinde Rückgriff gegen die Verwandten ge­rader Linie (Vater, Großvater, auch Vermögen be- sitzende Kinder können in Frage kommen), da diese nach § 1601 verpflichtet sind, einander Unterhalt zu leisten. Unterhaltungsberechtigt ist nur, wer außer­stande ist, sich selbst zu unterhalten. Von der Ehefrau kann nach Lage der Umstände verlangt werden, daß sie sich einer ihrem Stande nicht widersprechenden Arbeit unterzieht. Eine Unterhaltpflicht gegen­über einem Schwiegersohn usw. besteht nicht. 2. Ist der Vater, oder Großvater zwar rcchtliw unterhaltspflichtig, so kann er doch vielleicht die Einrede des sog. Notbedarfs Dorbrin» gen, d h. es ist ihm der standesmäßige Unterhall zu belassen. In diesem Falle unterliegen sein Ver­mögen, feine Einkünfte und Erwerbsmöglichkellen der gerichtlichen Prüfung Letzten Endes könnte er zum Offenbarungseid geladen werden

(Schluß des redaktionellen Teils.)

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